Zähneputzen mit Bounty

Als ich vor knapp drei Monaten in einem Message-Board zum ersten Mal über Goldene Milch gelesen habe, kam damit gleichzeitig Information über Kokosöl zu mir. Kokosöl ist auch ein ganz wundersames Zaubermittel, scheints. (Hier hab ich dazu ne Linksammlung.)

Vor allem ist es gut für die Zähne, weil es Karies-Bakterien abtötet. In Öko-Kreisen, zu denen ich auch gehöre, putzen sich viele die Zähne damit.
Dann hab ich mal im Fernsehen einen Beitrag über eine plastikfrei lebende Familie gesehen, die sich die Zähne mit Birkenzucker (Xylit) putzt.
Ich hab grad danach im Netz gesucht und bin bei Familie Krautwaschl gelandet. Allerdings dort kein Hinweis auf Xylit zum Zähneputzen. Hm. Trotzdem, ich hab das gesehen, und als neulich mein Schnusel und Gefährte mit einer großen Tüte Xylit ankam, die er nicht mehr braucht (ers auf – schauder!- Stevia umgestiegen), hab ich davon kurzerhand was ins Zahnputz-Kokosöl geschüttet. (Es waren die heißen Tage und das Öl war flüssig. Wenns das nicht ist: im Wasserbad erwärmen und den Birkenzucker mit einem sauberen Löffel unterrühren.) Seitdem putze ich meine Zähne mit Bounty. Das ist so unglaublich lecker! Noch nie hat Zähneputzen so viel Spaß gemacht.

Ich hab natürlich online noch mal wg. Xylit geguckt. Sich damit die Zähne zu putzen hat keine besondere Wirkung (außer vielleicht, dass die kleinen Krümel als Putzkörper mechanische abreibe-Wirkung haben), es ist einfach nur LECKER. Wirken tut bei der Bounty-Zahncreme fast nur das Kokosöl.
Xylit ist dennoch sehr gut für die Zähne: es mineralisisert (härtet) den Zahnschmelz. Dazu brauchts bisschen Zeit. Um das zu erreichen, nehme ich, z.B. wenn ich duschen geh und auf jeden Fall nach dem Zähneputzen, nen halben Teelöffel Xylitpulver in den Mund. Das wird sofort eingespeichelt und wie beim Ölziehen eine Weile durch den Mund gespült. Dann ausspucken. Hilft auch bei Gier auf was Süßes. UND ist gut für die Zähne. Traumhaft!

Hier für diejenigen, die die Kommentare untendrunter nicht lesen (es lohnt sich oft, das zu tun!) noch ein ausführlicher, informativer und ermutigender Artikel von Marion:
Xylit zur Kariesprophylaxe

Die Bounty-Zahncreme kann ich allerdings nicht für Kinder empfehlen. Ich erinnere mich, wie meine Freundinnen und ich diese rosa, leicht süß schmeckende und doch supereklige Kinderzahncreme Blendi aus der Tube genuckelt haben – schaWÜRG! Die Bountyzahncreme in Kinderhänden würde wahrscheinlich sofort komplett aufgegessen. Wäre nicht schädlich, aber die Zähne wären dann halt nicht geputzt.

edit: In den Kommentaren unten hat Marion zu Recht darauf hingewiesen, dass die kleinen harten Xylit-Kristalle den Zahnschmelz ankratzen können. Das auch bedenken, wenn jemand die Bounty-Zahnpasta ausprobiert.

 
Parallel dazu experimentiere ich zur Zeit mit einer Hautcreme aus Kokosöl und Aloe-Vera Saft. Auch Ökokosmetik ohne Plastikverpackung kannste lange suchen. Und ich bin die Plastiktuben und -tiegelchen so leid!

 

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18 Kommentare

    1. Wir leben hier, verglichen mit dem Durchschnitt, schon ziemlich öko — bloß ist der Durchschnitt leider gar kein Maßstab. Wir haben sehr viel Müll, viel Plastik — es ist ganz klar: wenn ich alleine leben würde, hätte ich VIEL weniger davon. Selbstgemachte Waschmittel sind z.B. so was.
      Naja, nu will ich halt mit meim Schnusel zusammenleben. Das heißt: das Naheliegende tun, selber so plastik- und müllfrei leben wie ich kann (und ich kann da noch so viel mehr… da hab ich eh gut zu tun) und, hehe, heilsam auf den Schnusel einwirken. Der eh im Vergleich superöko ist, sonst wären wir nicht zusammen.

      Jedenfalls: noch nie habe ich einen Hype so begrüßt, so geliebt wie den derzeitigen Öko-vegan-plastikfrei-müllfrei-fair-trade-selbermach-reduzier-Trend. Ich sehe Samen aufgehen und blühen, ja wuchern, die seit den 60ern gesäht wurden. Das ist auch kein Hype in dem Sinne, das ist die Zukunft. Also weiter, weiter, Schritt für Schritt.

      Hast du dazu was gepostet, zu den Waschmitteln?

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        1. Hast recht!

          Andererseits, immer mal wieder Werbung für sowas machen und die eigenen Erfahrungen teilen, das wirkt ansteckend.

          Zumindest wünsche ich mir das. 🙂

          edit:
          Außerdem hast du diese Videos zum einfachen Leben gepostet, die haben z.B. mich auch angsteckt und inspiriert. Reduzieren — all das.

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  1. Xylit verwende ich seit Jahren zur Zahnpflege, ähnlich wie du, also nach dem Essen bzw. Zähneputzen 1 TL im Mund auflösen lassen, 1 – 5 Min. Hatte hier mal was drüber geschrieben: Xylit zur Kariesprophylaxe.
    Hab übrigens kürzlich erst wo gelesen, am besten sollte man das Xylit nicht unbedingt zerbeißen (die scharfen Kristalle könnten den Zahnschmelz schädigen), sondern wirklich warten, bis es sich im Mund auflöst.
    Am liebsten hätte ich Xylit statt Zucker zum Backen und Kochen verwendet, aber verdauungstechnisch klappte das bei mir überhaupt nicht. Ist zwar nur ein Bruchteil der Menschen, die so drauf reagieren, aber hilft halt nix. Langsam einschleichen hab ich auch probiert, half alles nix. Also wird nur gespült. Hilft auch, damit gar nicht erst Zahnstein entsteht, so dass man sich die PZR in der Regel sparen kann.

    Was du zum Kokosöl schreibst nehme ich gerne als Anregung mit. War mir bisher so nicht bewusst.

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    1. Ah, das ist ein super Artikel von dir, den verlink ich oben noch, sehr praktisch! 🙂

      Ich hab mir neulich Xylit übern Quark gestreut, ich wollte nur wenig, aber es kam eine Lawine aus dem Glas. (Ich war faul. Ab jetzt nur noch mit Löffel…).
      War lecker, jaja, und hatte durchschlagende Wirkungen, die ich hier nicht weiter beschreiben möchte. 😛

      Naja, ich brauchs eh nicht mehr so süß. Zucker ess ich so gut wie keinen mehr. (Bis auf Ausnahmen, wenn wir z.B. meim Schnusel seine Leuts besuchen, und auch das möcht ich lieber lassen.)

      Freut mich jedenfalls, dass du mit Xylit schon so postive Erfahrung hast!

      Viel Freude mit dem Kokosöl! 🙂

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  2. Seit ich im Internet mal einen gelesen habe, wie er im Selbstversuch zu beweisen versuchte, dass Salzspülungen, Karies heilen, bin ich da misstrauisch. Und die Wirkung von Fluorid ist definitiv bewiesen; ich kenne viele jüngere Menschen, die keinen einzigen Kariesbefall jemals hatten. Kenn ich von meiner Generation nicht (fünfzig rum)-
    Kokosöl kann aber sicher nicht schaden.

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    1. Hm. Ich glaub ja auch nicht alles, was mir irnzwelche beseelten AlternativheilerInnen erzählen.
      Trotzdem… der Zusammenhang zwischen Zahnpflege mit Xylit und diesem Salzspüler, der scheint mir sehr lose.

      So wie sich mir das darstellt, ist weder die (zahn)heilsame Wirkung von Xylit noch von Kokosöl umstritten. Wer mag kanns ja auch zusätzlich zu den Pharma-Pasten verwenden.
      Mag auch sein, dass Fluorid klasse ist, hört man immer wieder. Ich mags halt nicht.
      Ich bin 47 und hab vergleichsweise ziemlich gute (wenn auch nicht wirklich strahlend weiße) Zähne, und das trotz lebenslangem sehr sparsamen Zahnpastagebrauchs. 🙂

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  3. naja, als Kaffee- und Rotweintrinkerin (und Exraucher) hab ich mit den Alternativen keine großen Erfolge erzielt, bzw. hatte ich den Eindruck, dass das eher schadet
    Zuviel putzen soll nicht gut sein, und man sollte länger warten nach dem Essen und Trinken von säurehaltigem, bis man sich die Zähne putzt. halbe bis ganze Stunde. (sagte die PZR)

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    1. So isses (warten), und Marion hat auch zu recht darauf hingewiesen, dass die kleinen harten Xylit-Kristalle den Zahnschmelz ankratzen können.

      UND letztendlich gibt es auch hier keine perfekte Pauschaltechnik für alle. Zahnschmelz und Mundflora (und Geneigtheit) sind individuell verschieden, und wir müssen selber gucken, was für uns funktioniert.

      Ich hab auch nicht vor, die Welt zu Kokosöl und Xylit zu bekehren, ich hab einfach was erzählt, das mich erfreut.

      🙂

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  4. Kokosöl benutze ich schon länger, da ich sehr trockene Haut habe, seither hab ich keine Probleme mehr mit meiner Haut. Damit die Zähne zu putzen ist mal was Neues, aber über die antibakterielle Wirkung hab ich auch schon gelesen, es macht also Sinn! Ich fürchte allerdings auch, dass meine Kinder die lieber essen würden:)))

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    1. Es ist auch gewöhnungsbedürftigt, sich mit was Fettem die Zähne zu putzen. Mir machts Spaß, und für die, die das Frischegefühl von Zahnpasta schätzen, wirds seltsam sein. (Immerhin kühlt Kokosöl beim Schmelzen ein bisschen…)

      Ich denke, die Kokosölalternative ist für Leute, die halt den herkömmlichen Kram nicht nehmen wollen. Der, wie gann ja auch kommentiert hat, nicht unbedingt schlecht und unwirksam ist. 🙂

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