NEIN

Novemberzauber

Das war ein interessanter Vollmond.

Ich hatte gestern richtig Stress in der Schule.

Ich habe danach zuhause getan, was ich mir selber hier immer wieder rate:
Geguckt, was meins ist und was nicht. Das Innere Nein praktiziert. Meine Auslöser angeguckt. Erkenntnisse gehabt: gesehen, dass ich grad ein altes Thema in neuer Form serviert bekomme. Überlegt, was ich tun kann. Festgestellt, dass mir nichts einfällt, außer dem Inneren Nein zu meinen und fremden schädlichen Mustern.
Das ist reichlich, schien mir nur zunächst so gut wie nix. Und doch…
Passend zur Mondmedi habe ich hingenommen, dass mir mehr nicht einfällt und mich mit Loslassen- und Vertrauen-Üben beschäftigt.

So bin ich heute erstaunlich gelassen in die Schule, auch wenn mein beleidigtes, entrüstetes Ego sich auf dem Hinweg öfters rührte. Ich habs angegrinst und weggeschickt. Hat gut geklappt.

In der Schule warteten Überraschungen auf mich. Sehr gute, erstaunliche Überraschungen.

Oh, es läuft nach wie vor nicht alles nach meinem Wunsch und meiner Vorstellung, und meine Auslöser wurden auch heute paarmal gedrückt. Doch all das hat seine Schwere und Dramatik verloren. Und statt, wie ich gestern noch irnzwie befürchtet hatte, mich gegen Nervereien von außen schützen zu müssen, hatte ich genug damit zu tun, missgünstige Reflexe in mir selber zu bemerken, fröhlich auszulachen und wegzuschicken. Work in Progress.

Warum schreib ich das hier hin?

Im Vertrauen, dass dieser Bericht, so skizzenhaft er auch sein mag, auch anderen die Wirksamkeit des Loslassens, des Inneren Neins, des Findens der eigenen Auslöser, des Vertrauens etc. zeigt.
Ich glaube, Lassen und Vertrauen sind die wichtigsten Zutaten in diesem magischen Heilzauber.

edit:

Ich hab grad das Gefühl, ich muss noch ergänzen:
Den Stress gestern habe ich… nicht verursacht, aber ans Licht geholt und verstärkt, indem mir der Kragen geplatzt ist und ich heftig ‚aufn Tisch gehaun‘ habe. Das erwähnt, damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde mich passiv beuteln lassen und nur in meinem Innern wirken. Gestern habe ich massiv ins Außen gewirkt, und die Überraschungen von heute wurden auch davon ausgelöst. Ich habe gewirkt und dann losgelassen. DAS ist der heilsame Trick.

 

P.P.S.
Die Erkenntnisse reißen nicht ab… vielleicht sollte ich den Blog nicht als Livetagebuch verwenden.
Nu bin ich eh schon dabei, also weiter.

Grad hab ich gesehen, dass einem anderen Ausbruch Ende September ein ähnliches Muster zugrunde liegt: Ich habe mal wieder jemanden enorm überschätzt. Wenn ich also die Leute nicht mehr so überschätze (-> mich selbst nicht mehr niederdeckel), dann brauch ich auch nicht mehr so heftig explodieren. Und schon wird die Welt ein kleines bisschen friedlicher.

 

Energiehaushalt

Irnzwie erzähl ich auch immer das Gleiche, mit kleinen Varianten, bear with me…
Aaalso.
Gestern hat mich online mal wieder was irritiert, und ich habe geübt, dem keine Aufmerksamkeit zu geben. Abends im Bett habe ich gespürt, dass es mich trotzdem wurmt. Ich habe mein Orakel gefragt, ob ich da alte Muster auflösen muss, ob da ein altes, unheilsames Programm in mir ausgelöst wurde. Die Frage habe ich eher aus Höflichkeit gestellt, weil ich ja ‚wusste‘, dass es so ist.

Das Orakel hat „nein“ gesagt.

Ich war überrascht und habe gefragt, ob mein Ärger eine gewisse Berechtigung hat, ob da jemand über meine Grenze gelatscht sei.
Antwort: „ja“.

Durch diesen kleinen Austausch mit meinem Orakel war mein Ärger fast ganz verschwunden. Der Rest ging dann weg, als ich das ‚innere Nein‘ ausgesprochen habe. Nein! zu dieser Grenzüberschreitung!

Damit ist das erledigt und gut. Und ich bin sicher, dass ich zukünftig schneller merke, wenn wer über meine Grenze latscht, und, noch viel besser, bald gar nicht mehr dazu einlade.

Ich hatte außerdem gestern ein Telefongespräch mit meiner Mutter. Wir kamen auch auf den Usa-Wahlkampf. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es ziemlich wurst ist, wer gewinnt. Die sind beide ganz schrecklich, und das Problem sind auch nicht diese beiden Horrorfiguren. Die sind, genau wie Hitler damals, nicht das Problem. Das Problem ist der Sumpf, aus dem sowas wächst, nach oben kommt und gewählt wird. Und ich habe auch keine Lust mehr, das als „Problem“ zu sehen. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Wir haben hier keine Probleme, wir haben Symptome. Ich seh das so, wie Susanne auf ihrem Blog das in der Astrovorschau für die nächsten zwei Wochen gesagt hat. Clinton und Trump sind Manifestationen unserer Ängste.

Eya, da wollte ich gar nicht so viel zu schreiben. Ich wollte ganz was anderes erzählen, nämlich wie so ganz normale, selbstverständliche Mistmuster abgehen. Etwas, das in mir grad auch einen gewissen, reinigenden Zorn auslöst.

Das Mistmuster hier: Ich sag meiner Mutter, dass mich Trump nicht besonders beunruhigt, und sie, statt mal zu fragen, warum das so ist, weils ihr selbst vielleicht auch weiterhelfen könnte, erklärt mir stattdessen wortreich, warum ich beunruhigt sein müsse. Warum ich Sorgen und Angst haben müsse.

In welchem facking Gesetzbuch steht, dass ich Angst und Sorgen wg. des Usa-Wahlkampfes haben müsse?!?

  1. Wenn die Usa nach der Wahl den 3. Weltkrieg anfingen, dann bestimmt nicht, weil ich mir vorher darüber keine Sorgen gemacht habe.
  2. Ich persönlich – ich oute mich jetzt und offenbare meine tiefe, spirituell-magische Überzeugung: Ich persönlich bin SICHER, dass genau diese Ängste und Sorgen die Ursache für den Wahnsinn sind, der jetzt tobt. Je mehr wir uns Elend und Not vorstellen (’seriöse‘ Nachrichten genauso wie Katastrophenfilme im Kino und Fernsehen tun ihren Teil dazu), desto wahrscheinlicher werden sie.

Ich hab schon vor vielen Jahren, lange bevor andere spirituelle LehrerInnen mir genau das bestätigt haben, lange, bevor ich mein wundervolles, geliebtes I Ging Buch hatte, diese Information vom I Ging bekommen. Das war in den 80ern, ich hatte was über den Antennenwald in Alaska, HAARP, gelesen. Ich fühlte mich überlegenen bösen Mächten ausgeliefert; ich hatte Angst. In meiner Not fragte ich das I Ging dazu und bekam „innere Wahrheit“ mit zweiter bewegter Linie. Vor allem der Kommentar von Kung Tse hat mich damals bis ins Herz getroffen.

Der Edle weilt in seinem Zimmer. Äußert er seine Worte gut, so findet er Zustimmung aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr aus der Nähe. Weilt der Edle in seinem Zimmer und äußert seine Worte nicht gut, so findet er Widerspruch aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr noch aus der Nähe! Die Worte gehen von der eigenen Person aus und wirken auf die Menschen. Die Werke entstehen in der Nähe und werden sichtbar in der Ferne. Worte und Werke sind des Edlen Türangel und Armbrustfeder. Indem sich diese Angel und Feder bewegen, bringen sie Ehre oder Schande. Durch Worte und Werke bewegt der Edle Himmel und Erde. Muss man da nicht vorsichtig sein?

Ich habe mir das so übersetzt: Ich hocke in meinem Zimmer und habe Angst. Das hat Wirkung! Alles, was ich denke und empfinde, wirkt. Muss ich da nicht vorsichtig sein?

Neil Kramer spricht mir aus dem Herzen, wenn er in einem Interview dem jungen Verschwörungstheoretiker, der ihm aufzählt, was Sie alles Schreckliches mit uns machen, sagt: „Don’t be disheartened! It’s an indulgence! STOP IT!“(‚Sei nicht verzagt/mutlos! Das ist Schwelgerei! Hör auf damit!“)

Jo.
Aber nein, meine Ma gibt die volle Ladung Angst an mich weiter, die sie sich durch Zeitunglesen und Nachrichtengucken eingefangen hat. Meine Ma, ehemalige Journalistin, ist nach den Maßstäben der Normalität SEHR gut informiert. Leider…

Heute morgen wach ich dann auf, und der Mist steigt in mir hoch und ich denke an Trump, was alles passieren könnte, wenn er gewinnt, und ich habe Angst.

Und dann, davon erzähl ich ja seit einiger Zeit immer wieder, MERKE ich, dass ich Angst habe wegen etwas, worauf ich keinen Einfluss habe — außer durch meine Gedanken und Empfindungen.
Und diesmal halte ich mich nicht mehr damit auf, mir zu erklären, warum ich keine Angst haben brauch — das funktioniert nicht, denn realistisch betrachtet tobt auf der Welt nun mal der Wahnsinn. Sondern ich mach gleich das, was heilsam ist, funktioniert, sich bewährt hat: Ich sage NEIN. Ich verbitte mir diese schädliche, sinnlose, energiezehrende Angst. Fuck off!

Bingo. Angst weg. Es funktioniert. Weil es WAHR ist (- zumindest in meinem Hier&Jetzt).

Sehr heilsam für den Energiehaushalt.

Eine weitere Übung, die ich neuerdings mache:

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, richte ich meinen Blick so gut wie gar nicht auf Leute. Wenn ich mir die Leute angucke, dann gehen sofort so innere Filme los wie „warum guckt die so komisch?“, „wie sind die denn drauf?“, „ah, gefalle ich dem?“ „oje, die sieht traurig aus“ etc.pp.
Ich richte meinen Blick auch möglichst nicht auf Schaufenster. Auch nicht auf Werbeplakate, Zeitungsautomaten, und vor allem nicht auf Schrift. Oh, es ist so viel Schrift überall, und ich habe bis neulich so ziemlich alles gelesen.
Und zu fast allem, was ich sehe, aufnehme, lese, habe ich dann sofort ne Meinung gehabt. Es eingeordnet, darüber nachgedacht, etwas empfunden, und wenns nur paar Sekunden waren.

Sowas kostet Kraft, die ich lieber für Leute bzw. Wesen zur Verfügung habe, mit denen ich wirklich im Austausch bin. Und für mich selber.

Wo ich stattdessen hingucke: Pflanzen. Nicht nur die kleinen Unkräutchen in den Ritzen am Boden. Die liebe ich sowieso. Neuerdings weiß ich auch viel besser, wo in der Stadt überall Bäume wachsen. Wo die Leuts was auf den Balkonen haben. Wo’s von Dächern wuchert. In der Fuzo ist mir zum ersten Mal eine Fassade aufgefallen, die ganz und gar begrünt ist.

Außerdem guck ich auf Vögel und in den Himmel. Der Himmel, habe ich den Eindruck, schenkt mir Energie, vor allem, wenn er – sei es viel oder nur wenig – von Sonnenlicht durchleuchtet ist. Ich suche Orte, wo ich hochgucke und nur Himmel im Blick habe. Noch keinen gefunden. Auf der Brücke fast.

Jo. Ich wollte heute eigentlich gar keinen Blogbeitrag schreiben, und dann wars mir plötzlich ein Bedürfnis.

Bescheidenheit

Oh, der Text ist LANG. Vielleicht sollte ich ihn aufteilen. Jetzt bin ich erst mal froh, dass ich ihn geschrieben habe, es war mir wichtig. Wer direkt zur Bedeutung von BESCHEIDENHEIT möchte, klicke auf das Hexagramm. Da ist der Text dann immer noch lang.

Ich lass mich zur Zeit von so viel Input durchfluten (die ganzen Links jetzt nur zur Info, falls wer Interesse hat. Keine Aufforderung, sich auch so zu verwuseln, wie ich das grad tu.)Friedrich, Neil Kramer, Viktor Frankl, Alan Moore, Robert Anton Wilson, mein Lieblings I Ging Buch sind Spitzen, die rausragen aus der fruchtbaren Flut.

Dabei entdecke ich wieder einmal etwas, das ich doch schon lange weiß und aus Mangel an Disziplin immer wieder ‚vergessen‘ habe:

Je mehr ich aus der kollektiven Trance aussteige und dem folge, was mein Selbst will, desto reicher wird mein Leben an Magie und Synchronizitäten.
Die Dinge fügen sich. Die Welt wird besser. Wirklich.

Ein ganz entscheidender, befreiender Input, der mir zufiel, ist ein I Ging Orakel, das ich kurz nach dem Guide-Reading (s.o., „Friedrich“) erhalten habe. Anlass, das I Ging zu befragen, war echte Not, weil ich mal wieder einen blöden, ekligen Krach mit meinem Schnusel hatte. Davon hatten wir vor allem letzten Sommer reichlich, so reichlich, dass wir uns fast getrennt hätten. Fast. War auch sehr heilsam, dieser Gang durchs Labyrinth…
Danach sind diese Streits selten geworden, und doch: immer mal wieder haben wir uns im Muster verstrickt. Das Schlimmste dabei war die Hilflosigkeit – wir haben so viel versucht, und nichts hat funktioniert. Schließlich habe ich kapituliert, so wie ichs in den A-Gruppen gelernt habe. Ich weiß nicht, wie ich diese Streits, dieses Eskalieren verhindern kann.

Das war schon mal ganz gut; das hat viel Gestrampel erspart, wir haben zumindest nicht mehr ewig lang diskutiert. Aber wir haben uns trotzdem immer mal wieder eklig gestritten, und jedesmal wuchs unsere Angst, dass wir auf Dauer nicht zusammen bleiben können.

Jo, und als wir dann kurz nach dem tollen, heilsamen Reading wieder so einen miesen Krach hatten, da war ich extrem frustriert und unglücklich, und ich habe in ehrlicher, tiefer Not das I Ging befragt.

Nu ist das so, dass ich oft mit den Texten in meinem I Ging Buch nichts anfangen kann. Oft denk ich „Hä?“ oder „Jajaja, nicht mein Problem…“ — es passt halt nicht immer. So ist das mit Orakeln. In meiner Welt kommen sie nicht dann, wenn ich mirs einbilde, sondern wenn ich sie brauche. Und es ist auch nicht immer das I Ging. Es kann sonstwas sein, Tarot, meine eigenen MA OK Karten, ein Satz aus einem Buch, Film, Lied, Grafitti – wie das halt so ist, mit Orakeln.

Diesmal wars das I Ging durch mein I Ging Buch. Es war, als hätte Friedrich noch was zu sagen gehabt, so nahtlos hat es zu der Information aus dem Reading gepasst. Ich bekam weitere Information und praktische Übungsanleitungen zum ‚Jemand sein müssen‘, zur Inneren Wahrheit und zur zivilisatorischen Trance. Friedrich nennt das „Zeitgeist“, im I Ging Buch nennen sie’s „kollektives Ego“. (Es hat so vielen Namen… Legion. Neil Kramer z.B. nennt es „Standart-Realitätstunnel„.)

Ich bekam Antwort, ich fühle mich gesehen und gehalten. Meine akute Not wurde durch das Orakel gelindert mit konkreten Tips, was ich tun kann, wenn mein Ego mit dem Ego eines anderen Menschen in Konflikt gerät.
Ich bin mal wieder sehr wirklich froh und dankbar

Jo, und weil ich finde, dass da viel dabei ist, aus dem auch die geneigte LeserInnenschaft was Heilsames ziehen kann, werd ich das Orakel jetzt in eigenen Worten zusammenfassen.

Ich erhielt die BESCHEIDENHEIT unbewegt. Den ‚offiziellen‘ Text könnt ihr hier nachlesen; mein I Ging Buch erklärt das Hexagramm so:

Bescheidenheit ist eine der drei grundlegenden kosmischen Tugenden. Die andern beiden sind Gleichwertigkeit und Einzigartigkeit. Sie verleihen jedem Aspekt des Kosmos seine Würde. Wie schön!

Da wir alle einzigartig sind, gibt es überhaupt keinen Grund, zu vergleichen und zu bewerten. Darum kann ich, wenn ich mir diese drei Tugenden bewusst mache, ganz wunderbar und gelassen Bescheidenheit üben. Ich – so wie alles andere auch – bin einzigartig. Wir sind nicht alle gleich, oh nein. Wir sind allerdings alle gleichwertig. Darum kann ich das ganze Vergleichen und Bewerten und vor allem auch das Mich-selbst-Abwerten aufhören.
Ich muss nichts Besonderes in der Welt leisten, ich muss niemand sein oder werden. Meine Würde muss ich mir nicht verdienen, denn ich habe sie.
Wie schön!

Bescheidenheit bedeutet, mir der Einzigartigkeit meiner persönlichen Gaben und der damit einher­gehenden Verantwortung gegenüber dem kosmischen Ganzen bewusst zu sein.

Dann wird erklärt, dass Bescheidenheit mit dem „gesunden Menschenverstand“ verknüpft ist. Ich mag den Begriff „gesunder Menschenverstand“ nicht so. Ich würds vielleicht Intuition nennen. Oder Gewissen. Ist ja wurst, sind nur Worte, nur Finger, die auf den Mond zeigen.

Dieser gesunde Menschenverstand jedenfalls hat die Aufgabe, alle Sinneswahrnehmungen – die äußeren und die inneren – abzugleichen. Und dann weiß mein gesunder Menschenverstand genau, was wahr und was unwahr ist.
Ich denk grad, das ist so ziemlich das, was ich meinen BullShit Detektor (BSD) nenne. Der gesunde Menschenverstand/BSD weiß so genau, was wahr ist und was nicht, weil er im Einklang mit meiner Inneren Wahrheit ist, und die Innere Wahrheit ist im Einklang mit der kosmischen Harmonie.

Das sind auch alles Worte. Was uns da gesagt wird, ist etwas, von dem ich tatsächlich – genau wie beschrieben – weiß, dass es wahr ist: Es gibt eine Instanz in uns, die weiß, was wahr und was heilsam ist. BSD, Gewissen, gesunder Menschenverstand, Intuition – wie auch immer wirs nennen wollen.

Dieses Wissen braucht keine Begründung.
Ahh, wie GUT, das zu lesen. Das weiß ich natürlich auch, doch wie oft hab ichs vergessen oder mich anders überzeugen lassen. Noch mal: Dieses Wissen braucht keine Begründung.

Mit „innerer Wahrheit“ ist hier gemeint: Jede Körperzelle hat ein Gedächtnis, wie sich die kosmische Harmonie anfühlt. Auf diesem Gedächtnis basiert mein natürliches „Hardware-Programm“, das völlig ausreichend ist für die Orientierung der Persönlichkeit in der Welt.

Die Unterscheidungen, die der gesunde Menschenverstand trifft, bedürfen keiner Begründungen, um ihre Gültigkeit zu beweisen.

Ich soll also üben, die Gefühle, die von meiner inneren Wahrheit kommen, als gültig anzuerkennen. (Da kommt bei mir die Disziplin ins Spiel.)

Für Ungeübte, zu denen ich und wahrscheinlich viele von uns zählen, bedeutet das zunächst, dass wir uns alles, was sich unharmonisch anfühlt, vollständig ins Bewusstsein bringen.

Das ist wirklich wichtig, und ich stelle fest, dass die MondMedis da ne gute Übung für sind. Sich bewusst machen, was IST.
Beim Üben von Bescheidenheit immer dann, wenn sich etwas unharmonisch anfühlt. Dazu gehört, zunächst mal zu MERKEN, dass sich für uns grad was unharmonisch anfühlt. Das passiert nämlich oft am Tag, und wir haben fleißig geübt, das auszublenden und zu verdrängen. Das haben wir sehr diszipliniert lernen müssen. Ab jetzt üben wir das Gegenteil: MERKEN, wenn sich was unharmonisch anfühlt und sich dann bewusst machen, was genau es ist.

Manchmal ist es unser Ego, das sich beleidigt fühlt, manchmal hat jemand wirklich unsere Grenzen verletzt, oft müssen wir Dinge tun, die wir nicht tun wollen, können nicht über unsere Zeit verfügen, Dinge machen uns Angst – es gibt viele, viele Anlässe.
Sich das bewusst machen, anerkennen, dass es so ist, uns selber sagen: Ich seh mich, ich sehe, dass da was nicht gut läuft – allein das hat schon heilsame Wirkung. Das weiß ich inzwischen aus Erfahrung.
Wie schön!

Und dann sagen wir das innere NEIN zu dem, was uns quält. Wenns das Ego ist, sagen wirs dem Ego. Wenns das Ego eines andern Menschen ist, sagen wirs dem. Wenns die Umstände sind, sagen wirs denen. NEIN.

Das Innere Nein würde spontan erfolgen, wenn wir nicht konditioniert wären, unsere  Gefühle herabzusetzen. Die Reifung unseres wahren Selbst erfordert daher, dass wir lernen, das Innere Nein zu sagen, um die eigene Würde zu wahren. Solange noch ein Rest von Konditionierung vorhanden ist, müssen wir das Innere Nein bewusst erinnern und praktizieren.

Wenn wir auf unsere Gefühle eingestimmt sind, steigt das Innere Nein spontan von innen auf und ist als feste Stimme hörbar.
Von diesem NEIN in Aktion, mit wunderbar erfolgreicher Wirkung, habe ich zwei Beiträge zuvor berichtet. Sophie0816 hat darauf in einem Kommentar erzählt, dass sie erst mal ein JA braucht – das finde ich sehr interessant und wichtig. Bitte hier nachlesen: Das Loch der Verzweiflung – Kommentar


Dann gehts in dem Text konkret darum, das Innere NEIN zum Ego eines andern Menschen zu sagen. Wenn wir das nicht tun, steht da, dann ist das ein Zeichen dafür, dass unser eigenes Ego aktiv geworden ist.

Das kann ich nur bestätigen. Ich übe seitdem, und das hat zur Folge, dass ich, statt hochzugehen und zu streiten, erst mal innehalte und mir klar mache, was genau mich da grad hochgehen lässt. Dann sage ich NEIN dazu – im Innern.
Manchmal ist es dann gut.
Oft hat mein Ärger nichts mit dem zu tun, was mein Gegenüber gesagt hat, sondern kommt daher, dass mein Ego was falsch verstanden hat und alte Muster und Wunden und Verletzlichkeiten angetriggert wurden. Das ist dann ganz allein meine Sache, und sobald ich das klar sehe, ist mein Zorn verraucht.

Ab und zu ist das nicht so. Ab und zu werde ich wirklich ungerechtfertigter Weise blöd angemacht. Wenn ich mir das bewusst mache und das Innere NEIN dazu sage, dann finde ich danach auch die passenden Worte und den passenden Zeitpunkt. Es fügt sich.
Ich habe mehrmals schon ruhig und klar gesagt, was zu sagen ist, und auch das hatte wunderbare, heilsame Wirkung.

Mein Schnusel und ich haben, seit dem ich dieses Orakel erhalten habe und davon gelernt habe und übe, nicht mehr eklig gestritten, I kid you not.

Manchmal gibt es keine Möglichkeit, etwas zu sagen oder zu ändern, und es bleibt beim inneren NEIN zu den ekelhaften Umständen. Auch dann können sich Dinge ganz unerwartet heilsam fügen.
Das Schönste, das im Text steht, ist das Versprechen, dass uns geholfen wird, wenn wir üben. Wir können um Hilfe bitten, und wir bekommen Hilfe.
Auch das kann ich bestätigen. Magie und Synchronizitäten.  ❤
Im Buch werden da die „kosmischen Helfer“ beschrieben. Z.B. die Helfer der Transformation, von denen der gesunde Menschenverstand einer ist.
Die Autorinnen legen großen Wert darauf, nicht zu beten und nicht zu betteln und sich nicht an Engel oder andere ‚höhere‘ Wesen zu wenden. „Magie“ mögen sie auch nicht. Nur den „Weisen“, der zu uns durch das I Ging spricht, und die kosmischen Helfer sollen wir um Hilfe bitten.
Da den Ladies das wichtig ist, geb ich es hier so wieder;  ich selbst seh das nicht so eng. Ich bin absolut überzeugt, dass sie recht haben, wenn sie sagen, wir sollen nicht betteln, und dass wir nicht versuchen sollen, Deals abzuschließen („Lieber Gott, mach… dann werd ich auch…„) Sie sagen, dann zieht der Weise sich zurück. Die Hilfe kommt bedingungslos, wenn wir darum bitten und aufrichtig unserer Inneren Wahrheit folgen. Welcher Art die Hilfe ist, das wissen wir vorher nicht. Vielleicht ist es was ganz Kleines, Subtiles. Und verlassen können wir uns auch nicht darauf. Was wir können, ist bitten, unser Selbst stärken und Vertrauen üben.

Ob wir den Kräften, die wir um Hilfe bitten, einen Namen geben, welchen Namen, welche Gestalt, das halte ich persönlich für nicht so wichtig. Ich glaub nicht, dass der „Weise“ sich zurückzieht, wenn wir ihn als „Gott“ begreifen oder die Helfer der Transformation „Engel“ oder „Guides“ nennen.
Neh, Friedrich?      

Wir können um Hilfe bitten, und wir bekommen Hilfe – JA. Magie und Synchronizitäten.  ❤ Wie schön!

Und DANN, dann ist der Text zum Hexagramm immer noch nicht zu ende. Es kommt noch was richtig Wichtiges.

Der Gebrauch des Wortes „der Edle“ im Urteilsspruch kommt aus der konfuzianischen Lehre und der darin vertretenen Ansicht, man müsse Bescheidenheit – als Merkmal des kultivierten Menschen – durch Charakterbildung erwerben.
Doch widerspricht die bloße Idee, ein „Edler“ werden zu wollen, der wahren Bedeutung von Bescheidenheit.

Es folgt eine wortreiche, heilsame Abhandlung zum Thema Selbstbilder.

Wenn ich danach strebe, ein „Edler“ werden zu wollen, habe ich bereits die Verbindung mit meiner angeborenen, natürlichen Bescheidenheit verloren.
Außerdem: Wenn ich mich „Edler“ nenne, belege ich mich mit falschen Zuschreibungen, die mich zwingen, eine ganze Liste abstrakter Tugenden hochzuhalten, die das kollektive Ego [der Zeitgeist] mit dieser Bezeichnung verbindet.
Indem das kollektive Ego  behauptet, meine Tugenden seien nicht Teil meiner wahren Natur und müssten daher erst kultiviert werden, eignet es sich meine natürliche Bescheidenheit an.
Die Zweifel an der Vollkommenheit unserer wahren Natur wurde uns als Kleinkind als vorbereitender Schritt auf unsere weitere Kondi­tionierung eingeimpft.

Ohhh, das läuft mir gut rein. Auch hier weiß ich, das es wahr ist, und dass ich nun mit Freude und sehr diszipliniert übe, mich daran zu erinnern, wenns mir die Realität mal wieder anders verzapfen will.
Friedrich hat mir genau das Gleiche gesagt.
Ich brauch z. B. keinen Beruf.
Ich hab ein Mantra in allen meinen alten Reinschreibbüchern: I gotta put a name to my trade – ich muss meinem Beruf einen Namen geben. Gosh, hat mich das gequält, viele Jahre lang, denn ich hab nichts gefunden, bis heute nicht.
Inzwischen hab ich ein neues Mantra in meinem aktuellen Buch: My trade don’t need a name, coz I don’t need a trade.
IST das schön! Da das jetzt geklärt ist, kann ich in Ruhe machen, was ich will, im Einklang mit der Wirklichkeit. Das heißt nicht, dass ich nichts tu. Ich tu ne Menge, und ich bekomme auch angemessene Gegenleistungen dafür. Nur hats keinen ‚offiziellen‘ Namen.

Da das kollektive Ego kosmische Hilfe niemals ersetzen kann, rät es dem Einzelnen, „bescheiden“ in seinen Ansprüchen und in seinem Auftreten zu sein. Ohne dies offen auszusprechen, definiert es Bescheiden­heit („die höchste aller Tugenden“) als „selbstlose Akzeptanz von Armut und Ungerechtigkeit“.
[Ja genau! (…)]
Da es die Institutionen des kollektiven Egos sind, die den Einzelnen seine Tugenden gelehrt haben, glaubt dieser, er verdanke ihnen „alles, was er ist“; die Folge sind starke Gefühle von Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit ist mit Schuldgefühlen verbunden, die immer dann aktiviert werden, wenn der Betreffende den Versuch unternimmt, sich aus dem Gefängnis der totalen Kontrolle zu befreien.

Puh, ich würde diesen Teil des Textes am liebsten vollständig zitieren, aber ich habe wahrscheinlich jetzt schon das Copyright verletzt. Zu meiner Entschuldigung kann ich anbringen, dass ich hier Werbung für das Buch mache und dass es, finde ich, wichtig ist, die Erkenntnisse, die in dem Text geteilt werden, weiter zu verbreiten.

Wahre Bescheidenheit ist die Abwesenheit aller Selbstbilder.

Alle Zitate aus:
I Ging – Das Kosmische Orakel
von Carol K. Anthony und Hanna Moog, 2004, AT Verlag Baden/Schweiz.
808 Seiten, Hardcover. ISBN 978-3-86533-016-1

Das Loch der Verzweiflung

Um 6:45 geht hier wochentags der Wecker – erst mal nicht für mich, sondern für meinen Gefährten.
Heute morgen hab ich was Interessantes erlebt. Ich lag im Dusel, wusste, dass ich auch bald für die Schule aufstehen muss, hörte draußen die Vögel, die Geräusche, wenn es Tag wird, und da ging es plötzlich auf: Das Loch der Verzweiflung.

Keine Brust-zerkratz-Haare-ausreiß-Verzweiflung, sondern dieses subtile, sanfte Grauen, das ich von unzähligen Morgen kenne, an denen ich zur Schule musste oder in die Arbeit. Dieses ich maaaag nicht, dieses Alles ist öde und hoffnungslos und sinnlos. Alles.
Das Gefühl ist sanft, unaufgeregt, seltsam erträglich und allumfassend existentiell.

Ich bin sicher, dass viele dieses Gefühl sehr gut kennen. Es war lange Zeit meines Lebens absolut normal. Du stehst halt trotzdem auf, und über den Tag vergisst du’s, auch wenns natürlich weiter wirkt, und am nächsten Morgen ist es wieder da. Und du stehst auf – repeat and fade.

Heute morgen ~
Ich glaube, ich hab das noch nie so deutlich gespürt wie heute Morgen, wo genau im Körper dieses Gefühl bei mir sitzt. Um den Bauchnabel rum, mehr Richtung Sonnengeflecht. Es ist wie ein Loch, das aufgeht und durch das Energie abfließt.

Und ich habe bemerkt, wie ich dem Gefühl gefolgt bin, wie ich mehr und mehr Energie durch das Loch hab fließen lassen. Weils normal ist. Weils immer so ist, weil das Loch unter allem liegt. Ich kenne es so gut, seit so vielen vielen VIELEN Jahren. Weil die Welt sinnlos und trostlos ist. Gleich da draußen jenseits des Fensters eine Zivilisation, die alles umfasst und in der ich gefangen bin, der ich ausgeliefert bin-

Ja genau.
Netter Versuch.

Ich bin nicht ganz sicher, wie und warum ich heute morgen zum ersten Mal im Leben das Loch gleich wieder zugemacht habe.

Ich glaube, es ist ne Kombination aus mehreren Faktoren:

  1. Sehr wichtig: Ich habs gemerkt, als das Loch aufging, ich hab gespürt, wie die Energie abfließt. Früher war das einfach normal und ich habe mich dem Loch als gegeben ausgeliefert. Wär gar nicht auf die Idee gekommen, die Wahrheit des Gefühls in Frage zu stellen.
     
  2. Ich hab keinen Grund, nicht aufstehen zu wollen. Es ist schön hier, auch bei trüben Wetter; die Schule ist oft super und immer auszuhalten. Mein Leben ist tatsächlich viel besser als früher, als ich mich mehr in unheilsamen Strukturen verstrickt hatte als jetzt.
    (Warum und wie das gekommen ist, das wär auch mal interessant zu beleuchten.)
    Das habe ich mir heute morgen klar gemacht, und dadurch wurde das Loch etwas kleiner. Es ging allerdings – interessant! – nicht zu. Es floss weiterhin Energie ab und die Welt kam mir zwar nicht mehr so unerträglich, aber weiterhin sinnlos und traurig vor.
     
  3. Und dann hab ich NEIN gesagt. Ich hab keine Gründe mehr gesucht, keine Erklärungen, keine Selbst-Motivationen, keinen Trost –  Ich habe einfach nur keinen BOCK mehr gehabt, meine Energie abfließen zu lassen.
    Ich bin davon überzeugt, dass ich mit deprimierter Hoffnungslosigkeit die kollektive Trance füttere, und dazu bin ich nicht mehr bereit. Schluss mit Wurst! Mein Bauch gehört mir. Das ist meine Energie PUNKT.
    Da ging das Loch zu.

Einige Zeit später, in der Straßenbahn, musste ich angesichts absurder Reklame in generischen Hochglanzschaufenstern öfters kichern. Und da fiel mir auf, wie oft ich auch da Energie durch das Loch hab fließen lassen.
Unglücklich und hoffnungslos habe ich durch die Straßenbahnfenster auf den Kommerz und die verlorenen Menschen darin gestarrt und gedacht, die Welt ist nicht mehr zu retten.
Achwas, Unfug und Humbug! Ich bin kein Teil des absurden Theaters. Wenn diese Welt da nicht mehr zu retten ist, um so besser!

Tja, und heute waren die Leute auffallend nett und feundlich zu mir.

Das Loch bleibt zu!

 

 

edit 18. 6. 16
Ich seh grad: dieses Loch hab ich schon mal beschrieben, als Tentakel der Realität.