Kunst & Kultur

Herbst Tapete

Nach dem hier beschriebenen Rezept habe ich gestern aus diesem Foto (aus dem vorletzten Beitrag „nur so“) aus Feez Tapeten gemacht, und die MUSS ich hier zeigen. Da gucken uns magische Waldgeister draus an, finde ich.

Eat this, William Morris!

(Ich bin ein Fän von William Morris! Er, Rossetti und Burne-Jones waren richtige Nerds/Freaks ihrer Zeit! Da gibts Geschichten zu erzählen – das mach ich vielleicht auch noch. Jetzt, da die Tage kürzer werden, ist die passende Zeit für sowas.)

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Ich bin schon seit vorgestern wieder da. Hab erst mal Zeit zum Ankommen gebraucht. Oh wie FROH bin ich, dass ich wieder zuhause bin, in Mannheim. Ich bin so froh, dass ich nicht mehr in Köln wohne!

Sheila und Ali im Hotelzimmer. Das war kein teures Hotel…

Immer, wenn ich rausging, hatte ich den Impuls, Sheila und Ali mitzunehmen, um ihnen Köln zu zeigen. Dann hab ich überlegt, wie das aussieht, wenn aus meiner Tasche diese zwei Nasen rausgucken und ich mit ihnen rede. Dann hab ich sie im Hotelzimmer gelassen. Mit ein bisschen Bedaudern.
Naja, es war ihre Hochzeitsreise, und sind aus dem Hotelzimmer nicht rausgekommen. Auch stimmig.

Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich fast keine Fotos gemacht. In den Fotos, die ich gemacht habe, ist eine Tristesse, die ich wiedererkenne: Es ist das Grundgefühl, das ich hatte, als ich in Köln lebte.

Ich zeige hier paar Fotos, weil sie abbilden, wie ich mich in Köln gefühlt habe. Schöne, gute Fotos hätten nicht gepasst. Außer als wir im Museum waren… dazu unten noch.

Um den Zülp rum und die zülpicher Straße entlang schien es mir runtergekommener als früher. Das ist, glaub ich, die Wahrnehmung einer älteren Dame, die die hippen Läden und coolen Schuppen ihrer Jugend nicht mehr findet.
Da gibts jetzt andere schicke Konsumtempel mit buntem Schischi für die Jugend und Junggebliebene und ranzige Schuppen, die ich nicht kenne und nicht betreten mag.
Aber wenn ich mich ehrlich zurückerinnere, fühlte ich mich damals in einem der ranzigsten Schuppen am wohlsten. Die hippen Läden allerdings, die sind nicht mehr da.

Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich bei diesem Besuch endlich mit Köln ausgesühnt habe.

Erst war ich entsetzt, weil es dort immer seelenloser wird. Die Einkaufszonen – Breite Straße, Pfeilstraße, um den Dom rum: Teure teure Läden, sehr viele Menschen und doch überwiegend tot. (In meiner Wahrnehmung zumindest.)

Diese drei Totenköpfe sind kurz vom Rudolfplatz (da gehts zum Kommerzzentrum) an einem Laternenpfahl. Kölns Wappen hat drei Kronen über elf Flämmchen. Totenschädel kannte ich noch nicht. Schick!

Köln ist durchdrungen von Reichtum und Tristesse. Und doch habe ich an manchen Ecken, vor alten Häusern, in Gassen, etwas gespürt, das Köln auch ist, seit hunderten von Jahren. Das wird halt zugewuchert vom Kapitalismus, vom Empire.
Und von Architektur. Köln ist die Stadt der Ampeln und der Architektur. Vollgestopft und zusammengewürfelt. Es architekturt sich den Arsch ab, in Köln.
Manches ist auch atemberaubend schön. Wie die neuen „Kranhäuser“ (finde ich).
Und was es kostet, darin zu wohnen, ist unanständig.

Es war auch unglaublich heiß und drückend und zwei Tage lang hatte ich eklige, einseitige Kopfschmerzen. Ein Besuch im Museum war Balsam und Heilung.

Ich bin mit Bildern und Objekten dieses Museums aufgewachsen, es war wie ein Besuch beim Clan, es war wunderbar. Außerdem ist das Museum selbst weit, klar, still, ein Tempel im allerbesten Sinne. Ein wirklich guter Grund, Köln zu besuchen, das Museum Ludwig.

Franz Gertsch: Marina schminkt Luciano, 1975

Jo, und mehr Zeigenswertes find ich nicht. Im Museum hab ich echt grässliche Fotos gemacht.

Und jetzt bin ich FROH, dass ich wieder in Mannheim bin. Meine Geplante Reise nach München nächste Woche hab ich grad gecancelt.