Geld

Fülle

Heute hab ich keine Lust mehr, diesen Beitrag zu schreiben. Und ich hab mirs vorgenommen, also muss ichs machen. Wg. des Selbstvertrauens, ihr wisst schon.
Es wird wieder lang. Ich sach nur… =)

Inzwischen finde ich — also, mein Verstand findet, dass ich auf sehr hohem Niveau jammere und mich was schämen sollte, so gut wie’s mir geht. Und immer ging.

Und das ist auch wahr, objektiv betrachtet und verglichen mit anderen.

Und es ist auch wahr, dass ich die meiste Zeit meines Lebens, auch während wirklich toller, aufregender Zeiten, in Angst, Schrecken und Mangelgefühl gelebt habe. Und ich hab den Verdacht, dass daran mein Verstand, also, meine Gedanken, ursächlich beteiligt waren.

Ich habe früher gedacht, meine Gedanken wären das Produkt meiner Emotionen. In der HPΨ-Schule habe ich zum ersten Mal das Gegenteil gehört, und ich konnte es erst gar nicht glauben.

Inzwischen habe ich darüber nachgedacht, mich selbst beobachtet, nachgespürt, und außerdem auch aus anderen Quellen dieselbe Information erhalten: Unsere Emotionen sind das Produkt unserer Gedanken. Erst kommen die Gedanken, oft unbemerkt, unbewusst. Alte Muster, uralte Glaubenssätze. Und die erzeugen Emotionen. Angst, Schrecken und Mangelgefühle z.B.

Zur Zeit werden alte Muster, Glaubensätze, unheilsame Gedanken durch Ereignisse in meinem Leben ausgelöst.

Als ich Dienstag meine erste geschäftliche Tarotlegung absagen musste, hatte ich schon so ein abergläubisches Gefühl von Scheitern… Am selben Tag kam die erste Tierarztrechnung, deren Höhe mich arg beutelte. Ich bin dadurch in mein Angst- und Mangelmuster geraten. Dazu kamen all die fälligen Beträge am Monatsanfang. Ich hab – gefühlt – nur noch Geld von meinem Sparbuch geschaufelt und in der Gegend verteilt.
Als ich letzten Donnerstag aufwachte, war ich übelst deprimiert. Nelly war wieder da, es ist schön hier, und ich bin niedergeschlagen und voller Angst erwacht.
Das kenne ich von früher, deprimiert aufwachen. Früher war das normal. Heute nicht mehr.
Darum habe ich es gleich gemerkt und geübt, meine Gedanken zu disziplinieren und ein Gefühl von Fülle hervorzurufen.

Ich habe versucht, mich an eine Begebenheit in meinem Leben zu erinnern, in der ich das Gefühl von Fülle und Reichtum verspürt habe. Es fiel mir nichts ein. Eine vage Erinnerung an ein Weihnachtsfest, ich noch ein kleines Kind, und mehr Geschenke, als ich verarbeiten konnte. Nee, zu vage, und so richtig toll war das auch nicht, eher überfordernd.

Ah, ich weiß! Zahltag auf Tour!
Als ich Roadie für Copperfield war, bekam ich 1000.- Mark die Woche (das war der niedrigste Lohn in der Crew) bar auf die Kralle. Plus Mehrwertsteuer. Das war echt viel Geld für mich (da hab ich auch noch Jahre von gezehrt).

Vor meinem inneren Auge entstand die Schlange vorm Tourleitungsbüro, ich bin dran, geh rein, die Tourchefin sitzt am Schreibtisch, vor ihr die Umschläge mit dem Geld — DIE Tourchefin, die mich in Wien im Hotel vergessen hat! Die zu blöd war, ihren Job zu machen und im Bus mal durchzuzählen, ob alle da sind. Diese Tourchefin!

Ratzfatz hatte ich Streit mit der Tourchefin und hab ihr all das gesagt, was ich ihr damals nicht gesagt habe.
Bis ichs endlich gemerkt habe.

Nun, Alberich, das schlug fehl. (Wagners Wotan zum Zwerg im „Siegfried“.)

Es ist mir Donnerstagmorgen im Bett nicht gelungen, ein Gefühl von Fülle heraufzubeschwören. Ärger und Streit und anderen Mist hatte ich sofort parat, zum mich tief drin Verlieren.

Das war nicht schön. Einerseits. Andererseits war es sehr aufschlussreich. Wenn ich Angst habe, werde ich aggressiv. Ist ja nicht grad selten. 😛
Dass es mir so schwer fallen würde, mich an etwas Schönes in Fülle zu erinnern, das hätte ich allerdings nicht gedacht.

Nach dem Aufstehen, in der Küche, hier wo ich bin, da habe ich Fülle empfunden. Das war schön!

Dann kam die zweite Tierarztrechnung. Wir sind jetzt bei gut 1300.-, und das ist noch lange nicht alles. Es kommt noch eine OP, dazu die ganzen regelmäßigen Untersuchungen.
Dann kam Info von unserem Anwalt, dass unserere Exvermieter klagen.
Das war der Donnerstag.
Freitag hab ich gemerkt, dass ich seit Februar meine Krankenkasse nicht mehr bezahlt habe. Das waren dann auch weit über 500.- Ocken auf einmal. Das Geld hätte ich sowieso bezahlen müssen (die 6,50 Säumniszuschlag kann ich verkraften), trotzdem fühlte sich das wie eine weitere Sonderbelastung an.
Was mir wiederum half, diese Hammerschläge, die grad auf mich einprasseln, anders einzuordnen. Es gelingt mir… mühsam.
Es fühlt sich schlimm an. In Wirklichkeit bin ich genau da, wo ich sein will.

Heute regnet es extrem heftig, und an der Wand innen an der Treppe tropft das Wasser. In meinen sicheren, heiligen Ort, in diese wunderbare Wohnung regnet es rein!

Ich hab zur Zeit ab und an das Gefühl, ich werd verarscht. Oder bestraft. Als ginge es mir zu gut, und ich müsse wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht werden.
Auch das sind altbekannte, unheilsame Gedankenmuster von mir. Schluss damit! Wie ich mir selber, hier in diesem Blog, gesagt habe: IMMER IST VORBEI!

Wie war das früher, immer?

Wenn ich zurückdenke an meine Kindheit, dann sehe ich, dass ich in Wohlstand aufgewachsen bin. Meine Eltern haben beide gut verdient, meine Mutter kam dazu aus einer recht wohlhabenden wuppertaler Porzellangeschäfts-Familie. Wir gehörten der gehobenen Mittelschicht an, mit Aupair-Mädchen, Putzfrau, in schönen, großen Wohnungen, Urlaubsreisen, Auto – all das.

Und ich hab gedacht, wir hätten nicht genug Geld.
Ich bekam nämlich manche Dinge nicht, die ich mir gewünscht habe, wie z.B. das Metall- (naja, Blech-) Prinzessinnen-Krönchen, das zu Karneval verkauft wurde, und das ich so so gerne haben wollte. Meine Eltern fanden es zu teuer.
Was es war und immer noch ist – ich habe mir, als ich Anfang dreißig war, diesen alten Wunsch erfüllt und so ein Krönchen gekauft. Sieben Mark für ein bisschen gestanztes Blech. Ach je, war das Körnchen hübsch, ich hab mich so daran gefreut! Leider war ich zu alt daür… Als kleines Mädchen hätte es mir mehr Freude gemacht. Nur waren meine Eltern halt vernünftig und es kam nicht in Frage.

Stattdessen bekam ich viele Dinge, die ich gar nicht hatte haben wollen. Für manches bin ich heute noch dankbar – das Fahrrad, die Gitarre. Das meisten habe ich vergessen, über manches wundere ich mich heute noch. Ein Laubsägeset? Ein Emallierofen mit Riesenzubehör?!? Ich hatte mir so sehr ein Kettcar gewünscht!

Gelernt habe ich, dass ich nicht bekomme, was ich mir wünsche. Mir wurde auch erklärt warum, also habe ich noch gelernt, dass meine Wünsche unvernüftig sind.

Wie ich jetzt weiß, waren meine Eltern überhaupt nicht geizig und auch nicht immer vernünftig – auch mir gegenüber waren sie (und sind sie noch!) immer großzügig. Nur eben früher oft mit Dingen, die mir völlig egal waren; und oft nicht bei Dingen, die mir am Herzen lagen.

Desweiteren wurde oft und viel über Geld geredet, zuhause. Heute weiß ich, dass es daran lag, dass nun mal auch viel Geld ausgegeben wurde. Als kleines Mädchen hörte ich diese Geld-Gespräche mit an und dachte, wir hätten nicht genug.

Ich habe immer genug gehabt in meinem Leben. Und ich hab immer das Gefühl gehabt, ich wär arm und dürfte mir nichts leisten.

Ich vermute, die Heilung geht übers Wurzelchakra. Sicherheit, Verwurzelung, Lebensberechtigung.
Dass wir so oft umgezogen sind als ich ein Kind war, das hat auch nicht dazu beigetragen, dass ich mich sicher und verwurzelt fühle.

Hier&Jetzt ist es so, dass mein Erspartes durch die unvorhergesehenen Rechnungen sehr viel schneller dahinschmilzt als ich geplant hatte, dass mir die Klage der Exvermieter Angst macht (ich will vor allem nie mehr was mit denen zu tun haben), dass mir die lecken Stellen im Dach, die nassen Stellen an der Tapete Angst machen, und dass ich nicht weiß, woher ich Geld bekomme, wenn meins alle ist.

Hier&Jetzt ist es außerdem so, dass unsere Katze wieder da ist, die Wohnung und die Umgebung hier wunderWUNDERschön sind, dass der Gefährte und ich gut miteinander sind, und dass ich, wenn ich im Körper, im Moment bin, wirkliche Fülle empfinde, dass ich glücklich bin, wenn ich hier meinen Tagesgeschäften nachgehe ~ ich finde jeden Tag ehrlich Dinge für meine Dankesammlung, und ich gehe, wie ich schon schrieb, jeden Abend mit dem Tag versühnt ins Bett.

Ich sehe sogar einen Sinn in dem, was mir grad widerfährt. Es zwingt mich dazu, im Hier&Jetzt zu sein. Es zwingt mich, meine Gedanken zu disziplinieren. Es zwingt mich, meine Angst anzusehen. Ich habe guten Grund dazu, in jeder Deutung dieser Worte. Guten Grund.

Abschaffung des Bargeldes

Mein Gefährte war hatte eben einen Termin wg. Bankwechsel, wg. neuerdings Gebühren bei seiner alten Bank für – wie heißt das – beleghafte Überweisungen. Also, dass du am Schalter mit ausgefülltem Schein Geld überweist. Einzahlen von Münzen auf das eigene Konto kostet bei seiner alten Bank jetzt auch Gebühren: 7,50 €. Wow.
Als mein Gefährte darüber nicht erfreut war, wurde ihm gesagt: „Wechseln Sie doch auf ein Online Konto.“
Er: „Ich habe bereits ein Onlinekonto bei einer anderen Bank. Was ich möchte ist eine Filialbank vor Ort, bei der ich bar-“
Bankperson: „Ich erklär Ihnen mal, wie das funktioniert mit dem Onlinekonto.“
Es ist schon bisschen gruselig, wenn du merkst, dass du grad mit einem Cyborg sprichst.
Er: “ Ich möchte KEIN Onlinekonto bei Ihnen, ich möchte keine Gebühren für Münzeinzahlung auf mein eigenes Konto zahlen, und ich möchte auch keine Gebühren für eine papierhafte Überweisung zahlen.“
„Das machen jetzt alle Banken.“ Ahja. Wenn du es sagst, Bankperson. Dann gibt es natürlich keine Alternative.

Bei der neuen Bank gibt es auch keine Schalter mehr in dem Sinne; immerhin kannste da das Geld am Automaten einzahlen und per Einscannen auch bar überweisen. Derweil kostenlos.

Diese Terminals kosten Arbeitsplätze, das ist ein schöner Nebeneffekt, um Angst und Stress zu erzeugen.
Die Hauptagenda dieser Entwicklung ist die Abschaffung des Bargeldes.

Mein Gefährte hat das eben beim Beratungstermin vorsichtig zur Sprache gebracht, so ein bisschen mit dem Gefühl, als Spinner abgetan zu werden. Dass das Bargeld abgeschafft werden soll. (Er hat das von mir, ich erzähl viel solcher Dinge hier daheim, über das, was Sie so alles machen und vorhaben.)

Der junge Berater, ein freundlicher BWL-Juppie, hat nur müde die Augenbrauen gehoben. Natürlich wird das Bargeld abschafft, das ist lange beschlossene Sache und ist in einigen Ländern schon passiert.
Warum? Ich gebe jetzt wieder, was der junge Bank-Mann gesagt hat, so wie mein Gefährte es mir grad erzählt hat:
Kontrolle. Die Mächtigen der Welt (O-Ton junger Bank-Mann) wollen wissen, was wir mit unserem Geld machen. Wenn du zur Bank gehst und 20.000 € in bar abhebst, dann ist das weg, dann weiß niemand mehr, was du damit machst.
Wer diese Mächtigen seien, hat mein Freund gefragt. Och, also, für ihn, sagt der junge Bank-Mann, zum Beispiel Trump. Die Rotschilds. Die, wie ich jetzt durch den jungen Bank-Mann erfahren habe, auch Bitcoin erfunden haben. Bitcoin ist eine elektronische Währung, auf die ich beim Stöbern in diversen Anonymous-Aktivisten-Blogs gestoßen bin. Da stehen sie total drauf, die Hackerkids. Soso.

Ich möchte noch ergänzen, dass es durch rein elektronische Währung nicht nur darum geht, zu kontrollieren, wo du dein Geld ausgibst. Klar, damit kann man sehr deutlich sehen, was für ein Typ Mensch Konsument jemand ist, aber dafür gibt es ja schon Smartphones und Facebook.
Es geht noch um was anderes: Wenn wir nur noch elektronisch bezahlen können, dann ist es ein Leichtes, jemanden zur völligen Unperson zu machen. Dann kannst du, wenn deine Karte gesperrt ist, nicht mal mehr auf ein öffentliches Klo.

Mein Gefährte sagt, der junge Bank-Mann habe nicht sonderlich beunruhigt gewirkt, sondern wie einer, der sich mit den Gegebenheiten, die er nicht ändern kann, abfindet und sich darin durchschlängelt. Ist halt so. Alternativlos.

Nun ja. Er hat auch gesagt, dass sehr viele Kunden nachfragen, wenn sie in Aktien und Fonds investieren, wofür das Geld verwendet wird. Viele wollen keine Waffengeschäfte. Viele Moslems wollen wg. ihrer strengen Regeln z.B. auf keinen Fall in Pornografie investieren. Diese Bank bietet darum spezielle Fonds für genau solche Wünsche an.

Das ist ja mal gut.

Wir gucken derweil nach Öko-Banken. Natürlich haben wir beide auch Online-Konten, und wir haben endlich bemerkt, dass wir Onlinegeschäfte auch wunderbar bei einer Ökobank tätigen können. Selbst wenn das ein paar Gebühren kostet – wir spenden auch beide immer wieder an AttacAvaaz, BlockupyCampact, Sea Shepherd, Oxfam, Amnesty International, FoodWatch, WeMove, SumOfUs, Walk Free… Und dann sind wir bei Banken, die u.U. genau die Misstände finanzieren, gegen die diese Organisationen kämpfen? Bullshit!

Ich muss zugeben, der Bericht des Gefährten von seinem Banktermin hat mich eine kurze Zeit eben erst erbost und dann richtig gegruselt. Und das ist nicht gut. Es geht hier nämlich nicht nur um Geld und Macht – es geht letztendlich um Energie*.
Darum hab ich mich an Morgan’s gewandt, um mich trösten zu lassen.
Erst hat mich die Antwort noch mehr gegruselt, dann musste ich lachen.


I STILL DON’T UNDERSTAND
It’s too late now to explain. We’ll catch you next time around.
Bewilderment always waits in ambush. Relax — we’ve got you covered.

(Sinngemäß: ICH VERSTEHE IMMER NOCH NICHT
Zum Erklären ist es jetzt zu spät. Das nächste Mal klappts. Bestürzung liegt immer auf der Lauer. Entspanne dich — wir haben dich aufm Schirm.)

Jaja, so ausgeliefert können wir uns natürlich fühlen, vor dem großen Bösen Megacomputer. Ich hab immer noch nicht verstanden – bzw. kurz mal wieder vergessen, dass ich das glauben SOLL.
Die lauernde Bestürzung hat mich an einen Vers aus den Apokryphen erinnert:

Der lebendige Jesus sagt: „Wer sucht, soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet. Und wenn er findet, wird er erschüttert sein. Und wenn er erschüttert ist, wird er erstaunt sein. Und er wird König sein über das All.“

Ich bin enstpannt. Hier&jetzt, da wo ich bin, gibt es Bargeld, und mein Gefährte hat gleich um die Ecke eine neue Bank gefunden, die akzeptabel ist. Der nächste Schritt ist online-Ökobänking, und langfristig halte ich Herz und Augen offen für wirkliche Alternativen: Tauschringe, alternative Währungen, geldlos(er) leben. All das wurde schon mit Erfolg ausprobiert, und weil wir so viel mehr sind als wir glauben sollen, bin ich voller Vertrauen, dass sich Wege öffenen und wir uns Wege bahnen raus aus der Matrix. Wir haben’s aufm Schirm. Wir sind bereits dabei.

* Dazu schreib ich demnächst einen Artikel. Nur kurz reingerieben: Je besser es uns innerlich geht, desto besser wirken wir gegen Missstände in der Welt. So einfach ist das.