Kessel

Kessel – ein Beitrag mit vielen Zutaten, vielen Links und viel Englisch – doch ist es Kunst?

Heute habe ich seit langer langer Zeit eine Rune gezogen, um zu gucken, ob ich mich doch mal wieder mehr mit Runen beschäftigen möchte. Es kam Perthro — der umgekippte Kessel der Frigg. Vom Thema her, so wie’s sich mir auf der Site vom Duke darstellt, haben Frigg und die Akasha-Chroniken was miteinander zu tun.

Ja, ich bins. Vetch, die alles, was ihr in den Kram und Kessel und ins Gewebe passt, ungehemmt zusammenklaubt, verknüpft und verwebt.
Sowas wird von vielen spirituell aufrecht Wirkenden zutiefst verabscheut und verachtet. Das macht nix. Es ist nun mal mein Job – das Sammeln und Zusammenrühren. Und manchmal fällt der Kessel um, und dann kommen Beiträge wie dieser zustande.

Heute hab ich mich total in modernem Mayakram verheddert. Da gibts es eine Seite, nennt sich Foundation for the Law of Time, da schwingt es, wenn ich das in dem Wust an Systemen und Links und Downloads und Zeugs korrekt rausgefiltert habe, in Harmonie mit den Überlegungen zu Organischer Zeit, die ich neulich z.B. hier gepostet hab.

Ich will da jetzt nicht weiter einsteigen, in diese Mayakalendersache, wollte nur zur Info und zu eurer Erbauung weitergeben, dass morgen der Tag zwischen den Jahren ist. Oder meinetwegen ein Tag zwischen den Jahren. Es gibt ja reichlich verschiedene Kalender.
Außerdem ist morgen Water Appreciation Day, Wasser-Wertschätzungs-Tag. Eine gute Gelegenheit, nicht nur beim Trinken, Waschen, am oder im Meer, See oder Fluss sein, beim Bootfahren, beim Über-Brücken-Gehen etc. „Danke!“ zu sagen, sondern z.B. auch beim Klospülen. Ja, wirklich. Und das können wir gerne jeden Tag tun. Sowas wirkt auf jeden Fall, ob wir dran glauben oder nicht – ganz sicher auf uns selbst.

Hat ja schon weiland Masaru Emoto viel zu gesagt. Jaja, der ist umstritten. Homöopathie auch. Ich hab gestern mal wieder ne gute Erfahrung mit Bachblüten gemacht. Vielleicht lags daran, dass ich daran glaube und die Katze das gespürt hat – ich hab keine Ahnung. Solange es funktioniert, bin ich froh, und was meiner Inneren Wahrheit entspricht, braucht keine weitere Begründung.

Da ich grad wg. Emoto im Netz gucke, finde ich das:

Wikipedia:
Masaru Emoto selbst bezeichnete die Fotografien [von Wasserkristallen] als eine neue Art der Kunst, die weder als Naturwissenschaft, noch als Religion gelten solle (“Therefore, the photograph of crystals is neither science nor religion. I hope it is enjoyed as a new type of art.”).

Kunst. Das gefällt mir, denn es passt nahtlos zu dem, was mich heute bewogen hat, diese vollgestopfte Foundation for the Law of Time Site zu besuchen. Ein Zitat von einem Herrn Dr. José Argüelles, auch bekannt als Valum Votan, das ich wiederum hier (ganz unten) fand (krude Übersetzung folgt danach):

Dr. Jose Arguelles (bio), founder of the Planet Art Network and the Foundation for the Law of Time, identified two time frequencies:

12:60 the “mechanized time”, where “Time is Money”, and
13:20 the “natural time”, where “Time is Art”.

While the 12:60 frequency is based on an artificial time, the irregular and illogical 12-month Gregorian Calendar combined with the 60-minute mechanical hour, the 13:20 frequency states that a calendar based on natural cycles becomes an instrument of synchronization.

“Just as air is the atmosphere of the body, So time is the atmosphere of the mind; If the time in which we live consists of uneven months and days regulated by mechanized minutes and hours, that is what becomes of our mind: a mechanized irregularity. Since everything follows from mind, it is no wonder that the atmosphere in which we live daily becomes more polluted, and the greatest complaint is: ‘I just don’t have enough time!’ ” ~ Arguelles

Die krude Übersetzung (k.Ü.):
Dr. José Argüelles, Begründer des Planetarischen Kunst Netzwerkes und der Stiftung für das Gesetz der Zeit identifizierte zwei Zeitschwingungen:

12:60 die „mechanisierte Zeit“, in der „Zeit ist Geld“ gilt, und
13:30 die „natürliche Zeit“, in der „Zeit ist Kunst“ gilt.

[Nee, ich weiß nicht, was 12:60 und 13:20 genau sein soll. Dann folgt Babelbubel über Kalender, dann das Zitat:]
„So wie Luft die Atmosphäre des Körper ist, so ist Zeit die Atmosphäre des Geistes/Gemüts/der Psyche [mind ist ein wunderbares, leider unübersetzbares Wort]; wenn die Zeit, in der wir leben, aus unregelmäßigen Monaten besteht, aus Tagen, die von mechanisierten Minuten und Stunden reglementiert werden, dann wird genau das aus unserem mind : Eine mechanisierte Unregelmäßigkeit. Da alles aus dem mind folgt [vgl. Emotionen werden durch Gedanken hervorgerufen], ist es kein Wunder, dass die Atmosphäre, in der wir täglich leben, immer verseuchter wird, und die häufigste Beschwerde ist: „Ich habe einfach nicht genug Zeit!“

Das Zitat find ich klug. Was mich heute allerdings am meisten begeistert hat: Zeit ist Kunst. Emoto macht Kunst. Und just vor einigen Tagen bekam ich ein Newsletter von der E.T. 101-Seite – über das Buch habe ich noch nichts geschrieben! Unglaublich. Hier, mittendrin ein Zitat, das ich grad parat habe, ohne Zusammenhang zu dem, worauf ich grad rauswill.

Andere finden Gurus überholt und folgen statt dessen nichtverkörperten Wesenheiten, die per Channeling auf dem Planeten erschienen sind. Auch hier empfehlen wir Unterscheidungsvermögen. Viele unserer Kräfte haben durch die Anwendung des Channeling Zugang zu dieser Ebene gewonnen. Wir sind allerdings nicht die einzigen, die sich auf diese Weise Zugang verschafft haben. Es gibt viele nichtverkörperte Energien, die sich als das Licht tarnen und mit ihrem verwirrenden Spielgeld zum allgemeinen Durcheinander beitragen. Die Tatsache, daß jemand keinen Körper hat, kann nicht automatisch als Garantiebeleg dafür gelten, dass er zu den Streitkräften des Lichts gehört. Zur Zeit geistern Unmengen von Entitäten umher – gechannelt oder sonstwie -, die selbst keinen Körper haben und einzig daran interessiert sind, Ihren Körper zu benutzen und bei Gelegenheit zu missbrauchen. Ein wichtiger Schlüssel im Umgang mit diesen Energien ist, ihnen als Meister und nicht als Schüler entgegenzutreten. Wenn Sie in der Wahrheit dieser Identität stehen, werden Sie kaum auf eine Lüge hereinfallen.
E.T. 101 – Die Kosmische Bedienungsanleitung zur planetaren Evolution (vereinfachte Notausgabe Erde)

Und nun zurück zu Zeit ist Kunst. Auf der Website zu E.T. 101 fand ich das:

Years ago, in conversation with an ET working on a similar mission to this planet, but not exactly the same one I work with, said the following to me: “Our alliance, whose staff numbers more than the entire population of this planet, only approaches civilizations that are on the verge of birthing into consciousness, as this planet is doing now.” He went on to very matter-of-factly state that although their resources in technological skills and knowledge are vast, they always make first contact with their artists; not their physicists, engineers, organic scientists or mechanics.
Other Voices of the Mission | ET 101

k.Ü.: „Vor Jahren, in einem Gespräch mit einem Außerirdischen, der auf einer ähnlichen Mission [wie die Betreiberin der Seite] auf diesem Planeten wirkt (…), sagte er zu mir: ‚Unsere Allianz, deren MitarbeiterInnen weit zahlreicher sind, als die gesamte Bevölkerung dieses Planeten, tritt nur an Zivilisationen heran, die auf der Schwelle zur Geburt in die Bewusstheit sind, so wie dieser Planet jetzt. [„Dieser Planet“ ist die schöne Erde — falls jemand die Orientierung verloren haben sollte].
Er fuhr fort, sehr sachlich-nüchtern zu erklären, dass die Ressourcen [der Allianz] an technischem Wissen und Fähigkeiten zwar immens seien, sie jedoch immer zuerst die Künstlerinnen und Künstler kontaktieren würden; nicht die PhysikerInnen, IngeneurInnen, organische WissenschaftlerInnen [die Ärzteschaft?] oder MechanikerInnen.“

So. Der Kessel war umgekippt und ist ausgelaufen. Ich bin zufrieden und schicke diesen Beitrag jetzt ab. Klar, ich könnte (sollte…) noch meine eigene Meinung und Haltung zu Außerirdischen, Erwachen ins Bewusstsein, Neo-Maya-Esoterik, Wasserbesprechen und anderen Dingen erläutern, mich von einigem (allem?) hier distanzieren und viel Gelächter über alles streuen. Ja, Gelächter ist gut! Allerdings lasse ich offen , ob ich über die kosmische Allianz lache oder mit ihr. =) Und Meinungen gewöhne ich mir grad ab. Und was meine Haltung angeht – die ist ein bisschen zusammengesackt, denn ich will jetzt dringend ins Bett. Allen, die tapfer bis hierher durchgehalten haben, wünsche ich morgen einen Wunder-vollen Tag zwischen den Jahren (dankt dem Wasser 💙) und übermorgen einen inspirierenden Jahresbeginn. Es wird das Gelbe Kristall Saatenjahr – Yellow Crystal Seed. Klingt doch gut.
Und denkt immer dran: Der Jüngste Tag ist heute.

Alle Hervorhebungen und [Anmerkungen in eckigen Klammern] sind von mir.

 

 

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Lichtmess

 

Traditionell nach dem Kirchenkalender ist morgen Lichtmess. Die letzte Woche war sonnig und hell, und ich habe schon seit längerem das Gefühl, Lichtmess-Tide ist da.
Heute dagegen ist es ganz besonders düster, eklig und trübe.

Wann ist denn nun der ‚richtige‘ Termin?

Als wenn es einen ‚richtigen‘ Termin gäbe. Ich fahr dieses Jahr mal nicht nur nach Gefühl, sondern, da mein Gefährte auch mitmacht, habe ich einen Tag definiert, an dem wir feiern. Das wird nächste Woche sein, am Dienstag, 9. Februar, und zwar sehr früh morgens. Ich hoffe, dass mein Schnusel da mitmacht! (Dass es so früh sein soll, das weiß er noch gar nicht…)

Warum zu dem Termin?

Zu Lichtmess gehört nach meinem Gefühl der junge, zunehmende Mond im Wassermann und als Tageszeit der Morgen. Am Montag, dem 8. Februar ist Neumond im Wassermann, und am Dienstag, den 9. Februar gegen halb 10h wandert der Mond in die Fische. Also sollte das Ritual Dienstagmorgen vor halb 10 über die Bühne gegangen sein.
Dies Jahr, das ist der Plan, will ichs strukturiert und ‚korrekt‘ machen. Nicht, weil ich wirklich glaube, ‚korrekt‘ wäre wichtig (oder überhaupt möglich), sondern weil ichs mir so vorgenommen hab und erleben möchte, wie sich das anfühlt.

Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich habe die letzte Wintersonnenwende-Tide, die dunkelste Zeit im Jahresrad, die Winterzeit nicht erlebt. Gut, es wird auch jetzt noch früh dunkel und spät hell (obwohl schon eine Veränderung zu erkennen ist), aber Winter – ne. Ich hatte keinen Winter.

Und so ist auch das Thema für mich dies Jahr, da ich die 8 Feste des Jahresrads feiern will: Wie weit empfinde ich das überhaupt noch als stimmig? Die Jahreszeiten verschwimmen. Was ensteht wirklich aus der Resonanz meiner Wahrnehmung mit der Wirklichkeit?
Was ist nur leeres Reagieren in zivilisatorischer Trance, ausgelöst durch Warenangebot und Deko in den Geschäften?
Oder, auch wenn ich mich vom Konsumterror so frei mache, wie es mir möglich ist: Was ist nur mechanisches Abfeiern nach Rezepten aus Sprit-Maggie-Büchern und -Seminaren?

Das im Herzen habe ich darüber nachgedacht, was wir überhaupt machen wollen.

Ein Kesselritual vielleicht, so wie ichs in der HAGIA gelernt habe, runtergebrochen auf Vetchformat.. Einen großen Topf mit Yogitee oder so, und da Wünsche rein, und Brigid um Inspiration bitten fürs kommende Jahr und so-

Neee, irnzwie … nee. Das fühlt sich für mich lahm an, leer und einfallslos.

Also Kerzensegnen, wie immer halt. Das ist ne schöne Sache. Einen Kessel (also einen großen Topf), Wasser und vielleicht noch irnzwas rein, um Segen bitten, Brigid einladen, viele Kerzen benetzen, die geben dann Licht und Inspiration und Segen fürs ganze Jahr-

Neeee!

Immer diese Wunsch- und Vorratsrituale! Das ist typisch für mich, ich will immer alles aufheben für später.

Und grad zu Lichtmess, zu diesem flirrenden, chaotischen Inspirationsfest werd ich das diesmal nicht so machen.

Wir werden Musik machen. Schnusel, mein Gefährte, kann Saz spielen, oder Bass. Ich kann singen und klampfen, oder ich nehm die Trommel. Es muss nicht lang sein, wir werden wahrscheinlich vorher nicht üben (aus Zeitmangel), und wir werden das durchziehen zu Ehren der Göttin Brigid und zu unserem Vergnügen. Vorher werd ich räuchern, ich werd den Zirkel schließen (sehr unaufwändig) und nachher wieder lösen, und das ist genug.

Etwas MACHEN; nichts herstellen.

Und nen Kessel (großer Topf) werd ich doch auch dazu stellen, das passt gut, weil ich endlich mal wieder ordentlichen YogiTee gekauft habe, den losen, der aufgekocht wird und dann richtig gut schmeckt. Und ne Kerze werd ich auch segnen, nach dem Musikmachen. Nur eine! Eine Kleine.

Und in gewisser Weise ist das trotzdem etwas, das ins Jahr wirken kann, denn Schnusel und ich wollen seit wir uns kennen zusammen Musik machen, und wie’s so ist mit zwei schwer in die Gänge kommenden Steinböcken: Wir kennen uns jetzt seit fast 3 Jahren und wir haben genau einmal was zusammen gemacht.

Jetzt muss ich nur noch den Schnusel zum In-Den-Ferien-Früh-Aufstehen-Und-Ritual-Machen motivieren!

 

Der Kessel, die Labyrinth-Tarot-Legung und was mir sonst noch einfällt…

Oje – seit Tagen schreib ich schon annem Beitrag rum. Themen sind Tarot, die Jahreszeitenfeste, Gottheiten und andere Sachen, die ich in den Kessel geworfen habe und die jetzt hochkochen.
Den Kessel hab ich seit diesem Post angelegt, vor mehr als zwei Monaten. Eine Geschichte zum Labyrinth von gestern ist die erste abgefüllte Essenz aus diesem Kessel. Eigentlich war ja der Plan — „Der Plan ist, dass ich zum Vollmond einen wunderbar wirksamen Zaubertrank habe. Oder so. X)“
Oder so. Ich mach keine Prognosen zu Timing mehr, es kommt ja doch fast immer eh ganz anders.
 

Was sich gefügt hat:
Seit ner Woche oder länger beschäftige ich mich damit, ein Tarot-Legungsmuster zum Labyrinth zu finden.
Dann veröffentlichte Sólveig einen Artikel — Divination und Kommunikation mit Göttern | Tales of an Urban Priestess — der wiederum auf einen Artikel von Myriad verweist — Divination als Kommunikation zwischen Göttern und Menschen | Weaving the Net.

Beide Artikel finde ich informativ und inspirierend. (Inkl. der Kommentare untendrunter. Ich kann wirklich nur empfehlen, bei interessanten Artikeln immer auch nach den Kommentaren zu gucken.) Außerdem hab ich über dieses fröhliche Vernetzen ne alte Freundin gefunden null wink zu Sati.

Viel Input. Und wenn ich den in einem Beitrag zu verarbeiten versuche, geht bei mir oft ein automatisches Schreiben los, indem ich versuche zu erklären, wie ich zu Gottheiten und Magie stehe und wie ich damit wirke.
Ich mag das nicht erklären, solange ich es nicht besser kann als mit dem wortreichen Rumgeeiere, das zur Zeit dabei rauskommt. Vielleicht kann ich es mal; jetzt nicht. Hier&Jetzt: zur Sache!

Ich habe also an einer Tarotlegung zum Labyrinth rumgeknuspert. Die Idee lässt mich nicht los. Anders als Sólveig und Myriam und andere, die die oben verlinkten Artkel kommentiert haben, verwende ich Tarot sehr strukturiert. Ich schließe die Bedeutungen der Karten der kleinen Arkana aus ihrem Element und der Zahl, die Trümpfe haben ein Schlüsselwort, ich habe ein festes Legemuster, das ich seit Jahren verwende. Nur dieses eine Muster.
Die Ergebnisse, die ich damit erziele, sind gut, wenn ich für mich selber lege und wirklich ein Anliegen habe.
Auch gut, wenn ich für andere lege (Leute, die mich darum bitten, haben in der Regel auch ein wirkliches Anliegen).

Naja, ich brauch eigentlich kein anderes Muster, und ich weiß auch noch nicht, ob ein Labyrinth-Legemuster nützlich ist.
Ich poste hier, worauf ich gekommen bin, zum Licht dranlassen. Dinge, die ich hier öffentlich mache, scheinen mir plötzlich viel ‚wirklicher‘

Btw: sorry wg. scheußlich X)

Die Karten 1-4 sind der Weg ins Labyrinth rein. Sie deuten auf das, was abeglegt werden muss.
Die 5 ist das Monster in der Mitte.
6-9 sind die Dinge, die wir beim Rausgehen hinter jeder Biegung als Geschenk finden.

Ich hab mit der Legung noch keine Erfahrungen gesammelt. Sobald ich das tu, erzähle ich hier davon. Und wenn jemand anders die mal ausprobiert, freu ich mich auch sehr über Feedback.

Dann hab ich noch den Jahreszyklus ins Labyrinth gepackt. Aus aktuellen Erfahrungen dieses Jahr hab ich den Eingang auf Lammas gelegt. Ist auch passend, find ich. Ab Lammas geht es merklich in die dunklere Jahreszeit.
Weil ich mich vergimpt habe, ist das alles sehr winzig. (Gimp ist mein Bildbearbeitungsprogramm.)
 

Viel größer brauchts auch nicht sein, weil ich nicht allzuviel damit anfangen kann. Ich halte gar nicht so viel davon, alles in Muster zu pressen. Ich hab allerdings ne starke Neigung dazu 🙂

Vielleicht ist es ja für was gut.

Lammas, Kessel, erste Ernte


Oh, ich habe schon viel schönere Fotos gemacht und die viel besser bearbeitet…
Hier geht es weniger um Kunst und mehr um die Symbolik und die Farbe.
Heide Göttner-Abendroth, bei der ich ja mal zwei Jahre quasi in die Lehre gegangen bin, hat jedem der 8 Jahresfeste eine Farbe zugeordnet (in „Die Tanzende Göttin“ hat sie darüber geschrieben). Mir gefällt das gut, ich kann viel damit anfangen. Zu Lammas gehört laut HGA das kühle Türkis, das die Hitze des Sommers dämpft.
Das einzige, was ich all die Jahre konsequent weitergemacht habe, ist zu jedem Tide-Wechsel ein bisschen umzudekorieren. Jetzt also von Rot zu Türkis.

Auf dem Bild oben sind auch die ersten geernteten Samen und natürlich die Schere.

Meine StadtTour habe ich heute auch gemacht, diesmal habe ich im Vetchblog davon erzählt, da passt es besser hin.
Was mir aufgefallen ist: ich wollte nicht nur Eindrücke sammeln und – vielleicht! – Kontakt zu Ortsgeistern (oder so) herstellen (falls das für mich sein soll), sondern einen Ort finden, an dem ich mich gerne aufhalte.
Ok, es gibt ein Café und das kleine indische Restaurant – da bin ich gerne, aber das ist nicht, was ich finden wollte. Café und Restaurant bedeuten zur Zeit nur Konsum. Ich trinke nen Kaffee oder esse was, und dann geh ich wieder. Dort habe ich keinen tieferen Kontakt zu – naja, Wesenheiten, seien es Menschen oder ne andere Sorte.
Diesen Aspekt – mindestens einen Ort zum Verweilen zu finden – hatte ich bei meinen Touren fast vergessen.
Ich nehme mir also vor, mich bei jeder Stadttour an einem Ort mindestens ne Viertelstunde lang aufzuhalten (ich muss mir in diesem Stadium sehr klare, konkrete Anweisungen geben) und ihn kennen zu lernen. Dann kann der jeweilige Ort mich auch kennenlernen, und dann merken wir ja, was geht.
Ab morgen.
 


Dann wollte ich gucken, was ich zum Vollmond in meinem Kessel finde.
Ich finde einiges darin, allerdings keinen fertigen Trank.
Das ist das erste Mal, dass ich mit so einem Bild – Kessel – so bewusst spiele. Im Moment habe ich den Eindruck, die Zeit zum Vollmond hin war Zutatensammeln. Der Trank muss noch eingekocht werden. Ganz oben schwimmen Gedanken zur Selbstständigkeit, die allerdings wenig mit konkreten Ideen zu tun haben. Viel damit, dass ich meine Mitte halte, meine Zuversicht, meinen Mut. Das ist scheinbar wenig. Ich hab das Gefühl, es ist genau das, worum es geht.
Es schwimmen noch andere Themen im Kessel. Jetzt, da der Mond abnimmt, will ich gucken, wie sich das entwickelt. Was ich damit mache. Ob was dabei rauskommt. Vielleicht fülle ich verschiedene kleinere Fläschchen ab.

So, es gäbe noch mehr zu erzählen. Zur retrograden Venus z.B. Ich hab den Eindruck, die beutelt mich zur Zeit ordentlich. Astrologie bietet mir Erklärungsmodelle, die ein wirklich interessantes Licht auf den Krach zwischen mir und dem Oger werfen. Auch da (Kessel…) bin ich nicht fertig. Jedenfalls könnte es sein, dass ich viel inneren Mist projiziere; und ich hab paarmal gelesen, dass die schmerzhaften Konflikte zur Zeit reinigen und nicht schlimm sind. Da bin ich froh!
Auch noch nicht fertig.

Ich erlebe grad, dass ich nicht alles schaffe, was ich machen möchte. Ich würde gerne so viel aufnehmen, verarbeiten, durchdenken, im Herzen bewegen, niederschreiben, und ich schaffe das nicht alles.
Ist einfach so.
Das kenne ich natürlich, dieses Gefühl, nicht genug Zeit zu haben. Ich möchte genug Zeit haben. Und ich möchte keine Energie (und keine Zeit!) damit verschwenden, darüber zu hadern, dass ich nicht genug Zeit hätte.
Also sag ich mir, dass ich alle Zeit habe, die ich haben muss. Was ich jetzt nicht schaffe, mache ich dann zur passenden Zeit.
Manches verschwindet auch ganz und wird nicht gemacht, weil ich nicht dazu komme, und ich will vertrauen, dass das so sein soll.

Jo. Und dann hab ich Konsumrausch gehabt, nicht nur heute, sondern auch vorgestern, als wir im Penny was gekauft haben, das wir vielleicht nicht wirklich dringend brauchen. Der Oger und ich horten und haben immer Vorräte (Der Oger ist aber schlimmer als ich! JaWOHL!), und Spülschwämme haben wir genug für ein Jahr, denk ich. Und trotzdem. Es MUSSTE sein. Da waren wir uns beide einig.

Ich bin sicher, ihr könnt das verstehen.

Die Alte, das Mädchen und die Königin

Diesen Text habe ich Dezember 2012 in einem Message-Board gepostet, nachdem ich mich dort über einige Beiträge eines Mitglieds geärgert hatte.
Ich hatte einen Traum erzählt, der mit meiner Beziehungsunfähigkeit zu tun hatte und war dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich aufhören muss, die kleine Prinzessin zu sein, die auf den Prinzen wartet. Dass ich stattdessen Königin werden muss.
Der Betreffende, der übrigens immer schon und immer noch sehr gute und sehr hilfreiche Beiträge schreibt, vor allem bei Fragen zu Träumen, mochte das Wort „Königin“ nicht und nannte es ‚Ideologie‘. Wir hatten eine sanfte Auseinandersetzung darüber, ohne Einigung. Ich fühlte mich (zu Recht, wie ich immer noch finde) völlig missverstanden.

Ich sah zu dieser Zeit zwei Möglichkeiten, zwei verschiedene Impulse regten sich in mir:
Auf der einen Seite fand ich es schrecklich, dass ich ausgerechnet mit diesem Mitglied uneinig war. Er hat da ein sehr gutes Standing, er schreibt meistens sehr gute Sachen, er hatte sich die Mühe gemacht, meinen Traum zu analysieren ― ich hatte das Bedürfnis, alles wieder gut zu machen, Harmonie und Einigkeit herzustellen. Liebe und Frieden.
Auf der anderen Seite war ich wirklich erbost und fühlte mich von diesem Missverstehen bedroht und ausgelöscht.
Und wenn ich mich bedroht fühle und erbost bin, kann ich formidabel, kalt brutal und zielsicher verletzend sein. Manche kennen das vielleicht von sich selber…

Nu hatte ich zu der Zeit schon einige Erfahrungen und Lernphasen hinter mir, drum wusste ich, dass keiner dieser beiden Pole irgendetwas mit der Souveränität der Königin zu tun hatte, die ich gerne sein wollte.

Also habe ich einen Weg zwischen den beiden Polen gefunden.
Statt einerseits einzuknicken, zu winseln und zu schleimen,
statt andererseits meine Position brutal zu behaupten und durch Streiten zu verteidigen
habe ich beschlossen, dass ich nichts verteidigen und nichts entschuldigen muss.
Ich habe stattdessen den Text unten geschrieben und in dem Board gepostet.

Und ich poste ihn hier noch mal, weil er auch ein Thema behandelt, dem ich hier immer wieder begegne:
Den inneren Stimmen in uns. Den verschiedenen Rollen, Wesenheiten, Mustern, Aspekten, persönlichen Archetypen, wie auch immer wir sie nennen wollen. Oft sind es Selbsthasser, destruktive Muster, kleine und große Monster.
Die Prinzessin und die Hohepriesterin sind beileibe nicht die einzigen, die sich in mir tummeln. Sie sind allerdings beide sehr stark, und sie haben mir beide in meinem Leben sehr geschadet. Der Text ist ein Versuch, klar zu machen, wer bei Vetch das Sagen hat. Wenn ich meine inneren Muster nicht weg bekomme, dann sollen sie sich gefälligst auf meine Seite schlagen, mich unterstützen und aufhören, unbeaufsichtigt auf Autopilot Mist zu bauen.

Außerdem ist der Text ein Beitrag zu meinem Projekt Schluss mit Wurst.

Und jetzt genug eingeleitet. Here goes:

Die Alte, das Mädchen und die Königin

Ich wanderte neulich meine Grenzen entlang – ich kenn die immer noch nicht wirklich gut. Manchmal scheinen sie gar nicht da zu sein, manchmal kann ich nicht genau erkennen, wo ich aufhöre und mein Gegenüber anfängt.
Und doch war ich da nicht zum ersten Mal unterwegs, in meinem Grenzgebiet. Mit den Jahren hab ich dort einige Erfahrung gesammelt.

Ich war grade damit beschäftigt, etwas wegzuschaufeln, das neulich über meine Grenzen in meinem Reich abgeladen worden ist (auf meine eigene Einladung hin, muss ich dazu sagen) aber da überhaupt nicht hingehört.
Angenehme Arbeit, hat was Meditatives, tut mir gut. Ich finde sogar ab und zu nen kleinen funkelnden Stein in dem Haufen, den ich gebrauchen kann und aufhebe. Ich sing mir eins dabei.
Wie ich so am Schaufeln bin, da stapft plötzlich an mir vorbei, hoch aufgerichtet, entschlossenen Schrittes, diese große hagere Frau mit der Maske. Wie immer ganz in Weiß. Ihre rechte Hand liegt auf dem Griff des Schwertes, das sie immer an ihrer Seite trägt. Schnurstracks steuert sie auf die Grenze zu, und sie hat doch tatsächlich das Schwert schon halb aus der Scheide gezogen! Das geht ja mal GAR nicht!
Ich brülle
STOP!
Sie erstarrt.
„Wo willst du hin, wenn ich fragen darf?“
Wie ein Turm steht sie da, das Schwert halb aus der Scheide, den Rücken zu mir. Wie eine Salzsäule.
„Wo willst du hin?“ frage ich noch mal, freundlicher.
Sie rührt sich immer noch nicht, aber ich höre ihre brüchige, kratzige Stimme sagen
„Rüber. Den zerleg ich!“
„Huh? Wen? Warum?!?“
„Er hat dich beleidigt!“
„Hä? Unfug und Humbug. Niemand hat mich beleidigt; das wüsst ich.
Reg dich ab! Steck dein Schwert wieder ein und komm zurück.
Sofort!“
Sie rührt sich nicht, sie gehorcht mir nicht, nur das Schwert zuckt noch ein kleines bisschen weiter aus der Scheide.
„Ich zerleg ihn“ flüstert sie heiser
Sie sieht sogar von hinten furchterregend aus.

Ich weiß nicht, wo der Impuls herkommt. Ich lasse die Schaufel fallen, laufe zu ihr und umarme sie von hinten.
Unglaublich, sie wird sofort noch steifer.
„Hey“, sag ich. „Hey, reläx. Das ist nicht gesund, wenn du dich immer so aufregst! Das muss dich doch schrecklich anstrengen. Außerdem will ich hier kein Blut sehen. Von niemandem!“
Die Salzsäule wird ein bisschen weicher. Ich löse meine Arme und drehe sie um. Sie wehrt sich nicht. Sie steht mir gegenüber, meine Hände auf ihren Armen. Ihre weiße, glatte, blinde Maske ist entsetzlich anzusehen.
Ich hebe die Hände zu ihrem Gesicht und nehme ihr die Maske ab. Sie lässt es geschehen.
Darunter ist eine alte Frau. Eine alte Frau mit einem strengen Gesicht, mit tiefen, bitteren Furchen um den Mund und um die Augen. Und in diesen Augen stehen Tränen.
Aber sie blinzelt nicht. Wenn sie blinzeln würde, würden ihr die Tränen über die Wangen laufen, und ich weiß: bevor sie das zuließe, würde sie sich eher selber in ihr Schwert stürzen.
Ich tu so, als sähe ich die Tränen nicht. Ich sage
„Sag mal, hast du nicht diesen schönen großen Kessel?“
Sie runzelt die Stirn, sie überlegt. Sie nickt.
„Den brauch ich, ich will was kochen. Ich erwarte Gäste.“
„Ich weiß nicht…“ sagt sie mit ihrer krächzenden Stimme „Ich weiß nicht genau, wo er ist…“
„Dann such ihn!“ sag ich.
Sie nickt wieder. Setzt sich in Bewegung ins Landesinnere, wo sie ihr Haus hat. In dem irgendwo der Kessel sein muss.
„Lass das Schwert hier!“ sag ich.
Sie dreht sich um. „Mein Schwert? Das habe ich noch nie aus der Hand gegeben!“
„Du brauchst es nicht, im Landesinnern. Ich kanns hier brauchen, an der Grenze. Gibs mir.
Bitte.“
Zögernd gibt sie mir das Schwert.
Dann, mit einem viel leichteren Schritt, eilt sie in Richtung ihres Hauses, den Kessel zu finden.

Gut.

Ich guck mir das Schwert an. Es ist echt schön, ich mag Schwerter. Ich kann mit ihnen umgehen, beim Tanzen geben sie so einen ganz eigenen Schwung, wennde sie geschickt schwingst.
Aber das hier ist wirklich sehr lang und breit und echt schwer.
Weil das hier mein eigenes magisches Reich ist, gehorchen mir die Dinge, wenn ich wirklich WILL. Diesmal will ich wirklich, und das Schwert schrumpft ein zu einem praktischen, scharfen Küchenmesser.
Fein.
Ich stecke das Messer in meinen Gürtel, bücke mich nach der Schaufel und will grad weiterschaufeln,
da steuert an mir vorbei, auf die Grenze zu, eine Frau.
Sie ist aufgedonnert in einem schwarzen Minirock, ein enges Top mit weitem Ausschnitt, der sich bei ihr nicht wirklich lohnt, dazu superunpraktische Highheels. Ich kann nicht genau sehen, wie sie aussieht, sie ist völlig überschminkt.
In den Händen hält sie ein silbernes Tablett, darauf ein riesiger rosa Kuchen.

Nä, neh?

„Und wo willst jetzt du hin mit diesem Zuckerberg?“
Sie dreht sich um, knickst, lächelt süß, und sagt
„Du warst so unfreundlich zu dem netten Mann, er hat sich solche Mühe gegeben, und du hast dich gar nicht bedankt! Ich will mich entschuldigen!“
„Hä?!?
Was geht hier AB!? ARGH!
Komm mal her!“
Sie gehorcht. Immerhin.
So von Nahem sieht der Kuchen noch abenteuerlicher aus. Der dicke rosa Zuckerguss ist verziert mit roten und gelben Herzchen, silbernen Kügelchen, lila Blümchen, grünen Marzipanblättern – mir wird ganz schwummrig von dem Anblick.
„Gib mir mal diesen- Was IST das für ein – Kuchen? Ist da überhaupt Kuchen, unter all dem Zuckerguss?“
„Natürlich!“ sagt sie und zieht eine Schnute. „Ich kann sehr gut backen!“
„Ist das so?
Gib jetzt her!“
Zögernd überlässt sie mir das Tablett. Es ist schwerer als ich dachte, und ein Duft – nein, ein süß-klebriger Geruch von viel zu vielen künstlichen Aromen steigt mir in die Nase. Schawürg!
Ich balanciere das Tablett auf einer Hand, ziehe mein Messer aus dem Gürtel und kratze bisschen an dem Zuckerguss.
„NEIN!“ quietscht sie. „Das darfst du nicht, der Kuchen ist für den netten Mann!“
„Pass auf,“ sag ich, „ich sorg dafür, dass der Mann den Kuchen bekommt, und du gehst und hilfst der alten Lady, den Kessel zu finden und zu schrubben. Wir wollen dann was kochen, wir erwarten Gäste.“
„Gäste? Super!
Ich kann gut kochen!“
„Bestimmt…
Wartet mit dem Kochen auf mich! Unbedingt!“
„Jaa… Meh.“
„Los jetzt!“
Sie wuselt ab.
„Warte mal!“
Sie hält an, und ich geh zu ihr und wische ihr mit meinem (unbenutzen und unbespuckten!) Taschentuch die Farbe aus dem Gesicht. Himmel, die ‚Frau‘ ist ein kleines Mädchen, vielleicht 13 oder so!
„Hast du dir den BH ausgestopft?“
Sie nickt.
„Als erstes zieh dir mal was anderes an!“
„Möh.“
„Du brauchst keinen BH! Lass dir von der Lady was geben, die hat bestimmt nen hübsches weißes Kleid für dich. Und zieh diese Schuhe aus, damit kannst du ja gar nicht richtig laufen.
Ich bring dir dann Tanzen bei, ja?“
„JAH!“ sagt sie. Rennt los, kickt dabei die Highheels von den Füßen. Kleines Mädchen. Ich guck ihr hinterher.

Dann kratze ich den ganzen Zucker von dem Dings auf dem Tablett. Darunter ist ein ziemlich kleiner brauner Kastenkuchen. Ich mach mir ein Stück ab, um zu probieren.
Die Kleine kann tatsächlich was. Scheint mit Honig und Früchten gesüßt, ist richtig lecker.
Ich stell den kleinen Kuchen an die Grenze, als Dankeschön.

Dann mach ich mich auf zu dem Haus, wo die beiden den Kessel schon gefunden, geschrubbt und übers Feuer gehängt haben.
Wir ham zu tun, wir erwarten Gäste. Es wird gutes Essen geben, und Musik, Gesang und Tanzen. Und so. Ich freu mich!

Mein spiritueller Alltag

Hochspirituell. Außerdem

Rechenschaftsbericht StadtTour – Tag 5 oder so

Ich bin mit dem Zählen nicht mehr auf dem Laufenden.

Vormittags habe ich viel zu viel Zeit am Rechner verbracht. Es war gut, schöner Austausch, neuer Input. Bloß, meine Augen machen nicht mehr mit. Bzw. mein Auge, ich guck hauptsächlich mit dem Linken, weil das Rechte seit meiner Kindheit nicht gut sehen kann.
Ich will das nicht wahr haben, dass mein Augenlicht nachlässt, und ich wills auch nicht mit ner Brille noch weiter schwächen. Und ich will lesen und schreiben, auch („auch“ – harhar) am Computer.
Also Augentraining. Es soll ja schon helfen, ab und zu den Blick schweifen zu lassen und die Augen auf andere Entfernungen einzustellen. Nur liegt bei mir zwischen dem Ab und dem Zu eine viel zu lange Zeit.
Das MUSS ich jetzt ändern.

Dann hab ich reichlich neue Artikel angefangen ― in meinem Kopf. Dann hab ich das alles in den bei Input beschrieben Kessel geworfen (inzwischen muss ich wohl eher ‚gestopft‘ sagen). Das und noch andere Dinge. Bin sehr gespannt, was zu Vollmond rauskommt. Vielleicht kipp ich alles heimlich in einen Gully, wenn niemand guckt.

Jedenfalls, nachmittags hab ich mich endlich aufgemacht und bin durch die Stadt gefahren. Hab geübt, Leute wahrzunehmen und nicht wegzugucken, wenn ich welchen begegne. Was vorkommt. Ja, hier sind Leute. Viele Leute, immerzu und überall Leute.
Wider meine Erwartungen kommen von den Leuten neutrale, freundliche und sehr freundliche Vibes rüber, wenn ich sie wahr nehme. Ich rechne immer noch standardmäßig mit Ablehnung und Verachtung. Ja, ich weiß, das sagt viel über mich aus. Über meine Ängste, und auch über meinen Hochmut. Drum übe ich ja jetzt was Anderes.

Außer Leuten trafen mich in der Stadt Wilder Wind, viele Gerüche (vor allem exotisches Essen aus verschiendenen Läden) und reichlich spannende und schöne visuelle Eindrücke. Geräusche hab ich, wie ich grad merke, diesmal nicht besonders beachtet.
Gegenüber vom Marktplatz fand ich das:

Das kann ich fröhlich hier widergeben, ich bin zwar Computer- und Internetsüchtig, aber ich hab kein Schmartfon. Ich hab bloß ein Winzhändi, das mir hauptsächlich als Wecker diente, als ich noch arbeiten gehen musste.

Ich hab mich weiter treiben lassen, hier gibts noch viele Ecken, wo ich noch nie war.
Dabei hab ich so geguckt, wo und wie ich hier meinen Laden aufmach, und wow, da wurd mir mulmig und Ängste stiegen wieder hoch. Was hab ich, das irnzwer hier braucht? Was bild ich mir ein?!?
Die Lösung dieses Problems, fand ich unterwegs aufm Fahrrad, besteht nicht darin, aufzugeben oder die perfekte Idee zu haben, sondern zurück ins Hier&Jetzt zu kommen, mit offenen Sinnen durch die Stadt zu fahren und Vertrauen zu üben.
Es kommt eh immer alles ganz anders. Kosmisches Gesetz. Hier&Jetzt, Babe!
Fand noch nen schrägen Engel, und dann hab ich nen leckeren Kaffee getrunken und war öko-einkaufen.

Auf dem Heimweg übern Ring sah ich, als ich an einer Ampel wartete, neben mir auf ner kleinen Verkehrsinsel Lavendel stehen. Es waren Hummeln und ganz viele kleine Käfer drin, die das Lila mit hübschen roten Farbtupfern auffrischten.
Ich bin vom Rad gestiegen und habe zwei Stengel gepflückt (auch artig DANKE! gesagt), die sind für den Lammas-Kräuterstrauß. Lavendel vom Ring – essen würd ich den ja nicht.
Das Bemerkenswerte an dieser Aktion: Früher hätte ich mich das nicht getraut. Es ist überhaupt nichts dabei, und doch: vor allen Leuten vom Rad zu steigen und auf einer Verkehrsinsel was zu pflücken, so dass mich ALLE dabei sehen können, das hätte ich früher einfach nicht gewagt. Ich hätte den Impuls verspürt, mich nicht getraut, wäre weiter gefahren und hätte mich über meine Angst geärgert.
Ich bin sehr froh, SEHR FROH, dass ich heute diese zwei harmlosen kleinen Stengel gepflückt habe und erst hinterher bemerkt habe, dass ich früher nicht den Mut dazu gehabt hätte. Das sieht hingeschrieben lächerlich aus. Mir zeigts, dass sich bei mir was verändert hat, und dafür bin ich dankbar. Ich danke u.A. MA, Hermes, Durga und mir selbst.

Jo, und dann hab ich den Katzen ganz unvegetarische Hühnerhälse besorgt, und dabei traf ich noch eine wunderschöne Distel voller Hummeln.

Und das wars für heute. Jetzt rühr ich noch mal im Kessel, und dann ab ins Bett!

Input

Jo, der Mond nimmt zu. Ich bekomme Input. Beim abnehmenden Mond hab ich noch so wunderbar in Ruhe alten Kram gesichtet, verwoben und ausgemistet. Und jetzt habe ich ein Riesenknäul an Neuem. Informationen, Bücher, Ideen, Anforderungen, INPUT.

Sichten, verweben, ausmisten?

Ich fühl mich grad bisschen überwältigt.

Ich habe beschlossen, dass ich das vermeintliche Chaos hinnehme. Ich erkläre es mit der Tide of the Time: es gehört zum zunehmenden Mond.
Ich stelle mir einen Kessel vor, da werf ich jetzt alles rein und lass es erst mal kochen. Ab und zu rühren, den Kessel im Auge behalten, dass nichts überkocht, und vielleicht auch bisschen würzen… Vielleicht eine kleine Vorauswahl, damit nichts in den Kessel kommt, das ich dann nicht auch im Trank haben möchte.
Ich hab das Gefühl, das ist wichtig. Keine Sachen in den Kessel tun, von denen ich sicher weiß, dass ich sie nicht mag.
Sonst würd ich immer dieselbe alte Suppe kochen.

Der Plan ist, dass ich zum Vollmond einen wunderbar wirksamen Zaubertrank habe. Oder so. X)

Es ist schön, mit Bildern wie Kessel und Zaubertränken zu spielen, aber die Landkarte ist nicht die Landschaft.
Auch so ein Input, der mir grad einfährt: Allgemeine Semantik. Wenn ich wieder klar denken kann, schreib ich was darüber. Vielleicht um den Vollmond rum. <\8)

Hier&Jetzt Schluss mit dem wirren Output, nur noch die Daten:

Gestern war Halbmond, Vollmond haben wir nächste Woche,
Freyjatag, 31. Juli, um ca. 12:40 h im Wassermann..