Martin Schulmann

Erfolg

Wisdom is when you understand what, previously, at best you only knew.
Idries Shah

Ich musste so über mich selber lachen!

Neulich habe ich warten müssen und aus Langeweile und weil ich nichts anderes dabei hatte, habe ich in meinem Reinschreibebuch gelesen.

Da kam ich zu einem Text, den ich aus einem Mondknoten Buch abgeschrieben hatte (Die Mondknoten und Reinkarnation von Martin Schulmann). Der Text bezieht sich auf die Mondknotenachse vom 10. ins 4. Haus. Es gibt verschiedene Häusersysteme. Nach Placidus geht meine Mondknotenachse vom 9. ins 3. Haus, aber wenn ich äquale Häuser verwende, was mir nahegelegt wurde, dann geht sie vom 10. ins 4. Haus.

Das ist alles nicht so wichtig…

Was ich erzählen will: Ich erinnere mich genau, dass ich mit den Mondknoten vom 10. ins 4. Haus so gar nichts anfangen konnte.
Die Achse 9->3 scheint mich perfekt zu beschreiben, in dem Text kommen so wunderbare Behauptungen vor wie
„Schließlich wird er als Bote bekannt sein, der allen Menschen die Information liefert, die sie grade brauchen — die ihnen im Moment des Hungers, wie Manna, vom Himmel in den Schoß fällt.“ und „Dieser Mensch ist wahrlich der geflügelte Götterbote.“
Ahhh, ja! Moi!
Gut, da steht noch sehr viel mehr, da war auch so ein blöder Satz von wg. „ewiger Schwätzer über Belangloses“….

Wie dem auch sei. Im Gegensatz dazu hab ich mit dem Text zu der Achse 10->4 überhaupt gar nichts anfangen können. Nicht nur, dass ich nicht erkennen konnte, was das mit mir zu tun haben soll, ich hab den Text teilweise gar nicht verstanden. Was ich z.B. an dem großen „HÄ?!?“ sehen kann, das ich im Reinschreibebuch hinter einen Absatz geschrieben hatte.
Der Absatz geht so: „Diese Seele ist an dem karmischen Punkt angelangt, wo sie sich für alle ihre Bemühungen nicht gewürdigt fühlt. Dieser Überrest aus früheren Leben basiert auf großen Leistungen um der Bewunderung und Anerkennung willen. Jetzt wird der Erfolg zur eigenen Belohnung.“

Oke, den ersten Teil hatte ich begriffen, und mich auch – ungern! – darin erkannt. Aber den letzten Satz hatte ich wirklich nicht verstanden!
„Jetzt wird der Erfolg zur eigenen Belohnung.“ „HÄ?!?

Ah, liebe Vetch. Du hast dir nun deinen Indianernamen verdient:
Steht-Auf-Dem-Gummirohr-Das-Wasser-Führt.

Der Satz bedeutet, o geflügelte Götterbotin, dass nicht die Anerkennung und die Bewunderung und überhaupt das Bemerktwerden deiner Taten durch andere der Erfolg sind, den du suchst, sondern die SACHE AN SICH.

Wenn ich also, z.B., einen wirklich guten Text schreibe und im Blog veröffentliche, dann ist das ein wirklich guter Text, ob den nun jemand liest oder nicht. Und ob es ein guter Text ist, das weiß ich selber. Das hat tatsächlich nichts mit den Danke-Klicks drunter zu tun. Zum Beispiel. Es gibt hier ein paar Beiträge von mir, die ziemlich unbemerkt versunken sind und mich trotzdem mit einer tiefen Befriedigung erfüllen.
Während einige andere, die mehr Klicks bekamen, diese Wirkung nicht haben. Auch wenn ich mich über Klicks sehr freue – sobald ich der Klicks wegen schreibe, werden meine Texte sowas wie Junk Food.

Das ist ja alles gar keine große, neue Erkenntnis, deswegen musste ich so über mich lachen. Intellektuell war mir das natürlich klar. Ich hatte es nur nicht begriffen.

Bezeichnenderweise kam das Verständnis einen Tag nachdem ich in der HPΨ-Schule in einer extrem tollen Unterrichtseinheit bei meinem Lieblingsdozenten ausgewählt wurde, vor der ganzen Klasse ein Übungs-Therapiegespräch zu führen. WOW! JAU! Wunderbar, ich zeig euch jetzt, wie’s geht, denn ich weiß, dass ich gut bin!

Gosh, hab ich versagt. Ich hatte gute Eingebungen, ich hab sie nur nicht umgesetzt, weil ich so dringend alles RICHTIG machen wollte. So, wie ich dachte, dass das Publikum (in dem Fall hauptsächlich der Dozent) es von mir erwartet.
Das hatte zur Folge, dass ich irgendwo war, bloß nicht bei der Sache.

Ja, das war ne eindringliche Lehre, diese Unterrichtseinheit!

Zum Trost und zum Abschluss noch ein Satz aus dem Text, der ein wunderschönes Versprechen beinhaltet. Und ich behaupte, das gilt für uns alle, egal wo unsere Mondknoten stehen:

„Die Seele muss aufhören, zu versuchen, Publikum für ihre Taten zu gewinnen und erkennen, dass das Publikum immer da sein wird, wenn die Taten groß genug sind.“

Yüdelü! Also los, auf zu großen Taten!

Advertisements