Orakel

Viel zu sagen ~ zu viel Schreiben

Seit Tagen bekomme ich keinen Blogeintrag hin. Ich hab wieder so viel Input erhalten, so viel angehört, gelesen, ausgetauscht, ausprobiert ~ vorgestern was von Neil Kramer – zu dem muss ich auch noch einen  Vorstellungs-Beitrag schreiben, der zählt zur Zeit zu meinen Gurus (Guru = dispeller of darkness – Zerstäuber/Zerzauberer/Vertreiber/Verbanner von Dunkelheit), so wie mein geliebtes I Ging Buch und Richard Rohr. Dabei mag ich Neil Kramer oft gar nicht besonders leiden, und einiges, was er sagt, passt mir nicht in meinen Kram.

Und sowas bläht mir dann meinen Blogbeitrag auf, weil ich erst mal erklären möchte, wer Neil Kramer ist, und warum ich ihn mag, und wann nicht, und-

ACH EGAL!
Hier der Vollständigkeit halber ein Link zu seiner Homepage (englisch), der Vorstellungsbeitrag kommt noch.

Ich will erzählen, was er in dem einen Vortrag gesagt hat, den ich neulich angehört habe. Etwas, das ich seit dem im Herzen bewege, weils angedockt hat bei mir: Er sagt, er schreibt fast nicht mehr.
Das geschriebene Wort, sagt er, ist fern. Feuer ist im gesprochenen Wort. Das gesprochene Wort ist dem Göttlichen nah, Wahrheit ist ein Funken, der dem Mund entspringt.

Er’s manchmal bisschen blumig, wenns ihm wichtig ist.

Das geschriebene Wort, sagt er, sei früher ein Wegweiser gewesen zu einer Frau, einem Mann, die sich hinsetzen und mit dir reden.

Jo, das berührt mich, das trifft mich. Nicht erst neuerdings wünsche ich mir einen Laden, in dem ich schöne Dinge verkaufe, (Tarot)-Beratungen und Seminare anbiete. Nicht erst neuerdings wünsche ich mir Vernetzung HIER VOR ORT, in Mannheim. Keiner meiner zaghaften Schritte, die ich dazu unternommen habe, hat mich in dieser Richtung für mich wahrnehmbar weitergebracht.
Stattdessen schreibe ich. Ich schreibe Tagebuch und in mein geliebtes Reinschreibebuch, und in meine Blogs, und in Mails. Ab und zu schreibe ich sogar einen richtigen Brief. Ich LIEBE Schreiben.

Und was Neil Kramer da sagt, das gefällt mir nicht.
Es ist trotzdem wahr.

Es ist viel Schönes und Heilsames in meinem Schreiben, jaja. Und es ist Ersatzhandlung, Zeitvertreib, die Illusion, etwas zu schaffen, das ich anfassen und aufheben kann, oder auf ner Festplatte speichern. Der Washi Tape-Beitrag im VETCHBLOG zeugt genau davon.
Ich hab übrigens gestern noch eins gemacht.

Wie hübsch.

Ich werd auch weiterhin schreiben. Ich erlebe wirklichen Austausch übers Schreiben, auch wenn er nur über Buchstaben geht. Geschriebenes hat Wirkung, auch wenn sie nicht so voller Feuer ist, wie das gesprochene Wort. (Wie dankbar bin ich für mein I Ging Buch!) Oder Tagebuch schreiben – in der Not hat sich das unzählige Male als wunderbar, magisch, lebensrettend heilsam erwiesen. Ich werde auch weiterhin mein Reinscheibebuch führen (und alles mögliche reinkleben, auch Washi Tape), es unterstützt mich dabei, Heilsames und Notwendiges zu tun, und es macht mir FREUDE.

Das DARF ich.

Andere wichtige Themen, die mich zur Zeit beschäftigen, sind nämlich Wahrheit, Schuldgefühle und damit verwoben: Wo sitzt eigentlich die Autorität, die mir sagt, was ich zu tun habe?

WAHRHEIT
Wir alle haben unsere eigene, einzigartige Wahrheit. Zusammen ergeben sie die Reine Wahrheit.
Die Reine Wahrheit ist zur Zeit so gar nicht mein Aufgabe. Meine Aufgabe ist, den anderen ihre Wahrheit zu lassen (ja, auch wenn sie täglich 5 Kaffee im beschichteten Pappbecher konsumieren) und vor allem: MEINE Wahrheit zu erkennen und ihr zu folgen.

Auch kein neues Thema, viele Blogbeiträge hier zeugen davon. Und ich bin dankbar, denn auf diesem Weg komme ich weiter, immer dichter zu meiner eigene Wahrheit.
MEINE WAHRHEIT erkenne ich nicht, indem ich nach ihr wühle. Sie wird mir immer deutlicher, weil ich sie spüre. Ich spüre, wenn mir was gegen den Strich geht. Oft sind mein Verstand, mein Stolz, alte Programme, Pflichten, die Normalität etc. anderer Meinung. Seit ich übe, meinen Gespür zu folgen, sogar scheinbar gegen meine ‚Interessen‘, geht es mir besser.

Und seit ich übe, nicht mehr daran zu leiden, dass andere Leute ganz andere Wahrheiten als ich verfolgen, geht es mir besser und besser. Ich habe plötzlich so viel Kraft übrig, meine eigene Wahrheit zu spüren.

Suche nicht nach der Wahrheit! Entferne alles, was unwahr ist – die Wahrheit bleibt übrig“ sagt Osho. Rumi hat auch sowas gesagt – „Deine Aufgabe besteht nicht darin, die Liebe zu suchen, sondern darin, alle Hindernisse zu beseitigen, die der Liebe im Weg stehen.

 

Und das führt mich zu einem der Hindernisse:

SCHULDGEFÜHLE
Darauf hat das I GIng mich aufmerksam gemacht. Ich habe STÄNDIG Schuldgefühle. Das ist viel tiefer verankert, als mir klar war. Z.B. hatte ich welche, als mir bewusst wurde, dass mein vieles Schreiben keine heilsame Tugend ist, sondern eine Ersatzhandlung für das, was ich wirklich will: Kontakt, Austausch, Vernetzung, LEBEN. Gespräche mit Menschen an einem wirklichen Ort, wo wir körperlich anwesend sind. Wo alle Sinne beteiligt sind.

Das will ich, und dann hab ich Schuldgefühle bekommen, weil ich so viel schreibe; und Frust, weil ich doch so gerne schreibe; und Angst, dass ich so viel Zeit und Energie verschwendet habe und jetzt mein Reinschreibebuch wegwerfen kann, und mein Tagebuchfile löschen…

Ja so ein QUARK! Ich DARF schreiben. Schreiben war schon so oft so unendlich heilsam für mich!
Wenn es Zeit ist, dann wird das von selber versiegen. Das heißt nicht, dass ich weitermache wie bisher. Die Erkenntnis, dass Schreiben kein Selbstzweck ist, die bekomme ich nicht mehr weg.
Und jetzt übe ich das Naheliegende: Z.B. darauf zu achten, wie ich meine Zeit verbringe. Statt Texte zu scheffeln vielleicht doch lieber was kochen oder aufräumen.
Und ich übe, nicht dem Impuls nachzugehen, ‚alles richtig‘ machen zu müssen, weil irgendeine ‚Autorität‘ – Neil Kramer z.B. – mir was gesagt hat. Das I Ging Buch ist da schon lange mit mir dran, das WEIGERT sich konsequent, mir zu sagen, was ich tun soll. Es lobt mich auch nicht, wenn ich meine, was gut gemacht zu haben, es feuert mich nicht an – Es sagt mir: Bewerte nicht, hör nicht auf andere, tu das Naheliegende. Was gut ist, was Heilsam ist, das weißt du selber, in der jeweiligen Situation. Übe, dein fühlendes Bewusstsein wahrzunehmen! Da geht der Weg lang.

Das ist WAHR.

So, genug für jetzt. Ich hab was in der Küche zu tun.
 

Bescheidenheit

Oh, der Text ist LANG. Vielleicht sollte ich ihn aufteilen. Jetzt bin ich erst mal froh, dass ich ihn geschrieben habe, es war mir wichtig. Wer direkt zur Bedeutung von BESCHEIDENHEIT möchte, klicke auf das Hexagramm. Da ist der Text dann immer noch lang.

Ich lass mich zur Zeit von so viel Input durchfluten (die ganzen Links jetzt nur zur Info, falls wer Interesse hat. Keine Aufforderung, sich auch so zu verwuseln, wie ich das grad tu.)Friedrich, Neil Kramer, Viktor Frankl, Alan Moore, Robert Anton Wilson, mein Lieblings I Ging Buch sind Spitzen, die rausragen aus der fruchtbaren Flut.

Dabei entdecke ich wieder einmal etwas, das ich doch schon lange weiß und aus Mangel an Disziplin immer wieder ‚vergessen‘ habe:

Je mehr ich aus der kollektiven Trance aussteige und dem folge, was mein Selbst will, desto reicher wird mein Leben an Magie und Synchronizitäten.
Die Dinge fügen sich. Die Welt wird besser. Wirklich.

Ein ganz entscheidender, befreiender Input, der mir zufiel, ist ein I Ging Orakel, das ich kurz nach dem Guide-Reading (s.o., „Friedrich“) erhalten habe. Anlass, das I Ging zu befragen, war echte Not, weil ich mal wieder einen blöden, ekligen Krach mit meinem Schnusel hatte. Davon hatten wir vor allem letzten Sommer reichlich, so reichlich, dass wir uns fast getrennt hätten. Fast. War auch sehr heilsam, dieser Gang durchs Labyrinth…
Danach sind diese Streits selten geworden, und doch: immer mal wieder haben wir uns im Muster verstrickt. Das Schlimmste dabei war die Hilflosigkeit – wir haben so viel versucht, und nichts hat funktioniert. Schließlich habe ich kapituliert, so wie ichs in den A-Gruppen gelernt habe. Ich weiß nicht, wie ich diese Streits, dieses Eskalieren verhindern kann.

Das war schon mal ganz gut; das hat viel Gestrampel erspart, wir haben zumindest nicht mehr ewig lang diskutiert. Aber wir haben uns trotzdem immer mal wieder eklig gestritten, und jedesmal wuchs unsere Angst, dass wir auf Dauer nicht zusammen bleiben können.

Jo, und als wir dann kurz nach dem tollen, heilsamen Reading wieder so einen miesen Krach hatten, da war ich extrem frustriert und unglücklich, und ich habe in ehrlicher, tiefer Not das I Ging befragt.

Nu ist das so, dass ich oft mit den Texten in meinem I Ging Buch nichts anfangen kann. Oft denk ich „Hä?“ oder „Jajaja, nicht mein Problem…“ — es passt halt nicht immer. So ist das mit Orakeln. In meiner Welt kommen sie nicht dann, wenn ich mirs einbilde, sondern wenn ich sie brauche. Und es ist auch nicht immer das I Ging. Es kann sonstwas sein, Tarot, meine eigenen MA OK Karten, ein Satz aus einem Buch, Film, Lied, Grafitti – wie das halt so ist, mit Orakeln.

Diesmal wars das I Ging durch mein I Ging Buch. Es war, als hätte Friedrich noch was zu sagen gehabt, so nahtlos hat es zu der Information aus dem Reading gepasst. Ich bekam weitere Information und praktische Übungsanleitungen zum ‚Jemand sein müssen‘, zur Inneren Wahrheit und zur zivilisatorischen Trance. Friedrich nennt das „Zeitgeist“, im I Ging Buch nennen sie’s „kollektives Ego“. (Es hat so vielen Namen… Legion. Neil Kramer z.B. nennt es „Standart-Realitätstunnel„.)

Ich bekam Antwort, ich fühle mich gesehen und gehalten. Meine akute Not wurde durch das Orakel gelindert mit konkreten Tips, was ich tun kann, wenn mein Ego mit dem Ego eines anderen Menschen in Konflikt gerät.
Ich bin mal wieder sehr wirklich froh und dankbar

Jo, und weil ich finde, dass da viel dabei ist, aus dem auch die geneigte LeserInnenschaft was Heilsames ziehen kann, werd ich das Orakel jetzt in eigenen Worten zusammenfassen.

Ich erhielt die BESCHEIDENHEIT unbewegt. Den ‚offiziellen‘ Text könnt ihr hier nachlesen; mein I Ging Buch erklärt das Hexagramm so:

Bescheidenheit ist eine der drei grundlegenden kosmischen Tugenden. Die andern beiden sind Gleichwertigkeit und Einzigartigkeit. Sie verleihen jedem Aspekt des Kosmos seine Würde. Wie schön!

Da wir alle einzigartig sind, gibt es überhaupt keinen Grund, zu vergleichen und zu bewerten. Darum kann ich, wenn ich mir diese drei Tugenden bewusst mache, ganz wunderbar und gelassen Bescheidenheit üben. Ich – so wie alles andere auch – bin einzigartig. Wir sind nicht alle gleich, oh nein. Wir sind allerdings alle gleichwertig. Darum kann ich das ganze Vergleichen und Bewerten und vor allem auch das Mich-selbst-Abwerten aufhören.
Ich muss nichts Besonderes in der Welt leisten, ich muss niemand sein oder werden. Meine Würde muss ich mir nicht verdienen, denn ich habe sie.
Wie schön!

Bescheidenheit bedeutet, mir der Einzigartigkeit meiner persönlichen Gaben und der damit einher­gehenden Verantwortung gegenüber dem kosmischen Ganzen bewusst zu sein.

Dann wird erklärt, dass Bescheidenheit mit dem „gesunden Menschenverstand“ verknüpft ist. Ich mag den Begriff „gesunder Menschenverstand“ nicht so. Ich würds vielleicht Intuition nennen. Oder Gewissen. Ist ja wurst, sind nur Worte, nur Finger, die auf den Mond zeigen.

Dieser gesunde Menschenverstand jedenfalls hat die Aufgabe, alle Sinneswahrnehmungen – die äußeren und die inneren – abzugleichen. Und dann weiß mein gesunder Menschenverstand genau, was wahr und was unwahr ist.
Ich denk grad, das ist so ziemlich das, was ich meinen BullShit Detektor (BSD) nenne. Der gesunde Menschenverstand/BSD weiß so genau, was wahr ist und was nicht, weil er im Einklang mit meiner Inneren Wahrheit ist, und die Innere Wahrheit ist im Einklang mit der kosmischen Harmonie.

Das sind auch alles Worte. Was uns da gesagt wird, ist etwas, von dem ich tatsächlich – genau wie beschrieben – weiß, dass es wahr ist: Es gibt eine Instanz in uns, die weiß, was wahr und was heilsam ist. BSD, Gewissen, gesunder Menschenverstand, Intuition – wie auch immer wirs nennen wollen.

Dieses Wissen braucht keine Begründung.
Ahh, wie GUT, das zu lesen. Das weiß ich natürlich auch, doch wie oft hab ichs vergessen oder mich anders überzeugen lassen. Noch mal: Dieses Wissen braucht keine Begründung.

Mit „innerer Wahrheit“ ist hier gemeint: Jede Körperzelle hat ein Gedächtnis, wie sich die kosmische Harmonie anfühlt. Auf diesem Gedächtnis basiert mein natürliches „Hardware-Programm“, das völlig ausreichend ist für die Orientierung der Persönlichkeit in der Welt.

Die Unterscheidungen, die der gesunde Menschenverstand trifft, bedürfen keiner Begründungen, um ihre Gültigkeit zu beweisen.

Ich soll also üben, die Gefühle, die von meiner inneren Wahrheit kommen, als gültig anzuerkennen. (Da kommt bei mir die Disziplin ins Spiel.)

Für Ungeübte, zu denen ich und wahrscheinlich viele von uns zählen, bedeutet das zunächst, dass wir uns alles, was sich unharmonisch anfühlt, vollständig ins Bewusstsein bringen.

Das ist wirklich wichtig, und ich stelle fest, dass die MondMedis da ne gute Übung für sind. Sich bewusst machen, was IST.
Beim Üben von Bescheidenheit immer dann, wenn sich etwas unharmonisch anfühlt. Dazu gehört, zunächst mal zu MERKEN, dass sich für uns grad was unharmonisch anfühlt. Das passiert nämlich oft am Tag, und wir haben fleißig geübt, das auszublenden und zu verdrängen. Das haben wir sehr diszipliniert lernen müssen. Ab jetzt üben wir das Gegenteil: MERKEN, wenn sich was unharmonisch anfühlt und sich dann bewusst machen, was genau es ist.

Manchmal ist es unser Ego, das sich beleidigt fühlt, manchmal hat jemand wirklich unsere Grenzen verletzt, oft müssen wir Dinge tun, die wir nicht tun wollen, können nicht über unsere Zeit verfügen, Dinge machen uns Angst – es gibt viele, viele Anlässe.
Sich das bewusst machen, anerkennen, dass es so ist, uns selber sagen: Ich seh mich, ich sehe, dass da was nicht gut läuft – allein das hat schon heilsame Wirkung. Das weiß ich inzwischen aus Erfahrung.
Wie schön!

Und dann sagen wir das innere NEIN zu dem, was uns quält. Wenns das Ego ist, sagen wirs dem Ego. Wenns das Ego eines andern Menschen ist, sagen wirs dem. Wenns die Umstände sind, sagen wirs denen. NEIN.

Das Innere Nein würde spontan erfolgen, wenn wir nicht konditioniert wären, unsere  Gefühle herabzusetzen. Die Reifung unseres wahren Selbst erfordert daher, dass wir lernen, das Innere Nein zu sagen, um die eigene Würde zu wahren. Solange noch ein Rest von Konditionierung vorhanden ist, müssen wir das Innere Nein bewusst erinnern und praktizieren.

Wenn wir auf unsere Gefühle eingestimmt sind, steigt das Innere Nein spontan von innen auf und ist als feste Stimme hörbar.
Von diesem NEIN in Aktion, mit wunderbar erfolgreicher Wirkung, habe ich zwei Beiträge zuvor berichtet. Sophie0816 hat darauf in einem Kommentar erzählt, dass sie erst mal ein JA braucht – das finde ich sehr interessant und wichtig. Bitte hier nachlesen: Das Loch der Verzweiflung – Kommentar


Dann gehts in dem Text konkret darum, das Innere NEIN zum Ego eines andern Menschen zu sagen. Wenn wir das nicht tun, steht da, dann ist das ein Zeichen dafür, dass unser eigenes Ego aktiv geworden ist.

Das kann ich nur bestätigen. Ich übe seitdem, und das hat zur Folge, dass ich, statt hochzugehen und zu streiten, erst mal innehalte und mir klar mache, was genau mich da grad hochgehen lässt. Dann sage ich NEIN dazu – im Innern.
Manchmal ist es dann gut.
Oft hat mein Ärger nichts mit dem zu tun, was mein Gegenüber gesagt hat, sondern kommt daher, dass mein Ego was falsch verstanden hat und alte Muster und Wunden und Verletzlichkeiten angetriggert wurden. Das ist dann ganz allein meine Sache, und sobald ich das klar sehe, ist mein Zorn verraucht.

Ab und zu ist das nicht so. Ab und zu werde ich wirklich ungerechtfertigter Weise blöd angemacht. Wenn ich mir das bewusst mache und das Innere NEIN dazu sage, dann finde ich danach auch die passenden Worte und den passenden Zeitpunkt. Es fügt sich.
Ich habe mehrmals schon ruhig und klar gesagt, was zu sagen ist, und auch das hatte wunderbare, heilsame Wirkung.

Mein Schnusel und ich haben, seit dem ich dieses Orakel erhalten habe und davon gelernt habe und übe, nicht mehr eklig gestritten, I kid you not.

Manchmal gibt es keine Möglichkeit, etwas zu sagen oder zu ändern, und es bleibt beim inneren NEIN zu den ekelhaften Umständen. Auch dann können sich Dinge ganz unerwartet heilsam fügen.
Das Schönste, das im Text steht, ist das Versprechen, dass uns geholfen wird, wenn wir üben. Wir können um Hilfe bitten, und wir bekommen Hilfe.
Auch das kann ich bestätigen. Magie und Synchronizitäten.  ❤
Im Buch werden da die „kosmischen Helfer“ beschrieben. Z.B. die Helfer der Transformation, von denen der gesunde Menschenverstand einer ist.
Die Autorinnen legen großen Wert darauf, nicht zu beten und nicht zu betteln und sich nicht an Engel oder andere ‚höhere‘ Wesen zu wenden. „Magie“ mögen sie auch nicht. Nur den „Weisen“, der zu uns durch das I Ging spricht, und die kosmischen Helfer sollen wir um Hilfe bitten.
Da den Ladies das wichtig ist, geb ich es hier so wieder;  ich selbst seh das nicht so eng. Ich bin absolut überzeugt, dass sie recht haben, wenn sie sagen, wir sollen nicht betteln, und dass wir nicht versuchen sollen, Deals abzuschließen („Lieber Gott, mach… dann werd ich auch…„) Sie sagen, dann zieht der Weise sich zurück. Die Hilfe kommt bedingungslos, wenn wir darum bitten und aufrichtig unserer Inneren Wahrheit folgen. Welcher Art die Hilfe ist, das wissen wir vorher nicht. Vielleicht ist es was ganz Kleines, Subtiles. Und verlassen können wir uns auch nicht darauf. Was wir können, ist bitten, unser Selbst stärken und Vertrauen üben.

Ob wir den Kräften, die wir um Hilfe bitten, einen Namen geben, welchen Namen, welche Gestalt, das halte ich persönlich für nicht so wichtig. Ich glaub nicht, dass der „Weise“ sich zurückzieht, wenn wir ihn als „Gott“ begreifen oder die Helfer der Transformation „Engel“ oder „Guides“ nennen.
Neh, Friedrich?      

Wir können um Hilfe bitten, und wir bekommen Hilfe – JA. Magie und Synchronizitäten.  ❤ Wie schön!

Und DANN, dann ist der Text zum Hexagramm immer noch nicht zu ende. Es kommt noch was richtig Wichtiges.

Der Gebrauch des Wortes „der Edle“ im Urteilsspruch kommt aus der konfuzianischen Lehre und der darin vertretenen Ansicht, man müsse Bescheidenheit – als Merkmal des kultivierten Menschen – durch Charakterbildung erwerben.
Doch widerspricht die bloße Idee, ein „Edler“ werden zu wollen, der wahren Bedeutung von Bescheidenheit.

Es folgt eine wortreiche, heilsame Abhandlung zum Thema Selbstbilder.

Wenn ich danach strebe, ein „Edler“ werden zu wollen, habe ich bereits die Verbindung mit meiner angeborenen, natürlichen Bescheidenheit verloren.
Außerdem: Wenn ich mich „Edler“ nenne, belege ich mich mit falschen Zuschreibungen, die mich zwingen, eine ganze Liste abstrakter Tugenden hochzuhalten, die das kollektive Ego [der Zeitgeist] mit dieser Bezeichnung verbindet.
Indem das kollektive Ego  behauptet, meine Tugenden seien nicht Teil meiner wahren Natur und müssten daher erst kultiviert werden, eignet es sich meine natürliche Bescheidenheit an.
Die Zweifel an der Vollkommenheit unserer wahren Natur wurde uns als Kleinkind als vorbereitender Schritt auf unsere weitere Kondi­tionierung eingeimpft.

Ohhh, das läuft mir gut rein. Auch hier weiß ich, das es wahr ist, und dass ich nun mit Freude und sehr diszipliniert übe, mich daran zu erinnern, wenns mir die Realität mal wieder anders verzapfen will.
Friedrich hat mir genau das Gleiche gesagt.
Ich brauch z. B. keinen Beruf.
Ich hab ein Mantra in allen meinen alten Reinschreibbüchern: I gotta put a name to my trade – ich muss meinem Beruf einen Namen geben. Gosh, hat mich das gequält, viele Jahre lang, denn ich hab nichts gefunden, bis heute nicht.
Inzwischen hab ich ein neues Mantra in meinem aktuellen Buch: My trade don’t need a name, coz I don’t need a trade.
IST das schön! Da das jetzt geklärt ist, kann ich in Ruhe machen, was ich will, im Einklang mit der Wirklichkeit. Das heißt nicht, dass ich nichts tu. Ich tu ne Menge, und ich bekomme auch angemessene Gegenleistungen dafür. Nur hats keinen ‚offiziellen‘ Namen.

Da das kollektive Ego kosmische Hilfe niemals ersetzen kann, rät es dem Einzelnen, „bescheiden“ in seinen Ansprüchen und in seinem Auftreten zu sein. Ohne dies offen auszusprechen, definiert es Bescheiden­heit („die höchste aller Tugenden“) als „selbstlose Akzeptanz von Armut und Ungerechtigkeit“.
[Ja genau! (…)]
Da es die Institutionen des kollektiven Egos sind, die den Einzelnen seine Tugenden gelehrt haben, glaubt dieser, er verdanke ihnen „alles, was er ist“; die Folge sind starke Gefühle von Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit ist mit Schuldgefühlen verbunden, die immer dann aktiviert werden, wenn der Betreffende den Versuch unternimmt, sich aus dem Gefängnis der totalen Kontrolle zu befreien.

Puh, ich würde diesen Teil des Textes am liebsten vollständig zitieren, aber ich habe wahrscheinlich jetzt schon das Copyright verletzt. Zu meiner Entschuldigung kann ich anbringen, dass ich hier Werbung für das Buch mache und dass es, finde ich, wichtig ist, die Erkenntnisse, die in dem Text geteilt werden, weiter zu verbreiten.

Wahre Bescheidenheit ist die Abwesenheit aller Selbstbilder.

Alle Zitate aus:
I Ging – Das Kosmische Orakel
von Carol K. Anthony und Hanna Moog, 2004, AT Verlag Baden/Schweiz.
808 Seiten, Hardcover. ISBN 978-3-86533-016-1

Das Gekrähe geht dann auch wieder weg…

…grad kams halt über mich.

Neues von den MAOK – den Mannheimer Orakelkarten. Hehe. Ich habe angefangen, Bedeutungen aufzuschreiben. Hab schon wenige Zeilen zu sage und schreibe vier (4!!!!) Karten getippt. Es ist, so weit ich das sehe, keine dabei, die ich hier vorgestellt hätte…

Ich mach das so: ich ziehe seit vorgestern jeden Tag eine Karte, als Tagesorakel, und zu deren Bedeutung schreib ich dann einen kleinen Post in mein Board. Also möglichst mindestens eine pro Tag, manchmal auch mehr.  Mit der Zeit wird das vollständig. Wen’s interessiert: MAOK : KWB (Auch zu erreichen oben über VETCHDECK).

Feedbäck und Fragen willkommen.

weiterhin live aus der Orakelkartenfabrik

…ich brabbel hier so vor mich hin…

Meine Laminierfolien sind mit der 60. Karte ausgegangen, und die Größe, die ich bräuchte, habe ich nicht kaufen können. Jetzt habe ich etwas Kleinere und muss wieder von vorne anfangen mit dem Deck: ausdrucken, ausschneiden und laminieren, damit die neuen Karten zu den alten passen.

Das ist schon oke so, die Rückseiten der Karten, die ich habe, sind nicht einheitlich, manche Karten musste ich noch mal verbessern und jetzt noch mal neu ausdrucken, andere will ich gar nicht mehr. Das erste 60-Karten-Deck, das wird auch ein schönes Zuhause finden. Und wenn ich die Karten einzeln fürn Euro als Lesezeichen verkaufe… (Das kann ich versuchen, hehe. Wahrscheinlich werde ich sie selber verwenden und an FreundInnen und Verwandtschaft verschenken.)

Eben habe ich den ersten Bogen für die neuen Laminierfolien ausgedruckt. Mit dabei das PERISKOP aus dem Beitrag vorher, mit dem ich sehr zufrieden bin. Die andern  Motive – außer der Krähen – werde ich so nicht verwenden. Die BRANDUNG find ich an sich gut, aber das Foto nicht.

Beim Auschneiden wurde mir klar, wie ich das mit den Krähenkarten mache. Die Karte mit den vielen KRÄHEN kommt ins Deck, und wenn sie in einer Legung auftaucht, dann kommen die andern drei Krähenkarten ins Spiel: aus ihnen wird entweder eine Krähe ausgesucht oder gezogen.

ODER

Ich lass das mit der Kräheninvasion und entscheide mich für eine einzige – das wird dann walk . An der hängt mein Herz, ich kanns nicht ändern, auch wenn die meisten (auch mein Gefährte) die andere besser finden. Und die andern Krähenkarten fliegen dann raus und machen Karriere als Lesezeichen oder Maskottchen oder so.

Ich hab da nämlich noch eine Vogelkarte, die der KRÄHENkarte optisch ähnelt (bloß isse bisschen schöner) und an der ich auch sehr hänge.

Hachja. Alles nich so einfach.

Krähen, überall Krähen!

Ich hab heute Fotos von meiner Reise nach San Diego angeguckt (2010 war das) weil ich wusste, dass da eine nette fliegende Krähe dabei ist. Dabei haben sich mir noch andere Motive aufgedrängt, und nu hab ich auf die Schnelle noch paar Karten gemacht, von denen ich keine Ahnung habe, ob sie mir gefallen. Ich hab sie aus Feez gemacht, ohne, dass ich sie ernsthaft ins Deck tun wollte. Und nu habe  ich so eine Ahnung, dass davon doch welche ins Deck kommen. Dann muss ich allerdings bei einigen noch mal drüber mit der Bildbearbeitung.

Hier mal zum Angucken. Ihr dürft meckern.  In den meisten Karten dieses Beitrags steckt weder viel Mühe noch besonders Herzblut… Trotzdem kanns sein, dass sie funktionieren. Ich wurde ja schon öfters überrascht von meinen Karten.



Die letzte Karte kommt auf jeden Fall ins Deck, dann hab ich, wie in den Kommentaren des vorherigen Beitrags angekündigt, 3 Krähen-Karten. Kleister Crowley hat 3 Magier, ich hab 3 Krähen. Yöh!
(Und wenn ich die Karte davor auch noch reintu, dann hab ich VIER Krähenkarten, und Kleister kanns nicht mehr toppen, harhar. Naja, vielleicht doch, wenn ihn wer channelt. Aber ich hab 23 Krähen, insgesamt. HAH!)

Eya… in der Orakelkartenfabrik.

Mannheimer Orakelkarten

So nenne ich jetzt die Karten, die ich zur Zeit mache.

Was ein griffiger, peppiger Name.

Naja, ich finds, zur Zeit jedenfalls, griffiger als VetchDeck. Wobei nur sehr wenige Karten Motive haben, die aus Mannheim sind. Ich nenne es jetzt mal so, weil es hier entsteht, und weil damit die Anzahl der Karten klar ist: Sechs-Acht! Achtundsechzig Karten.

Sechzig davon sind fertig, allerdings werden einige wieder rausfliegen. Hier und jetzt bitte ich um Kommentare wg. der Karte KRÄHE. Ich hab zwei Versionen. Die eine find ich superniedlich, die andere bedrohlicher und auch stimmiger. Die war meine erste Wahl, und dann stakste mir die Zweite dazu. Welche würdet ihr – ganz spontan, ohne groß nachzudenken – auswählen fürs Orakeldeck?

(Es ist beides dieselbe Krähe, einmal beim Krähen und einmal beim Staksen. )

Wie kann ich SICHER sein?!?

Gestern hat mir das I Ging (so schiens mir) was empfohlen, das ich NICHT machen will.
Ich habs dann, angepisst, gefragt, ob ich auf ewig verdammt wär, wenn ichs nicht mache.
Die Antwort: JA.

Aha.
Okeee.

Dann hab ich gefragt, obs mich verarschen will.
Die Antwort: JA.

Das zu fragen war ein Tabubruch, weil man sich dem I Ging höflich und mit Respekt zu nähern hat. Hab ich mal gehört.

 

Aus der ganzen Fragerei und den erhaltenen Antworten kann ich jetzt Verschiedenes schließen.

Vernünftig: Dass ist alles völlig sinnlos. Die ‚Antworten‘ des I Ging, die ich über geworfene Münzen erhalte, sind in Wirklickeit einfach nur ZUFALL.

Weinerlich-fatalistisch: Ich bin auf ewig verdammt, ich muss Sachen machen, die ich nicht mag, und dann verarscht mich das I Ging auch noch!
Weil ich respektlos war, und ich bin selber schuld, und es gibt für mich sowieso keine Hoffnung, weil ich nicht kann, was ich soll, und weil ich nicht verstehe, was ich soll und weil alles zu spät ist. Also, für mich.

Wütend: Ich such mir jetzt ein Orakel, das mir sagt, was ich hören will!

Überheblich: Das I Ging hat halt auch nicht immer recht, und ich mach, was ich für richtig halte!

usw usf

Ich neige insgesamt zur ersten Reaktion, der vernünftigen. Die nimmt mir allerdings den Funken, das Vertrauen, und sie negiert die Erfahrungen, die ich gemacht habe, wenn sich die Dinge fügen und ich eingebettet in der Wirklichkeit bin.

In Wirklichkeit – das ist meine derzeitige Reaktion – in Wirklichkeit habe ich so seltsame Antworten bekommen, weil meine Fragen daneben waren. Wieso frage ich das I Ging, ob ich was Bestimmtes machen soll, wenn ich das definitiv nicht machen will? Sowas kann ich fragen, wenn ich offen bin für die Antwort. Das war ich nicht. Ich wollte nur Bestätigung, ‚offizielle‘ Erlaubnis für mein (Nicht-)Handeln, Autorisierung.
Die Antwort des I Ging ist mir im Nachhinein klar:
„Wenn du im Außen nach Erlaubnis für das suchst, was du im Innern für heilsam hälst, dann bist du weit aus deiner Mitte. Ab mit dir in deine Mitte!“

 
In Wirklichkeit merke ich, wann ich vom Universum heilsame Information bekomme. Das hat dann eine ganz eigene Qualität, und ich weiß dann, was es mir sagt.
Gestern habe ich mich brav an ‚die Regeln‘ gehalten (in dem Fall: Anleitungen aus dem I Ging Buch) und gedacht, wenn ich alles ‚richtig‘ mache, dann werde ich belohnt.
Und so isses nun mal nicht. Ich kann mich auf nichts verlassen.
Und in der Realität gefangen denke ich dann, ich könne mir deswegen auch nie sicher sein.

Dabei war ich mir schon oft wirklich sicher, und wenn ich dann dem Weg, den ich gespürt (manchmal sogar gesehen) habe, gefolgt bin, kam ich in Phasen des Heilseins.

Diese Sicherheit kommt aus meinem Innern. Sie kommt niemals aus einem Orakelspruch, sie kommt auch niemals von irgendwas, das jemand anders sagt oder in einem Buch schreibt o.Ä.
Das Wissen, die innere Sicherheit, kann durch all das (und noch mehr) ausgelöst werden. Wenn ich einen Input bekomm, der in Resonaz schwingt mit dem, was meiner Inneren Wahrheit entspricht. Das kann auch etwas sein, das mir nicht bewusst war, also scheinbar ‚vor außen‘ an mich herangetragen wurde.
In Wirklichkeit wird da ein Wissen geweckt, das in uns allen ist, weils wirklich ist, und wenn wir das erfahren, dann sind wir sicher.

Und wenn ich nicht sicher bin, dann ist das ein Indikator dafür, dass ich grad wieder voll verstrickt bin und Ego-Filme mit der Wirklichkeit verwechsle.

 

Puh, heute hier voll der Output… Und ich hab niemanden gefragt, ob ich das darf oder soll. :)