Konsum

24. Mai ~ Dankesammlung

Heute Danke! für einige schöne Konsumgüter und für Immaterielles.

Erst die Sachen.

Ich hab einen neuen Krug.
Hab ich ja erzählt, wie ich meinen geliebten hellblauen kleinen Schnuffelkrug am 21. Mai hab fallenlassen. Und wie niedergeschmettert ich deswegen war. Und wie passend der Verlust war, weil ich grad über Anhaftung an Dinge und Konzepte nachdachte, die uns gefangen hält- kräsch!
Wir haben am selben Tag noch im Internet nach Ersatz geguckt, und unter Lawinen von teilweise grauenhaftem Zeugs und auch sehr hübschen, teuren und zu großen Krügen fand ich genau einen einzigen ähnlichen Krug. Den ich gleich bestellt habe. Gut bezahlbar. Er ist jetzt da. Ich bin dankbar, weil er von Form und Größe fast genauso ist, wie mein Schnuffelkrug. Die Farbe – ich hätte lieber eine andere gehabt; es gab leider nur noch Grau, das wollte ich erst recht nicht. An dieses kräftige Blau muss ich mich noch gewöhnen.

Achdoch, der ist hübsch. Ich muss meinen blassblauen Schnuffelkrug noch richtig losLASSEN, dann gefällt mir dieses Knallblau bestimmt auch sehr gut. Der Glasdeckel (von einem kleinenWeckglas) passt wieder genau obendrauf. Danke! ❤

Ich bin übrigens auch sehr dankbar für den blassrosa Krug, der links daneben steht. Den habe ich Ende April 2016 in Mannheim im Frauenbuchladen gefunden –

Gosh, zu meiner Zeit gabs im Frauenbuchladen wilde Hexenbücher, mit Schreibmaschine getippt und im Selbstverlag produziert. Wunderbare Spritt-Maggi-Bücher wie  „Mond, Mond“ von Anne Kent Rush, die Sachen aus der Edition Gisela Meussling, „Venus ist noch fern“ von Phoenix und Barbara Messmer, dazu Politisches, die Selbstuntersuchungsmappe –

― Heute gibts Kochbücher, Washitape, retro-Geschirrtücher, hübsche Blechschilder,
und naja, diesen wundervollen großen Krug habe ich gefunden und sofort gekauft. Dabei war der nun nicht grad billig… Die Farbe ist nicht ganz mein Geschmack, trotzdem kam er mit heim, denn ich hatte just zu der Zeit den Sojamilchmacher bekommen und in der Küche große Sauereien beim Absieben der Sojamilch verursacht. Magischerweise passt das Sieb, das mit dem Sojamilchmacher mitgeliefert worden war, genau, also, perfekt, in die Öffnung des rosa Kruges. Wunderbarer Zufall. Freut mich heute immer noch. Danke! ❤

Bei der Gelegenheit: Auch noch mal Danke für den Sojamilchmacher! Seit über einem Jahr kein einziges Tetra Pak mehr in diesem Haushalt. ❤

Außerdem auch Danke! für die Teedose, die oben auf den Foto rechts steht. Die habe ich schon sehr lange. In Köln gekauft, glaube ich. Hier ist sie in ihrer ganzen Pracht:

Ich liebe so vieles von Walter Moers. Danke für diese entzückende Teedose! ❤

Und zuletzt noch ein Vorausdanke für ein Konsumgut, das noch nicht hier ist. Wie ich per Mail erfuhr hat es heute das „Logistikcenter“ verlassen und wird voraussichtlich Freyjatag hier ankommen. Ich hab mir den Bistrotisch bestellt. So nen klassischen Französischen. Auf den bin ich scharf, seit mir als Kind eine nette Studentin, die mal ne zeitlang so ne Art Au Pair für mich war, erzählt hat, wie sie ein Semester lang in Paris gewohnt hat und dort so nen Tisch aus nem Café geklaut hat. Sie hatte da mit ner Freundin Kaffee getrunken, und erst wars als Witz gemeint gewesen. Die beiden haben nach dem Bezahlen einfach den Tisch hochgehoben und sind damit losgeschleppt. Zu ihrer Verwunderung hielt niemand sie auf, und so landete der Tisch auf dem Balkon ihrer WG. Seit ich das gehört habe, will ich auch so nen Tisch. So ungefähr 40 Jahre später hab ich mir endlich einen angeschafft. Danke schon mal, dass er unterwegs zu mir ist. ❤

An dem Tisch will ich Kartenlegen.

Außerdem, auf einer tieferen Ebene, bin ich dankbar für die Energie, die ich zur Zeit verspüre. Es ist SO SCHÖN hier, die Wohnung, auf der Terasse wuchert es üppig, im ganzen Hemshof wuchert es überall. Sattes Maigrün, und Rosen. Überall Rosen, rote, weiße, gelbe, aroosche, und wild sehen sie aus, organisch, keine ordentlich zugestutzen Zierbüsche. Leben. Und die Mauersegler jagen und kreischen, einzelne Papageien schillern und quiteschen. Kinder quietschen auch, überall spielen Kinder. Hier ist Platz für Leben.

Danke! ❤

Julipläne

Ich werde das Thema Müllvermeiden den Vetchblog verlagern.

Es gehört zwar, finde ich, absolut zur Spiritualität, und der Vetchblog hat auch weniger Follower. Aber manche davon lesen die HECKENWICKE nicht, und die möchte ich auch mit Geschichten zum Müllvermeiden inspirieren, wenn ich kann.

Drum mach ich das jetzt so, dass ich hier verlinke und auch tags setze und im VETCHBLOG die Artikel erscheinen.

Also: Plastikfreier Juli

Weitere Pläne für den Juli: Ich fahre morgen nach Köln, und Montag abend komm ich wieder. Ich werde meinen Schlepptop mitschleppen – wenn er doch nun mal so heißt – es kann allerdings gut sein, dass ich ihn nicht auspacke (so wars das letzte Mal).
Jaja, ich hab nen Knall, ich weiß.
Kann also sein, dass ich paar Tage nur selten oder gar nicht online bin.

Zur Temperance-Karte – Mäßigkeit – sind mir tatsächlich paar Eingebungen gekommen, ich kann sie nur noch nicht in Worte fassen. Dazu kommt noch was. Juliplan.

Ende Juli bin ich dann ne Woche in München, und dann sind Große Ferien.

Und JETZT probier ich die neue Haarseife aus, dann wird gekocht und gepackt, dabei räum ich hier noch bisschen den Slum auf, und dann ab ins Bett.
Morgen nach der Schule bleib ich gleich dort (die ist genau am Bahnhof) und treffe dann im Zug meine Ma. Ich freu mich auf Köln.

Bis bald!

Shöppen

Ich war mal bei einem spirituellen Lehrer, der sprach oft über Verzicht.
Vor allem über emotionalen Verzicht – z.B. bezüglich der Suche nach der perfekten Beziehung. Dass das alles Quark sei (meine Worte), dass eine Beziehung keine Lösung, keine Rettung, keine Erfüllung sei. Dass wir, statt auf der Suche danach Zeit und Energie zu verschwenden, besser Verzicht üben sollten.
Einmal sagte er – und da stimme ich ihm aus ganzem Herzen zu -:
„Wenn sich hier und jetzt all Ihre Wünsche erfüllen würden, Sie wären trotzdem nicht glücklich.“

Ja, da hat er recht. Wie das I Ging sagt: Du kannst die Stadt wechseln, aber du kannst nicht den Brunnen wechseln.
Die Erfüllung unserer Wünsche macht uns nicht glücklich.
Nur durch den Kanal zu unserer eigenen Quelle kann wirkliches Glück fließen.
Wobei „Glück“ sowieso nur ein Wort ist, und unsere Vorstellung davon hier&jetzt nur ein Konzept, das mit der Zeit an Wichtigkeit verliert, je mehr wir in unsere Mitte und in die Wirklichkeit kommen. (Wie C.G. Jung sinngemäß sagte: Auf die wichtigsten Fragen des Lebens können wir niemals eine Antwort finden – wir können nur aus ihnen herauswachsen.)

Aaaber. Hier&Jetzt, in meinem unerleuchteten, irdischen Zustand, möcht ich doch mal eines sagen zum vielgepriesenen Verzicht:

Aus dem Mangel heraus sich alles verkneifen zu müssen, das ist kein Verzicht.
Das ist einfach nur Mangel.

Genau dazu gibt es eine sehr schöne Zen-Geschichte – hehe, ich hab sie schon einmal hier auf WP erzählt, in einem Kommentar zum Thema Verzicht. Na, hier noch mal:

Ein Meister hatte einen wunderbaren Schüler, der übte auf die passende Weise und war klug und weit fortgeschritten, und doch kam er nicht zum Satori; er erlangte die Erleuchtung nicht.
Der Meister nahm diesen Schüler mit auf eine Reise. Und wie sie auf der Straße gehen, zeigt der Meister auf ein wunderbares Anwesen am Berghang in der Ferne und sagt:

“Du bist als Findelkind zu uns ins Kloster gekommen und hast dich immer nach deinem eigenen Zuhause gesehnt. Dieses Anwesen dort ist dein Zuhause. Ich schenke es dir.”
In diesem Moment erlangte der Schüler die Erleuchtung.

Da kann ich mir noch so oft einreden, dass ich eigentlich gar nicht brauche, was ich mir so sehnlichst so lange schon wünsche. Erst wenn ich die Wahl habe, dann kann ich mich für den Verzicht entscheiden.

Wenn ich zum Beispiel darunter leide, dass ich keine Beziehung eingehen kann, dann ist die Lösung des Problems nicht, zu beschließen, dass ich keine Beziehung brauche und keine will.
Dazu kann ich mich erst entschließen, wenn ich beziehungsfähig bin.

Dass ich da natürlich dran zu arbeiten habe: an meiner Beziehungsfähigkeit, und nicht daran, den perfekten Partner zu finden, das sollte klar sein. DAS muss ich tun.

Verzicht ist da keine Lösung, wo Mangel herrscht.

 
Anderes, schlichteres Beispiel zu Konsumverzicht: Ich wollte mal superdringend ein Notebook von Alienware, und dann gabs im Kommerzstore ein runtergesetzes, das ich mir super hätte leisten können. Und dann habe ich beschlossen, dass ich das Dings nicht wirklich brauche und mir lieber einen 2ndhand Computer kaufe. Alienware interessiert mich seitdem nicht mehr, und ich schreibe das hier auf dem alten Büro-Notebook meines alten Jobs, das ausgemustert wurde und das ich für genau 10.-€ bekommen habe. Kann alles, wunderbar. Auf den Alienware-Schischi habe ich aus der Fülle verzichtet. Freiwillig.

Und was hat das mit Shöppen zu tun?

Was IST Shöppen?!?

Shöppen ist shoppen mit RöckDöts, und Röckdöts sind Rock’n’Roll, und Rock’n’Roll ist gut! Gesund. Nuff said.

Shöppen geht so:

Manchmal, wenn ich von der Schule nach hause schlendere, und die Sonne scheint, und ich so durch die Quadrate stromer und streife, da komme ich an vielen grauenhaften und vielen sehr schönen Läden vorbei. Und ich hab natürlich immer Geld in der Tasche, wg. Lebensmitteleinkaufen, und dann bekomme ich manchmal Lust, mir was Schönes oder zumindest was Lustiges zu schenken. Ihr kennt das Gefühl bestimmt auch.

Früher hab ich auch immer was gefunden, irnznen billiges Deko-Teil, ein presiwertes Buch, Bürobedarf, generische Schilder, ne Schweinerei zum Essen oder sogar mal ein Kleidungsstück, oder oder oder. Das war Shoppen.
Heute, beim Shöppen, streif ich durch die Läden, erfreue mich an dem nachgemachten Vintage-Geschirr, den echt hübschen Blümchenmusterklamotten, dem sinnlosen aber wirklich lustigen Spülschwämme-Halter, den tollen Filzstiften mit Piselspitze und diesem und jenem und sellem, und dann sag ich aus tiefstem Herzen: NÖ. Brauch ich alles nich!

Und dann geh ich fröhlich heim, ohne was gekauft zu haben. Und fühl mich dabei genauso gut wie – oder gar besser als – damals beim Shoppen.

Das ist Shöppen.

 

 

Nie wieder Tetra Pak!

Seit langer Zeit schon wurmt mich immer und immer mehr der Riesenhaufen Tetra Pak Müll, der hier anfällt. Wir haben einen großen Verbrauch an Soja- und Hafermilch. Wegen der Goldenen Milch für 2 Personen allein 2 Päcks Hafermilch auf drei Tage. Noch schlimmer ist es neuerdings geworden, weil der Gefährte von Kuhmilch auf Hafermilch umgestiegen ist. Dabei sollte dieser Umstieg doch ein Beitrag zum Umweltschutz sein. Aber Kuhmilch gibts in Glasflaschen, Soja- und Hafermilch eher gar nicht.
Eine Firma, die Sojamilch in Flaschen anbietet, habe ich gefunden. Sie verkauft über Reformhäuser. Puh, bestimmt teuer. Trotzdem: deswegen war ich heute im Reformhaus. Und da gabs die Flaschensojamilch nicht („aber wir haben ganz viel andre im Sortiment“ zeig auf Tetra Pak-Batterie), und bestellen könnse die auch nicht.

Und nu bin ichs leid. Vielleicht kann ich Sojamilch selber machen?

Hab im Netz gesucht und sofort jede Menge Rezepte gefunden. Das scheint gar nicht so schwierig zu sein.
Für einen Liter, lese ich, brauch ich 100g Sojabohnen. Habe ein (SEUFZ! plastik)-Pack Bio-Sojabohnen à 500g für 2,- € gekauft. Das werden dann, wenn alles gut geht, 5l Sojamilch. Vordem habe ich pro Liter 95 ct bezahlt, also spare ich pro 5l (wenn alles gut geht) 2,75 €.

Hafermilch wird noch besser. Bio-Haferflocken bekomme ich für 2,25 das Kilo. Im Plastikbeutel, leider. Also sag ich mal 3,- fürs Kilo, vielleicht dann in einer Papiertüte. Das werden mindestens 10 l Milch, vielleicht mehr. Ein Liter Hafermilch kostet mich 1,45 €, also pro zehn Liter bei 100g pro Liter für 3,- € das Kilo Haferflocken spare ich 11,45 €.

Wenn das alles so klappt und ich mich nicht verrechnet habe.

Die zukünftigen finanziellen Einsparungen habe ich eben investiert, indem ich mir einen Soja-Milchzubereiter bestellt habe, für 160.- €. Weil ich beschlossen habe, nicht mehr an der falschen Stelle geizig zu sein. Ich vermute/hoffe, der braucht auch weniger Energie als wenn ich am Herd stehe und den Sojabrei im Topf aufkoche.

Und was auch immer dann die finanziellen Vorteile an der Sache sind: Das Wichtigste, der GRUND für diese Anschaffung, das Wunderbare ist:

NIE WIEDER TETRA PAK!

Oh, YÖH!
Oh gosh, ich bin so aufgeregt!

Was auch noch spannend wird: Wie ich lese fällt beim Sojamilch-Machen ein Matsch an, der Okara heißt und ballaststoffreich ist, und Protein ist auch noch drin. Daraus lassen sich Bratlinge machen, und ich habe auch ein Rezept für Braten und sogar eins für Sojawurst gefunden. DA bin ich auch sehr neugierig drauf, ob ich da was Gescheites hergestellt bekomme.

Vielleicht wars ja gar keine so tolle Idee, so einen Zubereiter ausgerechnet kurz vorm rückläufigen Merkur zu bestellen… Ob der wohl noch vor Donnerstag hier ankommt?
Naja, selbst wenns später kommt: Das wär nicht das erste Mal, dass ich bei rückläufigem Merkur so wagemutig war. Ich hab weiland sowohl ein Notebook als auch mal ein Netbook während so einer Zeit gekauft und trotz paar Anlaufschwierigkeiten viele Jahre lang große Freude an denen gehabt.

Ich bin vertrauensvoll und zuversichtlich.

Und jetzt bestelle ich noch einen Unverpackt-Plastikfrei-Laden für Mannheim beim Universum, damit ich dort Haferflocken, Sojabohnen und viele viele anderen Sachen ohne Plastik bekomme.

 

Liebe Gemeinde

als mir eben beim Gelber-Sack-Zubinden die Schnur abriss, dachte ich zurück an eine Begegnung mit Dirk.
Der mir erzählte, wenn ihm beim Joghurtbecheraufmachen Teile des Deckels am Becher hängenblieben — oh elendes Gepuhle! — dann fluche er über die Unfähigen, die sowas herstellen.

Und ich wunderte mich, denn ich in solchen Momenten hadere ich mit mir und murmele Mist, das hätte ich sorgfältiger machen müssen!

So unterschiedlich reagieren Menschen auf die Wirklichkeit, gemäß ihrer installierten Programme…
Dirk und ich haben da beide voll einen an der Waffel.

Was solls, ich ess jetzt meinen Joghurt nur noch aus Pfandgläsern. Und wir produzieren immer noch einen gelben Sack voll Plastikmüll pro Woche. Wir arbeiten dran, dass das weniger wird. Viel weniger. Sowas ist wirklich wichtig.