Mut

Mein spiritueller Alltag

Hochspirituell. Außerdem

Rechenschaftsbericht StadtTour – Tag 5 oder so

Ich bin mit dem Zählen nicht mehr auf dem Laufenden.

Vormittags habe ich viel zu viel Zeit am Rechner verbracht. Es war gut, schöner Austausch, neuer Input. Bloß, meine Augen machen nicht mehr mit. Bzw. mein Auge, ich guck hauptsächlich mit dem Linken, weil das Rechte seit meiner Kindheit nicht gut sehen kann.
Ich will das nicht wahr haben, dass mein Augenlicht nachlässt, und ich wills auch nicht mit ner Brille noch weiter schwächen. Und ich will lesen und schreiben, auch („auch“ – harhar) am Computer.
Also Augentraining. Es soll ja schon helfen, ab und zu den Blick schweifen zu lassen und die Augen auf andere Entfernungen einzustellen. Nur liegt bei mir zwischen dem Ab und dem Zu eine viel zu lange Zeit.
Das MUSS ich jetzt ändern.

Dann hab ich reichlich neue Artikel angefangen ― in meinem Kopf. Dann hab ich das alles in den bei Input beschrieben Kessel geworfen (inzwischen muss ich wohl eher ‚gestopft‘ sagen). Das und noch andere Dinge. Bin sehr gespannt, was zu Vollmond rauskommt. Vielleicht kipp ich alles heimlich in einen Gully, wenn niemand guckt.

Jedenfalls, nachmittags hab ich mich endlich aufgemacht und bin durch die Stadt gefahren. Hab geübt, Leute wahrzunehmen und nicht wegzugucken, wenn ich welchen begegne. Was vorkommt. Ja, hier sind Leute. Viele Leute, immerzu und überall Leute.
Wider meine Erwartungen kommen von den Leuten neutrale, freundliche und sehr freundliche Vibes rüber, wenn ich sie wahr nehme. Ich rechne immer noch standardmäßig mit Ablehnung und Verachtung. Ja, ich weiß, das sagt viel über mich aus. Über meine Ängste, und auch über meinen Hochmut. Drum übe ich ja jetzt was Anderes.

Außer Leuten trafen mich in der Stadt Wilder Wind, viele Gerüche (vor allem exotisches Essen aus verschiendenen Läden) und reichlich spannende und schöne visuelle Eindrücke. Geräusche hab ich, wie ich grad merke, diesmal nicht besonders beachtet.
Gegenüber vom Marktplatz fand ich das:

Das kann ich fröhlich hier widergeben, ich bin zwar Computer- und Internetsüchtig, aber ich hab kein Schmartfon. Ich hab bloß ein Winzhändi, das mir hauptsächlich als Wecker diente, als ich noch arbeiten gehen musste.

Ich hab mich weiter treiben lassen, hier gibts noch viele Ecken, wo ich noch nie war.
Dabei hab ich so geguckt, wo und wie ich hier meinen Laden aufmach, und wow, da wurd mir mulmig und Ängste stiegen wieder hoch. Was hab ich, das irnzwer hier braucht? Was bild ich mir ein?!?
Die Lösung dieses Problems, fand ich unterwegs aufm Fahrrad, besteht nicht darin, aufzugeben oder die perfekte Idee zu haben, sondern zurück ins Hier&Jetzt zu kommen, mit offenen Sinnen durch die Stadt zu fahren und Vertrauen zu üben.
Es kommt eh immer alles ganz anders. Kosmisches Gesetz. Hier&Jetzt, Babe!
Fand noch nen schrägen Engel, und dann hab ich nen leckeren Kaffee getrunken und war öko-einkaufen.

Auf dem Heimweg übern Ring sah ich, als ich an einer Ampel wartete, neben mir auf ner kleinen Verkehrsinsel Lavendel stehen. Es waren Hummeln und ganz viele kleine Käfer drin, die das Lila mit hübschen roten Farbtupfern auffrischten.
Ich bin vom Rad gestiegen und habe zwei Stengel gepflückt (auch artig DANKE! gesagt), die sind für den Lammas-Kräuterstrauß. Lavendel vom Ring – essen würd ich den ja nicht.
Das Bemerkenswerte an dieser Aktion: Früher hätte ich mich das nicht getraut. Es ist überhaupt nichts dabei, und doch: vor allen Leuten vom Rad zu steigen und auf einer Verkehrsinsel was zu pflücken, so dass mich ALLE dabei sehen können, das hätte ich früher einfach nicht gewagt. Ich hätte den Impuls verspürt, mich nicht getraut, wäre weiter gefahren und hätte mich über meine Angst geärgert.
Ich bin sehr froh, SEHR FROH, dass ich heute diese zwei harmlosen kleinen Stengel gepflückt habe und erst hinterher bemerkt habe, dass ich früher nicht den Mut dazu gehabt hätte. Das sieht hingeschrieben lächerlich aus. Mir zeigts, dass sich bei mir was verändert hat, und dafür bin ich dankbar. Ich danke u.A. MA, Hermes, Durga und mir selbst.

Jo, und dann hab ich den Katzen ganz unvegetarische Hühnerhälse besorgt, und dabei traf ich noch eine wunderschöne Distel voller Hummeln.

Und das wars für heute. Jetzt rühr ich noch mal im Kessel, und dann ab ins Bett!

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Hexe in der Stadt war beim A-Amt

Also, ich kam rein.
Die Lady ist jünger als ich und herzlich. Ich mag sie. Sie fragt:
„Wie ist es Ihnen denn ergangen, seit dem letzten Termin?“
„Gut. Das heißt, schlecht. Das heißt, eigentlich gut, also, ich sags gleich, ich hab so gut wie nichts gemacht von dem, was wir vereinbart haben.“
„Das ist schlecht.“
Ich hole Fotos und Artikel raus, Sachen, mit denen ich mal Geld verdient habe. Dazu erkläre ich ausführlich, warum ich mich nirgends beworben habe. Und dass ich mich selbstständig machen will. Es ist völlig klar, dass ich keine konkrete Idee habe, als was.
Sie grinst breit (mir scheint, die Nanas, die ich weiland für eine Zeitschrift gemacht habe, gefallen ihr, sie sieht schon den Laden, wo die drinhängen, deutlicher als ich), sie grinst breit und sagt:
„Sie haben ja was gemacht. Sie sind sich klar daüber geworden, was Sie wollen. Und Sie haben was mitgebracht. Das ist gut!“

Nu hab ich zwei kleine Prospekte, sobald ich da wen erreiche, mach ich nen Termin bei so ner Gründer-Beratung, und wenn ich da hin gehe, will ich ne einigermaßen Konkrete Idee im Gepäck haben.

Oje.

 

Und DANKE

StadtTour Rechenschaftsbericht ― Tag 1 & 2

Wie im Artikel vorher beschlossen: Eine Stunde am Tag raus, rumfahren. Und dann darüber was schreiben. Das habe ich mir vorgenommen, also muss ich es tun.

Gestern hab ich schon eine solche Tour quasi aus Versehen gemacht, drum heute Tag 2.

Bevor ich gefahren bin, kam noch die Info, dass Hermes mir was sagen will. Soso. ich hab keine Ahnung was. Vielleicht werd ichs nie genau wissen. Ich bin voller Vertrauen, dass ich erfahre, was ich wissen muss.

Das hat mich natürlich begleitet, als ich rumfuhr. Kann jetzt nicht behaupten, dass ich unterwegs ne klare Botschaft empfangen hätte. X)

Losgefahren bin ich auch mit einer Erkenntnis, die ich beim Korrekturlesens meines vorigen Artikels hatte. Hab geschrieben:
Ich wurde und werde immer wieder angeregt, Kontakt zu den Wesenheiten aufzunehmen, die sich in unseren Städten tummeln.
Da antwortete ich immer mit: Kann ich nicht, bin ich nicht begabt für.
Jetzt werde ich etwaigen Wesenheiten bewusst mehr Aufmerksamkeit schenken.

Es gibt einen Haufen Wesenheiten, die sich in Städten tummeln, die ich durchaus wahrnehme, wenn auch nur schemenhaft:
Menschen.

Menschen stören mich. Ich will unbeobachtet sein, unsichtbar. Ich will im Verborgenen heimlich wirken. Wenn ich unterwegs Leuten begegne, was ich hier ununterbrochen tu, versuche ich, sie nicht zu sehen. Weil, wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht.

Ich habe nicht gelernt, Leute anzugucken (habe lange Zeit meines Lebens sehr stark geschielt). Dazu muss ich mich immer überwinden.

Das übe ich jetzt beim Rumfahren. Dazu hab ich auch eben ein Cairnchen gebaut: Um auszuhalten, dass ich dabei gesehen werde.

Menschen füllen Städte. Es gibt keine Stadtmagie ohne Menschen. Wenn ich an einem Ort die Vibes erspüren will, wenn ich oft und lange wo verweilen will, dann muss ich das können, wenn dort andere Menschen sind.
So schlicht ist das.

Das genügt an Erkenntnis und Übungsmaterial für Tag 1 & 2.

Hexe in der Stadt muss zum A-Amt

Störungen haben Vorrang.
Ich habe angefangen, in meinem anderen Blog einen Beitrag zu StadtMagie zu schreiben, doch mir schwimmt was ganz anderes auf der Seele.

Denn ich habe morgen meinen nächsten Arbeitsamtstermin.

Ich habe in den zwei Wochen seit meinem letzten Termin fast keine meiner Hausaufgaben gemacht. Ich habe mich nirgends beworben. Ich hab einige Zettel mit Stellenvorschlägen mitbekommen. Die hab ich zuhause irnzwo hingelegt (nicht mal in den Muhmenpott ― die Einladung zum letzten Termin war ne zeitlang da drin) und seitdem nicht mehr angefasst. Ich habe vergessen, was draufsteht.

Und ich gehe morgen zum Termin.
Und ich werde auch jetzt, am letzten Tag, nicht in Panik die Zettel suchen, mich bewerben wie verlangt (ist eh bisschen spät jetzt) und dann ängstlich und mit schlechtem Gewissen (weil alles viel zu spät gemacht, und viel zu wenig) da morgen auflaufen und winseln.
Früher hätte ich das so gemacht. Alles lange aufgeschoben und dann vor paar Tagen panisch und widerwillig angefangen, meine Hausaufgaben zu erledigen. Um etwas in Gang zu setzen, das ich nicht möchte. Dann wär ich morgen schuldbewusst und ängstlich und als Wurst im A-Amt erschienen, weil ich mich als schlampig und faul empfunden hätte.
Und auch als unehrlich, weil ich das eigentlich alles gar nicht möchte, was ich da zugesagt habe.

Diesmal hör ich auf das, was ich möchte. Übe, ehrlich zu sein.
Ich werde morgen paar Beispiele mitbringen von dem, was ich ich gut mache, und ich werde fragen, was mit Selbstständigkeit ist. Ich bitte um Information und Beratung.
Ich bin hier diejenige, die was will.

Und ich bin sowas von gelassen, ich kanns gar nicht fassen.
Das ist neu, und ich bin DANKBAR.

 

 

Fortsetzung

 

 

 

Streit

Heute war ein seltsamer Tag.
Ich bin schon so mies aufgestanden, war gleich erschöpft, schnell genervt und hab mich eklig gefühlt. Vielleicht war der Morgenkaffee zu stark.

Dann schreckliches Geschrei von draußen: ein Streit im Haus gegenüber. Über den Hof können wir über die weit offene Balkontür in die Küche sehen, wo sich eine mittelältere Frau und ein graubärtiger Mann anschreien. Und handgreiflich werden. Erst schubst sie ihn, dann nimmt er sie in den Schwitzkasten, es ist grässlich. Wir rufen rüber, Hey! und Aufhören! Die beiden bemerken uns. Die Balkontür wird zugemacht.
Da stehen wir nun.

Der Schnusel (‚Oger‘ ist jetzt unangebracht) ruft bei der Polizei an.
Darüber bekommen wir beide noch Streit, weil ich nicht anrufe und er zur Arbeit muss. Ich bin ratlos und gelähmt, und ich hab doch gelernt: Eingreifen: ja. Immer. Polizei: niemals!
Ich hab Angst, dass wir uns jetzt schrecklich unbeliebt gemacht haben bei allen Nachbarn.

Als Schnusel weg ist, hock ich mich erst mal hin und lass das alles sacken.
Und bin heilfroh, dass er die Polizei angerufen hat. Streiten, meinetwegen. Auch laut, oke. Das kommt halt mal vor. Aber Gewalt: nein. Keine Gewalt, niemals.
Das nächste Mal- es GIBT kein nächstes Mal!
Jedenfalls würde ich jetzt, wenns wär, auch die Polizei anrufen. Keine Gewalt.

(Inzwischen ist der Tag fast rum und die Balkontür gegenüber steht wieder offen. Auch die mittelalte Frau haben wir wieder gesehen, wohlauf.)

Wir haben uns auch noch paar mal gestritten heute, der Oger und ich, als er von der Arbeit wiederkam. Und dann waren wir bei der Tierärztin und haben uns mit der auch noch bisschen gestritten. Das fand ich nicht so schlimm, die lässt halt manchmal nen Spruch raus, wenn sie genervt ist. Und sie war halt heute genervt. Wir warn fast alle heute genervt.

In der Nähe von der Tierazt-Praxis ist der russische Supermarkt. Dort war es sehr voll, und die Lady an der Fleischtheke ―
Da bekommste was zu sehen, da gibts Tierteile in jeder Größe, Form und Farbe. Und wir sind doch beide vegetarisch unterwegs. Schauder!
― Jedenfalls, die Lady an der Fleischtheke war nicht genervt, sondern ganz erstaunlich nett und geduldig mit unserem Großeinkauf. Sieben Hühnerherzen und elf Hühnerhälse. (Der Oger mag keine geraden Zahlen…) Hat insgesamt 78 ct gekostet.

Als wir daheim waren, haben wir eine kleine Katze sehr sehr glücklich gemacht. Aber alles hat seinen Preis, das muss auch Molly erkennen. Sie ist nämlich nicht besonders schmusig, aber ganz besonders niedlich, das ist ihr Pech.
Nachdem sie (in windeseile) drei Hälse und ein Herz verschlungen und sich danach das Maul und die Pfoten ordentlich geleckt und geputzt hatte, da wurde sie geschnappt und geschmust.
Zumindest hab ichs versucht. Die Kleine ist heut auch ziemlich gereizt und noch unkuschliger als sonst. Meh.

Seltsamer Tag.

Was gut ist:
Oger und ich haben gemerkt, dass wir uns heute sehr leicht und schnell ganz mächtig auf den Sack bzw. die Ovarien gehen. Drum haben wir uns wieder vertragen und sind jetzt besonders vor-sichtig und rück-sichtig miteinander.

Und jetzt ist Molly fällig!

 

RAD

Anrufen üben

Kommst du dir blöd vor, wenn du laut eine Anrufung aussprichst?
Dann hast du was zum Üben. <|8)

Kleine (und wenn du magst auch große) Anrufungen können ein Bestandteil Bunter Magie sein. Wenn sie dein inneres Kind erfreuen, dann wirken sie aus deiner rechten Gehirnhälfte, und die wiederum hat nen direkten Draht zu deinem Inneren Selbst. (So zu sehen auf der Tarot-Karte DIE LIEBENDEN von Pamela Colman-Smith.)
Tu so als ob du eine hehre Priesterin oder ein hehrer Priester wärst.
Spiele!
Deine eigenen, laut ausgesprochenen Worte werden eine ganz andere und viel stärkere Wirkung auf dich selbst haben, als Gedanken, die du stumm im Hirn formulierst. Wird dir wahrscheinlich jede Psychologin bestätigen. Probiers aus.

Bei Bunter Magie geht es darum, Kontakt zu deinem wahren Wesen und zur Wirklichkeit aufzunehmen und damit in Einklang zu schwingen.
Und zwar bis in die letzte Zelle.
Das klingt vielleicht simpel und überhaupt nicht magisch ~ es ist Ausübung der Craft.
Wenn es geschieht, sind die Ergebnisse erstaunlich.

Der Trick beim Anrufen ist, „vom Herzen zu sprechen“.

Pompöse Beschwörungsformeln sind nicht wirkungslos, bloß weil du sie selbst nicht ernst nimmst. Wenn du dabei Spaß hast, werden sie ihre Wirkung haben.

Weniger wirkungsvoll ist alles, was man ohne innere Beteiligung tut, oder um andere zu beeindrucken.

Dann (z.B. beim Zirkelschließen) lieber ein lockeres „Hi und hallo Osten! Cool, dass du da bist!“ Mit so was habe ich angefangen, und für mich selbst wars gut genug. Im Süden passt dann eher „heiß, dass du da bist“.
Spiele mit allem, was du hast, und wenns alberne Umgangssprache ist. smug
Wenn andere dabei sind, wähle ich allerdings inzwischen meist feierlichere Worte, um möglichst blödes Gelächter zu verhindern und die Stimmung auf einem aufmerksamen Level zu halten.

Viel Spaß beim Ein- und Ausüben! <|8)