Jackie Chan

Kampfkunst

Graffito in Köln. Bam!
(s.u. das Video)


Ich hab ja Kampfkunst erfunden. Japanisch, chinesisch, koreanisch, alles von mir. In früheren Leben. Dochdoch.


Ich glaub, so richtig gepackt hats mich, als ich als Teenie im Kino Kentucky Fried Movie ansah, dadrin ist die Episode „Für einen Handvoll Yen“. Eine Parodie des Bruce Lee Klassikers Enter the Dragon*, aber das wusste ich damals nicht.
Als ich das Getrete und Gespringe sah, wusste ich: das will ich auch können! Dem Abspann entnahm ich, dass es sich um Taekwon do handelte. Also erzählte ich allen und jedem, dass ich jetzt Taekwon do machen würd, weil das so toll für Körper, Geist und den ganzen Rest ist.
Außerdem sieht’s rabencool aus.

Eine von denen, die ich damit volllaberte, war Lady of the Dan, die damals noch nicht Lady of the Dan war. Sie und ich fingen beide ungefähr gleichzeitig mit dem Training an, in zwei verschiedenen Städten und Schulen.
Sie gibt seit langem selber Taekwon do Unterricht. Ich dagegen hab meinen alten grünen Gürtel mit den blauen Streifen schon vor mehr als 20 Jahren ausgemistet, ebenso das BRETT, das ich weiland im Bruchtest mit – Moment, ich muss in der Wikipedia nachschaun – yeopchagi durchtrat.
Es war ein sehr trockenes Brett, aber immerhin.

Danach hab ich auch mal kurz Karate-Unterricht besucht und natürlich viele, viele, viele Filme gesehen. Die Suche nach einem guten Ninja-Film war dabei besonders schmerzhaft.
Ich habe tatsächlich fast alle Filme mit Jackie Chan geguckt. Das will was heißen! Und einen, in dem fast Jackie Chan vorkommt: Ninja in the Dragon’s Den. Der einzige Ninja-Film, den ich empfehlen kann, mit einem jungen, strahlend schönen Hiroyuki Sanada (Menschen mit Geschmack vielleicht aus Twilight Samurai bekannt).
Ich bin also Kampfkunstexpertin.

Kung fu hab ich natürlich auch mal gemacht. Davor hatte ich mit Tai Chi angefangen. Das war in München.
Tai Chi war mir irnzwie nicht cool genug, also musste ich unbedingt auch Kung fu versuchen. Ich hab mich angemeldet und eine Stunde lang mitgemacht. Dabei hab ich mir die Achillessehne rechts angerissen und war ein halbes Jahr invalid. Das war das vorläufige Ende meiner aktiven Kampfkunstausübung.

Das kann nicht so bleiben! Denn nun bin ich in Mannheim angekommen. Angeboten wird hier reichlich.

Ich habe eben vor Zeugen (Oger und Katzen) verkündet, dass ich nächste Woche bei dieser Tai Chi Schule anrufe (nicht die auf dem Foto oben) und Probestunden buche.
Und was man sich vornimmt, muss man machen.

 

edit:
Kommentar von LotD dazu:

Die Bruce-Lee-Verarsche ist wundervoll! Der Typ hatte ja echt einen an der Klatsche, wenn man dem so ohne O-Ton zuschaut, was für eine fiese Aggression – entspannt war der nicht besonders, auch wenn er so tut. Und dann hatter ja später wirklich den falschen Weg eingeschlagen und statt Buddhabauchpflege das bekloppte Steroidideal des Westens gewählt und sich gegen die Wand gefahren – trotzdem schad, dass es ihn so früh zerrissen hat.

Ich bin froh, dass sie diesen wunderbaren kleinen Kultfilm auch geguckt hat. Er kommt so krass prollig daher (natürlich!) und ich lach jedesmal Tränen. Jedesmal.
„Ja, dat war genau wie damals – alsich deine Freunde feddisch gemacht hab.“ Zu schön!

 



* Ich hab Enter the Dragon seitdem natürlich gesehen und kann sagen: ers genauso lustig, bloß absurder. Vor allem mit der deutschen Synchro, die Macher hatten Spässken.

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