Heilen

Werte

Mir ist grad was klar geworden. Ganz was Persönliches.

Aus dem Input, den ich in letzter Zeit bekomme, hat sich etwas herauskristallisiert. Zutaten zu dem, was ich grad in meinem Kessel gefunden habe, waren u.A.
· Die Erfahrungen und die Erkenntnis neulich (Artikel „Zeitströmungen„).
· Eine sehr schöne Meditation, die gegen Ende des (kostenlosen, englischen) ‚Einsteigerkurs‘ der Guardian Alliance kam
· Ein Video von Teal Swan mit dem 0815-Ratgebertitel „The Secret to a happy Life„. Ich hätt ja nie ein Video mit so einem Titel geguckt, wenn ich nicht durch Links von Sólveig auf diese junge Frau aufmerksam gemacht worden wäre. (Z.B. hier — ein sehr gutes Video!).
· Meine große, tiefe Freude beim Rübstilkochen.
· Überhaupt die große Freude, die von ganz innen kommt, die ich verspüre, wenn ich meine Öllichter pflege, meine Milch selbermache, mein Gemüse nur noch lose kaufe, süße und salzige Pöppel herstelle, Stofftaschentücher verwende, mein selbstgemachtes Deo auftrage – all sowas. Dazu habe ich Artikel hier und im VETCHBLOG geschrieben.
· Meine schönste Kindheitserinnerung: Wir waren 3 Mädchen, so ca. 12 Jahre, schätze ich, zu besuch bei einer Freundin meiner Mutter, in deren Haus in der Lüneburger Heide. Wir sammelten Blaubeeren und fädelten sie auf Grashalme, und wir bastelten uns Puppen aus Ästen, Gras und Blättern.

Endlich bin ich drauf gekommen, was mich wirklich glücklich macht: Selbstversorgung. Ich habe so ne Ahnung, dass ich gar nicht in der Stadt, sondern in einem lebendigem Stadt-Dorf sehr naturnah leben will. Das wurde mir in meiner Herkunftsfamilie nicht vermittelt, und doch stelle ich hier&jetzt erstaunt fest, dass es wahr ist.

Und da kam die Alte vor der Jurte in meinen Sinn.

Eine alte Frau hockt vor einer Jurte in einer total leeren Landschaft. Uta H.-S. sagte, so was Leeres, ohne jedes Leben, habe sie noch nie erlebt. Die alte Frau kratzt mit einem Stock heilige Zeichen in den Sand, die niemand sieht. Ob der Vergeblichkeit ihres Bemühens frustriert, genervt, erbost, wirft die alte Frau den Stock schließlich hin und stapft hinter die Jurte, wo Hühner scharren. (Ohje, jetzt erwürgt sie die Hühner, dachte ich, als ich das hörte.) Die sie füttert. (Uffz!) Ärgerlich, aggressiv schmeißt sie den Hühnern das Futter hin.
Und am Himmel statt der Sonne eine riesige Uhr.

Ich hab bis eben gedacht, diese Alte muss dringend mit ihrer Jurte wandern, in die Stadt, wo Menschen sind. Dort soll sie ihre magischen, heiligen Zeichen malen, auf dem Marktplatz, damit die Leute sie endlich sehen und was lernen und die Alte endlich nicht mehr allein ist und ihr Leben einen Sinn bekommt.

Jetzt grad ist mir endlich klar geworden, dass es nicht ‚andere Menschen‘ sind, denen die Alte was beibringen muss, sondern ICH bin das. ICH muss – ich will und mag! – von der Alten lernen und ihre Zeichen lesen können. Niemand sonst. Und die Alte muss nicht umziehen mit ihrer Jurte, sondern ich muss bei ihr einziehen, damit wir diese öde Steppe fruchtbar machen.
Vielleicht kommen dann Karavanen bei uns vorbei.

Und jetzt muss ich erst mal was essen.


veganes „Rührei“ aus Polenta mit Räuchertofu, Pilzen und Zwiebeln

Zeitströmungen

Ich hab ja das Newsletter vom Lunarium abboniert. Da kamen Anfang und MItte April Mails mit der Information, dass die Tage vom 20. bis zum 23. April eine ganz wunderbare Zeit seien, um harmonisch zu kommunizieren und wundervolle Dinge für den weiteren Lebensweg zu brainstormen und kreativ und konstruktiv zu sein.
Speziell am 21. April sei eine super Konstellation, um Problemen, die zu Merkur passen (z.B. Lernen, Information, Diskussionen mit Leuten, etc) einen Schubs zu gehen, und dann zu gucken, was passiert.
 
Nu hab ich leider ‚verpasst‘, diese Information an meine geneigte LeserInnenschaft weiter zu geben. Wenns tröstet: Ich hab den genauen Zeitpunkt auch verpasst. Und ich bin im Reinen damit.
Die Dinge haben sich auch so gefügt, und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das auch bei euch der Fall war und ist.
 
Damit deutlicher wird, wie ich das meine, will ich erzählen, wie’s die Tage bei mir war und ist.
 
Am 15. April, genau zum Zeitpunkt, da die retrograde Venus wieder die Richtung wechselte (sie geht nun wieder vorwärts, durch die Schattenarena), bekamen mein Gefährte und ich Krach. Die fiese Sorte Krach, wie wir sie von zwei vorherigen Sommern kennen. Die Sorte Krach, die zweimal in meinem Entschluss gemündet ist, auszuziehen und alleine zu leben. Und die dann dazu geführt hat, dass wir unsere Beziehung neu definieren.
Die Zeit der retrograden Venus ist genau die Zeit für sowas. Beziehungen, die nicht mehr wirklich tragen, lösen sich zu solchen Zeiten auf. Ich war sicher, dass uns das nicht passiert. Nun sind wir ja grad umgezogen, lieben unsere Wohnung, lieben einander, und die Venus retro Zeit hatten wir hervorragend durchschifft. Den 15. April hatte ich mir dick im Kalender angestrichen, und als ihn wir ohne Ärger erreicht hatten, war ich voll zufrieden und beruhigt. Außerdem war ich voller Vorfreude auf die wunderbaren Tage der harmonischen Kommunikation und Kreativität, 20. – 23. April.
 
Und dann BÄNG!
 
Sehr witzig, Universum.
 
Es stand tagelang grässlich um uns. Dann, innerhalb unserer quälenden, nervenden, hilflosen, altbekannten Horrosstreitdiskussionen, kam ein Thema auf den Tisch, das ganz neues Licht auf alles warf. Und seit dem ist alles anders. Als der 20. April dämmerte, hatten wir unsere Beziehung neu definiert. Harmonische Kommunikation volles Rohr.
 
Also, der Himmel wieder voller Geigen, und ich voller Freude, denn ich hatte einiges vor, in den Tagen vom 20. – 23. April. Diese Vorhaben hatten sich zur Zeit passend gefügt, und war für mich ein weiteres Zeichen, dass alles perfekt läuft.
Am 21. wollte ich mich zu einem lange geplanten Online-Astrologiekurs bei eben jener Lunarium-Seite anmelden.
Abends wollte ich zu Qi Gong und Tai Chi gehen, das laut deren Website für wenig Geld einmal die Woche in einer Schulturnhalle stattfindet, die 10 MInuten Fußweg von hier entfernt ist.
Und Samstag wollten wir in Mannheim auf dem Gelände unseres Urbanen Gartens bei einem Hinterhofflohmarkt mitmachen. Ich hatte vor, selbstgemachte Postkarten und andere kleinen Kunstkram von mir mitzunehmen. Ich wollte Tarotlegungen anbieten.
 
Und dann kam’s so:
 
Am 20. April sind wir erst mal zum Möbelum gefahren. Wenn ich das negativ betrachte, kann ich sagen: Wir haben im Konsum geschwelgt. Tu ich nicht. Ich seh das so: Ein weiterer Schritt Richtung Nur Noch Schöne Dinge mit Guten Vibes. Projekt Freude und Fülle.
 
Am supertollwichtigen Tag, am 21. April, kam die angekündigte Einladung zum Astro-Kurs. Als ich per Paypal das Geld dafür bezahlen wollte, war der Preis plötzlich um knapp 10.-€ gestiegen. Steuern. Ich habe keine Ahnung, wer diese Steuern kassiert. Was ich genau weiß: Ich will sie nicht bezahlen.
Hab erst gedacht, ich wär mal wieder geizig. Das ist es nicht. Ich übe seit einiger Zeit, in der Fülle zu leben, und es gelingt mir gut, finde ich. Ich geb z.B., siehe oben, fröhlich Geld für Dinge aus, die ich schön, sinnvoll, heilsam und erbaulich finde.
Steuern an eine Entität zu zahlen, von der ich nicht genau weiß, wer/was die ist und von der ich nix will, finde ich weder schön, sinnvoll, heilsam noch in irgendeiner Weise erbaulich.
Ich habe den Kurs nicht gebucht.
 
Ich habe gehadert, gezweifelt, mir Feigheit und Geiz unterstellt – und dann, als ob das Universum mich noch weiter deprimieren wollte, las ich von einer Freundin, die sich so ungefähr zur gleichen Zeit, auch mit Zweifeln und Gehadere, zu einem (anderen) Online Kurs angemeldet hat. Die also genau das gemacht hat, wovor ich zurückgewichen bin. ARGH!
Und doch war meine Entscheidung gegen die Anmeldung unmittelbar und endgültig.
 
Dann hab ich meine Frust verdrängt und erst mal was getan, was mir richtig Spaß gemacht hat. Ich hab den albernen „stylisches Schreibtisch Accessoire Bastelartikel„-geschrieben. Danach noch den andern über die oben Erwähnten neuangeschafften Dinge.
 
Dann hab ich bemerkt, dass der Tag so gut wie rum war und ich Qi Gong und Tai Chi verpasst habe.
 
Achja, zwischendurch war ne Mail vom Urbanen Garten gekommen: Dass es Samstag sehr wahrscheinlich regnet und der Flohmarkt dann nicht stattfindet. Der Gefährte hatte zu dem auch noch reichlich anderes zu tun, also haben wir den Flohmarkt gecancelt.
 
Das war also mein supertoller 21. April.
Nichts von dem, was ich mir vorgenommen hatte, hab ich gemacht. Stattdessen habe ich Zeugs gekauft und zwei belanglose Blogartikel geschrieben. Oh, das elende Gefühl, eine wichtige Gelegenheit verschwendet zu haben. Versagen, nichts hinbekommen, faul, geizig, verschwenderisch, in alten Mustern gefangen… Mit dem Gefühl bin ich gestern (22. April) aufgestanden.
 
Und dann hab ich das alles mal sacken lassen, gesichtet, Tagebuch geschrieben. Habe sehr genau auf meine innere Stimme geachtet: gespürt, was sich innerlich gut anfühlt und was nicht. Ich habe meiner inneren Wahrheit nachgespürt.
 
Dabei habe ich gespürt, dass ich mit meinen Entscheidungen und Unterlassungen im Reinen bin. Ich hab genau das getan, was mir wirklich Freude gemacht hat. Sowohl Flohmarkt als auch Astro-Kurs sind Dinge, da hatte ich das Gefühl, ich sollte die machen, weils mich zu was führen könnte, was vage richtung Beruf geht. Das sind verinnerlichte Erwartungen, die ich an mich stelle. Die sind nicht meins.
 
So kam ich zu der wundervollen Erkenntnis, dass ich diese angekündigten magischen Tage nicht verschwendet habe, sondern dass ich genau das Richtige getan habe. Dieser Blickwinkel gibt nicht nur den Tagen jetzt eine andere Wertung, sondern, wenn ich diese Wahrheit spüre, meinem ganzen Leben einen neuen Sinn. Ja, wirklich.
Ein weiterer Schritt Richtung Freiheit und raus aus dem ich sollte.
 
So hab ich nun seit langer Zeit auch endlich wieder Lust und Grund, einen Artikel für die HECKENWICKE zu schreiben. Ich wollt euch anregen, zu gucken, was ihr die letzten Tage so getan und nicht getan habt, und wie sich das wo anfühlt. Ob innere Stimmen Urteile abgeben und euch zum Hadern gebracht haben – oder auch nicht. Welche Innere Wahrheit, welches Sehnen, welche Freude sich durchgesetzt haben. Wo ihr mehr auf euer SELBST hören könnt, wo ihr Vertrauen spüren könnt. Wenn ihr das erkennt, habt ihr die schönen Tage jetzt wunderbar genutzt.
 

 
Achja, und Tai Chi und Qi Gong sind nur verschoben. Die haben nix mit „Beruf“ zu tun, drum bin ich zuversichtlich, dass ich diesen Entschluss in die Tat umsetze.
 

Heute Nacht ist Vollmond

Jo, ich bin spät…

in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch,
den 14. Dezember 2016,
um fünf nach eins
(01:05 F/M)
ist Vollmond im Zwilling.

Hier wie immer die

 

Zur Zeitqualität kann ich nur sagen: Da, wo ich bin, ist sehr sehr viel los. Altes löst sich auf, neue Weichen werden gestellt. Ich persönlich hab immer mal wieder Angst und Sorgen, und dann merke ich, dass nicht die ‚Gründe‘ für meine Ängste und Sorgen das Problem sind, sondern meine Ängste und Sorgen. Die habe ich diszipliniert aufzulösen.

Ich war neulich bei den hiesigen Sufis zu einer Herzmeditation. Das Herz ist für mich grad ein wichtiger Fokus ~ das Herz kennt keine Angst. Angst kann uns den Kanal verstopfen und das Herz scheinbar einengen, aber niemals eindringen.

Es gibt viele schöne Herzübungen und -meditationen, hier für Interessierte als Beispiel und Anregung ein Link zur Seite des Lehrers, den ich neulich erleben durfte:

FLAMMENDES HERZ

Smooches, meine Lieben!

Ladet ein, verlinkt, vernetzt, macht mit, habts gut dabei!

Bis dann im Netz!

Narzissmus – dritter Teil

Warum brauche ich so lange, um endlich zu dahin zu kommen, worum es mir wirklich geht bei meinen Artikeln über Narzissmus?

Weil ich hin und her gerissen bin.

Ich habe viel zu dem Thema gelesen und mich darüber unterhalten, und sehr oft bin ich mit einer Haltung konfrontiert worden, die mir verzapft
1. ein eine kleine Menge Narzissmus sei gesund und normal.
2. ich solle Narzissmus in meiner Umgebung ‚einfach‘ an mir abperlen lassen. Dass ich mich ‚triggern‘ lasse, sei mein Problem, ich könne mich nicht abgrenzen, es würde helfen, wenn ich mich vom ausgelebten Narzissmus einfach nicht mehr stören ließe.
3. Manche Websites liefern gar Tips zum Umgang mit Narzissten: z.B. immer Recht geben, loben und bauchpinseln, manipulativ dazu bringen, gute Ideen von anderen als ihre eigenen anzunehmen und umzusetzen.

Zum ersten Punkt hab ich gestern was geschrieben.

Der dritte Punkt ist für mich inakzeptabel. Sowas gehört, wenn überhaupt, ins Therapiesetting, wo die Therapeutin erst mal ein Vertrauensverhältnis ausfbauen muss.
Und es mag eine kurzfristige Überlebenstrategie für Leute sein, die in einer verstrickten Beziehung mit einem Narzissten sind, aus der sie nicht sofort rauskönnen.
Das ist richtig ARBEIT, die Kraft kostet und den Wahnsinn unterstützt. Ich will den Dämonen, der unsere Lebensenergie verbraucht, verhungern lassen und nicht noch füttern!

Aber der zweite Punkt… der zweite Punkt.
Was reg ich mich so auf? Wenn ich mich ordentlich abgrenzen könnte und würde, dann gäbs doch gar kein Problem!
Stattdessen gefalle ich mir in der Rolle als Vampirjägerin, die Narzissmus ausmerzen will, die den Dämonen beim Namen nennen und vernichten will, die Vampire entlarven und ihnen einen Pflock durchs Herz treiben will, damit sie nie wieder Schaden anrichten.

Jaja, Vampirjägerin ist was Heldenhaftes und Ehrenvolles. Die Vorstellung, eine zu sein, erfüllt mich mit Begeisterung –

und dann meldet sich die Stimme aus meiner Mitte, die mir flüstert, dass das typisch narzisstische Tendenzen sind.
Die Anderen müssen sich ändern, und ICH bringe sie dazu! Ich mache die Welt heiler, indem ich Narzissmus entlarve und erlöse. Geiles Selbstbild, dochdoch.
Nur sind Selbstbilder halt leider richtig schädlich. Auch die Wundervollen.
Narziss, der schöne Jüngling aus der Mythologie, nach dem die Krankheit ihren Namen hat, starb, weil er sich in sein Selbstbild verliebt hatte.

Wenn ich also wirklich erleuchtet voller Liebe in meiner Mitte wäre, dann könnte ich den Narzissmus toben lassen, ohne dass er mich stört.
Und wenn mich doch narzisstische KollegInnen quälen, dann wechsel ich halt die Arbeitsstelle, und wenn mir der narzisstische Nachbar das Leben zur Hölle macht, mei, dann zieh ich halt einfach weg.

Und da werd ich wieder wütend. Ich soll dem Narzissmus ausweichen, nachgeben, mich schützen, indem ich den Raum meide, in dem er sich breit macht? I think not.

Ich bin auf meiner Suche im Netz auf eine Seite gestoßen, wo der Knoten beschrieben wird, den ich aufdröseln will.

Das Dilemma mit konstruktiver ziviler Konfliktbearbeitung

Der Artikel scheint auf den ersten Blick langweilig und wortreich. Und dann kommt ein Absatz nach dem anderen, wo in Worte gefasst wird, was mich umtreibt. Wie wenig hilfreich es ist, wenn ich versuche, mich abzugrenzen, mich höflich zu verhalten, nicht heftig zu werden, wenn jemand mich ununterbrochen provoziert und meine Energie zieht.
Ich rate allen Interessierten, den Artikel zu lesen und auch die Buchempfehlungen zu beachten. Ich zitiere nur einen kleinen Absatz aus diesem erhellenden, klugen, hilfreichen Text:

Das Dilemma mit konstruktiver ziviler Konfliktbearbeitung | Lebenshaus Schwäbische Alb

Dazu kommen noch Aufforderungen, doch mehr Souveränität zu wahren und die Angriffe nicht so ernst zu nehmen, kommen oberflächlich ansetzende Vermittlungs- und Versöhnungsversuche, kommen Appelle, nicht eindeutig zu handeln, z.B. keine Trennung durch Vereinsausschluss herbeizuführen, kommt das angewiderte Abwenden und Wegschauen – solches Verhalten, das den idealen Nährboden für seelische Gewalt bereitet, macht es verdammt schwierig, eine entschieden eindeutige Haltung einzunehmen.

So. Da sind sie, die Schlüsselworte, nach denen ich gesucht habe: eine entschiedene, eindeutige Haltung.

Eine Haltung – NEIN zum Narzissmus in jeder Form (auch in mir selber) – ist kein Selbstbild. Sie ist eine Technik, um in Balance, um in meiner Mitte zu bleiben.

Ein anderes Selbstbild dagegen, eins, das mich in diesem Zusammenhang sehr gequält hat, ist das von der liebevollen, reifen, abgeklärten Vetch.

Jedesmal, wenn ich mich in den letzten Wochen über narzisstisches Verhalten aufgeregt habe, habe ich mich insgeheim als Versagerin gefühlt. Warum bin ich so aggressiv? Ich muss doch alle und alles lieben, auch im Narzissten steckt ein verletzter Mensch (stimmt!), dem muss ich mit Liebe begegnen. Liebe heilt alles!

Und das stimmt wirklich. Liebe heilt alles, JA!

Nur — ich muss von innen nach außen vorgehen. Bevor ich die narzisstischen Dödel beiderlei Geschlechts lieben kann, die mir in letzter Zeit so nachhaltig auf den Sack- sorry, auf die Ovarien gegangen sind, muss ich erst mal Zugang zur Quelle haben, wo diese Liebe fließt.
Schlicht gesagt: Ich muss mich selber lieben. Selbstliebe, Eigenliebe.

Wenn ich mich als Versagerin fühle, weil ich statt Liebe Groll verspüre, dann verbau ich mir selber den Zugang zur Quelle. Darum habe ich beschlossen, erst mal das an mir zu lieben, was IST.
Ich liebe meinen Groll. Ich liebe mich so, wie ich bin. Mal bin ich richtig gut, mal nicht. Immer wertvoll und liebenswert. Das übe ich jetzt.

Und wenn ich das kann, dann geschehen wunderbare Dinge auch im Außen. Ich habe das schon erlebt.

Immer, wenn ich selbst heiler geworden bin, hat sich in meiner Umgebung, in der Welt etwas mit zum Heilsamen verändert. Das mag wie esoterischer Schmonzes wirken – ich weiß, dass es wahr ist.

Es kann auch geschehen, dass es sich trotzdem mal entlädt (nicht ‚ich‘, sondern ‚es‘) und ich sehr deutlich Grenzen ziehe. Aus meiner Mitte heraus und darum wirkungsvoll. So eine Entladung kann einen Narzissmus-Vampir dann auch mal zu Asche zerbröseln. Wunderbar! Aber solche Entladungen sind nicht mein Beruf, sondern ein möglicher Nebeneffekt meiner Selbstliebe und Selbstfürsorge.

Ich muss unterscheiden, ob ich aus verletzem Stolz und im Selbstbild der Rächerin auf einen Narzissten losgehen will. DAS ist unheilsam und hilft niemandem.

Oder ob ich aus Höflichkeit, aus Feigheit und aus Angst, mich bloßzustellen, den Mund halte und den Narzissmus toben lasse. Das ist auch unheilsam für alle.

Ich habe also beschlossen, dass ich liebevoll auf mich selber schauen will. Liebevoll und wachsam, im Vertrauen, dass aus meiner Mitte im passenden Moment das Passende kommt. Das kann ich nicht planen und nicht beschließen. Ich beschließe stattdessen, dass ich mich liebe und gut finde, auch wenn ich mal aus der Balance gerate. Denn wer lieben kann und sich selber liebt, ist immun gegen Narzissmus.

 

UFFZ!

 

Narzissmus – zweiter Teil

Es ist nicht von Beutung, was Leute sagen;
es ist nicht von Bedeutung, was sie denken.
Bedeutung, Auswirkung, Wirklichkeit hat das, was sie TUN.

 

Nachdem ich mir durch den ersten Teil notwendig Luft gemacht hatte, wollte ich am Nachmittag den zweiten Teil schreiben.
Den angefangenen Text habe ich inzwischen verloren. Ich glaube, das ist gut so. Ich hatte mich in einer Einleitung verzettelt, in der ich berichtete, was mir in letzter Zeit alles so an Narzissmus begegnet ist, direkt und indirekt. Erstaunliche Häufung, die bis jetzt anhält.

Ich habe auch online viel zum Thema gelesen. Und ich habe Hilfreiches gefunden. Trotzdem bin ich nicht zufrieden.

Ein Problem ist die verbreitete Akzeptanz narzisstischen Verhaltens. Typisch sind Aussagen wie diese:
„In unserer Welt der Likes und Selbstdarstellungen scheint der Narzissmus zuzunehmen. Ein Problem? Richtig dosiert dient die Eigenliebe der psychischen Gesundheit.“

Ich halte diese Begriffsverwirrung für sehr schädlich. Lucretia Tambourinfrau hat mir durch einen Kommentar dazu verholfen, da genau hinzusehen.
Es sind ’nur‘ Worte, aber durch das Vermischen und Verwässern von Bezeichnungen können wir das Problem nicht mehr deutlich sehen.
Sooo schlimm ist Narzissmus ja gar nicht, er hat ja auch gute Aspekte.
Nein, hat er NICHT. Und er ist noch viel schlimmer als du meinst.
Darum definiere ich, hier in diesem Blog, das Wort Narzissmus so, wie im ersten Teil geschehen.

Ich weiß, es gibt in der Psychologie den Begriff des ‚positiven Narzissmus‘.
Damit werden stabile Menschen bezeichnet, die sich selbst mögen, die gerne was schaffen, die sich Erfolg wünschen, für sich und die, die sie lieben. Sie können andere Menschen verstehen und unterstützen. Wer das kann, ist kein Narzisst.
Selbstliebe ist schön, wichtig, heilsam! Die Voraussetzung dafür, andere lieben zu können. Der Zugang zur Quelle, aus der Emapthie und Großzügigkeit sprudeln. Ein echter Narzisst kennt nicht mal einen Hauch wirklicher Selbstliebe – genau das ist die Wurzel des Übels! Selbstliebe hat NICHTS mit Narzissmus zu tun.
Was ist gewonnen, wenn ich einen ‚gesunden Narzissmus‘ definiere? Nichts, außer Sprachverwirrung und Desensibilisierung.

Sprache ist wichtig.

Und Selbstliebe ist wichtig. Sie ist das Gegenteil von Narzissmus und immunisiert uns gegen ihn.
Wenn ich mich selbst gut finde, kann mich Narzissmus in meiner Umgebung nicht berühren, nicht aussaugen.
Wenn ich mich selbst gut finde, habe ich es nicht nötig, selbst narzisstisches Verhalten zu zeigen.

Was wahr ist: sehr viele Menschen, auch wenn sie keine echten Narzissten sind, zeigen immer wieder narzisstische Verhaltensweisen. So füttern wir, die wir uns noch nicht stabil selbst lieben, den Narzissmus unserer Welt.
Nur, weil das weit verbreitet ist, ist es noch lange nicht ‚gesund‘ oder gut.
Es ist normal, ja.
Bloß, das Wort ’normal‘ hat umgangssprachlich eine Bedeutung bekommen, die nicht der Wirklichkeit entspricht.
Ich zitiere mich selbst:

Mit ’normal‘ wird im täglichen Sprachgebrauch meist ‚gesund‘, ‚angemessen‘, ‚richtig‘, ‚gut‘ und dergleichen gemeint.
Tatsächlich aber ist das Normale einfach nur das, was der Norm entspricht.
Und das ist, wenn es um gesellschaftliche Normen geht, meist weder gesund, noch angemessen, noch richtig, noch gut.
völlig normal

Ich will dazu beitragen, dass sich die narzisstischen Normen unserer Gesellschaft auflösen. Ich will, wie in Teil eins schon geschrieben, Vampire dem Sonnenlicht aussetzen.

Was also tun?

Darüber denke ich seit Wochen nach. Ausgelöst durch einige pathologische vollblut-Narzissten in meinem Leben. Seit ich sie als das erkannte, was sie sind – Vampire – sehe ich plötzlich überall Narzissmus. Auch bei mir selber. Nicht immer den hammerharten, superschwer zu therapierenden Vampir-Narzissmus, aber doch ungesunde Tendenzen. Und seit dem überlege ich, was ich da Heilsames machen kann. Zur Zerbröselung von Vampiren, zur Heilung der ungesunden Tendenzen im Alltag und in mir selber.

Und darüber schreibe ich dann in Teil 3.
Wow, ist das zäh mit diesem Thema. Ich wollte eigentlich nur einen kleinen Artikel dazu schreiben. 😛

Narzissmus – erster Teil

Das Thema wieder. Brainstorm.

Der erste Narzisst, unter dem ich bewusst gelitten habe, ist mir online begegnet. Ist viel Jahre her. Da habe ich zum ersten Mal begriffen, wie ausgeprägter Narzissmus wirkt, wie niederträchtig, gierig, zerstörerisch und völlig wahnsinnig diese Störung einen Menschen macht.

Ein Narzisst ist wie der Geisterfahrer auf der A8, der im Autoradio hört „Auf der A8 kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen“ und brüllt „Einer? HUNDERTE!“

Manche haben sich konsequent hochgebissen und werden so Abteilungsleiter, Chef, Steve Jobs oder Präsident von Amerika.
Dazu gibt es noch die unzähligen ‚kleinen‘ Narzissten, die sich zu ihrem Leidwesen mit durchschnittlichen Lebensumständen rumschlagen müssen. Sie trollen in Foren, mobben in Betrieben und Büros, stiften Umfrieden in ihren Nachbarschaften, saugen in Lerngruppen, quälen in Familien…
Ihr Name ist Legion.

Ein Narzisst definiert sich die Welt im Sekundenbruchteil neu und weiß, dass er Recht hat. IMMER.

Mit ihm zu diskutieren, zu versuchen, logische Argumente auszutauschen, ist völlig sinnlos. Es dient nur dazu, ihm Aufmerksamkeit zu verschaffen, und die braucht er.

Und er bekommt niemals genug. Weil er ein schwarzes Loch an Bedürftigkeit ist. Unersättlich. Du kannst strampeln und geben und dich aufopfern, es wird niemals genug sein, und das ist DEINE Schuld, du erbärmlicher Wurm!

Aufmerksamkeit durch Bewunderung und Anbetung sind dem Narzissten sehr wichtig, doch sie genügen niemals. Seine Hauptenergiequelle ist Reibung. Von ihm verursachtes Leiden anderer Menschen.
Er provoziert und verletzt und belästigt. Er findet instinktsicher deine wunden Punkte. Er quält, und das auf so manipulative, bösartige, niederträchtige Weise, dass wir es oft nicht erkennen. Und wenn wir beginnen, zu erkennen, können wir es erst gar nicht glauben. Weil wir nicht glauben wollen, dass ein Mensch so grauenhaft sein kann.

Um das Ausmaß des Entsetzens zu verstehen, hilt mir persönlich ein Bild:
Ein Narzisst ist kein Mensch, sondern ein Dämon, der einen Menschen in Besitz genommen hat. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Niemand wird so geboren. Unsere Gesellschaft erzeugt den Narzissmus. Die Narzissten, die ich erlebt habe und erlebe, tragen großen Schmerz und grässliche Ängste in sich. Der Mensch in den Klauen des Dämons hat mein Verständnis, mein Mitgefühl. Das verletzte Kind ist nicht ’schuld‘. Nur ist an diesen Menschen kein Herankommen, denn der Dämon gaukelt ihm vor, er sei sein Verbündeter. Und der Dämon hat Hunger, und der Dämon will überleben. Wir – Dämon und gefangener Mensch – gegen die anderen.

Das verstehe ich.
Das heißt nicht, das ich Verständnis für den Dämon aufbringe. Ich habe mit ihm kein Mitleid, ich empfinde kein Mitgefühl.
Ich will ihn verhungern lassen. Ich will, dass er im brennenden Sonnenlicht zu Staub zerfällt. Ich will ihm einen Holzpflock durchs Herz treiben.

Denn Narzissten – männliche wie weibliche – sind Vampire.

So. Das ist noch lange nicht das, worüber ich zur Zeit nachdenke und worüber ich schreiben möchte. Das ist hier ist nur… eine Begriffsdefinition. Worum es mir geht ist der Umgang mit dem Narzissmus – in meinem eigenen Innern wie im Außen.

Dazu später, ich brauch jetzt erst mal ne Pause…

Love’n’Peace!