Ego

Wie kann ich SICHER sein?!?

Gestern hat mir das I Ging (so schiens mir) was empfohlen, das ich NICHT machen will.
Ich habs dann, angepisst, gefragt, ob ich auf ewig verdammt wär, wenn ichs nicht mache.
Die Antwort: JA.

Aha.
Okeee.

Dann hab ich gefragt, obs mich verarschen will.
Die Antwort: JA.

Das zu fragen war ein Tabubruch, weil man sich dem I Ging höflich und mit Respekt zu nähern hat. Hab ich mal gehört.

 

Aus der ganzen Fragerei und den erhaltenen Antworten kann ich jetzt Verschiedenes schließen.

Vernünftig: Dass ist alles völlig sinnlos. Die ‚Antworten‘ des I Ging, die ich über geworfene Münzen erhalte, sind in Wirklickeit einfach nur ZUFALL.

Weinerlich-fatalistisch: Ich bin auf ewig verdammt, ich muss Sachen machen, die ich nicht mag, und dann verarscht mich das I Ging auch noch!
Weil ich respektlos war, und ich bin selber schuld, und es gibt für mich sowieso keine Hoffnung, weil ich nicht kann, was ich soll, und weil ich nicht verstehe, was ich soll und weil alles zu spät ist. Also, für mich.

Wütend: Ich such mir jetzt ein Orakel, das mir sagt, was ich hören will!

Überheblich: Das I Ging hat halt auch nicht immer recht, und ich mach, was ich für richtig halte!

usw usf

Ich neige insgesamt zur ersten Reaktion, der vernünftigen. Die nimmt mir allerdings den Funken, das Vertrauen, und sie negiert die Erfahrungen, die ich gemacht habe, wenn sich die Dinge fügen und ich eingebettet in der Wirklichkeit bin.

In Wirklichkeit – das ist meine derzeitige Reaktion – in Wirklichkeit habe ich so seltsame Antworten bekommen, weil meine Fragen daneben waren. Wieso frage ich das I Ging, ob ich was Bestimmtes machen soll, wenn ich das definitiv nicht machen will? Sowas kann ich fragen, wenn ich offen bin für die Antwort. Das war ich nicht. Ich wollte nur Bestätigung, ‚offizielle‘ Erlaubnis für mein (Nicht-)Handeln, Autorisierung.
Die Antwort des I Ging ist mir im Nachhinein klar:
„Wenn du im Außen nach Erlaubnis für das suchst, was du im Innern für heilsam hälst, dann bist du weit aus deiner Mitte. Ab mit dir in deine Mitte!“

 
In Wirklichkeit merke ich, wann ich vom Universum heilsame Information bekomme. Das hat dann eine ganz eigene Qualität, und ich weiß dann, was es mir sagt.
Gestern habe ich mich brav an ‚die Regeln‘ gehalten (in dem Fall: Anleitungen aus dem I Ging Buch) und gedacht, wenn ich alles ‚richtig‘ mache, dann werde ich belohnt.
Und so isses nun mal nicht. Ich kann mich auf nichts verlassen.
Und in der Realität gefangen denke ich dann, ich könne mir deswegen auch nie sicher sein.

Dabei war ich mir schon oft wirklich sicher, und wenn ich dann dem Weg, den ich gespürt (manchmal sogar gesehen) habe, gefolgt bin, kam ich in Phasen des Heilseins.

Diese Sicherheit kommt aus meinem Innern. Sie kommt niemals aus einem Orakelspruch, sie kommt auch niemals von irgendwas, das jemand anders sagt oder in einem Buch schreibt o.Ä.
Das Wissen, die innere Sicherheit, kann durch all das (und noch mehr) ausgelöst werden. Wenn ich einen Input bekomm, der in Resonaz schwingt mit dem, was meiner Inneren Wahrheit entspricht. Das kann auch etwas sein, das mir nicht bewusst war, also scheinbar ‚vor außen‘ an mich herangetragen wurde.
In Wirklichkeit wird da ein Wissen geweckt, das in uns allen ist, weils wirklich ist, und wenn wir das erfahren, dann sind wir sicher.

Und wenn ich nicht sicher bin, dann ist das ein Indikator dafür, dass ich grad wieder voll verstrickt bin und Ego-Filme mit der Wirklichkeit verwechsle.

 

Puh, heute hier voll der Output… Und ich hab niemanden gefragt, ob ich das darf oder soll. :)

Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen

Und weiter gehts. Wieder ein Post, der als Kommentar zu einem von Sólveigs oft so inspirierenden Artikeln angefangen hat.

Gestern hat sie das hier gepostet:
the rest is silence… | Tales of an Urban Priestess
Da schwingen Themen drin, die nicht nur mich grad beschäftigen (vgl. die Kommentare zu Sólveigs Artikel).
Es geht u.A. um Bescheidenheit, um die Gradwanderung zwischen Mit-Teilen und Selbstdarstellung, und auch darum, wie wir heilsam wirken können, ohne den Status Quo zu füttern, in dem wir leiden.

Grad eben hab ich was gelesen, das nahtlos dazu passt:

Die Entfaltung der natürlichen sozialen Ordnung beginnt mit der Transformation des Einzelnen. Nichts wird von außen auferlegt und keine Anstrengung ist erforderlich, die bestehende Ordnung zu verändern. Es geht weder darum, eine neue Ordnung über die alte zu stülpen, noch darum, sich gegen die alte Ordnung aufzulehnen und sie zu stürzen. In dem Maße, wie die natürliche Ordnung spontan aus den Bemühungen einzelner Menschen entsteht, sich vom Ego zu befreien. wird die alte Ordnung allmählich von innen heraus transformiert; dies geschieht dadurch, dass die Betreffenden harmonisch miteinander und mit ihrer Umgebung umgehen. Dann werden die wahren Bedürfnisse der Menschen befriedigt und das Ganze, einschließlich der Natur, erfährt Mehrung.

Aus: Carol K. Anthony und Hanna Moog: I Ging – Das Kosmische Orakel

Manche könnten sich von Begriffen wie „Ego“ oder „Transformation“ etc. genervt fühlen. Bitte erkennt die Bedeutung hinter den Begriffen.

Die beiden Damen verwenden oft den Begriff „kollektives Ego“. Damit meinen sie etwas, das auch Mary Daly erkannt und als „foreground“ bezeichnet hat. Ich nenne es „Realität“. Idries Shah, wieder eine ganz andere spirituelle Richtung, erzählt Geschichten vom Exil (aus der Wirklichkeit in die Realität, oder, wie’s im I Ging Buch genannt wird: aus der Kosmischen Ordnung ins kollektive Ego). Er erzählt auch eine Geschichte von den Menschen, die alle wahnsinnig werden, weil das Trinkwasser sich verändert. Nur einer hat noch einen Vorrat vom gesunden Wasser, aber da er völlig isoliert unter lauter Irren leben muss, trinkt er schließlich auch das ’normale‘ Wasser und fällt in die kollektive Trance.

Es ist also eigentlich nichts Neues in dem I Ging Buch. Nur mal wieder neu formuliert, von zwei Ladies, die auf ihrem Weg mit dem I Ging zu diesen Schlüssen gekommen sind.

Wie der Mann in Idries Shah Geschichte, der das verseuchte Wasser trinkt, so geraten wir (also, auf jeden Fall ich!) immer wieder in die Fänge des individuellen und kollektiven Egos, verlaufen uns immer wieder in Realitätstunneln.

Indikatoren dafür sind eine innere Leere und Angst, nicht nur offen. Sie lauert auch unter und hinter allen Siegen und vielen ‚Erfolgen‘ (wir müssen ja doch sterben, der Siegestaumel vergeht, die nächste Niederlage droht, der Dieb kann kommen, man muss sich vorm Mangel schützen—)
Ich habe mich die letzten zwei Tage damit beschäftigt, I Ging-Hexagramme, die ich in der vergangenen schlimmen Depressions- und Pestphase geworfen habe, noch mal mit Hilfe des neugekauften Buches durchzugehen.
Dabei bekomme ich einen neuen Pestanfall nach dem andern. Ich verstehe vieles nicht, fühle mich unter Druck gesetzt, bekomme nicht die Antworten, die ich haben will–
Ich bin inzwischen sicher, dass mir da das dazwischenfunkt, was in dem Buch Ego genannt wird (ich habs oft als „Monster“ bezeichnet). Fazit: Üben. Wenn die Pest kommt: weg davon!

Das Gefühl in der Wirklichkeit eingebettet zu sein, das habe ich schon erlebt. Ich hab auch davon geschrieben, und kurz drauf bin ich wieder in der Realität verwirrt und verstrickt und am ARSCH. (Pardon my Klatchian.)

Ich glaube auch – das sag ich ja schon lange, und die Ladies im I Ging Buch sagen das auch: Das Monster/Ego strampelt, täuscht, droht, verführt. Es ist ein Parasit, der mich nicht freiwillig lassen wird. Eher tötet das Ego seinen Wirt als sich freiwillig aufzulösen.

Und wenn ich es bekämpfe, dann füttere ich es.

Also gibt es scheinbar (im Realitätstunnel) kein Entkommen.

In Wirklichkeit genügt ein klares inneres NEIN. Es genügt, um Hilfe zu bitten (z.B. „Den Weisen“).

Das will ich jetzt üben. Vor allem das innere NEIN will ich üben. Die schwarze Phase der letzten Zeit steckt mir noch in den Knochen und ich will mich nie mehr so vergessen.
(Lenk mich nicht ab, Ego!)

Hier und Jetzt, während ich mit dem Buch und dem Orakel arbeite, hadere und leide, und dann wieder Glück und Leben verspüre, merke ich immer wieder deutlich, wo der Weg langgeht. Der Weg ist da, wo keine Reibung ist. Zum Weg gehört auch, klar innerlich NEIN zu sagen zu Geboten des Egos.
Dass ein klares NEIN immer Reibung und Schuldgefühl erzeugt, das ist auch so ein Gebot der Realität. Es ist unwahr, wie ich selber deutlich merke.

Da wo ich hadere und leide, da ist die Realität, da tobt das Ego. Da weiter langzupressen, um Lösung und Klarheit zu finden, ist schlicht bescheuert.
Was tun?
Naja, das Naheliegende, Heilsame!
Ich mache dazu Übungen, z.B. welche aus dem I Ging Buch (z.B. inneres NEIN zu Geboten des individuellen und kollektiven Ego).

Achja, und um wieder auf den Anlass dieses Beitrags zu kommen. Ich werde üben, mich nicht mehr im Außen zu zerferzeln, andere und anderes anzuprangern und an der schlimmen Weltlage zu leiden. Durch Missionieren, Meckern und Bekämpfen gebe ich nur wieder Energie in den ungesunden Film und verzettel mich.
Drum hätte ich vielleicht besser, statt das hier zu schreiben, Übungen aus dem Buch gemacht… 😛
Das I Ging hat aber gesagt, ich soll bloggen. Da bin ich aber froh! Und wenn ich das I Ging wäre, würd ich Vetch jetzt nen Tritt in den Hintern verpassen, weil sie immer noch meint, sie braucht ne Erlaubnis von Außen/Oben, um das sein zu können, was sie ist und das machen zu dürfen, was sie macht.

Ich bin aber nicht das I Ging. Das I Ging tritt niemanden. Es rollt nicht mal mit den Augen.
Ich will auch das HEXIKON nach und nach heilsamer gestalten, indem ich die Aggression gegen das kollektive Ego rausnehme. (Das W-Wort bleibt also doch nicht… :P)
work in progress

Gottheiten und Machtgefälle

Ausgelöst durch ein paar nachträgliche Gedanken über Autorität, Dienen und Machtdynamiken | Tales of an Urban Priestess.

Seit ich hier das Bloggen angefangen, Sólveig kennengelernt und dadurch wieder begonnen habe, Hermes und anderen Gottheiten nachzuspüren, hab ich viel nachgedacht, gehadert und im Herzen bewegt.
Ob ich mich einlassen soll auf Gottheiten. Wenn ja, dann wie? Opfer? Anbetung? Weihen und Widmen?

Ich habe darüber sehr wenig geschrieben, weils mir zu durchgeknallt und auch, vielleicht, respektlos erschien.
Z.B. die Überlegung, dass Gottheiten Entitäten sein könnten, die unsere Aufmerksamkeit als Nahrung brauchen. Also quasi Parasiten.

Ich bin schließlich zu einem Ergebnis gekommen:
Ich bin mit Gottheiten auf Augenhöhe. Ich bin offen für gemeinsames Wirken.

Da habe ich auch nicht drüber geschrieben, weils mir auch wieder respektlos erschien.
Respektlos innerhalb eines Realitätstunnels, den ich mit der Wirklichkeit verwechselt habe. In diesem Realitätstunnel stehen Gottheiten über uns.
In diesem Realitätstunnel kommts dann auch zu dem ‚logischen‘ Schluss, dass ich, wenn ich Gottheiten nicht als über mir stehend sehe, sondern ihnen auf Augenhöhe begegne, das bedeute, dass ich selber gottgleich wär.

Und so kann ich innerhalb dieses Realitätstunnels (aka zivilisatorische Trance, Realität, Normalität, foreground, kollektives Ego, Maya, Dualität etc.) nur pendeln zwischen Unterwürfigkeit und Anmaßung.

In dem I Ging Buch, von dem ich zur Zeit so schwärme, wird auch dieses Thema angesprochen. Das Orakel wird dort als Der Weise bezeichnet. Diese/r Weise stehe uns allen zur Seite, heißt es, und wir können sie/ihn/es jederzeit um Rat und Hilfe bitten.
Der Weise steht NICHT über uns. Der Weise hat keine Macht über uns. Der Weise will keine Opfer, keine Anbetung, keine Verehrung, keinen Gehorsam. Auch kein intellektuelles Rumdiskutieren. Wenn wir sowas zeigen, dann zieht er/sie/es sich zurück.
Mehr nicht. Der Weise ist nicht beleidigt oder sowas (das anzunehmen wäre anmaßend…).

Auf Augenhöhe sein heißt nicht, dass wir gleich wären. Ich, Vetch, bin keinesfalls genauso klug und weise, wie die Gottheiten/Orakel/Instanzen, an die ich mich wende. Ich wende mich an sie weil ich weiß, dass sie weiser sind als ich. Deswegen brauchen sie weder meine Aufmerksamkeit noch irgendwelche Opfer oder sowas. Da ist kein Machtgefälle. Macht, zumindest in meiner Welt, ist die Möglichkeit, etwas zu machen. Ich habe Macht. Ob ich sie anwende, das ist meine Entscheidung. Das Orakel oder die Gottheiten, mit denen ich mich abgeben mag, können mich dabei unterstützen. Sie helfen mir, mich selber zu ermächtigen und mich aus Realitätstunneln zu befreien. Auch, indem ich manches in ihre Hände gebe und mich von Erwartungen und Hoffnungen löse.
Dann, das weiß ich, tu ich das, was ich zu tun habe. Und die Dinge fügen sich auf heilsame Weise, und zwar auf eine Weise, die ich mir vorher nicht habe vorstellen können.
 

Das hab ich schon mehrfach erlebt.
 

Und wie erstaunlich, dass ich das immer wieder vergesse.

Naja, work in progress.

Wünschen

Oh, schon wieder so ein Riemen. Je länger meine Texte, desto mehr Work in Progress.

Seit einiger Zeit geht mir was im Mind um, beweg ich was im Herzen.
Ausgelöst durch meinen letzten Eintrag zur beruflichen Situation und den Austausch mit Sólveig dazu ist das grad wieder akut.

Es geht ums Zaubern: Darum, Wünsche wahr werden zu lassen.

Es fängt schon damit an, dass ich gar nicht viel davon halte.
Ich möchte keine Energie darauf verwenden, Wünsche wahr werden zu lassen, die nicht aus meiner Mitte kommen, sondern die mein Ego sich vorstellt.
Mein Ego hat oft nen Mega-Knall, und außerdem eine viel zu geringe Vorstellungkraft.

Z.B. verschwende ich oft Energie bei der Suche nach einem Weg, der zu dem führt, was ich mir hier&jetzt als Lösung vorstelle.
Das, was ich mir vorstelle, ist oft gar nicht die Lösung und liegt nicht auf meinem Weg.

Ich will also wünschen, was mein Inneres Selbst, mein Wahres Wesen will.
Das herauszufinden ist, denk ich, die Craft beim Wünschen.

 
In den schmerzvollsten Zeiten meines Lebens habe ich gelernt:

  • Ich habe meine Wünsche loszulassen.

Das bedeutet nicht, dass ich sie verwerfen oder auch nur bewerten soll.
Ich hab mir schon wirklich dämliche Sachen ganz stark gewünscht. Es half gar nichts, sie ‚loszulassen‘, indem ich mir gesagt habe, wie dämlich das ist, was ich mir wünsche.
Was half: Anzuerkennen, dass ich mir wünsche, was ich mir wünsche und nichts weiter daran zu knüpfen.

Das habe ich gelernt, als ich mal nen Monat lang in verschiedene A-Gruppen (v.A. EA) gegangen bin.
Ich hatte erst Probleme mit dem Konzept der ‚Höheren Macht‘, denn zu der Zeit hatte ich grad allen Gottheiten abgeschworen.
Dann kam mir BABA entgegen und ich hab ihm meine Wünsche gegeben.
Ich hab den Verdacht, über diesen Weg kamen sie an mein Inneres Selbst, und das hat dann mit mir die Dinge so geregelt, wie’s heilsam ist.

Ich finde inzwischen das Konzept der ‚Höheren Macht‘ bei den A-Gruppen sehr hilfreich, weil es mir den Wahn nimmt, Kontrolle zu haben, haben zu müssen, haben zu können.
Bei dem Problem, das mich in die Gruppe trieb (grob gesagt: Beziehungsfähigkeit) hatte ich keine Kontrolle, keine funktionierenden Strategien, keine Ahnung von gar nichts. Ich war mein Leben lang gescheitert.

Ich hab das anerkannt: dass ich keine Ahnung habe, was ich brauche und will.
Das bedeutet nicht, dass ich mich zurücklehne und auf BABA verlasse.
Es bedeutet, dass ich anerkenne, dass ich in manchen Angelegenheiten keine Ahnung habe, mir selber nur Leid und Not mache, wenn ich strample und es deswegen SEIN LASSE.
Stattdessen kümmere ich mich um das Naheliegende, um Dinge, von denen ich Ahnung habe. All-Tags Bewältigung. Wasser holen und Ecken auskehren und Vertrauen üben, dass die Dinge sich fügen, ohne dass ich weiß, wie.

Es kamen dann Impulse, ich hab auch was gemacht, was ich früher NIEMALS getan hätte, und jetzt habe ich meinen Gefährten gefunden und bin in der Lage, Beziehungsfähigkeit zu üben. 🙂

Darüber habe ich meinen Job aufgegeben, und jetzt bricht ein weiteres Riesenthema meines Lebens über mich herein:
Gelderwerb, Berufsausübung.

Und da wünsche ich mir natürlich auch reichlich. Und stelle fest, dass ich fast nur darüber nachdenke, WIE ich zu dem komme, was ich will.
Ich könnte dies machen – aber dazu bräuchte ich-
dann müsste das passieren – aber das passiert sowieso nicht-
ich müsste jenes finden – aber das gibts hier gar nicht-
usw usf
Jede Idee, wie ich dahin komme, wo ich glaube hinzuwollen, wird sofort von ängstlichen ABERn erstickt.

Wo will ich eigentlich hin? Was will mein Wahres Wesen?

Ich hab inzwischen den Verdacht, dass ich mich beim Wünschen auf das WAS zu konzentrieren habe, statt auf das WIE.
Und ich habe auch den Eindruck, dass ich die auftauchenden ABERs als Wegweiser verwenden kann. Wenn sie auftauchen, bin ich vom Weg abgekommen.

Mehr weiß ich noch nicht.

Einen kleinen Wunsch habe ich auch noch, und da er klein ist, kommen keine ABER, denn da habe ich volles Selbst-Vetrauen, dass ich ihn mir erfüllen kann und werde:
Dieser Eintrag wird zu gegebener Zeit eingekocht auf die Grundaussage. Wenn ich klarer sehe. Hier weiß ich genau, WAS ich will: einen gut lesbaren, viel allgemeineren Artikel zum Thema Wünschen. Zur passenden Zeit.

Ego

„Ich erwische mich immer wieder dabei,
wie ich aus meiner Vergangenheit
meine Zukunft konstruiere.“
Kommentar eines Klienten im KISS-Programm

Ich seh das Ego als unser Gefährt im Alltag. Es wird dann ungesund, wenn es sich verselbstständigt und den Kurs angibt. Es ist nur das Vehikel, nicht der Pilot.

Es gibt Aspekte des Egos, die u.U. mal unser Überleben gesichert haben, die aber jetzt obsolet sind. Die wehren sich manchmal mit Zähnen und Klauen gegen ihre Auflösung/Umwandlung. Naja, das ist Todesangst, das Ego mag nicht sterben. Dabei verwandelt es sich eh ständig; außer eben durch irnzwelche Traumata haben sich Egoaspekte so verselbstständigt und verfestigt, dass sie eine Art Eigenleben entwickelt haben und uns ersticken und auf Autopilot laufen lassen, wo das gar nicht mehr nötig ist.

Aber an sich ist das Ego nix ’schlechtes‘, und es muss m.E. nicht um jeden Preis ‚überwunden‘ werden. Nur die Parts, die unsere Weiterentwickliung sabotieren aus Todesangst, die gehören aufgelöst/umgewandelt.

 

Zur Illustration hilft die Karte Die Liebenden der Colman Smith Tarot Karten (bekannt als Rider-Waite):
Mann guckt auf Frau, Frau guckt auf Engel.

 
Wir können den Engel auf dem Bild als die Seele ansehen, als das Höhere Selbst, als die Verbindung zur Quelle, zum Netz (je nach Weltbild bitte Passendes einsetzen).
Die Frau und der Mann bilden dann unser Ego.
Sie repräsentiert u.A. die rechte Gehirnhälfte, die Emotionen, das totale, zeitlose Sein im Hier&Jetzt, Empfindungen, das Sinnliche, das Zyklische etc. pp.
Er repräsentiert u.A. die linke Gehirnhälfte, den Intellekt, die Sprache, das Lineare, das Handeln in der Welt etc.pp.
[Das sind alles KEINE Wesensdefintionen von ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘!
‚Frau‘ und ‚Mann‘ sind hier bloß Symbole auf Tarotkarten, die kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende entstanden, dass das bitte klar ist!)

Wenn ’sie‘ in Verbindung mit dem Engel ist, und ‚er‘ (auf sie schauend und achtend) in Verbindung mit ihr, dann ist alles im Lot und das Ego ist in der Welt und Wirklichkeit die Manifestation unseres, naja, SELBST. Kann mit allem anderen interagieren und heilsam durchs Leben surfen.

Wenn ’sie‘ die Verbindung zum Engel verliert, oder/und er die Verbindung zu ihr, dann … „Houston, wir haben ein Problem!“

Das Ego braucht, wie ich schon schrieb, m.E. nicht überwunden werden. Wenn es sich aber verselbstständigt und meint, es sei der Chef, dann wirds ungesund.

Und vor allem: wenn die Verbindung zum Engel vom Ego nicht gesucht und gehalten wird, dann kriegt das Ego, verloren und isoliert in einer scheinbar sinnlosen Welt, megamäßig Angst. Und aus dieser Angst können grässliche Dinge entstehen. Größenwahn, Minderwertigkeitsgefühle, Hass, Verzweiflung… die ganze Palette.

Das Ego braucht nicht überwunden zu werden. Das Ego braucht Verbindung zum Netz, und es muss gut surfen können. Dann bassts. 8)

 

 

Ich find meine Definition von Ego hilfreich als Werkzeug.
Mehr ist eh nicht drin bei so schwammigen Begriffen.
Das ist doch ne Menge! Denkanstöße und Arbeitshypothesen.

Letztendlich sind das alles nur Worte und Konzepte; Landkarten, die uns bei der Orientierung helfen können. Sie sind nicht das Territorium.