Buch

Magic

Das wollte ich schon ewig posten. Wir haben uns neue Bücherregale gekauft. In der alten Wohnung hatten wir welche eingebaut, hier brauchen wir Neue. Das ist gut, denn die Eingebauten waren schwarz, und ich bin das Dunkel leid!
Wir haben jetzt ganz viel „Pocket“ von Möbelum, Farbe „Kirsche“. Ja, ich mach Werbung. Ich bin ein Fän von Möbelum, die Möbel sind aus Massivholz und sehr schön, ziemlich einfach selber aufzubauen (das muss selber gemacht werden) und darum im mittelkleinen PKW transportierbar. Und auch abzubauen sind sie einfach, was wir wissen, da wir vorm Umzug schon ein Pocket und ein Möbelum-Bett hatten.
 
Fast fertiges Pocket an der äußeren Küchenwand. Inzwischen steht der Esstisch davor.
 
Gosh, dass ich immer so weit aushole…
Ich wollte nicht von den Bücherregalen erzählen, sondern von dem, was darin ist. Von einem bestimmten Buch, das der Gefährte mir zeigte, als er das Regal einräumte. Von einer Susanna Clarke, von der ich noch nie gehört hatte und (bis jetzt) noch nie was gelesen habe, außer dem Cover einer Sammlung von Geschichten. Das Buch heißt The Ladies of Grace Adieu, und das Cover ist wunderschön.
Von vorne:
 
 
Und noch entzückender ist das Buch von hinten, und DAS ist endlich der Grund für diesen Beitrag:
 
 
 
Hier noch mal gegimped.
 
 
 
So schön =)
 
Advertisements

Eselsweisheit

Ich hab mir gestern dieses Buch gekauft. Ich schleich da schon seit einiger Zeit drumrum und war vordem zu geizig, dem Hype zu folgen. Nu setzt bei mir die Altersweitsichtigkeit ein, ich hab jetzt so ne Billigbrille, und wenn ich sie aufsetze (immer öfter) krieg ich nen Frustanfall, weil mir einfällt, dass ich vor nicht allzulanger Zeit ohne Brille noch so klar und deutlich sehen konnte

Naja, hab ich mir also das Buch gekauft, gestern, weil ich mir zum ersten Urlaubstag was schenken wollte. Ich war in der letzten Zeit sehr ausgelaugt und erschöpft und hab viel gehadert mit mir.

Am 19. hatten wir Weihnachtsfeier im Kontaktladen, heute ist mein erster Tag Urlaub, ich muss aber Mo noch mal kurz rein, weil ich noch ein Formblatt ausfüllen muss zum Jahresende (Verbesserungsmanagement, eine QM Vorgabe).
Gleich muss ich in die Kung fu Schule zu einer Filmvorführung. Morgen hab ich ein nicht angenehmes familiäres Telefongespräch zu führen. Gestern auf dem Heimweg aus der Stadt hab ich noch einen Klienten im Bus getroffen. Einen, der mich anzüglich angrinst und mich „goldig“ findet.

Ich kann mir ja wünschen, dass ich jetzt mal meine Ruhe hab und frei bin von Angesaugt werden und Terminen und unangenehmen Pflichten.
Und dann nach den Ferien ist alles gut, oder was?
Ich glaub, es ist heilsamer und nützlicher, wenn ich alles annehme und mich nicht drin verhedder.

Ich übe…

Donnerstag hatten wir Weihnachtsfeier im Kontakladen, es war voll und wg. mancher sehr breiter Leute auch sehr laut, was wieder andere BesucherInnen bisschen irritiert hat. Trotzdem gute Stimmung, nie Aggression.
Zuhause war ich total am Arsch und hätte fast geheult.

Mir fallen grad ständig Sachen ein, da ich nicht zufrieden mit mir bin. Die Guten Sachen, die’s auch gibt, fallen mir nicht ein. Ich glaub, ich hab ne leichte Depression. Ich bin froh, wenn der Mo rum ist und ich mal knappe 3 Wochen nix mit der Arbeit zu tun hab.

Ich erlebe zum ersten Mal dass ich wg. KlientInnen zuhause noch rumhadere. Ich finde bei mir selber viele Unklarheiten im Verhalten. Und ich fühle mich emotional ausgelaugt und angesaugt.
Ich denke, da besteht ein Zusammenhang.

 
Ich zerferzel mich auch zu sehr. Ich hoffe, dass das im neuen Jahr besser wird, wenn der Winter-Weihnachts-Kram auf Arbeit vorbei ist, und wenn ich nur jedes zweite WE nach Mannheim fahre.

 
Ich hab mir dieses Augenübebuch – Eselsweisheit – gekauft, um mir was Gutes zu tun.

Ziemlich am Anfang von dem Buch ist ein Zitat, das mir sofort geholfen hat, mich besser von der Bedürftigkeit anderer abzugrenzen.
Ich bin ja selber grad bedürftig; lauter Bedürftige, Ausgelaugte auf einem Haufen…

… der Autor hatte einen Heiler und dann Lehrer, nen alten Mann (erzählt er), und der Autor war chronisch Nierenkrank und ist zu dem hin, und der Alte schickt ihn weg mit den Worten:

„Geh mit Gott, mein Sohn. Ich behandle keine Leichen. Du bist gekommen, um deine Wampe an meinen alten Hals zu hängen, damit ich auf der Suche nach Wegen zu deiner Heilung was zu leiden habe. Nein – so nicht! Wenn du wieder zu leben begonnen hast, dann komm!“

 
Jo, so sitze ich gestern Abend auf dem Sofa, müde, erschöpft, alle Lampen an, meine Brille auf der Nase, und lese das Kapitel, wo er das Kloster der Feueranbeter besucht.
So gegen Mitte der Geschichte beginne ich zu lächeln (die, die Geschichte kennen, wissen warum :)).
Im letzten Drittel der Geschichte beginne ich zu kichern. Das Weiterlesen wird unterbrochen von immer heftigeren Kicheranfällen.
Tränen steigen hoch (fühlt sich gut an, in meinen leicht brennenden, trockenen Augen), das Kichern lässt meinen ganzen Leib vibrieren.
Ich hab grad die Geschichte zuende, da düdelt das Telefon. Schnuuusel! Ich geh hin, nehm meine Brille ab, und da seh ich, dass innen die Gläser mit kleinen Lachtränentröpfchen bespritzt sind.

Ich bin froh, dass ich das Buch gekauft habe. Mir gehts besser seitdem. Und wenns mir einfällt (immer öfter), lächle ich.

 
Und das Filmgucken in der Kung fu Schule hab ich grad abgesagt.