gereizt

Mittwoch, 28. Juni ~ Dankesammlung

Eigentlich hab ich heute compfreien Tag. Ich habe mit morgen getauscht, weil ich morgen den ganzen Tag unterwegs bin und einiges am Rechner zu erledigen hatte, bevor ich übermorgen nach Köln fahre.
Gestern hatte ich keinen Kopf für gar nichts. Ich bin zur Zeit gereizt und erschöpft. Könnte die Hitze sein. Außerdem spüre ich tiefere Umschichtungen in mir, die – da bin ich voller Vertrauen – wichtig und heilsam sind. Akut ist es anstrengend.

Die bis jetzt am heutigen Tage gesammelten Dankes:

Ich bin froh, dass ich am Rechner schon fast alles erledigt habe, was zu erledigen war.

Ich bin froh, dass es heute morgen bisschen geregnet hat und es insgesamt doch kühler geworden ist. Auch wenns grad wieder schwül und drückend geworden ist.

Ach, ich bin übrigens auch froh, dass ich Montag in der Schule einer Freundin ein selbstgemachtes Deo mitbringen konnte, das sie bei mir bestellt hat. Ihr hat der Duft so gefallen. Wunderbar! Auch wg. Plastikfreier Juli: Macht euer Deo selbst (so ihr überhaupt welches nehmt – es gibt ja paar Glückliche, die das nicht brauchen.)
Oje, LotD bekommt auch noch ne Flasche Deo von mir. Hatte ich versprochen und noch nicht gemacht. Die ist jetzt erst mal Radeln…

Ich bin auch froh, dass ich übermorgen, Freitag, endlich nach Köln fahre (Däds und „Stiefmutter“ Billes Geburtstagsfeier). Ich hab nen Knall damit, dass ich es überhaupt nicht mag, wenn meine Routine unterbrochen wird. Solche Kurzreisen, eigentlich doch was Schönes, nerven mich Wochen vorher schon. Bin froh, wenn ich endlich im Zug sitze und das Reisen genießen kann. Ich reise gern – wenns dann mal endlich passiert. Ich liebe Bahnhöfe und sonnenheiße Schienen.

… ca. ne Stunde später …

Heute bin ich sowas von gereizt… Das ist anstrengend! Da hat auch Brecht mal was zu geschrieben, wie anstrengend es ist, immer böse zu sein. Ein Gedicht, über eine balinesische Maske oder so. Das such ich jetzt nicht, ich habe nämlich grad zu viel Zeit damit verbracht, einen Gedichtentwurf von mir selber zu finden, der eigentlich in einem File auf meinem Rechner sein sollte. Das File ist nicht auf meinem Rechner, ich habe mich durch immer schwerer zugängliche Festplatten gegraben-
Sowas ist eine offene Gestalt, die geschlossen sein will! Übersetzt: Bei sowas hab ich keine Ruhe, bis ich finde, was ich suche.
Und genau deswegen, wegen der offenen Gestalt, präsentiere ich jetzt doch das Gedicht von Bert Brecht. Japanische Maske, nicht balinesisch. Auch recht.

MASKE DES BÖSEN

An meiner Wand hängt eine japanische Holzmaske

Maske eines bösen Dämons, bemalt mit Goldlack
Mitfühlend sehe ich
Die geschwollenen Stirnadern, andeutend
Wie anstrengend es ist, böse zu sein.

Berthold Brecht

Oje, und jetzt, danach, noch mein Gedicht… naja, die fette brechtsche Vorlage hab ich mir nu selber eingebrockt.
Mein … Gedichtchen ist mir eingefallen, weil ich eben an sommerliche Bahnsteige dachte, und da fiel mir ein, dass ich dazu vor Jahren mal was verfasst habe. Das wird das Gedicht zum Tage, und damit verabschiede ich mich erst mal für einige Zeit. Für ne knappe Woche, denk ich. Bis demnächst, meine Lieben!

hochsommer
da sehe ich die milchstraße
da denke ich an wüstensand
& der wind zieht mich
bläst mich durch
& ich weiß wieder
wem ich gehör
& wohin
 
auf sonnengeflutetem bahnsteig
in kühlendem wind
mein kleid ist ein segel
& ich gehöre dort hin
wo ich bin

 

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