Don’t take the Sign

Mal wieder was aus der Bastelhecke. Letztendlich.

Über die Leute, die sich wg. der Barcodes Sorgen machen, wird reichlich gespottet. Die böse böse Bardcode-Verschwörung – an sowas glauben nur Leute, die ununterbrochen Aluhüte tragen.

Ich habe Aluminium so gut es geht aus meinem Haushalt verbannt; dieses giftige, umweltverbrunzende Material kommt mir weder an meine Lebensmittel, noch um meine Teelichter, noch auf den Kopf. Das also geklärt.

Barcodes mag ich allerdings genausowenig wie Aluminium. Seit es sie gibt, kann ich sie nicht leiden. Sie sind HÄSSLICH. Sie stören mich, sie verderben schöne Verpackungen, sie machen, dass alles an einer Stelle gleich, fremd und, ja, fremdbestimmt aussieht.
Wenn mich Preisschilder gestört haben, konnte ich sie – meistens – mit Geduld und Liebe rückstandsfrei abpuhlen. Barcodes sind aufgedruckt, und sie gehen nicht weg. Das heißt, doch, sie gehen weg, es braucht nur bisschen mehr Einsatz beim Puhlen.

Sie sind auf Schachteln und auf ansonsten schönen Blechdosen, auf CD- und DVD-Cover gedruckt, auf Büchern-

Auf BÜCHERN!

Heilige, magische Bücher werden auf ihren Einbänden mit scheußlichen Barcode Strichen besudelt!

Ich bin froh und dankbar, dass die Überzahl meiner Bücher im Regal aus der prä-Barcode Zeit stammt. Bei manchen neueren Anschaffungen habe ich den Schutzumschlag abgemacht, bei anderen habe ich den Barcode überklebt.
In den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass das Überkleben von Barcodes mir nicht genügt. Sie sind immer noch da, und das stört mich. In meinen Augen sind Barcodes ein Zeichen von Empire. Und Empire – das ist die herrschende zivilisatorische Trance. Die Trance, innerhalb derer Menschen, die in einer heilsamen Welt voller Freundlichkeit, Achtsamkeit, Respekt vor der Schöpfung und, ja, Schönheit leben wollen, als ’naiv‘ abgetan werden. Ich sach euch, was naiv ist! Es ist naiv, zu glauben, es ginge so weiter. Es ist naiv, zu glauben, wir könnten uns gegenseitig und die Tiere und den Planeten weiterhin so quälen und ausbeuten.

Eya… ich schweife ab. Barcodes auf Büchern. Vor allem auf Taschenbüchern, die keinen Schutzumschlag haben und wo der Barcode hinten drauf prangt.

Ich habe begonnen, diese Barcodes rauszuschneiden. Bis jetzt erst bei zwei Büchern, die mir grad ganz besonders am Herzen liegen, in denen ich täglich lese und die ich überallhin mitnehme:

Die sehen hinten jetzt so aus:


Das ist von Caspar David Friedrich. Da guggste!


Da ist mir doch ein Fitzel Papier unter das Klebeband geraten. Macht nix! =)

Jaja, für viele Leute wäre sowas unvorstellbar und eine viel schlimmere Besudelung als der Bardcode — ein Frevel! Büchereinbände zu zerschneiden (und dann noch so unakkurat) und zu bekleben. Ich dagegen liebe Dinge genau so. Für mich ist das Kunst, wirklich. Kunst im Sinne von craft. – Magie. Auf diese Weise sind diese beiden Bücher einmalig, sie sind von mir berührt worden (passend, denn sie berühren mich auch) und ich finde sie auch viel VIEL schöner als vorher.

Mir hat mal jemand gesagt „I love how you touch everything in the house and turn it into something unusual.“ (Mir gefällt so, wie du alles im Haus berührst und es in etwas Ungewöhnliches verwandelst.) Das war in den 80ern und ist für mich immer noch eines der schönsten Komplimente, die ich je bekommen habe.

Sollte jemand genau wissen wollen, wie ich das gemacht habe: Mit der Scherenspitze in den Barcode gestochen, von dem Loch aus den Code ausgeschnitten. Das Fenster als Schablone verwendet: Mit einem Stift auf ein buchdeckeldünnes Pappstück mit nem hübschen Muster das ausgeschnittene Fenster nachgezeichnet (bzw. gedrückt mit nem alten Kuli, dessen Mine leer ist), ausgeschnitten, in das Fensterloch gelegt (nach Bedarf noch mit nem Farbstift umranden – hier mit Goldlack) und schließlich mit dünnem, breiten, durchsichtigen Klebeband überklebt. Von innen im Buch etwas dagegen geklebt – in dem einen habe ich bloß braunes breites Papierklebeband genommen, was für meinen Geschmack schön genug aussieht. Beim anderen Buch hatte ich einen hübschen, grad ausgedruckten EX LIBRIS Aufkleber zur Hand und hab den genommen.

Yöh. Wenn ich so weiter mache, ist unsere Wohnung bald barcodefreie Zone. In vier bis fünf Jahren, wenn ich jeden Tag welche aufspüre und eliminiere. Hehe. Eine Frau braucht sinnvolle Aufgaben. Jetzt wisst ihr auch, warum ich nur noch so selten blogge… 😛

Smooches.

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13 Kommentare

    1. Da sind wirklich einige richtig hübsche dabei! =)
      Ich kannte bis jetzt nur den von Yogi-Tee https://www.bluhmsysteme.com/blog/drfen-barcodes-hbsch-sein/ und irgendeine Firma hat (oder hatte mal) ein Unendlichkeitszeichen reingedruckt, und dann gibts manche, die Striche reindrucken, zum ‚entstören‘. Ich hab das erst auch noch in den Artikel reintun wollen, doch es hat so schon ewig gedauert. Seit ich die Eieruhr laufen lasse, merke ich erst, wie lange ich für einen Blogbeitrag brauche.

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      1. Oh wow! Allein aus deinem Gefühl kommt die Kraft, Energie für deren Beseitigung zu investieren! Niemand von außen hat dich damit in Kontakt gebracht oder angeregt. Das imponiert mir. Echt!

        Und was mich noch beeindruckt. Mein Hirn sagte dazu: was für eine Ernergieverschwendung für so eine unwichtige Sache, aber mein Empfinden sagt mir, wenn es deine Verpackungen und Bücher sieht, goldrichtig, sehr heilsam, so fühlt es sich richtiger an.
        Das erstaunt mich selbst. Wieviel Einfluss doch in diesen Strichen steckt.

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        1. Ja, ich hab zuerst auch gedacht (darum am Anfang das mit den Aluhüten), dass es auf manche befremdlich wirkt, weil ich z.B. neuerdings keine Barcodes mehr an meinen Lebensmittelpackungen möchte.
          Es begann damit, dass ich mich nur noch mit schönen Dingen umgeben möchte, drum habe ich mal den einen oder anderen Barcode überklebt. Und dann habe ich gemerkt, dass ich die richtig weg haben möchte. Ich traue ihnen nicht… Und da habe ich beschlossen, dass ich meinem Gefühl folge und sie entferne, wenn und wo mir was dran liegt. Ist bestimmt auch keine sinnlosere Zeitverschwendung als ständig am Smartfon rumzuwischen… =)

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  1. Is certainly no more meaningless waste of time than constantly wiping the smart phone … =)

    Oh No! Now I see barcodes everywhere! (seriously). I love what you did with the books; I love altered things. If only all the books I have acquired over the years didn’t come with barcodes, I would’ve been able to afford that trip to Aruba quite some time ago 😉

    Dreaming of Aruba Aribas with an extra splash of rum ❤

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    1. Oh, I don’t do it with all books – as of now I only altered those two, coz they’re precious to me. I remove those barcodes that bother me – and as that number does grow I’m getting more and more creative with the task. =)

      Cheers! ❤

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