Indien

Streetsmarties

If you’ll pardon the pun… argh

 
Seit Wochen fahren wir jeden Tag in die neue Wohnung und bringen Zeugs hin. Es wird dort immer voller, und hier wirds eigentlich nicht wirklich leerer. X)
Weil der Schnusel und Gefährte tagsüber arbeitet, machen wir das immer abends. Unsere neuen Nachbarn haben sich schon gefragt, ob wir Vampire seien.
Heute bin ich mal tagsüber hin, um Fotos für’s Übergabeprotokoll zu machen. Bin mit der Bahn gefahren und gelaufen, unterwegs brach die Sonne durch, das tat sehr gut.
 
Ludwigshafen erinnert mich bisschen an Indien. An Bangalore. Nur nicht so warm und die Straßen nicht so voll.
 
 
Sind doch fast nicht auseinander zu halten, die Gegenden.
 
 
 
Jetzt am WE wird unsere Küche umgezogen und dann sind wir bald richtig drüben. ENDLICH.
 
 
 
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P.S.

Was ich alles aufm Rechner für wundervolles Zeugs finde! Und auf YouTube isses auch noch, wenn auch nicht mehr zum Runterladen. Na, da bin ich aber froh, dass ich das damals schon gemacht hab.

Das Lied ist übrigens auch im Original ganz GANZ wundervoll! → Aaj Mausam Bada Beimaan Hai gesungen von Mohammed Rafi

Warum bin ich eigentlich noch nicht im Bett?!?!?

das Fangirl in mir erwacht

…wahrscheinlich, weils keinen Bock hat, Kisten zu packen.

Ich miste aus, das bedeutet zur Zeit: CDs scannen. Dadurch habe ich plötzlich CDs in der Hand, die ich jahrelang nicht mehr angefasst hatte. Ich gucke in Ordner aufm Rechner, die ich jahrelang nicht mehr geöffnet hatte. Und ich höre in Songs rein, die ich jahrelang nicht mehr…

… und so gibt eins das andre, und dann finde ich mich plötzlich bei Youtube wieder und gucke ein gar grässliches Video, das auch jetzt noch die gleiche Wirkung auf mich hat, wie damals, als es frisch rausgekommen war. Es weckt Bedürfnisse, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.

Z.B. das Bedürfnis, es hier im Blog zu posten. Damit bisschen Farbe und warmer Wind hier reinkommt. Qualität ist nicht so toll, und gut genug. Ahhhh!

Ich find ja, Kareena Kapoor sieht bisschen aus wie Paris Hilton, nur besser. Eya. Hab ich nix zu tun?!?

FensterBilder

Auf meinem Computer gibt es einen Ordner namens FensterBilder. Darin enthalten sind 1.894 Objekte der Gesamtgröße 5,6 GB.

Die meisten Objekte sind Fotos aus den 3½  Wochen Südindien 2012/13, und dann noch dies und das, ich tu immer mal wieder was rein. Das ist der Ordner, auf den mein Bildschirmschoner zugreift, wenn er mir den Bildschirm mit Bildern füllt.

Vieles ist blah, manches ist so vertraut, dass ichs nicht mehr wahrnehme, und manchmal kommt da ein Bild, das ich vergessen hatte, das mich berührt.

Und wenn ichs dann noch mal angucken möchte, muss ich in diesen Ordner tauchen und es unter vielen hunderten von Fotos rausfischen, die größtenteils so hilfreiche, bezeichnende Namen haben wie CIMG6609.JPG.

Eben war da diese Ziege unter dem Schild, das will ich jetzt hier haben! Bis später, ich geh Tauchen.

Ach, das ging schnell 🙂

Auf dem Foto daneben wandert sie weiter.

Ich find das einerseits hammerkrass, dass ich das Foto gemacht hab. Ich war wirklich dort.
Andererseits: Natürlich war ich dort. Wo sonst? Hammerkrass war dann Zurücksein im kalten, verschneiten München.

Ich denke, ich werd jetzt öfters mal in den Ordner tauchen, wenn mich so ein Foto erwischt. FensterBilder.

KALI

Ich möcht was erzählen von der Indischen Stadt am Ganges,
die ich im Fernsehen gesehen habe,
wie einen Traum.

Eine Stadt der Toten,
für die Gestorbenen, die niemals wiederkehren.
Dort verlassen sie das Rad der Wiedergeburt.
Ich glaube, es ist Varanasi ~ Benares.

Als ich die Stadt sah,
auf dem Bildschirm
ich auf dem Sofa vom meim Ex
allein in seiner Wohnung
in Passau
Als ich die Stadt sah
gings mir durch den ganzen Leib bis ins Knochenmark.
 

Diese Stadt am heiligen Fluss,
Necropolis
vollgestopfter, zugebauter Großstadtdschungel
unsagbar alt
weißgrau und schwarzgrau
wie aus Stein und Asche
und die Feuer, die Feuer am Ufer,
und wer gestorben ist und dort verbrennt
wird nicht wiedergeboren.

Und gegenüber am anderen Ufer
das karstige Land
dorthin geht niemand.

 

Und der blondschnäuzerte deutsche Filmmacher da durch wie Sigfried,
völlig naiv —

Der deutsche Filmemacher musste natürlich auf die andere Seite, die der Kali gehört, ins Totenreich,
wo niemand hin fährt.
Klar, da musste er unbedingt hin, dieser junge Mann, frei von Aberglaube.
Brauchte ne Zeit, niemand wollte ihm helfen.
Schließlich fand er doch tatsächlich einen, der bereit war, ihn überzusetzen.

Über den Ganges.

Hin zum karstigen Land.

Der Fährmann war ein Knabe, vielleicht fünfzehn, sechzehn. Völlig entrückt. Drogen? Visionen? Weiß nicht.
Der junge semmelblonde schnäuzerte Filmemacher hielt jedenfalls die Kamera drauf, beim Übersetzen.
Voll ins Gesicht des rudernden Knaben.
Und der war nicht da. Er ruderte, aber er war woanders.

Dann lief das Boot auf den Sand, am anderen Ufer
wohin niemand geht
das Totenreich
Land der Kali
Und da war bloß öder Sand und Steine und gar nichts los
gar nichts Tolles, keine gähnende Höhle, keine Monster
voll öde

bloß
diese drei kleinen Köter da
drei kleine wilde kläffende Köter
die kläfften und kläfften völlig irre waren die
ganz außer sich
griffen nicht an, regten sich auch nicht ab
kleine Köter, ganz ungefährlich
gar nicht lustig  gar nicht niedlich
der Semmelblonde hatte gar keine Angst
paar Schritte, graue Steine, Sand
kläffkläffkläfffgrrrKLÄFF
wie irre, wie verrückt
kläffKLÄFFgrrrrKLÄFFKLÄFFF

und der Semmelblonde machte keine weiteren Schritte ins karstige Land
wo nichts wuchs
bloß diese drei Hunde
sondern zuckte die Achseln
sagte sowas wie „sehr enttäuschend, hier ist gar nichts“
und trat schleunigst den Rückzug an
beunruhigt
bisschen nervös
denn da war ja gar nichts (kläffkläffgrrrrrkläffKLÄFF)

und so fuhr er
mit dem entrückten dunklen Knaben
wieder weg von dem Ort
wohin kein Lebender fährt

zurück auf unsere Seite

Am diesseitigen Ufer betete ein
Typ
Der hatte orangenes Tuch um die Lenden, lange Fingernägel und wirre Haare
Er wirkte eigentlich recht fit
er betete zu Kali: er rockte vor und zurück und schrie und wimmerte wie ein Baby
Er hatte den Dreizack der Göttin vor sich gesteckt,
Kalis dreizackige Gabel,
mit leuchtendem Orange geschmückt

Und ich glaube, er versuchte den Tod zu fassen. In seinem kleinen Körper.
Und sollte sich doch lieber mal die Haare aus dem Gesicht tun, damit er was sieht.

Vielleicht hatte er alles gesehn und wusste nicht mehr, wo hin.

Und der Filmmacher die Kamera drauf, und sagt, er weiß auch nicht, was der hat-
dieses Gebaren, diese Extase, ganz seltsam und fremd
exotisch halt, mystisch, ‚das verstehn wir nicht‘

Und ich guck mir den so an, da heulend und betend in Krämpfen am Strand gegenüber dem Reich der Toten,
in der Stadt wo du verbrannt und nicht wiedergeboren wirst
und ich guck mit den so an, junger dürrer Mann mit Bart und langen Fingernägeln
und ich sach dem so
allein, vom Sofa aus, in Passau, in Gedanken
sach ich dem:

Hey, Typ, Tod ist noch nicht dran.
Kümmer du dich um die Lebenden, du bist jung und gesund.
Schneid dir die Haare und die Fingernägel, du hast zu tun
gibt viel Arbeit, die Lebenden leiden Not
um das mit dem Tod und dem Ende der Wiedergeburten kümmer dich, wenn es so weit ist.
Dann wirds dich auch nicht beuteln.
Hier und Jetzt hast du anderes zu tun. Tu Gutes, pflege das Leben.

Wie ich das so denke, plöppt der Typ auf dem Bildschirm aus der Extase,
hört auf mit Schaukeln und Schreien,
guckt sich um, steht auf,
zieht seinen Dreizack aus dem Sand und geht

Das Universum ist Größer als wir, und es gibt Gegenden, wo sich die Dimensionen verbiegen. Das kannst du nicht fassen.
Und du musst auch nicht überall hin. Reläx, Mann!
Diese Stadt

Dort am Ufer macht mir Angst.
Ich konnte sie wirklich nicht fassen
Oder sie war mir zu vertraut, was weiß ich.
so vertraut, Nekropolis, die Stadt vor dem endgültigem Tod.
Den wir alle so fürchten.

Die grausame Kali.

Hier diese Stadt
Die ist doch von Menschen gemacht

Und dazwischen der Fluss, das tröstete mich.

Dazwischen der Fluss.

Das Universum ist Größer als wir, und es gibt Gegenden, wo sich die Dimensionen verbiegen. Das kannst du nicht fassen
Hier und Jetzt.
Und du musst Hier und Jetzt
auch nicht überall hin.

 

 

 

Weihnachtspostkarten

Es ist ein lauwarmer Herbsttag mit Wind, Wolken, drei Regentropfen und ab und zu Sonne.

Vorm Wasserturm lagen Tannenbäume, dazu der Geruch von Harz, der Krach von Motorsägen. Die Indizien häufen sich. Es geht auf Weihnachten zu.

Ich brauch Weihnachtspostkarten!

Sofort habe ich Fotos durchgeguckt und bin auch gleich auf wunderbare, stimmungsvolle Motive gestoßen.
Also, Motive, die perfekt zu meiner derzeitigen Stimmung passen. Ich war ja 2012/13 über Weihnachten und Neujahr in Südindien, und da wird natürlich auch Weihnachten gefeiert und dementsprechend dekoriert.
Ich hab die Fotos zusätzlich noch liebevoll mit Schrift dekoriert. Sorgfältigst, hat ungefähr ne halbe Minute gedauert. Wie zu sehen ist.

 

Also, X-mas kann kommen. Ich bin auf alles gefasst.

 
edit
Die Postkarten, die ich wirklich hab machen lassen, finden sich hier. Ein Motiv von oben, aber mit viel stimmungsvollerer Inschrift, ein Weihnachtsstern und eine kleine Schar begeisterter Weihnachtsmänner.

Türen und Tore

Grad über den Dosenkunst-Blog einen andern Blog entdeckt, da werden zu Buchstaben Fotos gesammelt. Hier: Magic Letters: T | episoden.film
Ist schon bei T angelangt, das Thema: Türen und Tore.

Da MUSS ich mitmachen! grins

Bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass es ein Schlüsselloch gibt. Also ein Tor. In Indien, obviously. Oooty.

Grüne Tür. Auch in Ooty.

Das Haus der 131 Biere. Leipzig.

Geheimnsvolle Tür in einer Unterführung in Mannheim. Und guck mich an, wenn ich mit dir rede! 🙂

Riesen-Einfahrtstor mit kleineren extra-Türchen. München. Da ist tatsächlich auch nicht alles geleckt und gepflegt.

Tür in Südfrankreich. Sanary-sur-Mer.

Das reicht.
Was ne schöne Idee, mit Fotos durchs durchs Alphabet. :)