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nach dem Flohmarkt ist immer noch nach dem Flohmarkt

Freitag hatten wir kein Internet, was wahrscheinlich ganz gut war. Es gab zu sichten und zu packen.
Abends haben wir Kisten runtergeschleppt und das Auto beladen. Wie beim letzten Flohmarkt auch ist Schnusel/Oger mit dem Auto zum Messplatz und hats am Rand geparkt.
Das letzte Mal haben wir den Platz bei unserem Auto nicht bekommen, weil wir erst kurz nach 5h aufgelaufen sind und da schon besetzt war. Also hieß es früh ins Bett, weil mitten in der Nacht aufstehen. Wir wurden vorm Weckerklingeln von Regengerpladder geweckt. Die Luft war heiß wie nach einem Saunaaufguss.
Um kurz vor 4 sind wir aufgestanden und waren um kurz nach 4 am Messplatz.
Der war schon belebt, viele Leute hatten mit noch zusammengeklappen Tischen und Stühlen ihre Plätze definiert.

4:36 h

Mit dem kleinen Mülleimer im Vordergrund haben wir unseren Claim abgesteckt, wir waren diesmal also früh genug dort.
Dann hieß es warten. Dösen, wach werden…
Dabei kommen mir so Überlegungen, dass man den Flohmarkt doch gleich nen Tag früher machen könnte, wenn doch eh alle so früh da sind… Man könnte überhaupt auf dem Platz ein Zelt hinstellen und so Wochen vorher mit dem Aufbau anfangen.
Derweil wurde immer mal wieder jemand von umherstreifenden Ordnern lautstark informiert, dass Aufbau erst ab 5h anfängt und alle vom Platz geworfen werden, wenn sich nicht daran gehalten wird.

4:44 h

5:22 h

Jo, dann ging der Flohmarkt los. Beim Aufbaun kommen immer gewisse Leute und fragen Sachen wie „Ham sie Elektrogeräte?“, „Ham Sie Schmuck?“
Ich muss sagen, wenn ich dann verpennt und leicht überfordert zwischen unausgepackten Kisten mit Kram stehe, trägt sowas nicht zu meiner guten Laune bei.
Klar, ich hab da hinten ganz unten in der Kiste die alte goldene Jugendstil-Tiara von meiner Oma, die puhl ich dir jetzt raus und überlass sie dir für 8.- €.
Das sag ich das nächste Mal.
Diesmal hab ich nur gesagt:
„Ich hab jetzt gar nichts, ich bau jetzt auf, der Verkauf hier hat noch nicht begonnen.“
Das aber nicht mit dem notwendigen Nachdruck, weil ich nicht unhöflich sein wollte. Man muss doch freundlich zur Kundschaft sein.
Ja von wegen!
Gosh, die gehn mir auf den Sack, die Geier vom Flohmarkt. Jaha, die gehören dazu. Und es gehört auch dazu, dass ich sie nicht mag.
Und ich habe gelernt, dass ich meine Flohmarktvorbereitung und mein Verhalten vor Ort darauf abstimmen muss.

Ich hatte z.B. eine Schachtel mit Bürokram hingestellt, den ich noch sortieren wollte. In Nullkommanix wühlten in dieser Schachtel drei Herren gleichzeitig drin und holten zielsicher zwei alte Kolbenfüller raus.
„Was wolln Sie dafür?“ fragt der eine.
„Fünf Euro“, sag ich schlaftrunken.
Der Typ schiebt mir nen 5 € Schein hin für den einen Füller, legt den andern wieder in die Schachtel, der andere Typ grabscht gierig danach, und da werd ich endlich bisschen wacher und sag „Stop. Ich verkauf die Füller nicht.“
„Was?“
„Hier sind die 5 Euro, her mit dem Füllern!“
„Aber- was wollen Sie denn dafür?“
„Heute gar nichts, ich mach mich erst Mal im Internet schlau, und dann, beim nächsten Flohmarkt sag ich Ihnen, was ich dafür will.“
Wie kleine Schuljungen geben mir die Herren meine Füller zurück und trollen sich. Streiten sich auch untereinander. Hätte der eine nicht so gierig gegrabscht, hätte ichs nicht gemerkt.
Und wie die Geier kamen der eine und der andere und der dritte im Laufe des Vormittags doch immer wieder vorbei und fragten nach den Füllern.

Ich hab die Füller dann später doch verkauft. Den einen wirklich für 5.-€, er war nix Besonderes. Den andern für 50.- €. An einen von den drei Herren, der mir sagte, worum es sich dabei handelte und was er wert sei, wenn ich im Internet gucke. 80.- Ich habe ihm das geglaubt. Er hat nen sehr guten Preis bekommen. Und ich hab 50.- € und wieder ein kleines Dings weiter, das ich nicht brauche und nicht mehr haben wollte.
An eine Privatperson hätte ich den Füller nicht für 50.- verkaufen können. Er gehört auch gereinigt, er war in keinem tollen Zustand. Für mich ist das oke mit den 50.-€, für den Händler auch, so soll es sein.
Aber.
Ich hab dem Käufer freundlich gesagt, dass ich das nicht oke finde, Unwissende mit Dumpingpreisen zu betrügen. Er sagte grinsend, ich hätte mich ja vorher informieren können.
Jo…
Und drauf zu geiern, dass Leute nicht informiert sind, das find ich nicht in Ordnung.
Und frühmorgens, voll verpennt, will ich nicht von Geiern belästigt werden.

Das war mir also eine Lehre.
Das nächste Mal wenn ich aufbaue, werde ich alle wegschicken. Die kommen schon wieder. Die mit den Füllern waren die krassesten, es kamen viele andere auch und haben mich irritiert und gestört.
Wenn mein Verkauf erst um 7 anfängt, ist das mir früh genug. Vorher will ich meine Ruhe und den Stand hübsch machen.
Unser Stand war nämlich ganz schön üselig.

Also: Geier wegschicken und besser vorbereitet sein.

Hier, der Vollständigkeit halber, ein Bild von unserem üseligen Stand.

8:22 h

Es hat dann auch übern Tag mal geregnet, wir haben in Windeseile Klamotten und CDs ins Auto gehäuft. Dann wurds wieder heiß, Zeug wieder raus – Es war ein langer Tag, und am Ende hatten wir nicht das Gefühl, dass es weniger Sachen geworden wären. Das zeigt, wie schlecht wir eingepackt haben. Wir waren beide unglaublich müde, wir konntens nicht besser.

Das Zeugs ist jetzt alles noch im Auto, der Oger ist beim Sport, und wenn er wieder kommt tragen wir alles rauf, sortieren bisschen, verstauens aufm Dachboden, und dann wird geputzt. Und dann ist SCHICHT!

Der Mond nimmt wieder zu und ich habe viel viel zu tun die kommende Woche. Davon will ich jetzt nichts erzählen. Heute Flohmarktzeugs wegräumen und putzen. Das genügt!

P.S. Die Trommel auf dem Bild oben hat ein schönes neues Zuhause bekommen. Und das OM-Ensemble auch.

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