Normalität

Narzissmus – zweiter Teil

Es ist nicht von Beutung, was Leute sagen;
es ist nicht von Bedeutung, was sie denken.
Bedeutung, Auswirkung, Wirklichkeit hat das, was sie TUN.

 

Nachdem ich mir durch den ersten Teil notwendig Luft gemacht hatte, wollte ich am Nachmittag den zweiten Teil schreiben.
Den angefangenen Text habe ich inzwischen verloren. Ich glaube, das ist gut so. Ich hatte mich in einer Einleitung verzettelt, in der ich berichtete, was mir in letzter Zeit alles so an Narzissmus begegnet ist, direkt und indirekt. Erstaunliche Häufung, die bis jetzt anhält.

Ich habe auch online viel zum Thema gelesen. Und ich habe Hilfreiches gefunden. Trotzdem bin ich nicht zufrieden.

Ein Problem ist die verbreitete Akzeptanz narzisstischen Verhaltens. Typisch sind Aussagen wie diese:
„In unserer Welt der Likes und Selbstdarstellungen scheint der Narzissmus zuzunehmen. Ein Problem? Richtig dosiert dient die Eigenliebe der psychischen Gesundheit.“

Ich halte diese Begriffsverwirrung für sehr schädlich. Lucretia Tambourinfrau hat mir durch einen Kommentar dazu verholfen, da genau hinzusehen.
Es sind ’nur‘ Worte, aber durch das Vermischen und Verwässern von Bezeichnungen können wir das Problem nicht mehr deutlich sehen.
Sooo schlimm ist Narzissmus ja gar nicht, er hat ja auch gute Aspekte.
Nein, hat er NICHT. Und er ist noch viel schlimmer als du meinst.
Darum definiere ich, hier in diesem Blog, das Wort Narzissmus so, wie im ersten Teil geschehen.

Ich weiß, es gibt in der Psychologie den Begriff des ‚positiven Narzissmus‘.
Damit werden stabile Menschen bezeichnet, die sich selbst mögen, die gerne was schaffen, die sich Erfolg wünschen, für sich und die, die sie lieben. Sie können andere Menschen verstehen und unterstützen. Wer das kann, ist kein Narzisst.
Selbstliebe ist schön, wichtig, heilsam! Die Voraussetzung dafür, andere lieben zu können. Der Zugang zur Quelle, aus der Emapthie und Großzügigkeit sprudeln. Ein echter Narzisst kennt nicht mal einen Hauch wirklicher Selbstliebe – genau das ist die Wurzel des Übels! Selbstliebe hat NICHTS mit Narzissmus zu tun.
Was ist gewonnen, wenn ich einen ‚gesunden Narzissmus‘ definiere? Nichts, außer Sprachverwirrung und Desensibilisierung.

Sprache ist wichtig.

Und Selbstliebe ist wichtig. Sie ist das Gegenteil von Narzissmus und immunisiert uns gegen ihn.
Wenn ich mich selbst gut finde, kann mich Narzissmus in meiner Umgebung nicht berühren, nicht aussaugen.
Wenn ich mich selbst gut finde, habe ich es nicht nötig, selbst narzisstisches Verhalten zu zeigen.

Was wahr ist: sehr viele Menschen, auch wenn sie keine echten Narzissten sind, zeigen immer wieder narzisstische Verhaltensweisen. So füttern wir, die wir uns noch nicht stabil selbst lieben, den Narzissmus unserer Welt.
Nur, weil das weit verbreitet ist, ist es noch lange nicht ‚gesund‘ oder gut.
Es ist normal, ja.
Bloß, das Wort ’normal‘ hat umgangssprachlich eine Bedeutung bekommen, die nicht der Wirklichkeit entspricht.
Ich zitiere mich selbst:

Mit ’normal‘ wird im täglichen Sprachgebrauch meist ‚gesund‘, ‚angemessen‘, ‚richtig‘, ‚gut‘ und dergleichen gemeint.
Tatsächlich aber ist das Normale einfach nur das, was der Norm entspricht.
Und das ist, wenn es um gesellschaftliche Normen geht, meist weder gesund, noch angemessen, noch richtig, noch gut.
völlig normal

Ich will dazu beitragen, dass sich die narzisstischen Normen unserer Gesellschaft auflösen. Ich will, wie in Teil eins schon geschrieben, Vampire dem Sonnenlicht aussetzen.

Was also tun?

Darüber denke ich seit Wochen nach. Ausgelöst durch einige pathologische vollblut-Narzissten in meinem Leben. Seit ich sie als das erkannte, was sie sind – Vampire – sehe ich plötzlich überall Narzissmus. Auch bei mir selber. Nicht immer den hammerharten, superschwer zu therapierenden Vampir-Narzissmus, aber doch ungesunde Tendenzen. Und seit dem überlege ich, was ich da Heilsames machen kann. Zur Zerbröselung von Vampiren, zur Heilung der ungesunden Tendenzen im Alltag und in mir selber.

Und darüber schreibe ich dann in Teil 3.
Wow, ist das zäh mit diesem Thema. Ich wollte eigentlich nur einen kleinen Artikel dazu schreiben. 😛

noch was

zu dem Energiehaushalt-Beitrag von heute habe ich noch einen Nachtrag, sehr persönlich.

Ich hab mich nämlich im Jahrzehnt vertan, was in meinem Alter schon mal vorkommen kann. Das I Ging zu HAARP habe ich nicht in den 80ern bekommen, sondern 1998. Am 6. November 1998, um genau zu sein. Das finde ich grad in meinem (zyklischen) Tagebuchfile.
Und heute vor achtzehn Jahren und einem Tag, am 5. November 1998, habe ich zu dem Thema folgenden Eintrag geschrieben:

Heute im Aqua (Stammcafé in Passau) hab ich G. und so ’nem jungen Herrn, der irnzwie bei der Stadt was zu sagen hat, von Haarp erzählt. Man schwieg. Ich bezog dieses Schweigen erst auf mich: als habe ich dummes Zeug, uninteressantes Zeug gelabert. Aber Goddess, liebe Schwestern, dies war Schweigen der Angst und der Verdrängung. Man will es nicht wissen. Man verdrängt. Aber das ist dumm. Es ist ok, wenn wir das Entsetzliche nicht wahr haben wollen. Aber Wollen ist Tat und nicht Verdrängung. Diese schwiemelige Angst entsteht, da die Jungs es wahr sein lassen, weil sie keine Lösung sich vorstellen können. Die Angst lähmt den Widerstand. Der Widerstand beginnt im eigenem Denken. Alles ist möglich, wenn du es wirklich wahr haben willst. Bis in die letzten Zellen. Doch wenn du verdrängst, bleibt die Angst tief in deinen Zellen, während dein Geist sich weigert, mit dem Problem zu arbeiten. So wuchert Krebs, innen und außen in der Wirklichkeit. Goddess, ich hab keine Angst vor Haarp, es ist wahr. Ich will es nicht wahr haben, aber ich fürchte es nicht. Wir werden sehen, was geschieht. Ich lebe mein Leben in dieser Zeit, so gut es geht. Aye. Ich will den Menschen sagen, was ich weiß, dass sie es verstehen. Ich will mit Tarot und Magie arbeiten. Aye.

Tscha. Ich bin sehr erstaunt und erfreut, das heute zu finden. Ich bin erstaunt, wie klar ich damals die Dinge gesehen habe. Leider habe ich damals nichts davon wirklich geglaubt.
Ich habe klar gesehen und es mir selber erklärt, und ich selbst, bzw. meine damals fast ununterbrochen laufende Programmierung: Schuld, Pflicht, Normalität hat mir nicht erlaubt, mir selbst zu glauben und daraus nachhaltig Kraft zu schöpfen.
Ich hatte Angst vor HAARP. Und mein Leben habe ich damals viel zu selten wirklich gelebt. Die meiste Zeit bin ich in zivilisatorischer Trance dahin gedümpelt.

Und hier&jetzt möchte ich dem Universum verkünden, wie dankbar ich bin, dass das vorbei ist. Immer ist vorbei.

Die letzten beiden Sätze bringen mich sehr zum Grinsen. Mein Sende- und Predigten-halten-Trieb war damals schon so stark wie heute.

Und ich will immer noch mit Tarot und Magie — nee, nicht arbeiten. WIRKEN will ich. Und Wille ist immer verbunden mit zielgerichteter Handlung. Schluss mit Wünschen. Ich bin bereits tätig.
 

völlig normal

Liebe Gemeinde!

Ich hab einen Beitrag im Kopf, der sich beim Vorformulieren die ganze Zeit schon wie das Wort zum Sonntag anhört. Na dann.

Liebe Gemeinde,

als ich heute Morgen nach meinem Termin beim Arbeitsamt — Die hat auch eine Geduld mit mir, die nette Beraterin da! — als ich auf dem Weg vom Arbeitsamt an einer Kirche vorbeikam, da fiel mir an der Mauer nebendran ein Graffito auf.

Vorher fiel mir noch ein anderes Graffito auf, das meine Gefühle auf dem Weg zum A-Amt durch die Neckarstadt und die Quadrade an diesem goldüberpuderten Herbstmorgen adäquat zusammenfasste:

Und wie niedlich der winzige weiße Falter im A!
Aber ich komm ausm Predigen. Zurück auf die Kanzel.
Hier das Graffito an der Mauer neben der Kirche:

Ist das so?
Das ist wohl so.
Weil das, was normal ist, nicht normal  ist.
Nicht normal  im umgangssprachlichen Sinne.

Mit ’normal‘ wird im täglichen Sprachgebrauch meist ‚gesund‘, ‚angemessen‘, ‚richtig‘, ‚gut‘ und dergleichen gemeint.

Tatsächlich aber ist das Normale einfach nur das, was der Norm entspricht.
Und das ist, wenn es um gesellschaftliche Normen geht, meist weder gesund, noch angemessen, noch richtig, noch gut.
In so einer Welt ist es dann auch wirklich normal, dass wir uns verloren fühlen.

In Wirklichkeit ~

Ich konnte immer wieder feststellen, dass die Welt – damit meine ich jetzt nicht das, was wir oft mit „der Welt“ verwechseln, nämlich unsere westliche, kapitalistische Zivilisation, sondern die WELT. Die Wirklichkeit, das was IST.
Ich kann immer wieder feststellen, dass die Welt zwar unberechenbar ist, aber nicht feindlich. Und dass ich ein Teil von ihr bin. Mittendrin, eingebettet.
Das sind sehr schöne Momente, die ich leider noch nicht so oft erlebe.
Immer dann, wenn ich und meine Realität mit der Wirklichkeit im Reinen sind. Wenn mich kein schlechtes Gewissen plagt, keine verinnerlichten Erwartungen anderer, wenn mich keine Normen ersticken und ich mir auch grad mal keine Sorgen um die Zukunft mach.
Dann kann das Hier&Jetzt zu mir durchsickern, und dann durchströmt mich eine Freude, bei der auch ein Schmerz dabei ist, Liebe, Dankbarkeit und das Wissen um die Ungewissheit der Wirklichkeit. Ein Ziehen, ein Staunen.

Heute hatte ich so Momente nach dem Termin beim A-Amt, wo ich neuerdings hemmungslos aufrichtig bin. Seit ich das übe – aufrichtig zu sein – seitdem geht es mir besser und besser.

Und in solchen Momenten weiß ich, dass es überhaupt gar nicht normal sein muss, dass wir uns in der Welt verloren fühlen. Das es normal sein muss, dass wir uns so fühlen, wie oben beschrieben: im Hier&Jetzt verankert, Teil der Wirklichkeit. Im Glück der Ungewissheit und der Liebe.

Besser kann ichs nicht beschreiben, und ich hab echt noch viel zu üben, damit ich solche Momente OFT habe. Vielleicht immer. Ich vertraue darauf, dass das der wirkliche Normalzustand ist, für uns alle. Und dass wir in den letzten Jahrtausenden sehr vom Weg abgekommen sind und jetzt wieder dahin zurück finden. Ich denke, das ist unsere Aufgabe in unseren interessanten Zeiten: den Weg zu bahnen. Da eine Erkenntnnisse, hier eine Handlung, jetzt ein Moment. Kleine Schritte, einer nach dem andern.

Amen und Aye!

Der Preis des Dazugehörens

Marille Grünblatt hat einen schönen Text veröffentlicht, der mich berührt hat:

Wanderratgeber | Der Hase im Apfelbaum

Das löst bei mir grad was aus… Einen Mecker- und Motzanfall.

Als kleines Kind war ich in gewisser Weise wie der glückliche Prinz von Oscar Wilde. Ein einsames, aber mit sich und den Eltern zufriedenes Einzelkind, das keine Ahnung hatte, was in der Welt vor sich geht.
Als die Schule begann, wurde das schlagartig anders. Es begann die schlimmste Zeit meines Lebes: viele unglückliche Jahres des Aussenseitertums und des Dringend Dazugehören Wollens.
Es ist mir bis heute nicht wirklich gelungen. Inzwischen bin ich froh darüber. Aus tiefsten Herzen bin ich dankbar, dass ich es nie geschafft habe, ’normal‘ zu sein und dazu zu gehören.
Als Mädchen und junge Frau war ich verzweifelt.

Wenn ich heute darüber nachdenke, wieviel Zeit und Kraft (und Taschengeld) ich z.B. dafür verschwendet habe, irnzwelche Bänds anzuhimmeln, Platten und grässliche Magazine zu kaufen, MTV zu gucken —
Eigentlich wär ich gerne Punk gewesen, aber das hab ich mich getraut. Weil ich fand, ich wär zu fett für enge Lederhosen.
Ich war bisschen fett – das lag daran, dass ich meinen seelischen Hunger auch mit Chips und knallbunten Süßigkeiten zu stillen versuchte. Was Kindern an ungesunder (sorry) Scheiße verkauft wird, das ist WIDERLICH.
Aber folgerichtig. Dauert nicht lang, dann verdient die Pharmaindustrie an uns.

Die spirituelle Leere, in der unsere Zivilisation uns aufwachsen lässt, dürfen wir mit Konsum füllen.
Ja, wir leben im goldenen Westen, in der Freiheit! Wir sind frei zu wählen, ob wir Microsoft oder Apple wollen. Nestlé oder Danone. Coke oder Pepsie.
Wenn wir sind, wie die andern, wie die Reklame-Kids, dann haben wirs geschafft, und wenn wir dann immer noch nicht zufrieden und glücklich sind, dann stimmt was nicht mit uns. Dann sind wir nicht normal und selber schuld. Ham halt noch nicht das richtige Produkt gekauft. Noch nicht das richtige Fitnesstudio gefunden.
So hängen wir als Energiequellen fest in der Matrix.

Ich wünsche allen Kindern und jungen Menschen jemanden, der oder die ihnen andere Werte vermittelt und schon früh einen andern Weg zeigt.
Wir alle haben es verdient, unsere Zeit und Kraft für Heilsames und Schönes zu verwenden. (Marille Grünblatt z.B. hat dazu diesen schönen Wanderratgeber gepostet.)
Mir ist noch ein (holpriges) Lied eingefallen, dass ich zum „Roten Fest“ geschrieben habe – das war ein spirituelles Fest zum Übergang vom Mädchen (der Weißen) zur erwachsenen Frau (der Roten).

Das Lied war inspiriert von „Lonesome Robin“ (s.u.), lässt sich zu der Melodie singen und geht so:

Brich auf, es geht ins Rote Land
Nimm deinen Bogen noch einmal in die Hand
Dein einsames Jagen ist nun vorbei
Zerschlissen ist dein weißes Kleid
Wo immer dein Pfeil den Boden erreicht
wächst deine neue Zeit:
die Rote
Komm heim, Jungfrau, komm heim!
Du bist nicht länger vogelfrei.

Als kleines Mädchen warst du
eine Prinzessin, Piratin dazu.
Du wusstest genau, wann ein Zauber passiert
doch hast du die Worte nie gelernt
die das sagen könnten, was du gewusst.
Und dann hast du in die Schule gemusst.
Ach Kleine!
Vorbei, Jungfrau, vorbei.
Du bist nicht länger vogelfrei.

Gefangen warst du lange Zeit
bis in deine Träume warn die Gitter gereiht
Fast wärst du nicht mehr ins Leben erwacht
so ham sie dich irre gemacht.
Jetzt sprenge die Wände, sie halten dich nicht
und in den Trümmern finde dich:
Die Rote!
Es sei, Jungfrau, es sei!
Du bist nicht länger vogelfrei.



Hier die Lyrics zu „Lonesome Robin“.
Und hier eine schöne Version von einem Herrn Barry Moore (aka Luka Bloom)

edit:
Das passt auch noch wunderbar dazu:
http://zenpencils.com/comic/kalam/
(Die Zen-Pencils hab ich durch Frau Koriander gefunden.)