Lichtmess

 

Traditionell nach dem Kirchenkalender ist morgen Lichtmess. Die letzte Woche war sonnig und hell, und ich habe schon seit längerem das Gefühl, Lichtmess-Tide ist da.
Heute dagegen ist es ganz besonders düster, eklig und trübe.

Wann ist denn nun der ‚richtige‘ Termin?

Als wenn es einen ‚richtigen‘ Termin gäbe. Ich fahr dieses Jahr mal nicht nur nach Gefühl, sondern, da mein Gefährte auch mitmacht, habe ich einen Tag definiert, an dem wir feiern. Das wird nächste Woche sein, am Dienstag, 9. Februar, und zwar sehr früh morgens. Ich hoffe, dass mein Schnusel da mitmacht! (Dass es so früh sein soll, das weiß er noch gar nicht…)

Warum zu dem Termin?

Zu Lichtmess gehört nach meinem Gefühl der junge, zunehmende Mond im Wassermann und als Tageszeit der Morgen. Am Montag, dem 8. Februar ist Neumond im Wassermann, und am Dienstag, den 9. Februar gegen halb 10h wandert der Mond in die Fische. Also sollte das Ritual Dienstagmorgen vor halb 10 über die Bühne gegangen sein.
Dies Jahr, das ist der Plan, will ichs strukturiert und ‚korrekt‘ machen. Nicht, weil ich wirklich glaube, ‚korrekt‘ wäre wichtig (oder überhaupt möglich), sondern weil ichs mir so vorgenommen hab und erleben möchte, wie sich das anfühlt.

Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich habe die letzte Wintersonnenwende-Tide, die dunkelste Zeit im Jahresrad, die Winterzeit nicht erlebt. Gut, es wird auch jetzt noch früh dunkel und spät hell (obwohl schon eine Veränderung zu erkennen ist), aber Winter – ne. Ich hatte keinen Winter.

Und so ist auch das Thema für mich dies Jahr, da ich die 8 Feste des Jahresrads feiern will: Wie weit empfinde ich das überhaupt noch als stimmig? Die Jahreszeiten verschwimmen. Was ensteht wirklich aus der Resonanz meiner Wahrnehmung mit der Wirklichkeit?
Was ist nur leeres Reagieren in zivilisatorischer Trance, ausgelöst durch Warenangebot und Deko in den Geschäften?
Oder, auch wenn ich mich vom Konsumterror so frei mache, wie es mir möglich ist: Was ist nur mechanisches Abfeiern nach Rezepten aus Sprit-Maggie-Büchern und -Seminaren?

Das im Herzen habe ich darüber nachgedacht, was wir überhaupt machen wollen.

Ein Kesselritual vielleicht, so wie ichs in der HAGIA gelernt habe, runtergebrochen auf Vetchformat.. Einen großen Topf mit Yogitee oder so, und da Wünsche rein, und Brigid um Inspiration bitten fürs kommende Jahr und so-

Neee, irnzwie … nee. Das fühlt sich für mich lahm an, leer und einfallslos.

Also Kerzensegnen, wie immer halt. Das ist ne schöne Sache. Einen Kessel (also einen großen Topf), Wasser und vielleicht noch irnzwas rein, um Segen bitten, Brigid einladen, viele Kerzen benetzen, die geben dann Licht und Inspiration und Segen fürs ganze Jahr-

Neeee!

Immer diese Wunsch- und Vorratsrituale! Das ist typisch für mich, ich will immer alles aufheben für später.

Und grad zu Lichtmess, zu diesem flirrenden, chaotischen Inspirationsfest werd ich das diesmal nicht so machen.

Wir werden Musik machen. Schnusel, mein Gefährte, kann Saz spielen, oder Bass. Ich kann singen und klampfen, oder ich nehm die Trommel. Es muss nicht lang sein, wir werden wahrscheinlich vorher nicht üben (aus Zeitmangel), und wir werden das durchziehen zu Ehren der Göttin Brigid und zu unserem Vergnügen. Vorher werd ich räuchern, ich werd den Zirkel schließen (sehr unaufwändig) und nachher wieder lösen, und das ist genug.

Etwas MACHEN; nichts herstellen.

Und nen Kessel (großer Topf) werd ich doch auch dazu stellen, das passt gut, weil ich endlich mal wieder ordentlichen YogiTee gekauft habe, den losen, der aufgekocht wird und dann richtig gut schmeckt. Und ne Kerze werd ich auch segnen, nach dem Musikmachen. Nur eine! Eine Kleine.

Und in gewisser Weise ist das trotzdem etwas, das ins Jahr wirken kann, denn Schnusel und ich wollen seit wir uns kennen zusammen Musik machen, und wie’s so ist mit zwei schwer in die Gänge kommenden Steinböcken: Wir kennen uns jetzt seit fast 3 Jahren und wir haben genau einmal was zusammen gemacht.

Jetzt muss ich nur noch den Schnusel zum In-Den-Ferien-Früh-Aufstehen-Und-Ritual-Machen motivieren!

 

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11 Kommentare

  1. Schön geschrieben ! Danke.. nichts herstellen sondern machen… ach ja.. all die Anleitungen..auch Konsumterror.. danach ausrichten.. abhaken… auch nicht meins… immer das Rad neu erfinden.. ist aber auch nicht meins..tse.. dann bleib ich beim Einfachen.. und mache am Ende doch das, was mir am besten zusagt. Räuchern.. Kerzen..begrüssen.. vielleicht noch Glöckchen läutern.. die von mir lange Jahre sehr gern gelesene Luisa Francia streut Mehlkreise.. sie sehen schön aus… aber Lebensmittel ? dafür ? Sand würde gehen.. aber das ist auch nicht so meins..
    “ Ein Leher schreibt ein Wort an die Tafel : “ Magie“… was ist das fragt er die Schulklasse..
    “ das tut man in die Suppe“ antwortet eine Schülerin.. 🙂
    Yesss… ab in den Kessel….

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  2. Haha, Magie in die Suppe, das gefällt mir! Sehr! Danke ❤

    Nee, Mehl find ich auch nicht angemessen. Ist halt schön weiß… Schnee wäre angemessen, wenn denn welcher da wär.

    Räuchern und Kerzensegnen sind wundervoll (und werd ich ja auch machen nur eine gaaanz kleine Kerze, sonst wars doch nicht richtig Lichtmess 😛 ); auch das Kesselritual zur Inspiration ist wundervoll ~ bloß, für mich wärs einfach stur wiederholen, was ich früher gemacht habe. Und ich wollte was Kreatives, und nu hab ich hier’n Musiker im Haus, also werden wir bisske Krach machen. Brigid ist ja auch die Göttin der Schmiedekunst, „Heavy Metal“ hat Susanne das in einer ihre Astrovorschauen genannt. Mein Schnusel liebt Metal, ich mags auch, passt doch. Und er macht auch früh morgens mit, hat er gesagt, yöh.

    Und Magie in die Suppe, ab jetzt IMMER!

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  3. Ich frage mich auch schon länger was ich machen will und bin da noch uneins.
    Das einzige dass ich weiß, ist dass ich die zwei wirklich großen Kerzen für den Altar segnen werde. Das sind so riesen Stumpenkerzen. Eine für Hekate, eine für den Hexenvater.
    Der Rest………pft……..da steht noch nix im Kopf. Hab auch über den Zeitpunkt nachgedacht und handhabe das ähnlich wie du auch, hab ich ja zuletzt auch mal drüber gebloggt.
    Ich denke ich werde nächsten Montag was machen.
    Montags ist eh Magie Abend. Also Verbündete mit Opfern versorgen und machen und tun und so. Vielleicht alles ein bischen mehr oder intensiver oder so.
    Eigentlich wollt ich heut schon was machen, bis mir einfiel, dass der Mond abnimmt und das Wetter sehr unimbolcig ist.
    Musik würde ich gerne können, aber außer Rahmentrommel kann ich nichts.
    Hätte gerne ein leises Instrument, mit welchem man auch gut reisen kann, was ich auch in der Wohnung spielen kann, wenn die Kinners schlafen ohne meine Vermieterin aus´m Bett zu musizieren.
    Ansonsten muß ich sagen, dass es toll klingt was du und dein Schnusel so machen wollt 🙂

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    1. Na, obs toll wird, da bin ich selber sehr gespannt 🙂

      Als leises Instrument wär vielleicht so ein Zimbel-Becken brauchbar. Ich mach einen Post dazu — falls ich es schaffe, eine einigermaßen gute Aufnahme damit herzustellen.

      Ach, große, langhaltende Altarkerzen, das wär was! Geht hier nicht, wg. der Katzen. Ich nehm nur noch Teelichter in Gläsern. Da hätt ich viel zu segnen, wenn das fürs ganze Jahr- wobei…
      Ich guck mal, dass ich mir noch ne Schachtel mit diesen schöne hüllenlose langbrennenden Teelichtern im Ökoladen kaufe. Die kann ich ja immer zu den Festen hernehmen.

      Ja, Kerzensegnen soll schon sein.

      Heh, ich finds fein, wie wir uns hier gegenseitig einstimmen. Möge das übers Jahr weiter so gehen, ich bin wirklich gespannt. Sehr hilfreich, damit ichs auch wirklich mache ist, dass ichs hier ‚offziell‘ angekündigt habe. 🙂

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      1. Ohh, schöner Tip
        Ich wusste bis eben gar nicht, wie das heißt (ich habs afrikanische Fingerharfe genannt 😛 )
        In der HAGIA hatten wir eine, bisschen kaputt und trotzdem wundervoll. Habenwill! Morgen geh ich in den Weltladen, vielleicht haben die eine.

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    1. Dann wünsch ich dir viel Segen, Schutz, eine schöne Feier, und dass sich die Dinge heilsam fügen und wandeln. 🙂

      Ich hab schon von mehreren Astrologinnen gehört, 2016 werde ein Jahr voller Abenteuer.

      Es wird auch viel Lügen und Heulen und Zähneklappern geben, fürchte ich, und genau deswegen ist es gut, wenn wir – hm – dahin tanzen/getrieben werden, wo wir wirken können.

      Puh, wenn ichs in Worte fassen könnt….

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  4. ich habe bisher mit Imbolc wenig anfangen können und es nur selten gefeiert aber dieses Jahr bin ich auch eine, für mich passende Bedeutung gekommen, Imbolic ist die Zeit in der das Julversprechen das das Licht wieder kehrt, tatsächlich sicht- und merkbar wird, die Tage werden wieder deutlich länger. Das passiert immer, egal wie das Wetter ist;-)

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