Realitätstunnel

Energiehaushalt

Irnzwie erzähl ich auch immer das Gleiche, mit kleinen Varianten, bear with me…
Aaalso.
Gestern hat mich online mal wieder was irritiert, und ich habe geübt, dem keine Aufmerksamkeit zu geben. Abends im Bett habe ich gespürt, dass es mich trotzdem wurmt. Ich habe mein Orakel gefragt, ob ich da alte Muster auflösen muss, ob da ein altes, unheilsames Programm in mir ausgelöst wurde. Die Frage habe ich eher aus Höflichkeit gestellt, weil ich ja ‚wusste‘, dass es so ist.

Das Orakel hat „nein“ gesagt.

Ich war überrascht und habe gefragt, ob mein Ärger eine gewisse Berechtigung hat, ob da jemand über meine Grenze gelatscht sei.
Antwort: „ja“.

Durch diesen kleinen Austausch mit meinem Orakel war mein Ärger fast ganz verschwunden. Der Rest ging dann weg, als ich das ‚innere Nein‘ ausgesprochen habe. Nein! zu dieser Grenzüberschreitung!

Damit ist das erledigt und gut. Und ich bin sicher, dass ich zukünftig schneller merke, wenn wer über meine Grenze latscht, und, noch viel besser, bald gar nicht mehr dazu einlade.

Ich hatte außerdem gestern ein Telefongespräch mit meiner Mutter. Wir kamen auch auf den Usa-Wahlkampf. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es ziemlich wurst ist, wer gewinnt. Die sind beide ganz schrecklich, und das Problem sind auch nicht diese beiden Horrorfiguren. Die sind, genau wie Hitler damals, nicht das Problem. Das Problem ist der Sumpf, aus dem sowas wächst, nach oben kommt und gewählt wird. Und ich habe auch keine Lust mehr, das als „Problem“ zu sehen. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Wir haben hier keine Probleme, wir haben Symptome. Ich seh das so, wie Susanne auf ihrem Blog das in der Astrovorschau für die nächsten zwei Wochen gesagt hat. Clinton und Trump sind Manifestationen unserer Ängste.

Eya, da wollte ich gar nicht so viel zu schreiben. Ich wollte ganz was anderes erzählen, nämlich wie so ganz normale, selbstverständliche Mistmuster abgehen. Etwas, das in mir grad auch einen gewissen, reinigenden Zorn auslöst.

Das Mistmuster hier: Ich sag meiner Mutter, dass mich Trump nicht besonders beunruhigt, und sie, statt mal zu fragen, warum das so ist, weils ihr selbst vielleicht auch weiterhelfen könnte, erklärt mir stattdessen wortreich, warum ich beunruhigt sein müsse. Warum ich Sorgen und Angst haben müsse.

In welchem facking Gesetzbuch steht, dass ich Angst und Sorgen wg. des Usa-Wahlkampfes haben müsse?!?

  1. Wenn die Usa nach der Wahl den 3. Weltkrieg anfingen, dann bestimmt nicht, weil ich mir vorher darüber keine Sorgen gemacht habe.
  2. Ich persönlich – ich oute mich jetzt und offenbare meine tiefe, spirituell-magische Überzeugung: Ich persönlich bin SICHER, dass genau diese Ängste und Sorgen die Ursache für den Wahnsinn sind, der jetzt tobt. Je mehr wir uns Elend und Not vorstellen (’seriöse‘ Nachrichten genauso wie Katastrophenfilme im Kino und Fernsehen tun ihren Teil dazu), desto wahrscheinlicher werden sie.

Ich hab schon vor vielen Jahren, lange bevor andere spirituelle LehrerInnen mir genau das bestätigt haben, lange, bevor ich mein wundervolles, geliebtes I Ging Buch hatte, diese Information vom I Ging bekommen. Das war in den 80ern, ich hatte was über den Antennenwald in Alaska, HAARP, gelesen. Ich fühlte mich überlegenen bösen Mächten ausgeliefert; ich hatte Angst. In meiner Not fragte ich das I Ging dazu und bekam „innere Wahrheit“ mit zweiter bewegter Linie. Vor allem der Kommentar von Kung Tse hat mich damals bis ins Herz getroffen.

Der Edle weilt in seinem Zimmer. Äußert er seine Worte gut, so findet er Zustimmung aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr aus der Nähe. Weilt der Edle in seinem Zimmer und äußert seine Worte nicht gut, so findet er Widerspruch aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr noch aus der Nähe! Die Worte gehen von der eigenen Person aus und wirken auf die Menschen. Die Werke entstehen in der Nähe und werden sichtbar in der Ferne. Worte und Werke sind des Edlen Türangel und Armbrustfeder. Indem sich diese Angel und Feder bewegen, bringen sie Ehre oder Schande. Durch Worte und Werke bewegt der Edle Himmel und Erde. Muss man da nicht vorsichtig sein?

Ich habe mir das so übersetzt: Ich hocke in meinem Zimmer und habe Angst. Das hat Wirkung! Alles, was ich denke und empfinde, wirkt. Muss ich da nicht vorsichtig sein?

Neil Kramer spricht mir aus dem Herzen, wenn er in einem Interview dem jungen Verschwörungstheoretiker, der ihm aufzählt, was Sie alles Schreckliches mit uns machen, sagt: „Don’t be disheartened! It’s an indulgence! STOP IT!“(‚Sei nicht verzagt/mutlos! Das ist Schwelgerei! Hör auf damit!“)

Jo.
Aber nein, meine Ma gibt die volle Ladung Angst an mich weiter, die sie sich durch Zeitunglesen und Nachrichtengucken eingefangen hat. Meine Ma, ehemalige Journalistin, ist nach den Maßstäben der Normalität SEHR gut informiert. Leider…

Heute morgen wach ich dann auf, und der Mist steigt in mir hoch und ich denke an Trump, was alles passieren könnte, wenn er gewinnt, und ich habe Angst.

Und dann, davon erzähl ich ja seit einiger Zeit immer wieder, MERKE ich, dass ich Angst habe wegen etwas, worauf ich keinen Einfluss habe — außer durch meine Gedanken und Empfindungen.
Und diesmal halte ich mich nicht mehr damit auf, mir zu erklären, warum ich keine Angst haben brauch — das funktioniert nicht, denn realistisch betrachtet tobt auf der Welt nun mal der Wahnsinn. Sondern ich mach gleich das, was heilsam ist, funktioniert, sich bewährt hat: Ich sage NEIN. Ich verbitte mir diese schädliche, sinnlose, energiezehrende Angst. Fuck off!

Bingo. Angst weg. Es funktioniert. Weil es WAHR ist (- zumindest in meinem Hier&Jetzt).

Sehr heilsam für den Energiehaushalt.

Eine weitere Übung, die ich neuerdings mache:

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, richte ich meinen Blick so gut wie gar nicht auf Leute. Wenn ich mir die Leute angucke, dann gehen sofort so innere Filme los wie „warum guckt die so komisch?“, „wie sind die denn drauf?“, „ah, gefalle ich dem?“ „oje, die sieht traurig aus“ etc.pp.
Ich richte meinen Blick auch möglichst nicht auf Schaufenster. Auch nicht auf Werbeplakate, Zeitungsautomaten, und vor allem nicht auf Schrift. Oh, es ist so viel Schrift überall, und ich habe bis neulich so ziemlich alles gelesen.
Und zu fast allem, was ich sehe, aufnehme, lese, habe ich dann sofort ne Meinung gehabt. Es eingeordnet, darüber nachgedacht, etwas empfunden, und wenns nur paar Sekunden waren.

Sowas kostet Kraft, die ich lieber für Leute bzw. Wesen zur Verfügung habe, mit denen ich wirklich im Austausch bin. Und für mich selber.

Wo ich stattdessen hingucke: Pflanzen. Nicht nur die kleinen Unkräutchen in den Ritzen am Boden. Die liebe ich sowieso. Neuerdings weiß ich auch viel besser, wo in der Stadt überall Bäume wachsen. Wo die Leuts was auf den Balkonen haben. Wo’s von Dächern wuchert. In der Fuzo ist mir zum ersten Mal eine Fassade aufgefallen, die ganz und gar begrünt ist.

Außerdem guck ich auf Vögel und in den Himmel. Der Himmel, habe ich den Eindruck, schenkt mir Energie, vor allem, wenn er – sei es viel oder nur wenig – von Sonnenlicht durchleuchtet ist. Ich suche Orte, wo ich hochgucke und nur Himmel im Blick habe. Noch keinen gefunden. Auf der Brücke fast.

Jo. Ich wollte heute eigentlich gar keinen Blogbeitrag schreiben, und dann wars mir plötzlich ein Bedürfnis.

Das Leben als Videospiel

Ich wollt endlich kurz die Videospiel-Analogie erklären, die mir zur Zeit so gut gefällt.

Es ist schon eine kleine Weile her, da hockte ich in der Straßenbahn und war wieder mal deprimiert wg. der Welt und des Konsums und der Leute und allem. Gründe find ich ja immer.

Ich habe eine Ahnung, aus welchem inneren Sumpf diese depressiven Phasen wachsen, wo sie ihre Wurzeln haben. Es hat was mit Freiheit zu tun, bzw. dem Gefühl, überhaupt nicht frei, sondern der Realität ausgeliefert zu sein.
Dieses Gefühl sitzt sehr tief, und es ist eine neuere Entwicklung bei mir (seit Friedrich), es nicht mehr als ’normal‘ und angemessen hinzunehmen, sondern es zu bemerken und dann abzustellen, so gut ich kann.

Ich hab schon verschiedene Strategien mit Erfolg angewandt, und an dem Tag in der Straßenbahn hat keine davon funktioniert.

Dann ist mir die Videospiel-Analogie eingefallen.
Dabei betrachte ich das Leben als ein Spiel und „mich“ als den Avatar, der darin Abenteuer erlebt. Vetch gibt es nicht wirklich, nur als Figur in diesem Spiel.
Es gibt auch Regeln, klar. Diese Regeln sind NICHT die Regeln und Gesetze des Standart-Realitätstunnels, in dem Vetch sich bewegt. Die sind oft ganz im Gegenteil Hindernisse, über und durch die Vetch sich weiterlevelt. Dabei lernt sie neue Skills, die ihr beim nächsten Level zugute kommen.

Die Regeln, die für Vetch gelten, werden durch das Ziel des Spieles definiert.
Nach den AD&D Regeln, die mein Einstieg in Rollenspiele waren, würd ich sagen, Vetchs Aufgabe ist es, sich von rechtschaffen-gut nach chaotisch-gut zu entwickeln.
(„Ein rechtschaffen guter Charakter handelt so, wie es von einer guten Person erwartet wird oder wie es von ihm verlangt wird.“ – „Ein chaotisch guter Charakter handelt, wie sein Gewissen es ihm vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, was andere von ihm erwarten.“ Zitate von hier.)

Als mir in der Straßenbahn dieser Gedanke kam — dass ich mich in einem sehr elaborierten Rollenspiel befinde — da verwandelte sich die Welt. Wo ich vorher Tristesse und überraschungsfreie, gleichgeschaltete Langeweile gesehen hatte, war plötzlich Geheimnis und Abenteuer. Alles ist Spiel, jede Person kann der nächste Kontakt sein, eine Aufgabe, eine wichtige Information für mich haben. Wer weiß, welche Lokäischens ich noch betrete, wer weiß, wo mich die Bahn hinfährt, was mich erwartet, was ich Neues lerne!

Und dazu die Gewissheit, dass die Skills, die Vetch bis jetzt gelernt hat, sie genau dahin gebracht haben, wo sie jetzt ist. Wo sie sie brauchen kann, um sie zu verfeinern und weiterzuentwickeln. Oder um neue Skills zu lernen. Und manchmal müssen solche Skills – Fähigkeiten – auch abgelegt werden, weil sie jetzt nicht mehr gebraucht werden und nur noch Slots belegen. Auch Gegenstände können aus dem Inventar geworfen werden, um Platz für Neues zu machen. Oder die Slots bleiben frei, das Reisen mit wenig Gepäck geht ja um so leichter.

Ja, die gefällt mir, die Videospiel-Analogie!


P.S.
Der Typ oben, der so interessant den Mantel öffnet, ist der Merchant aus Resident Evil 4. Er taucht immer mal wieder im Spiel auf. Bei ihm kannste Zeugs loswerden, das unterwegs eingesammelt wurde, und er verkauft auch sehr nützliche Sachen.
Der Zaubertrank ganz oben links ist aus Neverwinter Nights. DAS hab ich gern gespielt! Die Person, die die Bilder fürs Inventar gemacht hat, die ganzen Potions und Bücher und Zauberringe und Zeugs, die hat entzückende, magische, kleine Kunstwerke erschaffen.

Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen

Und weiter gehts. Wieder ein Post, der als Kommentar zu einem von Sólveigs oft so inspirierenden Artikeln angefangen hat.

Gestern hat sie das hier gepostet:
the rest is silence… | Tales of an Urban Priestess
Da schwingen Themen drin, die nicht nur mich grad beschäftigen (vgl. die Kommentare zu Sólveigs Artikel).
Es geht u.A. um Bescheidenheit, um die Gradwanderung zwischen Mit-Teilen und Selbstdarstellung, und auch darum, wie wir heilsam wirken können, ohne den Status Quo zu füttern, in dem wir leiden.

Grad eben hab ich was gelesen, das nahtlos dazu passt:

Die Entfaltung der natürlichen sozialen Ordnung beginnt mit der Transformation des Einzelnen. Nichts wird von außen auferlegt und keine Anstrengung ist erforderlich, die bestehende Ordnung zu verändern. Es geht weder darum, eine neue Ordnung über die alte zu stülpen, noch darum, sich gegen die alte Ordnung aufzulehnen und sie zu stürzen. In dem Maße, wie die natürliche Ordnung spontan aus den Bemühungen einzelner Menschen entsteht, sich vom Ego zu befreien. wird die alte Ordnung allmählich von innen heraus transformiert; dies geschieht dadurch, dass die Betreffenden harmonisch miteinander und mit ihrer Umgebung umgehen. Dann werden die wahren Bedürfnisse der Menschen befriedigt und das Ganze, einschließlich der Natur, erfährt Mehrung.

Aus: Carol K. Anthony und Hanna Moog: I Ging – Das Kosmische Orakel

Manche könnten sich von Begriffen wie „Ego“ oder „Transformation“ etc. genervt fühlen. Bitte erkennt die Bedeutung hinter den Begriffen.

Die beiden Damen verwenden oft den Begriff „kollektives Ego“. Damit meinen sie etwas, das auch Mary Daly erkannt und als „foreground“ bezeichnet hat. Ich nenne es „Realität“. Idries Shah, wieder eine ganz andere spirituelle Richtung, erzählt Geschichten vom Exil (aus der Wirklichkeit in die Realität, oder, wie’s im I Ging Buch genannt wird: aus der Kosmischen Ordnung ins kollektive Ego). Er erzählt auch eine Geschichte von den Menschen, die alle wahnsinnig werden, weil das Trinkwasser sich verändert. Nur einer hat noch einen Vorrat vom gesunden Wasser, aber da er völlig isoliert unter lauter Irren leben muss, trinkt er schließlich auch das ’normale‘ Wasser und fällt in die kollektive Trance.

Es ist also eigentlich nichts Neues in dem I Ging Buch. Nur mal wieder neu formuliert, von zwei Ladies, die auf ihrem Weg mit dem I Ging zu diesen Schlüssen gekommen sind.

Wie der Mann in Idries Shah Geschichte, der das verseuchte Wasser trinkt, so geraten wir (also, auf jeden Fall ich!) immer wieder in die Fänge des individuellen und kollektiven Egos, verlaufen uns immer wieder in Realitätstunneln.

Indikatoren dafür sind eine innere Leere und Angst, nicht nur offen. Sie lauert auch unter und hinter allen Siegen und vielen ‚Erfolgen‘ (wir müssen ja doch sterben, der Siegestaumel vergeht, die nächste Niederlage droht, der Dieb kann kommen, man muss sich vorm Mangel schützen—)
Ich habe mich die letzten zwei Tage damit beschäftigt, I Ging-Hexagramme, die ich in der vergangenen schlimmen Depressions- und Pestphase geworfen habe, noch mal mit Hilfe des neugekauften Buches durchzugehen.
Dabei bekomme ich einen neuen Pestanfall nach dem andern. Ich verstehe vieles nicht, fühle mich unter Druck gesetzt, bekomme nicht die Antworten, die ich haben will–
Ich bin inzwischen sicher, dass mir da das dazwischenfunkt, was in dem Buch Ego genannt wird (ich habs oft als „Monster“ bezeichnet). Fazit: Üben. Wenn die Pest kommt: weg davon!

Das Gefühl in der Wirklichkeit eingebettet zu sein, das habe ich schon erlebt. Ich hab auch davon geschrieben, und kurz drauf bin ich wieder in der Realität verwirrt und verstrickt und am ARSCH. (Pardon my Klatchian.)

Ich glaube auch – das sag ich ja schon lange, und die Ladies im I Ging Buch sagen das auch: Das Monster/Ego strampelt, täuscht, droht, verführt. Es ist ein Parasit, der mich nicht freiwillig lassen wird. Eher tötet das Ego seinen Wirt als sich freiwillig aufzulösen.

Und wenn ich es bekämpfe, dann füttere ich es.

Also gibt es scheinbar (im Realitätstunnel) kein Entkommen.

In Wirklichkeit genügt ein klares inneres NEIN. Es genügt, um Hilfe zu bitten (z.B. „Den Weisen“).

Das will ich jetzt üben. Vor allem das innere NEIN will ich üben. Die schwarze Phase der letzten Zeit steckt mir noch in den Knochen und ich will mich nie mehr so vergessen.
(Lenk mich nicht ab, Ego!)

Hier und Jetzt, während ich mit dem Buch und dem Orakel arbeite, hadere und leide, und dann wieder Glück und Leben verspüre, merke ich immer wieder deutlich, wo der Weg langgeht. Der Weg ist da, wo keine Reibung ist. Zum Weg gehört auch, klar innerlich NEIN zu sagen zu Geboten des Egos.
Dass ein klares NEIN immer Reibung und Schuldgefühl erzeugt, das ist auch so ein Gebot der Realität. Es ist unwahr, wie ich selber deutlich merke.

Da wo ich hadere und leide, da ist die Realität, da tobt das Ego. Da weiter langzupressen, um Lösung und Klarheit zu finden, ist schlicht bescheuert.
Was tun?
Naja, das Naheliegende, Heilsame!
Ich mache dazu Übungen, z.B. welche aus dem I Ging Buch (z.B. inneres NEIN zu Geboten des individuellen und kollektiven Ego).

Achja, und um wieder auf den Anlass dieses Beitrags zu kommen. Ich werde üben, mich nicht mehr im Außen zu zerferzeln, andere und anderes anzuprangern und an der schlimmen Weltlage zu leiden. Durch Missionieren, Meckern und Bekämpfen gebe ich nur wieder Energie in den ungesunden Film und verzettel mich.
Drum hätte ich vielleicht besser, statt das hier zu schreiben, Übungen aus dem Buch gemacht… 😛
Das I Ging hat aber gesagt, ich soll bloggen. Da bin ich aber froh! Und wenn ich das I Ging wäre, würd ich Vetch jetzt nen Tritt in den Hintern verpassen, weil sie immer noch meint, sie braucht ne Erlaubnis von Außen/Oben, um das sein zu können, was sie ist und das machen zu dürfen, was sie macht.

Ich bin aber nicht das I Ging. Das I Ging tritt niemanden. Es rollt nicht mal mit den Augen.
Ich will auch das HEXIKON nach und nach heilsamer gestalten, indem ich die Aggression gegen das kollektive Ego rausnehme. (Das W-Wort bleibt also doch nicht… :P)
work in progress

Gottheiten und Machtgefälle

Ausgelöst durch ein paar nachträgliche Gedanken über Autorität, Dienen und Machtdynamiken | Tales of an Urban Priestess.

Seit ich hier das Bloggen angefangen, Sólveig kennengelernt und dadurch wieder begonnen habe, Hermes und anderen Gottheiten nachzuspüren, hab ich viel nachgedacht, gehadert und im Herzen bewegt.
Ob ich mich einlassen soll auf Gottheiten. Wenn ja, dann wie? Opfer? Anbetung? Weihen und Widmen?

Ich habe darüber sehr wenig geschrieben, weils mir zu durchgeknallt und auch, vielleicht, respektlos erschien.
Z.B. die Überlegung, dass Gottheiten Entitäten sein könnten, die unsere Aufmerksamkeit als Nahrung brauchen. Also quasi Parasiten.

Ich bin schließlich zu einem Ergebnis gekommen:
Ich bin mit Gottheiten auf Augenhöhe. Ich bin offen für gemeinsames Wirken.

Da habe ich auch nicht drüber geschrieben, weils mir auch wieder respektlos erschien.
Respektlos innerhalb eines Realitätstunnels, den ich mit der Wirklichkeit verwechselt habe. In diesem Realitätstunnel stehen Gottheiten über uns.
In diesem Realitätstunnel kommts dann auch zu dem ‚logischen‘ Schluss, dass ich, wenn ich Gottheiten nicht als über mir stehend sehe, sondern ihnen auf Augenhöhe begegne, das bedeute, dass ich selber gottgleich wär.

Und so kann ich innerhalb dieses Realitätstunnels (aka zivilisatorische Trance, Realität, Normalität, foreground, kollektives Ego, Maya, Dualität etc.) nur pendeln zwischen Unterwürfigkeit und Anmaßung.

In dem I Ging Buch, von dem ich zur Zeit so schwärme, wird auch dieses Thema angesprochen. Das Orakel wird dort als Der Weise bezeichnet. Diese/r Weise stehe uns allen zur Seite, heißt es, und wir können sie/ihn/es jederzeit um Rat und Hilfe bitten.
Der Weise steht NICHT über uns. Der Weise hat keine Macht über uns. Der Weise will keine Opfer, keine Anbetung, keine Verehrung, keinen Gehorsam. Auch kein intellektuelles Rumdiskutieren. Wenn wir sowas zeigen, dann zieht er/sie/es sich zurück.
Mehr nicht. Der Weise ist nicht beleidigt oder sowas (das anzunehmen wäre anmaßend…).

Auf Augenhöhe sein heißt nicht, dass wir gleich wären. Ich, Vetch, bin keinesfalls genauso klug und weise, wie die Gottheiten/Orakel/Instanzen, an die ich mich wende. Ich wende mich an sie weil ich weiß, dass sie weiser sind als ich. Deswegen brauchen sie weder meine Aufmerksamkeit noch irgendwelche Opfer oder sowas. Da ist kein Machtgefälle. Macht, zumindest in meiner Welt, ist die Möglichkeit, etwas zu machen. Ich habe Macht. Ob ich sie anwende, das ist meine Entscheidung. Das Orakel oder die Gottheiten, mit denen ich mich abgeben mag, können mich dabei unterstützen. Sie helfen mir, mich selber zu ermächtigen und mich aus Realitätstunneln zu befreien. Auch, indem ich manches in ihre Hände gebe und mich von Erwartungen und Hoffnungen löse.
Dann, das weiß ich, tu ich das, was ich zu tun habe. Und die Dinge fügen sich auf heilsame Weise, und zwar auf eine Weise, die ich mir vorher nicht habe vorstellen können.
 

Das hab ich schon mehrfach erlebt.
 

Und wie erstaunlich, dass ich das immer wieder vergesse.

Naja, work in progress.

Wie SIE  dich kriegen

Ich habe, wie schon andernorts mehrfach von mir behauptet, einen wirklich guten BullShit Detektor.
Darum wage ich mich furchtlos auf die abgefahrensten Züge (hehe, wasn schönes, schiefes Bild) und bereise seltsame Gegenden.
Ich vertrau auf meinen Bullshit-Detektor.
Aber ich hab auch gelernt:
Wenn ich mich tief in einem bestimmten Realitätstunnel hineinbegebe, obwohl mein BSD mich warnt, dann nehme ich ihn immer weniger deutlich wahr.
Wenn ich meinen BSD ignoriere, verliere ich mit der Zeit den Draht zu ihm.
Ich hatte mal einen denkwürdigen (und heilsamen) Absturz in Verschwörungstheorien. Der Flughafen von Denver war mein Eingangstor zur Hölle, und das ist auch wirklich ein grusliger Ort – zumindest sind das die Eindrücke, die ich übers Internet gewonnen hab. Sehr seltsames Juju.

Jedenfalls, ich hab mich da ca. zwei Wochen lang von seltsamer Site zu durchgeknallter Site geklickt. Von angeklicktem Link zu angeklicktem Link wurde mir mulmiger und ich fühlte mich immer mieser.
Das Perfide ist, dass in dem Sumpf immer wieder Lichter aufblitzen, die interessante Aspekte der Wirklichkeit erhellen, die ich vorher so noch nicht wahrgenommen hatte. Will sagen: manchmal finde ich was, das andockt. Auch gute Sachen, Techniken, Einstellungen und so.
Damit hab ich andern Mist auch ernst genommen und weiter verfolgt, weil ich dämlicherweise dachte: wenn das da Sinn ergibt, dann muss das andere auch stimmen.
Zum Schluss habe ich niemandem mehr getraut.

Wie ich das hinschreibe finde ich: Das war auch ein Gang ins Labyrinth und wieder raus.

Ich habe niemandem mehr getraut, auch nicht mir selbst.
Vor allem nicht mir selbst. Ich habe meine Warnglocken nicht mehr ernst genommen („Halt dich fern von dem Mist!“), sondern mich gefragt, ob das Einflüsse von DENEN wärn. SIE, die mich von Weg zur Wahrheit abhalten wollen. Du kannst dir ja nie wirklich sicher sein.

Meinem Doc, bei dem ich damals einmal die Woche auf der Couch lag, dem ich vertraue, hab ich als ich im Sumpf drin war auch nichts davon erzählt. Die Diskussion wollte ich mir ersparen. Er ist wahrscheinlich auch von IHNEN geprägt. Ich wollte erst mal selber wissen, wo ich stehe.

Wo ich stehe?
Ich stand allein, nicht mal mich selber hatte ich noch.
So hatten SIE mich erwischt.

Es ging mir richtig schlecht in diesen zwei Wochen. Da ist so viel Unglück und Schmerz und Angst in den Visionen der Betroffenen.
Und andere sind da, Vampire, die diese Angst schüren und damit Geld und Aufmerksamkeit saugen. Mit ihren grauenhaften Büchern und Vorträgen und DVDs etc.

Am Ende war ich bei den Visionen einer Frau angelangt, die erzählte, in der 5. Dimension kreise ein mächtiges metallenes Satelliten-Gefängnis um die Erde, eingerichtet von irnzwelchen Aliens (SIE halt), und da werden alle hier leuchtenden Seelen reingesaugt. SIE sehen das sofort; wenn hier eine Seele mächtig pulst und erwacht, dann schlurps. Für ewig. Kein Entkommen.
Wow, da musste erst mal drauf kommen. Die ultimative Hoffnungslosigkeit.

Und ich entsetzt und am Hirnen, ob was dran sein könnte. O Grauen.

Da war ich in der Mitte des Labyrinths angelangt.

Und dort, am Nullpunkt, dachte ich, weil ich nicht wirklich gerne leide:

Oke, nehmen wir an, jemand erzählt mir, da gäbe es nen Typen, der sei rot und habe Schwanz, Dreizack und Hörner, der wolle mich kriegen, und dann müsse ich ewig an einem feurigen Ort leiden.
Wer mir das erzählt, den lach ich aus.
Und wenn eine mir erzählt, irnzwelche Aliens wollten mich per kosmischen Staubsauger in der 5. Dimension für immer in einen Metallkasten sperren, das halt ich für möglich?

Da hörte ich meine innere Hohepriesterin schallend lachen.
Sie kam an und sagte:
Faszinierende Fragen, dochdoch. Und jetzt Schluss mit Unfug und Humbug. Hast du nichts zu tun?

Und so kam ich wieder auf den Weg aus dem Labyrinth raus.

Diese Geschichte ist mir natürlich nicht zufällig eingefallen. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit sehr mit meiner Einstellung zu Gottheiten, meiner eigenen Pooja (Anbetung) Praxis und was ich von all dem halten soll. Klüger geworden achte ich dabei sehr auf meinen BSD.

Und ich komme immer mehr ins Reine mit all dem.

Mein BSD springt z.B. an, wenn Leute irgendwelche Götter-Fanfiction zu UPG erklären. (UPG = Unverifizierte Persönliche Gnosis)
Meine persönlichen UPG-Erlebnisse kann ich nur schwer in Worte fassen, und ich seh vor allem auch keinen Anlass dazu.
Ich will nicht von mir auf andere schließen. Es gibt Erkenntnisse, die gehören geteilt, für diejenigen, die damit was anfangen können.
Aber der Drang, von jedem mit Poseidon geteilten Cappuccino im Internet zu erzählen (ein harmloses Beispiel), der lässt meinen BSD anspringen.

„Demut“, btw, ist ein Wort, das bei mir den letzten Tagen aufgekommen ist. Ein Konzept, über das ich nachdenke. Ich hab das Gefühl, es hat seine Zeit und seinen Zweck.
Ja klar, das ist ausgelöst von Sólveigs Beitrag gestern. Seit gestern bis eben hatt ich hier kein Internt und habe viel nachgedacht und geschrieben. Der Text oben ist ein Ergebnis davon. Und wie ich sehe, sind Sólveig und ich zu sehr ähnlichen Schlüssen gekommen.

Und damit das klar ist: Ich vergleiche die Polytheistische Szene nicht mit dem Verschwörungstheorien-Sumpf.

Worum es mir geht: Ich wollte zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unseren eigenen BSD bemerken und ihm vertrauen.

 

Ergänzung am 16. 6. 2016:
Hier der Link zu einem m. E. sehr faszinierenden Interview, das ziemlich lang ist, von zwei Typen, mit jeweils echt fettem englischen Dialekt.
Also, ich habs verstanden, dann können andere das auch. Braucht vielleicht bisschen, um sich reinzuhören. In dem Interview kommen beide Themen vor, die oben angesprochen werden: Die Gruppendynamik in spirituellen Zusammenhängen – der Interviewer, Opaque Lens, hat grad richtig Stress in einer Esoschwebbs-Community, in die er gezogen ist. Also, eine richtige Stadt. Das ist noch mal ne Nummer ekliger als ne Internet-Community, denk ich.
Und der Interviewte, Neil Kramer, hat außerdem eine dezidierte Meinung zu IHNEN: Es gibt sie, seit tausenden von Jahren. So fucking what? Mach dein Ding, sei frei, entwickle dich, wachse, und erlebe, wie dein Leben immer reicher wird an Magie und Synchronizitäten.
Aye!

Neil Kramer on Shamanic Freedom Radio