Hermes of the Ways

retrograder Merkur

Seit dem 17. September geht Merkur ‚rückwärts‘, die Wochen davor hat sich das vorbereitet und angekündigt. Wir sind jetzt in der Phase zwischen Punkt 2 und Punkt 3. (Dazu hab ich hier was erklärt, dort sind auch Links zum Astrowiki, wo noch mehr und besser erklärt wird.)

edit:
Hier noch die Termine nachgereicht. Lieber sehr spät als gar nicht…

Pt.1: 27. August 2015, 00°54’♎
Pt.2: 17. September, 15°55’♎
Pt.3: 09. Oktober, 00°54’♎
Pt.4: 24. Oktober, 15°55’♎

 

Wenn Merkur rückläufig ist, wird gewarnt vor Computerproblemen, Unfällen, Kommunikationsverwirrungen und sowas.
Ich weiß nicht… Computerprobleme hab ich immer mal wieder, egal, was Merkur grad treibt. Als ich vor paar Wochen angefahren wurde (nix passiert), lief Merkur noch fröhlich vorwärts.

Was allerdings sich bei mir persönlich in den letzten Wochen angebahnt hat und seit dem 17. September deutlich anders ist: Ich bin ja seit einiger Zeit in einer Beratung zur Selbstständigkeit, und hier&jetzt merke ich, dass ich das so, wie’s jetzt im Businessplan steht, nicht will.
Und achja, Merkur geht grad in meinem 10. Haus rückwärts. (Das 10. Haus steht, schlicht gesagt, für Beruf und Öffentlichkeit.)
Ich könnte jetzt aufgeben. Stattdessen sag ich mir: Das ist Not-wendig und passt perfekt in die Zeitqualität. Ich muss da noch mal drüber, muss andere Blickwinkel einnehmen, muss gucken, wo mich Vergangenes noch beeinflusst und mich dabei stört, etwas Neues zu machen (und zu werden).
Vielleicht – wahrscheinlich! – wird dann etwas, das ich mir hier&jetzt noch gar nicht vorstellen kann.

In der Zeit des rückläufigen Merkurs haben wir Gelegenheit, Dinge neu zu betrachten, neu zu bewerten, sie zu verändern und anzupassen.
Diese Phase wird bis zum 9. Oktober gehen, dann wechselt Merkur wieder die Richtung. Dann gehts weiter voran!

Mein Lieblingsastrologe Robert Wilkinson hat auf seinem Blog einen Haufen Artikel zum aktuellen rückläufigen Merkur veröffentlicht, und es kommen wahrscheinlich noch welche dazu.
Hier ein Link zu einem der aktuellen Artikel, den ich sehr empfehle:
The Guide of Souls in September-October 2015 – Mercury Slowing Down, Preparing to go Retrograde at 16 Libra
Das Problem bei seinen Texten: englisch, anfangs erst mal Werbung für sein Buch [ich habs bestellt…] und so voller astrologischer Info, dass ich schnell überfordert bin. Ist Arbeit, das Relevante rauszufiltern.

Hier ein bisschen Info in schlicht und auf deutsch

Es kann sein, dass wir jetzt Missverständnisse und Unstimmigkeiten mit Personen aus der Vergangenheit klären können. Entweder in uns selber, oder wir haben im richtigen Leben die Gelegenheit dazu.

Es geht nicht nur um Personen, auch neuere Pläne, Vorhaben, Unternehmungen können betroffen sein. (Ach SACH!)

Merkur geht in der Waage rückwärts, da geht es auch um Schönes, um Kunst, Ästhetik und Craft. Ich hab z.B. die letzten Wochen ab und zu Postkarten von eigenen Fotos drucken lassen, und die sind alle schön geworden, finde ich.
Bis auf die letzte Bestellung. Die Auslieferung hat sich verzögert, am 17. konnte ich sie endlich abholen. Achja, das war der Tag, an dem Merkur rückläufig wurde. Diesmal sind sie nicht besonders toll, besonders eine ist so scheußlich, dass ich gar nicht weiß, was ich damit machen soll… X)
Das ist keine besondere Katastrophe, das heißt nur, dass ich die Zeit jetzt nutzen kann und werde, beim Entwerfen meiner Postkarten sorgfältiger zu sein und manches noch mal zu überdenken und zu verbessern.

 

Achja, und weil Merkur Hermes ist, The Guide of Souls, der Bote und Seelenführer, und weil ich ihn mag, hab ich mir ein Parfum dazu gekauft: Voyage d’Hermès.
Ich hab das Flohmarktgeld vom 12. September genommen und mir gleich die Riesennachfüllflasche geleistet. Das bedeutet, dass ich die Originalflasche gar nicht habe und das teure Zeugs in eine Sprühflasche hab umfüllen müssen. Nu siehts nicht besonders edel aus. Ich hab allerdings das Gefühl, Hermes gefällts so.

 

 

 

Hermes



Go and rest your limbs here for a little under the juniper, O wayfarers, by Hermes, Guardian of the Way, not in crowds, but those of you whose knees are tired with heavy toil and thirst after traversing a long road; for there a breeze and a shady seat and the fountain under the rock will lull your toil-wearied limbs; and having so escaped the midday breath of the autumnal dogstar, as is right, honour Hermes of the Ways.

 

 


Ein Hinweisschild zu einer Apotheke in San Diego. In Amerika wird der Kerykeion (Caduceus) – der Hermesstab – oft verwechselt, mit dem Asklepiosstab ⚕. Der hat nur eine Schlange und gehört zu Asklepios, griechischer Gott der Heilkunde. Ich habe gelesen (wenn ich doch bloß noch wüsste, wo) dass der Kerykeion ☤ von Hermes das Symbol eines amerikanischen Verlages war (da passt er ja auch gut hin), der viele Bücher über Medizin rausgebracht hat. So wurde in Usa der dem Asklepios-Stab ähnliche Hermesstab mit Pharmazie verknüpft.

Seltsam, ich hatte einiges zu ihm geschrieben, im Circle, das war ein  Message-Board, das ich mal betrieben hab. Ich finde Backups von dem Board, und just dieser Faden ist nicht dabei. Seltsam.

Ich wollte das sowieso nicht hier reposten (ist auch auf Englisch), ich wollte da nur nachgucken, wie das eigentlich angefangen hat mit Hermes. Kann mich nämlich nicht mehr so genau erinnern. Ich war in München, das ist sicher.
Auf der Suche nach dem Backup habe ich jetzt die dritte alte Festplatte hergeschleppt und darüber festgestellt, dass ich die ausmisten kann. Ich sag mir: das ist ihm alles wohlgefällig. Message Boards, Internet, Computer, Daten, das mag er. 🙂

Hab jetzt auch das Backup gefunden und nun weiß ich wieder, dass es 2009 im September anfing, ausgelöst durch einen Beitrag einer andern Circle-Mitfrau zu Merkur retrograd. Darin kam naheliegender Weise Hermes/Merkur vor. Und plötzlich fühlte ich mich von Hermes sehr, sehr angesprochen.
Früher konnte ich ihn nicht gut leiden, ich vermute, weil er Apollon ausgetrickst hat – hat ihm ne Herde Rinder geklaut. Und ich war doch in Apollon verliebt.
Ich glaube, er war mir auch zu unbekümmert, zu selbstsicher und frech, zu clever.
Das lag daran, dass ich als junges Mädchen sehr unglücklich war, sehr ängstlich. Fand mich hässlich, war Außenseiterin, Loserin.
Unbekümmert, frech und selbstsicher, clever, das waren die andern. Mein Schmerz, das waren die andern. Also reagierte ich, wie ein unsicherer junger Mensch ohne viel Mut und ohne Erfahrung oft reagiert: Hermes war mir zu doof.

Hier ist ein Bild von der Hermes-Statue im Nymphenburger Park. Diese süßliche Darstellung ist mir, muss ich ehrlich sagen, auch heute noch zu doof… Trotzdem freue ich mich natürlich immer, wenn ich ihm begegne.
Und der Hahn ist klasse!

2009, über die Merkur retrograd Diskussion, wurde mir endlich klar, wie sehr mir Hermes Attribute und seine Wirkungsbereiche gefallen und auch entsprechen. Kommunikation. Information. Umherstreifen. Grenzgänger sein. Verbinden, vernetzen, Handel treiben.
Er ist auch der Gott der Diebe, und Erdbeeren sind ihm heilig. Da war ich doch ganz begeistert, als ich mich erinnerte, dass das allererste, was ich je geklaut habe, eine Erdbeere gewesen ist. X)

 
September 2009 hatte ich auch einen kurzen, schlichten Traum, in dem mir nahegebracht wurde, drei Steine übereinander zu legen. Was ich dann angefangen habe, an Orten in meiner Umgebung zu tun. Gar nicht viele, auch ne Praxis, die ich noch immer vernachlässige.
Ich erzählte am Circle-Board von dem Traum und postete Bilder von meinen kleinen Steintürmchen. Ich erfuhr, dass es sich dabei um mini Cairns handelt. Darüber fand ich raus, dass mit Steinhaufen früher Kreuzwege gekennzeichnet wurden. Orte, die nicht nur Hermes, sondern auch Hekate heilig sind. Orte, wo wandernde Hirten sich trafen, später Handelsreisende, Boten…

Mich selbst spricht am meisten der ältere Hermes an, der bärtige, der Traumbesucher, Grenzgänger. Städtestreuner, Wegekreuzer. Psychopompos.

Ich fand im Netz eine Epigramm, Author unknown, wohl aus dem alten Griechenland, das mich sehr berührt:

 

HERMES OF THE WAYS