Kommerz

Vielleicht alles bisschen viel…

Und doch.

Übrigens nicht nur interessant für FacebookerInnen, sondern auch für SmartphonenutzerInnen!

Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt – Das Magazin
Ein kleiner Auszug:

Das Magazin N°48 – 3. Dezember 2016

Kosinski und sein Team verfeinern die Modelle unablässig. 2012 erbringt Kosinski den Nachweis, dass man aus durchschnittlich 68 Facebook-Likes eines Users vorhersagen kann, welche Hautfarbe er hat (95-prozentige Treffsicherheit), ob er homosexuell ist (88-prozentige Wahrscheinlichkeit), ob Demokrat oder Republikaner (85 Prozent). Aber es geht noch weiter: Intelligenz, Religionszugehörigkeit, Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum lassen sich berechnen. Sogar, ob die Eltern einer Person bis zu deren 21. Lebensjahr zusammengeblieben sind oder nicht, lässt sich anhand der Daten ablesen. Wie gut ein Modell ist, zeigt sich daran, wie gut es vorhersagen kann, wie eine Testperson bestimmte Fragen beantworten wird. Kosinski geht wie im Rausch immer weiter: Bald kann sein Modell anhand von zehn Facebooks-Likes eine Person besser einschätzen als ein durchschnittlicher Arbeitskollege. 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner. Und mit noch mehr Likes lässt sich sogar übertreffen, was Menschen von sich selber zu wissen glauben. Am Tag, als Kosinski diese Erkenntnisse publiziert, erhält er zwei Anrufe. Eine Klageandrohung und ein Stellenangebot. Beide von Facebook.

 

Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt – Das Magazin

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Zurück

Ich bin schon seit vorgestern wieder da. Hab erst mal Zeit zum Ankommen gebraucht. Oh wie FROH bin ich, dass ich wieder zuhause bin, in Mannheim. Ich bin so froh, dass ich nicht mehr in Köln wohne!

Sheila und Ali im Hotelzimmer. Das war kein teures Hotel…

Immer, wenn ich rausging, hatte ich den Impuls, Sheila und Ali mitzunehmen, um ihnen Köln zu zeigen. Dann hab ich überlegt, wie das aussieht, wenn aus meiner Tasche diese zwei Nasen rausgucken und ich mit ihnen rede. Dann hab ich sie im Hotelzimmer gelassen. Mit ein bisschen Bedaudern.
Naja, es war ihre Hochzeitsreise, und sind aus dem Hotelzimmer nicht rausgekommen. Auch stimmig.

Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich fast keine Fotos gemacht. In den Fotos, die ich gemacht habe, ist eine Tristesse, die ich wiedererkenne: Es ist das Grundgefühl, das ich hatte, als ich in Köln lebte.

Ich zeige hier paar Fotos, weil sie abbilden, wie ich mich in Köln gefühlt habe. Schöne, gute Fotos hätten nicht gepasst. Außer als wir im Museum waren… dazu unten noch.

Um den Zülp rum und die zülpicher Straße entlang schien es mir runtergekommener als früher. Das ist, glaub ich, die Wahrnehmung einer älteren Dame, die die hippen Läden und coolen Schuppen ihrer Jugend nicht mehr findet.
Da gibts jetzt andere schicke Konsumtempel mit buntem Schischi für die Jugend und Junggebliebene und ranzige Schuppen, die ich nicht kenne und nicht betreten mag.
Aber wenn ich mich ehrlich zurückerinnere, fühlte ich mich damals in einem der ranzigsten Schuppen am wohlsten. Die hippen Läden allerdings, die sind nicht mehr da.

Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich bei diesem Besuch endlich mit Köln ausgesühnt habe.

Erst war ich entsetzt, weil es dort immer seelenloser wird. Die Einkaufszonen – Breite Straße, Pfeilstraße, um den Dom rum: Teure teure Läden, sehr viele Menschen und doch überwiegend tot. (In meiner Wahrnehmung zumindest.)

Diese drei Totenköpfe sind kurz vom Rudolfplatz (da gehts zum Kommerzzentrum) an einem Laternenpfahl. Kölns Wappen hat drei Kronen über elf Flämmchen. Totenschädel kannte ich noch nicht. Schick!

Köln ist durchdrungen von Reichtum und Tristesse. Und doch habe ich an manchen Ecken, vor alten Häusern, in Gassen, etwas gespürt, das Köln auch ist, seit hunderten von Jahren. Das wird halt zugewuchert vom Kapitalismus, vom Empire.
Und von Architektur. Köln ist die Stadt der Ampeln und der Architektur. Vollgestopft und zusammengewürfelt. Es architekturt sich den Arsch ab, in Köln.
Manches ist auch atemberaubend schön. Wie die neuen „Kranhäuser“ (finde ich).
Und was es kostet, darin zu wohnen, ist unanständig.

Es war auch unglaublich heiß und drückend und zwei Tage lang hatte ich eklige, einseitige Kopfschmerzen. Ein Besuch im Museum war Balsam und Heilung.

Ich bin mit Bildern und Objekten dieses Museums aufgewachsen, es war wie ein Besuch beim Clan, es war wunderbar. Außerdem ist das Museum selbst weit, klar, still, ein Tempel im allerbesten Sinne. Ein wirklich guter Grund, Köln zu besuchen, das Museum Ludwig.

Franz Gertsch: Marina schminkt Luciano, 1975

Jo, und mehr Zeigenswertes find ich nicht. Im Museum hab ich echt grässliche Fotos gemacht.

Und jetzt bin ich FROH, dass ich wieder in Mannheim bin. Meine Geplante Reise nach München nächste Woche hab ich grad gecancelt.

Zeit ohne Namen

Wir haben hier einen Haufen Geschenke. Das ewige Tee-Ensemble mit Kandiszuckersticks, Badeschaum und Shampoo, immerhin Aufstriche von Alnatura, die mag ich wirklich! Und noch Zeugs. Überreicht in diesen bedruckten Papiertüten, als wir gestern meim Schnusel seine Leut besuchten. Von seiner Mutter sind da u.A. dabei: drei hässliche grüne Metallschüsseln mit Plastikdeckeln, von Aldi, gekauft im September. Ich weiß das so genau, weil noch der Kassenzettel in der Schachtel drinlag. War ein größerer Einkauf, da hatse wahrscheinlich die Schüsseln gesehen, sahen irnzwie nach was aus, waren billig, also kaufen, aufheben. Kassenzettel dazu, wg. vielleicht umtauschen. Das Haus ist so voll mit altem, sehr altem und nagelneu-unberührtem billigen Zeugs. Alles aufheben.
Manchmal wird etwas rausgepuhlt und der besuchenden Verwandtschaft als Geschenk überreicht. Ab auf dem Flohmarkt damit. Und das war das Letzte Mal. Ich will NIE WIEDER wahllose Geschenke von Leuten, die uns was schenken, weil man das so macht zu Weihnachten.

Oh, ich könnte ein Buch schreiben über dieses Weihnachten. Aber ich machs nicht, weils zu indiskret wäre. Insgesamt wars gut. Dieses Jahr hatten wir alles super organisiert, wir haben alles stressfrei geschafft, wir hatten wenige aber ausgesuchte Geschenke für alle (so viele warns eh nicht), wir kamen immer pünktlich, wir hatten null Streit. Ich hab auch die Kalender für meinen Däd und für meine Ma fertig bekommen.

Parallel dazu hatte ich nach einem Update kein Internet mehr, was auch gut war, denn ich hatte zu tun. Im Moment bin ich über ein Life-System im Netz. Da hab ich jetzt mit zu tun, meinen Computer neu einzurichten.

Spirituell zum Jahreswechsel und zu all dem, was die Zeit mitbringt, habe ich gezielt GAR NICHTS getan bis jetzt, und ich habe auch nichts geplant.
Ich bin zufrieden damit, wie die Dinge sich fügen. ‚Klarheit‘ ist ein Schlüsslwort.

Wir haben einen Tag vor der Sonnenwende die Wohnung gründlich geputzt, das Timing war Zufall und es war ein sehr gutes Gefühl. Ich habe einmal Karten gelegt und zweimal das I Ging befragt, weil ich konkrete Fragen hatte. Es geht nach wie vor und immer wieder zum Thema Geld und meiner Einstellung dazu. Achja, vgl. langsamer leben Amen. Und work in progress.

Jo, und es ist immer noch Ausnahmezustand zwischen den Jahren. Das jetzt ist ein Zwischenstop, ein Verschnaufen nach Köln und Pfalz und der Vorbereitung von einem kahlem Computer mit Life-System aus.

Bald ist Sylvester, da sind wir mit netten Leuten in einem Lokal, alle bringen was zu essen mit, ich freu mich drauf. Am 1. hab ich Geburtstag, und dann muss ich noch nach München.

Und jetzt will ich mich erst mal bisschen einpendeln. Verschnaufen.

awakening

Awakening: EarthRise SoundSystem Remix Project – das kannste dir selbst nicht ausdenken, so generisch ist das. Ich bekam meinen wöchentlichen Free Song* zugeschickt. Die Musik ist unerträglich, Kommerz Techno Goa Baukasten Musik. Awakening. Ja genau.

I think not. Siehst alt und müde aus, Hanuman, da auf der Kommerzseite.
Komm wieder heim.

Ich verlinke das, weil ich das Cover zeigen will.
Vor dem Sound kann ich nur warnen.

 


* Ich hab bei der Plattenfirma genau ein wundervolles Album entdeckt und gekauft, und seitdem bin ich auf deren Mailingliste und bekomme nur SCHROTT, aber ich bestells nicht ab, weil ich immer noch denken, vielleicht ist ja doch mal wieder was dabei.