Aus meinem Subkulturbeutel

Neumond-Monster

Hehe.

Geh grad meine Fotos durch, da seh ich eins von nem Graffito, das ich neulich in einer Unterführung fand, als ich von LU nach MA gelaufen bin. (Ich war zu geizig, um die Straßenbahn zu bezahlen. Das is doch mal gesunder Geiz. )

Das Graffito passt zu meinen neuen Erkenntnissen zu den Voll- und Neumonden. Das hier ganz speziell zum Neumond. Und neenee, es ist nicht gruslig gemeint. Es ist ne frohe Botschaft, sozusagen.

„Wir gucken nicht mehr nach, ob unter dem Bett Monster sind, seit wir begriffen haben, dass sie in uns drin sind.“

 

Mehr dazu — das ist eine weitere frohe Botschaft in dem Zusammenhang, vielleicht , für die eine oder den anderen — mehr dazu demnächst, denn ich werde vorläufig die Mondposts wieder aufnehmen. Nächsten Neumond gehts weiter. „Vorläufig“, weil ich nicht weiß, wie sich die Affaire Vetch-Computer weiterentwickelt. Wir hatten eine lange und intensive Beziehung, wunderbare Zeiten, auch schreckliche Streits (einmal hab ich ihn angespuckt…) und doch dachte ich immer, ich kann ihm vertrauen. Da bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher.

Ich beobachte das. Derweil gilt: zum nächsten Neumond, der ist im Februar, gibts wieder Mondposts (und Mondmails, für die, die’s möchten).

 

Smooches derweil. ❤

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Tagesorakel

Heute lass ichs mal richtig krachen und schreibe wieder einen Blogbeitrag. Ich hab dazu noch 15 Minuten Zeit, dann klingelt die Eieruhr und ich mach Pause.

Also. Tagesorakel. Seit ich mich mein erstes Tarotdeck gekauft habe, inrzwann in den 80ern, habe ich immer und immer wieder versucht den Klassiker zu praktizieren: Das Ziehen der Tageskarte. Nie hat mir das irgendwas gebracht, weder durch das Nachgucken in Büchern noch durchs Graben in meinem eigenen, mit der Zeit sich füllenden Tarot-Craft-Fundus.

Am 23. Dezember 2017, neulich, hab ich wieder damit angefangen, und diesmal mache ichs auf andere Weise. Ich ziehe eine Karte und formuliere, von der Karte inspiriert, einen Spruch dazu, und der Spruch ist dann mein Tagesorakel.

Die Tarotkarte ist also Ausgangspunkt für etwas Eigenes. Ich bin angetan davon. Plötzlich funktioniert’s. Hat mir schon paar mal richtig gut getan, mich über den Tag an meinen aktuellen Spruch zu erinnern.

Drrrrring. Is ja auch alles gesagt. =)

 

 

 

Weihnachtsgeschenk

Hotfox hat ein Video gepostet, von einem Lied, von dem ich nicht wusste, dass es existiert – tut’s ja auch noch nicht so lange – eine meiner Lieblingsbänds spielt eines meiner Lieblingslieder – vgl. DANKE BOWIE und DANKE LEMMY!.

Hier:

Motörhead, Heroes, 2017

 

Danke Bowie, danke Lemmy, danke Hotfox =)

 

Weihnachtsmailing

Heute ist Sonnenwende. Später, wenns soweit ist (17:28) bin ich aufm Balkon, Altarabfälle verbrennen.
Zu Feier des Tages doch mal wieder ein Beiträgchen von mir mit ein paar Dingen, die sich angesammelt haben.

Wir feiern dieses Jahr null Weihnachten. Null. Nada. Nix.
Fühlt sich GUT an. Stimmig.

Dennoch hier für die, die des Englischen mächtig sind und Zeit und Lust haben, eine schöne Abhandlung über die quellenreiche, vielfältige Geschichte Weihnachtens: One Christmas, One Empire von Neil Kramer aus dem Jahre 2010.

Und dann, weils mich seit langer Zeit jedes Jahr wieder freut, das Icon vom VLC-Player (der beste Mediaplayer, den ich kenne – und kostenlos) , der jedes Jahr um die Zeit sein Weihnachtsmützchen aufhat.

 

Und dann ein Anblick, der für mich sehr gut den Geist der Weihnacht repräsentiert, wie er sich auch dieses Jahr wieder reichlich manifestiert:

Tolle Geschenke… diese liebevolle Deko, diese Wärme…

 

Apropos Deko. Weiß eigentlich noch jemand, wieviel Strahlen eine Schneeflocke genau hat? Hier ist nur eins von vielen Schneeflocken-Bildern, von denen mir von Jahr zu Jahr mehr befremdlich auffallen:

 

Und ein Bild von heute, mit wirklicher (finde ich) Schönheit. Die gibts ja auch überall; ich sehe sie, sobald ich meinen Blick von allen künstlichen Kram abwende.

Danke!

Achja, und dann noch zwei Videos, nicht weils irnzwie besonders tolle Songs wären. Sondern weil sie auch zum Anlass passen, weil ich sie beide als gutartig empfinde, weil ich zu beiden eine sentimentale Jugendverknüpfung habe. (In John Lennon war ich in meiner Spätkinderzeit sehr verliebt, und in Midge Ure – Mitproduzent von „Do they know it’s Christmas“ – in meiner Frühpubertät.)

Und vor allem, weil sie inhaltlich alle beide nach wie aktuell und angemessen sind.

Das reicht, ich begebe mich demnächst auf den Balkon. Alles Gute euch, was auch immer ihr in dieser Zeit feiert oder auch nicht.

 

FEED THE PEOPLE – STAY ALIVE!

 

 

 

selbstgefälliges Obst

Ich höre zur Zeit zum Einschlafen Sufi-Lehrgeschichten, alle gesammelt und erzählt von Idries Shah, gelesen von David Ault, die Bücher zu bestellen oder zum online-Lesen kostenlos zur Verfügung gestellt von der ISF.

Eine davon möchte ich —

also, ich möchte ganz viele davon mit euch teilen. Wer Englisch kann, gehe einfach auf die oben verlinkte Seite der ISF. Oder nach YT , wo Auszüge der Bücher vorgelesen werden (es lohnt sich auch, eigenhändig auf YT nach Idries Shah zu gucken).

Für die, die kein Englisch können, hab ich eine der Geschichten nacherzählt.
 

Die selbstgefällige Frucht
 
Es reiste mit großem Gefolge ein gewisser Emir von Arabien zum großen Jan-Fishan Khan. Er wurde ehrenvoll empfangen und mit kostbaren Geschenken bedacht. Viele am Hofe Jan-Fishans erwarteten nun, dass der arabische Prinz den Khan mit unzähligen Fragen löchern würde — oder dass er im Gegenteil ganz still nur durch die Nähe zum Khan versuchen würde, Weisheit zu absorbieren.
Doch bevor der Emir zum offiziellen Empfang angekündigt wurde, sagte der Khan zu seinen Leuten:
„Passt jetzt gut auf – so etwas gibt es nur selten zu erleben.“
 
Der Emir trat ein und sagte:
„Bestätigt mein Emirat, denn es sind Eure Vorfahren, von denen alle Edlen ihren Rang erhalten.“
Jan-Fishan sagte:
„Möchtest du Zeremoniell und Gefälligkeit und die Bestätigung deines Ranges – oder suchst du Antwort auf eine Frage?“
„Am liebsten hätte ich beides, doch da es nur eins gibt, möchte ich die Antwort auf eine Frage,“ sagte der Emir.
„Da du ohne Gier nur um eines gebeten hast, will ich dir beides geben,“ sagte Jan-Fishan Khan, „und durch meine Antwort auf deine philosophische Frage werde ich deinen Titel bestätigen oder verweigern.“
Der Emir fragte:
„Das ist meine Frage: Warum machen so viele Sufis sich lustig über die großen Taten, den Heldenmut, die Geduld und die Großherzigkeit, die das Erbe und der Glanz der Araber sind?“
Jan-Fishan sagte:
„Und hier ist die Antwort, die nicht nur unsere Haltung erklärt, sondern die dir auch deine wirkliche Position als Edler der Araber zeigt.
Wir nehmen sie nicht ernst, wir machen sie manchmal gar lächerlich, die Eigenschaften, mit denen so manche Menschen sich brüsten, denn diese Eigenschaften sollten das absolute Minimum sein, und nicht das Großartigste, das ein Mensch erreichen kann. Wenn ein Mensch heldenhaft ist, oder geduldig, oder aufrichtig, oder gastfreundlich, oder wenn er eine der anderen Eigenschaften hat — dann ist das sein Ausgangspunkt.
Ist er ein Scheusal, das stolz darauf sein kann, wenn es gelernt hat, sich im Umgang mit anderen angemessen zu benehmen? Ist er eine Frucht, deren Namen die Leute sich merken, damit sie mehr von der selben Sorte finden? Nein, er ist jemand, der sich schämen sollte, dass er nicht immer würdevoll war, und er sollte dankbar sein, dass er großer Dinge fähig ist.“
 
Nachdem er das gehört hatte, gab der Edle den Titel Emir auf und sagte:
„Emir ist ein Wort, das Leute bezeichnet, die ganz unten, ganz am Anfang sind, warum also sollte ich es brauchen, um mich zu bezeichnen? Der, den wir einen normalen Menschen nennen, mit wenig guten Eigenschaften, ist noch nicht mal unterwegs auf der Reise.“
Einer seiner Reisebegleiter sagte:
„Was?! Ihr werft den Glanz Eurer Familie fort, für etwas, das Ihr in einem Buch hättet lesen können?“
Der (Ex-)Emir sagte:
„Wenn ich es in einem Buch gelesen hätte, wäre es nicht weniger wahr. Vielleicht habe ich es tatsächlich irgendwann mal in einem Buch gelesen und es nicht umgesetzt. Und wenn ich es schon mal gelesen habe, dann bin ich doppelt schuldig, denn dann habe ich meine Bildung missachtet und verraten, die mir hätte helfen können, mich von selbstgefälligem Obst zurück in einen Menschen zu verwandeln.“