Die große Fracht

Nachtrag zur Großen Fracht

Hier wurden Stimmen laut – vor allem meine eigene – die verkündeten, das Bild, das ich gestern unter das unberührbar schöne Gedicht von Ingeborg Bachmann gepostet habe, sei grässlich geschmäcklerisch.

Jo, das ist es.

Drum hab ich noch eins gemacht, ein angemessen vetchiges Bild. Diesmal hab ich das Sonnenschiff mit ein paar Dingen gefüllt, die ich dies Jahr geerntet habe. Die Herbst Tag&Nachtgleiche kommt immer näher, Mabon: Erntedank und Todefest. Wie so klar im Gedicht der Bachmann beschrieben.


Was die als Ernte ins Schiff gelegten Dinge einzeln bedeuten kann ich so nicht erklären. Jedenfalls findet sich darin Stadtmagie, Derwisch-Sein, Hermes, die Veränderung der allgemeinen zivilisatorischen Trance hin zum Heilsamen, meine Partnerschaft, viel meines Sehnens und kleine Samen meines Vetchgeschäfts.
Und so.

Es geht in den Herbst.

 

Die Große Fracht

Grad kam ein Beitrag von Frau Koriander: Vergessene Liebe…
| The Deer and the Bee
.
Was sie schreibt, kann ich fast wörtlich auch von mir sagen: ich hatte auch ziemlich vergessen, wie sehr ich manche Gedichte liebe.
Eigene Welten, ja. Magische Formeln, um unseren Alltag zu verzaubern.

So mach ichs der Frau Koriander gleich nach und poste ein Gedicht von Ingeborg Bachmann.

 

Die große Fracht

Die große Fracht des Sommers ist verladen,
das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit,
wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit.
Die große Fracht des Sommers ist verladen.

Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit,
und auf die Lippen der Galionsfiguren
tritt unverhüllt das Lächeln der Lemuren.
Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit.

Wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit,
kommt aus dem Westen der Befehl zu sinken;
doch offnen Augs wirst du im Licht ertrinken,
wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit.

 

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Hehe. Das soll mir mal wer nachmachen, so auf die Schnelle ein Sonnenschiffbild mit großer Fracht herzustellen! X)

Und hier ist ein schöneres anderes Bild.