Vertrauen bedeutet für mein Leben…

Puh. Komme grad vom heutigen Wörkschop zurück. Thema waren die humanistischen Therapiemethoden, die wir in drei Unterrichtseinheiten durchgenommen hatten. Gestalttherapie, Bioenergetik und zuletzt Logotherapie und Existenzanalyse.

Heute haben wir eine Eingangsübung gemacht. Entspannung, Visualisieren, mit einem Begriff zurückkommen. -> Mit einen Phänomen. Meins war „Vertrauen“.

Dann haben wirs in einer Partnerübung besprochen, dann haben wirs in einer Partnerübung modelliert: eine Körperhaltung finden, die sich zum Phänomen passend anfühlt.

So üben wir mit dem Verstand und mit dem Empfinden (Köper), dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Dann haben wirs gemalt. Dann wurden die Bilder aufgehängt, mit einem Din A 4 Blatt darunter, auf das die anderen möglichst mit nur einem Wort schreiben sollten, was das Bild in ihnen auslöst.

Und dann sollten wir eine Geschichte schreiben mit der Überschrift [Mein Phänomen] bedeutet für mein Leben…, in der alle Begriffe, die die andern zu unserem Bild geschrieben hatten, vorkommen sollten.

Ich hatte im Verlauf dieses Workshops reichlich Gelegenheit, Vertrauen zu üben. Es gab ein paar Fügungen, wegen derer ich normalerweise schrecklich gehadert hätte. Nu will ich ja gar nicht normal sein, sondern heil, also habe ich geübt, mich vertrauensvoll der Herausforderung zu stellen und davon auszugehen, dass mir das Universum und seine BewohnerInnen nicht feindlich gesonnen sind… Ich habe auch Vertrauen geübt, als ich das Bild gemalt hab. Dass ich genug Zeit habe, fertig zu malen. Und das es nicht schön oder gut sein muss. Ich wollte, dass es vollständig ist, und fertig, und das wars.

Das Schreiben der Geschichte – bei mir eher eine Art Gedicht – entlang der Begriffe, die ich dann auf meinem Blatt fand, das war TOLL. Ein Puzzle zusammensetzen. Die Begriffe waren:

Fröhliches Dorf ~ Paradies ~ kindliche Freude / Kindheit erleben! ~ Fröhlich in der Natur leben ~ zu Hause ~ Leben in vollen Zügen ~ Märchenland ~ Kindheitsphantasie ~ schillerndes Leben ~ pralles Leben ~ Familie ~ bunt ~ Farbe ~ Träume ~ Idylle ~ Wohnmöglichkeit.

Ich glaub, ich habe doch paar Begriffe ausgelassen… Sie haben mich ausnahmslos alle berührt, und ich könnte wirklich oh tief und viel dazu schreiben. Dazu war die Zeit nicht. Hier das, was ausgelöst durch den ganzen Input dieser Tage und durch die Begriffe zum geschriebenen Text wurde.

 
Vertrauen bedeutet für mein Leben…

aus meinem inneren Märchenland
heraus aus dem verlorenen Paradies
das ich nur ahnen konnte.

In warmer Sonne, Gräserduft und Staub der Straße –
das zieht mich heraus aus der Kindheitsphantasie
dieses Sehen
hinein ins pralle Leben
ins schillernde Leben
ins Leben

in die Wirklichkeit

Keine Idylle – Idyllen sind schal und leer
meine Träume lassen mich erschöpft zurück
ich seh keine Wohnmöglichkeit für sie in der Realität

So verlasse ich die Familie
ich will Farben, ich will es bunt in der Welt
und fröhlich in der Natur zu leben
war mir nie gegeben
in den grauen Städten,
die bis zum Horzont reichen.

Das sind Realitäten.
NICHT die Wirklichkeit.

Kein fröhliches Dorf
nicht zuhause
nirgendwo

lebe ich doch in vollen Zügen
an den Rändern
wo es funkelt
wo die Wirklichkeit dräut und lockt

dort will ich sein

lebendige Heimat
nicht ortsgebunden
nur ans Hier
im Jetzt

SEIN

Vertrauen, dass ich finde
dass ich habe und bin:
lebendige Heimat
und so viel mehr
als ich mir hier&jetzt
vorstellen kann.

 

 
Jo, zu mehr bin ich hier&jetzt nicht imstande. Ich werde mehr zu Logotherapie schreiben. Zur passenden Zeit.

Das war schöner Unterricht, voller Wunder. Danke!

 

 

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8 Kommentare

      1. Ich hab natürlich mit Bedacht nur von mir erzählt. Was in der Gruppe geschieht bleibt in der Gruppe. Paar Phänomene der anderen kann ich trotzdem weitersagen, denk ich. Liebe, Geduld, Mut, Unruhe, Freiheit waren dabei.

        Vertrauen als Thema in der Gruppe: ist doch ne perfekte Übungsmöglichkeit. Egal was geschieht, ich vertraue mir, dass ich damit zurecht komme. Zum Beispiel.

        Gefällt 1 Person

    1. Beim Lesen hab ich gedacht, da hast du sehr oft etwas Wesentliches in Worte gefasst, dass ich auch mit meinem Bild ausdücken will.
      Ein Eingebettet sein in eine Gemeinschaft, vernetzt sein.

      Dieses Gefühl, dieses Wissen ist mein Ziel. Ich will nicht in diesem Dörfli da am Meer leben, ich will dieses GEFÜHL der Sicherheit und Geborgenheit. Hier und Jetzt.

      Wo das Schiff hinsegelt, wer weiß… 🙂

      Gefällt 1 Person

  1. Das hört sich wirklich nach einer tollen Erfahrung an. Wie schön es ist, wenn das, was man kreiert, einfach da sein darf und Inhalt hat. Dein Bild finde ich übrigens sehr schön, auch wenn es beim Malen nicht darauf ankommt, dass das Bild „schön“ werden muss. Das Innere nach außen bringen, einzig und allein um diesen Prozess geht es… durch Malen, durch Schreiben – wie auch immer! Und da sieht man wieder, das dies die wahren Dinge sind, die einen voranschreiten lassen und eben nicht dieses gesellschaftliche Ding von „besser, höher, stärker“. Der Inhalt deines Workshops hört sich also ziemlich gut an. Ich wünsche dir auf deinem weiteren Weg noch alles Gute und viel Vertrauen 😉
    Hexesofia

    Gefällt 1 Person

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