Beuteltee

Süßholz

Gestern hab ich mir einen Beuteltee gemacht, auf dessen Verpackung stand „Schoko, Chili, Ingwer“.
Das klingt doch gut!
Geschmeckt hat der Tee nach Süßholz. Ausschließlich, nur Süßholz-Geschmack.

Mit Süßholz ist das so:
Ich hab mal eine Packung davon gekauft, das war Mitte der 80er, in einem der ersten Bioläden überhaupt. Das waren goldgelbe kleine Holzstückchen, aus denen ich prima Süßholztee hätte machen können, wenn ich gewollt hätte. Ich wollte aber keinen Süßholztee, denn indem ich diese Packung Süßholz damals gekauft und ihren Inhalt probiert habe, konnte ich ein für allemal feststellen, dass ich Süßholz nicht mag.

Darum kaufe ich seitdem kein Süßholz mehr, und auch keinen Süßholztee. Das war zumindest der Plan. Damit bin ich bis vor einiger Zeit auch gut über die Runden und um Süßholz herumgekommen. Jetzt nicht mehr. Ich weiß nicht, woran es liegt, ich vermute, Süßholz ist ein superbilliger Rohstoff. Oder eine besonders aggressive Süßholzmafia pusht das Zeugs wie irre. Anders kann ich mir nicht erklären, warum neuerdings in fast jedem Beuteltee mit Geschmack Süßholz drin ist. Auch wenns nicht extra vorne draufsteht. Schlimmer als die Roibos-Seuche vor einiger Zeit. Viel schlimmer. Sogar völlig unverdächtiger, unschuldiger, stinknormaler Früchtetee Hausmarke Biosupermarkt wird neuerdings mit Süßholz verseucht und somit ungenießbar für uns hier.

Es mag Leute geben, die Süßholz wirklich mögen. Ich kenne zwar niemanden — ich kenne Leute, die Süßholz nicht soo schlimm finden, Leute, die es nicht mögen und Leute, die es hassen und verabscheuen. Und doch, es gibt bestimmt auf der Welt auch Leute, die es wirklich mögen. Vielleicht sogar unter der geneigten LeserInnenschaft dieses Blogs. Allen andern kann ich nur raten: Lest die Inhaltsangaben eurer Beuteltees gründlich. Es ist überall!

 

SÜSSHOLZFREIE ZONE
 
 
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