HPΨ

Montag, 26. & Dienstag 27. Juni ~ Dankesammlung

Gestern.

Gestern hatten wir noch mal gestalttherapeutische leere Stuhlarbeit in der HPΨ- Schule. War wieder sehr intensiv, erhellend und bereichernd. Ich liebe die Gestalttherapie. Ich schreib demnächst einen Beitrag dazu – in die HECKENWICKE. Ich werds hier erwähnen.

Warme Winde.

Gute Gespräche, leckerer Kaffee – und das gleichzeitig! =) Montags trommel ich alle, die mitwollen, nach der Schule zum Kaffeetrinken zusammen. Ich war auch schon ganz alleine, andererseits waren die auch schon ohne mich Kaffeetrinken, als ich nicht da war. Gut so.

Das Gedicht.

So viel Katzenhaar
an dem Tier. Auch wenn scheinbar
alles an dir klebt.

 
Heute.

Heute habe ich die Leere Stuhlarbeit alleine ausprobiert. Das hat sehr gut funktioniert. Ich werde es wieder tun! =)

Mangold

Heute vormittag, als ich mich an den Rechner setzte, guckte ein Mann in mein Fenster, vielleicht 50 cm von mir entfernt auf der anderen Seite der Scheibe. Mein Zimmer ist im zweiten Stock.
Die Fassade von unserem Haus wird repariert. Ich hätte den genauen Termin gerne vorher gewusst… Wie dem auch sei, das bedeutet, dass bald jemand wg. des Lecks im Dach kommt, und dann wirds nicht mehr an der Treppe die Tapete langtropfen. Da bin ich froh.

So, liebe Leute,
das wars für heute.

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Samstag 24. & Sonntag 25. Juni ~ Dankesammlung

Gestern.

Gestern hatte ich HPΨ-Schule. Samstag haben wir immer was Praktisches, und unsere Dozentin hat uns mal wieder in den Luisenpark bestellt. Viele aus dem Kurs waren dagegen. Ja, war ich auch, letztes Jahr. Ich mag das nicht, wenn meine Routine unterbrochen wird, und rausgehn– oke, ja, soll gesund sein. Bin ich auch immer dafür, klardoch. Jederzeit. Nur nicht unbedingt diesen Samstag.

Letztes Jahr hab ich mich drauf eingelassen, und so konnte ich dieses Jahr denjenigen, die den Park noch nicht kannten und aus ähnlichen Gründen wie ich vordem dagegen waren, sagen: Doch, lasst uns unbedingt in den Park gehen! Andere, die den Park kannten, stimmten ein, und so wurde es dann doch beschlossen. Wir trafen uns gestern im Park, um gestalttherapeutische Leere Stuhlarbeit zu üben.

Zu meiner Freude kam der Gefährte mit. Wir sind mit dem Rad hingefahren und trotz Verfransens und ZuSpätKommens standen die andern noch vorm Eingang und warteten. Mit uns war die 10 voll und wir kamen ermäßigt rein – bzw. kostenlos, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wer eigentlich den Eintritt für die Gruppe bezahlt hat.

Im Park war es sehr schön, und die Übung war klasse. Hat uns allen was gebracht, auch dem Gefährten.

Es ist ja interessant, dass ausgerechnet die humanistischen Therapiemethoden wissenschaftlich nicht anerkannt sind. Die helfen nämlich wirklich, allerdings sprengen sie uns, wenn wir uns drauf einlassen, auch aus der ungesunden Normalität. Und die könnte ja dann nicht mehr so wunderbar reibungsvoll funktionieren. Also logisch, dass die humanistischen Therapiemethoden nicht wissenschaftlich anerkannt sind.

Nach der Unterrichtseinheit, es war Nachmittag, sind der Gefährte und ich noch bisschen durch den Park geschlendert.

Dann haben wir uns getrennt – er in die Muckibude, ich zum Einkaufen und Kaffeetrinken.

Einkaufen wollte ich im mannheimer Alnatura, doch da gabs weder Mangold noch sonstwas, das mich wirklich anmachte. Fast hätte ich Champignons genommen, nur hatte ich leider meine waschbaren Gemüsetäschchen nicht mit, und dort gabs nur dünne Plastiktüten fürs Gemüse. Und irnzein anderes Gemüse, das ohne Tüte transportierbar war und das ich schon wieder vergessen habe, hab ich auch wieder aus dem Wagen geräumt, als ich sah, dass es aus nem fernen Ausland kam.
Bin also wieder raus, ohne was zu kaufen. Vorbei an Türmen von Plastikbechern gefüllt mit veganem Cappuccino.

Ich kauf nicht mehr gern im Alnatura. Nur Rossmann hat noch absurdere Plastikorgien zu bieten. Auch dort kauf ich fast nie, genau deswegen. Ich werds ihnen demnächst mal wieder per Mail schreiben. Euch rate ich auch dazu, und außerdem: Plastikfreier Juli steht an.

Immerhin kann ich auch Alnatura danke sagen, weil ich doch mit etwas aus dem Laden raus bin: Es gab müde Tomaten- und Paprika- und Auberginenpflanzen zu verschenken, und nu haben wir noch ne Tomate und eine Paprika auf dem Balkon. Bin SEHR gespannt!

Von dort aus bin ich direkt ins StarCoffee, wode auf selber mitgebrachte ToGo-Becher 30 ct Rabatt bekommst. Ich hatte wieder eine volle Stempelkarte, und so gab es wieder einen Eimer voller Cappuccino. Nicht vegan, dafür ganz plastikfrei.

Was auch sehr schön war: Die Stadt war heiß und teilweise still – eine ganz eigene, magische Atmosphäre. Und die Luft schwer vom Schokoladenduft.

Zurück in LU wars überhaupt nicht still, den dieses Wochenende ist Stadtfest. Es war richtig viel los auf den heißen Straßen. Ich bin erst mal zu dem anderen, größeren ludwigshafener Bioladen geradelt. Wir haben hier nämlich kein Alnatura, dafür zwei richtig nette echte Bioläden. Gestern hatte der Laden zwar schon zu, die Tür stand allerdings noch offen, und ich bekam freundlicherweise noch paar Blätter des schon weggeräumten Mangolds aus der Kühlung geholt und verkauft. Regional und unverpackt.

Dann musste ich durchs Getümmel.
Ich bekam den Startschuss vom Stadtlauf mit und war kurz sehr bewegt von den wackeren Läuferinnen und Läufern, bis ich merkte, dass die im Kreis laufen, und das viele, viele Runden lang. Und dass ich mit meinen welkenden Pflanzen und dem Mangold in der MItte vom Lauf gefangen bin.
Ich habe sehr lange an einer Stelle gewartet, ob sich eine Lücke zwischen den Laufenden auftut, durch die ich schnell mit meinem Fahrrad durchgekonnt hätte. Richtig schnell konnte ich nicht, weil ich mir das Absperrungsband hätte hochhalten müssen, und das hätte zu lange gedauert. Ich kam also nicht weg, und die Sonne bretterte. Und kein Ende in Sicht.

Schließlich bin ich ratlos rumgefahren, traf auch andere Gefangene, und dann kam ich an einen Streckenabschnitt, wo sehr SEHR nette junge Lauf-Helferinnen für uns im passenden Moment die Absperrung hochhielten, so dass wir durchflutschen konnten. FREI! Danke!

Zuhause – von der Sonne heißgebraten und erschöpft – haben der Schnusel und ich erst mal heftig gechillt, auch viel noch besprochen, was wir bei der Übung im Park erlebt und gelernt haben. Und dann, es war schon dunkel, sind wir noch mal raus, um ne Runde übers Stadtfest zu drehen. War schön, war nett, und dass wir zwei Stubenhocker überhaupt noch mal raus sind, das war ein Wunder.

Ne Karte kam auch
die war von Däd und Bille
Molli im Gelben.

Das war gestern. Schöner Tag.

 

Heute.

Heute ist ein Comptag. Alles irnzwie genervter als gestern, mehr Stress. Dabei hab ich heute frei und muss gar nichts.

Auch interessant.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die nachmittags draufgetropften roten Tintenflecken vom Parkettboden wegbekommen habe. Sah erst nicht danach aus, dann halfen Natronpaste und Spülischaum.

Außerdem ist heute wieder so schönes Wetter. Diesmal kühler, dicke fette Wolken, Regenlicht ohne Regen.

Und ich liebe so sehr diese seltsamen, tropisch wirkenden Bäume, die hier wachsen. Z.B. gegenüber meines Fensters, überm Parkplatz bei der Kirche. Die bekommen so Schoten, die sehen aus, wie Carob vom Affenbrotbaum. Wächst der überhaupt in unseren Breiten? Und wenn nicht: was ist es dann?

Apropos Parkplatz bei der Kirche:
Heute Vormittag guckte der Gefährte aus meinem Fenster und rief „Hey, der hat mein Auto vollgespritzt mit Weihwasser!“
Tatsächlich! Da ist der lokale Papst übern Parkplatz und hat die Autos gesegnet. Wie nett!

Besseres Foto hab ich in der Schnelle nicht geschafft. Ist das nicht schnuffig? =)

Jo, und das wars nu für heute. Ich leg gleich noch ne Patience, und dann filmgucken und schlafen. Morgen ist Schule, da machen wir noch mal Leere Stuhlarbeit. Wie schön. Und compfrei ist morgen auch. Wie schön!

Parkett ohne Fleck
Autos heilig bezaubert
der Tag gerettet.

22. Mai ~ Dankesammlung

Heute morgen wär ich fast schon wieder nicht zur Schule gegangen. Gestern wars wieder spät, und heute morgen bin ich nach dem Weckerklingeln sofort wieder eingeschlafen. Katze Molly weckte mich eine Viertelstunde später, als sie eine trockene Chilischote durchs Wohnzimmer jagte.
Vorsicht Molly, wenn du die beißt, beißt sie zurück!
Außerdem – wie kommt diese Chilischote von der Küchenablage auf den Wohnzimmerboden? Sie muss gesprungen sein. Die Katze kann sie nicht runtergeschmissen haben, denn die Katzen dürfen nicht auf die Küchenablagen. 😛

Jedenfalls, danke! Chilischote und Molly, dass ihr mich geweckt habt. ❤

Die Zeit war natürlich knapp, und ich hatte auch gar keine Lust. Die Fahrt mit dem Fahrrad über die Brücke dräute anstrengend zu werden. Und weil heute das Thema „Phantasiereise“ war, wollte ich auf keinen Fall zu spät kommen. Das ist immer blöd, wenn bei praktischen Sachen die Leuts tröpfchenweise eintrudeln.
Weil ich so knapp war, dachte ich, dass ichs eh nicht rechtzeitig schaffe und erwog wieder, einfach zuhause zu bleiben. Wieder fühlte sich das ungut an. Also hab ich alles gemacht – Morgenwäsche, Katzenfüttern, Katzenklo, Rucksackpacken – und siehe: ich war bald fertig, die Fahrt war locker, und ich war 20 Minuten zu früh. Wow. Danke! =)

Phantasiereise war erst gruslig und dann wundervoll. Erst haben wir eine Liste von Stichwörtern gemacht, die uns grad bewegen, Schönes und auch zu Lösendes. Diese Liste bekam eine andere Person, die daraus eine Phantasiereise geschrieben und mit der Listenschreibeperson durchgeführt hat.
So bekam ich also eine speziell mich zugeschnittene geleitete Medi. Das war wirklich schön. Und die Medi, die ich geschrieben und durchgeführt habe, kam auch gut an. Fein. Danke. ❤

Danach sind paar von uns noch Kaffeetrinken gegangen, und in dem Rahmen habe ich meine erste geschäftliche Tarotlegung angebahnt. Übernächsten Dienstag nach der Schule.
Das Geschäft zu vereinbaren war für mich nicht einfach. Ich bekam Unterstützung von einem Mitschüler.
Ich erwisch mich dabei, wie ich Gründe suche, warum das nicht klappen könnte. So ein BullShit! Natürlich klappt das. Ich freu mich drauf, und bis dahin hab ich Flyer.

YÖH! Danke! ❤

 

20. Mai ~ Dankesammlung

Puh, gestern war ich viel zu spät im Bett. Bzw. heute; das war nicht mehr gestern, als ich ins Bett ging.
Weil ich wusste, dass ich sehr schwer aus dem Bett kommen würde, habe ich meinen Wecker nicht gestellt. Ich war außerdem sicher, dass es heute in Strömen regenen würde und ich deswegen nicht mit dem Rad zur HPΨ Schule fahren kann, und ich wollte keine Fahrkarte für die Bahn kaufen. Manchmal bin ich geizig sparsam. Also, zu wenig Schlaf, zu viel Fahrgeld: Ich schwänze heute Schule, hab ich beschlossen.

Dann bin ich gegen 6h aufgewacht. Es war hell, keine Spur von Regen. Und ich merkte, dass mir die Vorstellung, Schule zu schwänzen, nicht das erwartete gute Gefühl von Freiheit und Freude verursachte, sondern mich deprimierte. 

Also hab ich den Wecker doch noch gestellt (Schule fängt Samstags erst um 10h an), habe noch bisschen geschlafen und bin dann brav zur Schule geradelt.

Dafür bin ich dankbar. Was ich mir vornehme, muss ich tun. Nicht, weil ‚es sich so gehört‘, sondern weil ich sonst meinen Selbst-Vertrauen Schaden zufüge (was ich mir versprochen habe, will ich halten!) und mich dann das Hadern und das schlechte Gewissen richtig viel Kraft kosten. Ich bin also dankbar und froh, dass es heute nicht regnet, dass ich heute Morgen wach geworden bin und dass ich doch noch den Wecker gestellt habe. Da habe ich die Gute Art von Disziplin geübt.
Die habe ich auch neulich (16. Mai) geübt, als ich den Unterricht verlassen habe. Als ich merkte, dass mir das In-Der-Schule-Hocken da überhaupt nicht guttut und mich nicht weiterbringt. Trotzdem war ich erst mal hingefahren, und habe mich dadurch erst in die Lage gebracht, ehrlich zu entscheiden, ob ich dableiben will.

Mir gefällt diese Balance, diszipliniert zu tun, was mir guttut. Das ist nicht immer der bequemste Weg. Heute bin ich den ganzen Tag schon übernächtigt, matschig und bisschen schlecht gelaubt, weil ich so müde bin. Und trotzdem bin ich im Reinen mit mir. Das kann ich auch schlechtgelaunt sein, wie ich feststelle. Das sind wichtige, heilsame Erkenntnisse. Danke! ❤

Der Unterricht selbst war gut. Wir haben was Systemisches gemacht, „Skulptur“ in dem Sinne, dass wir zu einem Thema mit den TeilnehmerInnen aufstellen und dann so lange modellieren konnten, bis das Ergebnis sich für uns wirklich gut anfühlte. Kein Deuten, kein Interpretieren, nur Machen und Reinfühlen.

Für die verkopfte Vetch eine Herausforderung, und ich bin auch noch nicht ganz zufrieden mit mir.

Ich hatte ein fettes Thema gewählt, ein Thema, das mich immer wieder auf Trab hält: Narzissmus. Bei meinem Besuch in München hatte ich wieder ein Erlebnis damit, im nahen Familienkreis. Dazu passend sah ich neulich ein Video von Teal Swan zum Thema Dämonen. So sehe ich Narzissmus: als Besetzung durch einen Dämon. Und Teal Swan schlägt eine für mich neue Art der Bewältigung vor.

Puh, ich bin jetzt zu müde, das zu erklären. Wer Englisch kann und Interesse hat, sehe sich das Video an.

Jedenfalls, ich habe ganz bescheiden bloß mich, meinen eigenen Narzissmus, die Große Dämonische Narzissmus-Feld-Entität und, hust, die Göttliche Quelle aufgestellt und damit rummodelliert. Ich wollte immer wieder aufhören, weil ich fand, es reicht, fühlt sich gut an, danke, der Nächste bitte! Doch die Anleiterin ließ nicht locker, bis mein Narzissmus und das Große Narzisstische Feld ganz verschwunden und die Göttliche Quelle und ich verbunden waren.

Was hat das jetzt gebracht?

→ Ich habe gemerkt, dass ich mir nicht zugestanden/zugetraut habe, diese doch ziemlich große Sache auch zu ende zu bringen. Meine aufgestellten Mächte waren mir teilweise zu groß und zu gewaltig. Ich kam mir anmaßend vor und dachte, die wissen schon selber, was sie machen müssen, damit’s heil wird. Ich wollte aus der Nummer raus – die Dozentin hat mich nicht gelassen, und das war GUT. Bei meiner Skulptur bin ICH die Chefin. Zu wagen, die Wirklichkeit, auch bei so großen Themen und Mächten, selber zu gestalten, das war ne sehr gute Erfahrung. Ich glaube tatsächlich, dass wir unsere Wirklichkeit selber erschaffen, und es war lehrreich für mich, zu erfahren, wie wenig ich selbst das Steuer übernehmen will. Das war nur ein Spiel, und trotzdem hab ich versucht, zu kneifen.
Am Ende war der Narzissmus einfach aus meiner Welt verschwunden, ich war mit der Göttlichen Quelle verbunden und sah voller Freude und Tatendrang ins Leben. Das fühlt sich sehr gut an. =)

→ An den Rückmeldungen am Ende der Einheit heute, als alle KursteilnehmerInnen berichteten, wie’s für sie gewesen ist, habe ich deutlich erkennen können, was für ein großer Unterschied es ist, ob wir etwas MACHEN, ausprobieren, Erfahrungen sammeln, neue Fragen und Erkenntnisse finden, von denen wir vorher nichts wussten – oder ob wir nur zuschauen und die Theorie anhören.
Jo, das war gut in der Schule heute. Danke. =)

Zuhause angekommen, SEHR müde inzwischen, bemerkten der Gefährte und ich an der Wand bei der Treppe feuchte Stellen. Der schwere Regen der letzten Tage ist teilweise durchgesickert. OJE!
Das hat mir gründlich die Laune verdorben. In der alten Wohnung hatten wir ziemlich sicher Schimmel, den unsere Ex-Vermieters nicht wahrhaben wollten, und das hat uns echt Stress gemacht.
Ich bin erst mal einkaufen gegangen, durch den grünen, lebendigen, wundervollen Hemshof. Es ist SO SCHÖN hier! Und ich hab gemerkt, dass ich nicht froh werde. Ich habs auf die Wasserflecken geschoben, dass die mir Angst machen. Bloß – das stimmt nicht. Das war nur ein kleiner blöder Trigger, in Wirklichkeit bin ich heute einfach total übernächtigt und darum energielos und unfroh. Es ist nämlich hier ganz anders als in unserer alten Wohnung. Unsere Vermieter mögen ihr Haus. Wir haben telefoniert und der Vermieterssohn war eben hier – und der ist wirklich nett, ich mag den! – und nun wird sich drum gekümmert. Ja, ist lästig. Die Erfahrung, mit den Vermietern an einem Strang zu ziehen, die ist neu, und ich bin SEHR dankbar dafür.

Und jetzt mach ich Schluss, leg mich aufs Bett und gucke irnznen Film, über den ich ziemlich sicher schnell einschlafe.


 

Neues von der HP-Psych-Ausbildung

Inhaltlich profitiere ich ganz enorm von den hervorragenden DozentInnen (wirklich!) und den praktischen Übungen. Praxis kommt aber leider in der Ausbildung zu kurz. Denn wir sollen ja auch fit für die staatliche Prüfung gemacht werden, und das bedeutet: ICD-10, und das nimmt einen großen Teil des Unterrrichts ein.
Unser Bereich – Psychologie/Psychiatrie – wird im ICD-10 in den Kapiteln abgedeckt, die mit F anfangen.
Ich hab wirklich keine Lust, zu erklären, was das ist, drum hier nur der Link zur Wikipedia. Schon der erste Blick auf die Seite vermittelt einen adäquaten Eindruck.

Diese Klassifizierung dient dazu, Krankheitsbilder in Schubladen reinzutun zu ordnen und dann die Behandlung bei der Krankenkasse abrechnen zu können. Also ohne bestandene staatliche Prüfung keine Kassenzulassung.

Naja, das ist nicht alles. Es ist auch hilfreich beim Befunden, und ein ordentlicher, zutreffender Befund MUSS am Beginn jeder Therapie stattfinden. Dabei kann die Struktur des ICD-10 helfen. Ich glaub allerdings, ohne ICD-10 ist genauso ein sauberer Befund möglich.

Egal, ich will mich hier nicht über den Sinn eines Klassifizierungssystems von Krankheiten auslassen. Weil – das ist alles nicht mehr mein Problem!

Zuerst, als ich mit der Ausbildung anfing, hab ich noch gedacht, dass ich die staatliche Prüfung machen werde. Dann brach der ICD-10 Wahnsinn über mich herein, und mir wurden mehrere Dinge klar:

Ich könnte mich drauf einlassen und mir selber was beweisen, indem ich die staatliche Prüfung mache und bestehe. Ich bin einigermaßen sicher, dass ich das könnte, auch wenn ich nicht mehr die Jüngste bin – ich könnte pauken und pauken und die Prüfung schaffen. Davon war ich ja ausgegangen, als ich mich zur Ausbildung angemeldet habe.
Bloß – ich bin eh nicht die Fleißigste, und wenn mich was nicht interessiert und ich den Sinn darin auch nicht erkenne, dann fällt mir das Pauken unglaublich schwer. Was keine Besonderheit von mir ist, sondern eine neurophysiologische Tatsache. Wissenschaftlich erforscht. Wir lernen dann, wenn wir etwas oft tun und wenn wir es GERNE tun. Das Gerne Tun ist quasi der Dünger fürs Gehirn. (Wer dazu mehr wissen will, schaue sich auf YT paar Videos von Gerald Hüther an. Sehr zu empfehlen!)

Dann: Ich möchte nicht therapieren, ich möchte beraten. Dazu brauche ich keine Kassenzulassung. Die sowieso einen Rattenschwanz von Formalitäten, Auflagen, Abrechnungsmodalitäten und anderen Quark mit sich bringt, auf den ich auch keinen Bock habe. So einfach ist das.

Und, auch nicht ganz unwichtig: Die Prüfung kostet so um die 700,- €, bestanden oder nicht. Und da habe ich noch kein einziges Buch gekauft.

Also, Fazit: Lieber geb ich noch Geld für ne gezielte Fortbildung aus, wo ich Praxis habe und was LERNE, statt dem Gesundheitsamt 700.- Ocken für was zu bezahlen, was mich nur mit Abscheu und Entsetzen erfüllt und was ich gar nicht wirklich brauche. Oke, es gäbe mir einen gewissen Nimbus von Seriosität und Status, wenn ich staatlich geprüfte HP Psych wär… Draufgeschisn.

Eya.

Dann gibt es noch die Verbandsprüfung vom Heilpraktikerverband. Die ist nicht so teuer und auch viel einfacher zu schaffen (ein Multiple Choice Test und eine Facharbeit von ca. 30 Seiten, so weit ich weiß). Dazu müsste ich Mitglied im Verband werden. Ich weiß nicht, ob ich das will.

Wahrscheinlich werde ich die Verbandsprüfung machen, damit ich irgendeine Art von Abschluss vorweisen kann. So richtig Status und Nimbus bringt die Verbandsprüfung allerdings nicht mit sich.

Vielleicht mach ich auch gar keine Prüfungen und vertraue auf das, was ich lerne, kann und MACHE.

Außerdem habe ich bereits eine ganze Latte an Zertifikaten. Zur Zeit findet in München ein HP-Symposium meiner Schule statt, für das ich mich angemeldet hatte. Weil mir das nach Köln alles zu viel war und es auch so heiß ist und alles, hab ich das gecancelt und bin nicht nach München gefahren. Trotzdem bekomme ich seit 3 Tagen täglich paar Zertifikate zugeschickt, die mir die Teilnahme an Seminaren bestätigen, die ich nicht besucht habe.
Als ich im Suchtbereich arbeitete, war ich auf einigen Fortbildungen und Symposien — also, wirklich, körperlich und geistig anwesend — darum besitze ich diverse Teilnahmebestätigungen und Zertifikate. Da gingen am Ende immer Listen rum, die wir zu unterschreiben hatten, damit genau das nicht passiert: Dass Personen, die sich nur angemeldet aber nicht teilgenommen haben, Teilnahmebestätigungen bekommen.

Wie die das in München handhaben, das stärkt nicht grad mein Vertrauen in die Zertifikate, die meine Schule ausstellt…
Andererseits ist es auch sehr inspirierend. Ich denke, ich werd mir selber paar Zeugnisse und Zertifikate machen. Vetchgeprüfte Psychotarotströmerin – oh, da wird mir noch einiges einfallen. (Vorschläge willkommen!)  Ich werde ein Siegel entwerfen, eine beeindruckende Unterschrift einüben und die richtig schick machen.  Und die hänge ich dann in meinem Laden auf.

Derweil habe ich – ich bin baff erstaunt, zu was für Seminaren ich mich angemeldet hatte! – ich habe Zertifikate, mit meinem Namen und Datum und allem, für Kinesiologie, Krisenintervention, Naturästhetik, Klangschalen in der Praxis, Atemworkshop, Körpermusik, Gesunde Sexualität – was ist das?, Akkupunktur bei Suchterkrankungen und Japanisches Heilströmen. Sogar für meine Teilname an der Begrüßung durch die Studienleitung habe ich ein Zertifikat bekommen. Das hänge ich an ganz prominenter Stelle auf!

Jo, und wenn also jemand von euch mal suchterkrankt Akkupunktur möchte, klangbeschalt oder japanisch heilgeströmt werden will, dann wendet euch vertrauensvoll an mich. Ich hab Zertifikate!

 

Logotherapie und Existenzanalyse

Ich wollte unbedingt was zu Logotherapie schreiben. Was jetzt kommt, ist das, was ich mir gemerkt habe oder aus dem gemacht habe, was ich im Unterricht gehört hab.

In der Logotherapie besteht der Mensch aus drei Teilen. In der Schulmedizin sind wir Körper, in der Tiefenpsychologie Körper und Seele. In der Logotherapie kommt noch eine Dimension dazu.

KÖRPER
Vitalität, körperliche Funktionen, Symptome, Erkrankungen

PSYCHE
bewusst ~ unbewusst
Kognition, Verstand, Verhalten, psychische Erkrankungen

GEISTIGE PERSON
bewusst ~ unbewusst
Sinngefühl, Wertegewissen, Herzensweisheit, Intuition („Bauchgefühl“)

Das find ich auch faszinierend, weils ein bisschen dem Drei-Instanzen-Modell von Freud ähnelt, dem Es (Triebe), dem Ich (Bewusstsein) und dem Über-Ich (Moral, Normen, Regeln).
In dem Modell muss das Ich zwischen den andern beiden Kräften balancieren, die so oft gegeneinander wirken.

Im Modell der Logotherapie haben wir statt des Über-Ichs: Intuition, Bauchgefühl, Wertegewissen. Wertegewissen. Was für ein schönes Wort, was für eine Macht.
Überich zerfällt zu Staub in diesem Licht.

 
Jeder Mensch ist absolut einzigartig.

Zitat aus dem Unterricht – ich weiß leider nicht mehr, wer das gesagt hat. Wahrscheinlich Frankl selbst, der Begründer/Entdecker der Logotherapie:

„Wenn ich zwei Menschen mit dem gleichen Therapieplan behandle, dann habe ich mindestens einen falsch behandelt.“

 
Notizen aus dem Unterricht:
„Hauptschlagader der Logotherapie“:
Weg von mir selbst hin zu jemandem oder etwas. (SINN)
Selbstdistanz und Selbsttranszendenz.
Die Geistige Person ist unzerstörbar und nur in eine Richtung durchlässig:
zur Psyche hin.
Die Geistige Person ist „nicht übertragbar“.
Werte als Straßen zum SINN
Gelebte, verwirklichte Werte geben etwas zurück: Sinnhaftigkeit.

 
edit:
der Kommentar von gann uma hat mich erinnert: das soll hier keine Anleitung zum Selbsttherapieren werden – die folgenden Fragen zu den jeweiligen Wertekategorien gehen schon in Richtung Praxis, ich geb sie hier wieder, weil sie außerdem sehr schön klar machen, was jeweils gemeint ist.
Und, das muss ja wohl klar sein – das ist hier nur der winzige, bescheidene Eindruck von Logotherapie, der bei mir nach sehr wenigen Unterrichtsstunden angedockt hat, mehr nicht.
Und nu weiter. 🙂

 

Drei Straßen zum SINN – von Frankl benannte Wertekategorien.

ERLEBNISWERTE
SCHÖPFERISCHE WERTE
EINSTELLUNGSWERTE

Erlebniswerte:
Was bereitet mir Freude?
Bei welchen Erlebnissen geht mir das Herz auf?
Was genieße ich?

Schöpferische Werte:
Worin bin ich wirksam?
Wo erschaffe ich etwas?
Worin bin ich kreativ?
Meine Talente?
Manche schöpferischen Werte können auch bei den Erlebniswerten schon erschienen sein. Z.B. Trommelzirkel: Es geht mir das Herz auf, wenn ich in einer Runde trommle und der Funke überspringt und wir zusammen Musik machen. Erlebniswert.
Ich trommel mit andern und gebe den Bassteppich: Schöpferischer Wert.
Dabei kann das, was bei den Schöpferischen Werten erscheint, auch überhaupt keinen besonderen Spaß machen. Regelmäßig Wohnungputzen gehört hier auch rein. „Das Sinnvolle ist nicht immer das Angenehme.“

Einstellungswerte:
Was musste ich an Unveränderlichem ertragen?
Wie gehe ich mit Leid, Schmerz und Krankheit um?
Wo wachse ich über mich hinaus?

So jetzt knall ich das einfach so hier hin, und will auch noch zur Website des Dozenten linken, mit etwas strukturierterer Info…
und der uns das so außergewöhnlich gut nahe gebracht hat.

http://www.praxis-kaercher.de/index.html

🙂

Vertrauen bedeutet für mein Leben…

Puh. Komme grad vom heutigen Wörkschop zurück. Thema waren die humanistischen Therapiemethoden, die wir in drei Unterrichtseinheiten durchgenommen hatten. Gestalttherapie, Bioenergetik und zuletzt Logotherapie und Existenzanalyse.

Heute haben wir eine Eingangsübung gemacht. Entspannung, Visualisieren, mit einem Begriff zurückkommen. -> Mit einen Phänomen. Meins war „Vertrauen“.

Dann haben wirs in einer Partnerübung besprochen, dann haben wirs in einer Partnerübung modelliert: eine Körperhaltung finden, die sich zum Phänomen passend anfühlt.

So üben wir mit dem Verstand und mit dem Empfinden (Köper), dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Dann haben wirs gemalt. Dann wurden die Bilder aufgehängt, mit einem Din A 4 Blatt darunter, auf das die anderen möglichst mit nur einem Wort schreiben sollten, was das Bild in ihnen auslöst.

Und dann sollten wir eine Geschichte schreiben mit der Überschrift [Mein Phänomen] bedeutet für mein Leben…, in der alle Begriffe, die die andern zu unserem Bild geschrieben hatten, vorkommen sollten.

Ich hatte im Verlauf dieses Workshops reichlich Gelegenheit, Vertrauen zu üben. Es gab ein paar Fügungen, wegen derer ich normalerweise schrecklich gehadert hätte. Nu will ich ja gar nicht normal sein, sondern heil, also habe ich geübt, mich vertrauensvoll der Herausforderung zu stellen und davon auszugehen, dass mir das Universum und seine BewohnerInnen nicht feindlich gesonnen sind… Ich habe auch Vertrauen geübt, als ich das Bild gemalt hab. Dass ich genug Zeit habe, fertig zu malen. Und das es nicht schön oder gut sein muss. Ich wollte, dass es vollständig ist, und fertig, und das wars.

Das Schreiben der Geschichte – bei mir eher eine Art Gedicht – entlang der Begriffe, die ich dann auf meinem Blatt fand, das war TOLL. Ein Puzzle zusammensetzen. Die Begriffe waren:

Fröhliches Dorf ~ Paradies ~ kindliche Freude / Kindheit erleben! ~ Fröhlich in der Natur leben ~ zu Hause ~ Leben in vollen Zügen ~ Märchenland ~ Kindheitsphantasie ~ schillerndes Leben ~ pralles Leben ~ Familie ~ bunt ~ Farbe ~ Träume ~ Idylle ~ Wohnmöglichkeit.

Ich glaub, ich habe doch paar Begriffe ausgelassen… Sie haben mich ausnahmslos alle berührt, und ich könnte wirklich oh tief und viel dazu schreiben. Dazu war die Zeit nicht. Hier das, was ausgelöst durch den ganzen Input dieser Tage und durch die Begriffe zum geschriebenen Text wurde.

 
Vertrauen bedeutet für mein Leben…

aus meinem inneren Märchenland
heraus aus dem verlorenen Paradies
das ich nur ahnen konnte.

In warmer Sonne, Gräserduft und Staub der Straße –
das zieht mich heraus aus der Kindheitsphantasie
dieses Sehen
hinein ins pralle Leben
ins schillernde Leben
ins Leben

in die Wirklichkeit

Keine Idylle – Idyllen sind schal und leer
meine Träume lassen mich erschöpft zurück
ich seh keine Wohnmöglichkeit für sie in der Realität

So verlasse ich die Familie
ich will Farben, ich will es bunt in der Welt
und fröhlich in der Natur zu leben
war mir nie gegeben
in den grauen Städten,
die bis zum Horzont reichen.

Das sind Realitäten.
NICHT die Wirklichkeit.

Kein fröhliches Dorf
nicht zuhause
nirgendwo

lebe ich doch in vollen Zügen
an den Rändern
wo es funkelt
wo die Wirklichkeit dräut und lockt

dort will ich sein

lebendige Heimat
nicht ortsgebunden
nur ans Hier
im Jetzt

SEIN

Vertrauen, dass ich finde
dass ich habe und bin:
lebendige Heimat
und so viel mehr
als ich mir hier&jetzt
vorstellen kann.

 

 
Jo, zu mehr bin ich hier&jetzt nicht imstande. Ich werde mehr zu Logotherapie schreiben. Zur passenden Zeit.

Das war schöner Unterricht, voller Wunder. Danke!