Omi Solingen

Pflanzenname gesucht

Meine Omi Solingen hatte in ihrem Wohnzimmer einen Topf mit einer rundblättrigen, filigranen Pflanze, die ich sehr mochte. Unter den Blättern am Rand waren kleine Knubbel.
Meine Omi Solingen schlief jeden Tag mittags eine Stunde auf der Liege in der Küche. Wenn ich für einige Tage bei ihr zu Besuch war, habe ich diese Stunde bei tickender Eieruhr im Wohnzimmer verbracht. Da musste ich mich irgendwie beschäftigen, und eine meiner Beschäftigungen war, feine kleine runde Blätter abzuzupfen und in die Erde anderer dort rumstehender Blumentöpfe zu drücken.
Nach einiger Zeit hatte meine Omi Solingen in fast jedem ihrer Wohnzimmerblumentöpfe zwei Pflanzen: die Hauptbewohnerin und so eine rundblättrige, filigrane Pflanze.

Ich habe keine Ahnung, wie diese Pflanze heißt, und ich hätte sehr sehr gerne eine in meinem Zimmer im Topf. Neulich habe ich einen Bambus-Kaffeebecher gekauft, auf dem, denke ich, genau so eine Pflanze abgebildet ist:

Der Kaffeebecher heißt „Ginkgo“. Also, ich bin ja wirklich keine Botanikerin oder so, trotzdem behaupte ich: Das ist sowas von überhaupt kein Ginkgo! So gar nicht!
Das ist stattdessen genau die Pflanze, die meine Omi So im Wohnzimmer hatte. Die Größe stimmt (1:1), die feinen, dunklen Stengel stimmen, die kleinen Blätter – die Knubbel unterm Rand sahen aus wie Sporen. Ich dachte darum, es ist vielleicht eine Farnsorte, habe aber im Netz nichts finden können. Weiß jemand von euch, was das für ne Pflanze ist? Ich bitte um Hinweise!

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15. Juni 2017 Donnerstag ~ Dankesammlung

Heute morgen bin ich gar nicht wach geworden, und ich hätte wahrscheinlich bis in den Nachmittag geschlafen und geduselt, wenn nicht um 11h rum sanfte Blasmusik in meinen Traum gesickert wäre. Ich war grad dabei, die Uraufführung von „It’s Raining Men“ mitzuerleben — was hatten diese seltsamen Blechblastöne da verloren?
Noch halb im Schlaf torkelte ich auf die Dachterasse und wurde Zeugin vom Beginn der katholischen Prozession. Sowas habe ich nicht mehr erlebt, seit ich aus Passau weg bin. Jetzt wieder in Ludwigshafen, im Hemshof. Das haben wir den vielen italienischen EinwanderInnen hier zu verdanken. Danke! =)

Die sind ne Schleife gezogen, und als sie nach einiger Zeit wieder kamen, hab ich mich aus dem Fenster gelehnt, um voller freundlicher, offener Neugier zu hören, was der junge Anführer der Prozession so erzählt.
Ich wurde – wieder mal – sehr enttäuscht.

„Und die Jünger fragten ‚Oh Herr, wie sollen wir beten?‘. Und Jesus sprach-“

Da bin ich gleich wieder ausgestiegen. Ich weiß, was jetzt kommt. Wenns ganz übel abgeht, dann kommt erst mal das mit dem „Ihr sollt nicht plappern wie die Heiden“, und auf jeden Fall kommt das öde, doofe Vaterunser. So sicher wie das Amen in der Kirche, haha, und genauso einfallslos, langweilig, uninspiriert. Da latschense also durch die Straßen und beten den alten, leeren Kram runter.

Ihr dagegen könnt frohlocken. Ich hatte nämlich sofort den Entschluss gefasst, einen langen HECKENWICKE-Artikel zum Thema „Beten“ zu schreiben, mit vielen Zitaten von Richard Rohr ~ und dann hatte ich keine Lust mehr. Bleibt euch das also erspart. Vielleicht ein andermal.

Stattdessen ein Foto.


In Köln am Straßenrand rufense bei solchen Prozessionen „Frollein! Ihr Täschschen brennt!“

Für den hübschen Anblick sag ich danke. =) Und die Bläser – auch wenn die Musik scho a weng öde und leierig war – haben ihre Sache gut gemacht.

 
Auch heute war wieder ein Räucherstäbchentag, und ich bin in dem Zusammenhang für zwei Dinge dankbar.

Erstens habe ich endlich meinen Ufo-Räucherstäbchenhalter wiedergefunden, den ich seit Tagen suche. Den hab ich noch zu Schulzeiten in Köln gekauft, mein allererster Räucherstäbchenhalter für meine allerersten Räucherstäbchen. Patchouli (natürlich) von Holy Smokes. Dazu habe ich „My Sweet Lord“ von George Harrison rauf und runter gehört – meine Eltern hatten die Platte, und das war das hippiehafteste, das ich dahatte.

Eya. Danke, dass das Ufo wieder da ist!

Desweiteren bin ich dankbar, dass ich heute endlich drauf gekommen bin —
Ich suchte nicht nur das Ufo, sondern auch irgendwas anderes für Räucherstäbchen, wo die Asche reinfallen kann. Ne Dose… Und da fiel mein Blick auf die außerordentlich schöne, magische, mir heilige, uralte Puderdose meiner Omi Solingen. Die Dose ist abgeranzt, es klebt noch Puder drin, ich habe seit vielen Jahren keine Ahnung, was ich damit machen soll, ich weiß nur, dass ich sie liebe. Heute hat sie endlich eine neue, sinnvolle, magische Bestimmung gefunden. Ich hab Sand und kleine Kiesensteine von unten ausm Hof reingetan, und siehe:

Das ist eine wunderWUNDERschöne Dose. Ich bin froh und dankbar!

Außerdem dankbar bin ich für eine andere Idee, die mir auch heute kam. Ich war nämlich insgesamt heute ziemlich missmufflig, matschig und unzufrieden. Außerdem hatte ich Kopfweh, und das wiederum kommt vom Nacken, weil ich den ganzen Tag am Computer hocke. Tu ich. Dadurch bin ich an einem Ort festgeklebt und bin unzufrieden.
Ich habe beschlossen, zu fasten. Computerfasten.
Eine Woche den Rechner auslassen habe ich gleich wieder verworfen. Stattdessen werde ich ausprobieren, den Rechner nur jeden zweiten Tag anzumachen. Morgen fange ich an. Das bedeutet morgen: Kein Internet, kein Tagebuchfile, keine Bildbearbeitung, kein Schnell-mal-was-Nachgucken. Stattdessen kann ich gucken, wie ich mir die Zeit vertreibe. Und ich bin sicher, ich werde zeitweilig sehr schlechte Laune bekommen. Mich langweilen. Und dann werde ich die Bücher in meinem schönen Regal seit langer Zeit mal wieder genauer ansehen. Oder meine Gitarre in die Hand nehmen. Oder die Aquarellfarben aus der Schublade kramen. Oder rausgehn. Oder mit der Hand schreiben. Oder Sachen sortieren, die in dunklen Ecken meiner harren. Oder all das und noch ganz andere Dinge.

Wenns irnzwas Wichtiges gibt, das ich am Computer machen will, kommts auf ne Liste, und übermorgen kann ichs dann machen. Und – es wird nicht nötig sein, ich sags mir nur für den Fall: Wenn ich irnzwas wirklich brauch – ein Rezept, das ich im Rechner habe, einen Weg nachgucken, eine wichtige Sache ausdrucken, sowas – dann darf ich das.

Oke. Das bedeutet: morgen bin ich nicht online, und meine Dankesammlung für morgen schreibe ich übermorgen. Und dann kann ich berichten, wie’s war und ob ich das weiter mache.

Jau, für diese Idee bin ich dankbar. =)

Außerdem erfreulich fand ich heute, wie schön Molly farblich auf den Stuhl passt,
auf dem eigentlich ich ganz gerne manchmal sitzen würde…

Nix auf der Welt gähnt so entzückend wie ne Katze.

So, jetzt noch das Gedicht.

Gewitterschwüle
kein Regen, kein Donner, nur
Wind und Straßensound

Rübstiel

Vor ungefähr einer Stunde stand jemand in unserer Küche, sah durchs Fenster in maigrüne Baumkronen und schnippelte frisch geerntetes Gemüse ausm Blumentopf. Auf dem Herd köchelten Kartoffeln, der Milchmacher machte Mandel-Cashewmilch, überall stand Zeugs rum. Siebe, Brettchen, Messer, Töpfe, und auch einige wunderschöne Schüsseln. In einer war aufgefangenes Gemüsewaschwasser für die Blumenkästen, in einer andern heiße Gemüsebrühe (instant, nur damit kein falscher Eindruck entsteht) für das zu kochende Gemüse.

Diese Jemand war ich, ehemals bekannt als Sie, Die Nicht Kocht.

Und das kam so:

Wie gestern angekündigt habe ich heute das Rübstiel geerntet.

Rübstiel kenne ich von meiner Omi Solingen, die das zumindest einmal für mich gekocht hat. Ich war noch klein, und es war ab da mein absolutes Lieblingsessen. Leider habe ich es danach nicht mehr oft, vielleicht sogar nie wieder bekommen. Ich kann mich nicht genau erinnern, ich weiß nur sicher, dass ich immer, wenn ich Omi Solingen besuchte, Rübstiel haben wollte, und dass sie immer sagte, sie mache das überhaupt nicht gern, weil das so ne Arbeit sei.
Ich hab auch noch nie Rübstiel auf dem Markt oder im Geschäft gefunden. Darum hab ichs im Topf angebaut, und es hat geklappt! Eine schöne Portion Rübstiel ist auf unserer Dachterasse gewachsen.

Heute wurde es geerntet. Jetzt kann der Mangold die Sonne sehen.

In der Küche überkam mich zeitweise Verzweiflung und ich fühlte mich von der Größe der Aufgabe überfordert. Ich hatte auch vielleicht bisschen viel auf einmal gemacht, Kartoffeln schälen, und Mandeln schälen für die Milch, und Knoblauch drücken, und Kartoffeln kochen und immer wieder was spülen, und Brühe aufgießen und Mandeln und Cashews waschen und dann durchs Sieb abgießen und- (Jaja, die erfahrene Hausfrau hebt jetzt irritiert eine Augenbraue, weil ich mich so anstelle. Hey, ich bins, Sie, Die Nicht Kocht.)

Und das Rübstiel putzen. Bald klebten überall kleine Blättchen, an mir und am Messer und um mich herum. Als ich so ungefähr die Hälfte geputzt hatte, wusste ich, warum Omi Solingen, die mich wirklich sehr geliebt hat, mir trotz meines Bettelns kein Rübstiel gekocht hat. Und ich hatte ein Rübstiel, bei dem ich die Blätter dranlassen konnte. Bei den alten Sorten sind die Blätter zu hart und die Putzerei ist noch mal um einiges aufwändiger.

Das war der Moment, als ich so richtig die Lust verloren hab.
Ich hab Foto-Pause gemacht, danach gings dann wieder. Einigermaßen. Es half, dass ich Hunger hatte, und der Oger auch. Also, der half nicht beim Kochen, der hatte auch Hunger. =)

Schließlich war alles im Topf und mir wurde klar, dass ich viel zu viel Gemüsebrühe genommen hab.


Oh grässlich! Viel zu matschig! Das ist Rübstielsuppe. =(

Naja, das war mein allererster Versuch, und ich hab leider keine weiteren Vorräte, ums das nächste Mal besser zu machen.
Und was soll ich sagen – es war bisschen matschig, und es war KÖSTLICH!

Eya.

War das jetzt einen Blogbeitrag wert?

Doch, ja. In Memoriam Omi Solingen. ❤  


MJAM

schöne neue Sachen

Oke, weils angefragt wurde. Ein Guck Mal Was Ich Tolles Gekauft Hab Konsum Beitrag.
Es gibt ja noch dies und das, was wir für die neue Wohnung gebrauchen können. Z.B. ein Kleiderschrank für mich. Ich hab das alles erst mal verschoben bis die Zeit der retro Venus vorbei ist. Ja wirklich. Ich hab zu oft gesehen, wie Leute Wundervolles während der retrograden Venus angeschafft haben (von Klamotten über neue Freundin bis zur neuen Wohnung), und als Venus dann wieder gradaus ging, hat’s nicht mehr gepasst.

Nu geht Venus seit dem 15. April wieder vorwärts und ich taste mich vorsichtig an die Dinge heran, die noch anzuschaffen sind. Erst mal kleinere Dinge.

Ein besonders kleines Ding ist unsere Küche. Als sie noch leer war, waren wir beide ratlos. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie wir da jemals alles Nötige reinbekommen und wie da überhaupt Platz drin sein soll, zu kochen.


Hier ein Einblick in die kleine Hutschachtel von Küche mit Schräge als sie noch ganz leer war.

Nu hat der Gefährte einen Kumpel, der mit Küchen zaubern kann, und der hat es geschafft, genug von unserer alten Küche in das kleine Stübchen zu stopfen, inkl. Waschmaschine (die in der alten Wohnung im Bad war), so dass unsere neue Küche praktisch, schön (finde ich) und überhaupt ganz wundervoll ist.


Ja, sie ist vollgestopft, unsere Küche =)

Auf dem Foto oben steht der Stuhl, den ich in der Küche gebraucht habe, um an das Zeugs in den höhergelegenen Schränken zu kommen.
Dieser Stuhl ist Erstens: ein Projekt, zusammen mit seinen 5 Geschwistern. Das Polster ist ziemlich scheußlich, die sollen alle neu bezogen werden. Das werd ich selber machen. Dannmal.
Zweitens: zu groß für die kleine Küche, der nimmt viel zu viel Platz weg.
Auf dem Stuhl steht eine Schüssel von einem ’skandinavischen‘ Möbelhaus, das der Gefährte und ich inzwischen aus vielen Gründen und aus ganzem Herzen verabscheuen. Die Schüssel ist praktisch und optisch völlig oke – und doch, wir wollen sie und ihre Geschwister nicht mehr haben.
Also haben wir gestern beim Möbelum, wo wir noch Bretter für dem Gefährten sein Pocket bestellt hatten, den Kaufrausch gehabt – vor allem der Gefährte ❤ , und wir haben 4 neue Schüsseln gekauft, und einen superpraktischen Küchenhocker mit Klappleiterchen. Meine Omi Solingen hatte auch einen Küchenhocker mit Klappleiterchen, den ich sehr geliebt habe. Ihrer war aus Metall und Plaste; Holz ist mir noch lieber. Ich bin froh!


Neuer Hocker, neue Schüsseln. Und ja, sie IST vollgestopft, unsere Küche. Ich MAG das. ❤

Und das Beste: Der Hocker passt grad so in die einzige noch freie Nische, die wir hatten.

Jo. Dann brauchten wir noch Sets, die waschbar und nicht aus Plastik sind. Achja, und schön sollen sie auch noch sein. Die zu finden ist erstaunlicherweise nicht so einfach. Wir haben uns mit vier Rottönen eingedeckt, die auch gut zu unseren beiden alten Sets passen, die ich damals in München beim Condrobs-Spendenladen – is ja egal! Hier die neuen Sets (das Gestreifte ist eins der Alten):


Ajo, es gibt Spannenderes als diese Sets. Ich zeig halt alles, was wir gestern angeschafft haben. =)

Und dann haben wir uns noch zwei Küchenhandtücher gekauft, die wir beide so schön fanden. Und gebrauchen können wir sie auch, wasn Glück. =)


Noch unspannender… und krumplig, weil grad frisch gewaschen.

Ajo. Now you know. Und jetzt spar ich auf nen Kleiderschrank.

Neues aus dem Garten

Gestern gabs Kochen im Garten und wir lernten paar unserer MitgärtnerInnen kennen. Genau wie wir erwartet haben wars ein richtig schöner Nachmittag und Abend.

Demnächst, wenn die krasse Hitze gebrochen ist, werden wir Rübstiel und Mairübchen sähen — das geht alles im Herbst noch.
Mairübchen hab ich erst dieses Jahr für uns entdeckt – köstlich!
Rübstielsamen habe ich zu meiner großen Freude im Baumarkt gefunden.
Rübstiel kenne ich aus der Zeit als ich noch richtig klein war und das mein allerliebstes Lieblingsessen war. Nur meine Omi Solingen hat das je gekocht, und auch nur selten, weil das so ne Arbeit war. Ich weiß auch das Rezept nicht — ich werde eins finden. Vegetarisch.

Ich hab schon nach Rezepten im Netz geguckt, und dabei habe ich was rausgefunden: Rübstiel und Mairübchen sind dasselbe. Da war ich ma wieder baff. Rübstiel ensteht, wenn der Bauer die Mairübchen zu dicht säht. Dann gibts keine Rübchen, sondern nur viele dünnen Rübenstiele. Ist irnzwie logisch, und doch hats mich echt umgehaun, besonders, weil ich nun zwei verschiedene Samentütchen habe, einmal Rübstiel, einmal Mairübchen. Aus Feez sollte ich das Rübstiel sehr vereinzelt sähen und die Mairübchen ganz eng und dann mal gucken, was wächst.

Echt… Faszination Gartenplänet… oder so… Jedenfalls zeigt das , dass ich zu viel am Computer hocke. Der Garten ist ein Segen.

Der Endiviensalat muss dann auch noch verzogen werden (heißt das nicht so?). Lady of the Dan hat per Mail bestätigt, was ich auch vermutete, aber der Oger wollt ja nicht auf mich hören… Der steht jedenfalls zu eng. Und der Feldsalat und der Rucola, den wir gesäht haben, der wirds auch viel zu eng haben, falls da überhaupt was kommt. Wir waren so motiviert, und es war ja so heiß, also haben wir viel gegossen.
Echt viel gegossen.
Vielleicht wächst uns demnächst das Swamp Thing im Beet, könnt schon sein, wenn ich bedenke, wieviel Moos wir da aus dem Boden geholt haben. Viel, aber nur einen Bruchteil von dem, was noch drin ist… in dem Sumpf.

Dann wollte ich stolz Fotos vom Borretsch zeigen, den wir vom Gefährten seiner Ma mitgenommen und hoffnungsvoll in den Boden gerammt haben. Er welkte da paar Tage vor sich hin, ganz am oberen Beetesrand – ich hab versucht, ihn per Gimp bisschen sichtbarer zu machen…

… und dann war er plötzlich weg. Jemand hat ihn rausgerissen, und das hat mich ne kleine Weile richtig verstört.

Wir haben auch nen Verdacht. Unser einer Beetnachbar hat bestimmte Vorstellungen davon, wie breit und lang unser Beet zu sein hat. Ist’n alter Herr, ich will da nicht weiter drauf eingehen. Wenn ich ihn sehe, werde ich ihn fragen, ob ers war, und wenn er ja sagt, werde ich ihm freundlich aber sehr SEHR bestimmt klarmachen, dass er NIE WIEDER irgendwas bei uns im Beet anzufassen hat. Wenn ihn was stört, soll ers mit uns besprechen.
Wenn er nein sagt, will ich die Sache vergessen.
Der Borretsch war sehr welk, aber ich hab ihn GEMOCHT. Und die eine Pflanze hätts geschafft, bin ich sicher.

Naja, eine sehr nette Mitgärtnerin hat mir erlaubt, mich an ihrem Borretsch zu bedienen (ich möcht eh nur paar Blüten).

Trotzdem hat mich das sehr gebeutelt, dass sowas passiert, weil wir ja doch Illusionen von Friede, Freude, Eierkuchen, Community, Gemeinschaft, Love, Flowerpower und so gehegt haben.
Nachdem der Borretsch weg war, war mein zweiter Impuls: Das wird sofort dem Gartenchef gemeldet! Der Übeltäter muss an den Pranger und streng bestraft werden und-
Wir ham da überhaupt keinen Gartenchef. Aber ich habe schmerzvoll begriffen, wie es dazu kam, dass deutsche Schrebergärten zu dem Regeln-Missgunst-Blockwarthorror wurden, der sie heute viel zu oft sind.
(Was mein erster Impuls war, das möchte ich hier gar nicht hinschreiben…)

Naja, ich habe mich wieder beruhigt, sowas passiert halt in der nicht-ganz-so-perfekten-Welt, an die ich mich seit weit über 40 Jahren versuche zu gewöhnen –
Ich habs wirklich gut, wenn ich bedenke, was sonst noch alles passiert in der Welt. Wir saßen gestern mit sehr netten Leuten in der lauen Sommernacht im Garten, aßen köstlichen Curry, dort gewachsen (bis auf die Kokosmilch) und gekocht, ich hab dann noch Teelichter geholt und immerhin ein Foto gemacht vom Salbei-vor-Teelicht.

Und ein Foto von tagsüber, Hummel auf Sonnenblume.

Ich MAG Hummeln. Und Sonnenblumen. Und dass wir jetzt nen Garten haben.

 

UN-Klimakonferenz 2015

Wir warn heute auf der (leider sehr kleinen) Demo in Mannheim, im Rahmen des Global Climate March anlässlich der im Titel genannten Veranstaltung.
Es gab einen Trauermarsch vom Schloss zum Alten Messplatz, auf den Straßenbahngleisen durch die Fuzo und dann über die Kurpfalzbrücke. Links und rechts blinkende Weihnachtsmärkte und vollgestopfte, dauerbeleuchtete Schaufenster. Die Stadt brechend voll mit Leuten-
Ach, sich über den Weihnachtskonsumterror aufzuregen, ist auch nutzlose Energieverschwendung.

Den Aufruf zur Demo hatte ich über Avaaz bekommen, dort hatten sich online für den Marsch in Mannheim um die 600 Leute angekündigt. Ich nicht, weil ich dachte, lieber einfach hingehen, es kommen eh nicht alle.
So wars dann auch. Ich tu mich ja schwer mit Schätzen, es sah aus wie ca. 50 Leute… wahrscheinlich warns so 150. Jedenfalls keine 600.

Es gab immerhin ab und zu positive Rückmeldung (Hupen, Rufen und Vitory-Zeichen-Geben) von welchen, an denen wir vorbeikamen.

Auf dem Alten Messplatz gabs noch ne sehr (angenehm!) kurze Kundgebung.

Mit dabei war auch das alte Grablicht, das ich von Omi Solingen geerbt habe. Viele viele Jahre stand es auf Opis Grab, nu wohnt es in Mannheim und war heute auch mal in der Stadt unterwegs.

Und wer jetzt noch unterschre unterklicken möchte, das bringt nämlich durchaus was:

Sign the Mega Climate Petition