Rechtfertigung

Rechtfertigen

Das Thema ist mich neulich durch einen Beitrag hier angesprungen, und seit dem nervts mich. Durch meine zyklische Tagebuchstruktur (siehe ein Artikel vorher) sehe ich, dass ich selber all die Jahre durch das Gefühl hatte, mich rechtfertigen zu müssen. Ich schreibe ‚hatte‘, weil ich das Gefühl zur Zeit so gar nicht habe und drauf komme, dass es ein völlig krankes Konzept ist.

Das wusste ich natürlich vorher schon, intellektuell. Bloß hat das nichts daran geändert, dass ich trotzdem immer wieder das GEFÜHL hatte, mich rechtfertigen zu müssen. Und so hab ichs getan, natürlich ‚unbewusst‘.

Es ist bloß so:

Es gibt Dinge, die sind nicht zu rechtfertigen. Manches ist einfach schlicht scheiße, punkt.

Dann gibts Momente, da hab ich Mist gebaut. Da kann ich um Entschuldigung bitten, ich selber kann mich weder entschuldigen noch – absurd!- rechtfertigen. Wenn ich Mist gebaut hab, was gibts da zu rechtfertigen?
(Wahrscheinlich gibts Mist weguzuschaufeln, da sollte ich dann meine Zeit und Energie drauf fokussieren.)

Und dann gibts die vielen, vielen Momente, da hab ich getan, was ich für angemessen halte, und dann habe ich plötzlich das Gefühl, ich müsste das rechtfertigen. Vor wem? Warum?
Wozu?!?

Nee, issn krankes Konzept, rechtfertigen.

Wobei ~ Nachgedanke:

Diese Erkenntnis trifft mich nicht einfach so, sondern weil ich neuerdings, seit ich mich für die HP-Schule entschieden habe, mit der Welt im Reinen bin.
Ich muss z.B. nur noch einmal zum A-Amt. Aber wenn dann wieder von außen was käme, das mich (scheinbar) unter Druck setzte, wie schnell würd ich dann wieder ins Gefühl rutschen, ich müsse mich rechtfertigen?

Jetzt ist nicht die Zeit, darüber nachzudenken.
Ich wär ja bescheuert, wenn ich jetzt mit Absicht in den Rechtfertigungspfad einbiegen würde, da ich doch grad nicht drauf bin.
Jetzt wird hier das Gebiet erkundet.


(Wie schön, den Schneeflocken beim Durchfliegen dieses Bildchens zuzugucken, find ich.)

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