Kommerzgeschwelge

Schilder

Heute bin ich genervt. Bestimmt, weil ich morgen den A-Amt-Termin habe.

Das hat sich auch interessant gefügt. Eigentlich war der Termin für den 15. September angesetzt, ist aber ohne Angaben von Gründen auf morgen verschoben worden. Am 15. September hätte ich meinen Businessplan abgegeben und auf Genehmigung und Förderung gehofft. Inzwischen hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und In Mich Gehen und nun will ich nicht mehr.
Wenn ich mit Astrologie was am Hut hätt, dann würd ich sagen, da ist mir der retrograde Merkur reingefahren.
Das ist immer ne Zeit zum Überdenken und Rekapitulieren und neu Bewerten und Verbessern. Und es ist keine Zeit, um Neues anzufangen. Und ich hab mit Astrologie was am Hut.

Meine Bedenken re Businessplan haben allerdings nichts mit dem rückläufigen Merkur zu tun, sondern sind ganz konkreter Natur. Die Astrologie finde ich hilfreich, um nicht in Hadern und Haareraufen zu verfallen, weil ich mal wieder was angefangen habe, das ich nicht fertig mache, und weil ich immer noch nicht weiß, was ich werden will, wenn ich groß bin.

Darüber könnte ich verzweifeln und ganz mutlos werden. Und das mache ich nicht, sondern ich sag mir: Das hat sich alles so gefügt, es ist zu was gut. Und jetzt tu ich das Naheliegende und passe meine Pläne der Wirklichkeit an. Und dem, was ich wirklich will. Und was das ist, das finde ich grad mal wieder raus.

Was ich wirklich will, ist das, was ich wirklich mache. Heute z.B habe ich endlich das Schild aufgehängt, das ich mir beim letzten Besuch und Streifzug durch die Stadt von und mit Lady of the Dan und J. gekauft habe.
Im Laden wollt ich es unbedingt haben, ganz ernsthaft wegen der Message.
Später, als ichs zuhause hatte, hab ich gedacht: Oh nein, noch ein auf alt gemachtes generisches Teil mit nem altklugen Spruch. Es ist peinlich, dass ich das gekauft habe!
Dann sind mir erst die Ausrufezeichen aufgefallen, und jetzt bin ich ganz im Reinen mit dem Schild. :)

Und ja, ich hab schon mal so ein Schild gekauft, auch wegen der Message. Mein innerer Zensor, der Geschmacks-Snob, kann es nicht leiden. Ich selbst mag es richtig gern. Und der altkluge Spruch darauf tröstet mich grad jetzt, und darum hab ich ein extra kitschiges Bild davon gemacht:

 

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ENDLICH!!!1!!

Heute morgen, als dem Oger sein Wecker ging, gegen 6h, hats in Strömen geregnet.
Vorm Fenster (das nicht offen war) glugerte die Regenrinne so heftig, dass ich mir im Halbschlaf Sorgen um die Gesundheit des Hauses machte.

Als ich aufstand, so um halb 9, hatte der Regen nachgelassen. Der Himmel war ein dichtes Grau, und ich wusste, heute wirds noch schön.

Während ich meinen Vormittagsgeschäften nachging, wurds immer heller, und als ich mich um kurz nach 1h aufmachte, schien die Sonne durch große knudelige Wolken.

Ich machte mich schnurstracks Richtung Fahrradläden auf. Es gibt in der Neckarstadt Ost zwei davon, die hatte ich, als ich ganz neu hier war, im Netz nachgeguckt und dann mit Karte tatsächlich gefunden. Heute bin ich einfach auf gut Glück los, im Vertrauen, dass ich die wieder finde, auch ohne Karte, Kompass und Adresse. Genaue Adressen sind für Luschen. Außerdem sind die Läden in der Neckarstadt und nicht in den Quadraten (wo sich, wie bereits beschrieben, immer mal wieder Läden und Straßen verschieben). Und die Neckarstadt ist mein Revier.
Jetzt erst recht.
Weil – ich hab den einen Fahrradladen ziemlich schnell gefunden.
Drin hab ich der sehr netten Chefin erklärt, was ich suche, sie führte mich zu einem Fahrrad, das Fahrrad hat mir gefallen, ich habs gekauft.

Das heißt, ich habs erst mal angezahlt, weil ich nicht genug Geld dabei hatte. Währenddessen fing es draußen heftig an zu regnen.
Als ich kurz drauf auf dem Weg zur Bank war, hatte der Regen aufgehört und die Sonne brannte wieder durch die dicken Wolken. Wunderschöner Tag.
Dann bin ich sofort wieder zum Fahrradladen zurück.

Und dann bin ich heimgefahren.

Und dann kam der Schnusel von der Arbeit. Er hatte kein dickes Paket mit meiner Kamera dabei. Er fragte, ob ich arg enttäuscht sei. Und ja, grad hab ich ein neues Fahrrad, und trotzdem, ich wart so sehr auf diese Kamera, und heute hätte sie kommen können und MEH

Naja. S’höifd ned. MEEEHHH

„Aber für mich ist ein Paket gekommen,“ sagt er. „Ein Nasenhaarschneider zum Testen.“ (Er ist in so nem Produktestprogramm).
Wow, ein Nasenhaarschneider. Sowas bestellt mein Oger zum Testen. Oh seufz.
„Komisch, dass da Lithiumbatterien drin sind…“ sagt er.
Ich guck, das Paket scheint mir bisschen groß für’n Nasenhaarschneider.

YÜDELÜÜÜ!

Während ich warte und warte und warte, dass der Akku auflädt, sag ich dem Oger
„Ich hab dir das wirklich erst geglaubt, mit dem Nasenhaarschneider. Das sollte dir zu denken geben!“
Ja, das sollte es.

Inzwischen ist der Akku geladen und ich präsentiere mein neues Fahrrad, fotografiert mit meiner neuen Kamera:

Nee, das Foto sieht jetzt nicht so viel toller aus als die Fotos von meiner alten Kamera. Ich hab noch keine Ahnung, wie ich die Neue richtig bediene, ich hab einfach draufgehalten. Und jetzt setze ich mich gemütlich hin und lese die Bedienungsanleitung. Das wird bisschen dauern, bis ich da mehr raushole.

Ein Bild von der neuen Kamera, gemacht mit der alten Kamera.
Aus der mir dabei wieder mal der Akku rausgefallen ist.
Oben links sieht man nen Teil von dem hübschen Bangle (Armband), das mein Schnusel mir aus Paris mitgebracht hat.

Sie ist jedenfalls wunderschön. Find ich.

Wow, das ist ein richtiger Schwelg-in-Kommerz-Blogeintrag. Die Sorte, die ich in anderen Blogs so überhaupt nicht leiden kann. Drum muss ich noch sagen: die alte Kamera ist so ungefähr 9 Jahre alt, sie fällt langsam auseinander, ich fotografiere wirklich sehr viel, und ich wünsche mir schon seit Jahren eine neue. Ich habs halt endlich getan und mir eine gekauft. Meine dritte Kamera überhaupt, und die erste, die ich mir selber ausgesucht habe.

Und ich fahre nicht Auto, und mein altes Fahrrad habe ich in München gelassen. Es war ein No-Name von Tschibo, das ursprünglich für meinen Bruder gedacht war und dann auf mich gekommen ist. Und nu hab ichs nicht mehr, und hier möchte ich unabhängig und mobil sein. Und so hab ich jetzt das erste Fahrrad, das ich mir selber ausgesucht habe.

Jo… weiß auch nicht, ich hab das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. War ne Menge Geld auf einmal. Und ich bin HÄPPI!