Herbstfest

Herbstdrache

Ein Mönch fragte: „Was wisst Ihr über den Herbst zu sagen,
wenn die Bäume dürr werden und die Blätter fallen?“
Yün-men antwortete: „Jetzt zeigt der goldene Wind sein wahres Wesen.“
(ZEN, Insel-Bücherei Nr. 798)

 

Herbstfest ist heute, Tag&Nachtgleiche. Türkis wird eingepackt, Aroosch, erm, Orange ist dran.

Zum Herbstfest – Erntedank und Todesfest – hab ich hier was geschrieben.

Heute auf dem Nachhauseweg von der Schule, kurz vor der genauen Tag&Nachtgleiche, begenete ich in der Innenstadt diesem Drachen zwischen goldenen Wolken:

Wunderschön. Er wird nicht so bleiben, drum bin ich froh, dass ich das Foto gemacht habe.
Denn auf der anderen Seite fand ich…

Wie schön! Ich werd demnächst wieder gucken, wie der andere Drache noch geworden ist.

Das war jedenfalls schon mal ein schönes, gutes Omen zum Herbstbeginn, finde ich.

Als Symbol für die Ernte, die ich dieses Jahr einfahre, präsentiere ich hier stolz und dankbar meine diesjährige Sojabohnen Erträge:

Und nun gehts richtung Unterwelt, ganz allmählich, Schritt für Schritt, bis sich zu HelOwEen die Tore der Anderswelt öffnen.

 

 

Spiritueller All-Tag

All-Tag ist so ein schönes Wort! Ein Tag im Kosmos. So wie jeder Tag.
       Verschiedene Arten der Fortbewegung durch den Alltag.

Hier folgt jetzt ein ganz alltäglicher Brainstorm- und Verzäll-Riemen.

Es ist Magie in der Luft – das liegt u.A. an der Jahreszeit. Das Herbstfest steht bevor (genau: 22. 09. 2016, 14:20 h), und zur Zeit ist hier noch glühender, leuchtender, duftender, goldener Spätsommer.

Ich hab ein Lied dazu, ein richtiges Kinderlied, und ich hatte eine Version davon aufgenommen, um sie hochzuladen. Am nächsten Tag fand ich sie so SCHRECKLICH, dass ichs nicht über mich bringe. Das ist tatsächlich nicht nur meine Unfähigkeit, sondern auch, weil ich noch keine Lösung zum Schön-Aufnehmen hab. Ich hab noch eine ältere Version gefunden, die ist auch gar nicht so toll (und ziemlich schlaftablettig), die gebe ich hier frei. Es geht ums Lied, nicht um die Perfomance. Ich mag das Lied wirklich gern.

Playful wind
summer’s child
getting wild
gonna grow to snow
Sparkling leaves
playful wind
golden green
gonna grow to snow

On the eve
of the late summer’s day
gather seeds
for the time to come
At the edge
of the long summer’s day
cross the border
to the land beyond

Rustling weeds
playfull wind
bumblebee
gonna grow to snow
In the hedge
summer’s child
spiderweb
gonna grow to snow

On the eve…

From the east
playful child
chasing dust
gonna grow to snow
From the west
summer’s wind
bearing rain
gonna grow to snow

On the eve…

Ich hab native speakers gefragt, ob das geht, mit dem „gonna grow to snow“. Ich weiß bis heute nicht, ob sie aus Höflichkeit meinten, dass es geht, oder ob es wirklich so ist. In dem Lied gehts.

Oh, und weil ich grad dabei bin noch ein Gedicht von wasweißichwannvielejahreher. Das war ein Rutsch, ein Fluss, assoziativ, nicht immer grammatikalisch einleuchtend, ich mags.

Kämpferin der Münzen

auf ihrem schwarzen schweren pferd
steht sie im herbst und sieht nach westen
dorthin wird sie ziehn.
um sie der sommer
doch um sich den panzer steht sie im herbst
und sieht zeichen
die webt sie zu gold und moos
wächst auf den steinen des weges
und auf ihrer rüstung
die sie abstreift
als sie absteigt
und neben dem pferd geht
mit den dohlen
den fäden im wind nach westen
um sie der sommer

Jut, hab ich das aus dem System.

„Spiritueller All-Tag“ heißt der Beitrag, weil ich — wie viele andere auch, die ihre Craft und/oder Spiritualität praktizieren — das als Lebensweise empfinde, und nicht als etwas, das ich zu bestimmten Gelegenheiten tue. Auch wenn sich manchmal was verdichtet in Zeit und Raum, der SINN und die Freude am Wilden Weg ist: Wir sind immer unterwegs.

In letzter Zeit wird mir das wieder mehr bewusst und ein bewusstes Anliegen, so eine Art Aufwachen zum Herbst hin. Siehe oben.

Was ich Großartiges mache.
Ich übe Achtsamkeit und Disziplin – dabei fällt mir auf, dass ich seit Monaten den „Disziplin“-Eintrag im Hexikon aktualisieren möchte. Das ist immer ein ziemlicher Aufwand, und ich habe so ein Gefühl, dass ich mich demnächst dazu aufraffen kann. Im Zuge meiner Achtsamkeit und Alltagsmagie.

Ich esse seit ungefähr einer Woche bis 12h mittags Organuhr (d.h. jetzt zur Sommerzeit bis 11h) nur Obst. Das klappt wunderbar und tut mir gut. Ich hab in irgendeinem Blog davon gelesen, zu dem ich linken würde, wenn ich noch wüsst, welcher es war… X) Sorry.
Wie gut ich das im Winter schaffe, ist mir nicht klar – die Obstverfügbarkeit geht da ja stark zurück, und mit der Winterzeit muss ich dann wirklich bis 12h warten. Ich bin dennoch zuversichtlich.
Jedenfalls hat das heute dazu geführt, dass ich Himbeereis gefrühstückt habe.

Ich bin ja für die Legalisierung aller Drogen (wirklich, aber wenn ich davon anfange, wird das hier kein Riemen, sondern eine Broschüre), nur bei Himbeereis bin ich skeptisch. Und, natürlich, bei Testosteron. Haha.
Argh.

Eya. Vor 12h nur Obst.
Struktur, feste Termine und Zeiten tun mir überhaupt gut, und mein Leben ist und war immer ziemlich frei davon…
Wobei ich hinzufügen muss: feste Termine und Zeiten für Dinge, die ich GERN tu. Für Heilsame Dinge. Auch da habe ich Disziplin zu üben. Ich hab das ja viel zu lange verwechselt mit der Disziplin, mich an vorgegebene Termine und Zeiten zu halten, um Pflichten zu erledigen, die ich grauenhaft finde und (oft nur scheinbar) machen muss. Das ist keine wirkliche Disziplin und nichts, worauf irgendwer stolz sein sollte. Das ist im besten Fall widerwilliges Folgen unheilsamer, falscher Werte, und es kann zu Kadavergehorsam führen. Dabei wird man dann selbst zum Kadaver, und wenns richtig mies läuft, was es leider oft tut, produziert man noch ein paar andere dabei.

Also: Disziplin üben, dass ich schöne, heilsame Dinge regelmäßig und zu festen Terminen und Zeiten tu.

Mein Gefährte und ich meditieren jeden Abend. Das tun wir seit Montag – was noch nicht so lang her ist – für 20 Minuten – was nicht besonders lang ist, also, das Minimum. Und ich bin SO FROH darüber. Ich bin froh, dass ich einen festen Zeitpunkt habe: Jeden Abend, nach dem die Katzen ihren Abendstengel bekommen haben. (Stengel sind so Leckerlies, mit denen die beiden Alten ihre Pillen verabreicht bekommen), also nach 22h. Dann sitzen, danach ab ins Bett.
Wir haben einen Ort zum Sitzen, der ist noch bisschen Abstellort für’s Bügelbrett, wird aber, das weiß ich , mit der Zeit immer schöner werden. Gestern hab ich ein Öllicht hingetragen und dabei zum ersten Mal ein wundervolles Bild entdeckt, das mir vorher noch nie aufgefallen war. Von Arthur Rackham, den ich sehr mag.


hier das Bild in besser

Ich bin sehr froh über den Ort, den Termin, das Sitzen. ENDLICH. Ich würds auch alleine machen, und dass der Gefährte mitmacht, das ist noch mal besonders schön, heilsam, wirkungsvoll.
Die Gute Art Disziplin.

Dann hat neulich die Zen Witch einen wunderhübschen Zauberspruch für heilsames Zeitmanagement gepostet (englisch): Thyme in a Bottle | The Zen Witch. Der hat mich sehr angesprochen – ich mag das Fröhliche, das Einfache und vor allem das Regelmäßige daran.
Ich wollte daraufhin selbst ein Ritual entwerfen, um das Chaos hier soweit zu hegen, dass es nicht eklig wird. Ich mag Chaos, und ich habe den Verdacht, dass es der Normalzustand für mich ist, dass so richtig aufgeräumte Orte nicht mein natürlicher Lebensraum sind. Aber kreatives Chaos kann halt leicht umkippen in dreckiges, brackiges, ekliges, deprimierendes Chaos.

Ich habe schon begonnen, mir Notizen zu dem Ritual zu machen – Minze, Salbei, Zitrusdüfte, dazu Bachblüten, Raum schaffen, Licht reinlassen — und dann kam mir der hammerkrasse Gedanke: Ich könnte statt Öle zu mischen und nen Mantra zu murmeln auch einfach aufräumen.

AhBAH!

Ich hab mir jetzt ne Bachblütenmischung gemacht – dabei hab ich, damit ich auf dem Boden vorm Altar hocken konnte, dies und das aufgeklaubt und wegsortiert – mit Crab Apple, Clematis und Wild Rose. Dazu Lichtwasser Fatima und Lourdes. Das nehme ich jetzt alle 4 Stunden, und jedesmal, wenn ich es nehme (und gerne auch dazwischen), räum ich irgendwas auf und weg. Das ist ein wunderbar wirksamer Zauber, der gut funktioniert.

Jo, ich glaub, das war alles, was ich in den Blog schaufeln wollte. Ich wünsch uns allen weiterhin schönen, intensiven, heilsamen Spätsommer!

Herbstfest

Tscha, seit gestern denk ich über einen Artikel zum Herbstfest nach. Ich hatte beschlossen, keinen zu schreiben.

Warum?

Mei, es ist andernorts doch alles schon geschrieben worden, schön und mehrfach. Und ich selber mach nichts Besonderes mehr zu den Festen, kein Ritual. Ich dekoriere nur um (auch den Blog) und lass die Zeit wirken.

Jetzt kam eben ein Beitrag von Sólveig, bei dem ich erst mal grinsen musste, weil sie anfangs ähnliche Gedanken hegt.
Mabon… oder so… | Tales of an Urban Priestess

Dann gehts schnell zum Wesentlichen.

Davon angeregt möcht ich jetzt doch was zum Herbstfest schreiben, aus meiner Perpektive.

Erntedank ist ein Aspekt dieses Festes. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu feiern: Altäre schmücken und Sachen draufhäufen (so wie ich Kram in mein kleines zweites Sonnenschiff gehäuft habe ). Wir können Listen machen mit dem, was wir übers Jahr geerntet haben, wir können Collagen kleben, Gedichte schreiben, Wandteppiche weben… der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Was wir aber auch bedenken sollten: Dies ist der Beginn der Dunklen Zeit.
In der HAGIA, wo ich zwei Jahre lang bei den Matriarchalen Mysterienfesten (von und mit Heide Göttner-Abendroth) mitgefeiert habe, war dieses Fest das Todesfest. Wir sind gestorben.
Mehr möchte ich nicht dazu sagen. Heide ist (oder war) sehr
empfindlich, wenns darum geht, ihre Arbeit weiter zu verwerten.
In dem Fall passt das.

Was sich bestimmt zu lesen lohnt sind Bücher wie „Die Göttin und ihr Heros“, in dem Heide beschreibt, wie um diese Jahreszeit der Heros stirbt und in die Unterwelt gelangt, um zu Yule wiedergeboren zu werden.

 

Wir selber können jetzt über unseren eigenen Tod nachdenken. Können wir gehen? Können wir sagen: „Dieses Leben war erfüllt!“? Können wir unsere angehäuften Sachen und /oder unsere Lieben zurücklassen?
Sehr heilsam, da mal drüber nachzudenken. Und zwar richtig, so dass du es spürst! Ja, das kann sehr weh tun.

Ich denke, es gibt wenig Übungen, die uns deutlicher machen, was wir geerntet haben, ob wir wirklich leben, ob wir im Reinen sind und wo noch zu lösen, zu heilen, zu weben ist. Wo wir unfertig sind, wo wir unglücklich, verstrickt und erstickt sind.

Sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen, kann das akute Leben so viel süßer machen. Es kann dazu führen, dass wir uns von Dingen befreien, die uns am Leben hindern.
Damit wir, wenn es so weit ist, in den Tod gehen können. Nicht gerissen werden, weil wie hier noch nicht fertig sind, noch so viel machen wollten und gar nicht richtig gelebt haben.

Ich denke, sich einmal im Jahr mit unserem Sterben zu beschäftigen, ist SEHR gesund.
Diese eine absolute Sicherheit, die wir alle teilen, die überrascht doch tatsächlich immer wieder Leute, wenns dann so weit ist.

Passend dazu gibt es die Mythe von Inannas Abstieg in die Unterwelt. Inanna muss alles zurücklassen, was ihre Rollen im Leben definiert und kommt als nackte Essenz in der Unterwelt an.
Daran habe ich natürlich auch gedacht, als ich meine Geschichte vom Labyrinth (inkl. des Tarot-Legemusters) aufgeschrieben habe.
(Und dieses Gedicht erzählt auch davon.)

So, das genügt. Einen wundervollen Herbst uns allen – also voller Wunder. Ich hab hier schon viele Kerzen an, weil es draußen duster ist und regnet.
Das Licht zieht jetzt nach innen; dort finden wir es.

Wie schön!

Aroosch

Ist der Blog noch gut zu lesen so?

Hab schon mal die Farben umgestellt. Das ist meine offizielle Bunte Magie Sprit Maggi Leistung für heute. Morgen ist Herbstfest, Tag&Nachtgleiche, Mabon, Erntedank, Todesfest. Es geht in die Unterwelt.

Und ich geh jetzt ins Bett.
Achso, „aroosch“ ist pälzisch für Orange. Hab ich gehört.