MA

Samstag 24. & Sonntag 25. Juni ~ Dankesammlung

Gestern.

Gestern hatte ich HPΨ-Schule. Samstag haben wir immer was Praktisches, und unsere Dozentin hat uns mal wieder in den Luisenpark bestellt. Viele aus dem Kurs waren dagegen. Ja, war ich auch, letztes Jahr. Ich mag das nicht, wenn meine Routine unterbrochen wird, und rausgehn– oke, ja, soll gesund sein. Bin ich auch immer dafür, klardoch. Jederzeit. Nur nicht unbedingt diesen Samstag.

Letztes Jahr hab ich mich drauf eingelassen, und so konnte ich dieses Jahr denjenigen, die den Park noch nicht kannten und aus ähnlichen Gründen wie ich vordem dagegen waren, sagen: Doch, lasst uns unbedingt in den Park gehen! Andere, die den Park kannten, stimmten ein, und so wurde es dann doch beschlossen. Wir trafen uns gestern im Park, um gestalttherapeutische Leere Stuhlarbeit zu üben.

Zu meiner Freude kam der Gefährte mit. Wir sind mit dem Rad hingefahren und trotz Verfransens und ZuSpätKommens standen die andern noch vorm Eingang und warteten. Mit uns war die 10 voll und wir kamen ermäßigt rein – bzw. kostenlos, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wer eigentlich den Eintritt für die Gruppe bezahlt hat.

Im Park war es sehr schön, und die Übung war klasse. Hat uns allen was gebracht, auch dem Gefährten.

Es ist ja interessant, dass ausgerechnet die humanistischen Therapiemethoden wissenschaftlich nicht anerkannt sind. Die helfen nämlich wirklich, allerdings sprengen sie uns, wenn wir uns drauf einlassen, auch aus der ungesunden Normalität. Und die könnte ja dann nicht mehr so wunderbar reibungsvoll funktionieren. Also logisch, dass die humanistischen Therapiemethoden nicht wissenschaftlich anerkannt sind.

Nach der Unterrichtseinheit, es war Nachmittag, sind der Gefährte und ich noch bisschen durch den Park geschlendert.

Dann haben wir uns getrennt – er in die Muckibude, ich zum Einkaufen und Kaffeetrinken.

Einkaufen wollte ich im mannheimer Alnatura, doch da gabs weder Mangold noch sonstwas, das mich wirklich anmachte. Fast hätte ich Champignons genommen, nur hatte ich leider meine waschbaren Gemüsetäschchen nicht mit, und dort gabs nur dünne Plastiktüten fürs Gemüse. Und irnzein anderes Gemüse, das ohne Tüte transportierbar war und das ich schon wieder vergessen habe, hab ich auch wieder aus dem Wagen geräumt, als ich sah, dass es aus nem fernen Ausland kam.
Bin also wieder raus, ohne was zu kaufen. Vorbei an Türmen von Plastikbechern gefüllt mit veganem Cappuccino.

Ich kauf nicht mehr gern im Alnatura. Nur Rossmann hat noch absurdere Plastikorgien zu bieten. Auch dort kauf ich fast nie, genau deswegen. Ich werds ihnen demnächst mal wieder per Mail schreiben. Euch rate ich auch dazu, und außerdem: Plastikfreier Juli steht an.

Immerhin kann ich auch Alnatura danke sagen, weil ich doch mit etwas aus dem Laden raus bin: Es gab müde Tomaten- und Paprika- und Auberginenpflanzen zu verschenken, und nu haben wir noch ne Tomate und eine Paprika auf dem Balkon. Bin SEHR gespannt!

Von dort aus bin ich direkt ins StarCoffee, wode auf selber mitgebrachte ToGo-Becher 30 ct Rabatt bekommst. Ich hatte wieder eine volle Stempelkarte, und so gab es wieder einen Eimer voller Cappuccino. Nicht vegan, dafür ganz plastikfrei.

Was auch sehr schön war: Die Stadt war heiß und teilweise still – eine ganz eigene, magische Atmosphäre. Und die Luft schwer vom Schokoladenduft.

Zurück in LU wars überhaupt nicht still, den dieses Wochenende ist Stadtfest. Es war richtig viel los auf den heißen Straßen. Ich bin erst mal zu dem anderen, größeren ludwigshafener Bioladen geradelt. Wir haben hier nämlich kein Alnatura, dafür zwei richtig nette echte Bioläden. Gestern hatte der Laden zwar schon zu, die Tür stand allerdings noch offen, und ich bekam freundlicherweise noch paar Blätter des schon weggeräumten Mangolds aus der Kühlung geholt und verkauft. Regional und unverpackt.

Dann musste ich durchs Getümmel.
Ich bekam den Startschuss vom Stadtlauf mit und war kurz sehr bewegt von den wackeren Läuferinnen und Läufern, bis ich merkte, dass die im Kreis laufen, und das viele, viele Runden lang. Und dass ich mit meinen welkenden Pflanzen und dem Mangold in der MItte vom Lauf gefangen bin.
Ich habe sehr lange an einer Stelle gewartet, ob sich eine Lücke zwischen den Laufenden auftut, durch die ich schnell mit meinem Fahrrad durchgekonnt hätte. Richtig schnell konnte ich nicht, weil ich mir das Absperrungsband hätte hochhalten müssen, und das hätte zu lange gedauert. Ich kam also nicht weg, und die Sonne bretterte. Und kein Ende in Sicht.

Schließlich bin ich ratlos rumgefahren, traf auch andere Gefangene, und dann kam ich an einen Streckenabschnitt, wo sehr SEHR nette junge Lauf-Helferinnen für uns im passenden Moment die Absperrung hochhielten, so dass wir durchflutschen konnten. FREI! Danke!

Zuhause – von der Sonne heißgebraten und erschöpft – haben der Schnusel und ich erst mal heftig gechillt, auch viel noch besprochen, was wir bei der Übung im Park erlebt und gelernt haben. Und dann, es war schon dunkel, sind wir noch mal raus, um ne Runde übers Stadtfest zu drehen. War schön, war nett, und dass wir zwei Stubenhocker überhaupt noch mal raus sind, das war ein Wunder.

Ne Karte kam auch
die war von Däd und Bille
Molli im Gelben.

Das war gestern. Schöner Tag.

 

Heute.

Heute ist ein Comptag. Alles irnzwie genervter als gestern, mehr Stress. Dabei hab ich heute frei und muss gar nichts.

Auch interessant.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die nachmittags draufgetropften roten Tintenflecken vom Parkettboden wegbekommen habe. Sah erst nicht danach aus, dann halfen Natronpaste und Spülischaum.

Außerdem ist heute wieder so schönes Wetter. Diesmal kühler, dicke fette Wolken, Regenlicht ohne Regen.

Und ich liebe so sehr diese seltsamen, tropisch wirkenden Bäume, die hier wachsen. Z.B. gegenüber meines Fensters, überm Parkplatz bei der Kirche. Die bekommen so Schoten, die sehen aus, wie Carob vom Affenbrotbaum. Wächst der überhaupt in unseren Breiten? Und wenn nicht: was ist es dann?

Apropos Parkplatz bei der Kirche:
Heute Vormittag guckte der Gefährte aus meinem Fenster und rief „Hey, der hat mein Auto vollgespritzt mit Weihwasser!“
Tatsächlich! Da ist der lokale Papst übern Parkplatz und hat die Autos gesegnet. Wie nett!

Besseres Foto hab ich in der Schnelle nicht geschafft. Ist das nicht schnuffig? =)

Jo, und das wars nu für heute. Ich leg gleich noch ne Patience, und dann filmgucken und schlafen. Morgen ist Schule, da machen wir noch mal Leere Stuhlarbeit. Wie schön. Und compfrei ist morgen auch. Wie schön!

Parkett ohne Fleck
Autos heilig bezaubert
der Tag gerettet.

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Donnerstag, 22. Juni & Freyjatag 23. juni 2017 ~ Dankesammlung

Gestern.

Gestern war’s heiß. Ich war in der HPΨ-Schule und habe in der Pause den ersten Kaffee des Tages getrunken. Ohh, war der gut.

Danke für den köstlichen, belebenden Kaffee!

Am Coffeeshop steht eine Litfaßsäule, deren Plakate mich sehr erfreut haben. Wunderbar klare Message, find ich: „Nach der Freiheit ist vor der Freiheit“ und dazu die austauschbaren ‚gewählten‘ Maskenköppe. Nach der Freiheit ist vor der Freiheit!

Auf dem Heimweg, als ich auf die Brücke zustrampelte, hinterm Schloss, roch es so gut, so sommerfernfreudefreiheitreisemäßig – das ist der Duft von Eisenbahnschienen, die in der Sonne braten. Ich liebe diesen Geruch. Danke dafür!

Mehr kann ich von gestern nicht berichten. Der Rest des Tages verschwimmt in wabernder Hitze. In meinem Reinschreibebuch finde ich ein versuchtes Gedicht, zerlaufen und verschwommen in einem Kaffeetassenring. Ich werde paar Zeilen rekonstruieren.

Sommerstadt – schwere Schwaden
fluten durch die Straßen
Kaffee tropft und Regen tropft
Das Hirn verliert Gedanken.

Nee, reimt sich nicht.

 

Heute.

Heute sag ich mutig – ja, unerschrocken und zuversichtlich! – im Voraus DANKE, dass wir endlich putzen.
Falls der Gefährte, wenn er demnächst von der Arbeit heimkommt, doch nicht mehr will (es war seine Idee!), dann sag ich auch dafür danke. Wenns nach mir geht, dann machen wirs heute. Kurz vorm Neumond: beste Zeit.

Heute gibts wieder Mangold.

Es ist ein bisschen kühler geworden. Ein kleines bisschen.

Dieses Fahrrad erfreut mich jedesmal, wenn ich dran vorbeifahre. Demnächst mach ich auch mal ein gutes Foto davon…

Jetzt will der Mangold mich sehen.

Das Gedicht…

Mangold aus dem Topf
auf dem Balkon in den Topf
und auf die Teller.

Nee, das kommt nicht in die Sammlung Unsterbliche Vetch Gedichte. Ich nenn die anders…

 

Wenn’s so kommt, wie ich denke (putzen), dann sehr wahrscheinlich bis übermorgen, ihr Lieben.

 

12. Juni 2017, Montag ~ Dankesammlung

Vormittags wars schon so schön. Das Licht in der Wohnung, darin die bunten Flecken der Glaskristalle, die wir überall aufgehängt haben. Das  Gewucher auf der Dachterasse erfreut mich jeden Tag, und immer wieder kommen neue Überraschungen. Heute hab ich Borretsch entdeckt! ❤

Sorry, ich konnte nicht widerstehen und hab mal wieder so ne beknackte gif gemacht. =)


Go, Borretsch, GO!

Dann die wunderbare Schwüle. Ich mag das. Ich habe Räucherstäbchen angezündet, und als ich aus der Küche ins Wohnzimmer guckte, sah ich — hier ist was mit dem Licht, an diesem Ort. ❤


Kleiner ZauberRauchDrache. ❤

 

Am frühen Nachmittag sind wir nach Mannheim gefahren, um ein paar Dinge zu erledigen. Unter anderem das: Der Gefährte hat sich ein schönes Fahrrad gekauft, wofür auch ich sehr dankbar bin, weil er jetzt nicht mehr meins nehmen muss.

Auch dankbar bin ich, dass das so schnell ging. Ich hatte schon befürchtet, dass Wochen des Abwägens, Vergleichens, Rumrechnens und Bestes Angebot Suchens auf mich zukommen. Nee. Rein in den Laden, gesehen, gekauft. So wie ich vor gut nem Jahr (war auch derselbe Laden). Wunderbar! ❤

Morgen laufen wir nach MA, bzw. ich werd auf meinem Rad neben ihm herrollen, um sein neues Rad abzuholen. Dann fahren wir zum Wochenmarkt, dann trudeln wir noch bisschen rum. Möge das Wetter morgen so schön sein wie heute!

Es war schön in Mannheim. Warm, bunt, und heute roch die Stadt wieder nach Schokolade. ❤ Ist ja immer noch home turf für uns. Wir haben jetzt zwei Städte als Zuhause. ❤

Der Wind ist sehr wild heute. Die Sonne brutzelte, das gelbe warme Licht brachte alles in Klarheit und Weite zum Leuchten. Am Neckar ließ jemand einen Drachen steigen.

 

Heute sind Drachen in der Luft
am Fluss und zwischen Räumen
Sylphenwolken, Schokoduft
wilder Wind in Straßen und Bäumen

Schirme leuchten, Blumen vibrieren
Katzen kratzen an Scheiben.
Der Mandelkäse ist nur was zum Schmieren
und ich werd ihn mir trotzdem einverleiben.

Unsere Waagen sind vom Satan besessen!

Aber von vorne.

Mein Schnusel und Gefährte, der Oger, geht ja schon seit paar Jahren in die legendäre Muckibude — onaschd wie wo onaschda — und dort wurde ihm vor einiger Zeit von einem Trainingskollegen ein Buch geradezu aufgedrängt, das der Gefährte dann höflicherweise angenommen und heimgebracht hat. Das Buch heißt „Bigger. Leaner. Stronger.“ Du meine Güte. Und die Website des Autors ist auf den ersten Blick dann noch schlimmer als meine Vorurteile sie sich ausgemalt haben. Muscle for Life

Weiterhin aus Höflichkeit hat der Gefährte angefangen, das Buch zu lesen, um es dem Kollegen dann schnell zurückgeben zu können.

Wie sich rausstellt ist das Buch ne Perle und der Autor ist – mir fällt keine passenden Bezeichnung ein… gut drauf, voll in Ordnung, korrekt, klug, heilsam unterwegs, sympathisch, einer, der aus der zivilisatorischen Trance erwacht ist. Im Buch geht es natürlich um Muskelauf- und Fettabbau, aber in den ersten Kapiteln geht es erst mal um Reklame, Kommerz, wie wir verblödet werden und wie wir uns dagegen immunisieren können. Matthews ist zu diesen Einsichten gekommen, weil er die Nahrungsergänzungstoffe und die Lügen und Manipulation der Industrie leid war – und er hat dabei ganz grundsätzliche – m.E. auch spirituelle Erkenntnisse – gewonnen.

Aber ich wollte hier keine Werbung für Michael Matthews machen – oder doch, klar! – das ist bloß der Einstieg zu meinem eigentlichen Beitragsanliegen.

Der Gefährte hat sich das Buch nämlich inzwischen selbst gekauft und voll inspiriert und beseelt angefangen, die Tips daraus umzusetzen. Weil sie einleuchten und logisch sind. Das hat mehrere Dinge zur Folge. Erstens, dass er in ziemlich schneller Zeit einiges abgenommen hat (fett war er ja vorher eh nicht) und tatsächlich ein Sixpäck entwickelt hat. Und so. Und dabei ist er noch gar nicht am ‚bulken‘. Na, da kann ich mich ja noch auf einiges freuen, hehe.

Aber das ist auch noch nicht, was ich erzählen will. Sondern:
Zweitens hat das Umsetzen des Buchtips zur Folge, dass der Gefährte seit einigen Wochen fast alles, was er isst, erst auf der Küchenwaage wiegt. Wir haben so eine Superwaage, die aufs Gramm genau anzeigt.

Vor einigen Wochen, ich saß mit meinem vollgehäuften dampfenden Teller schon am Tisch, während der Gefährte seine Portion in der Küche auf die Waage packte.
Und ausrief: „Unglaublich! Schon wieder! Ich tu den Reis nach Gefühl auf den Teller, stell’s auf die Waage, und dann – komm her, das musst du sehen!“
Ich steh also auf (seufz), schluffe in die Küche und guck auf die Anzeige der Waage. 666 g
„Das ist jetzt das dritte oder vierte Mal!“ sagt der Gefährte.

Na schön, der Gefährte mag Metal Musik, er hat ungefähr im Gefühl, wieviel Reis er zur Mahlzeit haben will, das ist halt nen lustiger Zufall. Es ist danach wieder passiert, aber mei, unbewusst können wir so viel mehr als wir bewusst glauben. Er kann halt seine Reiskörner nach Augenmaß auf genau 666g abmessen.

Wir haben gelacht, 666-Witze gerissen („668 – the neighbour of the Beast!“ „Sick, sick, sick, the humour of the Beast!“) und das wars – bis neulich, als der Schrei aus dem Badezimmer ertönte, wo der Gefährte sich auf die Personenwaage gestellt hatte. Sechsundsechsig Kilo komma sechs.

Und das ist jetzt fast jeden Tag der Fall. Und ich beginne mich zu wundern.

 

Zurück

Ich bin schon seit vorgestern wieder da. Hab erst mal Zeit zum Ankommen gebraucht. Oh wie FROH bin ich, dass ich wieder zuhause bin, in Mannheim. Ich bin so froh, dass ich nicht mehr in Köln wohne!

Sheila und Ali im Hotelzimmer. Das war kein teures Hotel…

Immer, wenn ich rausging, hatte ich den Impuls, Sheila und Ali mitzunehmen, um ihnen Köln zu zeigen. Dann hab ich überlegt, wie das aussieht, wenn aus meiner Tasche diese zwei Nasen rausgucken und ich mit ihnen rede. Dann hab ich sie im Hotelzimmer gelassen. Mit ein bisschen Bedaudern.
Naja, es war ihre Hochzeitsreise, und sind aus dem Hotelzimmer nicht rausgekommen. Auch stimmig.

Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich fast keine Fotos gemacht. In den Fotos, die ich gemacht habe, ist eine Tristesse, die ich wiedererkenne: Es ist das Grundgefühl, das ich hatte, als ich in Köln lebte.

Ich zeige hier paar Fotos, weil sie abbilden, wie ich mich in Köln gefühlt habe. Schöne, gute Fotos hätten nicht gepasst. Außer als wir im Museum waren… dazu unten noch.

Um den Zülp rum und die zülpicher Straße entlang schien es mir runtergekommener als früher. Das ist, glaub ich, die Wahrnehmung einer älteren Dame, die die hippen Läden und coolen Schuppen ihrer Jugend nicht mehr findet.
Da gibts jetzt andere schicke Konsumtempel mit buntem Schischi für die Jugend und Junggebliebene und ranzige Schuppen, die ich nicht kenne und nicht betreten mag.
Aber wenn ich mich ehrlich zurückerinnere, fühlte ich mich damals in einem der ranzigsten Schuppen am wohlsten. Die hippen Läden allerdings, die sind nicht mehr da.

Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich bei diesem Besuch endlich mit Köln ausgesühnt habe.

Erst war ich entsetzt, weil es dort immer seelenloser wird. Die Einkaufszonen – Breite Straße, Pfeilstraße, um den Dom rum: Teure teure Läden, sehr viele Menschen und doch überwiegend tot. (In meiner Wahrnehmung zumindest.)

Diese drei Totenköpfe sind kurz vom Rudolfplatz (da gehts zum Kommerzzentrum) an einem Laternenpfahl. Kölns Wappen hat drei Kronen über elf Flämmchen. Totenschädel kannte ich noch nicht. Schick!

Köln ist durchdrungen von Reichtum und Tristesse. Und doch habe ich an manchen Ecken, vor alten Häusern, in Gassen, etwas gespürt, das Köln auch ist, seit hunderten von Jahren. Das wird halt zugewuchert vom Kapitalismus, vom Empire.
Und von Architektur. Köln ist die Stadt der Ampeln und der Architektur. Vollgestopft und zusammengewürfelt. Es architekturt sich den Arsch ab, in Köln.
Manches ist auch atemberaubend schön. Wie die neuen „Kranhäuser“ (finde ich).
Und was es kostet, darin zu wohnen, ist unanständig.

Es war auch unglaublich heiß und drückend und zwei Tage lang hatte ich eklige, einseitige Kopfschmerzen. Ein Besuch im Museum war Balsam und Heilung.

Ich bin mit Bildern und Objekten dieses Museums aufgewachsen, es war wie ein Besuch beim Clan, es war wunderbar. Außerdem ist das Museum selbst weit, klar, still, ein Tempel im allerbesten Sinne. Ein wirklich guter Grund, Köln zu besuchen, das Museum Ludwig.

Franz Gertsch: Marina schminkt Luciano, 1975

Jo, und mehr Zeigenswertes find ich nicht. Im Museum hab ich echt grässliche Fotos gemacht.

Und jetzt bin ich FROH, dass ich wieder in Mannheim bin. Meine Geplante Reise nach München nächste Woche hab ich grad gecancelt.

Jo, Sommer.

Ich hab gewusst, dass das dies Jahr seltsames Wetter gibt. Es war trüb und kalt, und seit gestern ist es heiß, was ja schön ist, und heute scheint auch ununterbrochen die Sonne, was auch SEHR schön ist, und dazu ist es so schwül, dass jede Bewegung sich anfühlt wie Schwimmen. Schwimmen in Klamotten, die am Leib kleben. Ich würde den Schrank nach einer lockeren Stoffhose durchwühlen, wenn mir das nicht zu anstrengend wäre. Vielleicht tu ich auch das Unvorstellbare und rasiere mir die Beine. Ich hab zwei Röcke und zwei sehr schöne, seitlich offene Hosen aus Indien, die ich dann anziehen könnte. Also, eins davon.

Ja, ich glaub, wenn das morgen so ist wie heute, dann tu ich das Unvorstellbare. Sich heute nach der Schule aus der engen, feuchten, klebrigen Jeans zu schälen war grauenhaft.

Auf dem Heimweg, noch mitten in der klebrigen, feuchten, engen Jeans, hab ich am Neckar paar Fotos gemacht. Heldenhaft, finde ich. Hier sind zwei davon.

Das Grafitto ist ziemlich neu und sehr cool – und davor dieses schnuffige Tier. Ich bin begeistert, das wir solche am Neckar haben! Was auch immer genau das ist.

Übermorgen solls wieder 10° kühler werden. Na dann. Morgen jedenfalls zieh ich eine der indischen Hosen an.