Gottheiten

Das Szepter der Anoia

Anoia ist eine Göttin, die ALLE aus der geneigten LeserInnenschaft verehren. Ja, alle, ob es euch bewusst ist oder nicht.

Anoia ist die Göttin der Dinge, die Schubladen verklemmen. Flüche deswegen sind ihre Lobpreisungen, und so habt ihr ALLE schon mal zu ihr gebetet.
Terry Pratchett hat sie zum ersten Mal beschrieben. Hier könnt ihr mehr über sie erfahren. Erfahrungen mit ihr habt ihr sowieso. (Hier auch auf deutsch.)

Ich behaupte, das Grundutensil zur Verehrung von Anoia haben alle irgendwo in der Küche. Es sind diese Teigschaber, die auch Leute besitzen, die nie etwas backen, oft in dreifacher Ausführung, lang, mittel und klein. Jaja, die sind praktisch zum Teigschaben, aber warum tauchen sie auch in Haushalten auf, wo niemals Teig geschabt wird? Wer hat sie angeschafft, wie sind sie in die Schublade geraten?

Fragen wie diese bringen uns dem Mysterium der Anoia näher.
 

Wenn ich den Zustand meines Altars betrachte –
(Wie ich heute schon in einem Kommentar bemerkte, erinnert mich meine Altartruhe zur Zeit an einen romantischen Slum.)

— dann ist mir klar, warum sich ausgerechnet in unserer Küche in einer Schublade nicht nur drei Teigschaber (ich backe nicht) sondern auch ihr Hochheiligstes Szepter befinden.

Das Tabernakel der Anoia

Dieses Szepter ist ein Schaumlöffel, den ich noch nie für irgendwas gebraucht habe. Er ist wunderschön, finde ich, darum hebe ich ihn auf. Er ist auch sehr lang. Er verklemmt sich STÄNDIG. Gepriesen sei Anoia.


Das Szepter der Anoia

 
 

Unearthing

Die Anfänge von so Phasen sind ja fließend. So ein Verschieben, das mit einer Wandlung einhergeht.
Im Mai letzten Jahres habe ich aus verschiedenen Gründen (u.A. Austausch hier auf WP)  begonnen, mich wieder mit Magie und Gottheiten zu beschäftigen, nachdem ich das über Tai Chi und Meditation ziemlich abgelegt hatte. Auch mit guten Gründen.

Und doch rufts und lockts…

Obwohl es mir unterwegs nicht so vorkam, wurden doch einige meiner Fragen beantwortet übers Jahr.

Und bestätigt. Und in Kunst gefasst, in Worte und Sound. Z.B. in diesem Hörbuch von Alan Moore, das ich im Herbst zum Einschlafen gehört habe: Unearthing.
Ich habs oft gehört, viele Nächte lang. Beim ersten mal hab ich so gut wie nichts verstanden. Schließlich hab ichs tagsüber am Stück angehört und Teile mitgeschrieben.

Das Buch dazu hab ich vom Schnusel zu Weihnachten bekommen!

Ich könnte dazu mehrere Blogposts vollschreiben, stattdessen beschränke ich mich, einen Absatz daraus zu zitieren, in dem der Umgang mit ‚dem nicht Geheuren‘ („the uncanny“) beschrieben wird:

This is how it is is,
of the approach of the uncanny:
Each progression
in our comprehension of the concept
like a footfall
treading softly closer.

This is how we act:
No awe, no terror,
just bland reassurance
in our default certainty
that this can’t possibly be happening.

Das ’nicht Geheure‘ sind in diesem Fall Synchronizitäten und Manifestationen der Mondgöttin Selene im Leben des Protagonisten, Steve Moore. (Alan Moores Mentor; die beiden sind nicht verwandt.)
In der Geschichte geht es viel um Magie. Und um Lokale Magie, Ortsmagie. Und um Comics. Und um London. Und dies und das.
(Sehr lustig auch der kurze Abstecher des Protagonisten in eine londonder Chaos Magie Loge.)

Schon bin ich mittendrin und auf dem Weg in die Tiefe. Dabei möchte ich seit Tagen einfach nur einen Blogpost verfassen, in dem ich kurz erzähl, wie es so war um Yule rum und in den Rauhnächten (die ich ja gar nicht bewusst begangen habe, und sie hatten es doch in sich!), und dann weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.

Ich habe sehr viel gelesen, angehört und angeguckt in dieser Zeit, und davon will ich jetzt erst mal was weitergeben, bevor ich erzähle, was bei mir so war. Weil ich das wichtiger finde. Und weil es ja sowieso tief verwoben ist mit dem, was bei mir so war.

Da möchte ich euch als Erstes das hier sehr sehr ans Herz legen:

Ein Auszug aus der Doku-DVD „the Mindscape of Alan Moore“ in dem er erzählt, dass er mir 40 Magier geworden ist. Dann spricht er über Magie und Polytheismus und moderne Reklame-Schamanen (-> kulturelle Trance) und dies & das. Sehr dicht, von Anfang bis Ende. LOHNT SICH!


(Englisch mit englischen Untertiteln)

Edit: Ich wollte was zu Sache schreiben, nämlich, dass ich einen Bölog gefunden habe, deren Autorin ähnlich wirkt – Magie ist Kunst ist Magie https://cambraskade.wordpress.com/

Dabei stelle ich fest, dass ich meinen reader nicht mehr erreiche und daher keine Blogs mehr abbonieren kann, wenn sie es mir nicht per Button anbieten.
Außerdem stelle ich beim Schreiben dieser Ergänzung fest, was ich shocn wusste: Dass im ‚classic‘ Editor der text aus dem Festner springt, wenn er ein bisschen länger als eine Seite wird und ich noch was ergänzen will. ich schreibe grad blinf in ein weißes Fenster und kann nut hoffen, dsas ich mich nicht oft vertippe, denn jedes Korrigieren ist echt ätzenbd, mit viel hoch und runter Scrollen nach der Eingabe JEDES EINZELNEN BUCHSTABENS. WQeswegen ichs mir spare.

Ich hab keine Lustt mehr, und ich hab das Gefühl,m dass ich wahrscheinlich dsa Blöoggen bald wieder lasse. So gehts jedenfalls nicht.

Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen

Und weiter gehts. Wieder ein Post, der als Kommentar zu einem von Sólveigs oft so inspirierenden Artikeln angefangen hat.

Gestern hat sie das hier gepostet:
the rest is silence… | Tales of an Urban Priestess
Da schwingen Themen drin, die nicht nur mich grad beschäftigen (vgl. die Kommentare zu Sólveigs Artikel).
Es geht u.A. um Bescheidenheit, um die Gradwanderung zwischen Mit-Teilen und Selbstdarstellung, und auch darum, wie wir heilsam wirken können, ohne den Status Quo zu füttern, in dem wir leiden.

Grad eben hab ich was gelesen, das nahtlos dazu passt:

Die Entfaltung der natürlichen sozialen Ordnung beginnt mit der Transformation des Einzelnen. Nichts wird von außen auferlegt und keine Anstrengung ist erforderlich, die bestehende Ordnung zu verändern. Es geht weder darum, eine neue Ordnung über die alte zu stülpen, noch darum, sich gegen die alte Ordnung aufzulehnen und sie zu stürzen. In dem Maße, wie die natürliche Ordnung spontan aus den Bemühungen einzelner Menschen entsteht, sich vom Ego zu befreien. wird die alte Ordnung allmählich von innen heraus transformiert; dies geschieht dadurch, dass die Betreffenden harmonisch miteinander und mit ihrer Umgebung umgehen. Dann werden die wahren Bedürfnisse der Menschen befriedigt und das Ganze, einschließlich der Natur, erfährt Mehrung.

Aus: Carol K. Anthony und Hanna Moog: I Ging – Das Kosmische Orakel

Manche könnten sich von Begriffen wie „Ego“ oder „Transformation“ etc. genervt fühlen. Bitte erkennt die Bedeutung hinter den Begriffen.

Die beiden Damen verwenden oft den Begriff „kollektives Ego“. Damit meinen sie etwas, das auch Mary Daly erkannt und als „foreground“ bezeichnet hat. Ich nenne es „Realität“. Idries Shah, wieder eine ganz andere spirituelle Richtung, erzählt Geschichten vom Exil (aus der Wirklichkeit in die Realität, oder, wie’s im I Ging Buch genannt wird: aus der Kosmischen Ordnung ins kollektive Ego). Er erzählt auch eine Geschichte von den Menschen, die alle wahnsinnig werden, weil das Trinkwasser sich verändert. Nur einer hat noch einen Vorrat vom gesunden Wasser, aber da er völlig isoliert unter lauter Irren leben muss, trinkt er schließlich auch das ’normale‘ Wasser und fällt in die kollektive Trance.

Es ist also eigentlich nichts Neues in dem I Ging Buch. Nur mal wieder neu formuliert, von zwei Ladies, die auf ihrem Weg mit dem I Ging zu diesen Schlüssen gekommen sind.

Wie der Mann in Idries Shah Geschichte, der das verseuchte Wasser trinkt, so geraten wir (also, auf jeden Fall ich!) immer wieder in die Fänge des individuellen und kollektiven Egos, verlaufen uns immer wieder in Realitätstunneln.

Indikatoren dafür sind eine innere Leere und Angst, nicht nur offen. Sie lauert auch unter und hinter allen Siegen und vielen ‚Erfolgen‘ (wir müssen ja doch sterben, der Siegestaumel vergeht, die nächste Niederlage droht, der Dieb kann kommen, man muss sich vorm Mangel schützen—)
Ich habe mich die letzten zwei Tage damit beschäftigt, I Ging-Hexagramme, die ich in der vergangenen schlimmen Depressions- und Pestphase geworfen habe, noch mal mit Hilfe des neugekauften Buches durchzugehen.
Dabei bekomme ich einen neuen Pestanfall nach dem andern. Ich verstehe vieles nicht, fühle mich unter Druck gesetzt, bekomme nicht die Antworten, die ich haben will–
Ich bin inzwischen sicher, dass mir da das dazwischenfunkt, was in dem Buch Ego genannt wird (ich habs oft als „Monster“ bezeichnet). Fazit: Üben. Wenn die Pest kommt: weg davon!

Das Gefühl in der Wirklichkeit eingebettet zu sein, das habe ich schon erlebt. Ich hab auch davon geschrieben, und kurz drauf bin ich wieder in der Realität verwirrt und verstrickt und am ARSCH. (Pardon my Klatchian.)

Ich glaube auch – das sag ich ja schon lange, und die Ladies im I Ging Buch sagen das auch: Das Monster/Ego strampelt, täuscht, droht, verführt. Es ist ein Parasit, der mich nicht freiwillig lassen wird. Eher tötet das Ego seinen Wirt als sich freiwillig aufzulösen.

Und wenn ich es bekämpfe, dann füttere ich es.

Also gibt es scheinbar (im Realitätstunnel) kein Entkommen.

In Wirklichkeit genügt ein klares inneres NEIN. Es genügt, um Hilfe zu bitten (z.B. „Den Weisen“).

Das will ich jetzt üben. Vor allem das innere NEIN will ich üben. Die schwarze Phase der letzten Zeit steckt mir noch in den Knochen und ich will mich nie mehr so vergessen.
(Lenk mich nicht ab, Ego!)

Hier und Jetzt, während ich mit dem Buch und dem Orakel arbeite, hadere und leide, und dann wieder Glück und Leben verspüre, merke ich immer wieder deutlich, wo der Weg langgeht. Der Weg ist da, wo keine Reibung ist. Zum Weg gehört auch, klar innerlich NEIN zu sagen zu Geboten des Egos.
Dass ein klares NEIN immer Reibung und Schuldgefühl erzeugt, das ist auch so ein Gebot der Realität. Es ist unwahr, wie ich selber deutlich merke.

Da wo ich hadere und leide, da ist die Realität, da tobt das Ego. Da weiter langzupressen, um Lösung und Klarheit zu finden, ist schlicht bescheuert.
Was tun?
Naja, das Naheliegende, Heilsame!
Ich mache dazu Übungen, z.B. welche aus dem I Ging Buch (z.B. inneres NEIN zu Geboten des individuellen und kollektiven Ego).

Achja, und um wieder auf den Anlass dieses Beitrags zu kommen. Ich werde üben, mich nicht mehr im Außen zu zerferzeln, andere und anderes anzuprangern und an der schlimmen Weltlage zu leiden. Durch Missionieren, Meckern und Bekämpfen gebe ich nur wieder Energie in den ungesunden Film und verzettel mich.
Drum hätte ich vielleicht besser, statt das hier zu schreiben, Übungen aus dem Buch gemacht… 😛
Das I Ging hat aber gesagt, ich soll bloggen. Da bin ich aber froh! Und wenn ich das I Ging wäre, würd ich Vetch jetzt nen Tritt in den Hintern verpassen, weil sie immer noch meint, sie braucht ne Erlaubnis von Außen/Oben, um das sein zu können, was sie ist und das machen zu dürfen, was sie macht.

Ich bin aber nicht das I Ging. Das I Ging tritt niemanden. Es rollt nicht mal mit den Augen.
Ich will auch das HEXIKON nach und nach heilsamer gestalten, indem ich die Aggression gegen das kollektive Ego rausnehme. (Das W-Wort bleibt also doch nicht… :P)
work in progress

Gottheiten und Machtgefälle

Ausgelöst durch ein paar nachträgliche Gedanken über Autorität, Dienen und Machtdynamiken | Tales of an Urban Priestess.

Seit ich hier das Bloggen angefangen, Sólveig kennengelernt und dadurch wieder begonnen habe, Hermes und anderen Gottheiten nachzuspüren, hab ich viel nachgedacht, gehadert und im Herzen bewegt.
Ob ich mich einlassen soll auf Gottheiten. Wenn ja, dann wie? Opfer? Anbetung? Weihen und Widmen?

Ich habe darüber sehr wenig geschrieben, weils mir zu durchgeknallt und auch, vielleicht, respektlos erschien.
Z.B. die Überlegung, dass Gottheiten Entitäten sein könnten, die unsere Aufmerksamkeit als Nahrung brauchen. Also quasi Parasiten.

Ich bin schließlich zu einem Ergebnis gekommen:
Ich bin mit Gottheiten auf Augenhöhe. Ich bin offen für gemeinsames Wirken.

Da habe ich auch nicht drüber geschrieben, weils mir auch wieder respektlos erschien.
Respektlos innerhalb eines Realitätstunnels, den ich mit der Wirklichkeit verwechselt habe. In diesem Realitätstunnel stehen Gottheiten über uns.
In diesem Realitätstunnel kommts dann auch zu dem ‚logischen‘ Schluss, dass ich, wenn ich Gottheiten nicht als über mir stehend sehe, sondern ihnen auf Augenhöhe begegne, das bedeute, dass ich selber gottgleich wär.

Und so kann ich innerhalb dieses Realitätstunnels (aka zivilisatorische Trance, Realität, Normalität, foreground, kollektives Ego, Maya, Dualität etc.) nur pendeln zwischen Unterwürfigkeit und Anmaßung.

In dem I Ging Buch, von dem ich zur Zeit so schwärme, wird auch dieses Thema angesprochen. Das Orakel wird dort als Der Weise bezeichnet. Diese/r Weise stehe uns allen zur Seite, heißt es, und wir können sie/ihn/es jederzeit um Rat und Hilfe bitten.
Der Weise steht NICHT über uns. Der Weise hat keine Macht über uns. Der Weise will keine Opfer, keine Anbetung, keine Verehrung, keinen Gehorsam. Auch kein intellektuelles Rumdiskutieren. Wenn wir sowas zeigen, dann zieht er/sie/es sich zurück.
Mehr nicht. Der Weise ist nicht beleidigt oder sowas (das anzunehmen wäre anmaßend…).

Auf Augenhöhe sein heißt nicht, dass wir gleich wären. Ich, Vetch, bin keinesfalls genauso klug und weise, wie die Gottheiten/Orakel/Instanzen, an die ich mich wende. Ich wende mich an sie weil ich weiß, dass sie weiser sind als ich. Deswegen brauchen sie weder meine Aufmerksamkeit noch irgendwelche Opfer oder sowas. Da ist kein Machtgefälle. Macht, zumindest in meiner Welt, ist die Möglichkeit, etwas zu machen. Ich habe Macht. Ob ich sie anwende, das ist meine Entscheidung. Das Orakel oder die Gottheiten, mit denen ich mich abgeben mag, können mich dabei unterstützen. Sie helfen mir, mich selber zu ermächtigen und mich aus Realitätstunneln zu befreien. Auch, indem ich manches in ihre Hände gebe und mich von Erwartungen und Hoffnungen löse.
Dann, das weiß ich, tu ich das, was ich zu tun habe. Und die Dinge fügen sich auf heilsame Weise, und zwar auf eine Weise, die ich mir vorher nicht habe vorstellen können.
 

Das hab ich schon mehrfach erlebt.
 

Und wie erstaunlich, dass ich das immer wieder vergesse.

Naja, work in progress.

Cairnchen


Ausgelöst durch einen Artikel bei Solveig hab ich mich an den Traum mit den 3 Steinen erinnert, hier erwähnt. Und an mein Vorhaben, an bestimmten Orten diese kleinen Cairns aus drei Steinen hinzustellen.

Also hab ich das gleich auf dem Weg zum Einkaufen gemacht. Zu diesem Zweck hab ich drei flache Steine mitgenommen, die ich in München gesammelt hatte. Manche Leute heben einfach alles auf… Ich war jetzt froh, die zur Hand zu haben. Und vor allem war ich beeindruckt, dass ich wusste, in welcher Kiste und darin in welcher Dose die sind. (Hier steht immer noch das meiste von meim Zeugs in Kisten rum.) Das war alles Sein Wille grins

Es war bisschen Volk unterwegs. Andererseits, hier ist immer Volk unterwegs, kümmert sich um die eigenen Angelegenheiten und lässt einander hauptsächlich in Ruhe.
Außerdem hab ich gemerkt, dass die Kamera auch Sicherheit gibt, wenn ich von dem Trip ‚Wie peinlich, ich fotographiere Mülleimer“ runterkomme und einsteige in den Trip „Ich bin KÜNSTLERIN. Ich fotografier sowas, damit werd ich reich und berühmt.“ Hehe.
Hat funktioniert. Das Ergebnis ist ein Winzhäufelchen von Cairnchen, das nur bei konzentriertem Hinsehen zu finden ist.
Und jetzt wirds gepflegt.

Eigentlich wird sowas ja mit den Steinen gemacht, die vor Ort sind. Das ist vielleicht manchmal nicht möglich.
Gucken, was der Ort so bietet. Kronkorken gehen. Vielleicht finde ich Schöneres.

Warum?
– Ganz schlicht: Weil mich sowas, wenn ich es finde, sehr erfreut, und ich wünsche mir, dass es andern auch so geht. Obs nun Leute, freundliche Wesen oder Gottheiten sind.
– Dann: um zu Üben. Das ist Teil meines Projekts Schluss mit Wurst. Schluss mit Wurst Ich übe, mutiger zu werden, indem ich harmlose (bzw. schöne), aber unübliche Dinge in der Öffentlichkeit tu.

Und dann darf ich die auch bisschen größer machen…

Nachtaltar

Wayne kam grad wieder vorbei. Ich hab gestern Nacht hübsche Fotos von meinem kleinen Nachtaltar gemacht, und die wollt ich jetzt in einem Beitrag zeigen, und plötzlich war ich wieder dabei, nen Riemen zu meiner spirituelle Biographie zu verfassen. Weil ich meine, ich müsst erklären, warum ich nen Altar habe und warum da ausgerechnet Durga, Hanuman und Shiva drauf sind, und wie mein Verhältnis zu denen ist.
Und da muss ich erst mal AUSHOLEN…Ja genau. Wayne interessierts. Ich werd mal ne Bio-Seite für ihn posten.
Hier&Jetzt die Bilder. Sie sind mit Absicht so verschwommen, und die fehlenden bzw. knalligen Farben sind auch Absicht.


Ich wollt die in einer Reihe haben, drum sind sie so klein, Wers groß mag: anklicken.

Und warum Durga, Hanuman und Shiva, das ist leicht erklärt. Ich hab das Bild 2013 in Indien gekauft (erster und bis jetzt einziger Besuch dort). Ich wollte Durga, und die beiden andern sind halt mitgekommen und auch willkommen.
Meine Spirituelle Praxis diesbezüglich besteht darin, ihnen oft ne Kerze und/oder etwas Duftendes anzuzünden. Dabei übe ich, mich im Hier&Jetzt zu verankern. Und im Herzen zu bewegen, was die drei repräsentieren.

 
Achja, und weil ich grad bei indischen Gottheiten bin: Der in Köln verschwundene kleine Ganesha ist auch wieder aufgetaucht, nachdem ich ihn gerufen hab.

Stadtgeister, Gottheiten und so.

Nu hab ich, wie im Beitrag zuvor schon beschrieben, das Gefühl gehabt, dass ich erst Grundlegendes klären muss, bevor ich mich an dieses Thema wage.
Nämlich, ob ich Magie ausüben soll (und wenn nicht, warum nicht?), ob ich es überhaupt will, und was Magie eigentlich ist.

Ich hab mich – und das bei der Hitze! – mit der Forumilierung Forumlieruing FORMULIERUNG langer, verschachtelter Gedankengänge beschäftigt, einer wissenschaftlichen Abhandlung würdig. Ich verzweigte mich in endlose biografische Abschweifungen, ich suchte nach Zitaten und streute unter alles reichlich Fußnoten―

Also, in Wirklickeit hab ich nichts dergleichen gemacht, weil’s viel zu heiß ist. Außerdem kam, als ich erschöpft ins Template starrte und mir vor dem, was ich vorhatte, ordentlich graute, also, da kam ein alter Cowboy auf einem müden Pferd vorbei und rief „Hey, leg endlich los, mich interessierts!“
Genau –
Wayne interessierts

Also endlich zum Thema StadtGeister und -Gottheiten.

Und da fang ich gleich mit dem Downer an (wahrscheinlich der wahre Grund für mein Bedürfnis nach langen theoretischen Abhandlungen):
Ich habe so gut wie keine Praxis noch bewusste Erfahrung mit diesen Dingen. Ich habe eine sehr diesseitige Wahrnehmung. Eine, wie ich finde, sehr gute diesseitige Wahrnehmung, mit der ich voll zufrieden bin. Was ich nicht kann (oder jedenfalls nicht versucht habe): Kontakt zu Ortsgeistern, Gottheiten und dergleichen aufnehmen. Ich meine diese Art von Kontakt, von der ich öfters lese: Trance, Kommunikation, Botschaften, besondere Wahrnehmungen.
Und trotzdem haben mich Sólveigs Artikel zu „Gotham Sprits“ und auch der von ihr verlinkte Blog sehr angesprochen.

Gotham Spirits | Tales of an Urban Priestess.

Am Ende des Artikels fragt Sólveig

Wie empfindet ihr eure Stadt? Was wäre sie für eine Person, könnte man sie in all ihren Besonderheiten und Eigenschaften zusammen fassen?

Und da war ich ratlos. Rückblickend hab ich ja sowas von aufm Schlauch gestanden! Vielleicht lags daran, dass Merkur nach seiner letzten Rückläufigkeit immer noch durch die Schattenzone wanderte. (Das is Astrosnack, bei Bedarf poste ich dazu auch mal was.)
Jedenfalls hat mich das tagelang beschäftigt. Welche Person, Entität, Gottheit wohnt und wirkt in Mannheim?
In München war das leicht, da steht Mother Mary genau in der Mitte (auf dem Marienplatz). Köln hat die Drei Könige, die heilige Ursula und ihre elftausend Jungfrauen. Mannheim hat… öm… ne Wolfsangel im Wappen. Und nen Löwen. Doll.

Als ich dann neulich in den Quadraten unterwegs war, in der Nähe vom Marktplatz, auf der Fuzo, wo vielerlei Volk aus vielerlei Ländern wuselt, handelt und treibt, da wars sie deutlich zu spüren, die Energie von Mannheim. Eine weltoffene Stadt, kommunikativ, umtriebig. Handel und Kommerz. Hermes! Ja, klar, wer sonst! Und das ist mir nicht vorher eingefallen! Mir, die ich von Hermes (damals noch in München) so ein bisschen angezappt wurde. (Glaubich.)

Und, achja, wer steht da mitten aufm Marktplatz (wo sonst)?!?
Hermes MA

Den hatte ich natürlich schon bei meinem allerersten Besuch hier bemerkt, fotografiert, mich super drüber gefreut, dass ich Ihm ausgerechnet hier begegne.
Und dann – irnzwie vergessen. X)

Naja, alles zur passenden Zeit.

Und nu muss ich zum Dhikr, und es ist eh fürs Erste alles gesagt. Der nächste Schritt wird sein, bewusster zu spüren, wenn ich durch die Stadt streife.

Kerykeion