20. Mai ~ Dankesammlung

Puh, gestern war ich viel zu spät im Bett. Bzw. heute; das war nicht mehr gestern, als ich ins Bett ging.
Weil ich wusste, dass ich sehr schwer aus dem Bett kommen würde, habe ich meinen Wecker nicht gestellt. Ich war außerdem sicher, dass es heute in Strömen regenen würde und ich deswegen nicht mit dem Rad zur HPΨ Schule fahren kann, und ich wollte keine Fahrkarte für die Bahn kaufen. Manchmal bin ich geizig sparsam. Also, zu wenig Schlaf, zu viel Fahrgeld: Ich schwänze heute Schule, hab ich beschlossen.

Dann bin ich gegen 6h aufgewacht. Es war hell, keine Spur von Regen. Und ich merkte, dass mir die Vorstellung, Schule zu schwänzen, nicht das erwartete gute Gefühl von Freiheit und Freude verursachte, sondern mich deprimierte. 

Also hab ich den Wecker doch noch gestellt (Schule fängt Samstags erst um 10h an), habe noch bisschen geschlafen und bin dann brav zur Schule geradelt.

Dafür bin ich dankbar. Was ich mir vornehme, muss ich tun. Nicht, weil ‚es sich so gehört‘, sondern weil ich sonst meinen Selbst-Vertrauen Schaden zufüge (was ich mir versprochen habe, will ich halten!) und mich dann das Hadern und das schlechte Gewissen richtig viel Kraft kosten. Ich bin also dankbar und froh, dass es heute nicht regnet, dass ich heute Morgen wach geworden bin und dass ich doch noch den Wecker gestellt habe. Da habe ich die Gute Art von Disziplin geübt.
Die habe ich auch neulich (16. Mai) geübt, als ich den Unterricht verlassen habe. Als ich merkte, dass mir das In-Der-Schule-Hocken da überhaupt nicht guttut und mich nicht weiterbringt. Trotzdem war ich erst mal hingefahren, und habe mich dadurch erst in die Lage gebracht, ehrlich zu entscheiden, ob ich dableiben will.

Mir gefällt diese Balance, diszipliniert zu tun, was mir guttut. Das ist nicht immer der bequemste Weg. Heute bin ich den ganzen Tag schon übernächtigt, matschig und bisschen schlecht gelaubt, weil ich so müde bin. Und trotzdem bin ich im Reinen mit mir. Das kann ich auch schlechtgelaunt sein, wie ich feststelle. Das sind wichtige, heilsame Erkenntnisse. Danke! ❤

Der Unterricht selbst war gut. Wir haben was Systemisches gemacht, „Skulptur“ in dem Sinne, dass wir zu einem Thema mit den TeilnehmerInnen aufstellen und dann so lange modellieren konnten, bis das Ergebnis sich für uns wirklich gut anfühlte. Kein Deuten, kein Interpretieren, nur Machen und Reinfühlen.

Für die verkopfte Vetch eine Herausforderung, und ich bin auch noch nicht ganz zufrieden mit mir.

Ich hatte ein fettes Thema gewählt, ein Thema, das mich immer wieder auf Trab hält: Narzissmus. Bei meinem Besuch in München hatte ich wieder ein Erlebnis damit, im nahen Familienkreis. Dazu passend sah ich neulich ein Video von Teal Swan zum Thema Dämonen. So sehe ich Narzissmus: als Besetzung durch einen Dämon. Und Teal Swan schlägt eine für mich neue Art der Bewältigung vor.

Puh, ich bin jetzt zu müde, das zu erklären. Wer Englisch kann und Interesse hat, sehe sich das Video an.

Jedenfalls, ich habe ganz bescheiden bloß mich, meinen eigenen Narzissmus, die Große Dämonische Narzissmus-Feld-Entität und, hust, die Göttliche Quelle aufgestellt und damit rummodelliert. Ich wollte immer wieder aufhören, weil ich fand, es reicht, fühlt sich gut an, danke, der Nächste bitte! Doch die Anleiterin ließ nicht locker, bis mein Narzissmus und das Große Narzisstische Feld ganz verschwunden und die Göttliche Quelle und ich verbunden waren.

Was hat das jetzt gebracht?

→ Ich habe gemerkt, dass ich mir nicht zugestanden/zugetraut habe, diese doch ziemlich große Sache auch zu ende zu bringen. Meine aufgestellten Mächte waren mir teilweise zu groß und zu gewaltig. Ich kam mir anmaßend vor und dachte, die wissen schon selber, was sie machen müssen, damit’s heil wird. Ich wollte aus der Nummer raus – die Dozentin hat mich nicht gelassen, und das war GUT. Bei meiner Skulptur bin ICH die Chefin. Zu wagen, die Wirklichkeit, auch bei so großen Themen und Mächten, selber zu gestalten, das war ne sehr gute Erfahrung. Ich glaube tatsächlich, dass wir unsere Wirklichkeit selber erschaffen, und es war lehrreich für mich, zu erfahren, wie wenig ich selbst das Steuer übernehmen will. Das war nur ein Spiel, und trotzdem hab ich versucht, zu kneifen.
Am Ende war der Narzissmus einfach aus meiner Welt verschwunden, ich war mit der Göttlichen Quelle verbunden und sah voller Freude und Tatendrang ins Leben. Das fühlt sich sehr gut an. =)

→ An den Rückmeldungen am Ende der Einheit heute, als alle KursteilnehmerInnen berichteten, wie’s für sie gewesen ist, habe ich deutlich erkennen können, was für ein großer Unterschied es ist, ob wir etwas MACHEN, ausprobieren, Erfahrungen sammeln, neue Fragen und Erkenntnisse finden, von denen wir vorher nichts wussten – oder ob wir nur zuschauen und die Theorie anhören.
Jo, das war gut in der Schule heute. Danke. =)

Zuhause angekommen, SEHR müde inzwischen, bemerkten der Gefährte und ich an der Wand bei der Treppe feuchte Stellen. Der schwere Regen der letzten Tage ist teilweise durchgesickert. OJE!
Das hat mir gründlich die Laune verdorben. In der alten Wohnung hatten wir ziemlich sicher Schimmel, den unsere Ex-Vermieters nicht wahrhaben wollten, und das hat uns echt Stress gemacht.
Ich bin erst mal einkaufen gegangen, durch den grünen, lebendigen, wundervollen Hemshof. Es ist SO SCHÖN hier! Und ich hab gemerkt, dass ich nicht froh werde. Ich habs auf die Wasserflecken geschoben, dass die mir Angst machen. Bloß – das stimmt nicht. Das war nur ein kleiner blöder Trigger, in Wirklichkeit bin ich heute einfach total übernächtigt und darum energielos und unfroh. Es ist nämlich hier ganz anders als in unserer alten Wohnung. Unsere Vermieter mögen ihr Haus. Wir haben telefoniert und der Vermieterssohn war eben hier – und der ist wirklich nett, ich mag den! – und nun wird sich drum gekümmert. Ja, ist lästig. Die Erfahrung, mit den Vermietern an einem Strang zu ziehen, die ist neu, und ich bin SEHR dankbar dafür.

Und jetzt mach ich Schluss, leg mich aufs Bett und gucke irnznen Film, über den ich ziemlich sicher schnell einschlafe.


 

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