aufbrechen

Wow, keiner meiner Artikel hat je so viele „gefällt mir“s bekommen, wie der zum Besten Eis der Welt.
Drum gibts jetzt nur noch Rezepte auf diesem Blog.

Ja genau.

Eigentlich wär der nächste Mondpost fällig — dazu ist morgen auch noch knapp Zeit, es hat sich grad was dazwischen geschoben.

Heute war ich bei einer HPΨ-Mitschülerin zum Singen. Das haben wir vor den Ferien beschlossen und uns jetzt zweimal bereits getroffen. Darum haben ich seit ewig langer Zeit mal wieder in den Liederzetteln gekramt und die Gitarre zur Hand genommen. Und gesungen. Auch eben noch, und da hab ich die Kladde mit meinen eigenen Liedern hergenommen – da ist so ein liebes nettes Spätsommerkinderlied drin, und dann fand ich ein Lied, das ich 2002 geschrieben hab, so stehts drüber. Seltsamer Text – naja, ich weiß natürlich, was ich damit meine. Keine Ahnung, ob es anderen auch so geht.

Jedenfalls, ich hab das Lied jetzt zweimal gesungen und dabei zweimal zu weinen angefangen. Das gute Weinen, Schmerz und Sehnen und an die Quelle kommen. Weil ich also das Lied zur Zeit nicht sauber singen kann, weil ich dabei weine – und weil ich mich sowieso erst paar Tage einsingen muss – gibts (noch) keine Audioaufnahme von dem Lied, aber ich habe Hier&Jetzt das Bedürfnis, den Text zu posten. Halt so.
Jo.
Here goes.

 

Wenn ich mit dir in einer Kapsel wär
um uns das tiefe All
und die Wärme und die Luft
gingen uns langsam flöten
Ich frag mich, wer uns dann retten würd
und wohin ichs gerne hätte
Dass die Flucht nämlich vorbei ist
dass die Flucht in Reise übergeht.

Ich hab im Fernsehn diesen Film gesehn
übers Dreieck von Atlantis
da blinken die Inseln aus dem Meer
wie Sterne aus dem Raum
So leuchtete vor Jahren
aus der Glotze mal ne coole Rumreklame
und Afri-Cola fand ich schon als kleines Mädchen toll.
 
naja
 
Dieses Kind ist in der Stadt geborn
diese Jungfrau war an vielen Stätten
im Sinnen und im Sehnen und im Leib
allein
noch immer inner Kapsel
wie ein Samen unterwegs
will ich aufbrechen
aufbrechen
und mich säen!
 
So viel Kids wern in die Welt geborn
so viel Seelen suchen ihre Stätte
im Sinnen und im Sehnen und im Leib
allein
in unsren Kapseln
so wie Samen unterwegs
wolln wir aufbrechen
aufbrechen
und uns sehn.
 

 

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5 Kommentare

  1. da kommt was trauriges bei mir an, aus deinem text. die sehnsucht nach dem hier_ankommen und sich leben.

    das mit dem eis… es ist ein leichter text und leckerer text, zwischen all dem schweren, tut das, glaube ich allen mal ganz gut. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Der Eistext hat, vermute ich, durch die „Rezept“ und „vegan“ tags Leute erreicht, die hier sonst nicht mitlesen. Drum die vielen Klicks. Mir gefällt er ja auch, vor allem das Eis!

      Ja, der Text hat – wie ich gestern gemerkt habe – für mich gradezu was Dramatisches. Aufbrechen, ankommen, befreien, öffnen, vernetzen – aus den Kapseln raus.
      Ja, da ist noch was im Gange bei mir, wobei ich auch sehr glücklich bin, wenn ich mich umguck, wo ich hingekommen bin – und doch noch so viel zu tun. Wie passend und hilfreich und heilsam dazu dein Beitrag zum „Heilen und Sterben“.
      Da fällt mir grad noch ein Bibelzitat ein, das ich bei Richard Rohr gehlrt habe: „Truly, truly, I tell you, unless a kernel of wheat falls to the ground and dies, it remains only a seed; but if it dies, it bears much fruit.“ Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur ein Korn, aber wenn es stirbt, trägt es viele Früchte.

      Das ist was für nen Beitrag, wenn ich meinen nächsten Predigerinnenanfall hab. 🙂

      Gefällt 1 Person

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