Lady of the Dan hat geschrieben

Donnerstag, 20. & Freyjatag 21. Juli 2017 ~ Dankesammlung

Gestern, Donnerstag 20. Juli
Gestern war – gar nichts los und ganz viel los.

Wir sind früh aufgestanden und mit Nelly zur Tierklinik gefahren. Sie wurde geröngt, und dann wurde beschlossen, dass sie nicht operiert wird, sondern erst in frühestens zwei Monaten. Bis dahin soll sie aus dem Kasten raus und ihr normales Leben wieder aufnehmen. Vor allem soll sie sich bewegen.
Dafür bin ich dankbar – (erst mal) keine OP und Nelly wieder aus dem Kasten.
Nelly sieht das anders. Sie war verstört, dass sie nicht mehr in den Kasten konnte und hat sich in dunkle Ecken verkrochen. Zeitweise hat sie sich im Katzenklo versteckt.
Schließlich hab ich sie in meinem Zimmer auf den Stuhl gesetzt, und da ist sie lange liegengeblieben. Später hat sie dann aufs Kissen gewechselt, und das wars für den Tag mit dem Bewegen. Achdoch, abends ist sie hoch, auf den Spitzboden über der Küche, und da liegt sie jetzt noch in der allerhintersten Ecke und kommt nicht raus. Gefressen hat sie gar nichts – seit vorgestern. Wir lassen sie heute noch in Ruhe. Wenn sie morgen früh immer noch da hockt, kletter ich hoch und hol sie.


Ein misstrauisches, ängstliches, gar nicht zufriedenes Kätzchen.


Das war später am Tag gestern, da war sie mal wirklich entspannt. Achje, das Schnusel.

 
Ich hab gestern alte Tagebücher gelesen, aus irgendeinem Grund kam das so. Habe mit №1 angefangen, 1981, da war ich 11. Bin bis №8 gekommen, 1984. In der Zeitspanne war John Lennons Tod (ich habe tagelang geweint), die Scheidung meiner Eltern und dann jedes Wochenende die Fahrt von Bonn (Ma) nach Köln (Däd) und zurück – und zurück war schrecklich! In Bonn musste ich zur Schule, wo ich in der Klasse eine der Ausgestoßenen war (das Wort mobbing gabs da noch nicht…), und in Bonn lebte bei uns der grauenhafte, ja wirklich grauenhafte Freund meiner Mutter. Als meine Ma schwanger war, ließ er sie sitzen und es folgte Umzug Ma mit mir und meinem kleinen Bruder nach München. In №8 ist klar, dass ich nicht versetzt werde auf dem bedrissenen Mädchengymnasium, auf das ich von allen möglichen münchener Schulen gelandet war….
Ich weiß, dass diese Jahre schlimm waren – in meinen Tagebüchern kommt das nur manchmal durch. Hauptsächlich schreibe ich von Beatles, Ultravox, Star Wars und dann immer mehr Schulstress, der mich beim Recherchieren nach und Durchkauen von Infos über Ultravox und Star Wars stört.
Es war gestern schmerzhaft, das zu lesen. Dazu kam noch eine… eine Missstimmung zwischen mir und dem Gefährten. Der hatte auch irnzwie et ärm Dier. Ich habe dann für Versühnung gesorgt, als ich ihm sagte, dass ich seinen Beistand brauche bei der Verarbeitung meiner Vergangenheit.
Für den Frieden dann und noch für anderes bin ich dankbar.
Ich bin dankbar, dass ich auf dem bedrissenen Mädchengymnasium in München war, denn es gab einige coole Lehrerinnen dort, die mich trotz meiner größtenteils schlechten Noten schätzten, mich für intelligent hielten und mich das spüren ließen. Außerdem hab ich dort wirklich was gelernt, auch in den Fächern, in denen ich fast nur 5er und 6er hatte. Nur nicht in Französisch – doch eine französische Mitschülerin sagte mir, ich habe von allen die beste Aussprache, besser als echte Franzosen (weiß nicht, wie das gehen soll – das hat sie jedenfalls gesagt). Das hat mich riesig gefreut, und den 6er fand ich darum gar nicht mehr so wichtig.
Ich bin auch dankbar, sehr dankbar, dass ich auf dieser Schule Lady of the Dan kennenlernte. Ich bin froh und dankbar, weil wir uns damals gegenseitig ermutigt und unterstützt haben. Ein Motto von uns war „Wer spricht von siegen? Überstehn ist alles!“ (Rilke). Seit dem, seit vielen Umzügen und Veränderungen, verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Das ist was Besonderes! ❤
Ich bin auch meiner Ma dankbar, die mir wirklich ne Menge zugemutet hat damals. Oh wow, das hat sie! Der ich auch Kummer gemacht habe („Sooo intelligent, aber stinkend faul!“). Und die mich doch nie mit Druck zu irgendwas gezwungen hat, sondern mich so sein gelassen hat, wie ich nun mal war und bin. Sie wollte lieber Kinder, die gutartig und aufrichtig und integer sind, statt angepasster Vorzeigekids mit tollen Noten. Darum hab ich heute einen so schrägen Lebenslauf ohne tolle Karriere. Danke, Ma! Wirklich. DANKE! ❤
Und schließlich bin ich auch der jungen Vetch dankbar, die damals so gut für sich gesorgt hat, wie sie eben konnte. Mit dem, was sie zur Verfügung hatte. Die ihre Prioritäten ganz klar hatte, die ihre Energie auf das gerichtet hat, was sie wirklich interessierte. Leider war das nur Mist – Musikgruppen, Filme. Weil ich damals von nichts anderem wusste. Das ist so gewollt. So werden junge, sehnende Seelen durch Konsum verblödet und versklavt. Trotzdem haben sie mich nicht gekriegt, weil ich die ganze Zeit etwas anderes gesucht habe, von dem ich damals nicht wusste, dass es existiert. Trotzdem habe ich niemals aufgehört, zu suchen, und ich habe es gefunden. Dank dir, junge Vetch! ❤

Oh, und ich war auch sehr dankbar für den Regen gestern. Und dass die Paprika blüht. Ob das noch ne Schote wird, dies Jahr? Egal. Wunderschön ist sie!

 
Oje, das Gedicht. Ich hab da eins im Tagebuch №1,
Das Bienlein oder Lob der Faulheit
Hehe.

Das Bienlein fligt von Ort zu Ort
Was sucht es wohl in einem fort?
Es sucht den Honig, klar und rein,
der in den Blümlein sollte sein.
Gar fleißig, emsig frisst es auch
den Honig in den dicken Bauch.
Die andern Bienen sammeln emsig,
doch unser kleines Bienchen bremst sich.
Es legt sich faul unter ein Blatt,
denn es ist ja bis oben satt.
Ein Vogel kommt und denkt sich „Bah!
Was liegt denn Ekelhaftes da?
Das so furchtbar nach Honig riecht,
dass man gleich auf dem Rücken liecht!“
Dann fliegt er zu den andern
Bienen, die dort wandern.
Und frisst sie alle ganz und gar —
Das faule Bienlein liegt noch da.
Und die Moral von der Geschicht:
Die Faulen frisst der Vogel nicht.

Ich bitte die Bienencommunity um Entschuldigung!
Paar Rechtschreibfehler hab ich berichtigt. Der Gefährte meinte „Wie alt warst du da? Elf? Unglaublich. Sagt alles über dich.“
Ich nehm das als Kompliment. =)

 

Heute, Freyjatag 21. Juli.

Heute hab ich Comptag, und als erstes fand ich eine Mail, die mir Lady of the Dan gestern geschickt hat.
Andrea Jürgens ist gestorben, und wenn ich von der höre, muss ich immer an Dich denken, und dann hab ich mir „Dabei liebe ich euch beide“ angehört, bemerkenswert.
Also da saßen wir in der Schulbank und ich weiß nicht, wie wir auf die kamen, jedenfalls hast Du gesagt, dass sie Dir so aus der Seele gesprochen hat, weil sie auch 11 war wie Du, als Deine Eltern usw. – ich wie immer völlig verständnislos, fand AJ schrecklich so wie ich alle Kinderstars verabscheut habe usw. ABER ich muss sagen, abgesehen davon, dass die Mutti die Böse ist (die 2. Strophe hätte wirklich etwas Ausgleich schaffen können), ist das ein bemerkenswertes Lied, und abgesehen davon, dass da eine 11jährige auf erwachsen getrimmt wurde, kann sie irre gut singen.
Ja zu allem. Also, nicht zu dem „wie immer völlig verständnislos“ – immer stimmt nie, hehe. Und das Lied ist grauenhaft. Und doch… ich hatte heute nasse Augen, als ichs auf YT angehört habe. Erstaunliches Lied, zu der Zeit. Und das schickt mir LotD gestern. Wasn Zufall aber auch.

Heute morgen wars noch kühl (ach, war das SCHÖN!) und da hab ich was für die Arme gebraucht und gleich gefunden, weil mir vor einiger Zeit die superschöne Strumpfhose aus Berlin durchgelöchert ist. Ich find sie so schön, dass ich sie nicht wegwerfen wollte, also hab ich die Beine rausgeschnitten, und die haben mir heute wunderbar als wärmende und mich erfreuende Stulpen gedient.

Bei der Stulpen-Fotosession heute morgen aufm Balkon sah ich, dass die Tentalkelpflanze mitm Blühen angefangen hat! ❤

Ich hab neongelbe und lila Tinte im Glasfass bekommen, und nun kann ich ganz ganz wunderbare Farben mischen. Ich brauch — plastikfreier Juli plastikfreies Leben — nie mehr Tintenpatronen kaufen. Nie mehr. Ich fülle leere Patronen mit Spritzen, die ich noch aus der Kontaktladenzeit habe (und wenn ich die nicht hätte, würd ich mir welche kaufen). Die Spritzen habe ich beschriftet, für jede Farbe eine, funktioniert perfekt. Und meine Füllerkugelsammlung ist groß genug.

Wir haben gestern zum Einschlafen einen ganz kuriosen Film geguckt. „Incubus“ der einzige Film (meines Wissens), der auf Esperanto gedreht wurde. Mit William Shatner! Ich mochte Esperanto irnzwie nie, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben. In dem Film hab ichs zum ersten Mal richtig gehört, und ich finde es faszinierend.
Was den Film angeht: Wir hatten einen obskuren Stinker erwartet. Ich mein, William Shatner!
Was wir sahen waren Schwarzweißbilder wie alte filigrane Scherenschnitte, flirrende Hitze, Gräser, Schatten, seltsame, entrückt-beklemmende Atmosphäre. Auch die Musik so schön, sanft, andersweltlich. Dazu diese seltsame Sprache. Und alles auch sehr Sixties.
Wir sind drüber eingeschlafen, weil der ganze Film so hypnotisch ist. Und ich freue mich sehr darauf, heute abend nen Tick früher ins Bett zu gehen und ihn noch mal und dann ganz zu gucken.

So, morgen ist ziemlich sicher Putztag und außerdem compfrei, was ich ziemlich sicher wieder einhalten werde. Ich hab noch sehr viele Tagebücher, und ich habe neue Tintenfarben. Und ich hab ein Kätzchen, das rehabilitiert werden möchte. Doch, Nelly, das möchtest du. Glaubs nur!
Ich war auch mal sechs Wochen im Krankenhaus, mit nem gebrochenen Hals, fünf Wochen davon nur im Bett. Als ich wieder heimkam, hab ich nen Heulkrampf bekommen, mein Bett in die Mitte des Raums geschoben, nen hohen Nachttisch daneben, darauf die geklaute Schnabeltasse.
Erst nach drei Tagen hab ich das alles peinlich berührt wieder abgebaut. Nelly ist gestern erst aus ihrem Kastenparadies vertrieben worden.

Das Gedicht. Eigentlich müsste hier Der Große Frust Blues hin, den ich damals zusammen mit Lady of the Dan geschrieben habe. Doch ich find ihn nicht mehr! ARRRGH! 😥
Stattdessen einen andern Blues, aus den späten 80ern, der insgesamt genau das beschreibt, was mir gestern entgegenwehte.

Schoolgirl’s Blues

didn’t stop worrying about death
didn’t stop dieting – still I’m fat
didn’t meet the people I wanted to
didn’t think Hesse taught me something new
but I feel – there’s something moving…

didn’t get better at school, nor did I quit
didn’t try acid – still smoking shit
didn’t find truth in god above
didn’t find the one and only to love
but I feel – there’s something moving

didn’t reach enlightment nor got my mind clear
didn’t pack my jack – no, I’m still here
didn’t find an opinion or what I wanna be
but a certain feeling grows and I need to break free!
and I want! I want! I WANT! to be moving!

spent countless nights thinking what life is about
wasted my time coz no answer was found
had some solutions – they didn’t last long
but I know what I must do for I know what went went wrong
I got! I got! I got! I got to be moving!

sure I’ll stay until I’ve finished school
sure I’ll be normal. I won’t break no rule
often I’m afraid that I’ll never stop to wait
I fear time is spent and that it’s to late!
but I know, yea, I know I’ll be moving!

You tell me that I don’t see the truth
you say restlesness was a desease of youth
and your talking goes on and on and on and on and on and on and on and on
and when you look for me I’ll be gone!
because I’m moving!!!!

 

 

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Donnerstag, 29. Juni und Freyjatag 30. Juni und 7. Juli ~ Dankesammlung

Ich hab ja viele, viele Tage Dankesammlung nachzuholen. Ich mach das jetzt wunderbar chaotisch der Reihe nach und durcheinander. Hauptsache, ich machs! =) Für heute und für die ersten zwei Tage nach meinem letzten Eintrag.

 

Dotach, 29. Juni
Das war ein Tag bevor ich nach Köln gefahren bin. Ich war in Mannheim und hab geshopped. Ganz ohne Röckdöts – ich hab richtig viel Geraffel und Zeugs gekauft. KONSUUUUM!
Dankbar war ich an dem Tag für

Viel Spaß beim Sachenkaufen. Mach ich nicht sooo oft. Ich habe wundervolle neue Holy Smokes Räucherstäbchen erstanden, und vor allem: ganz wundervolle, ENTZÜCKENDE Fächer (Sandelholz) aus China, in einer wunderschönen Pappchachtel. Glas Deckel statt Plastik. Ich guck morgen, ob ich da noch welche von finde, die sind wundervoll zum Verschenken. Vor allem im Plastikfreien Juli (und überhaupt im Plastikfreien Leben).

Im Weltladen hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit der Lady hinterm Tresen. Es ging um Spirituelles – es ist wunderbar, wie einfach und oft sowas möglich ist. Als ich ging, sah sie meine Tasche und rief erfreut: „Und eine Shiva-Tasche!“ ❤

Vorher habe ich denen im Weltladen einen großen Dienst erwiesen. Als ich reinkam, waren die Lady und ihr junger Kollege hinterm Tresen festgelabert von einem lieben älteren Herrn. Er kaute ihnen das Ohr ab mit seiner politischen Arbeit, seinen Forschungen, die niemand veröffentlichen will, weil ja alle gleichgeschaltet sind – achja, das kenne ich doch gut, so ein Denken und Empfinden. Von mir.
Dann erzählte er, wie sein Computer Bäckups seiner wichtigen Texte löscht, seit er sie auf einer externen Festplatte archiviert. Das seien natürlich SIE – achja… so ein Denken und Empfinden kenne ich leider auch sehr, sehr gut. X) Ich mischte mich ein, indem ich den Herrn fragte, was er auf seinem Computer hat. Windows. Na dann. Ich hab ihm Linux empfohlen. Der junge Mann hinterm Tresen rief „Sehr gut! Danke!“
Ich hab dem Herrn gesagt, dass er auf seinem Computer der Chef sein muss, hab ihm Posteo statt Web.de empfohlen und desweiteren die Welt ein bisschen erklärt. (Leute zulabern kann ich besser als  – als eigentlich alle!)
Währenddessen, befreit, verzupfte sich der junge Mann hinterm Tresen aus dem Laden, nicht ohne sich bei mir noch grinsend zu bedanken. Nach einer kleinen Weile hatte ich den lieben älteren Herrn so weichgelabert, dass er sich auch verzupfte, auch mit viel Bedanken bei mir. Hehe, das Gute Werk des Tages.
Danach kam es noch zu dem oben erwähnten schönen Gespräch mit der Lady hinterm Tresen.

In dem Zusammenhang — Sólveig bin ich auch sehr dankbar, da sie mich neulich an etwas erinnert hat, das ich vergessen hatte. Ich hatte so ein-zwei Wochen vor Köln mal wieder so einen kleinen Absturz. Hier hab ich vor fast zwei Jahren drüber geschrieben, und neulich hatte ichs mal wieder völlig vergessen. 😛 Danke also an Sólveig!

In einem Laden sah ich eine Tasche, die ich fast gekauft hätte. Sie war leider nicht schön und dafür zu teuer, drum hab ichs nicht getan, doch ich durfte sie freundlicherweise fotografieren. Der Spruch darauf ist toll:
Freiheit heißt nicht, alles tun zu können, was man will.
Freiheit heißt, nicht alles tun zu müssen, was man soll.
Jean-Jaques Rousseau

Das reicht.

Gedicht, oje, ein Gedicht!

Das Gedicht zum Donnerstag
wird kurz und knapp
weil der Tag schon lange her ist
und ich bin heute schlapp.

 

Freyjatag, 30. Juni

Oke. Das war der Reisetag. Da war ich dankbar für

Es ist bisschen kühler gewesen.

Ich hatte fast alles schon am Tag vorher gepackt. Das war das erste Mal in meinem Leben, glaub ich. Das war super! =)

Mein Schnusel und Gefährte kam rechtzeitig aus der Arbeit, um mich zum Zug zu bringen. Alles gut geklappt, und die Reise war auch gut.

Ich habe ein Buch wieder angefangen, dass der Schnusel und Gefährte mir vor, weißnich, zwei Jahren oder so geschenkt hat, Arabian Nightmare von Robert Irwin. Sehr sehr schönes Buch! ❤
„The brain secretes thought as the liver secretes bile.“
(„Das Hirn sondert Gedanken ab, so wie die Leber Gallensekret absondert.“)

Ich hab am Bahnhof in Köln meine Mutter wunderbar gefunden – die kam zur gleichen Zeit aus München. Und dann nahmen wir ein Taxi und fuhren ins Hotel.

Das Hotel war in Furunkelstadtteil am Arsch von Köln. Gewerbegebiet, TRIST. Am Tag der Ankunft war das Wetter trüb, nass und kühl. Ich war trotzdem guter Dinge und habe mich erst mal im Hotelzimmer eingerichtet. Geräuchert hab ich z.B., das ist hier zu sehen (das erste Bild). Ich hatte ein seltsames Déjà-vu — früher, als ich Roadie war (Musicals und dem Copperfield seine Zauberschau) habe ich viel Zeit in Hotelzimmern verbracht. Darum hab ich von dem Tag auch so ne Art Gedicht:

Wieder im Hotelzimmer
ich erinnere mich
weiß noch die alten Zauber
well prepared
Essig, Rauch und Karten
Kerze und Wasser und Klang
Brot und Buch und mein Öl
alles da.
Hier ist Schutz und Zuflucht.
Paris~Dakar.

Was es mit Paris~Dakar auf sich hat — davon erzähle ich ein anderes Mal.

 

Heute.

Sprung in die Gegenwart. Heute bin ich dankbar weil

Ich bin wieder daheim im schönen LU, beim Schnusel und den Katzen, in unserer magischen, wundervollen Wohnung. ❤

Ich hab also angefangen, die Dankesammlungen der letzten Tage zu schreiben. Den Rest erzähl ich auch noch. Erbarmungslos! Mal sehn, wann das ist. Morgen hab ich compfrei, übermorgen haben wir Besuch. Demnächst.

Heute beim Kochen ist mir aufgefallen, dass ich sehr dankbar dafür bin, wie praktisch und schön alles in der Küche geordnet ist. Alles an seinem Platz, griffbereit, wunderbar. Und ich bin dankbar für das superscharfe Messer.

Wir haben den Ablauf bis zum Besuch am Sonntag so geplant, dass es mir gut in den Kram passt. Putzen ist überfällig, wir haben noch andere Dinge zu tun, morgen Schule ~ wir bekommen das alles geregelt. Gut.

Lady of the Dan hat geschrieben:

Ach ja, die Schienen, die in der Sonne braten … ich weiß genau, was Du meinst, und finde es mindestens so toll. Nur leider braten da nicht die Schienen, sondern die zur Unverrottbarkeit in Altöl getränkten Schwellen selbiger Schienen. Schlimm, aber wahr, genau das isses, und essis geil.

Ich eiere derweil durch die Welt, aber es wird besser, und Dein Blog hilft. Ich schreib mir jetzt nicht mehr Erledigungszettel, sondern ausformulierte Listen mit „Heute möchte ich …“ – und das Leben ist plötzlich ganz anders. Ich mach das nämlich alles freiwillig, das vergesse ich immer wieder.

Das freut mich SEHR, dass mein Blog hilft, und wenn ich selber meine Artikel öfters lesen und mir zu Herzen nehmen würde, dann würd ich vielleicht selber auch nicht so oft so Wichtiges vergessen… vgl. oben. X)

So, und nu reichts. Das waren nur drei Tage und schon so viel Text.

JajajaJA, bin dabei… öm…

Es ist SCHWÜL SCHWÜL SCHWÜL.
Das Gewitter in der Nacht
hat die Luft durchnässt.

 

Wiener Impressionen

Was ne bescheuerte Überschrift! Ich machs wieder gut mit dem was jetzt kommt. Lady of the Dan hat nämlich geschrieben, ziemlich krypisch, wie mir zunächst schien.

„…gleich kommt noch ne Mail, alle Schönheiten aus Wien, am besten gefällt mir ja das hochoffizielle „Spontangebrechen“. Kannste alles verwenden.

Okeee?
Die zweite Mail war ein Link zu 8 entzückenden Fotos Inkl. Spontangebrechen.

Here goes (Anklicken macht das Bild größer):

 

 

 

 

 

 


Mein Favorit!

 
Wunderbar, das alles. Made my day!

Ach der!

Lady of the Dan hat geschrieben. Dadurch habe ich einen wundervoll-grauenhaften Martial Arts Hong Kong Schinken geguckt, wieder was zu TKD erfahren, und sie hat endlich das ausgesprochen, was zu „Astral Weeks“ schon lange gesagt gehört.
Achja, und dann is da noch so’n Film…

Also eigentlich dürfte ich ja nichts dagegen haben, dass der gute Han inzwischen der Vergreisung nahe ist, sind doch auch an mir die letzten über 30 Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. Aber trotzdem!
Ach seufz! Aber dass er jetzt schon in der tz Interviews gibt, dem hinterletzten Blatt der Galaxis. Und warum rasiert man sich heute eigentlich nicht mehr? Würde garantiert 5 Jahre jünger machen. Und was hat er da in der Brusttasche? Minitrinkfläschchen?

Die beiden hier stehen im Regen, was bleibt Ihnen anderes übrig:

Omann, ich mach irgendwie NICHTS, also nichts, was wirklich was wäre, auch wenn ich jetzt meine mehr als 150 CDs auf den Rechner gezogen habe. Wozu? Um im Falle eines Atomschlags nur meine externe Festplatte unter den Arm klemmen zu müssen anstatt ganze Regale und den Desktop?

Nee, meine CDs werf ich nicht weg, aber Platten! Jetzt fliegt endlich Judge Dread raus – dass ich DEN noch hatte! Schluss mit Jungsmusik, das wurde endgültig klar mit einer euphorischen Kritik von Van Morrisons „Astral Weeks“, das der Kritiker in seiner Jugend zwar im Schrank, aber nie gehört hatte und jetzt entdeckt hat. Da dachte ich, ach, das könnte man sich auch mal wieder anhören, und das Werk, das ich aus unklaren Gründen immer schon für verdächtig gehalten hatte (gleichwohl häufig aufgelegt), war UN-ER-TRÄG-LICH! Kleine-Jungs-Musik mit Pseudotiefgang, ein einziges Jammerlappengedöns. WEG damit! Uärrggh!
VIEL schöner, sich stundenlang auf J.s Sofa auf ihrem iPad Dutzende von Videos zu Hyongs usw. anzuschauen, zu forschen, rekonstruieren und zu staunen, wie ich das am Wochenende gemacht habe. Auch Mackerkram, aber das bringt mich tatsächlich weiter.
Ausgelöst wurde das alles durch eine Schülerfrage, ob die Hand so oder so … und ich wusste es mit der Frage nicht mehr.

Und jetzt kann ich, fast ganz allein durch Youtube-Osmose, endlich den 20. Hyong (von „einem Dozenten“ vorgeführt)! Den schenk ich mir selber zum 30jährigen im Februar. Da kann ich jetzt 20 + 5 Formen. Und ich bin auch gar nicht traurig, dass nun keiner mehr kommt. Bei Bedarf organisier ich mir den nächsten auf Youtube. Bei Interesse:

Außerdem hab ich „When Taekwondo strikes“ von 1973 entdeckt, da läuft Jhoon Rhee, Hyongbuchpionier, im Vorspann Teile von Hyong 9 und 10, die Unterschiede sind HOCHinteressant. Vintage sozusagen!
„When Taekwondo strikes“ (1973):

Leider bin ich nicht Angela Mao und war es nie.
Aber Jhoon Rhee macht in den 2 Minuten im Vorspann Teile von Hyong 9 und 10, und das auf eine hochinteressante rhythmisierte Weise, die den Hyongs tatsächlich mal eigen war. Mit der ITF, also schon 1968, ist das alles verlorenggegangen und nur noch in Teilen bei uns hier angekommen.
Und das Lustigste ist, dass ich in unseren Hyongversionen Dinge finde, die auf der Welt außer uns niemand macht – hihi, und gerade drum sind sie bewahrenswert. Ach, bestimmt mal wieder ein Missverständnis, und die sind echt Gold wert!

Und ja, „feste Termine haben ihren ganz eigenen Zauber“ – wem sagst Du das!

So, Schluss jetzt.

Lady of the Dan

Lady of the Dan hat geschrieben

Dieser Blog hat jetzt ne neue Kategorie.

Ich lass ja eh immer wieder was von Lady of the Dan einfließen. Sie ist ne Schulfreundin von mir, wohnhaft in München, starke Affinitäten zu Heidelberg und, denk ich, Berlin.

Sie schrieb mir per Mail, sie müsse mir zu meinem Eintrag gestern — Fotos mit dem, was ich sehe, wenn ich nach unten gucke —

dies schicken: Das erste gestern fotografiert (Haidhausen). Sehr unten!

Ich weiß nicht (und will nicht wissen), was da aus dem Boden quillt.

Wie ich inzwischen erfahren habe, handelt es sich um eine Wurzel des Straßenbaumes 5 m weiter. Na gut, das wollte ich doch wissen. Wie cool!

Und das andere nur, weil’s mich dran erinnert hat.

Zu dem Foto kann ich nur sagen: SEHR schön! =) Erinnert dran hat sie das.

 

Und weil ich grad dabei bin, möchte ich auch sehr hübsche Fotos hier zeigen, die sie mir neulich aus Berlin geschickt hat.

Das hier hat mich dazu veranlasst, im Netz nach PINK STINKS zu gucken.

Der Spruch dadrauf fasst zusammen, was mich an Diskussionen zu Sexismus und Feminismus so schrecklich anstrengt.
(Genau deswegen schreib ich dazu so gut wie nichts mehr. Es strengt mich zu sehr an.)
 

Sowas mag ich ja überhaupt immer:

 
Und alte Bekannte hat sie getroffen.

Wie schön!

 

Und dann möchte ich völlig zusammenhangslos noch zitieren, was LotD mir am 1. Oktober gemailt hat. Es ist herbstlich, so gesehen passt es doch. Zumindest in die Jahreszeit.

Ich habe gestern in einer Staatsaktion zwei Liter Hollersaft produziert, nachdem ich mich am Luitpoldschuttberg beim Greifen nach dem Zweigen über dem steilen Abgrund noch fast zu einem späten Opfer des 2. Weltkrieges gemacht hätte.

Hollersaft! Ich will auch Hollersaft! Hoffentlich besucht sie mich bald mal und bringt mir was mit von den… zwei Litern…

Wie gut, dass ich von Jahr zu Jahr vergesse, wie lange das immer dauert und wie anstrengend es ist, vor allem das nicht enden wollende Abgespüle und Geräume davor, währenddessen und danach.

Oje.

Najaa, da ist bestimmt auch Zucker drin, und ich meide Zucker.

 
So, das wars für heute, diesmal aus der Kategorie Lady of the Dan hat geschrieben.

Und wisst ihr, was ich am Tollsten am Bloggen find? Ich kann alles reintun, was mir gefällt.

 

ST-RB und Neues von LotD

ST-RB: StadtTour-Rechnenschaftsbericht

Bei uns waren heute die Handwerker im Haus – das heißt, unser lieber Nachbar von untendrunter war in der Wohung und hat uns was verputzt, was von der neulichen Dachboden-Fensteraustausch-Aktion noch zu verputzen war. Morgen fahrn wir in den Baumarkt und kaufen Farbe, dann wird gestrichen, dann packen wir endlich das Bett hoch, und dann hab ich endlich mein eigenes Zimmer. Bin nicht sicher, wie schön das wird. Voll wirds.
Dienstag kommt meine Ma auf Besuch, Mittwoch hab ich den Beratungstermin wg. Selbstständig – ich bin ja insgesamt guter Dinge deswegen, möge das so bleiben.

Heute war ein voller, anstrengender Tag, und ohne mich in privateren Details zu ergehen sag ich bloß: es war teilweise nicht schön heute. Zum Glück wurds mit der Zeit alles immer besser.

So gegen 19h, die Sonne knallte, hab ich verkündet, dass ich jetzt meine Runde dreh. Der Nachbar verputzte noch, und der Oger bat mich, bald wieder zu kommen, denn heute war auch der Tag der wöchentlichen Putzaktion. Logischerweise putzen erst nach dem Verputzen. Ich versprach, spätestens um 20h wieder da zu sein.
Unten traf ich Vermieters zehnjährige Tochter, die wissen wollte, wo ich hinfahre.
„Weiß nicht“, sagte ich, „einfach so durch die Gegend. Das mach ich fast jeden Tag.“
„Kann ich mitkommen?“
„Ja klar.“
Hab ihrer Ma versprochen, dass wir in spätestens 40 Minuten wieder da sind, wg. Abendessen, das schon in Vorbereitung war, und dann sind wir los. Sie zeigte mir nen hübschen Weg den Neckar entlang und auch einen schönen Ort zum Am Wasser Sitzen. Wie bestellt!
Diesmal hatten wir nur so wenig Zeit, und wir haben beschlossen, dass wir das noch öfter machen, länger und mit Picknick. Fein, freut mich. Ich mag die sehr gern, Vermieters Tochter.
Sie hat ihrer Ma einen Blumenstrauß gepflückt

und wir hatten noch Zeit, die Knubbelblumenweide zu bewundern.

und wenns geht mach ich davon auch noch ein schönes Foto, bei Gelegenheit.
Wir waren perfekt pünktlich wieder zurück, und dann haben der Oger und ich unsere Wohnung geputzt.
Und jetzt bin ich richtig und rechtschaffen müde.

Eins hab ich noch:
Ich bekam die Tage Mail (mit Fotos!) von J., die mit Lady of the Dan irnzwo im Fränkischen umherwandert. Bzw. LotD wandert nicht nur, sondern flätzt auch unter Bäumen und guckt gefährlich in ihren Hut.

LotD distanziert sich ausdrücklich von den Rahmen der Fotos. Ich find die völlig in Ordnung, die Rahmen.

Noch faszinierender finde ich dieses Foto, zu dem J. schreibt:
„Container ist uns mitten in der Landschaft auf unserem Fränkischen Gebirgsweg begegnet. ‚Klangtherapie-Festival‘ wurde dort aufgebaut und aufm Zelt stand ‚Love is the drug‘, but we were pretty sure it was not the only drug…“

Klangtherapie… soso. Ich muss ja nicht alles verstehen. Hauptsache, es gefällt.
Mir gefällts.

Kampfkunst

Graffito in Köln. Bam!
(s.u. das Video)


Ich hab ja Kampfkunst erfunden. Japanisch, chinesisch, koreanisch, alles von mir. In früheren Leben. Dochdoch.


Ich glaub, so richtig gepackt hats mich, als ich als Teenie im Kino Kentucky Fried Movie ansah, dadrin ist die Episode „Für einen Handvoll Yen“. Eine Parodie des Bruce Lee Klassikers Enter the Dragon*, aber das wusste ich damals nicht.
Als ich das Getrete und Gespringe sah, wusste ich: das will ich auch können! Dem Abspann entnahm ich, dass es sich um Taekwon do handelte. Also erzählte ich allen und jedem, dass ich jetzt Taekwon do machen würd, weil das so toll für Körper, Geist und den ganzen Rest ist.
Außerdem sieht’s rabencool aus.

Eine von denen, die ich damit volllaberte, war Lady of the Dan, die damals noch nicht Lady of the Dan war. Sie und ich fingen beide ungefähr gleichzeitig mit dem Training an, in zwei verschiedenen Städten und Schulen.
Sie gibt seit langem selber Taekwon do Unterricht. Ich dagegen hab meinen alten grünen Gürtel mit den blauen Streifen schon vor mehr als 20 Jahren ausgemistet, ebenso das BRETT, das ich weiland im Bruchtest mit – Moment, ich muss in der Wikipedia nachschaun – yeopchagi durchtrat.
Es war ein sehr trockenes Brett, aber immerhin.

Danach hab ich auch mal kurz Karate-Unterricht besucht und natürlich viele, viele, viele Filme gesehen. Die Suche nach einem guten Ninja-Film war dabei besonders schmerzhaft.
Ich habe tatsächlich fast alle Filme mit Jackie Chan geguckt. Das will was heißen! Und einen, in dem fast Jackie Chan vorkommt: Ninja in the Dragon’s Den. Der einzige Ninja-Film, den ich empfehlen kann, mit einem jungen, strahlend schönen Hiroyuki Sanada (Menschen mit Geschmack vielleicht aus Twilight Samurai bekannt).
Ich bin also Kampfkunstexpertin.

Kung fu hab ich natürlich auch mal gemacht. Davor hatte ich mit Tai Chi angefangen. Das war in München.
Tai Chi war mir irnzwie nicht cool genug, also musste ich unbedingt auch Kung fu versuchen. Ich hab mich angemeldet und eine Stunde lang mitgemacht. Dabei hab ich mir die Achillessehne rechts angerissen und war ein halbes Jahr invalid. Das war das vorläufige Ende meiner aktiven Kampfkunstausübung.

Das kann nicht so bleiben! Denn nun bin ich in Mannheim angekommen. Angeboten wird hier reichlich.

Ich habe eben vor Zeugen (Oger und Katzen) verkündet, dass ich nächste Woche bei dieser Tai Chi Schule anrufe (nicht die auf dem Foto oben) und Probestunden buche.
Und was man sich vornimmt, muss man machen.

 

edit:
Kommentar von LotD dazu:

Die Bruce-Lee-Verarsche ist wundervoll! Der Typ hatte ja echt einen an der Klatsche, wenn man dem so ohne O-Ton zuschaut, was für eine fiese Aggression – entspannt war der nicht besonders, auch wenn er so tut. Und dann hatter ja später wirklich den falschen Weg eingeschlagen und statt Buddhabauchpflege das bekloppte Steroidideal des Westens gewählt und sich gegen die Wand gefahren – trotzdem schad, dass es ihn so früh zerrissen hat.

Ich bin froh, dass sie diesen wunderbaren kleinen Kultfilm auch geguckt hat. Er kommt so krass prollig daher (natürlich!) und ich lach jedesmal Tränen. Jedesmal.
„Ja, dat war genau wie damals – alsich deine Freunde feddisch gemacht hab.“ Zu schön!

 



* Ich hab Enter the Dragon seitdem natürlich gesehen und kann sagen: ers genauso lustig, bloß absurder. Vor allem mit der deutschen Synchro, die Macher hatten Spässken.