Musik

21. Mai ~ Dankesammlung

Puh. Heute war Putztag. Bevor ich angefangen habe, hab ich das Neueste Video von Teal Swan angeguckt, „The Rat Cage“ („Der Rattenkäfig“) – wie wir alle gefangen, eingekerkert sind und wie wir uns befreien können. Was ich mir vor allem gemerkt habe: attachment – Anhaftung. Das Haften an Dingen, Konzepten – irnzwas, alles, was wir mit uns selbst verwechseln. Als ich das hörte, fielen mir sofort die feuchten Flecken ein, die wir gestern hier an der Wand entdeckt haben. Ich bin so glücklich in dieser Wohnung, an diesem Ort. Es ist wichtig, dass ich mein Glück nicht damit verknüpfe. Ich kann dieses Glück auch an anderen Orten verspüren, falls ich hier nicht mehr sein könnte.

Putztag hab ich eingeläutet mit Spülen, dabei hab ich weiter über Teal Swans Worte nachgedacht, und dann hab ich meinen geliebten kleinen blauen Krug fallen gelassen. Es war wie in Zeitlupe. Ich hab den Schepperer schon gehört, bevor der Krug auf den Fliesen zersprang, und das Schrecklichste: Ich hatte und habe das Gefühl, wenn ich diesen Schepperer nicht ‚vorausgehört‘ hätte – ich hätte den Krug genausogut noch fangen können. Hab ich nicht.
Stattdessen hab ich erst mal heftig geweint.

Den Krug hatte ich vor Jahren in München in einem billig-Supermarkt in einer Wühlkiste gefunden. Er war perfekt, außen pastellblau, innen weiß, perfekte Form, wunderschön. Wunderschön. Ich hab nie wieder so einen Krug gefunden. Ich hatte ihn ständig in Benutzung, er war perfekt praktisch für meine selbstgemachte Pflanzenmilch. Ich habe den Krug geliebt. Ich habe mich jedesmal gefreut, wenn ich ihn gesehen, angefasst, verwendet, gespült, weggeräumt habe. Ich glaub, ich hab noch nicht mal ein Foto von ihm. Ich hatte welche machen wollen, bald, weil ich genau zu diesem Krug einen Danke-Beitrag habe schreiben wollen.
Und heute habe ich ihn fallenlassen, und jetzt sind seine Scherben im Müll. Ich bekomme grad wieder nen Klumpen im Hals.

Nebenbei, neben dieser kindlichen tiefen Trauer über den Verlust meines sehr geliebten, superschnuckligen, niedlichen Schnuselkruges, gehen noch andere Überlegungen und Empfindungen in mir ab. Was ein Luxus, über einen Krug zu weinen. Wenn ich weiter keine Sorgen habe, gehts mir doch gut.

Nee. Ich bin traurig!

Und dann ~ na klar, ich verstehe. Anhaftung. Der Krug ist mir nicht runtergefallen, er ist nicht wo runtergerutscht oder so. Ich habe ihn fallenlassen. Ich verstehe. Es fällt mir wirklich schwer, dafür „danke“ zu sagen… und doch.

Der Gefährte kam dann nach hause (war in der Muckibude gewesen). Sah draußen schon die Scherben im Müll zum Runterbringen; er wusste, wie sehr ich den Krug gemocht hab, und er hat mich liebevoll getröstet. Das hat wirklich geholfen, danke! ❤
Er sagte genau dasselbe  dazu – nicht haften, gehn lassen. Außerdem versprach er mir einen neuen Krug.

Ach, wenn das so einfach wäre. Wir haben schon im Internet geguckt, und ich hab all die Jahre die Augen offen gehalten. Der kleine Krug war in seiner schönen Schlichtheit etwas ganz Besonderes. Leider.

So, und jetzt genug davon. Etwas in mir ist echt traurig, und das könnte noch ne Weile anhalten, wenn ich Milch mache oder die Lücke aufm Regal sehe. Und ein anderer Anteil tröstet den traurigen Anteil und weiß: Das war bloß ein Krug, und wenn ich nicht so dran gehangen wäre, dann hätte ich ihn heute nicht runtergeschmissen. Es könnten krassere Dinge in meinem Leben geschehen, damit ich lerne, nicht so anzuhaften. Das war ein Weckerklingeln, der Schepperer heute.

Jo.

Später ist mir noch was aufgefallen. Der Gefährte hat zum Putzen den Soundtrack zu Skyrim aufgelegt. Den mag ich gern  – und doch… Mit der Zeit hab ich gemerkt, wie mich diese Musik runterzieht und noch mal richtig deprimiert. Low vibration. Dieses Drama, diese Verzweiflung, alles so SCHLIMM oder großartig, so GEWALTIG, dräuendes Verhängnis, Verzweiflung, Heldentaten… Mega-Monster-DRAMA.
So ne Musik, solche Gefühle: Empire. Täuschung, unheilsam. Alle spirituellen Menschen, die ich erlebt habe, live oder per Medium (Buch, Hörtext, Video… ahja, und Friedrich), die mir weitergeholfen haben, kommen völlig ohne solches Drama aus. Da ist eine Leichtigkeit, Humor, der kosmische Kicherfaktor ist spürbar. Und manche haben ultimaten Schrecken erlebt – Viktor Frankl fällt mir ein, der Jahre im KZ überlebte. (Er ist der Begründer der Logotherapie, von der ich hier schon geschwärmt habe.)

Ich hab die Musik eben gewechselt; hab die CD von Prof Surinder Singh aufgelegt, die wir neulich beim Konzert gekauft habe. VIEL besser. Organisch, heilsam. DANKE! ❤

Jo. Geputzt haben wir (auch dafür DANKE! ) und es ist auch schon bisschen spät geworden. Ab ins Bett, morgen HPΨ Schule.

edit
Achja, und beim Putzen hab ich auch noch meine Heilige Kichererbse eingesaugt! Weia! DRAMA und Elend heute!
Jetzt muss ich lachen; naja, Kichererbsen hab ich genug im Schrank, die ist schnell ersetzt.

6. Mai ~ Dankesammlung

Ich hock hier zwischen gepacktem Zeugs aufm Boden in meinen Zimmer, der Gefährte wischt draußen alle Böden (heute ist Putztag), und wenn trocken ist, fahren wir los nach München. Ich werd nämlich hingefahren, danke, oh Oger ❤ Smoooch!

Gestern das Konzert war sowas von schön! Die Sängerin, Nawal, war letztes Jahr Anfang April schon mal bei uns und nahm am mannheimer Zik’r (Sufi-Musik-Meditation) teil. Das Konzert fand im Sufizentrum statt – das klingt so großartig – das ist ein großer Raum. Hier (Foto von letztem Jahr):

Auf der Bank unter dem Bild von Inayat Ali Khan und seiner Musiktruppe saßen Nawal und Ali Ungan, wir saßen auf den Bänken, das Licht war schöner als auf dem Foto. Es war absolut unplugged, ohne Mikro. Wir haben teilweise mitgesungen – so wurde es auch ein bisschen ein Zik’r.

Hachja. :‘) Das war ein Wunsch, der sich erfüllt hat. Er erfüllt sich ja immer, wenn wir dort am Zik’r teilnehmen; gestern wars noch mal besonders magisch.

Nawal brachte was zur Sprache, das mir zur Zeit oft begegnet. Ich habe den Eindruck, es ist eine Vibration, die grad um die Welt und durch uns durch geht: Das ‚Negative‘ anzusehen, zu verstehen und zu integrieren. Dem Negativen mit Liebe zu begegnen. There is nothing that is not God, sang Nawal, es gibt nichts, das nicht Gott ist. Teal Swan hat dazu grad letzten Samstag, selbst sehr bewegt, ein Video gemacht (englisch). Ich werd auch noch einiges dazu schreiben, hab ich ja die Tage schon. Ist leicht gesagt und hingeschrieben und auch keine neue Idee. Neu ist die Verbreitung, und für mich, dass ichs auch endlich einigermaßen verstehe, so dass ich damit was anfangen kann, praktisch.

Danke also für das Konzert und die Erkenntnisse und ihre Anwendung. Das ist alles Heilung. ❤

Dann auch noch danke – das war alles gestern, und heute bewegts mich weiterhin – für einen sehr schönen Traum, den ich morgens hatte und der mir inzwischen von jemandem aufs Wunderbarste auch gedeutet wurde.

Und jetzt mach ich hier Schicht und fahr nach München. Hoffentlich bin ich dort online.

Wie auch immer: bis bald! =)

2. Mai ~ Dankesammlung

Achgosh, heut habe ich so viel! Ein kühler, regnerischer Tag voller Geschenke.

Wir haben diese Woche wieder keine Schule, stattdessen war ich heute bei einer Freundin eingeladen. Sie wirkt seit einigen Monaten mit Klangschalen, und wie sich das gefügt hat, das ist auch eine durch und durch magische Geschichte. Sie wird sich demnächst in ihrem Heimatland damit selbstständig machen, und das heute war ihr Abschieds- und Neue-Wohnung-Einzugsgeschenk an mich.

Um zu ihr zu kommen, musste ich eine bestimmte Bahn nehmen, und ich bin schwer ausm Bett gekommen (ich bin KEINE Morgenperson…) Beim mühsamen, bisschen zu späten Aufstehn war mein erster Gedanke: Oje, jetzt hab ich nicht mehr genug Zeit für alles, was ich machen muss…
Mein zweiter Gedanke war, weil ich ja doch langsam klüger werde: Ja, genau. Da hab ich grad klar und deutlich meinen Wunsch ans Universum geschickt – „Ich hab nicht genug Zeit“ – und das Universum in seiner kosmischen Freundlichkeit wird ihn mir erfüllen. Storno! Ich habe genug Zeit für alles. Ich mach alles in Ruhe, und die Zeit reicht.
Und genauso wars. Ich hab noch meine Ohrringe sortiert, weil ich am Ende, nach gemütlichem Eins-nach-dem-andern-machen, noch ne Viertelstunde übrig hatte, bis ich ausm Haus musste. Danke! ❤

Die Klangschalenmassage war wunderbar. Danke! ❤

Auf dem Heimweg hab ich meinen Mai- und Sommer-Anhänger in eine Kastanie gehängt, um ein Foto zu machen.
Und da hatte ich plötzlich einen kleinen dicken Jungen an der Backe, der auch Fotos machen wollte. Er hat ein paar Fotos von dem Sperrmüll gemacht, der da auch rumlag. Das war irnzwie… schnuselig. =)
Zuhause hatte das Moll wieder mal Schmuseanfall und ist dann mit der Pfote über den Augen eingeschlafen.
Und – hehe, Konsum – wir haben ein neues Möbel.

Danke! =) ❤

 
Achja, und dann kam noch eine Freude: im Godharma-Blog hat Sungomed nen wundervollen (voller Wunder) Beitrag gepostet: Das Ramayana oder „Sita sings the blues“ | Godharmaspirit, und in einem Kommentar dazu noch einen Link zu lieblicher, schöner Musik, die ich heute Abend sehr genieße. Ich bette das Video hier auch ein, und wer Indisches mag, schaue sich den verlinkten Artikel an! =)

Danke! ❤

Letting go

Okeee. Worauf soll ich warten. Dass die Fee mir ein Tonstudio anbaut und ich wundersamerweise perfekt eingesungen bin, göttliches Timing habe und jeden Ton zielsicher —
Naja, Letzteres ist durchaus im Rahmen des Möglichen, bzw. etwas, das ich selbst von Gesängen erwarte, die veröffentlicht werden ~ nur, ich bin nun mal nicht richtig eingesungen. Und ich hab kein Tonstudio. Und so.

Was ich habe, ist neue große Freude am Musikmachen, und ich habe jetzt beschlossen, dass ich paar Songs online stelle, auch wenn sie meinen Ansprüchen nicht genügen aus mehreren Gründen: Soundqualität, Geklampfe und Gesang sind nicht gut genug. Also – alles.

Und das ist mir jetzt EGAL, weil, ich wart jetzt nicht mehr auf die Fee oder dass ich plötzlich zum Klampf- und Singwunder werd.

Ich hab natürlich doch ein Tonstudio…

 
Also. Als erstes das Lied-bei-Abnehmenden-Mond-zu-singen. Was jetzt gar nicht passt, weil der Mond zunimmt, aber ich sach euch was: Statt „this is a time of falling tide“ singste einfach „This is a time of rising tide“ et voilà!

 

Desweiteren hab ich eine unbedarfte Version vom Aufbrechen-Lied.

 
Das reicht erst mal.

 

aufbrechen

Wow, keiner meiner Artikel hat je so viele „gefällt mir“s bekommen, wie der zum Besten Eis der Welt.
Drum gibts jetzt nur noch Rezepte auf diesem Blog.

Ja genau.

Eigentlich wär der nächste Mondpost fällig — dazu ist morgen auch noch knapp Zeit, es hat sich grad was dazwischen geschoben.

Heute war ich bei einer HPΨ-Mitschülerin zum Singen. Das haben wir vor den Ferien beschlossen und uns jetzt zweimal bereits getroffen. Darum haben ich seit ewig langer Zeit mal wieder in den Liederzetteln gekramt und die Gitarre zur Hand genommen. Und gesungen. Auch eben noch, und da hab ich die Kladde mit meinen eigenen Liedern hergenommen – da ist so ein liebes nettes Spätsommerkinderlied drin, und dann fand ich ein Lied, das ich 2002 geschrieben hab, so stehts drüber. Seltsamer Text – naja, ich weiß natürlich, was ich damit meine. Keine Ahnung, ob es anderen auch so geht.

Jedenfalls, ich hab das Lied jetzt zweimal gesungen und dabei zweimal zu weinen angefangen. Das gute Weinen, Schmerz und Sehnen und an die Quelle kommen. Weil ich also das Lied zur Zeit nicht sauber singen kann, weil ich dabei weine – und weil ich mich sowieso erst paar Tage einsingen muss – gibts (noch) keine Audioaufnahme von dem Lied, aber ich habe Hier&Jetzt das Bedürfnis, den Text zu posten. Halt so.
Jo.
Here goes.

 

Wenn ich mit dir in einer Kapsel wär
um uns das tiefe All
und die Wärme und die Luft
gingen uns langsam flöten
Ich frag mich, wer uns dann retten würd
und wohin ichs gerne hätte
Dass die Flucht nämlich vorbei ist
dass die Flucht in Reise übergeht.

Ich hab im Fernsehn diesen Film gesehn
übers Dreieck von Atlantis
da blinken die Inseln aus dem Meer
wie Sterne aus dem Raum
So leuchtete vor Jahren
aus der Glotze mal ne coole Rumreklame
und Afri-Cola fand ich schon als kleines Mädchen toll.
 
naja
 
Dieses Kind ist in der Stadt geborn
diese Jungfrau war an vielen Stätten
im Sinnen und im Sehnen und im Leib
allein
noch immer inner Kapsel
wie ein Samen unterwegs
will ich aufbrechen
aufbrechen
und mich säen!
 
So viel Kids wern in die Welt geborn
so viel Seelen suchen ihre Stätte
im Sinnen und im Sehnen und im Leib
allein
in unsren Kapseln
so wie Samen unterwegs
wolln wir aufbrechen
aufbrechen
und uns sehn.
 

 

Nach-dem-Neumond-Bericht

Das war ein sehr schöner Neumondtag gestern. Zum Schluss saß ich tatsächlich auf dem fliegenden Teppich

Trotz zu späten Aufstehens hatte ich morgens doch Zeit, ein bisschen zu sitzen. Gut, weil ich mir das vorgenommen hatte, und dann muss ichs auch wirklich machen. Das ist Training des Selbstvertrauens (-> ich kann mir trauen, wenn ich mir selbst was verspreche).

Auf dem Weg zur Schule in der Straßenbahn las mir gegenüber ein kleiner Junge seinem Vater aus seinem Schulbuch die Geschichte von Ikarus vor. Als ich ausstieg, sah ich an einem Laternenpfosten einen Aufkleber von nem DJ oder was weiß ich:

Das nenn ich Synchronizität. Jaja, der Aufkleber wäre mir an einem andern Tag nicht aufgefallen. Trotzdem.
Ikarus hat mich den Tag begleitet. Erste Ergebnisse: Es ging mir ziemlich lang das Lied „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“ im Kopf rum. Wow. Manchmal quält mich mein innerer DJ-Dämon sehr.
Ich dachte außerdem über Hybris nach und hatte auch mal Grund und Gelegenheit, das Wort zu verwenden. Ich seh die natürlich oft bei andern… und doch, und doch… irgendwie hab ich den Verdacht, es könnte auch was mit mir selbst zu tun haben …
Ich bewegs weiter im Herzen.

In der Schule hatte ich mein Licht aufm Pult:

Es sind auch einige Mitschülerinnen mit dabei bei der Mondmedi, was mich sehr freut!

In der Pause ergab sich eine Runde um den Kaffeemaschinentisch zwecks Unterhaltung. Ich holte das Tarot-Deck dazu, um mit dem Bild der Sonne etwas zu illustrieren. Daraufhin wollten einige Ladies eine Karte ziehen. Ich war sehr in meinem Element.
Nu keinen Höhenflug (Ikarus) ~ trotzdem überlege ich, ein Seminar zu Tarot abzuhalten. Kostenlos; der Preis, den die Interessierten bezahlen müssen ist, mich ungebremst reden zu lassen. Ich kann lang und viel und reichlich zu Tarot reden, oh ja, und ich machs GERN.
Ist alles Training.

Abends waren mein Gefährte und ich seit langer langer Zeit endlich wieder bei den hiesigen Sufis zum Zik’r. Das ist eine Gruppen-Meditation mit Musik und Singen, ums ganz schlicht zu erklären.


Es gab neue Sitzbänke, und es waren richtig viele Leute da. (Die sitzen auf dem zweiten Bild alle noch an dem andern Tisch beim Tee.)

Vor dem Zikr wurde noch etwas gelesen, es ging dabei u.A. um Eitelkeit, Stolz, Überheblichkeit – das arabische Wort dafür habe ich leider vergessen. Kabria oder so. Ich muss nächste Woche noch mal fragen, oder hier kann mir vielleicht jemand weiterhelfen.

Sehr faszinierender Text: Diese Eitelkeit ist Teil von uns, hieß es da, sie ist von Gott, und wenn wir sie bei uns ausmerzten, würden wir sterben. Stattdessen ist sie zu schleifen und zu verfeinern – ich erinnere mich, dass es hieß, wenn sie als derber Dornenstrauch im Garten wächst und wir sie ausreißen, dann kommt sie im selben Garten als Apfelbaum zurück, und wenn wir den fällen, kommt sie im selben Garten als duftender Rosenstrauch zurück.
Ich denke darüber nach, mir gefällt das. Unser … wie soll ich ihn nennen… Lehrer, Musikmeister, Freund, Anleiter – Mehmet halt, nannte das im Gespräch nachher „Stolz in Gott“. „Wie ein Schwan“, sagte er und seine Köpersprache dazu sagte ‚aufrecht, selbst-bewusst und prächtig‘.
Es ist unsere Aufgabe, aus unseren Gaben etwas zu machen. Nicht grob, nicht aufdringlich, nicht stechend wie ein Dornenbusch.
Oke, jetzt Schluss mit dem Gedeute. Vor allem, da ich das nur aus dem Gedächtnis wiedergebe.
Und natürlich knüpfe ich hier eine Verbindung zu Ikarus.

Eine wunderbare Sängerin , Nawal, war auch zu Gast und begann den Zik’r mit kraftvollem, gänsehauterzeugenden Singen (ich empfand es als Ehre, dabeizusein und mitzusingen), und als wir schon mittendrin waren (auch so Klötze wie ich kommen so in leichte Trance) erhob ein begnadeter junger Mann die Stimme und trieb mir noch mal verstärkt Tränen in die Augen.

Ja, das war ein Glück und ein wundervoller Abschluss des Tages: singend auf dem fliegenden Teppich.

Neumond ist ein so schöner Termin zum Anfangen; der Zik’r hat uns gefehlt, wir warn bisschen träge und abgelenkt, und jetzt gehn wir wieder hin.

Jo, wie ich auch von andern gehört und gelesen habe: Das war ein schöner Neumondtag. Ich wünsch mir, dass es auch für euch so war.