Illuminaten

Sonntag 18. & Montag 19. Juni 2017 ~ Dankesammlung

Gestern.
Gestern habe ich kein Gedicht geschrieben. Stattdessen habe ich mein seit Tagen schmerzlich vermisstes Liederbuch mit eigenen Liedern wiedergefunden – naheliegenderweise wars in der Gitarrentasche. Da hab ich natürlich tagelang nicht nachgeguckt… wär zu einfach. Danke, dass ichs wiedergefunden habe.

In dem Liederbuch hab ich ein altes Lied gefunden, das mir grad was sagt. Das ist das Gedicht für gestern:

Take your fear and make a song
make it tender, make it strong
cry it out for all to hear
get rid of your fear!
 
Lay it down for all to see
lay it down to set your mind free
some will hate it, some know what’s true
sharing life with you.

 

 
Dankeliste für gestern:

Ich hatte grässliches Kopfweh gestern und war sehr dankbar für Aspirin.

Dass ich das Liederbuch gefunden habe.

Das Übliche, immer wieder, gestern speziell: Die Mauersegler, mein schönes Zimmer, der Sonnenschein, der compfreie Tag. War wieder schön.

Gestern wäre Putztag gewesen, und den haben wir auf heute verschoben. Das hat meine Laune gleich enorm gebessert, gestern. =)

Und wieder ein Danke für und an meinen Schnusel, der mich zur Zeit oft tröstet. Mir gehts seltsam zur Zeit…

Das mit dem abgezählten Kaffee hat gut funktioniert — ich habe festgestellt, dass 4 Tassen immer noch ne große Menge Kaffee ist. Ab heute maximal 3 Tassen.
 

 

Heute.
Heute ist ein Comptag, und das drückt mir gleich auf die Laune. So viel zu sortieren, ich hab ne neue Festplatte bestellt, deswegen meine Bank besucht, dabei bekomme ich dann wieder so Mangelgedanken–

Mir drücken noch andere Dinge auf die Laune. Erklärungsidee: Ich hab mich mal wieder zu oft auf so Wake up Sheeple!-Matrix-böse Illuminaten-Blogs rumgetrieben. Da wurden Überlegungen angestoßen, wg. derer ich seit paar Tagen hadere. Meine Orakel waren auch nicht hilfreich. Das I Ging hat mir wörtlich gesagt, ich habe mich in eine Depression reinmanövriert, weil ich zu sehr aufs kollektive Ego gehört habe.
Hm, eigentlich ist das doch sehr klar und hilfreich, diese Ansage. 😛 Also danke.

Danke auch für die Räucherstäbchen (siehe rechts) zum Geldanziehen! Keine Ahnung, wo ich die her habe. Ich habe die Schachtel heute morgen im Räucherstäbchenschuhkarton gefunden und sehr grinsen müssen. Auf dass sie funktionieren! =)

Danke für die Sternenspirale am Anfang vom heutigen Beitrag. Die habe ich eben auf einer überquellenden Festplatte gefunden. Hab ich mit den Sternchenpinseln gemalt, die ich für Gimp gemacht habe. Damals, vor über zwei Jahren.

Außerordentlich dankbar bin ich auch, dass wir Putzen noch mal verschoben haben.
Morgen isses dann soweit. Morgen hab ich auch Schule, und es ist compfreier Tag. Passt.

Danke für den wirklich superschnuckeligen Radladen, wo ich eben mein Fahrhrad hingebracht habe. Morgen abend hol ichs wieder ab.

Danke für das winzige Café genau um die Ecke von unserem Haus, wo der Gefährte und ich eben einen Cappuccino getrunken haben. So nett dort, der warme Wind, die Schatten der Blätter auf den Bäumen, das sattgrüne Gras gegenüber – es ist SO SCHÖN hier! Und weils ein italienisches Café ist, ist auch der Kaffee gut. 

Ich bin auch dankbar, dass sich meine Laune und Befindlichkeit einigermaßen wieder einzupendeln scheint. Das geht so hin und her, die Tage. Ich kenn das, ich komm wieder in die Mitte, ich lern bestimmt auch was Wichtiges, und diese krassen Pestmomente, mei. Irnzwas in mir meint, ich brauch die. Da muss ich dann halt durch. Und, übrigens, Vetch: BRAUCH ICH NICHT!

Ahhh, und danke an unseren Anwalt. Es kam heute nämlich Info zur Klage unserer Exvermieters. Das hat mich kurz sehr gebeutelt, bis ich die Erwiderung unseres Anwalts las. Der hat nicht einfach reagiert, der hat das aktiv und wunderbar zerlegt. Das geht, indem er verwendet, was ist und war. Die Wahrheit.
Und nun genug dazu.

 
Joo, und nu noch das Gedicht. Hmja. Zur Feier meines wiedergefundenen Liederbuches, und weil ich heute zum Dichten zu faul bin, und weils so schön zum Nicht-Putzen passt, und weils andererseits überhaupt nicht mehr passt, weil ich inzwischen in fast jeder Hinsicht ganz anders lebe und dafür auch sehr dankbar bin — aus diesen Anlässen poste ich noch ein altes Lied. Das habe ich noch zu Schulzeiten in Köln geschrieben, als ich bei meinem damaligen Freund in seiner Winz-Ranz-Wohnung hauste, die er sich außer mit mir noch mit einem Mitbewohner und einem kleinen, dreifarbigen, unkastrierten Kater teilte.
 

Klage
 
Wo ist der Platz
für die Wäsche
die feuchte?
Wo der Raum für den Spül?
Die Sporen des Schimmels
bestäuben die Lüfte
Der Kater pisst hin wo er will.

Aus allen Ecken
quillt Glas und Papier
dezent versifft und zerwühlt.
Wo ist der Platz
für die Wäsche, die feuchte?
Wo der Raum
für den Spül?

 


 

Energiehaushalt

Irnzwie erzähl ich auch immer das Gleiche, mit kleinen Varianten, bear with me…
Aaalso.
Gestern hat mich online mal wieder was irritiert, und ich habe geübt, dem keine Aufmerksamkeit zu geben. Abends im Bett habe ich gespürt, dass es mich trotzdem wurmt. Ich habe mein Orakel gefragt, ob ich da alte Muster auflösen muss, ob da ein altes, unheilsames Programm in mir ausgelöst wurde. Die Frage habe ich eher aus Höflichkeit gestellt, weil ich ja ‚wusste‘, dass es so ist.

Das Orakel hat „nein“ gesagt.

Ich war überrascht und habe gefragt, ob mein Ärger eine gewisse Berechtigung hat, ob da jemand über meine Grenze gelatscht sei.
Antwort: „ja“.

Durch diesen kleinen Austausch mit meinem Orakel war mein Ärger fast ganz verschwunden. Der Rest ging dann weg, als ich das ‚innere Nein‘ ausgesprochen habe. Nein! zu dieser Grenzüberschreitung!

Damit ist das erledigt und gut. Und ich bin sicher, dass ich zukünftig schneller merke, wenn wer über meine Grenze latscht, und, noch viel besser, bald gar nicht mehr dazu einlade.

Ich hatte außerdem gestern ein Telefongespräch mit meiner Mutter. Wir kamen auch auf den Usa-Wahlkampf. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es ziemlich wurst ist, wer gewinnt. Die sind beide ganz schrecklich, und das Problem sind auch nicht diese beiden Horrorfiguren. Die sind, genau wie Hitler damals, nicht das Problem. Das Problem ist der Sumpf, aus dem sowas wächst, nach oben kommt und gewählt wird. Und ich habe auch keine Lust mehr, das als „Problem“ zu sehen. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Wir haben hier keine Probleme, wir haben Symptome. Ich seh das so, wie Susanne auf ihrem Blog das in der Astrovorschau für die nächsten zwei Wochen gesagt hat. Clinton und Trump sind Manifestationen unserer Ängste.

Eya, da wollte ich gar nicht so viel zu schreiben. Ich wollte ganz was anderes erzählen, nämlich wie so ganz normale, selbstverständliche Mistmuster abgehen. Etwas, das in mir grad auch einen gewissen, reinigenden Zorn auslöst.

Das Mistmuster hier: Ich sag meiner Mutter, dass mich Trump nicht besonders beunruhigt, und sie, statt mal zu fragen, warum das so ist, weils ihr selbst vielleicht auch weiterhelfen könnte, erklärt mir stattdessen wortreich, warum ich beunruhigt sein müsse. Warum ich Sorgen und Angst haben müsse.

In welchem facking Gesetzbuch steht, dass ich Angst und Sorgen wg. des Usa-Wahlkampfes haben müsse?!?

  1. Wenn die Usa nach der Wahl den 3. Weltkrieg anfingen, dann bestimmt nicht, weil ich mir vorher darüber keine Sorgen gemacht habe.
  2. Ich persönlich – ich oute mich jetzt und offenbare meine tiefe, spirituell-magische Überzeugung: Ich persönlich bin SICHER, dass genau diese Ängste und Sorgen die Ursache für den Wahnsinn sind, der jetzt tobt. Je mehr wir uns Elend und Not vorstellen (’seriöse‘ Nachrichten genauso wie Katastrophenfilme im Kino und Fernsehen tun ihren Teil dazu), desto wahrscheinlicher werden sie.

Ich hab schon vor vielen Jahren, lange bevor andere spirituelle LehrerInnen mir genau das bestätigt haben, lange, bevor ich mein wundervolles, geliebtes I Ging Buch hatte, diese Information vom I Ging bekommen. Das war in den 80ern, ich hatte was über den Antennenwald in Alaska, HAARP, gelesen. Ich fühlte mich überlegenen bösen Mächten ausgeliefert; ich hatte Angst. In meiner Not fragte ich das I Ging dazu und bekam „innere Wahrheit“ mit zweiter bewegter Linie. Vor allem der Kommentar von Kung Tse hat mich damals bis ins Herz getroffen.

Der Edle weilt in seinem Zimmer. Äußert er seine Worte gut, so findet er Zustimmung aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr aus der Nähe. Weilt der Edle in seinem Zimmer und äußert seine Worte nicht gut, so findet er Widerspruch aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr noch aus der Nähe! Die Worte gehen von der eigenen Person aus und wirken auf die Menschen. Die Werke entstehen in der Nähe und werden sichtbar in der Ferne. Worte und Werke sind des Edlen Türangel und Armbrustfeder. Indem sich diese Angel und Feder bewegen, bringen sie Ehre oder Schande. Durch Worte und Werke bewegt der Edle Himmel und Erde. Muss man da nicht vorsichtig sein?

Ich habe mir das so übersetzt: Ich hocke in meinem Zimmer und habe Angst. Das hat Wirkung! Alles, was ich denke und empfinde, wirkt. Muss ich da nicht vorsichtig sein?

Neil Kramer spricht mir aus dem Herzen, wenn er in einem Interview dem jungen Verschwörungstheoretiker, der ihm aufzählt, was Sie alles Schreckliches mit uns machen, sagt: „Don’t be disheartened! It’s an indulgence! STOP IT!“(‚Sei nicht verzagt/mutlos! Das ist Schwelgerei! Hör auf damit!“)

Jo.
Aber nein, meine Ma gibt die volle Ladung Angst an mich weiter, die sie sich durch Zeitunglesen und Nachrichtengucken eingefangen hat. Meine Ma, ehemalige Journalistin, ist nach den Maßstäben der Normalität SEHR gut informiert. Leider…

Heute morgen wach ich dann auf, und der Mist steigt in mir hoch und ich denke an Trump, was alles passieren könnte, wenn er gewinnt, und ich habe Angst.

Und dann, davon erzähl ich ja seit einiger Zeit immer wieder, MERKE ich, dass ich Angst habe wegen etwas, worauf ich keinen Einfluss habe — außer durch meine Gedanken und Empfindungen.
Und diesmal halte ich mich nicht mehr damit auf, mir zu erklären, warum ich keine Angst haben brauch — das funktioniert nicht, denn realistisch betrachtet tobt auf der Welt nun mal der Wahnsinn. Sondern ich mach gleich das, was heilsam ist, funktioniert, sich bewährt hat: Ich sage NEIN. Ich verbitte mir diese schädliche, sinnlose, energiezehrende Angst. Fuck off!

Bingo. Angst weg. Es funktioniert. Weil es WAHR ist (- zumindest in meinem Hier&Jetzt).

Sehr heilsam für den Energiehaushalt.

Eine weitere Übung, die ich neuerdings mache:

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, richte ich meinen Blick so gut wie gar nicht auf Leute. Wenn ich mir die Leute angucke, dann gehen sofort so innere Filme los wie „warum guckt die so komisch?“, „wie sind die denn drauf?“, „ah, gefalle ich dem?“ „oje, die sieht traurig aus“ etc.pp.
Ich richte meinen Blick auch möglichst nicht auf Schaufenster. Auch nicht auf Werbeplakate, Zeitungsautomaten, und vor allem nicht auf Schrift. Oh, es ist so viel Schrift überall, und ich habe bis neulich so ziemlich alles gelesen.
Und zu fast allem, was ich sehe, aufnehme, lese, habe ich dann sofort ne Meinung gehabt. Es eingeordnet, darüber nachgedacht, etwas empfunden, und wenns nur paar Sekunden waren.

Sowas kostet Kraft, die ich lieber für Leute bzw. Wesen zur Verfügung habe, mit denen ich wirklich im Austausch bin. Und für mich selber.

Wo ich stattdessen hingucke: Pflanzen. Nicht nur die kleinen Unkräutchen in den Ritzen am Boden. Die liebe ich sowieso. Neuerdings weiß ich auch viel besser, wo in der Stadt überall Bäume wachsen. Wo die Leuts was auf den Balkonen haben. Wo’s von Dächern wuchert. In der Fuzo ist mir zum ersten Mal eine Fassade aufgefallen, die ganz und gar begrünt ist.

Außerdem guck ich auf Vögel und in den Himmel. Der Himmel, habe ich den Eindruck, schenkt mir Energie, vor allem, wenn er – sei es viel oder nur wenig – von Sonnenlicht durchleuchtet ist. Ich suche Orte, wo ich hochgucke und nur Himmel im Blick habe. Noch keinen gefunden. Auf der Brücke fast.

Jo. Ich wollte heute eigentlich gar keinen Blogbeitrag schreiben, und dann wars mir plötzlich ein Bedürfnis.

Auslöser

(Fortsetzung der Überlegungen des vorherigen Beitrags.)

Ich schreibe weiter, und ich mach auch andern Blödsinn weiter.

Was ich hier schreibe ist LANG und mehr ein Braindump als ein durchdachter, strukturierter Text. Und es ist keine Zeilenschinderei und keine Zeitverschwendung, sondern mir ein jetzt dringendes Bedürfnis, dieses Schreiben. (Wer dagegen null Bedürfnis verspürt, das hier zu lesen, hat mein volles Verständnis. )

Schreiben… Wie meine Mutter mir schon früh sagte: „Hinter eine einmal gewonnene Erkenntnis kannst du nie mehr zurück.“
Was ich erkannt habe: Schreiben (oder anderer hübscher Blödsinn) ist nicht mein Ziel, nicht das, wo ich hinwill, sondern im günstigen Fall Wegzehrung und Wanderstab.
Zu oft war es Zeitvertreib und Trost und Ablenkung, wenn ich auf der Stelle getreten bin. Das will ich lassen.

Lassen ist überhaupt eine der allerheilsamesten Übungen, die es gibt.

 

Trotzdem mache ich auch einiges. Das zum Beispiel:

Was mir und meinem Oger und Gefährten zur Zeit wirksam und heilsam weiterhilft, ist eine Übung zum Ärger.

Ärger ist für mich ein großes Thema, und für den Oger auch.

Richard Rohr hat im wundervollen Vortrag „Contemplative Prayer“ gesagt, dass es völlig normal ist, wenn wir uns über dies und das ärgern.
Jemand in der Kantine hat sein siffiges Tablett nicht weggeräumt? Grrr!
‚Ich würde mich auch darüber ärgern‘, sagt Richard Rohr, ‚aber doch bitte nicht länger als 15 Sekunden!‘
Es ist dein Ego, dein falsches Selbst, das sich da ärgert, weil es sich über Konzepte definiert – Sauberkeit z.B., Ordnung, Höflichkeit, Rücksichtsnahme – an diesen Dingen ist ja an sich nichts auszusetzen, nur sind sie nicht DU. Füttere nicht dein Ego, füttere nicht deinen Ärger!
Er sagt „the true self, you see, is very hard to offend.“ – Das wahre Selbst ist sehr schwer zu beleidigen.

Damit üben wir seit einiger Zeit, der Gefährte und ich.

Wir haben nach wie vor immer mal wieder nen Krach. Grad neulich wieder, so richtig mit Rumbrüllen und Beleidigtsein.
Ich hab mich danach so MIES gefühlt. Oh, ich habe mich so ungerecht behandelt gefühlt, so unverstanden, und ich hatte RECHT, und er hatte unrecht!
Aber deswegen habe ich mich nicht mies gefühlt. Ich habe mich mies gefühlt, weil ich es HASSE, wenn ich mit dem Gefährten Krach habe.
Trotzdem war mein Stolz sehr stark und mein Ego außerordentlich beleidigt, und so habe ich mich ins Bett verzogen, um für den Rest des Abends kein Wort mehr mit dem Oger zu wechseln.
Ich hab mir meine Kopfhörer in die Ohren gedrückt und eins der von YouTube runtergeladenen Neil-Kramer-Interviews weiter angehört. Wie es der Zufall wollte, erklärte er da grad, wie wir mit low consciousness (‚trübem Bewusstsein‘), mit anxiety und fear (Beklemmung, Angst) das empire* füttern.
Und da lieg ich im Bett, den Bauch voll mit Unglück und Beklemmung. Erinnerte mich an meine Erfahrung mit dem Loch der Verzweiflung im Sommer. Und da hab ich beschlossen, auch wenns meinem Ego nicht passte: ich höre SOFORT auf, diesem negativen Dreck in meinem Sein fruchtbaren Boden und Nahrung zu bieten. Schluss!

Der Oger kam kurz darauf ins Bett, und ich habe ihm mitgeteilt, dass die 15 Sekunden lange vorbei sind und wir uns jetzt sofort vertragen. Kuss, aber dalli! So haben wir uns beide abgeregt. Das funktioniert seit einiger Zeit sehr gut, und jedesmal danach sind wir dankbar und froh und haben beide das Gefühl, wieder einen Schritt auf unserem Weg getan zu haben.

Gestern habe ich eine weitere Übung dazugenommen. Ich übe nicht nur, meinem Ärger (und damit dem Empire) keine Nahrung zu geben, ich schaue, was eigentlich genau meinen Ärger auslöst. Was genau wird verletzt, und warum? „Identify your top 3 triggers“ rät Neil Kramer in einem Vortrag – identifiziere deine drei wichtigsten Auslöser.

Das ist sehr lohnend, sehr spannend und sehr SEHR heilsam.

Beim Tagebuchschreiben bin ich gestern auf zwei alte Einträge gestoßen, in denen ich von Streit mit meiner Mutter erzähle. Beides über 10 Jahre her. Wieder, schneller und klarer als damals, ist mein Ärger aufgeflammt. Damals war mehr Depression über dem Ärger, Angst, schlechtes Gewissen, Schuldgefühle – achja, die altbekannten Schuldgefühle. Darunter der Ärger, den ich hier&jetzt viel deutlicher spüre als damals.

Und was löst diesen Ärger aus? Meine Ma versteht mich nicht. Ich werde ungerecht behandelt. Ich habe RECHT (wie immer ) und das wird nicht anerkannt. Ich verhalte mich angemessen und sage die Wahrheit, und das wird mir zum Vorwurf gemacht.

Da sind so viele Themen, wenn ich im Grund meines Ärger grabe – gesehen werden wollen  – das passt wunderbar zu meiner Angst, bemerkt, bewertet, beurteilt zu werden.

Ich WILL gesehen werden. Ich will erkannt sein! Ich fürchte mich so vor Abwertung, ich will unsichtbar sein!

Eine unheilsame Dualität, die ich aufzulösen habe.

Da ist noch mehr in dem Grund. Entsetzen und Angst, dass mir nicht geglaubt wird.

Kassandra.
Troja wird untergehen, weil sie mir nicht glauben. Ich werde geächtet und verachtet, und Troja geht elend und blutig unter, weil sie nicht auf mich hören, und ich habe doch RECHT!

Das kam gestern hoch, als ich im Grund meines Ärgers grub. Das lass ich jetzt hier erst mal stehen und in mir wirken.

 

 

 


* Empire: die Realität, das kollektive Ego, der Zeitgeist, der Kapitalismus, die Cabale, die Illuminaten, die Archonten, das falsche Selbst, SIE, … wie auch immer wir’s nennen wollen.

Mal was Erfreuliches

Apropos of Nothing. Über Rumgesurfe bin ich gestern irnzwie zu Scientology gekommen. Mit denen hab ich mich lange nicht mehr beschäftigt.

Als ich 16 war hatten die in München parallel zur Leopoldstraße ihr Zentrum (Gibts das noch? Können die sich die Miete noch leisten?) und missionierten auf der Straße. Das durften die damals noch, ist lange her.
Ich wurde mehrmals angequatscht von nett aussehenden jungen Typen, die mich fragten „Wieviel Schuhe haben Sie an?“
Ich bin bis heute nicht dahinter gekommen, was die Frage soll. Das ist wahrscheinlich ihr ganzer Sinn und Zweck. Jemanden verdutzt machen.

Sie boten nen Psychotest an, der mich sehr neugierig machte, aber der war erst ab 18. Als ich zum dritten oder vierten Mal auf der Straße bzgl. der von mir getragenen Schuhmenge angesprochen wurde, als uns (ich war mit einer Schulfreundin unterwegs) wieder dieser Test angeboten wurde, da wollte ichs endlich wissen. Mein Onkel hatte zu der Zeit in der Nähe einen Laden, und er gab mir die erforderliche Unterschrift als „Erziehungsberechtigter“. Wasn Aufwand ich mir gemacht habe, ich hätte auch um die Ecke gehen und die Unterschrift selber einsetzen können. Aber ich war, trotz Punk-sein-wollen, ein eher braves Mädchen.

Wir wurden ins Zentrum geführt. Ich erinnere mich nicht an Einzelheiten, ich weiß, dass mir die Inneneinrichtung nicht gefiel.
Bevor es an den Test ging, bekamen wir einen Einführungsfilm über Dianetik gezeigt, der mich sofort abstieß. Ich hatte damals absolut keine Ahnung, was das für ein Verein ist. Als ich den Film sah, wusste ich schnell, auf welchem Schiff ich da war:
Sehr amerikanisch, unseriös, pseudowissenschaftlich, manipulativ, durchgeknallt, geldgierig.

Dass ein 16jähriges Mädchen das alles gleich gesehen haben will – das ist nix Besonderes. War alles in dem Film drin. So gesehen: Super Film.

Mit dieser Info im Hintergrund, dabei aber, wie es meine Art war, lieb und nett zu jedermann und auch bisschen eingeschüchtert (wir hatten uns diesen Besuch ja ‚erschlichen‘) machte ich endlich den Test. Anfangs, subversiv!, hatte ich vorgehabt, immer das Gegenteil von dem anzukreuzen, was ich selber dachte. Das hab ich erst auch durchgehalten, aber irgendwann kamen Fragen, da konnte ich das nicht mehr. Z.B. ob ich Todesstrafe gut fände. Da konnte ich nur „NEIN“ wählen.

Dann kam es zur Auswertung. Die wurde in einem Vier-Augen-Gespräch vorgenommen von einem jungen Mann. Junge Männer waren damals der Gral für mich… Er war auch sehr freundlich und sehr verständig. Er sagte, aus meinem Test gehe eine große Zerissenheit hervor (das wird wohl gestimmt haben…) und ich fühlte mich verloren und unglücklich. (Oh, das stimmte. Ich war 16.) Ich sei in höchstem Grade selbstmordgefährdet. Er gab mir noch zwei Jahre zu leben.

ABER es gebe Rettung für mich. Dianetik-Einführungsseminar 180.- Mark (oder so). Und dann weiter, weiter durch die Seminare, wenn ich überleben wolle.

Naja, ich bin noch da, ganz ohne Dianetik.

 

Was das Erfreuliche an der Sache ist:
Ich hab über die Jahre immer mal wieder gesehen, wie Scientology krakenartig sich ausbreitet und großen Schaden anrichtet. Was für ein widerlicher, gefährlicher, gieriger, aggressiver, manipulativer, auch mörderischer Misthaufen das ist.
Gestern bin ich seit Langem mal wieder mit der Materie in Berührung gekommen, und was sehe ich: Schisma. Flucht und harsche Kritik aus den eigenen Reihen, eine alternative Scientology-Sekte, und das Mutterschiff scheint langsam pleite zu gehen.
Ich denke, in paar Jahren ist Scientology-der-Krake gegessen. Scientology als eine Glaubensrichtung und Sekte unter andern Sekten wird wahrscheinlich bestehen bleiben. Es gibt Leute, für die ist das ein spiritueller Weg. Das sei ihnen unbenommen, solange ihr Ziel nicht Geld und Macht ist. Wenn sie nicht aggressiv missionieren, nicht manipulieren und sich wirklich mit ihrer eigenen Vervollkommnung beschäftigen. Seltsame Weltbilder finden sich auch in anderen Glaubensrichtungen.

 

Scientology. X) Als gäbs nicht Wichtigeres. Aber das hat mich gestern wirklich erfreut.

 

edit
„in paar Jahren ist Scientology-der-Krake gegessen“
Uargh! Wie eklig, Vetch!

Außerdem möchte ich die Kraken-Community um Entschuldigung bitten. Kraken sind faszinierende Tiere, die es nicht verdient haben, durch Scientology-Analogien beleidigt zu werden.

Wie SIE  dich kriegen

Ich habe, wie schon andernorts mehrfach von mir behauptet, einen wirklich guten BullShit Detektor.
Darum wage ich mich furchtlos auf die abgefahrensten Züge (hehe, wasn schönes, schiefes Bild) und bereise seltsame Gegenden.
Ich vertrau auf meinen Bullshit-Detektor.
Aber ich hab auch gelernt:
Wenn ich mich tief in einem bestimmten Realitätstunnel hineinbegebe, obwohl mein BSD mich warnt, dann nehme ich ihn immer weniger deutlich wahr.
Wenn ich meinen BSD ignoriere, verliere ich mit der Zeit den Draht zu ihm.
Ich hatte mal einen denkwürdigen (und heilsamen) Absturz in Verschwörungstheorien. Der Flughafen von Denver war mein Eingangstor zur Hölle, und das ist auch wirklich ein grusliger Ort – zumindest sind das die Eindrücke, die ich übers Internet gewonnen hab. Sehr seltsames Juju.

Jedenfalls, ich hab mich da ca. zwei Wochen lang von seltsamer Site zu durchgeknallter Site geklickt. Von angeklicktem Link zu angeklicktem Link wurde mir mulmiger und ich fühlte mich immer mieser.
Das Perfide ist, dass in dem Sumpf immer wieder Lichter aufblitzen, die interessante Aspekte der Wirklichkeit erhellen, die ich vorher so noch nicht wahrgenommen hatte. Will sagen: manchmal finde ich was, das andockt. Auch gute Sachen, Techniken, Einstellungen und so.
Damit hab ich andern Mist auch ernst genommen und weiter verfolgt, weil ich dämlicherweise dachte: wenn das da Sinn ergibt, dann muss das andere auch stimmen.
Zum Schluss habe ich niemandem mehr getraut.

Wie ich das hinschreibe finde ich: Das war auch ein Gang ins Labyrinth und wieder raus.

Ich habe niemandem mehr getraut, auch nicht mir selbst.
Vor allem nicht mir selbst. Ich habe meine Warnglocken nicht mehr ernst genommen („Halt dich fern von dem Mist!“), sondern mich gefragt, ob das Einflüsse von DENEN wärn. SIE, die mich von Weg zur Wahrheit abhalten wollen. Du kannst dir ja nie wirklich sicher sein.

Meinem Doc, bei dem ich damals einmal die Woche auf der Couch lag, dem ich vertraue, hab ich als ich im Sumpf drin war auch nichts davon erzählt. Die Diskussion wollte ich mir ersparen. Er ist wahrscheinlich auch von IHNEN geprägt. Ich wollte erst mal selber wissen, wo ich stehe.

Wo ich stehe?
Ich stand allein, nicht mal mich selber hatte ich noch.
So hatten SIE mich erwischt.

Es ging mir richtig schlecht in diesen zwei Wochen. Da ist so viel Unglück und Schmerz und Angst in den Visionen der Betroffenen.
Und andere sind da, Vampire, die diese Angst schüren und damit Geld und Aufmerksamkeit saugen. Mit ihren grauenhaften Büchern und Vorträgen und DVDs etc.

Am Ende war ich bei den Visionen einer Frau angelangt, die erzählte, in der 5. Dimension kreise ein mächtiges metallenes Satelliten-Gefängnis um die Erde, eingerichtet von irnzwelchen Aliens (SIE halt), und da werden alle hier leuchtenden Seelen reingesaugt. SIE sehen das sofort; wenn hier eine Seele mächtig pulst und erwacht, dann schlurps. Für ewig. Kein Entkommen.
Wow, da musste erst mal drauf kommen. Die ultimative Hoffnungslosigkeit.

Und ich entsetzt und am Hirnen, ob was dran sein könnte. O Grauen.

Da war ich in der Mitte des Labyrinths angelangt.

Und dort, am Nullpunkt, dachte ich, weil ich nicht wirklich gerne leide:

Oke, nehmen wir an, jemand erzählt mir, da gäbe es nen Typen, der sei rot und habe Schwanz, Dreizack und Hörner, der wolle mich kriegen, und dann müsse ich ewig an einem feurigen Ort leiden.
Wer mir das erzählt, den lach ich aus.
Und wenn eine mir erzählt, irnzwelche Aliens wollten mich per kosmischen Staubsauger in der 5. Dimension für immer in einen Metallkasten sperren, das halt ich für möglich?

Da hörte ich meine innere Hohepriesterin schallend lachen.
Sie kam an und sagte:
Faszinierende Fragen, dochdoch. Und jetzt Schluss mit Unfug und Humbug. Hast du nichts zu tun?

Und so kam ich wieder auf den Weg aus dem Labyrinth raus.

Diese Geschichte ist mir natürlich nicht zufällig eingefallen. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit sehr mit meiner Einstellung zu Gottheiten, meiner eigenen Pooja (Anbetung) Praxis und was ich von all dem halten soll. Klüger geworden achte ich dabei sehr auf meinen BSD.

Und ich komme immer mehr ins Reine mit all dem.

Mein BSD springt z.B. an, wenn Leute irgendwelche Götter-Fanfiction zu UPG erklären. (UPG = Unverifizierte Persönliche Gnosis)
Meine persönlichen UPG-Erlebnisse kann ich nur schwer in Worte fassen, und ich seh vor allem auch keinen Anlass dazu.
Ich will nicht von mir auf andere schließen. Es gibt Erkenntnisse, die gehören geteilt, für diejenigen, die damit was anfangen können.
Aber der Drang, von jedem mit Poseidon geteilten Cappuccino im Internet zu erzählen (ein harmloses Beispiel), der lässt meinen BSD anspringen.

„Demut“, btw, ist ein Wort, das bei mir den letzten Tagen aufgekommen ist. Ein Konzept, über das ich nachdenke. Ich hab das Gefühl, es hat seine Zeit und seinen Zweck.
Ja klar, das ist ausgelöst von Sólveigs Beitrag gestern. Seit gestern bis eben hatt ich hier kein Internt und habe viel nachgedacht und geschrieben. Der Text oben ist ein Ergebnis davon. Und wie ich sehe, sind Sólveig und ich zu sehr ähnlichen Schlüssen gekommen.

Und damit das klar ist: Ich vergleiche die Polytheistische Szene nicht mit dem Verschwörungstheorien-Sumpf.

Worum es mir geht: Ich wollte zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unseren eigenen BSD bemerken und ihm vertrauen.

 

Ergänzung am 16. 6. 2016:
Hier der Link zu einem m. E. sehr faszinierenden Interview, das ziemlich lang ist, von zwei Typen, mit jeweils echt fettem englischen Dialekt.
Also, ich habs verstanden, dann können andere das auch. Braucht vielleicht bisschen, um sich reinzuhören. In dem Interview kommen beide Themen vor, die oben angesprochen werden: Die Gruppendynamik in spirituellen Zusammenhängen – der Interviewer, Opaque Lens, hat grad richtig Stress in einer Esoschwebbs-Community, in die er gezogen ist. Also, eine richtige Stadt. Das ist noch mal ne Nummer ekliger als ne Internet-Community, denk ich.
Und der Interviewte, Neil Kramer, hat außerdem eine dezidierte Meinung zu IHNEN: Es gibt sie, seit tausenden von Jahren. So fucking what? Mach dein Ding, sei frei, entwickle dich, wachse, und erlebe, wie dein Leben immer reicher wird an Magie und Synchronizitäten.
Aye!

Neil Kramer on Shamanic Freedom Radio

 

 

Schuld

Das Konzept „Schuld“ ist meines Erachtens total daneben.
(-> nicht in der Mitte zu finden)

Was ist schlimmer? Schuld meist im Außen zu finden, bei den Anderen, den Umständen, der schlechten Welt? Oder die Schuld bei sich selber zu sehen?

Leute, die alle Schuld im Außen finden, handeln sich einfach mehr Ärger mit ihrer Umgebung ein, als die, die Schuld immer nur sich selber geben. Letzteres ist eine wichtige Säule unserer Zivilisation und wird gern gesehen.

Wer meint, an allem selber schuld zu sein, kommt denen, die ohne jedes Unrechtsbewusstsein gierig raffen, was sie kriegen können, in der wirklichen Welt nicht in die Quere.

Oh, und dann diejenigen, die wissen, wer schuld ist. Die Ausländer, die Illuminaten, die Radfahrer. Und natürlich ‚die da oben‘.

Wie Volker Pispers gesagt hat: „Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“

Und wenn irgendwer anders Schuld ist, dann muss man auch keine Verantwortung übernehmen und kann weiter meckern. Oder gewalttätig werden und es den Schweinen mal so richtig zeigen, weil sie’s verdient haben. Sich also mit andern Ausgebeuteten rumstreiten.

Auch das wird sehr gerne gesehen und geschürt, denn auch so kommen wir den Ausbeutern nicht in die Quere.

Und dass das klar ist: Die Ausbeuter sind auch nicht ’schuld‘.
Wenn mir der Kapitalismus stinkt (oh, und das tut er!), dann gibts nur eine Lösung für mich:
Anders konsumieren. Aussteigen. Und das geht einfacher und umfassender als diejenigen auch nur ahnen, die darauf warten, dass erst mal die Umstände sich ändern, bevor wir selber was ändern können/müssen/dürfen.

Hier&Jetzt!