Freiheit

Donnerstag, 22. Juni & Freyjatag 23. juni 2017 ~ Dankesammlung

Gestern.

Gestern war’s heiß. Ich war in der HPΨ-Schule und habe in der Pause den ersten Kaffee des Tages getrunken. Ohh, war der gut.

Danke für den köstlichen, belebenden Kaffee!

Am Coffeeshop steht eine Litfaßsäule, deren Plakate mich sehr erfreut haben. Wunderbar klare Message, find ich: „Nach der Freiheit ist vor der Freiheit“ und dazu die austauschbaren ‚gewählten‘ Maskenköppe. Nach der Freiheit ist vor der Freiheit!

Auf dem Heimweg, als ich auf die Brücke zustrampelte, hinterm Schloss, roch es so gut, so sommerfernfreudefreiheitreisemäßig – das ist der Duft von Eisenbahnschienen, die in der Sonne braten. Ich liebe diesen Geruch. Danke dafür!

Mehr kann ich von gestern nicht berichten. Der Rest des Tages verschwimmt in wabernder Hitze. In meinem Reinschreibebuch finde ich ein versuchtes Gedicht, zerlaufen und verschwommen in einem Kaffeetassenring. Ich werde paar Zeilen rekonstruieren.

Sommerstadt – schwere Schwaden
fluten durch die Straßen
Kaffee tropft und Regen tropft
Das Hirn verliert Gedanken.

Nee, reimt sich nicht.

 

Heute.

Heute sag ich mutig – ja, unerschrocken und zuversichtlich! – im Voraus DANKE, dass wir endlich putzen.
Falls der Gefährte, wenn er demnächst von der Arbeit heimkommt, doch nicht mehr will (es war seine Idee!), dann sag ich auch dafür danke. Wenns nach mir geht, dann machen wirs heute. Kurz vorm Neumond: beste Zeit.

Heute gibts wieder Mangold.

Es ist ein bisschen kühler geworden. Ein kleines bisschen.

Dieses Fahrrad erfreut mich jedesmal, wenn ich dran vorbeifahre. Demnächst mach ich auch mal ein gutes Foto davon…

Jetzt will der Mangold mich sehen.

Das Gedicht…

Mangold aus dem Topf
auf dem Balkon in den Topf
und auf die Teller.

Nee, das kommt nicht in die Sammlung Unsterbliche Vetch Gedichte. Ich nenn die anders…

 

Wenn’s so kommt, wie ich denke (putzen), dann sehr wahrscheinlich bis übermorgen, ihr Lieben.

 

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Anleitung zum Ausstieg ~ Wie du deine Innere Stimme hörst

Jetz ma … Kokosöl bei de Tofuschnitzel.

Im Gegensatz zu dem, was ich im Artikel ZEITLINIEN behauptet habe – dass es völlig egal ist, was wir tun, weil es nur auf die innere Haltung ankommt – gebe ich hier eine Liste von Tips, von Sachen, die wir tun können, um aus der Maschinenzeitlinie auszusteigen.

Es ist nämlich immer beides – es ist egal, was wir im Alltag machen und es ist essentiell wichtig, was wir im Alltag machen. Das ist ein Magisches Paradoxon, das wir mit unserem Verstand nicht auflösen können. Im Innern wissen wir, dass es wahr ist. Das genügt.

Es ist wahr, dass es auf unsere innere Haltung ankommt. Dass es nicht auf das WAS, sondern auf das WIE ankommt.

Es ist auch wahr, dass wir viele heilsame Erkenntnisse gleich wieder vergessen, dass wir versäumen, sie in unser Leben zu integrieren.
Dann verändert sich nichts, außer, dass es uns u.U. noch mieser geht, weil nun auch noch das schlechte Gewissen dazukommt.

Es ist außerdem wahr, dass viele Techniken und Praktiken und Übungen wirken, auch wenn wir nicht sofort merken, dass es so ist. Sie wirken sofort. Sie ändern unsere innere Haltung zur Mitte hin.

Fortgesetzes Üben führt dazu, dass sich Dinge fügen und verschieben – zur Heilung, zur Mitte. Zu Fülle und Freude. Fülle und Freude sind heilsam, bringen uns weiter und lösen Empire auf.

Es gibt dann immer noch Schmerz und Angst. Leben hier auf der Erde ist kein Ponyschlecken und soll auch keins sein.
Nur, aus unserer Mitte heraus können wir mit dem, was wir erleben, ganz anders umgehen. Die Stürme des Lebens lassen unser Boot dann nicht mehr kentern, sondern wir behalten die Nerven und die tiefe Freude, das tiefe Vertrauen unter allem und segeln weiter.

Die Übungen wirken auch, wenn wir uns nichts davon versprechen und nicht an sie glauben.

Sie wirken eher nicht, wenn wir sie sklavisch ausführen, gegen unser Gefühl, ohne Freude, weil wir meinen, wir müssten. Das wäre die falsche Art von Disziplin. Die Sorte, die Empire uns beigebracht hat und die wir jetzt verlernen.

Die Tips auf der Liste habe ich aus vielen Quellen zusammengeschöpft. Auf manches bin ich sogar ganz von alleine gekommen. =)
Die Liste ist weder auch nur annähernd vollständig, noch bindend, noch geordnet.
Viele der Tips können euch banal, oder bescheuert und/oder absurd vorkommen.
Es ist NICHT meine Absicht, zu missionieren oder Leuten ein schlechtes Gewissen zu vermitteln, wenn sie nicht machen, was ich hier vorschlage. Ich möchte nicht als Besservetch und nervende, altkluge Predigerin bekannt werden.
Meine Absicht ist, meinen ZEITLINIEN-Artikel zu ergänzen. Es IST wichtig und wirksam, was wir machen und lassen.
Jede und jeder nehme an, was passt und lasse den Rest getrost liegen.

Das meiste von dem, was ich jetzt aufzähle, habe ich ausprobiert und sehr gute Erfahrungen gemacht, und ich übe weiterhin damit.
Ein paar Sachen übe ich noch nicht oder viel zu wenig, z.B. ‚in die Natur gehen‘. Ich habe sie trotzdem mit auf die Liste getan, auch wenn ich selber da kein Vorbild bin, weil ich WEISS, dass sie heilsam sind.

Und ich freue mich über jede Ergänzung. Nutzt die Kommentarfunktion dazu. Oder schreibt selbst einen Blogbeitrag dazu. Oder – MACHT WAS IHR WOLLT!
Das ist auch schon der erste Tip.

Mach, was du willst.
Dazu solltest du natürlich wissen, was du willst. Deine Wahren Wünsche von den Begierden deines Egos unterscheiden können.
Wie das geht? Schritt für Schritt. Paar Tips dazu findest du hier. =)

Keine Angst vor der Angst. Wenn du Angst oder Unbehagen verspürst: Schau hin. Was steckt dahinter? Das, was dahinter steckt, will gesehen und gefühlt werden. Dann verändert es sich und/oder löst sich auf.

Vertraue deinem Bullshitdetektor. Wenn sich etwas nicht gut für dich anfühlt, dann beachte dieses Gefühl und handle danach. Und wenn es nur ein Inneres NEIN ist, dass du für andere unhörbar im Innern aussprichst. Auch das hat Wirkung.
Wenn du deine Wahrnehmung, deine warnenden Gefühle missachtest und wegdrängst, dann signalierst du Empire und vor allem dir selber, dass du dir selbst nicht traust und dass du dich lieber fremdbestimmt durchs Leben steuern lässt.

Stärke dein Selbst-Vertrauen, indem du tust, was du dir vornimmst. Sofort. Und wenn es nur ganz kleine Dinge sind, wie z.B. die rumstehende leere Kaffeetasse in die Küche zu räumen. Du wirst merken: Der Widerstand vor der lästigen Handlung ist in der Regel das Schlimmste an der ganzen Sache. Das ist so ähnlich wie mit Angst. Wenn du’s angehst, wirds SOFORT besser.

Sei sehr vorsichtig und zurückhaltend mit Versprechungen, sowohl anderen als auch dir selbst gegenüber (s.o.: Selbst-Vertrauen). Nicht gehaltene Versprechen kosten unglaublich viel Kraft.

Iss wenig oder gar keine tierischen Produkte.
Entgegen anderslautender Behauptungen sind Menschen keine Omnivoren. Unser Darm ist zu lang, um Fleisch zu verdauen. Wir können Fleisch essen – in Notzeiten, wenn wir nichts anderes haben. Dann sollten wir NUR Fleisch essen und es mit nichts anderem  mischen, bis es verdaut ist.

Iss viel frisches Gemüse in Bioqualität. Keine neue Erkenntnis. Und wahr.
Wenn wir uns gut ernähren, kann unser Körper jede Menge Mist wunderbar entgiften. NICHT gut sind industrielle Lebensmittel. Pestizidverseuchtes Billigessen, industrieller Zucker – diese Dinge ruinieren  nicht nur unsere Gesundheit, sie wirken auch auf unsere Psyche und verstopfen spirituelle Kanäle. Es IST wichtig, was wir essen.

Schütze dich vor den Nachrichten.
Ja, es ist heilsam, informiert zu sein. Nur, die Quellen, die uns offiziell angeboten werden, sind verseucht. Ich habe keine Lust mehr, da drumrumzureden und mich zu rechtfertigen dafür, dass ich keine Zeitung lese, keine Nachrichten im Radio, Fernsehen und Internet konsumiere. Ich bin trotzdem gut informiert. (Ja, Anschläg in Manchester und Jakarta. Und? Ist die Welt besser, wenn ich darüber was weiß oder gar schreibe?)
Die Nachrichten, die wir vorgesetzt bekommen, dienen nur einem Zweck: uns in Angst und Ohnmacht zu halten und von unserem eigenen Hier&Jetzt abzulenken.

Stell den Soundtrack aus!
Keine Stöpsel in den Ohren, wenn du unterwegs bist. Keine ständige Berieselung, wenn du daheim bist.
Hör auf das, was um dich herum ist.
Es gibt Gelegenheiten, da ist ein eigener, gezielt ausgewählter Soundtrack sehr heilsam. Sowas kann dich schützen und deine Laune heben (wodurch du höher schwingst) und dich bei Handlungen unterstützen. Das ist eine magische Praxis. Eine ständige Berieselung durch Musik, die den Klang der Wirklichkeit überlagert, der dich umgibt, vermüllt deine Kanäle und macht es deiner inneren Stimme sehr schwer, von dir gehört zu werden.

Geh raus! Geh in die Natur. Einmal im Monat ein zwei Stunden irgendwohin, wo nichts Menschengemachtes ist.

Pflege deine Gemeinschaft, sei vernetzt. Nicht nur übers Internet. Vor Ort.

Lebe an einem Ort, wo du gern bist. Jaja, leicht gesagt für manche. Hab Vertrauen, alles fügt sich. Mach es dir da, wo du bist, so schön, wie es geht. Es wird dich an angemessenere Orte ‚verschlagen‘, je mehr du in deine Mitte kommst.
Tu was dafür!

Mach etwas, sei kreativ, sei tätig. Mach etwas, das du sinnvoll findest. Nichts ist immer toll, alles ist auch mal anstrengend, lästig, unangenehm. Solange du es sinnvoll findest, kannst und willst du es tun, und es ist gut für dich (und andere).

Prüfe deine Lebensumstände. Achte vor allem auf den Ort und auf die Leute, mit denen du verbunden bist und auf das, was du tust (s.o.). Prüfe, ob diese Aspekte in deinem Leben sich gut anfühlen. Oder ob sie dich Kraft kosten und dich letztendlich unglücklich machen. Wenn das so ist, ändere sie!
Ja, das ist ne scheinbar richtig Große Sache. Diese Dinge sind elementar wichtig, darum erscheinen sie uns ja so schwierig. Sie sind in Wirklichkeit einfach. Wir sollen und dürfen nicht wissen, dass sie einfach zu ändern sind, damit wir sie nicht ändern und brav in der Matrix bleiben.
Vielen Leuten, die mich um Rat bitten, kann ich nur raten: Kündige deinen Beruf (oder Geh von der Arge weg!), trenne dich, zieh um… Dann höre ich 10.000 „aber“s und Gründe, warum das nicht geht. Schau nicht auf die Gründe, warum das nicht geht. Schau auf das, was du machen willst, und MACH ES. So gut du hier&jetzt kannst. Beginne im Kleinen. Übe Vertrauen.

Löse dich von Gruppendruck. Ist es wirklich wichtig, was irgendwelche Leute, die du nicht besonders gut kennst (und vielleicht nicht besonders gut leiden kannst) über dich denken?

Löse dich vom Konsumterror. Vermeide Müll, lebe nachhaltig. Dazu könnte ich Bücher vollschreiben. Ich verweise an die Blogs, Videos und Bücher, die es schon dazu gibt. =)

Trink jeden Tag 3 Liter klares Wasser ohne Kohlensäure und bitte auch nicht aus ner Plastikflasche. In der Regel ist Leitungswasser gut. Verteil die 3 Liter über den Tag und mach dir das Wasser heiß, wenn du magst.

Starre nicht so viel ins Internet und/oder auf dein Smartphone und/oder Tablet. Ja, auch du, Vetch. (Ich hab zwar ’nur‘ nen Computer — und an dem kann ich Tage am Stück verbringen. Nicht zu empfehlen!)

Mach Musik. Und wenn du nur unter der Dusche singst. Selber Musikmachen ist sehr gut fürs Gehirn. Und fürs Herz.

Vermeide Mainstream Media. Dazu gehören Zeitschriften und Zeitungen, Fernsehprogramme genauso wie hirnlose Videos oder die supertollen Blockbusterfilme, mit denen wir zugekleistert werden. Du meinst, du wärst reflektiert und könntest ohne Schaden Reklame, manipulative Geschichten und Bilder etc. konsumieren? Weit, weit gefehlt. Mach mal einen Versuch: Medienfasten für einen Monat, und lass dich dann überraschen, wie Fernsehen plötzlich auf dich wirkt. Ich kenne niemanden, NIEMANDEN, die oder der einigermaßen heilsam unterwegs ist und sich noch oft von den Medien berieseln lässt. Alle Leute, die ich kenne, die heilsam wirken und eine Freude und Zufriedenheit ausstrahlen, schützen sich vor den Medien des Mainstream.

Erkenne das Ausmaß der Manipulation, dem die Menschheit ausgesetzt ist.
Ich weiß, dass viele der riesigen Masse, die meinen Blog ab und zu lesen (so ca. 15 Leute zur Zeit… =) ) aussteigen, wenn ich von der Großen Verschwörung erzähle. Ich würds ja auch gar nicht tun, wenn ich nicht wüsste, dass es doch auch wichtig ist. Warum? Nicht, weil wir ‚Sie‘ entlarven müssen, bekämpfen, besiegen, alle Menschen aufwecken und befreien müssen – all das ist unheilsamer Quark.
Wir müssen das Tun der Matrix erkennen, wir müssen Empire erkennen, damit wir begreifen, dass das, was uns als Gut und Richtig und Wichtig verkauft wurde, eine einzige große Lüge ist. Wenn wir das begriffen haben, fällt es uns viel leichter, ohne Zweifel und Bedenken, frei von Angst, Schuld, Scham und schlechtem Gewissen auf unsere innere Stimme zu hören, unsere wirklichen Prioritäten zu sortieren und aus dem Wahnsinn auszusteigen.

Wenn du draußen unterwegs bist, dann richte deine Aufmerksamkeit (so weit es geht, ohne, das du Unfälle verursachst…) auf Organisches: Schau auf Pflanzen, Tiere, in den Himmel. Löse deine Aufmerksamkeit von Schrift, Schaufenstern, Leuten.

Mach regelmäßig Sport, Yoga, Tanzen, etwas für deinen Körper. Lebe in deinem Körper – dazu sind wir hier!

Streiche das Wort „aber“ aus deinem Vokabular. Meistens kannst und sollst du es durch „und“ ersetzen. Manchmal helfen auch „trotzdem“, „dennoch“ etc. Mach es einfach, es wirkt!

Vermeide Drogen aller Art. Auch Psychodelika. Auch und VOR ALLEM Alkohol. Und Zucker.

Richte deine Aufmerksamkeit jeden Tag auf Schöne Dinge. Hilfreich kann eine tägliche Dankbarkeistliste sein.

Wenn dich etwas ärgert, geh nicht in Konfrontation. Lass dich nicht auf Reibung ein. Schau, was dahinter steckt.

Du kannst und musst niemanden retten; und niemand anders muss erst irgendwas tun oder lassen, bevor du glücklich sein kannst. Wenn du dir und anderen helfen willst, Missstände beseitigen willst, dann lebe ein selbstbestimmtes Leben ohne Schaden für andere in Kauf zu nehmen, sorge für dich, tu was du willst, übe Vertrauen, höre deine innere Stimme und folge ihr. Die Dinge werden sich fügen und du rettest die Welt.
 

 

Zeitlinien

s war einmal ~ und ist hier&jetzt ~ eine Zeit, in der das Wünschen wirklich hilft.

Wieder eine Information, die ich vor einiger Zeit aufgeschnappt habe, die sofort bei mir angedockt hat und die mir dann natürlich immer wieder begegnet ist.
Warum sie mir zur Zeit immer wieder begegnet, das könnte ich höchstmagisch (es ist WICHTIG!) oder schlicht und unspektakulär psychologisch erklären. Nur will ich das ‚warum‘ überhaupt nicht erklären, weils wurst ist.
Was ich jetzt erkläre ist auch nicht Die Wahrheit. Es ist eine Landkarte zum Orientieren. Nicht das Territorium, nicht die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist nicht in Worte zu fassen.

Also, Zeitlinien. Die Zeit spaltet sich, und wir haben uns zu entscheiden, wo wir langwollen. Auf der organischen Zeitlinie, oder auf der künstlichen maschinenzivilisation Zeitlinie.

Wie geht diese Entscheidung vor sich?
Indem wir wissen, was wir wollen.
Was WIR wollen.
Nicht, was wir glauben wollen zu müssen.
Dazu müssen wir natürlich wahrnehmen, was unsere innere Stimme uns sagt. Nun ist bei vielen diese innere Stimme überlagert und fast unhörbar gemacht durch künstlich erzeugte Bedürfnisse. Sie äußert sich bei vielen Menschen nur noch durch ein diffuses Unbehagen. Und natürlich Angst.

Eine junge Frau, die einen Blog zum Thema Plastikfreies Leben führt, schrieb mir, sie käme sich blöd vor, wenn sie bei Starbucks ihren eigenen Becher mitbringe. Das mache dort niemand (obwohl Starbucks sogar 30.-ct Nachlass auf selbstmitgebrachte Becher gibt!). Sie hat Angst vor den Blicken der anderen.
Ja, dann kannste natürlich nix machen, wenn das sonst niemand macht und du dir blöd vorkommst… Dann rettest du die Umwelt halt, indem du nen Blog vollschreibst. Volle Fahrt voraus in der Zeitlinie der Maschinenzivilisation.

Mein Gefährte hat ein uraltes Händi. Wirklich uralt. Hat noch so ein Pixel-Display. Er liebt es. Neulich fragte ihn eine Kollegin, ob er sich nicht schäme mit so einem Händi.
In der Maschinenzeitlinie müssen wir uns schämen, wenn wir alte Händis haben. NIEMAND hat so ein altes Händi, das ist wirklich SUPERPEINLICH, und superpeinlich ist ganz ganz SCHLIMM.
In der organischen Zeitlininie steigt Scham aus unserer Mitte, wenn wir ein Smartphone haben, das in Asien unter menschenverachtenden, krebserzeugenden, billigst bezahlten Bedingungen hergestellt wurde, dessen Komponenten hochgiftig sind und das wir nächstes Jahr auf den Müll werfen, weil wir das neueste Modell haben müssen.

Diese Beispiele habe ich nicht gewählt, um euch zu erklären, was ihr machen müsst, um aus der Maschinenmatrix Zeitlinie in die Organische Zeitlinie umzusteigen. Es geht nicht darum, ob wir ein Smartphone besitzen oder uns nur von selbstgesammeltem, veganen Staub vom Balkon ernähren. Es geht um die innere Haltung. Es geht darum, wonach wir uns ausrichten.

Ist der Kompass unseres Lebens das, was uns von außen vorgegeben wird? Karriere, Konsum, in der Masse aufgehen – oder auch den ‚Individualismus‘ ausleben, indem wir – immer nach den Regeln der Zivilisation – uns besonders hervortun? Indem wir das diffuse Unbehagen und die Angst, die wir so oft verspüren, erklären mit ‚bin nicht gut genug‘, ‚bin gescheitert‘, ‚muss mich mehr anstrengen‘? Versuchen wir, Unbehagen und Angst zu überlagern mit den Konsumgütern, die uns die Matrix anbietet: Medien, Konsum, likes im Internet…?
Oder, was auch gern genommen wird: Der Flüchtling ist schuld, die Mächtigen sind schuld, Empire ist schuld, die Fleischesser sind schuld, die Linken sind schuld, die Männer sind schuld, ~ solange noch irgendwer anders daran schuld ist, dass wir unglücklich sind, solange sind wir in der Matrix.

Klar gibt es wirklich ungesunde, manipulative, unheilsame, ausbeuterische Mächte in der Welt. Ist bestimmt ne gute Idee, sich dessen bewusst zu sein, unsere Wahrnehmung auszusprechen und das Unheilsame nicht zu füttern.
Nur, solange wir darauf warten, dass das Böse verschwindet, damit wir endlich glücklich sein können, solange wir es ausmerzen wollen, solange wir uns in Reibung abnutzen, solange hat die Matrix uns dort, wo sie uns haben will: Tief drin als Energiebatterie.

Aussteigen können wir immer, jede Sekunde, JETZT.
Dafür muss nicht erst irgendwas im Außen geschehen.
Richten wir uns nach unserem inneren Kompass, nach unseren wirklichen Bedürfnissen, nach unserem Seelensehnen? Bzw. für die meisten von uns (für mich auf jeden Fall) geht es erst mal darum, diesen Kompass wahrzunehmen, die innere Stimme zu hören, das Sehnen zu spüren ~ und dem dann mit kleinen, fröhlichen Schritten zu folgen. Oft geht das durch Angst durch. Dabei ist diese Angst das Schlimmste an der Sache, dahinter sind Gefühle, die gefühlt werden wollen, Erkenntnisse, neue Perspektiven – kann heftig sein, auch schmerzhaft zunächst, und doch: Nichts hinter der Angst ist so schrecklich, wie die Angst selber, durch die wir durch müssen. Und wenn wir durch sind, ist sie weg.

Wie sieht das aus, mit den beiden verschiedenen Zeitlinien? Öffnen sich Dimensionstunnel, und wir können dann entscheiden, ob wir links oder rechts langgehen wollen? Wenn wir die organische Zeitlinie langleben, lassen wir dann alle zurück, die sich anders entschieden haben? Gehen wir durch ein Tor und kommen in ein üppiges Elfenreich ohne Maschinen, wo wir uns nur noch von Licht und Liebe ernähren?

Achwas, es ist schlicht, ganz unspektakulär. Und wundervoll. Woller Wunder. Es ändern sich dann einfach Dinge in unserem Leben. Unsere Wahrnehmung verschiebt sich.

Eben stand ich in der Sonne auf der Dachterrasse und lies Seifenblasen fliegen. Eine Meute von Mauerseglern tobte in der Nähe, einer flog ganz nah an meinem Kopf vorbei. Eine Taube hatte sich auf dem Dachfirst niedergelassen. Eine Biene summte in den Blüten des letzten Rübstiels. Ein sanfter Wind ging. Eine große Krähe flog nah vorbei, und dann ein schillernd grüner Papagei. Die Seifenblasen tanzten und glitzerten im Licht, vor den üppig grünen Baumkronen vom Parkplatz gegenüber.

Und unten fuhren Autos und parkten ein, und Leute latschten den Gehweg entlang, viele mit Stöpseln im Ohr, telefonierend, tippend – leere Blicke. Ich glaub nicht, dass jemand die Seifenblasen gesehen hat, das Kreischen der Mauersegler gehört hat, den grünen Papagei fliegen sah… Da haben wir beide Zeitlinien. Sie existieren gleichzeitig. Wir müssen nicht durchs Dimensionstor, die organische Zeit ist hier&jetzt um uns herum. Es ist einfach eine Entscheidung. Und – ’silence is consent‘ – sich nicht zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung. Wenn wir passiv alles nur hinnehmen, werden wir in die Maschinenzeitlinie, in die Matrix gesaugt.

Und noch was:

Empire/die Maschine/die Matrix/die zivilisatorische Trance ist zur Zeit sehr deutlich, sehr offen aktiv, scheinbar weltausfüllend übermächtig. Das zeigt uns, wie gestresst sie ist, wir gehen ihr nämlich flöten. Also, viele von uns, zu viele.
‚Erwachte‘, erwachende Leute  – Leute, denen es gut geht, bzw. die ihre Innere Stimme wahrnehmen (was dazu führt, dass es ihnen immer besser geht), die haben viel mehr Energie als die passiven Zombies. Und Menschen mit viel Energie haben heilsame Wirkung auf ihre Umwelt, auch auf andere Menschen. Die dann auch oft wacher werden. Und unsere ‚positive‘ Energie kann der Maschine nicht als Treibstoff dienen. Die braucht Emotionen wie Angst, Sorge, Ärger, sowas.

Und dann noch was.

Wenn du mit dem, was ich hier schreibe wenig oder nichts anfangen kannst, dann liegt es daran, dass meine Weltsicht und die Worte, die ich wähle, nicht zu dem passen, was du weißt. Auch das ist wurst. Mir muss niemand glauben, und ich habe auch nicht ‚recht‘. Es mag Fleischesser mit Smartphone geben, die mich für ne durchgeknallte Esoschwebbse halten (ein plattes Beispiel), und sich mitten auf dem Weg in die organische Zeitlinie befinden. Wenn sie auf ihre innere Stimme hören, nicht aggressiv, nicht eklig zu anderen sind, tun, was sie WOLLEN ohne anderen zu schaden, dann heilen sie, werden frei und wirken heilsam auf ihre Umgebung. Das genügt. Du musst nicht an die Matrix glauben, um aus ihr auszusteigen. Du musst nur SEIN.

s.a.
Anleitung zum Ausstieg
Zeitlinien – Hardcore Edition

21. Mai ~ Dankesammlung

Puh. Heute war Putztag. Bevor ich angefangen habe, hab ich das Neueste Video von Teal Swan angeguckt, „The Rat Cage“ („Der Rattenkäfig“) – wie wir alle gefangen, eingekerkert sind und wie wir uns befreien können. Was ich mir vor allem gemerkt habe: attachment – Anhaftung. Das Haften an Dingen, Konzepten – irnzwas, alles, was wir mit uns selbst verwechseln. Als ich das hörte, fielen mir sofort die feuchten Flecken ein, die wir gestern hier an der Wand entdeckt haben. Ich bin so glücklich in dieser Wohnung, an diesem Ort. Es ist wichtig, dass ich mein Glück nicht damit verknüpfe. Ich kann dieses Glück auch an anderen Orten verspüren, falls ich hier nicht mehr sein könnte.

Putztag hab ich eingeläutet mit Spülen, dabei hab ich weiter über Teal Swans Worte nachgedacht, und dann hab ich meinen geliebten kleinen blauen Krug fallen gelassen. Es war wie in Zeitlupe. Ich hab den Schepperer schon gehört, bevor der Krug auf den Fliesen zersprang, und das Schrecklichste: Ich hatte und habe das Gefühl, wenn ich diesen Schepperer nicht ‚vorausgehört‘ hätte – ich hätte den Krug genausogut noch fangen können. Hab ich nicht.
Stattdessen hab ich erst mal heftig geweint.

Den Krug hatte ich vor Jahren in München in einem billig-Supermarkt in einer Wühlkiste gefunden. Er war perfekt, außen pastellblau, innen weiß, perfekte Form, wunderschön. Wunderschön. Ich hab nie wieder so einen Krug gefunden. Ich hatte ihn ständig in Benutzung, er war perfekt praktisch für meine selbstgemachte Pflanzenmilch. Ich habe den Krug geliebt. Ich habe mich jedesmal gefreut, wenn ich ihn gesehen, angefasst, verwendet, gespült, weggeräumt habe. Ich glaub, ich hab noch nicht mal ein Foto von ihm. Ich hatte welche machen wollen, bald, weil ich genau zu diesem Krug einen Danke-Beitrag habe schreiben wollen.
Und heute habe ich ihn fallenlassen, und jetzt sind seine Scherben im Müll. Ich bekomme grad wieder nen Klumpen im Hals.

Nebenbei, neben dieser kindlichen tiefen Trauer über den Verlust meines sehr geliebten, superschnuckligen, niedlichen Schnuselkruges, gehen noch andere Überlegungen und Empfindungen in mir ab. Was ein Luxus, über einen Krug zu weinen. Wenn ich weiter keine Sorgen habe, gehts mir doch gut.

Nee. Ich bin traurig!

Und dann ~ na klar, ich verstehe. Anhaftung. Der Krug ist mir nicht runtergefallen, er ist nicht wo runtergerutscht oder so. Ich habe ihn fallenlassen. Ich verstehe. Es fällt mir wirklich schwer, dafür „danke“ zu sagen… und doch.

Der Gefährte kam dann nach hause (war in der Muckibude gewesen). Sah draußen schon die Scherben im Müll zum Runterbringen; er wusste, wie sehr ich den Krug gemocht hab, und er hat mich liebevoll getröstet. Das hat wirklich geholfen, danke! ❤
Er sagte genau dasselbe  dazu – nicht haften, gehn lassen. Außerdem versprach er mir einen neuen Krug.

Ach, wenn das so einfach wäre. Wir haben schon im Internet geguckt, und ich hab all die Jahre die Augen offen gehalten. Der kleine Krug war in seiner schönen Schlichtheit etwas ganz Besonderes. Leider.

So, und jetzt genug davon. Etwas in mir ist echt traurig, und das könnte noch ne Weile anhalten, wenn ich Milch mache oder die Lücke aufm Regal sehe. Und ein anderer Anteil tröstet den traurigen Anteil und weiß: Das war bloß ein Krug, und wenn ich nicht so dran gehangen wäre, dann hätte ich ihn heute nicht runtergeschmissen. Es könnten krassere Dinge in meinem Leben geschehen, damit ich lerne, nicht so anzuhaften. Das war ein Weckerklingeln, der Schepperer heute.

Jo.

Später ist mir noch was aufgefallen. Der Gefährte hat zum Putzen den Soundtrack zu Skyrim aufgelegt. Den mag ich gern  – und doch… Mit der Zeit hab ich gemerkt, wie mich diese Musik runterzieht und noch mal richtig deprimiert. Low vibration. Dieses Drama, diese Verzweiflung, alles so SCHLIMM oder großartig, so GEWALTIG, dräuendes Verhängnis, Verzweiflung, Heldentaten… Mega-Monster-DRAMA.
So ne Musik, solche Gefühle: Empire. Täuschung, unheilsam. Alle spirituellen Menschen, die ich erlebt habe, live oder per Medium (Buch, Hörtext, Video… ahja, und Friedrich), die mir weitergeholfen haben, kommen völlig ohne solches Drama aus. Da ist eine Leichtigkeit, Humor, der kosmische Kicherfaktor ist spürbar. Und manche haben ultimaten Schrecken erlebt – Viktor Frankl fällt mir ein, der Jahre im KZ überlebte. (Er ist der Begründer der Logotherapie, von der ich hier schon geschwärmt habe.)

Ich hab die Musik eben gewechselt; hab die CD von Prof Surinder Singh aufgelegt, die wir neulich beim Konzert gekauft habe. VIEL besser. Organisch, heilsam. DANKE! ❤

Jo. Geputzt haben wir (auch dafür DANKE! ) und es ist auch schon bisschen spät geworden. Ab ins Bett, morgen HPΨ Schule.

edit
Achja, und beim Putzen hab ich auch noch meine Heilige Kichererbse eingesaugt! Weia! DRAMA und Elend heute!
Jetzt muss ich lachen; naja, Kichererbsen hab ich genug im Schrank, die ist schnell ersetzt.

18. Mai ~ Dankesammlung

Ich hör grad nen Podcast, den Sophie0816 verlinkt hat.

Anfangs dachte ich – Banaler gehts ja wohl nicht, und was haben die Leute für Probleme, WARUM TUT NIEMAND, WAS ICH SCHON SO LANGE EMPFEHLE: Schmartfon abschaffen, Glotze nur noch für DVDs und sowas (wenn überhaupt…), die Innere Stimme beachtet und auf sie hören…
Und überhaupt, warum mach ich keine Podcasts und bin als Coach schon lange reich und berühmt? Pfft!

Nach ner kleinen Weile dachte ich – Ja gut, ist nützlich, was er sagt. Nix Neues, grässliches Denglisch, insgesamt sehr nützlich.
Und warum mach ich keine Podcasts und bin als Coach schon lange reich und berühmt?!?

Jetzt grad bin ich erfreut, weil da tatsächlich für mich was Neues drin vorkommt. Dankbarkeitsliste, jaja, und dazu noch das WEIL.
„Ich bin dankbar für ~ WEIL ~.“ Das ist echt ne gute Idee. Also danke dafür. ❤
Ahja! Weil: bin ich selber nicht drauf gekommen, ist kraftvoller (wie er sagt), geht tiefer, hat mehr Wumms.
Wobei ich das eigentlich sowieso oft so mache; halt bis jetzt nicht bewusst.

Und um die brennende Frage endlich zu beantworten: Warum mach ich keine Podcasts? Weil es genug Leute gibt, die welche machen, und Videos, und viele davon sind RICHTIG gut. Das genügt, da müssen nicht noch mehr auf den Markt.
Und vor allem stelle ich fest: Weil ich lieber mit Leuten vor Ort wirke, so in live und wirklich. Morgen hab ich ne Freundin zum Kartenlegen da. Fein. Bin ich auch dankbar für.
Weil: Ich will hier viel Besuch haben! Ich will mich hier vor Ort vernetzen. Und – ich will nicht coachen, nicht therapieren – dazu finde ich mich nicht wirklich geeignet. Ich will Leuten die Tarot Karten legen. Da bin ich gut, finde ich.

Eya.

Außerdem – das ist schon lange fällig! – bin ich dankbar für das Netz, das sich mir hier auf WP gewoben hat. Ich fühle mich hier sehr gut vernetzt. Ich bekomme immer wieder Inspirationen, die mich weiterkatalputieren. Danke an Euch! ❤

Dann bin ich dankbar, dass ich heute beim Nach-der-Schule Shöppen in einem Schischi-Laden-Katalog drei Dinge gefunden habe, die ich schon seit Längerem suche: nen Sonnenschirm für die Terasse, ne kleine Gießkanne aus Metall und vor allem: ein klassischer französischer Bistrotisch. Ich will einen Bistrotisch für mein Zimmer. Zum Kartenlegen.
Diese Dinge werd ich diese Woche noch bestellen, ist der Plan.

Ja, kostet Geld, und das bringt mich zum letzten Punkt auf meiner heutigen Dankbarkeitsliste. Projekt Fülle und Projekt Freiheit. Das Reading, das ich vor jetzt gut einem Jahr (am 7. Mai 2016) bekommen habe, war eine wichtige Station dabei. Es hat fast 200.-€ gekostet, absurd viel Geld in meiner Situation, und ich bin immer noch froh und dankbar, dass ich es mir geleistet habe. Die WEILs dazu sind zu viele, um sie hier alle aufzuzählen, sie durchwirken eh alles, was ich mache.
Ich habe mich anfangs dafür geschämt – dass ich mir so einen Luxus leiste, während andere sich sowas nicht erlauben können. Dass ich überhaupt so nen esoterischen Blödsinn mache. Ernst nehme. An sowas glaube.

Dabei gehts da gar nicht um ‚glauben‘. Wie Richard Rohr so schön gesagt hat: Ich glaube nicht an unglaubliches Zeugs, ich WEISS Dinge, die anderen nicht beweisbar sind. Das ist nun mal so mit manchen Dingen. Sie können und müssen nicht bewiesen werden. Sie sind; PUNKT.

Grad heute habe ich festgestellt, dass ich ganz viel Scham verloren habe in diesem Jahr seit dem Reading. Ich habe mich mein Leben lang für so viel geschämt, weil ich dachte, wie ich sein müsste und was ich tun müsste und was ich denken müsste. Hat ja nie wirklich gut geklappt, und ich habs auch nie gern getan, also hab ich ständig versagt und mich geschämt.
Seit ich immer mehr wage, glücklich zu sein und zu tun, was ich wirklich will (z.B. Schreiben, Fotografieren, Blumenmalen, Leute beraten, lernen, Müll vermeiden, Selbermachen, wunderbare wilde Sachen denken…) füllt sich mein AllTag mit Gründen zum Glücklichsein. Immer mehr.

Also DANKE. =) Danke Friedrich. ❤

Und die Pfannekuchen gestern sind lecker gewesen, wenn auch bisschen matschig. Nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Das Leben als Videospiel

Ich wollt endlich kurz die Videospiel-Analogie erklären, die mir zur Zeit so gut gefällt.

Es ist schon eine kleine Weile her, da hockte ich in der Straßenbahn und war wieder mal deprimiert wg. der Welt und des Konsums und der Leute und allem. Gründe find ich ja immer.

Ich habe eine Ahnung, aus welchem inneren Sumpf diese depressiven Phasen wachsen, wo sie ihre Wurzeln haben. Es hat was mit Freiheit zu tun, bzw. dem Gefühl, überhaupt nicht frei, sondern der Realität ausgeliefert zu sein.
Dieses Gefühl sitzt sehr tief, und es ist eine neuere Entwicklung bei mir (seit Friedrich), es nicht mehr als ’normal‘ und angemessen hinzunehmen, sondern es zu bemerken und dann abzustellen, so gut ich kann.

Ich hab schon verschiedene Strategien mit Erfolg angewandt, und an dem Tag in der Straßenbahn hat keine davon funktioniert.

Dann ist mir die Videospiel-Analogie eingefallen.
Dabei betrachte ich das Leben als ein Spiel und „mich“ als den Avatar, der darin Abenteuer erlebt. Vetch gibt es nicht wirklich, nur als Figur in diesem Spiel.
Es gibt auch Regeln, klar. Diese Regeln sind NICHT die Regeln und Gesetze des Standart-Realitätstunnels, in dem Vetch sich bewegt. Die sind oft ganz im Gegenteil Hindernisse, über und durch die Vetch sich weiterlevelt. Dabei lernt sie neue Skills, die ihr beim nächsten Level zugute kommen.

Die Regeln, die für Vetch gelten, werden durch das Ziel des Spieles definiert.
Nach den AD&D Regeln, die mein Einstieg in Rollenspiele waren, würd ich sagen, Vetchs Aufgabe ist es, sich von rechtschaffen-gut nach chaotisch-gut zu entwickeln.
(„Ein rechtschaffen guter Charakter handelt so, wie es von einer guten Person erwartet wird oder wie es von ihm verlangt wird.“ – „Ein chaotisch guter Charakter handelt, wie sein Gewissen es ihm vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, was andere von ihm erwarten.“ Zitate von hier.)

Als mir in der Straßenbahn dieser Gedanke kam — dass ich mich in einem sehr elaborierten Rollenspiel befinde — da verwandelte sich die Welt. Wo ich vorher Tristesse und überraschungsfreie, gleichgeschaltete Langeweile gesehen hatte, war plötzlich Geheimnis und Abenteuer. Alles ist Spiel, jede Person kann der nächste Kontakt sein, eine Aufgabe, eine wichtige Information für mich haben. Wer weiß, welche Lokäischens ich noch betrete, wer weiß, wo mich die Bahn hinfährt, was mich erwartet, was ich Neues lerne!

Und dazu die Gewissheit, dass die Skills, die Vetch bis jetzt gelernt hat, sie genau dahin gebracht haben, wo sie jetzt ist. Wo sie sie brauchen kann, um sie zu verfeinern und weiterzuentwickeln. Oder um neue Skills zu lernen. Und manchmal müssen solche Skills – Fähigkeiten – auch abgelegt werden, weil sie jetzt nicht mehr gebraucht werden und nur noch Slots belegen. Auch Gegenstände können aus dem Inventar geworfen werden, um Platz für Neues zu machen. Oder die Slots bleiben frei, das Reisen mit wenig Gepäck geht ja um so leichter.

Ja, die gefällt mir, die Videospiel-Analogie!


P.S.
Der Typ oben, der so interessant den Mantel öffnet, ist der Merchant aus Resident Evil 4. Er taucht immer mal wieder im Spiel auf. Bei ihm kannste Zeugs loswerden, das unterwegs eingesammelt wurde, und er verkauft auch sehr nützliche Sachen.
Der Zaubertrank ganz oben links ist aus Neverwinter Nights. DAS hab ich gern gespielt! Die Person, die die Bilder fürs Inventar gemacht hat, die ganzen Potions und Bücher und Zauberringe und Zeugs, die hat entzückende, magische, kleine Kunstwerke erschaffen.

Die sein, die ich bin

Vor vielen Jahren hab ich mal in einem Astrobuch zu meinen Mondknoten (♎->♈) sinngemäß gelesen ‚Sie werden niemals von jemand anders die Erlaubnis bekommen, die zu sein, die Sie sind‘.

Das war damals eine Information, die mich ins Herz getroffen hat. Damals wartete ich darauf, dass mich endlich jemand ‚entdeckt‘ und mir sagt, wozu ich bestimmt bin. Mir sagt, was ich tun soll, wer ich sein soll.
Ich hab wirklich gedacht, ich bräuchte so eine Erlaubnis. Also brauchte ich diese Information.

Und dann sind viele Jahre vergangen, in denen ich das oft vergessen und mich, meist im Leid, immer mal wieder erinnert habe:
Niemand kann/darf mir sagen, wer ich bin und was ich zu tun habe. Das muss/darf ich selber tun.

Dann hab ich das manchmal geübt, und das hat dann auch geholfen. Wenn ich öfters geübt hätte, wäre ich jetzt woanders (beachtet, wie ich das Wort „weiter“ vermeide…), das ist der Nutzen von Disziplin, ahne ich. Etwas, das ich auch nicht oft geübt habe. Prioritäten setzen und mich nicht beirren lassen, dranbleiben.

Naja. Lustigerweise habe ich jetzt diese Erlaubnis doch ‚von außen‘ bekommen: Die Erlaubnis, die zu sein, die ich bin. Bzw. eine klare Ansage. (Vgl. Beitrag Input)
Wenn sie nur begreifen könnte, dass es dieses Mal NICHT darum geht, „RICHTIG“ zu sein, sondern „FREI“ zu sein!
Frei inwiefern? Wovon? Von den Gesetzen der Zivilisation, von materiellen Sorgen? Ach Quark.

Frei von Selbstbildern! Freiheit von Schuld und Scham. Das reibt er mir wörtlich rein, der Friedrich. So viel Kampf aus Angst, aus Scham…So wenig Leichtigkeit deswegen. Was gäbe ich darum, würde das ein Ende nehmen!

Ajoo, ich auch. Also fang ich bei mir an.

Gestern nach dem Posten des Input-Beitrages bis heute morgen hatte ich Angst, dass ich zu indiskret war und mich als absolute Esoschwebbse geoutet habe, dazu noch größenwahnsinnig (vgl. meine Fragen), verschwenderisch (Ohh das Geld-Thema. Dazu komm ich auch noch!), leichtgläubig, beschränkt…

Jaja. Wie dem auch sei.

Da hat mir wer gesagt
Du hast gehört: Da, wo die Angst ist, da geht es lang. Das ist FALSCH!
und da muss ich nichts glauben. Ich weiß, dass es wahr ist.

Was mich tief erstaunt, ist die Tatsache, dass ich diese Information dringend gebraucht habe. Wie dringend ich diese Information gebraucht habe. Wie tief die Angst sitzt, und was sie anrichtet.

Für all die Information, die ich zur Zeit erhalte, bin ich sehr dankbar, damit will ich weiter wirken. Tatsächlich sogar… diszipliniert. Arrgh!

Wenn ich meiner Angst gefolgt wäre, dann hätte ich nicht erzählt, dass ich mir dieses Reading hab geben lassen.

Da, wo Freude ist, liebevolle Solidarität, herzerfüllendes Engagement, DA geht es lang!

Genau, diese Sorte Disziplin will ich üben. Die ihren Treibstoff aus der Fülle der Freude zieht.

Und das sind alles Emotionen aus den Tiefen deines Selbstes heraus.
Das GANZE Herz ist dabei! Das ist der richtige Platz, der richtige Moment, das rechte Sein.

Aaaamen!

Hehe. Ich musste beim Lesen des Readings paarmal grinsen, z.B. als Friedrich sagt „Ich muss aufhören, zu predigen, ich weiß ja.“ Da besteht eindeutig eine Verwandtschaft.

Fortsetzung folgt. Jetzt gibts wieder mal Pöppelcairn, heute an Mangold in Reismilchmatsch. Und Linsen. Hab Hunger.