All-Tag

Spiritueller Alltag

Das wird noch eine eigene Kategorie, der SPIRTUELLE ALLTAG, ich seh’s kommen. Ich spiel gern mit sowas rum, Namen, Kapitelüberschriften, Themenfäden, Wegweiser – das gibt Labyrinthe ~ auch wenn sie manchmal wie Irrgärten wirken.
Ich liebe auch die tags, und dass sie hier in verschiedenen Größen auftauchen. Da seh ich mit der Zeit, was mich so beschäftigt.
← Das hier ist schon älter, und vom Vetchblog;  ein paar der Themen sind hier auch öfter dabei.

Der Mondwechsel diesmal war sehr deutlich. Vor dem Vollmond war ich richtig beseelt, leicht euphorisch, heilsam unterwegs. Viele schöne Dinge sind in Bewegung gekommen, vor dem Vollmond.
Nach dem Vollmond jetzt bin ich müde, melancholisch und immer noch heilsam unterwegs. Die Dinge sind in Bewegung und ich fließe mit.
Vor dem Vollmond war noch Spätsommer, seit dem Vollmond haben wir FrühHerbst.

Ich habe seit langer Zeit mal wieder gefröstelt, nach der Hitze ein köstlicher Luxus.
Auch den Wind, die Wolken, den Regen, das graukühle Licht, fahlgelbe Sonnenflecken – diese Stimmung draußen genießen wir sehr.

Und MÜDE bin ich. So erschöpft, so matschig, dass ich mich frage, ob ich krank bin.

Ich geh demnächst zum Arzt, und außerdem habe ich den Verdacht, dass das was mit meinem Chiron-Return im 2. Haus zu tun hat.
Ich habe in dem Zusamenhang seit paar Tagen die Überzeugung, Eingebung, den Drang, bekomme Hinweise, was für mein Basis-Chakra zu tun. Ich hab den Verdacht, das ist verklebt, geradezu festbetoniert. Ich habe im Netz dazu recherchiert und noch im Heilerforum dazu gefragt und reichlich Tips bekommen.
Ich verwende Granatapfelöl, was mir sehr gut tut.
Ich halte beim abendlichen Sitzen die Hände eine Viertelstunde im passenden Mudra und singe LAM.
Ich habe beim Sitzen am Computer beide Fußsohlen auf dem Boden. OH, das fällt mir schwer, ich saß vordem immer im Schneidersitz aufm Stuhl – auch ein Symptom.
Und ich glaube, ich sollte DRINGEND wieder Tai Chi machen… glaub ich… demnächst

Am Sonntag bekomme ich von einer Webfreundin eine Ferndiagnose und -behandlung. Bin gespannt, was dabei rauskommt.

Es fühlt sich alles im Fluss und sehr stimmig an. Und es gibt zu tun. Zu Heilen – Schritt für Schritt, immer was geht. Keine Pausen, und immer das, was geht. Nicht mehr. Nicht weniger.

Auch die Melancholie, die der Gefährte und ich auch so ungefähr seit dem Vollmond spüren, hat ihren angemessenen Raum. Diese Traurigkeit passt zum Herbst. Wir nehmen sie nicht so ernst, bzw. wir nehmen sie an und grämen uns nicht weiter darum.

Wir haben viele schöne Momente.

Borretschblüten aus dem Urbanen Garten und Herbstblüten auf der Mittelstraße.


Und Schnusel ist immer noch da. Das Foto ist von heute.

Beim Kein-Obst-vor-12h-Essen habe ich einen Denkfehler gemacht. Ich dachte, da es um 12h Sonnenstand geht, bedeutet das während der Sommerzeit bis 11h. Echt erstaunlich, wie schwierig diese schlichten Zeitumstellungs-Rechnungen zu sein scheinen! Während der Sommerzeit gilt natürlich Bis 13h nur Obst essen.
Da habe ich also die ganze Zeit zwei Stunden zu früh mit dem Nur-Obst-Essen aufgehört. Heute hab ichs endlich gemerkt und es richtig gemacht, und das ging gut. Also weiter.

Das Keinen-Zucker-Essen funktioniert sehr gut, da bin ich froh und dankbar.
Zucker ist böööse!

Trotzdem essen wir natürlich jeden Tag Eis. Ich hab eine neue Sorte gefunden: Ingwer-Zitrone. Das ist wundervoll, so leicht brausig. Mit Ingwerpulver und abgeriebener Zitronenschale.

Was ich nicht mehr jeden Tag mache, das ist mir über die heißen Tage abhanden gekommen: Goldene Milch. Das wird wieder eingeführt, im Rahmen der Guten Disziplin. Heute nicht mehr, schon zu spät. Heute nur noch Sitzen und dann ab ins Bett.

Jooo. Das war wieder so ein Schwafel-Beitrag. Irnzwie wars mir wichtig, über den Energieumschwung zu schreiben, den ich spüre. Der Teil des größeren Stroms ist. Wie’s gestern im Kessel & Kerze Blog Vollmond, Kräuter, Heilsteine & Balance | Kessel & Kerze geschrieben stand:

Der Vollmond vergangenen Freitag war einfach atemberaubend schön! Die ganze vorangegangene Woche kam mir vor wie eine Welle, die ihren Höhepunkt an eben diesem Freitag erreicht hatte und nun so langsam wieder abebbt. Die perfekte Welle

Eine Welle im Fluss. Und nu weiterfließen.

Spiritueller All-Tag

All-Tag ist so ein schönes Wort! Ein Tag im Kosmos. So wie jeder Tag.
       Verschiedene Arten der Fortbewegung durch den Alltag.

Hier folgt jetzt ein ganz alltäglicher Brainstorm- und Verzäll-Riemen.

Es ist Magie in der Luft – das liegt u.A. an der Jahreszeit. Das Herbstfest steht bevor (genau: 22. 09. 2016, 14:20 h), und zur Zeit ist hier noch glühender, leuchtender, duftender, goldener Spätsommer.

Ich hab ein Lied dazu, ein richtiges Kinderlied, und ich hatte eine Version davon aufgenommen, um sie hochzuladen. Am nächsten Tag fand ich sie so SCHRECKLICH, dass ichs nicht über mich bringe. Das ist tatsächlich nicht nur meine Unfähigkeit, sondern auch, weil ich noch keine Lösung zum Schön-Aufnehmen hab. Ich hab noch eine ältere Version gefunden, die ist auch gar nicht so toll (und ziemlich schlaftablettig), die gebe ich hier frei. Es geht ums Lied, nicht um die Perfomance. Ich mag das Lied wirklich gern.

Playful wind
summer’s child
getting wild
gonna grow to snow
Sparkling leaves
playful wind
golden green
gonna grow to snow

On the eve
of the late summer’s day
gather seeds
for the time to come
At the edge
of the long summer’s day
cross the border
to the land beyond

Rustling weeds
playfull wind
bumblebee
gonna grow to snow
In the hedge
summer’s child
spiderweb
gonna grow to snow

On the eve…

From the east
playful child
chasing dust
gonna grow to snow
From the west
summer’s wind
bearing rain
gonna grow to snow

On the eve…

Ich hab native speakers gefragt, ob das geht, mit dem „gonna grow to snow“. Ich weiß bis heute nicht, ob sie aus Höflichkeit meinten, dass es geht, oder ob es wirklich so ist. In dem Lied gehts.

Oh, und weil ich grad dabei bin noch ein Gedicht von wasweißichwannvielejahreher. Das war ein Rutsch, ein Fluss, assoziativ, nicht immer grammatikalisch einleuchtend, ich mags.

Kämpferin der Münzen

auf ihrem schwarzen schweren pferd
steht sie im herbst und sieht nach westen
dorthin wird sie ziehn.
um sie der sommer
doch um sich den panzer steht sie im herbst
und sieht zeichen
die webt sie zu gold und moos
wächst auf den steinen des weges
und auf ihrer rüstung
die sie abstreift
als sie absteigt
und neben dem pferd geht
mit den dohlen
den fäden im wind nach westen
um sie der sommer

Jut, hab ich das aus dem System.

„Spiritueller All-Tag“ heißt der Beitrag, weil ich — wie viele andere auch, die ihre Craft und/oder Spiritualität praktizieren — das als Lebensweise empfinde, und nicht als etwas, das ich zu bestimmten Gelegenheiten tue. Auch wenn sich manchmal was verdichtet in Zeit und Raum, der SINN und die Freude am Wilden Weg ist: Wir sind immer unterwegs.

In letzter Zeit wird mir das wieder mehr bewusst und ein bewusstes Anliegen, so eine Art Aufwachen zum Herbst hin. Siehe oben.

Was ich Großartiges mache.
Ich übe Achtsamkeit und Disziplin – dabei fällt mir auf, dass ich seit Monaten den „Disziplin“-Eintrag im Hexikon aktualisieren möchte. Das ist immer ein ziemlicher Aufwand, und ich habe so ein Gefühl, dass ich mich demnächst dazu aufraffen kann. Im Zuge meiner Achtsamkeit und Alltagsmagie.

Ich esse seit ungefähr einer Woche bis 12h mittags Organuhr (d.h. jetzt zur Sommerzeit bis 11h) nur Obst. Das klappt wunderbar und tut mir gut. Ich hab in irgendeinem Blog davon gelesen, zu dem ich linken würde, wenn ich noch wüsst, welcher es war… X) Sorry.
Wie gut ich das im Winter schaffe, ist mir nicht klar – die Obstverfügbarkeit geht da ja stark zurück, und mit der Winterzeit muss ich dann wirklich bis 12h warten. Ich bin dennoch zuversichtlich.
Jedenfalls hat das heute dazu geführt, dass ich Himbeereis gefrühstückt habe.

Ich bin ja für die Legalisierung aller Drogen (wirklich, aber wenn ich davon anfange, wird das hier kein Riemen, sondern eine Broschüre), nur bei Himbeereis bin ich skeptisch. Und, natürlich, bei Testosteron. Haha.
Argh.

Eya. Vor 12h nur Obst.
Struktur, feste Termine und Zeiten tun mir überhaupt gut, und mein Leben ist und war immer ziemlich frei davon…
Wobei ich hinzufügen muss: feste Termine und Zeiten für Dinge, die ich GERN tu. Für Heilsame Dinge. Auch da habe ich Disziplin zu üben. Ich hab das ja viel zu lange verwechselt mit der Disziplin, mich an vorgegebene Termine und Zeiten zu halten, um Pflichten zu erledigen, die ich grauenhaft finde und (oft nur scheinbar) machen muss. Das ist keine wirkliche Disziplin und nichts, worauf irgendwer stolz sein sollte. Das ist im besten Fall widerwilliges Folgen unheilsamer, falscher Werte, und es kann zu Kadavergehorsam führen. Dabei wird man dann selbst zum Kadaver, und wenns richtig mies läuft, was es leider oft tut, produziert man noch ein paar andere dabei.

Also: Disziplin üben, dass ich schöne, heilsame Dinge regelmäßig und zu festen Terminen und Zeiten tu.

Mein Gefährte und ich meditieren jeden Abend. Das tun wir seit Montag – was noch nicht so lang her ist – für 20 Minuten – was nicht besonders lang ist, also, das Minimum. Und ich bin SO FROH darüber. Ich bin froh, dass ich einen festen Zeitpunkt habe: Jeden Abend, nach dem die Katzen ihren Abendstengel bekommen haben. (Stengel sind so Leckerlies, mit denen die beiden Alten ihre Pillen verabreicht bekommen), also nach 22h. Dann sitzen, danach ab ins Bett.
Wir haben einen Ort zum Sitzen, der ist noch bisschen Abstellort für’s Bügelbrett, wird aber, das weiß ich , mit der Zeit immer schöner werden. Gestern hab ich ein Öllicht hingetragen und dabei zum ersten Mal ein wundervolles Bild entdeckt, das mir vorher noch nie aufgefallen war. Von Arthur Rackham, den ich sehr mag.


hier das Bild in besser

Ich bin sehr froh über den Ort, den Termin, das Sitzen. ENDLICH. Ich würds auch alleine machen, und dass der Gefährte mitmacht, das ist noch mal besonders schön, heilsam, wirkungsvoll.
Die Gute Art Disziplin.

Dann hat neulich die Zen Witch einen wunderhübschen Zauberspruch für heilsames Zeitmanagement gepostet (englisch): Thyme in a Bottle | The Zen Witch. Der hat mich sehr angesprochen – ich mag das Fröhliche, das Einfache und vor allem das Regelmäßige daran.
Ich wollte daraufhin selbst ein Ritual entwerfen, um das Chaos hier soweit zu hegen, dass es nicht eklig wird. Ich mag Chaos, und ich habe den Verdacht, dass es der Normalzustand für mich ist, dass so richtig aufgeräumte Orte nicht mein natürlicher Lebensraum sind. Aber kreatives Chaos kann halt leicht umkippen in dreckiges, brackiges, ekliges, deprimierendes Chaos.

Ich habe schon begonnen, mir Notizen zu dem Ritual zu machen – Minze, Salbei, Zitrusdüfte, dazu Bachblüten, Raum schaffen, Licht reinlassen — und dann kam mir der hammerkrasse Gedanke: Ich könnte statt Öle zu mischen und nen Mantra zu murmeln auch einfach aufräumen.

AhBAH!

Ich hab mir jetzt ne Bachblütenmischung gemacht – dabei hab ich, damit ich auf dem Boden vorm Altar hocken konnte, dies und das aufgeklaubt und wegsortiert – mit Crab Apple, Clematis und Wild Rose. Dazu Lichtwasser Fatima und Lourdes. Das nehme ich jetzt alle 4 Stunden, und jedesmal, wenn ich es nehme (und gerne auch dazwischen), räum ich irgendwas auf und weg. Das ist ein wunderbar wirksamer Zauber, der gut funktioniert.

Jo, ich glaub, das war alles, was ich in den Blog schaufeln wollte. Ich wünsch uns allen weiterhin schönen, intensiven, heilsamen Spätsommer!

Tschö, A-Amt

Morgen 10h ist es so weit: Ich unterschreibe den Vertrag für die Ausbildung zum HP Psych.

Die Ausbildung startet am 12. Januar und geht bis März 2017, die staatliche Prüfung kann ich frühestens im Herbst 2017 machen.

Über den HP Psych hab ich schon oft nachgedacht. Die Idee tauchte wieder gegen Ende meiner letzten Depriphase auf und ist jetzt zur Entscheidung herangereift.

Ich hatte letzte Woche ein kurzes (Werbe)Gespräch in der Schule, bei dem ich und die nette Lady ziemlich aneinander vorbei geredet haben… Ich wollte signalisieren, das sich sehr erpicht darauf bin, mehr vom ‚Handwerk‘ zu lernen und mich darauf freue, mal wieder bisschen in eine Materie einzusteigen und zu büffeln und so. Sie dagegen beschrieb den Unterricht als eine einzige wundervolle Selbsterfahrung, und lernen müsse man so gut wie gar nicht.

Na dann.

Ich mach mir keine Illusionen: Der HP Psych ist für sich allein wenig wert. Wenn ich als Psychologin arbeiten will, muss ich zur Uni. Wenn ich mit dem HP Psych arbeiten will, werde ich weitere spezifische Ausbildungen absolvieren müssen. Das alles ist nicht nur ne Frage des Geldes, sondern auch der Zeit. Ich werd bald 50…

Trotzdem bin ich, seit diese Idee wieder aufgetaucht ist und konkrete Formen angenommen hat, wie ausgetauscht. Ich hab das Gefühl, ich bin wieder am Leben. Ich bin aus der elenden Warteschleife raus, in der ich seit nem halben Jahr oder so vor mich hindümpel.

Gestern hatte ich meinen wahrscheinlich vorletzten Termin beim A-Amt. Die Ausbildung wird nicht gefördert (das wäre möglich, wenn danach konkrete Aussicht auf Anstellung bestünde). Ich machs trotzdem. Meine Beraterin beim A-Amt war, wie immer, echt cool. Die haben mich jetzt ziemlich lange ziemlich in Ruhe gelassen, haben mir diese Selbstständigkeitsberatung bezahlt, haben nur sehr wenig von mir verlangt. Trotzdem habe ich mich immer wieder grässlich gefühlt, unter Druck, ungenügend, erbärmlich. Das liegt in der ‚Natur‘ der Sache, am System.

Als ich gestern vom A-Amt nach Hause ging, war ich plötzlich wieder unglücklich und ängstlich. Ich hätte froh sein sollen, die Dinge sind entschieden und statt mich für grässliche Sozialausbeutungsjobs bewerben zu müssen, werde ich etwas machen, das ich machen will.

Trotzdem hab ich mich plötzlich wieder grässlich gefühlt. Voller Angst, voller Zweifel.
Wie bin ich auf diese idiotische Idee gekommen? Das kostet nur Geld, ist ne total unsichere Sache, hinterher hab ich so gut wie nix in der Hand, jetzt bin ich einfach bloß ein gutes Jahr verräumt und dann wieder in der selben Situation wie jetzt: arbeitslos, ohne ‚richtige‘ Ausbildung. Nur älter.

Ich war erstaunt, als diese Ängste sich gestern regten und mich niederdrückten. Wo kamen die plötzlich wieder her?

Oh, die kamen daher, dass ich mich durch den Termin beim A-Amt mal wieder durch die (vermeintlichen!) Augen anderer betrachtet habe. Und dass ich nach dem A-Amt Termin plötzlich wieder mit dem Maßstab der Normalität gemessen habe. Und was solche Messung ergibt, steht oben, im kursiven Absatz.

Als ich mich nämlich daran erinnert habe, was ich tatsächlich vorhabe, und warum ich den HP Psych machen will, da gings mir sofort wieder besser.
Ich hab nicht vor, das Ausbildungsjahr in der Warteschleife zu verbringen. Ich hab vor, das große, wunderbare Selbsterfahrungsevent zu nutzen und genau das zu üben: Selbsterfahrung. Und zwar zusammen mit anderen Leuten.
Ich hab da nicht besonders viel Übung, und ich habe eine ganz bestimmte Vorstellung davon, auf was für Leute ich da treffen werde: Auf verquaste Esoschwebsen beiderlei Gechlechts (allerdings 98% weiblich).
Und diese Vorstellung nährt sich aus meiner Arroganz, die die Kehrseite meines Minderwerigkeitskomplexes ist. Wenn die Normalität mich überrollt, dann finde ich mich nicht gut genug, dann kann ich nix und mach nix und verschwende meine Zeit.
Und wenn mein Messias-Wahn mich beflügelt, dann bin ich die einzige, die den Durchblick hat, die nicht mitmacht bei den kranken Ritualen unserer Zivilisation, die über allem steht–

Dabei bin ich selber genau die Art Person, die ich in dem HP Psych-Kurs vermute: Ne Esoschwebse. Na UND? Wer sagt, dass ich das nicht sein darf?
Und woher will ich wissen, wie die andern in dem Kurs drauf sind?

Also, ab in die Selbsterfahrung, und wenns nur dazu dient, mich mehr in die Wirklichkeit zu holen. Ich freu mich auf wirkliche Begegnung und Austausch mit andern Leuten. Wird mir guttun.

Während der Ausbildung habe ich außerdem reichlich Zeit, einiges von dem zu verwirklichen, was ich vorhatte, als ich mich selbstständig machen wollte.

Ich habe gestern, als es mir wieder nicht so gut ging, auch Morgan’s dazu befragt. Es kam The Virgin Sun Queen.
Die Karte finde ich bisschen rätselhaft, und doch liebe ich sie, Vor allem auch wegen des Textes dazu.

The ego sits in a morning sunlit room facing the forested mountains and meadows of the southeast. Before him lie his mirrored tools. On the left wall an intricate calendar shows the position of all astrological forces at any given moment. On the right wall stands a huge mirror inscribed with the words: „What is happening now.“

The Queen stands in front of him and her question burns him.

„Now that you are Lord of the Realm, what will you do?“

„In the South there will be charts and graphs but for the present we are building stone huts within the etheric castle. We shall uncover the plot, identify with the gods, increase the energy level, enter the kingdom, weave a pattern of gold, form matter, make love, and hope that the process leads to knowledge.

Schlicht übersetzt: Es liegt an mir, was mich mit den Werkzeugen mache, die mir gegeben sind.

Seit ich mich wieder daran erinnere, geht es mir richtig GUT! Bzw. ich renne hier armefuchtelnd durch die Wohnung und rufe

ICH BIN FREI! ICH BIN FREI!

Noch einmal A-Amt, und dann nimmermehr!

kleine Dinge schaffen Wohnkultur

Meine Ma, Journalistin a.D., hat mir erzählt, das sei der Titel ihres allerersten Artikels gewesen.

Kleine Dinge schaffen Wohnkultur

 
Muss sie noch mal fragen, wo der erschienen ist. Vielleicht in „Ich und meine Familie“, dieses an-der-Kasse-tausendmal-gesehen-und-nie-gekaufte Heft hieß nämlich mal so rum.

Jedenfalls kann ich das voll bestätigen: Kleine Dinge schaffen Wohnkultur. Wir haben z.B. beschlossen, uns nur noch mit schönen Dingen zu umgeben.
Das ist gar nicht so einfach. So viel Kram, den wir brauchen oder zu brauchen meinen, ist nämlich richtig hässlich.
Das wird jetzt Stück für Stück entsorgt und, teilweise, wenn wirs wirklich brauchen, mit schönen Dingen ersetzt.
Rausgeschmissen haben wir immerhin schon einen Haufen Handtücher, die zwar noch irgendwie ‚gut‘ sind, aber grottenhässlich (Ponys, breite Streifen in grässlichen Farben, Karomuster aus der Hölle – ihr kennt diese Handtücher. Wenn nicht: ich beneide euch!).

Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Kleine Dinge schaffen auch Putzkultur. Heute war es nämlich wieder mal so weit. Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt habe: hier wird unerbitterlich jede Woche geputzt.

Grad kommt mir ein seltsamer Gedanke. Was, wenn das woanders auch so üblich wäre? Wenn das viele Leute so machen? Also, wenn einmal die Woche Wohnung Putzen gar nichts Besonderes wär?

Nein.
Kann ich mir nicht vorstellen.

Also, heute wars wieder soweit, und ich versüße mir mein Extreme-Staubsauger-Wielding (zu deutsch: Hardcore Sauging) jedesmal damit, dass ich ganz am Anfang eines meiner ätherischen Öle auswähle (meist eins aus ner großen Flasche, das nicht so teuer war und nach Badewanne riecht, z.B. Melisse), davon auf ein Papiertaschentuch träufle und das aufsauge.
Und dann duftet der Staubsauger während der ganzen Putzaktion jedes Zimmer voll.

Und das ist schön. <|8)

Oke, ders jetzt nicht so schön. Für mit der linken Hand und unegübt im Mauszeichnen ist er gut genug… DOOOCH! ♬

Reibung

Manchmal gerate ich ins Predigen. Das passiert z.B. wenn ich jemand anders etwas rate, das ich auch selber sehr zu beachten habe.
Das hier hab ich für Leute geschrieben, die sich in Online-Foren rumärgern.

Reibung nährt ungute Egofilme.
Schlicht gesagt: Reibung ist eine der Hauptnahrungsquellen für Monster.
Zusätzlich erzeugt Reibung (immer?) Angst, die auch eine Hauptnahrungsquelle von Monstern ist.

Nun sind Reibung und Angst an sich nicht schlecht.
Sie sind Bestandteile des Ego-Abenteuers hier auf Erden.
Im Übermaß sind sie ungesund und deuten auf Suchtverhalten.

Prüfe, wenn du dabei bist, zu reiben, ob es wirklich sein muss.
Ob es die Sache wirklich wert ist. Manchmal ist das der Fall.
Und sehr oft wird nur gerieben um der Reibung willen.
Ob das so ist, kannst du nur für dich alleine feststellen.
Wenn du ungute Reibung erkennst, halte dich fern davon.
Halte. Dich. Fern.

Das erscheint uns oft wie eine unlösbare Aufgabe.
Wir meinen, dass wir uns nicht raushalten können, und /oder, dass die Reibung uns verfolgt.
Wenn das der Fall ist, ist vielleicht ein Gespräch mit einer neutralen Person angebracht, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Da wo ständig Reibung ist, muss Licht hin. Licht vertreibt Monster.


„Das Chaos ist die Liebe der Andersdenkenden“

Ich bin nicht ganz sicher, was der Satz bedeutet. Immerhin kommen wichtige, schöne Dinge darin vor: Chaos, Liebe und Andersdenken. Das will ich gerne in meinem Herzen verknüpfen, dann reg ich mich nicht mehr so AUF, wenn jemand im Internet UNRECHT hat. grins

Rufen

Ich hab mein Händi verbummelt. Irgendwo in der Wohnung.
Wunderbar, ruf ich es an, schon weiß ich, wo es ist.

Wärs nicht schön, wenn das mit allen verbummelten Dingen so funktionierte?

Das tut es.

Ich rufe, was ich nicht finde. Freundlich. Laut genug. Und dann, eher früher als später, finde ich es.

Erklärung für die Logischen:
Es funktioniert u.A. darum, weil du freundlich rufen musst und damit beruhigst du deine Emotionen.
Alles, was du getan hast, ist in dir abgespeichert, aber nur ein winziger Bruchteil davon gelangt in dein Bewusstsein.
Durch das freundliche Laut-Rufen, durch den Gebrauch deiner Stimme werden neue Sinne und Muskeln eingeschaltet. Dein Mund bewegt sich, Klang dringt durch dein Ohr zum Gehirn.
Erinnerungen werden freigespült.

Rufe, was du finden willst. Dann tu reläxt das Naheliegende. Du wirst fündig.

 
P1150288.jpg

Was wir wirklich wollen

Eine ganz schlichte Erkenntnis traf mich grad beim Saubermachen des Katzenklos mit abschließenden Schwere-Mülltüte-Runtertragen.
Katzenklo duldet keinen Aufschub, Müll runtertragen schon. Während ich also durch den Katzensand schaufelte, überlegte ich, wann ich den Müll runterbringe … späääter… und wurde dabei immer schwermütiger.
Dann hab ichs sofort gemacht.
Und nu ist mir aufgefallen: es heißt ja immer: Mach das Unangenehme, dann hast du es hinter dir, und dann gehts dir wieder gut.
Das stimmt, jaja, das stimmt.
und
Was ich mir seltsamerweise nie wirklich gemerkt habe, obwohl es so oft geschieht:
Es ging mir nicht erst gut, nachdem ichs gemacht hatte, sondern schon während ichs gemacht habe.

Das nenn ich prompte Bedürfnisbefriedigung.

Und das ist es doch, was wir wollen.