Wut

Ich hatte am Samstag einen Wutausbruch.
Ich will nicht ins Detail gehen, es betrifft zwei Leute und unseren Lebensraum. Wir hatten vor ca. zwei Wochen ein freundliches und – dachten wir – klärendes Gespräch mit denen über Dinge, die nicht so weiter laufen können, wie sie seit viel zu langer Zeit liefen.
Sie liefen so nicht nur, weil die Leuts sich unangemessen verhalten haben, sondern auch, weil erst der Gefährte und dann auch ich uns das haben lächelnd gefallen lassen.

Beim Gespräch habe ich erklärt, was so nicht mehr geht und was ich nicht mehr möchte, und was ich unbedingt möchte – nämlich ein freundliches Verhältnis auf Augenhöhe. Und nicht mehr lächeln und immer nett sein, wenn es nicht angemessen ist.

Das Gespräch verlief gut, ich dachte, es wäre alles offen gelegt, klar und verstanden. Wir hatten ein erleichtertes Gefühl nach diesem Gespräch. Dass Merkur zu der Zeit immer noch rückläufig war – mei, bin ich abergläubisch?!? Ah bah!

Dann geschah dies und das, und zwar genau so, wie vor dem Gespräch. Nur mit mehr Hektik und Stress für alle beim Versuchen, Wünsche von uns zu erfüllen, die wir gar nicht geäußert hatten.
Merkur ist seit Donnerstag, den 22. 9. wieder direktläufig, Freitag geschah wieder was, und Samstagmorgen wachte ich früh auf. Ich wollte sofort wieder einschlafen. Sattdessen sickerten mir all die Dinge, die gelaufen sind, ins Bewusstsein. Und ich spürte, wie in meinem Leib eine Wut erst nur funkte und dann zu einem schönen dicken Feuer wurde. Kein schwelender Ärger, keine ängstliche Aggression, sondern eine dicke fette Wut.

Jo, und die hat sich dann an der Stelle entladen, wo sie hingehört.

Und jetzt ist jemand sehr entsetzt und verschreckt.

Ich war bis gestern noch ganz im Reinen mit all dem. Ich habe RECHT, ich war nicht beleidigend, persönlich oder sonstwie fies. Ich war einfach nur wütend darüber, wie Sachen gelaufen sind. Ich bin allerdings, wenn ich so wütend bin, sehr intensiv.

Jo, und ich habe, nachdem sich das jetzt zwei Tage gesetzt hat, begriffen, dass die Personen, bei der sich meine Wut entladen hat, überhaupt nicht verstanden haben, warum ich so wütend geworden bin. Die haben auch beim ‚klärenden Gespräch‘ nicht wirklich begriffen, was unser Anliegen ist.
Und ich bin im Reinen damit, dass es nun mal so zu sein scheint, dass mit Erklären nichts gewonnen ist. Das ist wie bei Kindern, die müssen auch nicht alles verstehen. Die können (noch) nicht alles verstehen, die müssen manchmal nur erkennen, wo die Grenze ist und sich daran halten.
So gesehen war meine Wut heilsam.

Und doch bin ich heute traurig. Es tut mir leid, dass ich so intensiv geworden bin. Das ist meine eigene ‚Schuld‘ – weil ich so lange nichts gemerkt habe, kam die Erkenntnis so krass und die Wut wurde so stark.

Und ich bin traurig, weil ich auch ENDLICH ent-täuscht wurde: Ich habe diese beiden Leute maßlos überschätzt. Das ist meine eigene ‚Schuld‘, das ist ein Muster meines Lebens, das ich auflösen muss, damit ich weiter komme: Ich muss aufhören, Leute zu überschätzen, über mich zu stellen, ihnen zu unterstellen, dass sie – tschuldigung, dass das so arrogant wirkt – dass sie das intellektuelle und emotionale Niveau haben, auf dem ich versuche, mich mit ihnen auszutauschen.

Ich würde gerne um Entschuldigung bitten… und wenn ich das täte und bei der Wahrheit bleibe, dann käme das grad so raus: „Es tut mir leid, dass ich euch all die Zeit so überschätzt habe. Ich habe jetzt erkannt, dass ihr beide überfordert seid und nicht versteht, was wir von euch erwarten. Ich bitte euch um Entschuldigung, dass ich vorausgesetzt habe, dass wir auf Augenhöhe miteinander sind. Ach, das habe ich ja nicht mal! Ich habe euch beide über mich gestellt, und stattdessen muss man euch nehmen wie Kinder.“

Das wirkt nicht wie eine Bitte und Entschuldigung, sondern wie eine Beleidigung.

Naja. Es hat mir jetzt gut getan, das hinzuschreiben, und ich lasse es weiter sacken. Ich bin voller Vertrauen, dass wir einen angemessenen Umgang miteinander finden werden. Merkur ist ja noch bis 6. Oktober in der Schattenarena. Neue Muster entstehen erst.

Oh, und wie! So wie’s lief läuft es jedenfalls nicht mehr.

 

 

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17 Kommentare

  1. dass sie das intellektuelle und emotionale Niveau haben, auf dem ich versuche, mich mit ihnen auszutauschen<<<

    Das muss ich leider auch lernen. Es gibt einfach Menschen, mit denen kannst du auch nicht offen kommunizieren. Die verstehen das nicht oder sortieren es dann gleich falsch ein. :-/ Das ist sehr schade aber leider unausweichlich, wie mir scheint.

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    1. Oh, offen find ich SEHR wichtig, da geh ich nicht von ab. Nur – wie sag ichs, und – offen heißt ja nicht, dass ich denen alles sage. Vordem habe ich alles begründet, meine Befindlichkeit erklärt, ihr Verständnis erwartet, Sympathie gar.
      Jetzt sag ich nur noch: Pass auf, so kanns laufen, und so NICHT, PUNKT.
      Ob sie’s verstehen oder gar gut finden ist mir egal. Ich sag immer noch ganz offen, was ich will oder nicht. Achwas, das ist viel offener als vorher, vorher habe ich meinen Ärger ja immer kaschiert. Echt, das muss ich mir abgewöhnen. Schluss mit Wurst!

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      1. Befindlichkeiten auf der emotionalen Ebene zu erklären ist oft gar keine gute Idee, hab ich gelernt. Also auf Empathie zu hoffen. Das habe ich schnell gelernt. Im besten Fallen denken sie, du bist ein jammerndes Mimöschen, ne Lusche. Im schlechtesten ignorieren sie dich. Manche Menschen sind auch total immun gegen Ich-Botschaften. Die verstehen diese Art der Kommunikation nicht.

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        1. Absolut richtig. Ich muss das endlich raffen. Ich bin ewig lang lieb und nett und vorsichtig, und wenn mir dann irnzwann aus der Mitte ENDLICH die Wut kommt, dann wissen die Leute gar nicht, wie ihnen geschieht.
          Das passiert eh sehr selten, die meisten Leute haben mich mein Leben lang für ne doofe Wurst gehalten. Ja, ich muss üben, nach wie vor.

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  2. Was ich beim Lesen dachte, ist: Wir können nie wissen, wie die andern in ein Gespräch reingekommen sind, was vorher war und wo sie gerade stehen(ich finde diesen Spruch so uuuaaah sozialpädagogisch, aber da ist was dran. „wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, grins. ) und ich merke bei mir immer, das die anderen gar nicht das hören was ich sage. Oder was ich meine. Und auch umgekehrt, gerade wenn völlig überforderte Angehörige von Patienten kommen, und rummosern und rummotzen,… ich kann mich aufregen, aber ich kann auch gucken: Wie weit sind die? Was könnte in ihren Köpfen lossein? Leider klappt es bei mir auch nicht oft, gerade im Privaten, das Dinge klar formuliert sind von mir und der andere das versteht und wir dann was ändern gemeinnsam.Es ist ein Glücksfall!!! wenn wir auf Menschen treffen, wo das passt! Grüsse Kat.

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    1. Ohja…
      Und natürlich habt ihr hier nur – und das auch nur in Andeutungen – meine Version der Angelegenheit. Die andere „Partei“ würde eine völlig andere Geschichte erzählen, ziemlich sicher ohne jede Überschneidung zu meiner. Völlig anderer Film. Und die Wirklichkeit ist dann noch mal ne andere Geschichte…
      Es geht ja nicht drum, wer RECHT hat-

      Wobei ich natürlich recht hab.
      Ich sag seit Jahren allen, dass dereinst auf meinen Grabstein soll: ICH HATTE RECHT!
      hehe

      Eya… hust genau, es geht darum, was du geschrieben hast, der Spruch ist überaus hilfreich, und er ist mir nicht nur im Sozialpädagogischen begegnet, sondern auch bei Sufis: Die Menschen da abholen, wo sie stehen.
      Allerdings – das ist vor allem notwendig, wenn jemand sich an mich wendet, um heiler zu werden. Hier will ICH was von denen, und ich wandel den Spruch mal so ab:
      So zu den Leuten sprechen, dass sie verstehen, was ich will und es ernst nehmen, ohne, dass ich sie dabei provoziere und verschrecke.

      ich übe…

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  3. eine sehr selbst-ehrliche, authentische, schmerzhafte auseinandersetzung die du da durchlebst.

    ich bin auch oft unsicher, wieviel wahrheit jemand und ich vertrage auszusprechen (zu deiner entschuldigung) und komme oft zu dem ergebnis, dass das verhalten zählt, aus dem heraus die wahrheit spricht und mehr gar nicht gesagt werden muss.

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    1. Du hast recht! Dinge sind auch wahr, wenn sie nicht ausgesprochen sind (schwer zu glauben für mich… 😛 ) – und ich habe auch schon oft erlebt, dass allein ein Erkennen und dann Verändern meiner inneren Haltung dazu geführt haben, dass ich gar nichts mehr sagen musste.

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  4. Hallo Vetch,
    jetzt bin ich auch endlich mal auf deinen Blog gestoßen.
    Hui, und ich kenne das auch ganz gut. Ich glaube bei mir ist es so,
    dass ich immer denke, annehme andere Leute sind wie ich und ich denke dann auch,
    sie nehmen auf meine Art wahr und es liegt doch ganz klar auf der Hand, dass dies so und so ist. Sehr mutig finde ich dein Ansprechen und ich kann auch sehr gut verstehen dass du deine Wut gezeigt hast. Ich hatte letztes Jahr mit meinen Nachbarn etwas ähnliches.
    Wobei ich vorher nicht das klärende Gespräch gesucht habe. Sie haben mitten in der Nacht völlig dösig viel Lärm gemacht, Fenster klopfend repariert, Autoradio und Motor laufen lassen, etc. und ich war gerade mal wieder sehr in einer Nur-Schwer-Schlaf-Phase. Am Tag hatten meine anderen Nachbarn mich dann auch schon sehr gereizt mit ihrem neuen Hund.
    Und dann bin ich ziemlich laut und deutlich geworden mit einem schneidenden Tonfall.
    Und es wirkte, es wurde still 😉 , aber ich fühlte mich danach lange noch wie ein ganz schlimmes Monster 😉 . Hab meinen Vater in mir gleich entdeckt…. Ich habe das tatsächlich so stehen gelassen, denn unser Kontakt ist eh nicht so gut. Auf jeden Fall hab ich dadurch und durch andere Begegnungen gelernt, dass die Leute manchmal eine klare Ansprache brauchen und dass ich auch mit meinem Verhalten nicht zu freundlich sein sollte, denn das wird so oft ausgenutzt oder mißverstanden. Aber ich wünsch mir, dass ich es vielleicht doch auch noch mal zu einer gemäßigten Art schaffe meine Grenzen klar zu machen.

    Über Merkur rückläufig hab ich auch viel gelesen. Ich hab jetzt das zweite Jahr Saturn in meinem Sonnenzeichen und da spür ich echt eine Menge. Vieles ist schwer geworden, aber ich habe auch mehr Ausdauer und Kraft neues in die Wege zu leiten in meinem Leben.
    Astrologie finde ich in Maßen sehr spannend.
    Herzlichst
    Sternchen

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    1. Na, dann willkommen auf meinem Blog! Freut mich, hab ja auch schon oft deine Kommentare gelesen.

      Mit Die Dinge Offen Ansprechen, und wenn es sein muss deutlich – damit hab ich nur gute Erfahrungen gemacht. Und ja, anfangs hab ich mich auch wie ein spießiges, nörgelndes Monster gefühlt. Was ein BLÖDsinn. Jemand benimmt sich empathielos und unsozial, und ICH fühl mich mies, wenn ich das anspreche, um es abzustellen? I think not!
      Schlimmstenfalls (so entwickelt es sich zur Zeit hier) platzen Illusionen und ich weiß, woran ich bin.

      Astrologie ~ in Maßen sehr spannend trifft es gut. Mir machts oft Spaß, ich fands schon sehr oft heilsam und nützlich, und dann denke ich auch monatelang gar nicht dran.
      Ah, Saturn. Strukturen. Steht mir noch bevor, bei mir wirkt schon lange Pluto im Sonnenzeichen. Auch nicht ohne…

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  5. Danke fürs Willkommen 🙂 .
    Äh, Pluto im Sonnenzeichen, ich glaub da brauchst du dann vor Saturn keine Angst mehr zu haben. 😉 .
    Da dein Sonnenzeichen genau vor meinem liegt, habe ich eben festgestellt,
    dass Pluto bei mir bis 2008 im Sonnenzeichen stand. Das war mir gar nicht klar. Und ja, wenn ich überlege, danach wurde vieles immer besser (endlich), in meinem Leben hat sich da so allerhand positiv entwickelt. Und ich hatte das immer nur auf den Abschied von meiner Mutter geschoben.
    Allerdings hab ich auch in gewisser Weise die Bodenhaftung verloren, und die schenkt mir jetzt das Saturn-Transit irgendwie, vieles überprüfen und Verantwortung übernehmen für mein Leben (bringt sooo viel Spaß 😉 , aber ist noch aushaltbar),
    so würde ich es ja mal kurz auf einen Nenner bringen. Und er bleibt ja nur 3 Jahre in einem Zeichen.

    Aber ist bei mir ähnlich wie du schreibst: Mal ist es für mich ein guter Spiegel und dann läuft es auch so, ob mit oder ohne Sterne….Ich finde den Satz : „Die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht. “ sehr angenehm.

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      1. Jupiter fühlt sich i.d.R. wundervoll an. Es wird immer gewarnt vor Zu Viel und Selbstüberschätzung – ich denk, diese fröhliche, joviale, selbstbewusste, selbstmögende, goldene, ausdehnendevolle Energie wird dir gut tun! 🙂
        Hier ist noch was dazu.
        „Wenn Jupiter agiert, macht er ganz und heil, er bringt Verstehen, Weisheit, aber auch Aufschwung, er entwickelt die Dinge, beschleunigt (dynamisiert) sie – im Guten wie im Bösen.“
        http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Jupiter#Deutung

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        1. Das klingt toll. 🙂 Ein bisschen zuviel und drüber, täte mir wirklich ganz gut. Ich glaube, ich spüre sie schon, die Jupiter-Energie. Yieha! 😀
          Und da mein Zeichen die Waage ist, wird es wohl um die Waagethemen gehen und um Beziehungen, nehme ich an? Das Jahr kann kommen.
          Danke dir! ❤

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          1. ↑ Das ist natürlich nur sehr oberflächlich was zur allgemeinen Grundstimmung von Jupiter.
            Und Waagethemen sind, klar Beziehungen, und vor allem Balance. In dir selber. Was logischerweise zusammenhängt, denn wenn wir innerlich ausgeglichen sind und in Harmonie, können wir im Außen Beziehungen eingehen.

            Alte Weisheit der Binsen. X)

            Alles Gute, ich wünsch dir wunderbares Baden und dich durchdringen lassen von und wirken und wachsen mit orange-goldener, warmer Jupiterenergie! Mut, Zuversicht, Kraft! ❤

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