Brennnessel

7. Juni 2017, Mittwoch ~ Dankesammlung

Auch heute wieder tolles Wetter, dicke fette Wolken, Sonne, Wind und einmal ganz kurz ein Sprühregen wie mit dem Zerstäuber. Dafür schon mal danke! ❤

Nelly hat die Fäden gezogen bekommen, die Ärztin ist zufrieden, und dass sie gestern ihre Antibiotika nicht genommen hat, macht nix. Danke! ❤

Leider muss sie den Trichter heute doch noch tragen. Morgen kommt er runter!

Wir waren vormittags in MA, was einkaufen, und ich hab Fahrkarte besorgt für meine Reise nach Köln vom 30. 6. – 2. 7. Da treff ich meine Ma, die von München aus kommt. Wir sind eingeladen zur Geburtstagsfeier meines Däds und seiner jetzigen Frau.
Ich freu mich, die alle auf einen Haufen zu haben, und ich bin auch gerne mal wieder in Köln – also, zu Besuch, wohnen will ich da nicht mehr!

Huh, danke, dass ich nicht mehr in Köln und nicht mehr in München wohne! ❤

Am 1. Juli verpasse ich hier eine Fete, was mich allerdings wurmt. Naja. S’höifd ned.

Auf dem Balkon wucherts wie verrückt, das nasswarme Wetter ist natürlich wunderbar für die Pflanzen. Kornblumen, Kornrade, Kresse – ich mach bald wieder Fotos (androh! ).
Der Mangold wächst auch sehr schön nach, da kann ich bald wieder ernten.
Ich dünge ihn mit selbstangesetzter Brennnesseljauche. Brennnessel wächst auch aufm Balkon. Regional und autark. Hehe.

Danke für das wunderbare Gewucher! ❤

Und zuletzt bin ich heute dankbar, dass wir gestern ENDLICH diese höchstschwachsinnige, superschlechtgeschriebene Serie namens „Caprica“ zuende geguckt haben. Es ist größtenteils peinlich, was wir uns abends zum Einschlafen so reinziehen.
Wir haben gestern noch mit einer anderen Serie angefangen, die ganz anders ist. „The Kettering Incident“ oder so. Auch nicht besonders toll…  trotzdem danke für das Ende von „Caprica“!

Vielleicht schreib ich in Zukunft mehr Serien- und Filmkritiken. Ich hab früher immer so gerne Verisse gelesen, vermutlich gehts andern auch so. Und das meiste, was wir gucken, verdient amtliche Verrisse. Wenn, dann im VETCHBLOG. Ma sehn.

Und vielleicht fang ich noch ein neues Projekt an: Jeden Tag ein Gedicht, Also, damit meine ich:  Mindestens zwei Zeilen, die sich reimen (wenns kein Haiku wird, dann werdens ja eh 3 Zeilen). Also jeden Tag ein kleines Gedichtchen. Ja, warum nicht?

Der Regen war heut leicht und fein
und ich geh jetzt mein Bett rein.

Darum nicht, Vetch. Darum nicht.

Danke, danke, DANKE! ❤ ❤ ❤

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Landlust

Neulich hab ich mit einer sehr guten Freundin telefoniert, und die hat mir von einem Buch erzählt, das ich mal lesen möchte, vom Herrn Storl, zu Pflanzendevas. Den Herrn Storl kenne ich erst neuerdings aus einem Filmchen über Brennnesseln (3 n!), den ich anlässlich meiner Brennnesselzucht aufm Balkon neulich geguckt habe. Dieses Wolfsshirt… schauder
Egal. Der Typ ist mir sympathisch.

Meine Freundin hat mir ein bisschen aus dem Buch erzählt und damit in mir den Wunsch geweckt, doch wieder die Jahreszeitenfeste zu feiern. Ma guggn.
Und außerdem habe ich jetzt auf dem Balkon was für die Pflanzendevas aufgestellt, nämlich zwei ganz entZÜCKende Fingerpuppen (die ein Geschenk von eben jener Freundin sind).

Ursprünglich waren das Dr. Freud und Hexe. Nun sind es Friedrich und die Alte Hohepriesterin. Die Hohepriesterin ist, hab ich das Gefühl, SEHR froh inmitten der wuchernden Brennesseln. Raus aus der Jurte und der kahlen, leblosen Steppe rein ins Gewucher und pralle Leben, zusammen mit Friedrich.

Auf unseren Balkons bist du im prallen Leben. Schräg rechts gegenüber wohnen so ungefähr 500 Kinder, von der eher kleineren Sorte. Wenn das deutsche Kinder wären, hätten die alle ADHS und würden mit Ritalin zugedröhnt. Zum Glück kommen sie aus einem Kulturkreis, wo die Mütter nicht „Seid still! Die Nachbarn!“ sondern irgendwas anderes rufen, in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Da die Kinder sehr laut sind, müssen die Mütter noch lauter sein. Das schaffen sie. Beeindruckend.

Es wohnen noch viele andere Familien hier, deren Geräusche wir ständig hören, die 600 Kinder sind halt die lautesten. Dazu kommt oft orientalische Musik, Küchenklappern, Besuch, der gefeiert wird, sehr selten auch mal Streitgebrüll.
Neulich sangen von links unten sehr deutsche, junge weibliche Stimmen irgendwas Lieblich-Unbedarftes mit Klampf dazu.

Ich LIEBE es hier. Es ist laut hier, ja. Ich wills nicht anders. Oh gosh, ich liebe es hier so sehr. Ich bin dankbar!

Für die Pflanzendevas habe ich noch die kleine Hummelfrau aufgehängt, die hab ich mal selbst gemacht, frei nach den Nanas von Nicki de Saint Phalle.

Die Tentakelpflanze von letztem Jahr ist wieder auf dem Weg zur Weltherrschaft:

Als ich mal zu viele Sojabohnen eingeweicht habe, habe ich paar davon in nen Blumenkasten gelegt. Bin gespannt, wie die sich noch weiter entwickeln:

Die ersten Blüten schlüpfen:

In dem Kasten, den wir im Frühjahr nicht ausgeleert haben, ist einfach gewachsen, was vom letzten Jahr noch da war, und da blühts schon richtig:

Und die gekaufte Minze und der gekaufte Salbei (aus friedfertiger Landwirtschaft – dort wird Spargel  nicht gestochen, sondern aus der Erde gekuschelt HAHAHAargh) also, die fühlen sich auch wohl.

Alle Kästen haben vor ein paar Tagen eine deosprühergroße Ladung Brennnesseljauche abbekommen, die ich in einem Winzblumenpott mit Blättern unserer Winzbrennnesselzucht angesetzt habe. Daraufhin hatten wir kurzzeitig richtig Landluft aufm Balkon.  ❤

blubber

Wenn die noch lang da liegt, dann liegt die da nicht mehr lang

… wenn du verstehst, was ich mein.

Ich mein die letzte Sojamilch-Rest-Matsch-Freakadelle, die vom Mittagessen übrig geblieben ist.

JAAA, es ist da, das neue Küchengerät. Es kam schon gestern an. Ich hätte auch ein Auspackvideo gepostet, wenn ich eines gedreht hätte, was ich nicht gemacht habe, weil sowas niemand sehen will.

Überraschung: Obwohl auf der Website, wo wir bestellt haben, davon nichts stand, waren 5 Kg österreichische Bio-Sojabohnen mit in der Packung. Das ist viel Sojamilch.

Ich konnte gestern noch nicht loslegen, weil die Sojabohnen noch nicht eingeweicht waren.
Und Hafermilch hatte ich noch welche, und außerdem hab ich nen Denkfehler gemacht. Ich hab Haferflocken gekauft, dabei brauch ich doch Haferkörner.

Ich habe, damit ich IRGENDWAS mach, einen Smoothie versucht. Das Problem dabei ist, dass mindestens 1,1 l Wasser in das Gerät rein müssen. Dazu habe ich paar TK-Himbeeren getan, 2 Feigen, etwas Apfel-Johannisbeermark, eine Kiwi und paar Blätter meiner Balkon-Brennessel.
Das Ergebnis war eine wässrige, sehr unfotogene, gräulich-schaumige Flüssigkeit, auf deren Grund zwei leicht angestoßene Feigen dümpelten (oke, vorher zerkleinern).

Ich hab das natürlich ALLES getrunken (mein Gefährte half ein bisschen), weil, umsonst hab ich meine kostbare Brennessel nicht gerupft!

Also, in Zukunft bei Smoothies mit dem Gerät: VIEL MEHR Zutaten, und mehr Leute, die das dann auch trinken. Sonst Pürierstab, geht wunderbar.

Abends habe ich Sojabohnen eingeweicht, und heute war es soweit. SOJAMILCH!

Die ist super geworden. Echt super. Ich bin glücklich

Was ich noch üben muss: Die fertige Sojamilch vom Matsch trennen und beides für die Weiterverwendung wo rein tun, ohne, dass dabei die ganze Küche vollgesaut wird. Ich bin sicher, das werde ich schaffen, weil ich jetzt viel viel übe.

Aus dem bei der Herstellung anfallenden Matsch (Okara) habe ich Bratlinge gemacht, die noch nicht gut genug gewürzt und doch erstaunlich lecker waren. Das Rezept habe ich hier gefunden.
Da ich keine Semmelbrösel habe, kamen mir die Haferflocken sehr zupass. Mehl hab ich auch keins im Haus, aber Dinkelkörner (sehr lecker als Reisalternative, und, im großen Gegensatz zu Reis, nicht säuernd), die ich mit Omi Solingens Kaffeemühle gemahlen habe.
Ich habs noch mit Curry gepimpt, aber da geht noch sehr viel mehr, pimpmäßig. Trotzdem sehr lecker.

Ungelogen, das sind die ersten Bratlinge, die mir gelungen sind. Alle andern, die ich je zuvor versucht habe, sind zerbröselt. Ich bin glücklich

Einziger Wermutstropfen: Ich habe eben noch nen Vorrat von drei Tetra Paks voll Sojamilch entdeckt. Das heißt, die müssen erst noch aufgebraucht werden, bevor es wieder Okara-Freakadellen gibt.

Kein schönes, aber nettes Gruppenbild aus der Küche.
V.l.n.r.: Omi Sos Kaffeemühle, der Sojamilch-Maker, frischer Kaffee mit selbstgemachter Sojamilch im Lieblingsbecher, die erste Sojamlich
(dahinter frisch gemachte Kurkumapaste im Glas, dahinter Sojabohnen und Haferflocken).
Ich bin glücklich

Brennessel

Letztes Jahr wuchs in einem unserer Blumenkästen auf dem Balkon aus eigenem Antrieb eine Brennessel. Sie ist auch gut übern Winter gekommen, und bei unserer Kästen-Saubermach und Neu-Besäh-Aktion neulich habe ich sie verteidigt. Es geht ihr also weiterhin gut, sie wird immer größer. Neben ihr hab ich die Duftgeranie freigelassen, die allerdings demnächst noch mal umgezogen wird, denn neben der Brennessel wird sie wahrscheinlich sehr bald zu wenig Raum haben.

Ich mag Brennesseln, schon als Kind mochte ich sie, bzw. ich hatte großen Respekt vor ihnen. Ich hatte das Gefühl, die Brennessel ist ehrfurchgebietend und verdient Achtung und Respekt, weil sie viel mehr weiß als ich.

Das hab ich oft gedacht als Kind, auch über die Erwachsenen. Das hat sich sehr geändert, diese Einstellung, also, vielen Erwachsenen gegenüber. Brennesseln achte ich nach wie vor uneingeschränkt.
Ich hab dann später auch rausbekommen, dass sie mich gar nicht immer stechen. Ich kann sie tatsächlich über und unter den Blättern streicheln.   Nur, wenn ich unachtsam bin, bekomme ich eins von ihr gewischt.

Brennesseln sind mit uns Menschen verbunden, sie folgen uns und wuchern über unsere Ruinen.
Brennesseljauche ist ein hervorragender Dünger. Das hab ich immer wieder gehört und gelesen und dies Jahr werde ich das selber ausprobieren.
Sie ist auch ein sehr eiweißreiches (!) Gemüse, und enthält – unter anderem – richtig viel Vitamin C. Das wird dies Jahr auch ausprobiert, Suppe und so. Rezepte gibts ja genug im Netz.

(Es hagelt! Ja krass!)

In den Mannheimer Orakelkarten gibts auch eine BRENNESSEL, und um mir selber die Bedeutung dieser Karte ein bisschen klarer zu machen, habe ich eben auf YouTube einen längeren Film angeguckt.

Darin habe ich zum erst Mal vom französischen Brennessel-Krieg erfahren. Das Herstellen, Verwenden und sogar die Weitergabe des Rezeptes von Brennessel-Jauche stand unter Strafe. Das war 1753 —

Achnee, das war 2006. Man wollte unterbinden, dass unerforschte, giftige Substanzen den Boden und das Grundwasser verseuchen. „Erst mit der Verordnung vom 18. April 2011 mit dem Titel ‚Genehmigung des Inverkehrbringens von hausgemachter Brennnessel-Jauche zur Verwendung im Pflanzenschutz‘ wurde der Gebrauch wieder legalisiert.“ (Wikipedia)

 

edit: Statt Kommentare zu dem Jauche-Verbot lieber das hier: