Gefährt

Ego

„Ich erwische mich immer wieder dabei,
wie ich aus meiner Vergangenheit
meine Zukunft konstruiere.“
Kommentar eines Klienten im KISS-Programm

Ich seh das Ego als unser Gefährt im Alltag. Es wird dann ungesund, wenn es sich verselbstständigt und den Kurs angibt. Es ist nur das Vehikel, nicht der Pilot.

Es gibt Aspekte des Egos, die u.U. mal unser Überleben gesichert haben, die aber jetzt obsolet sind. Die wehren sich manchmal mit Zähnen und Klauen gegen ihre Auflösung/Umwandlung. Naja, das ist Todesangst, das Ego mag nicht sterben. Dabei verwandelt es sich eh ständig; außer eben durch irnzwelche Traumata haben sich Egoaspekte so verselbstständigt und verfestigt, dass sie eine Art Eigenleben entwickelt haben und uns ersticken und auf Autopilot laufen lassen, wo das gar nicht mehr nötig ist.

Aber an sich ist das Ego nix ’schlechtes‘, und es muss m.E. nicht um jeden Preis ‚überwunden‘ werden. Nur die Parts, die unsere Weiterentwickliung sabotieren aus Todesangst, die gehören aufgelöst/umgewandelt.

 

Zur Illustration hilft die Karte Die Liebenden der Colman Smith Tarot Karten (bekannt als Rider-Waite):
Mann guckt auf Frau, Frau guckt auf Engel.

 
Wir können den Engel auf dem Bild als die Seele ansehen, als das Höhere Selbst, als die Verbindung zur Quelle, zum Netz (je nach Weltbild bitte Passendes einsetzen).
Die Frau und der Mann bilden dann unser Ego.
Sie repräsentiert u.A. die rechte Gehirnhälfte, die Emotionen, das totale, zeitlose Sein im Hier&Jetzt, Empfindungen, das Sinnliche, das Zyklische etc. pp.
Er repräsentiert u.A. die linke Gehirnhälfte, den Intellekt, die Sprache, das Lineare, das Handeln in der Welt etc.pp.
[Das sind alles KEINE Wesensdefintionen von ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘!
‚Frau‘ und ‚Mann‘ sind hier bloß Symbole auf Tarotkarten, die kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende entstanden, dass das bitte klar ist!)

Wenn ’sie‘ in Verbindung mit dem Engel ist, und ‚er‘ (auf sie schauend und achtend) in Verbindung mit ihr, dann ist alles im Lot und das Ego ist in der Welt und Wirklichkeit die Manifestation unseres, naja, SELBST. Kann mit allem anderen interagieren und heilsam durchs Leben surfen.

Wenn ’sie‘ die Verbindung zum Engel verliert, oder/und er die Verbindung zu ihr, dann … „Houston, wir haben ein Problem!“

Das Ego braucht, wie ich schon schrieb, m.E. nicht überwunden werden. Wenn es sich aber verselbstständigt und meint, es sei der Chef, dann wirds ungesund.

Und vor allem: wenn die Verbindung zum Engel vom Ego nicht gesucht und gehalten wird, dann kriegt das Ego, verloren und isoliert in einer scheinbar sinnlosen Welt, megamäßig Angst. Und aus dieser Angst können grässliche Dinge entstehen. Größenwahn, Minderwertigkeitsgefühle, Hass, Verzweiflung… die ganze Palette.

Das Ego braucht nicht überwunden zu werden. Das Ego braucht Verbindung zum Netz, und es muss gut surfen können. Dann bassts. 8)

 

 

Ich find meine Definition von Ego hilfreich als Werkzeug.
Mehr ist eh nicht drin bei so schwammigen Begriffen.
Das ist doch ne Menge! Denkanstöße und Arbeitshypothesen.

Letztendlich sind das alles nur Worte und Konzepte; Landkarten, die uns bei der Orientierung helfen können. Sie sind nicht das Territorium.