Monat: April 2018

Neumond im Widder in der Nacht vom 14. auf den 15. April

Also kommende Nacht um 03:57 (F/M). Außerdem ging der retrograde Merkur heute um ca. 9:30 Uhr über Punkt 3 und wird jetzt wieder direktläufig. (Am 3. Mai geht er über Punkt 4.) Für mich verstärkt das noch mal die Schwingung von Abschluss und Reinigung.

Ich werde mich heute Abend wieder mit dem Löschen von alten Mustern beschäftigen.

Bei mir wirds in Richtung Selbstbewusstsein vs. Unterwürfigkeit gehen. In der HPΨ-Schule haben wir letzten Donnerstag Rollenspiele gemacht, um Beratungssituationen zu üben. Ich habe dabei die Rolle eines ca. 60jährigen Klienten übernommen. Chirurg und Chefarzt, richtig Geld, richtig erfolgreich, alles gemacht und getan, zufriedene Ehefrau, schöne junge Geliebte, super Golfspieler, Kongresse, Publikationen, brave schöne Tochter studiert erfolgreich Kunstgeschichte.
Er ist auch überhaupt gar nicht seinetwegen zum HPΨ gegangen – mit ihm ist ja alles wunderbar in Ordnung – sondern wegen seines Sohnes, der ihm Schlafstörungen und Bluthochdruck verursacht, die medizinisch nicht erklärt werden können. Zu nem schulmedizinischen Psychologen geht er natürlich nicht, denn sowas spricht sich doch rum, was würden die Kollegen sagen? Und außerdem hat er ja kein Problem, sondern sein Sohn, der zur Zeit in Indien ist, oder in sonstsoeinem seltsamen Land, ohne Geld, völlig abgedreht, der Junge. Statt hier in Deutschland Medizin zu studieren und in Papas Fußstapfen zu treten, so wie selbst es gemacht hat, und es war kein Zuckerschlecken, doch der Erfolg gibt ihm Recht, und nun kann er nicht glücklich sein, weil sein Sohn so abdreht.

Eya – ich merke auch jetzt wieder beim Tippen, dass dieser Mann ein sehr starkes Eigenleben entwickelt hat, als ich in seiner Rolle aufm Stuhl saß und den Klienten gespielt habe. Er ist das genaue Gegenteil von mir, in so ziemlich allem, und es ist mir unglaublich leicht gefallen, ihn zu spielen. Ich war großartig! Ich war herablassend, hab die ‚Therapeutin‘ und den ‚Therapeuten‘ unterbrochen, ich hab genau gewusst, wo das Problem ist und mir keinen esoterischen Blödsinn verzapfen lassen, ich war herrisch, wusste alles besser und war sehr sehr SEHR selbstbewusst.

Die ‚Therapeutin‘ und der ‚Therapeut‘ waren auch sehr gut und haben den Alten tatsächlich im Ansatz knacken können. (So einer braucht mehr als nur eine Sitzung…)

Warum ich das hier so breit erzähle: Ich habe in diesem Rollenspiel die Gegenseite meines Minderwertigkeitskomplexes gespürt. Den Mann zu spielen ist mir so leicht gefallen, dass ich davon ausgehe, dass ich seine Eigenschaften in mir trage, und das sind ja grundsätzlich keine schlechten Eigenschaften. Disziplin, Fleiß, Selbstbewusstsein, wissen, was ich kann, nicht alles gleich schlucken, was andere mir vorlegen, nicht gleich zu allem Ja und Amen sagen und anderen gefallen wollen – das sind Kräfte, Künste, das ist eine Craft, die ich viel zu sehr vernachlässigt habe in meinem Leben. Die übe ich jetzt.
Dazu beginne ich damit, dass es meinen Unterwürfigkeits-, lieb&nett sein-, allen-gefallen-müssen-Mustern an den Kragen geht. Wenn die verschwinden, verschwindet auch der verknöcherte, unglückliche Despot, den ich am Donnerstag gespielt habe und ich komme in der Mitte an. Beim gesunden, heilsamen Selbstwert. Das ist der Plan. =)

Ajoo.

Auch sehr… lustig: Gestern haben wir so Leute getroffen, einen Typen, der eine Anzeige aufgegeben hatte, in der er gleichgesinnte Leute sucht zwecks Bildung von Fellowship, Gemeinschaft. In der Anzeige hat er so 68er Vibes beschworen, der Text erzählte, dass er das System und den Konsum so leid sei und Alternativen leben wolle – es sah wirklich gut aus, genau wie das, was wir uns wünschen.

Es war dann auch sehr hübsch dort, Lagerfeuer, Grillen – mit Fleisch, jo, es leben nicht alle vegan. Bierdosen. Wasser aus Plastikflaschen. Alle gucken daheim Fernsehen. Jaja, das ist normal, nur hats mich halt bisschen gewundert. Da saßen lauter priviligierte, und ja, auch hart sich im System aufreibende Bürger und Bügerinnen, die übers System schimpften, und dass der Mensch halt gierig und schlecht sei und dass wir da nix machen können sondern ausgeliefert seien.
Jo, so ne Haltung kommt z.B. vom vielen Fernsehen… Und wenn der Mensch gierig und schlecht ist, dann kann man ja wirklich nix machen, und dann muss man auch nix machen. Und so warten viele darauf, dass endlich der weise König alles heilsam regelt, oder dass endlich die richtige Partei an die Macht kommt. Das war nämlich zum Schluss die Offenbarung: Niemand von denen wollte an sich selbst wirken, sich verändern und auf diese Weise die Welt für sich und andere bisschen besser machen. Nee, das Problem, wie sich zum Schluss herausstellte – also, kurz bevor wir grußlos den Ort verließen – das Problem sind die vielen Moscheen in Mannheim, das Geschrei der Muezzine, das einem Pärchen dort schon nen schönen Urlaub versaut hatte, und überhaupt all die Undeutschen, die aus islamischen Ländern hierherkommen und Geld haben und das dazu verwenden, hier sich gegen das Grundgesetz einzunisten und alles in den Hintern geblasen zu bekommen.

Ein Teil in mir rollt jetzt genervt mit den Augen über die folgende Erklärung, weil ich finde, es ist selbstverständlich und die Klarstellung sollte überflüssig sein:
Ich bin der Meinung, dass die Menschen, die hierherkommen, wie alle Menschen der Welt, ein Zuhause verdienen – ein RECHT darauf haben – wo sie in Frieden und frei von materiellem Mangel würdevoll leben können. Und das muss natürlich nicht hier in Deutschland sein, sondern in der Regel ist das dort, wo diese Menschen verwurzelt sind und ihre Kultur gewachsen ist. Das ist für viel zu viele Menschen auf der Welt nun mal nicht möglich. Aus vielen Gründen. Über diese Gründe rede ich gerne mit Leuten. Aber nicht über das Geschrei der Muezzine und über die viel zu vielen Moscheen in Mannheim.

Ich konnte im Übrigen bei niemandem der Anwesenden einen materiellen Mangel sehen; wir hörten auch von keinen schlimmen, lebensbedrohlichen Belästigungen von ‚Ausländern‘ gegen die Anwesenden. Und „Der Islam“ hat jetzt so direkt auch noch niemandem von denen geschadet – wenn wir von dem durch Muezzine verdorbenen Urlaub absehen. Aber mei, wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur, sagt Pispers (er bezog das auf männerhassende ‚Feministinnen‘, doch der Satz passt leider auf viele andere DurchblickerInnen genauso perfekt).

Jo. ich erzähle das, weil es insgesamt für uns ein gelungener Abend war, der auch einen reinigenden und klärenden Effekt hat. Wir haben uns nicht lang rumgestritten. Wir sind einfach weg, denn auf dem Niveau geht nix, mag das Lagerfeuer noch so schön sein. Und wir wissen jetzt viel klarer, was wir uns wünschen und wo es keine Schnittmenge gibt. Klare Wünsche setzen Dinge in Bewegung. Ich denke, das Erlebnis war eine Manifestation der Merkur-retro Phase.

Also Danke ans Universum und auch an uns, denn wir haben uns weiterentwickelt. Früher hätten wir entweder lieb gelächelt und versucht, höflich die Harmonie zu wahren. Oder wir wären sehr deutlich geworden und hätten uns grässlich rumgestritten. Beides ist unheilsam. Wir haben eine kleine Weile versucht, sachlich zu diskutieren und wurden darob mit Phrasen- und Klischeegewittern bombadiert. Darum sind wir bald einfach weg von dort. HEXEN KÖNNEN SICH WEG ZAUBERN.
Wir haben uns gewandelt, und das führt uns Schritt für Schritt weiter auf unserem Weg. Ich bin dankbar.

Blessed be. =)

 

 

 

 

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Verkörpern von Freude…

Ich hab eben angefangen, einen Kommentar zu einem Artikel von C.A.A. zu schreiben, der so ausgeufert ist, dass ich daraus lieber einen eigenen Blogbeitrag mache.

was habe ich vom Leben und der Welt realistisch zu erwarten? Immer wenn ich mich öffne merke ich, dass die Welt ein schrecklicher Ort ist, voller Gewalt und Dunkelheit. Ich fühle mich hier so falsch, mit meinen überfließenden Gefühlen, mit meiner verf*** Empathie und meiner Gutmütigkeit. Die Welt ist so krass laut und wirr. Ich wollte immer anderen helfen. Soweit ich zurück denken kann, habe ich versucht, oft sogar unbewusst, anderen zu helfen. Ich habe so viel von mir selbst dabei verloren. Der Preis, den ich dafür zahlen musste, war hoch. Und die schlimmste Einsicht dabei: Ich kann niemanden retten. Ich muss aushalten, dass andere vor meinen Augen mit Fullspeed an die Wand fahren, sterben, sich Schlimmes antun und erleben. Ich kann es nicht verhindern, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen.

hier

Ich empfinde sehr ähnlich.

Also, die erste Erkenntnis: Ich helfe andern vor allem dadurch, dass es mir gut geht. Ich weiß das von andern Leuten, denen es gut geht: Sie sind eine Energiequelle für alle, die mit ihnen in Berührung kommen.
Wie werde ich so eine Person?

Und ich wünsche mir ja auch eine Gemeinschaft – fellowship – von Menschen mit Niveau und Herzensbildung (altmodische, doch zutreffende Wörter), gemeinsame Visionen, gemeinsames Verwirklichen, Austausch, Kunst, Craft, Kultur… y’know. =) Und ja, im Netz gibts das, doch es ist eben nicht VOR ORT, und vor Ort ist nun mal das Hier&Jetzt, wo’s stattfindet. Das Leben.

Wie werde ich also eine Energiequelle auch für andere?

Ich übe zur Zeit das Verkörpern, was ’nur‘ bedeutet, wahrzunehmen, was in mir stattfindet und DA zu sein, nicht abzuschweifen in Fluchtphanatasien.
Mir ist neulich im Bus aufgefallen, dass ich nicht DA sein wollte, weil ich, wie ich erstaunt bemerkte, Angst von den Leuten um mich herum hatte und mich quasi aus der Situation und aus meinem Körper rausgenommen habe mit Tagträumen. Ne ganz ’normale‘, alltägliche Sache, die mir nie zuvor aufgefallen war.
Wo überall ich Angst habe, und was ich mir für Strategien der Flucht angewöhnt habe. Eine milde Form, eine Vorstufe, denk ich, von Dissoziation. Eine Form, die die meisten von uns oft anwenden.

Ich glaube, wenn viele von uns das nicht täten, würden wir vieles nicht lange aushalten – die grässlichen, hässlichen Städte, in denen viele von uns ‚leben‘, grauenhafte Arbeitsbedingungen – z.B. oft den ganzen Tag lang in Kunstlicht, ohne einmal den Himmel und wirkliches Tageslicht gesehen zu haben – wenn wir uns nicht mental aus unseren Körpern nehmen könnten, würden wir wahrscheinlich sehr schnell eingehen oder zu aggressiven AxtmörderInnen.

Nur, ich möchte DA sein, also möchte ich in einer Welt leben, wo das DAsein Freude macht. Und wenn ichs versuche – s.o., das Zitat.

Was also tun? Ich übe das Verköpern, und ich übe Freude – dabei helfen mir zur Zeit Alana Greene und Mirsakarim Norbekovs Eselsweisheit. (Das Buch ist klasse; mehr weiß ich von dem Hern nicht. Ich denke, ich mag ihn.) Beide erklären sehr überzeugend und inspirierend etwas, das nicht wirklich neu und doch von mir (und vielen vielen andern) leider sehr vernachlässigt wurde:
Um Freude zu erleben, um Freude ins Leben zu ziehen, müssen wir Freude spüren. Jaja, erst die Freude spüren, und dann kommt, was dazu passt. Nicht umgekehrt. Wenn ich z.B. sage: Erst mal brauch ich hier vor Ort tolle Leute und ne funktionierende Gemeinschaft, und dann bin ich froh – jo, dann werd ich halt für den Rest meines Lebens unfroh vor mich hindümpeln. Damit hab ich bereits viel zu viele Jahre verschwendet, also übe ich jetzt mal was anderes. Ich übe, die Freude über diese funktionierende Gemeinschaft hier vor Ort Hier und Jetzt zu spüren, zu glühen und zu strahlen, und dann guck ich mal, was passiert. So weit ich’s jetzt bereits hinbekomme, mach ich gute Erfahrungen damit. Kleine feine Ansätze.

Was ich allerdings die Tage auch feststellen musste: Ich bin richtig entsetzt, wie negativ, wie traurig bzw. depressiv meine Grundgestimmtheit ist. Im Frohsein bin ich ungeübt. Grauenhaft, grässlich ungeübt. Diese Erkenntnis hat mich dann noch mal extra deprimiert. In guten Momenten, die es auch gibt, kann ich darüber herzlich lachen. 😛

Und gestern ist mir noch was aufgefallen:
Über mein geradezu verbittertes Bemühen, Freude zu spüren (auch einen Lacher wert) habe ich das Verkörpern vernachlässigt: Wahrzunehmen, was in mir hier und jetzt IST. Wenn in mir nun mal Melancholie und leichte Angst und der ganze blöde alte Mist unfröhliche Urständ feiern, dann hilft es überhaupt nicht, zu versuchen, da krampfhaft Freude drüber zu klatschen. Ich kann lächeln wie ne Blöde, ich kann beschließen, innerlich zu strahlen – froh werd auf diese Weise nicht.

Also hab ich meinen Schwerpunkt wieder aufs Verkörpern verlagert. Ich stelle fest: Wenn ich wahrnehme – WAHR NEHME – als Wahrheit anerkenne und zulasse und wirklich spüre, was in mir drin los ist, den ganzen Mist, die latente Angst, die Traurigkeit, den Ärger, wenn ich das zulasse und reinspüre, dann löst es sich auf. Und DANN kommt die Freude.

Dass wir unsere Emotionen wahrnehmen müssen, um sie zu zu transformieren und aufzulösen, das ist auch überhaupt keine neue Erkenntnis. Ich bin sicher, dass ich selbst hier im Blog schon oft genau das gepredigt habe. Was mich erschreckt: Wie schwer es mir fällt, und wie schnell ich wieder vergesse.

Wobei das kein Wunder ist, denn die meisten von uns haben nun mal was anderes gelernt, damit wir gut funktionieren in dieser so grauenhaften Normalität, die uns als „die Welt“ verkauft wurde. Ich annuliere dieses Geschäft!
Und ich höre auf, mit mir zu hadern. Ich bemühe mich, ich tu was ich kann, und ich kann mir auf die Schulter klopfen, weil ich tapfer jeden Tag aufs Neue weiterübe, trotz Rückschlägen. Der Herr Norbekov hat geschrieben, wir sollen üben, uns selber zu loben für das, was wir jeden Tag schaffen. Das mache ich jetzt; ich habs meiner täglichen Dankesammlung hinzugefügt, die ich nach wie vor (fast) jeden Tag weiterführe.

Jo… das wollte raus. Zum Verkörpern und zum Freude spüren wollte ich schon lange was geschrieben haben, nur hab ich dazu noch die schlichte Erkenntnis von gestern gebraucht: Erst spüren was IST, das anerkennen, wahrhaben, LASSEN, dann kann es sich auflösen, und dann kann Freude aufkommen. Und dass ich Geduld mit mir habe, auch wenn ich miesepetrig bin. Ich hab halt mit dem zu üben, was IST.

 

 

Don’t take the Sign

Mal wieder was aus der Bastelhecke. Letztendlich.

Über die Leute, die sich wg. der Barcodes Sorgen machen, wird reichlich gespottet. Die böse böse Bardcode-Verschwörung – an sowas glauben nur Leute, die ununterbrochen Aluhüte tragen.

Ich habe Aluminium so gut es geht aus meinem Haushalt verbannt; dieses giftige, umweltverbrunzende Material kommt mir weder an meine Lebensmittel, noch um meine Teelichter, noch auf den Kopf. Das also geklärt.

Barcodes mag ich allerdings genausowenig wie Aluminium. Seit es sie gibt, kann ich sie nicht leiden. Sie sind HÄSSLICH. Sie stören mich, sie verderben schöne Verpackungen, sie machen, dass alles an einer Stelle gleich, fremd und, ja, fremdbestimmt aussieht.
Wenn mich Preisschilder gestört haben, konnte ich sie – meistens – mit Geduld und Liebe rückstandsfrei abpuhlen. Barcodes sind aufgedruckt, und sie gehen nicht weg. Das heißt, doch, sie gehen weg, es braucht nur bisschen mehr Einsatz beim Puhlen.

Sie sind auf Schachteln und auf ansonsten schönen Blechdosen, auf CD- und DVD-Cover gedruckt, auf Büchern-

Auf BÜCHERN!

Heilige, magische Bücher werden auf ihren Einbänden mit scheußlichen Barcode Strichen besudelt!

Ich bin froh und dankbar, dass die Überzahl meiner Bücher im Regal aus der prä-Barcode Zeit stammt. Bei manchen neueren Anschaffungen habe ich den Schutzumschlag abgemacht, bei anderen habe ich den Barcode überklebt.
In den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass das Überkleben von Barcodes mir nicht genügt. Sie sind immer noch da, und das stört mich. In meinen Augen sind Barcodes ein Zeichen von Empire. Und Empire – das ist die herrschende zivilisatorische Trance. Die Trance, innerhalb derer Menschen, die in einer heilsamen Welt voller Freundlichkeit, Achtsamkeit, Respekt vor der Schöpfung und, ja, Schönheit leben wollen, als ’naiv‘ abgetan werden. Ich sach euch, was naiv ist! Es ist naiv, zu glauben, es ginge so weiter. Es ist naiv, zu glauben, wir könnten uns gegenseitig und die Tiere und den Planeten weiterhin so quälen und ausbeuten.

Eya… ich schweife ab. Barcodes auf Büchern. Vor allem auf Taschenbüchern, die keinen Schutzumschlag haben und wo der Barcode hinten drauf prangt.

Ich habe begonnen, diese Barcodes rauszuschneiden. Bis jetzt erst bei zwei Büchern, die mir grad ganz besonders am Herzen liegen, in denen ich täglich lese und die ich überallhin mitnehme:

Die sehen hinten jetzt so aus:


Das ist von Caspar David Friedrich. Da guggste!


Da ist mir doch ein Fitzel Papier unter das Klebeband geraten. Macht nix! =)

Jaja, für viele Leute wäre sowas unvorstellbar und eine viel schlimmere Besudelung als der Bardcode — ein Frevel! Büchereinbände zu zerschneiden (und dann noch so unakkurat) und zu bekleben. Ich dagegen liebe Dinge genau so. Für mich ist das Kunst, wirklich. Kunst im Sinne von craft. – Magie. Auf diese Weise sind diese beiden Bücher einmalig, sie sind von mir berührt worden (passend, denn sie berühren mich auch) und ich finde sie auch viel VIEL schöner als vorher.

Mir hat mal jemand gesagt „I love how you touch everything in the house and turn it into something unusual.“ (Mir gefällt so, wie du alles im Haus berührst und es in etwas Ungewöhnliches verwandelst.) Das war in den 80ern und ist für mich immer noch eines der schönsten Komplimente, die ich je bekommen habe.

Sollte jemand genau wissen wollen, wie ich das gemacht habe: Mit der Scherenspitze in den Barcode gestochen, von dem Loch aus den Code ausgeschnitten. Das Fenster als Schablone verwendet: Mit einem Stift auf ein buchdeckeldünnes Pappstück mit nem hübschen Muster das ausgeschnittene Fenster nachgezeichnet (bzw. gedrückt mit nem alten Kuli, dessen Mine leer ist), ausgeschnitten, in das Fensterloch gelegt (nach Bedarf noch mit nem Farbstift umranden – hier mit Goldlack) und schließlich mit dünnem, breiten, durchsichtigen Klebeband überklebt. Von innen im Buch etwas dagegen geklebt – in dem einen habe ich bloß braunes breites Papierklebeband genommen, was für meinen Geschmack schön genug aussieht. Beim anderen Buch hatte ich einen hübschen, grad ausgedruckten EX LIBRIS Aufkleber zur Hand und hab den genommen.

Yöh. Wenn ich so weiter mache, ist unsere Wohnung bald barcodefreie Zone. In vier bis fünf Jahren, wenn ich jeden Tag welche aufspüre und eliminiere. Hehe. Eine Frau braucht sinnvolle Aufgaben. Jetzt wisst ihr auch, warum ich nur noch so selten blogge… 😛

Smooches.