Muhmenpott

Hexe in der Stadt muss zum A-Amt

Ich hab diesen Artikel rüber in meinen mehr tagbuchartigen VETCHBLOG verschoben. Wer ihn da noch lesen möchte: hier entlang.

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Hexe in der Stadt muss zum A-Amt

Störungen haben Vorrang.
Ich habe angefangen, in meinem anderen Blog einen Beitrag zu StadtMagie zu schreiben, doch mir schwimmt was ganz anderes auf der Seele.

Denn ich habe morgen meinen nächsten Arbeitsamtstermin.

Ich habe in den zwei Wochen seit meinem letzten Termin fast keine meiner Hausaufgaben gemacht. Ich habe mich nirgends beworben. Ich hab einige Zettel mit Stellenvorschlägen mitbekommen. Die hab ich zuhause irnzwo hingelegt (nicht mal in den Muhmenpott ― die Einladung zum letzten Termin war ne zeitlang da drin) und seitdem nicht mehr angefasst. Ich habe vergessen, was draufsteht.

Und ich gehe morgen zum Termin.
Und ich werde auch jetzt, am letzten Tag, nicht in Panik die Zettel suchen, mich bewerben wie verlangt (ist eh bisschen spät jetzt) und dann ängstlich und mit schlechtem Gewissen (weil alles viel zu spät gemacht, und viel zu wenig) da morgen auflaufen und winseln.
Früher hätte ich das so gemacht. Alles lange aufgeschoben und dann vor paar Tagen panisch und widerwillig angefangen, meine Hausaufgaben zu erledigen. Um etwas in Gang zu setzen, das ich nicht möchte. Dann wär ich morgen schuldbewusst und ängstlich und als Wurst im A-Amt erschienen, weil ich mich als schlampig und faul empfunden hätte.
Und auch als unehrlich, weil ich das eigentlich alles gar nicht möchte, was ich da zugesagt habe.

Diesmal hör ich auf das, was ich möchte. Übe, ehrlich zu sein.
Ich werde morgen paar Beispiele mitbringen von dem, was ich ich gut mache, und ich werde fragen, was mit Selbstständigkeit ist. Ich bitte um Information und Beratung.
Ich bin hier diejenige, die was will.

Und ich bin sowas von gelassen, ich kanns gar nicht fassen.
Das ist neu, und ich bin DANKBAR.

 

 

Fortsetzung

 

 

 

Sonne! Sonne! Sonne!

Eben lugte sie kurz durch die Wolken und warf schöne Schatten, Farben und Reflexe auf den Tisch.

Und jetzt ist es wieder so trüb. Seufz.
Wenn die Sonne scheint, dann kann ich mir gar nicht vorstellen, dass es je anders war oder anders sein könnte.

Die Blütenblätter in dem Glas sammel ich vom Balkon, weil ich täglich Verblühtes abscheide. Und das kann ich ja nicht einfach in den Müll schmeißen.
Später kommts dann in meinen Muhmenpott.

Ich hab eben ein Foto von meinem Muhmenpott gemacht, weils ja alle brennend interessiert, wie der aussieht. Das Foto ist nicht besonders interessant geworden. Es hat nämlich inzwischen wieder geregnet und das Licht ist mau. Die StarWars-Bettwäsche gegenüber hängt schon seit Tagen da. Ob die diesen Sommer noch mal trocken wird?

Eya, das Muhmenpott-Bild.
Maues Bild, da kann auch die neu ausgepackte Lichterkette nix retten.

Da schwelg ich doch lieber noch bisschen in dem Licht von heute Morgen.

Muhmenpott

Ein Tag nach der Sommersonnenwende. Eben lugte die Sonne kurz durch die Wolken und warf schöne Schatten, Farben und Reflexe auf den Tisch.
Und jetzt ist es wieder so trüb. Seufz.

Die Blütenblätter in dem Glas hab ich auf dem Balkon gesammelt, wo ich täglich Verblühtes abschneide. Das kann ich ja nicht einfach in den Müll schmeißen. Erst kommen die bunten Blütenblätter in das Glas auf dem Esstisch.
Später kommen sie dann in meinen Muhmenpott.

Der Muhmenpott ist ne alte Tonvase, die ich schon seit – wow, die habe ich noch zu Schulzeiten angelegt.
Ich will nicht drüber nachdenken, wie lange das her ist. grusel Fühlt sich an wie neulich.

Der erste Input dazu kam mir in den 80ern, als ich noch zur Schule ging, durch ein Buch von Luisa Francia. Das war Zaubergarn, mein allererstes Hexen-Frauen-Sprit-Maggie Buch. Es lag bei uns in der Wohnung rum, weil Luisa Francia in einer Sendung meines Vaters aufgetreten war. (Mein Vater war damals beim Regionalfernsehn.) Ich hatte die Sendung nicht gesehen, er hatte mir nichts darüber erzählt, und ich kannte auch Luisa Francia nicht. Ich kannte nichts dergleichen. Und dann fand ich dieses hübsche Buch bei uns rumfliegen und war sehr sehr SEHR angetan davon.
Heute habe ich kein Buch von Lusisa Francia mehr, aber damals hat sie mich inspiriert und in gewisser Weise auch initiiert. Darum danke, Luisa!

Jedenfalls, in einem ihrer Bücher las ich was über das Anlegen eines Ahninnentopfes.
Bevor ich da jetzt lang drüber erzähle ― ich habe ->hier<- einen Blogeintrag gefunden, der den Ahninnentopf gut erklärt. (Das steht auch, in welchen Büchern von L. Francia der vorkommt: Steinreich und Der Magische Alltag. Ja, die hatte ich wohl beide. Ist mir ja auch beides ein Anliegen. <\8) )
Was mich damals gleich bewogen hat, den Muhmenpott anzulegen, war Luisas Beschreibung vom Schicksal der Dinge, die wir dann hineingeben. Der Muhmenpott/Ahninnentopf ist nicht nur für Schönes, sondern dient auch als Transformations-Kessel. Zum Beispiel für unangenehme Briefe und andere eher eklige Sachen, die uns vielleicht auf der Seele liegen. Die werden dann von den Ahninnen durch den Sand gezogen, in den Wind geworfen, verwirbelt, verkichert und in ihrer Wirkung verändert.
Sowas kann sehr gesund sein!

Ich hab ein Foto von 2003 gefunden, da hab ich noch in Passau gewohnt.

Das ist derselbe Muhmenpott, den ich Jahre zuvor noch zu Schulzeiten angelegt hatte. Heute steht er bei uns im Schlafzimmer auf nem Schränkchen.

Wenn ich auf Reisen gehe, nehme ich einen kleinen Muhmenpott-Ableger mit, ein Schraubglas, in das ich bisschen Krümel aus dem Mama-Muhmentopf fülle.
Unterwegs kommt dies und das dazu, und das kommt dann zuhause wieder in den Muhmenpott.

Ich kann das Anlegen und Pflegen eines Muhmenpotts nur empfehlen!

Muhmenpott