Nasensterne

Herbstbeginn, Kreativität, Kamera, Lautre, viel Werbung und ein bisschen Wahlgemotze

Schon seit paar Tagen ist offziell Herbst, und heute komme ich endlich dazu, die Blogfarbe anzupassen.

Wer von mir Infos zum Herbstbeginn und zur Reise in die Unterwelt möchte, sei hierhin verwiesen: HERBSTFEST.

Wir hier haben die Tag&Nachtgleiche ganz wundervoll verbracht, nämlich mit einem Ausflug nach Kaiserslautern. Wo es uns viel besser gefallen hat als in Speyer, wo wir am nächsten Tag waren.
In Speyer haben wir einen schnuckligen Laden besucht: Handfairlesen. Ich würd auf deren Homepage linken, wenn die nicht auf einer (für mich) echt ekligen Plattform zu finden wäre, zu der ich nun mal nicht linke. Stattdessen linke ich – sowieso viel lieber – zu der Homepage einer HPΨ-Schulkollegin, die schöne, selbsthergestellte Waren verkauft und über die wir auf den Laden überhaupt erst aufmerksam wurden: Werkstatt der guten Dinge.

Sehr inspirierend!

Am Wochenende hatte die Künstlerin ihre Buttonmaschine im Laden dabei, ich hatte kleine, selbstgedruckte Aufkleberchen dabei, und so:

Super, ich will jetzt also nicht nur eine neue Kamera, sondern ganz GANZ dringend auch eine Buttonmaschine. HER damit!

Was die nicht mehr gute Kamera angeht — die zu reparieren kostet, wie mir im Fotoladen erklärt wurde, so ungefähr 150.- Ocken. Ich bin deswegen nicht froh, ums nett zu sagen. Ich weiß nicht, was ich mach, derweil helfe ich mir mit meiner kleinen Alten. Die kann schon ein bisschen was, und doch merke ich bei jedem Foto, was mir fehlt. Ich bereue sehr, dass ich vor zwei Jahren nicht gleich eine Spiegelreflex gekauft habe. Immerhin weiß ich jetzt, was ich will. Nur hab ich jetzt kein Geld mehr übrig. Naja. Fülle und Vertrauen, dass sich die Dinge so fügen, wie’s heilsam ist. Wenn das auch nicht das ist, was ich mir eingebildet hab – ich hätte meine Kamera gerne noch viele Jahre verwendet.

So, und jetzt endlich nach Lautre. Wo es uns tatsächlich besser gefallen hat als im gepflegten, leicht schnarchigen Speyer. [edit: Aus gutunterrichteten Kreisen, die Speyer besser kennen als ich von den paar, hm, Minuten, die ich dort war, höre ich, dass die Speyerer, soweit es sich nicht um Touristen handelt, sehr feine Leute sind. Meister B., der das sagte, hat mein volles Vertrauen, also möchte ich das hier unbedingt noch nachtragen! So wirklich steht mir nämlich kein Urteil zu. Nur das kann ich sagen: Speyer leidet bisschen am Tourismus, weils halt sehr hübsch ist.]

Lautre is ne ehrliche kleine Großstadt. Nicht hübsch, null Tourismus.

Wir fanden dort eine Kaschemme mit dem wundervollen Namen Wladirockstock. Wir waren nicht drin (es war noch zu früh), standen nur andächtig davor, und auf einmal hatte ich ganz große Lust auf ein Bier.

Der wurde bald viel viel größer, wir fanden nämlich einen wundervollen Plattenladen, SoundCheck, und darin dessen Besitzer, ehemaliger kurzzeitiger Bandkollegen des Gefährten. Die Herren erkannten einander sehr schnell. Es war wie in alten Zeiten (nur, dass ich zum Betrachten der Buttons inzwischen eine Brille brauche, und selbst die hat nicht wirklich geholfen), und mein Bierdurst stieg ins Unermessliche. Als ich ihn erwähnte kam sofortige Abhilfe, denn wir es sich gehört hatte der Ladenchef als hauptberuflicher Punk einen ganzen Kasten da und gab mir eins ab.

Hach, es war so schön in Lautre!


Und wenn ich meine gute Kamera hätte nehmen können, wäre dieses Bild nicht so rauschig geworden. 😛

Kurz hinter dem Plattenladen, aus dem wir dann doch irnzwann rausgingen – ich schwankte bisschen, bin nix mehr gewöhnt – fanden wir noch einen Regal-Vermiete-Laden. Da kannste also Regalplatz mieten und Flohmarktkram oder/und eigene Kreationen anbieten. Ein Konzept mit Zukunft, finde ich. In München gibts mehrere davon (die haben ja auch mehrere Unverpackt-Läden…), hier in der Gegend so gut wie nix. Bin froh, den gefunden zu haben. Ich will dort bald ein Regal mieten – dann haben wir auch nen Grund ca. einmal im Monat nach Lautern zu fahren und in alten Zeiten zu schwelgen.

Jo, und am Sonntag, gestern, war ich mit der Nachbarin, einer Freundin von ihr und reichlich Kindern (ruhige, nette Kinder, so ungefähr vier Stück) im Wald, Esskstanien sammeln. Ich habe jetzt einen großen Haufen winzigkleiner Kastänchen, mit denen ich mich morgen beschäftigen werde.

Insgesamt ein sehr gelungener Herbstbeginn, finde ich.

Achja, und dann war ja noch Wahl. Nutze ich die Gelegenheit, um an dieser Stelle verbal allen Organisationen in den Arsch zu treten, die mich mit „taktisch Wählen!“-Mails genervt haben und so mit dazu beigetragen haben, dass wir jetzt viel FDP im Bundenstag haben. Ich persönlich kann mich nicht entscheiden, wer mich mehr anwidert, die oder diese andern Unsäglichen.

Was die angeht: wer möchte, kann sich hier verwirklichen…

Ich persönlich war zwar doch wählen, obwohl ich eigentlich – auch so ein dummes Wort – also, eigentlich wollten wir dies Jahr gar nicht mehr wählen gehen, weil wir damit signalisieren, dass wir diese Polit-Bühnen-Farce ernst nehmen. Und dann sind wir doch weich geworden. Ich teile, auch der Vollständigkeit halber, hier der Welt mit, dass ich die Farce trotzdem nicht ernst nehme. Jaja, wir leben wirklich in einer Demokratie (nur hat die wenig bis gar nichts mit dem Bundestag zu tun). WAHLEN FINDEN TÄGLICH STATT. Beim Einkaufen. Es liegt an uns; wir haben Macht. Nutzen wir sie.

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ScrapBook

Oh, ein neuer Trend. Naja, neu… Ich bin eher langsam, bis ich mal was mitbekomme.

Obwohl – vor Jahren schon hab ich auf deviant Art so Vintage-Collagen-Kram gesehen. Die Sachen haben mir besonders gut gefallen — bis ich in ’nem Bastelladen in der Stadt war und die ganzen Stempel, Aufkleber, bedruckten Papiere, Borten, Schablonen etc. pp. gesehen habe. Da wurde mir klar, dass vieles, was ich auf dA gesehen habe, einfach nur zusammengekauft und -geklebt worden ist.

Ähnlich ist meine Enttäuschung, wenn ich im Netz nach „Scrapbook“ suche. Ich finde sowas wirklich schön, aber ich hab bis jetzt noch nichts gefunden, was nicht aus gekauftem Zeugs hergestellt wurde. (Wer was Schönes weiß, das echt selbstgemacht ist, möge im Kommentar verlinken!)
Mir ist nicht ganz klar, was da so toll selbstgemacht sein soll, wenn ich nen Kit bestelle, in dem alles schon drin ist: Borten, Schmuckpapier, das vordesignte Reinschreibe-Buch, kleine süßliche Aufkleber… Oder wenn ich eine Verpackung selbermache, die aus nem vorgestanztem und vorgefalteten Karton besteht, den ich dann noch mit thematisch vorgefertigten Aufklebern, Motiv-Stempeln und Goldkordel ‚individualisiere‘.

Naja, es ist ein Riesenmarkt. Es gibt paar Stars unter den Scrapbookern, die Seminare geben.
Bastelbeschreibungen lesen sich dann oft so:

Die drittgrößte Prägevorlage der Sternkollektion von Firmenname durch die Name von Stanzmaschine gekurbelt, mit dem Firmenname Superfalter an den Ecken plastisch gefaltet, SuperMagischKleber von Firmenname mit dem SpezialSuperPinsel der Kollektion Pinseldireins von Firmenname dünn draufgestrichen und mit MegaGlitterStaub Special Edition, die ich gestern im großen Testpaket von Firmenname in der Post hatte (Auspackvideo dazu auf YouTube link)
äh, wo war ich?
Achja, Glitterdrauf, und BOINGS! Da ist der Stern. Sieht genauso aus, wie die, die’s im Dekoladen zu kaufen gibt.
Wenn ich die Kosten fürs Material zusammenzähle (was ich nicht muss, da ich den Kram von den Firmen zum Ausprobieren geschenkt bekomme, damit ich auf meinem Blog Reklame dafür mache), dann kommt mich der selbstgemachte Stern bisschen teurer, aber unbezahlbar ist doch das Wissen: Ich hab was selbstgemacht, das aussieht, als wärs maschinell hergestellte Massenware.
Ein wunderbares Gefühl!

Es gibt auch digitales ‚Papier‘, digitale ‚Aufkleber‘ und Stempel zu kaufen.
Und ich hock mich hin und mach meine Bloghintergründe selber…

Jetzt erst recht!

Ich hab die Tage durch meine Ordner geguckt und Pinsel für Gimp gemacht, Die kann ich verwenden wie digitale Stempel. Dann hab ich noch paar neue Fotos gemacht und bearbeitet, und dann hab ich mich an meinen ersten digitalen Scrap Book Seiten versucht.

Einerseits bin ich noch überhaupt nicht zufrieden, weil sie nun mal… naja – bisschen scheiße aussehen. Andererseits bin ich begeistert, weil sie mir zeigen, was geht. Drum zeig ich die ersten beiden Versuche jetzt.

Kolam werden die Kreidemandalas genannt, die in Indien von den Frauen vor Eingänge gemalt werden. Sie bringen Segen.

Allerdings ist mir eine sehr wichtige Sache aufgefallen, die nahtlos rüber zu meinem HeckenWicke-Sprit-Maggi Blog führt:

Ich habe jetzt einiges Material für digitales Scrappen, und ich habe sehr viel gesammeltes Schnipselzeugs für richtiges Scrappen. Was mit fehlt, ist der Inhalt, mit dem ich die Form füllen kann.
Urlaub, Familie, Katzen – sowas reizt mich eher nicht…

Wer ne tolle Idee hat, möge sie mir mitteilen; und ansonsten bin ich zuversichtlich, dass beizeiten was auftauchen wird, wenns sein soll.
Dafür hab ich jetzt schon mal bisschen geübt.

Ach, und das noch. Mit sowas verbringe ich meine Zeit. Ja, es ist grauenhaft!

Bess demnächs, wenn ich mal wieder Inhalt hab.