Rechtfertigen

Das Thema ist mich neulich durch einen Beitrag hier angesprungen, und seit dem nervts mich. Durch meine zyklische Tagebuchstruktur (siehe ein Artikel vorher) sehe ich, dass ich selber all die Jahre durch das Gefühl hatte, mich rechtfertigen zu müssen. Ich schreibe ‚hatte‘, weil ich das Gefühl zur Zeit so gar nicht habe und drauf komme, dass es ein völlig krankes Konzept ist.

Das wusste ich natürlich vorher schon, intellektuell. Bloß hat das nichts daran geändert, dass ich trotzdem immer wieder das GEFÜHL hatte, mich rechtfertigen zu müssen. Und so hab ichs getan, natürlich ‚unbewusst‘.

Es ist bloß so:

Es gibt Dinge, die sind nicht zu rechtfertigen. Manches ist einfach schlicht scheiße, punkt.

Dann gibts Momente, da hab ich Mist gebaut. Da kann ich um Entschuldigung bitten, ich selber kann mich weder entschuldigen noch – absurd!- rechtfertigen. Wenn ich Mist gebaut hab, was gibts da zu rechtfertigen?
(Wahrscheinlich gibts Mist weguzuschaufeln, da sollte ich dann meine Zeit und Energie drauf fokussieren.)

Und dann gibts die vielen, vielen Momente, da hab ich getan, was ich für angemessen halte, und dann habe ich plötzlich das Gefühl, ich müsste das rechtfertigen. Vor wem? Warum?
Wozu?!?

Nee, issn krankes Konzept, rechtfertigen.

Wobei ~ Nachgedanke:

Diese Erkenntnis trifft mich nicht einfach so, sondern weil ich neuerdings, seit ich mich für die HP-Schule entschieden habe, mit der Welt im Reinen bin.
Ich muss z.B. nur noch einmal zum A-Amt. Aber wenn dann wieder von außen was käme, das mich (scheinbar) unter Druck setzte, wie schnell würd ich dann wieder ins Gefühl rutschen, ich müsse mich rechtfertigen?

Jetzt ist nicht die Zeit, darüber nachzudenken.
Ich wär ja bescheuert, wenn ich jetzt mit Absicht in den Rechtfertigungspfad einbiegen würde, da ich doch grad nicht drauf bin.
Jetzt wird hier das Gebiet erkundet.


(Wie schön, den Schneeflocken beim Durchfliegen dieses Bildchens zuzugucken, find ich.)

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7 Kommentare

  1. Das ist gut, dass du mit dir im Reinen bist.
    Ich habe permanent das Gefühl mich zu rechtfertigen… oder es tun zu müssen. Für meine Haltung, meine Weltsicht, mein Sein, mein Können oder Nicht-Können. Es gibt Momente, da fällt das von mir ab, doch sie bleiben nicht lang. Und ich weiß noch nicht mal vor WEM ich das tun muss oder warum. Das ist schon sehr schräg.

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    1. Ich kenn das ja auch fast nicht anders, und Schnusel hier auch nicht. Sitzt tief.
      Ich hab da so innere Zwerge (Anführer Überich), die wollen immer, dass ich so bin wie ‚man‘, und wenn ich das nicht bin, fordern sie Rechtfertigung (= Energie, Zeit und Aufmerksamkeit) als Wegezoll. 😛

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  2. da bist du du weiter als ich….ich hänge noch voll drin in diesem „Rechtfertigungs-Hamsterrad“.
    Wenigstens merke ich es immer öfter das es so ist und versuche es dann zu stoppen …ist wenigstens ein Anfang denke ich..wünsche dir noch viel Freude mit der HP-Ausbildung !

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    1. Danke! 🙂 Möge es so schön und leicht bleiben…

      Und was heißt ‚weiter‘. Ich bin grad in einem sehr angenehmen Zustand, in dem ich selten war. Und wie gesagt, hier seh ich mich jetzt sehr gut um, richte mich ein, damit ich den Weg wieder zurück finde. Denn es ~~ist~~ war für mich die ganze Zeit so wie du es beschreibst, und Soĺveig und Mondfeuer.

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  3. Hey,

    Ich merke das nur ganz selten dass ich es getan habe.
    Anders ist es, wenn Gedanken kreisen, dass ich das tun müßte.
    Dann frage ich meinen gesunden Egostate wie er das sieht und dann „reden wir“ darüber, dann legt sich das oft.
    Aber oft genug denke ich da nicht dran…siehe letzten Post -.-

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      1. Macht auch richtig Sinn.
        Ich hab deinen Post gestern als Anlass genommen vermehrt darauf zu achten, dass ich aufhöre mich zu rechtfertigen und stattdessen gucke, in welchen Momenten der zuschlägt, welcher Egostate da dran hängt und welche Motivation der hat so zu handeln 🙂

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