Hohepriesterin

Liebster Award

Die Regeln

1. Danke der Person, die dich für den “Liebster Award” nominiert hat und verlinke die Adresse dieser Bloggerin in deinem Beitrag.
Danke, Gann Uma! Wirklich. Deine klasse Fragen sind schuld, dass ich noch mal mitmache.

2. Beantworte die 11 Fragen, die dir die Bloggerin, die dich nominiert hat, stellt.
Siehe unten.

3. Nominiere 5 bis 11 weitere BloggerInnen für den “Liebster Award”.
Und da beginnt das Problem. Ich folge inzwischen zwar wirklich vielen Blogs, aber die wenigsten davon scheinen mir für den Liebster Award geeignet. Und die, die es sind, haben den alle schon – meist mehrfach. Das war schon das letzte Mal mein Problem, da hab ich mich billig aus der Affäre gezogen, indem ich den geneigten LeserInnen freigestellt habe, sich selber zu nominieren.
Und wisst Ihr was? Ich machs wieder genauso.
Ich versteh schon, was das soll. Neulingen gibts was zu schreiben und vernetzt sie in der Blogger-Community.
Ich bin zu alt für sowas, fühl mich wunderbar vernetzt, und die Leuts, die ich lese, wie gesagt, die haben ihn schon und/oder haben echt anderes zu tun. Behaupte ich mal.
Also, das beschließe ich hiermit, war das jetzt nicht nur das zweite, sondern auch das letzte Mal, dass ich einen Liebster Award angenommen habe. Uffz.

4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten BloggerInnen zusammen.
Da ist dann das nächste Problem… Meine Fragen sind auch unten.

5. Schreibe diese Regeln in deinen “Liebster Award”-Beitrag.
Das wiederum ist wunderbar unkompliziert.

6. Informiere deine nominierten BloggerInnen über diesen Beitrag, z.B. über einen Kommentar.
Alle, die Lust haben, sind hiermit nominiert.

 
Also los.
 

1 – Welcher Deiner Blogbeiträge ist Dein Lieblingsartikel und warum?
Ein Beitrag, den ich in dieser Form bis jetzt nur einmal gemacht habe, ist der Stories are Maps-Beitrag. Den mag ich sehr gern. Ich mag überhaupt alle Beiträge besonders gern, die ich mit dem tag „Geschichten“ versehen habe. Bei denen, ob sie ‚erfolgreich‘ sind oder nicht, habe ich das Gefühl, da übe ich einen Aspekt meines Berufes aus.

 

2 – Tag- oder Nachtmensch?
Wechselnd, je nach Tages- bzw. Nachtform.

 

3 – Eine frühe Erinnerung?
Muss wirklich sehr früh gewesen sein.
Wie mir nämlich meine Ma ankündigt, dass sie mir jetzt einen Strampelanzug anzieht, und wie ich dann im Bettchen liege und strample wie blöde, weil ich denke, das wird jetzt erwartet und muss mit nem Strampelanzug ja auch besonders gut gehen.
Die Erfahrung war doch ein bisschen enttäuschend, denn das Strampeln war anstrengend und sinnlos.
Hehe. Jetzt, da ich das hinschreibe, merke ich: Das war eine Lektion fürs Leben.

 

4 – Die Farben deines Lebens: Wechseln sie, hast du immer die gleiche oder gibt es Entwicklungsstufen?
Als Kind war Gelb meine Lieblingsfarbe, und das hat sich nicht geändert.
Gelb und Bunt. Habe manchmal ein Blatt nur mit buntem Kritzel vollgemalt, und dann dick Schwarz drüber, damit das Bunte durch die Lücken leuchtete.
Rot alleine mochte ich eine lange Zeit nicht leiden – das war fast ein bisschen ein Gefühl wie Eifersucht. Rot und Grün waren die Blöden, und Blau und Gelb waren die Guten. (Besser kann ichs nicht erklären. Ich mein – ich kanns mir schon einigermaßen erklären, bloß führt das hier zu sehr in die Psychoanalyse… oder so.)
Zu späteren Schulzeiten hab ich besonders Sandgelb und gebrochene, gedämpfte Farben geliebt, so ersticktes Bunt, würd ich heute sagen.
Als ich Stagehand und Roadie war, kam die Schwarz und Silber Zeit. Samt- Jeans- und Molton-Schwarz, Stahlsilber und bestenfalls noch Rostlederbraun.
Dann wurds richtig BUNT. Ich sühnte mich mit Rot aus, dazu kamen Tiefrosa, Orange, Koralle, Kupfer, Rubin, Lila… in allen beißenden Varianten gemischt, dazu Gold, Türkis, Flieder – ich LIEBE Farben.
Und seit einiger Zeit, seit zwei drei Jahren oder so, werde ich angezogen von  GELBGOLDGRÜN . ← So ungefähr.

 

5 – Mit welchem Märchendrama/welcher Märchenfigur identifizierst du dich?
Spontan? Gar nicht.
Nach längerem Überlegen: Das hässliche Entlein. Ja, doch, das passt gut.

 

6 – Heimat: deine Wurzel, dein Traum, deine Verletzung?
Alles verschwommen. Bis ich 18 war, bin ich im Schnitt alle zwei Jahre umgezogen, zwischen und innerhalb von Hamburg, München, Köln, Bonn. Seit dem kam noch Passau dazu. Jetzt Mannheim. Hier fühle ich mich heimisch. In Indien hab ich mich auch heimisch gefühlt.
Meine Wurzeln… wenn ich wirklich noch die Zusatzausbildung zum Systemischen Familienstellen mache, dann erfahre ich mehr darüber. Dann meld ich mich zu dem Thema noch mal… (Die atemlos gespannte LeserInneschaft kanns gar nicht erwarten… hallo? Liest hier überhaupt noch jemand?
Hehe. Weiter.)

 

7 – In welchem kreativen Gebiet fühlst du dich am wohlsten, oder hast du mehrere Schwerpunkte?
Schreiben ist ganz oben auf der Liste.
Fotografieren, Layout, Design, Kritzeln.
Musikmachen: Klampfen und singen und trommeln – da bin ich ganz gut. Eine musikalische, rhythmisch sichere Laiin mit annehmbarer Singstimme. Nix Tolles, keine Virtuosin, weder beim Klampfen noch beim Trommeln, geringer Stimmumfang, alles gut genug für Drive und Feeling.
Habe ich leider sehr vernachlässigt in den letzten Jahren.
Ich tanze auch sehr gut (freestyle) – wow, das hab ich wirklich hingeschrieben! Ich tanze sehr gut. Stimmt, jo. Auch sehr vernachlässigt, bin ja auch nicht mehr die Jüngste.

 

8 – Welches Monster muss erlöst werden?
Da ist eine alte Frau, eine einsame alte Frau. Sie sitzt vor ihrer Jurte in einer völlig leeren Landschaft und malt heilige Zeichen in den Sand, die niemand sieht.
Am Himmelt steht statt der Sonne eine riesige Uhr.
Die Frau ist wütend und frustriert, dass niemand da ist und ihre Zeichen erkennt.
Sie ist sehr einsam und scheint ganz grässlich ihre Zeit und ihre Craft zu verschwenden.
Dieses Bild habe ich nicht selbst erfunden, das wurde mir gesagt, erst neulich. Es hat mich getroffen, denn ich kenne diese Alte.
Allerdings hatte ich gedacht, sie wäre erlöst. Sie tauchte z.B. hier auf. Da wird sie erlöst, so hab ich mir das vorgestellt, und jetzt scheint es, dass sie in Wirklichkeit ganz alleine vor ihrer Jurte hockt.
Ja, die will erlöst sein. Ich will sie erlösen.

 

9 – Wie siehst du dein Leben im Alter, kannst du dir alternative Möglichkeiten vorstellen?
Sehr sehr alternative Möglichkeiten. Allerdings auch noch sehr vage. Mein Gefährte und ich spielen mit dem Gedanken, unser Altenteil irgendwo außerhalb von Deutschland zu pflegen (oder was so mit Altenteilen gemacht wird… errichtet, gepflegt, verlegt, was weiß ich). Ne Kommune/Gemeinschaft in irgendeiner Art ist mir auch wichtig. Wir sind kinderlos, und wir wollen nicht völlig vereinsamen, also ne Gemeinschaft.
Auf keinen Fall werd ich in einer leeren Landschaft vor ner Jurte enden!
Alles noch ziemlich vage. Wir sind ja noch jung… 😛 argh

 

10 – Wenn Du in Deinem Land eine Sache ändern könntest, was wäre das?
Bedingungsloses Grundeinkommen.
In der Schweiz wird übrigens dieses Jahr, am 5. Juni, darüber abgestimmt.

 

11 – Schenk was. Mir, dir, der Welt.
Oje. Na schön. Trotz allem, was ich bei Frage 7 behauptet habe, schenke ich der Welt die einzige Aufnahme meines Superhits PHYSIOTHERAPEUT. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen: Das ist auch schon paar Jahre alt. Heute würd ich das so nicht mehr…
Ich singe da mit mir selbst im Chor, nicht immer glockenrein (also, teilweise völlig neben dem angepeilten Ton, ums genau zu sagen) in schlechter Soundqualität, teilweise arg atemlos… Dass ich das hier preisgebe, das IST ein Geschenk! Und wenn ihr mir was dafür zurückgeben wollt, dann… klickt einfach nicht auf ➤. 😛

 

 

Und nun meine 11 Fragen (einige vom letzten Mal recycelt). Manche lassen sich ganz schlicht beantworten, das ist beabsichtigt. Vielleicht gibts viel zu erzählen, vielleicht ist es privat, dann genügt ein knappes Ja oder Nein.

    1. Übst du eine spirituelle Praxis aus? Wenn ja: erzähl davon, wenn du magst.
         
        1. Die Fee kommt mal wieder. Du darfst dir eine Begabung, ein Talent, eine Fähigkeit wünschen, die/das du noch nicht hast. Was ist es?
             
            1. Die Frage klau ich von Gann Uma, weil ich sie besonders schön finde: Welcher Deiner Blogbeiträge ist Dein Lieblingsartikel und warum?
                 
                1. Was ist das Tollste/Schönste, das du jemals selbst hergestellt hast?
                     
                    1. Linux, Mac oder Windows? Warum?
                         
                        1. Hast du einen einem besonderen Ort (sei er auf der Erde oder in deinem Innern), den du immer wieder aufsuchst? Wenn du magst, dann erzähl davon.
                             
                            1. Sammelst du etwas? Wenn ja: Was und warum?
                                 
                                1. Eine Künstlerin oder ein Künstler deiner Wahl wird für dich – NUR FÜR DICH – ein Werk schaffen. Ein Bild malen, ein Buch ein Gedicht, eine Symphonie schreiben, einen Film drehen, ein Lied vertonen, einen Quilt nähen… Wer soll was für dich machen?
                                     
                                    1. Ich kenne einige Leute, die tatsächlich keinen Fernseher besitzen bzw. nie fernsehen. Wie ist es mit dir, schaust du Fernsehen?
                                         
                                        1. Was ist der nutzloseste Gegenstand, den du besitzt, und warum hast du ihn immer noch?
                                             
                                          1. Mit der Post kommt ein kleines Päckchen für dich: Darin ist ein Deck Tarotkarten, und dazu ein Brief, in dem steht, dass du mit einer der auf den Karten abgebildeten Gestalten einen Tag verbringen darfst.
                                            Wen wählst du?
                                            Falls du keine Ahnung hast, was auf den Karten drauf ist: Hier. (Wenn du dich auskennst: Muss nicht das Rider-Waite-Smith Deck sein; wenns das nicht ist, schreibs dazu, neh?)

                                           

                                          Und hier noch mal die Regeln am Stück:

                                          1. Danke der Person, die dich für den “Liebster Award” nominiert hat und verlinke die Adresse ihres Blogs in deinem Beitrag.
                                          2. Beantworte die 11 Fragen, die dir die Bloggerin, die dich nominiert hat, stellt.
                                          3. Nominiere 5 bis 11 weitere Bloggerinnen für den “Liebster Award”.
                                          4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Bloggerinnen zusammen.
                                          5. Schreibe diese Regeln in deinen “Liebster Award”-Beitrag.
                                          6. Informiere deine nominierten Bloggerinnen über diesen Beitrag, z.B. über einen Kommentar.

                                          Blogger sind natürlich auch eingeladen. In den obigen Fragen wird der Einfachheit halber die weibliche Form verwendet. Die männliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.
                                          (Dies ist eine nur leicht abgewandelte [ahnt ihr, wie?] Version einer Erklärungen, die ich in zahllosen Büchern immer und immer wieder finde.)

                                           

                                          Wie SIE  dich kriegen

                                          Ich habe, wie schon andernorts mehrfach von mir behauptet, einen wirklich guten BullShit Detektor.
                                          Darum wage ich mich furchtlos auf die abgefahrensten Züge (hehe, wasn schönes, schiefes Bild) und bereise seltsame Gegenden.
                                          Ich vertrau auf meinen Bullshit-Detektor.
                                          Aber ich hab auch gelernt:
                                          Wenn ich mich tief in einem bestimmten Realitätstunnel hineinbegebe, obwohl mein BSD mich warnt, dann nehme ich ihn immer weniger deutlich wahr.
                                          Wenn ich meinen BSD ignoriere, verliere ich mit der Zeit den Draht zu ihm.
                                          Ich hatte mal einen denkwürdigen (und heilsamen) Absturz in Verschwörungstheorien. Der Flughafen von Denver war mein Eingangstor zur Hölle, und das ist auch wirklich ein grusliger Ort – zumindest sind das die Eindrücke, die ich übers Internet gewonnen hab. Sehr seltsames Juju.

                                          Jedenfalls, ich hab mich da ca. zwei Wochen lang von seltsamer Site zu durchgeknallter Site geklickt. Von angeklicktem Link zu angeklicktem Link wurde mir mulmiger und ich fühlte mich immer mieser.
                                          Das Perfide ist, dass in dem Sumpf immer wieder Lichter aufblitzen, die interessante Aspekte der Wirklichkeit erhellen, die ich vorher so noch nicht wahrgenommen hatte. Will sagen: manchmal finde ich was, das andockt. Auch gute Sachen, Techniken, Einstellungen und so.
                                          Damit hab ich andern Mist auch ernst genommen und weiter verfolgt, weil ich dämlicherweise dachte: wenn das da Sinn ergibt, dann muss das andere auch stimmen.
                                          Zum Schluss habe ich niemandem mehr getraut.

                                          Wie ich das hinschreibe finde ich: Das war auch ein Gang ins Labyrinth und wieder raus.

                                          Ich habe niemandem mehr getraut, auch nicht mir selbst.
                                          Vor allem nicht mir selbst. Ich habe meine Warnglocken nicht mehr ernst genommen („Halt dich fern von dem Mist!“), sondern mich gefragt, ob das Einflüsse von DENEN wärn. SIE, die mich von Weg zur Wahrheit abhalten wollen. Du kannst dir ja nie wirklich sicher sein.

                                          Meinem Doc, bei dem ich damals einmal die Woche auf der Couch lag, dem ich vertraue, hab ich als ich im Sumpf drin war auch nichts davon erzählt. Die Diskussion wollte ich mir ersparen. Er ist wahrscheinlich auch von IHNEN geprägt. Ich wollte erst mal selber wissen, wo ich stehe.

                                          Wo ich stehe?
                                          Ich stand allein, nicht mal mich selber hatte ich noch.
                                          So hatten SIE mich erwischt.

                                          Es ging mir richtig schlecht in diesen zwei Wochen. Da ist so viel Unglück und Schmerz und Angst in den Visionen der Betroffenen.
                                          Und andere sind da, Vampire, die diese Angst schüren und damit Geld und Aufmerksamkeit saugen. Mit ihren grauenhaften Büchern und Vorträgen und DVDs etc.

                                          Am Ende war ich bei den Visionen einer Frau angelangt, die erzählte, in der 5. Dimension kreise ein mächtiges metallenes Satelliten-Gefängnis um die Erde, eingerichtet von irnzwelchen Aliens (SIE halt), und da werden alle hier leuchtenden Seelen reingesaugt. SIE sehen das sofort; wenn hier eine Seele mächtig pulst und erwacht, dann schlurps. Für ewig. Kein Entkommen.
                                          Wow, da musste erst mal drauf kommen. Die ultimative Hoffnungslosigkeit.

                                          Und ich entsetzt und am Hirnen, ob was dran sein könnte. O Grauen.

                                          Da war ich in der Mitte des Labyrinths angelangt.

                                          Und dort, am Nullpunkt, dachte ich, weil ich nicht wirklich gerne leide:

                                          Oke, nehmen wir an, jemand erzählt mir, da gäbe es nen Typen, der sei rot und habe Schwanz, Dreizack und Hörner, der wolle mich kriegen, und dann müsse ich ewig an einem feurigen Ort leiden.
                                          Wer mir das erzählt, den lach ich aus.
                                          Und wenn eine mir erzählt, irnzwelche Aliens wollten mich per kosmischen Staubsauger in der 5. Dimension für immer in einen Metallkasten sperren, das halt ich für möglich?

                                          Da hörte ich meine innere Hohepriesterin schallend lachen.
                                          Sie kam an und sagte:
                                          Faszinierende Fragen, dochdoch. Und jetzt Schluss mit Unfug und Humbug. Hast du nichts zu tun?

                                          Und so kam ich wieder auf den Weg aus dem Labyrinth raus.

                                          Diese Geschichte ist mir natürlich nicht zufällig eingefallen. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit sehr mit meiner Einstellung zu Gottheiten, meiner eigenen Pooja (Anbetung) Praxis und was ich von all dem halten soll. Klüger geworden achte ich dabei sehr auf meinen BSD.

                                          Und ich komme immer mehr ins Reine mit all dem.

                                          Mein BSD springt z.B. an, wenn Leute irgendwelche Götter-Fanfiction zu UPG erklären. (UPG = Unverifizierte Persönliche Gnosis)
                                          Meine persönlichen UPG-Erlebnisse kann ich nur schwer in Worte fassen, und ich seh vor allem auch keinen Anlass dazu.
                                          Ich will nicht von mir auf andere schließen. Es gibt Erkenntnisse, die gehören geteilt, für diejenigen, die damit was anfangen können.
                                          Aber der Drang, von jedem mit Poseidon geteilten Cappuccino im Internet zu erzählen (ein harmloses Beispiel), der lässt meinen BSD anspringen.

                                          „Demut“, btw, ist ein Wort, das bei mir den letzten Tagen aufgekommen ist. Ein Konzept, über das ich nachdenke. Ich hab das Gefühl, es hat seine Zeit und seinen Zweck.
                                          Ja klar, das ist ausgelöst von Sólveigs Beitrag gestern. Seit gestern bis eben hatt ich hier kein Internt und habe viel nachgedacht und geschrieben. Der Text oben ist ein Ergebnis davon. Und wie ich sehe, sind Sólveig und ich zu sehr ähnlichen Schlüssen gekommen.

                                          Und damit das klar ist: Ich vergleiche die Polytheistische Szene nicht mit dem Verschwörungstheorien-Sumpf.

                                          Worum es mir geht: Ich wollte zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unseren eigenen BSD bemerken und ihm vertrauen.

                                           

                                          Ergänzung am 16. 6. 2016:
                                          Hier der Link zu einem m. E. sehr faszinierenden Interview, das ziemlich lang ist, von zwei Typen, mit jeweils echt fettem englischen Dialekt.
                                          Also, ich habs verstanden, dann können andere das auch. Braucht vielleicht bisschen, um sich reinzuhören. In dem Interview kommen beide Themen vor, die oben angesprochen werden: Die Gruppendynamik in spirituellen Zusammenhängen – der Interviewer, Opaque Lens, hat grad richtig Stress in einer Esoschwebbs-Community, in die er gezogen ist. Also, eine richtige Stadt. Das ist noch mal ne Nummer ekliger als ne Internet-Community, denk ich.
                                          Und der Interviewte, Neil Kramer, hat außerdem eine dezidierte Meinung zu IHNEN: Es gibt sie, seit tausenden von Jahren. So fucking what? Mach dein Ding, sei frei, entwickle dich, wachse, und erlebe, wie dein Leben immer reicher wird an Magie und Synchronizitäten.
                                          Aye!

                                          Neil Kramer on Shamanic Freedom Radio

                                           

                                           

                                          Die Alte, das Mädchen und die Königin

                                          Diesen Text habe ich Dezember 2012 in einem Message-Board gepostet, nachdem ich mich dort über einige Beiträge eines Mitglieds geärgert hatte.
                                          Ich hatte einen Traum erzählt, der mit meiner Beziehungsunfähigkeit zu tun hatte und war dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich aufhören muss, die kleine Prinzessin zu sein, die auf den Prinzen wartet. Dass ich stattdessen Königin werden muss.
                                          Der Betreffende, der übrigens immer schon und immer noch sehr gute und sehr hilfreiche Beiträge schreibt, vor allem bei Fragen zu Träumen, mochte das Wort „Königin“ nicht und nannte es ‚Ideologie‘. Wir hatten eine sanfte Auseinandersetzung darüber, ohne Einigung. Ich fühlte mich (zu Recht, wie ich immer noch finde) völlig missverstanden.

                                          Ich sah zu dieser Zeit zwei Möglichkeiten, zwei verschiedene Impulse regten sich in mir:
                                          Auf der einen Seite fand ich es schrecklich, dass ich ausgerechnet mit diesem Mitglied uneinig war. Er hat da ein sehr gutes Standing, er schreibt meistens sehr gute Sachen, er hatte sich die Mühe gemacht, meinen Traum zu analysieren ― ich hatte das Bedürfnis, alles wieder gut zu machen, Harmonie und Einigkeit herzustellen. Liebe und Frieden.
                                          Auf der anderen Seite war ich wirklich erbost und fühlte mich von diesem Missverstehen bedroht und ausgelöscht.
                                          Und wenn ich mich bedroht fühle und erbost bin, kann ich formidabel, kalt brutal und zielsicher verletzend sein. Manche kennen das vielleicht von sich selber…

                                          Nu hatte ich zu der Zeit schon einige Erfahrungen und Lernphasen hinter mir, drum wusste ich, dass keiner dieser beiden Pole irgendetwas mit der Souveränität der Königin zu tun hatte, die ich gerne sein wollte.

                                          Also habe ich einen Weg zwischen den beiden Polen gefunden.
                                          Statt einerseits einzuknicken, zu winseln und zu schleimen,
                                          statt andererseits meine Position brutal zu behaupten und durch Streiten zu verteidigen
                                          habe ich beschlossen, dass ich nichts verteidigen und nichts entschuldigen muss.
                                          Ich habe stattdessen den Text unten geschrieben und in dem Board gepostet.

                                          Und ich poste ihn hier noch mal, weil er auch ein Thema behandelt, dem ich hier immer wieder begegne:
                                          Den inneren Stimmen in uns. Den verschiedenen Rollen, Wesenheiten, Mustern, Aspekten, persönlichen Archetypen, wie auch immer wir sie nennen wollen. Oft sind es Selbsthasser, destruktive Muster, kleine und große Monster.
                                          Die Prinzessin und die Hohepriesterin sind beileibe nicht die einzigen, die sich in mir tummeln. Sie sind allerdings beide sehr stark, und sie haben mir beide in meinem Leben sehr geschadet. Der Text ist ein Versuch, klar zu machen, wer bei Vetch das Sagen hat. Wenn ich meine inneren Muster nicht weg bekomme, dann sollen sie sich gefälligst auf meine Seite schlagen, mich unterstützen und aufhören, unbeaufsichtigt auf Autopilot Mist zu bauen.

                                          Außerdem ist der Text ein Beitrag zu meinem Projekt Schluss mit Wurst.

                                          Und jetzt genug eingeleitet. Here goes:

                                          Die Alte, das Mädchen und die Königin

                                          Ich wanderte neulich meine Grenzen entlang – ich kenn die immer noch nicht wirklich gut. Manchmal scheinen sie gar nicht da zu sein, manchmal kann ich nicht genau erkennen, wo ich aufhöre und mein Gegenüber anfängt.
                                          Und doch war ich da nicht zum ersten Mal unterwegs, in meinem Grenzgebiet. Mit den Jahren hab ich dort einige Erfahrung gesammelt.

                                          Ich war grade damit beschäftigt, etwas wegzuschaufeln, das neulich über meine Grenzen in meinem Reich abgeladen worden ist (auf meine eigene Einladung hin, muss ich dazu sagen) aber da überhaupt nicht hingehört.
                                          Angenehme Arbeit, hat was Meditatives, tut mir gut. Ich finde sogar ab und zu nen kleinen funkelnden Stein in dem Haufen, den ich gebrauchen kann und aufhebe. Ich sing mir eins dabei.
                                          Wie ich so am Schaufeln bin, da stapft plötzlich an mir vorbei, hoch aufgerichtet, entschlossenen Schrittes, diese große hagere Frau mit der Maske. Wie immer ganz in Weiß. Ihre rechte Hand liegt auf dem Griff des Schwertes, das sie immer an ihrer Seite trägt. Schnurstracks steuert sie auf die Grenze zu, und sie hat doch tatsächlich das Schwert schon halb aus der Scheide gezogen! Das geht ja mal GAR nicht!
                                          Ich brülle
                                          STOP!
                                          Sie erstarrt.
                                          „Wo willst du hin, wenn ich fragen darf?“
                                          Wie ein Turm steht sie da, das Schwert halb aus der Scheide, den Rücken zu mir. Wie eine Salzsäule.
                                          „Wo willst du hin?“ frage ich noch mal, freundlicher.
                                          Sie rührt sich immer noch nicht, aber ich höre ihre brüchige, kratzige Stimme sagen
                                          „Rüber. Den zerleg ich!“
                                          „Huh? Wen? Warum?!?“
                                          „Er hat dich beleidigt!“
                                          „Hä? Unfug und Humbug. Niemand hat mich beleidigt; das wüsst ich.
                                          Reg dich ab! Steck dein Schwert wieder ein und komm zurück.
                                          Sofort!“
                                          Sie rührt sich nicht, sie gehorcht mir nicht, nur das Schwert zuckt noch ein kleines bisschen weiter aus der Scheide.
                                          „Ich zerleg ihn“ flüstert sie heiser
                                          Sie sieht sogar von hinten furchterregend aus.

                                          Ich weiß nicht, wo der Impuls herkommt. Ich lasse die Schaufel fallen, laufe zu ihr und umarme sie von hinten.
                                          Unglaublich, sie wird sofort noch steifer.
                                          „Hey“, sag ich. „Hey, reläx. Das ist nicht gesund, wenn du dich immer so aufregst! Das muss dich doch schrecklich anstrengen. Außerdem will ich hier kein Blut sehen. Von niemandem!“
                                          Die Salzsäule wird ein bisschen weicher. Ich löse meine Arme und drehe sie um. Sie wehrt sich nicht. Sie steht mir gegenüber, meine Hände auf ihren Armen. Ihre weiße, glatte, blinde Maske ist entsetzlich anzusehen.
                                          Ich hebe die Hände zu ihrem Gesicht und nehme ihr die Maske ab. Sie lässt es geschehen.
                                          Darunter ist eine alte Frau. Eine alte Frau mit einem strengen Gesicht, mit tiefen, bitteren Furchen um den Mund und um die Augen. Und in diesen Augen stehen Tränen.
                                          Aber sie blinzelt nicht. Wenn sie blinzeln würde, würden ihr die Tränen über die Wangen laufen, und ich weiß: bevor sie das zuließe, würde sie sich eher selber in ihr Schwert stürzen.
                                          Ich tu so, als sähe ich die Tränen nicht. Ich sage
                                          „Sag mal, hast du nicht diesen schönen großen Kessel?“
                                          Sie runzelt die Stirn, sie überlegt. Sie nickt.
                                          „Den brauch ich, ich will was kochen. Ich erwarte Gäste.“
                                          „Ich weiß nicht…“ sagt sie mit ihrer krächzenden Stimme „Ich weiß nicht genau, wo er ist…“
                                          „Dann such ihn!“ sag ich.
                                          Sie nickt wieder. Setzt sich in Bewegung ins Landesinnere, wo sie ihr Haus hat. In dem irgendwo der Kessel sein muss.
                                          „Lass das Schwert hier!“ sag ich.
                                          Sie dreht sich um. „Mein Schwert? Das habe ich noch nie aus der Hand gegeben!“
                                          „Du brauchst es nicht, im Landesinnern. Ich kanns hier brauchen, an der Grenze. Gibs mir.
                                          Bitte.“
                                          Zögernd gibt sie mir das Schwert.
                                          Dann, mit einem viel leichteren Schritt, eilt sie in Richtung ihres Hauses, den Kessel zu finden.

                                          Gut.

                                          Ich guck mir das Schwert an. Es ist echt schön, ich mag Schwerter. Ich kann mit ihnen umgehen, beim Tanzen geben sie so einen ganz eigenen Schwung, wennde sie geschickt schwingst.
                                          Aber das hier ist wirklich sehr lang und breit und echt schwer.
                                          Weil das hier mein eigenes magisches Reich ist, gehorchen mir die Dinge, wenn ich wirklich WILL. Diesmal will ich wirklich, und das Schwert schrumpft ein zu einem praktischen, scharfen Küchenmesser.
                                          Fein.
                                          Ich stecke das Messer in meinen Gürtel, bücke mich nach der Schaufel und will grad weiterschaufeln,
                                          da steuert an mir vorbei, auf die Grenze zu, eine Frau.
                                          Sie ist aufgedonnert in einem schwarzen Minirock, ein enges Top mit weitem Ausschnitt, der sich bei ihr nicht wirklich lohnt, dazu superunpraktische Highheels. Ich kann nicht genau sehen, wie sie aussieht, sie ist völlig überschminkt.
                                          In den Händen hält sie ein silbernes Tablett, darauf ein riesiger rosa Kuchen.

                                          Nä, neh?

                                          „Und wo willst jetzt du hin mit diesem Zuckerberg?“
                                          Sie dreht sich um, knickst, lächelt süß, und sagt
                                          „Du warst so unfreundlich zu dem netten Mann, er hat sich solche Mühe gegeben, und du hast dich gar nicht bedankt! Ich will mich entschuldigen!“
                                          „Hä?!?
                                          Was geht hier AB!? ARGH!
                                          Komm mal her!“
                                          Sie gehorcht. Immerhin.
                                          So von Nahem sieht der Kuchen noch abenteuerlicher aus. Der dicke rosa Zuckerguss ist verziert mit roten und gelben Herzchen, silbernen Kügelchen, lila Blümchen, grünen Marzipanblättern – mir wird ganz schwummrig von dem Anblick.
                                          „Gib mir mal diesen- Was IST das für ein – Kuchen? Ist da überhaupt Kuchen, unter all dem Zuckerguss?“
                                          „Natürlich!“ sagt sie und zieht eine Schnute. „Ich kann sehr gut backen!“
                                          „Ist das so?
                                          Gib jetzt her!“
                                          Zögernd überlässt sie mir das Tablett. Es ist schwerer als ich dachte, und ein Duft – nein, ein süß-klebriger Geruch von viel zu vielen künstlichen Aromen steigt mir in die Nase. Schawürg!
                                          Ich balanciere das Tablett auf einer Hand, ziehe mein Messer aus dem Gürtel und kratze bisschen an dem Zuckerguss.
                                          „NEIN!“ quietscht sie. „Das darfst du nicht, der Kuchen ist für den netten Mann!“
                                          „Pass auf,“ sag ich, „ich sorg dafür, dass der Mann den Kuchen bekommt, und du gehst und hilfst der alten Lady, den Kessel zu finden und zu schrubben. Wir wollen dann was kochen, wir erwarten Gäste.“
                                          „Gäste? Super!
                                          Ich kann gut kochen!“
                                          „Bestimmt…
                                          Wartet mit dem Kochen auf mich! Unbedingt!“
                                          „Jaa… Meh.“
                                          „Los jetzt!“
                                          Sie wuselt ab.
                                          „Warte mal!“
                                          Sie hält an, und ich geh zu ihr und wische ihr mit meinem (unbenutzen und unbespuckten!) Taschentuch die Farbe aus dem Gesicht. Himmel, die ‚Frau‘ ist ein kleines Mädchen, vielleicht 13 oder so!
                                          „Hast du dir den BH ausgestopft?“
                                          Sie nickt.
                                          „Als erstes zieh dir mal was anderes an!“
                                          „Möh.“
                                          „Du brauchst keinen BH! Lass dir von der Lady was geben, die hat bestimmt nen hübsches weißes Kleid für dich. Und zieh diese Schuhe aus, damit kannst du ja gar nicht richtig laufen.
                                          Ich bring dir dann Tanzen bei, ja?“
                                          „JAH!“ sagt sie. Rennt los, kickt dabei die Highheels von den Füßen. Kleines Mädchen. Ich guck ihr hinterher.

                                          Dann kratze ich den ganzen Zucker von dem Dings auf dem Tablett. Darunter ist ein ziemlich kleiner brauner Kastenkuchen. Ich mach mir ein Stück ab, um zu probieren.
                                          Die Kleine kann tatsächlich was. Scheint mit Honig und Früchten gesüßt, ist richtig lecker.
                                          Ich stell den kleinen Kuchen an die Grenze, als Dankeschön.

                                          Dann mach ich mich auf zu dem Haus, wo die beiden den Kessel schon gefunden, geschrubbt und übers Feuer gehängt haben.
                                          Wir ham zu tun, wir erwarten Gäste. Es wird gutes Essen geben, und Musik, Gesang und Tanzen. Und so. Ich freu mich!