Richard Rohr

Mittwoch, 5. Juli und Sonntag, 16. Juli ~ Dankesammlung

Ich hab heute eigentlich compfrei, nur kam mir eben beim Kochen was hoch, das ich aufschreiben musste. Wir haben nächsten Dienstag Gerichtstermin, und — ich hab mal aufzählen müssen, was so gelaufen ist. Gut.
Und wenn der Rechner nun schon mal an ist, dann kann ich auch die Dankesammlung tippen.

 

Mittwoch, 5. Juli.

Das ist noch einer von den alten offenen Tagen. Nach der Kölnfahrt und Mum’s Besuch der erste Tag, an dem daheim wieder Normalität eintrat. War auch schön. =) Ich war dankbar für so manches:

Gespräch mitm Gefährten darüber, wie uns andere Leute sehen. Ich hab gesagt, weil’s mir in dem Moment so richtig klar geworden ist: „Es gibt nur ein Kid, in dessen Augen ich cool erscheinen will: Ich selber mit 8 Jahren.“
Und ich weiß, weil ich mir das im Rahmen von ‚Wirken mit dem Inneren Kind‘ gesagt habe: Die kleine achtjährige Vetch findet mich rabencool.
So ähnlich wie die, die zu den wurden, vor denen ihre Eltern sie als Kinder immer gewarnt haben, bin ich zu einer von denen geworden, die ich als Kind immer bewundert habe. Fein!

Hab wundervoll rumgebrasselt. Dabei habe ich eine alte, völlig plastikfreie 4711-Flasche gefunden, ein Erbstück von Oma oder Urtante. Ich halte sowas ja in Ehren. Besonders dankbar bin ich auch über den feinen Parfumtrichter, den ich besitze. Keine Ahnung, wie der auf mich gekommen ist. Ich habe ihn schon lange, und mit seiner Hilfe hab ich die schöne alte Flasche mit magischem Klosterfraumelissengeist befüllt. Oh, das ist ein hochmagisches Gebräu! Allerdings zum Trinken nur bedingt geeignet, weil viel zu hochprozentig. Und doch auch wunderbar nelkig im Abgang (das ist der Moment, da der Röchel- und Hustenanfall abflaut).

Ich hab eine Sommerliedmelodie gefunden (sehr schlicht) und passende Worte dazu bei Sólveig aufm Blog.

Ich hab mich wie Bolle gefreut, als ich an dem Tag erfuhr, dass Richard Rohr zu seiner diesjährigen, wie nenn ich das, Konferenz, Powow, Ken Wilber eingeladen hat, und dass das ganze unter dem Namen „Conspire“ – verschwören – lief. Ich konnte leider so kurzfristig nicht nach Albuquerque… 😛 Ich glaub, ich werd mir den Mitschnitt davon kaufen, der ist noch bis in den August erhältlich.

 

Heute, Sonntag, 16. Juli 2017

Höm. Wir hams Putzen auf morgen verschoben. Ja mei. Wir ham beide zu Brasseln und sind wohlig müde.

Hab den Kram getippt. Fühl mich jetzt zuversichtlich und gut und habs ausm System.

Hab einen uralten Silberanhänger gefunden, der ganz schwarz angelaufen war. Hab mich vage erinnert und was ausprobiert: ihn in ein Bad mit aufgehobener Schokolade-Alufolie und Salz und heißem Wasser eingelegt. Sieht jetzt schon viel besser aus. (Besser als auf dem Bild unten.)

Heute morgen/mittag hab ich ewig lange geschlafen. Das war wundervoll. Neben mir wurde der Kaffee kalt, den der Schnusel mir ans Bett gebracht hatte, Molly-Katze lag wie eine Sphinx auf meiner Brust, und ich driftete immer wieder in wohlige, sanfte, freundliche Träume.

Schöner Tag. Und nu will ich den Comp dringend wieder ausmachen! Das reißt hier irnzwie ein, dass ich an compfreien Tagen am Comp hock.
Ich mach jetzt Pöppel aus Datteln, Mandelmehl und Feigen. Red Sonja, ich komme!

 

 

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pray always

Ich habe neulich, noch frisch genervt von der Ansprache des Anführers der hiesigen, heurigen Fronleichnamsprozession–
‚Fronleichnam‘ – allein dieses Wort, das musste dir echt auf der Zunge zergeh- UUUARGH! Ppttt! Puäch!

 

 
Oke… wie find ich jetzt wieder den Einstieg?

Ach egal. Mittenrein. Ich wollte was übers Beten schreiben. Das mach ich jetzt, und ich machs ganz kurz.

In dem wunderbaren, warm empfohlenen Vortrag „Contemplative Prayer“ – ‚kontemplatives Beten‘ von Richard Rohr zitiert er Paulus mit „pray always“ – „betet immerzu“.

Damit, sagt Richard Rohr, kann Paulus unmöglich gemeint haben, dass wir von morgens bis abends Vaterunser und Ave Marias aufsagen sollen.
Gebet, sagt Richard Rohr, bedeutet nicht, Worte aufzusagen. Es ist eine Haltung, eine Art zu leben. „Sobald wir begriffen haben, dass alles, was immer wir in bewusster, liebender Einheit mit der Wirklichkeit tun, Gebet ist, können wir besser verstehen, was Paulus meint.“

Becoming Pure in Heart – Center for Action and Contemplation

If we think of prayer as requiring words, it is surely impossible to pray always. Once we recognize that whatever we do in conscious, loving union with Reality is prayer, we can better understand what Paul means.

Wasser holen und Ecken auskehren – das ist Gebet.
Die Wirklichkeit bezeugen — das ist etwas anderes, als nur zusehen. Bezeugen ist DABEISEIN; mittendrin in der Schöpfung, aus ganzem reinen Herzen. Und das ist Gebet.

Wenn du sitzt, sitze.
Wenn du gehst, gehe.
Schwanke dabei nicht.

 

Amen. =)
 

 

edit:
Und zum zweiten Mal in diesem Blog möcht ich zu einem Artikel auf Suchtfreie Zone verbinden, an den ich grad wieder denken musste. You cannot petition the Lord with prayer! WENN DU WIRKLICH WILLST

18. Mai ~ Dankesammlung

Ich hör grad nen Podcast, den Sophie0816 verlinkt hat.

Anfangs dachte ich – Banaler gehts ja wohl nicht, und was haben die Leute für Probleme, WARUM TUT NIEMAND, WAS ICH SCHON SO LANGE EMPFEHLE: Schmartfon abschaffen, Glotze nur noch für DVDs und sowas (wenn überhaupt…), die Innere Stimme beachtet und auf sie hören…
Und überhaupt, warum mach ich keine Podcasts und bin als Coach schon lange reich und berühmt? Pfft!

Nach ner kleinen Weile dachte ich – Ja gut, ist nützlich, was er sagt. Nix Neues, grässliches Denglisch, insgesamt sehr nützlich.
Und warum mach ich keine Podcasts und bin als Coach schon lange reich und berühmt?!?

Jetzt grad bin ich erfreut, weil da tatsächlich für mich was Neues drin vorkommt. Dankbarkeitsliste, jaja, und dazu noch das WEIL.
„Ich bin dankbar für ~ WEIL ~.“ Das ist echt ne gute Idee. Also danke dafür. ❤
Ahja! Weil: bin ich selber nicht drauf gekommen, ist kraftvoller (wie er sagt), geht tiefer, hat mehr Wumms.
Wobei ich das eigentlich sowieso oft so mache; halt bis jetzt nicht bewusst.

Und um die brennende Frage endlich zu beantworten: Warum mach ich keine Podcasts? Weil es genug Leute gibt, die welche machen, und Videos, und viele davon sind RICHTIG gut. Das genügt, da müssen nicht noch mehr auf den Markt.
Und vor allem stelle ich fest: Weil ich lieber mit Leuten vor Ort wirke, so in live und wirklich. Morgen hab ich ne Freundin zum Kartenlegen da. Fein. Bin ich auch dankbar für.
Weil: Ich will hier viel Besuch haben! Ich will mich hier vor Ort vernetzen. Und – ich will nicht coachen, nicht therapieren – dazu finde ich mich nicht wirklich geeignet. Ich will Leuten die Tarot Karten legen. Da bin ich gut, finde ich.

Eya.

Außerdem – das ist schon lange fällig! – bin ich dankbar für das Netz, das sich mir hier auf WP gewoben hat. Ich fühle mich hier sehr gut vernetzt. Ich bekomme immer wieder Inspirationen, die mich weiterkatalputieren. Danke an Euch! ❤

Dann bin ich dankbar, dass ich heute beim Nach-der-Schule Shöppen in einem Schischi-Laden-Katalog drei Dinge gefunden habe, die ich schon seit Längerem suche: nen Sonnenschirm für die Terasse, ne kleine Gießkanne aus Metall und vor allem: ein klassischer französischer Bistrotisch. Ich will einen Bistrotisch für mein Zimmer. Zum Kartenlegen.
Diese Dinge werd ich diese Woche noch bestellen, ist der Plan.

Ja, kostet Geld, und das bringt mich zum letzten Punkt auf meiner heutigen Dankbarkeitsliste. Projekt Fülle und Projekt Freiheit. Das Reading, das ich vor jetzt gut einem Jahr (am 7. Mai 2016) bekommen habe, war eine wichtige Station dabei. Es hat fast 200.-€ gekostet, absurd viel Geld in meiner Situation, und ich bin immer noch froh und dankbar, dass ich es mir geleistet habe. Die WEILs dazu sind zu viele, um sie hier alle aufzuzählen, sie durchwirken eh alles, was ich mache.
Ich habe mich anfangs dafür geschämt – dass ich mir so einen Luxus leiste, während andere sich sowas nicht erlauben können. Dass ich überhaupt so nen esoterischen Blödsinn mache. Ernst nehme. An sowas glaube.

Dabei gehts da gar nicht um ‚glauben‘. Wie Richard Rohr so schön gesagt hat: Ich glaube nicht an unglaubliches Zeugs, ich WEISS Dinge, die anderen nicht beweisbar sind. Das ist nun mal so mit manchen Dingen. Sie können und müssen nicht bewiesen werden. Sie sind; PUNKT.

Grad heute habe ich festgestellt, dass ich ganz viel Scham verloren habe in diesem Jahr seit dem Reading. Ich habe mich mein Leben lang für so viel geschämt, weil ich dachte, wie ich sein müsste und was ich tun müsste und was ich denken müsste. Hat ja nie wirklich gut geklappt, und ich habs auch nie gern getan, also hab ich ständig versagt und mich geschämt.
Seit ich immer mehr wage, glücklich zu sein und zu tun, was ich wirklich will (z.B. Schreiben, Fotografieren, Blumenmalen, Leute beraten, lernen, Müll vermeiden, Selbermachen, wunderbare wilde Sachen denken…) füllt sich mein AllTag mit Gründen zum Glücklichsein. Immer mehr.

Also DANKE. =) Danke Friedrich. ❤

Und die Pfannekuchen gestern sind lecker gewesen, wenn auch bisschen matschig. Nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Richard Rohr

Weil ich den doch immer wieder erwähne – ein für alle Mal ein Beitrag zu ihm, zu dem ich in Zukunft linken kann. Und nein, ich bin immer noch nicht zum christlichen Glauben übergetreten. Darum gehts nämlich überhaupt nicht, mir nicht, und Richard Rohr auch nicht.

Den amerikanischen Franziskanermönch Richard Rohr erwähne ich immer wieder, seit ich Ende März 2016 von meinem Gefährten ein Buch von ihm zu lesen bekam.*

Richard Rohr ist Amerikaner, katholischer Mönch und hat eine Art spiritueller Männerbewegung ins Leben gerufen. Oh, das bedient meine Vorurteile. Ein männerbewegter amerikanischer Katholik! schauder

Er ist TOLL, der HAMMER, heilsam, genial, klug, weise, ein Lehrer, ein Seelsorger, ich bin SO FROH, dass ich ihn entdeckt habe!

Allen, die Englisch lesen, lege ich sein Buch Falling Upward ans Herz.

Auf meiner Anschaffen-Liste steht an oberster Stelle ein Buch, das er zu den 12 Schritten geschrieben hat – Breathing under Water. Sobald ich das gelesen habe, berichte ich davon!

Auf YouTube sind viele Vorträge und Predigten von ihm zu finden, die sich wirklich lohnen. (Es gibt auch manches auf Deutsch, da hab ich mir bloß noch nie was von angehört, weil das jedes Mal für mich zu betulich rüberkam. Aber wer weiß, wahrscheinlich sind da auch gute Sendungen dabei.)

Viele seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt worden – wendet euch an die Buchhandlung eures Vertrauens!

Außerdem leider auch nur auf Englisch:

Ich bekomme täglich erbauliche E-Mails vom „Center for Action and Contemplation“, einer Organisation, die Richard Rohr gegründet hat.
Ich muss ehrlich zugeben, die meisten dieser Mails habe erst gar nicht gelesen, sondern sie ‚für später‘ in einen Ordner gepackt.
Seit ich die meisten doch gleich lese, stelle ich fest, dass ich fast immer was darin finde, dass ich SOFORT weiterverbreiten will.

Ich kann sehr empfehlen, sich für diese Mails anzumelden. (Es gibt auch nen wöchentlichen und monatlichen Rhythmus.)
Zusätzlich zu den regelmäßigen Schätzen im Postfach bekam ich einen Link, über den ich auf Soundcloud einige Vorträge von R. Rohr herunterladen kann. Einer davon, „Contemplative Prayer“, ist so subversiv, radikal, hilfreich, heilsam, erhellend und befreiend (es geht, neu-eso-deutsch gesagt, ums Meditieren – wozu, warum und wie), dass ich den schon zig mal per Mail verschickt, auf CD verschenkt und hier gepostet hätte, wenn ich dürfte. Ich habe deswegen beim CAC nachgefragt, und die möchten das nicht. X) Das ist halt nur für die, die sich für die regelmäßigen Mails angemeldet haben. Also meldet euch an! (Und solltet ihr dann Probleme beim Runterladen haben – die ham das da auf Soundcloud umständlich in kleinen Häppchen hochgefummelt – dann helfe ich gerne! Einfach Mail an mich.)

Eins von vielen Videos, eher zufällig rausgesucht. Sehr gut. Klar!


* Blogeintrag dazu hier. Da gehts um verschiedene Sachen, ich linke der Vollständigkeit halber.

Mäßigkeit

Ich hab ja vor einiger Zeit einen Beitrag zu den 4 Engel-Karten im Tarot geschrieben und war bei der Mäßigung nicht weiter gekommen.

Ich bin auch nicht sicher, ob ich überhaupt in Worte fassen konnte, was ich in den vier Karten sehe. Weil ich die Worte nicht hatte, nur Annäherungen und Ahnungen.

Ich habe mich vor zwei drei Wochen bei einer christlichen amerikanischen Website angemeldet (für mich war sowas bis vor Kurzem noch, hehe, ne Manifestation des Bösen: amerikanische Christen. Ist doch auch schön, wenn Vorurteile sich auflösen und ich stattdessen sehe, was IST). Die schicken mir täglich so Meditationen. Ich steckte schon ca. ne Woche in Überlegungen zu TEMPERANCE fest, da kam ein Text mit dem Titel „Liminal Space“ – Grenzgebiet. Und da hats klick gemacht.

So kann ich jetzt besser in Worte fassen, was diese vier Karten für mich bedeuten:
Sie zeigen verschiedene Aggregatzustände des Bewusstseins.

Noch mal kurz und knapp:

Der Teufel zeigt Bewusstsein, das auf die materielle Welt fokussiert ist.
Keine Tarot-Karte ist ‚gut‘ oder ’schlecht‘, auch der Teufel nicht.
Das Bewusstsein hier kann sich natürlich gefangen und ausgeliefert fühlen, es kann sich ganz dem Materiellen verschrieben haben und damit blind und taub gegenüber dem Weckruf (Auferstehung) sein. Dann liegt unter allem, was es macht, Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Angst, was wiederum die Gier nährt.
Das ‚teuflische‘ Bewusstsein kann aber auch sehr heilsam sein, weil es sich nicht täuschen lässt von nichtmateriellem Nimbus, Status und Behauptungen, sondern guckt, was wirklich IST. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kind in Des Kaisers neue Kleider. Der Kaiser hat nämlich gar nichts an und ist in Wirklichkeit bloß ein nackter Mann. (Erst hatte ich „fetter nackter Typ“ geschrieben. Vorurteil! Ich weiß nicht, ob er fett ist.)

Die Auferstehung zeigt einen „Weckruf“, eine Erfahrung/Inspiration, die das Bewusstsein aus dem Materiellen hebt – also, die Erkenntnis, dass die materielle Welt eine Manifestation der Wirklichkeit ist, ein Wahrnehmungszustand, und dass die Welt/Wirklichkeit so viel mehr ist.

Die Liebenden zeigt Bewusstsein, das in der materiellen Welt agiert, das das Ich/Ego als Gefährt/Avatar begreift und sich nicht damit indentifiziert. Der ‚Antrieb‘, die Energie, die diesen Avatar antreibt, sind nicht materielle Dinge und nicht die Geschichten, Wünsche und Dramen des Ego. Der Antrieb ist das Leben selber, das SEIN.

Die Mäßigung – ich hatte eine Ahnung in die Richtung – zeigt das Bewusstsein im Grenzgebiet. In der Meditation, vielleicht auf schamanischer Reise (da hab ich keine Erfahrung). Die Landschaft auf der Karte hat für mich etwas Unwirkliches, Verzaubertes. So ein Ort, den wir in einer Visualisationsübung aufsuchen. Ort/Zeit innerhalb des magischen Zirkels, im Ritual.
Richard Rohr (s.o., Liminal Space) würde diesen Zustand wahrscheinlich prayer (Gebet) und contemplation (Versenkung, Kontemplation) nennen.
Das ist der Moment, da das Ego/Ich schweigt und wir die Wirklichkeit erfahren und gestalten. (Es geht dabei nicht um Wunscherfüllung des Ego!) Ein Name für diese Wirklichkeit ist Gott, und der Engel auf der Karte trägt den hebräischen Namen Gottes auf der Brust. יהוה – das sogenannte Tetragrammaton. JHVH – Jahwe. *
<- Die Falten des Kleides, genau über dem Quadrat mit dem Dreieck darin.

Ich sehe in der Mäßigkeit auch den Teil der Mondmeditation, bei dem wir anerkennen was IST, ohne uns damit zu identifizieren. So verstehe ich die beiden Gefäße und das Wasser, das darin bewegt (gemischt, transformiert) wird, ohne dass es ausgeschüttet wird.
Das Quadrat auf der Brust des Engels ist ein Symbol für die Materie (die Welt des ‚Teufels‘), das Dreieck darin – das auch ein Symbol für Feuer ist – symbolisiert das SEIN, den Spirit.
Auf der Stirn trägt der Engel das Symbol für die Sonne 𐌏. Das und die roten, mächtigen Flügel deuten auf Schöpferisches, aufs Erschaffen. Kreation – Kreativität durch Anerkennen und Neumischen dessen, was ist. Transformation. Alchemie.
Und so. Ich will mich hier nicht in Deutungen und Erklärungen verlieren. Es gibt noch so viel – die Lilien (gelb, nicht weiß), das Wasser, das Land, das Leuchten über den Bergen im Hintergrund, der Weg dahin…
Ah, das noch: Ich deute den Weg hier&jetzt als den Weg zur Erleuchtung.
Meditation, Gebet, Kontemplation, Ritual, Beobachten des Erlebens (da muss ich an die „Direct Pointing“ Methode denken, von der Sophie0816 neulich geschrieben hat) können da hin führen.

Schließlich habe ich die Karten noch mal angeordnet. Es gibt da keine Hierarchie und eigentlich keinen Anfang, und doch ist der Teufel unten für die meisten von uns der Ausgangspunkt, und für alle hier Inkarnierten nun mal die Basis, der Boden auf dem wir stehen. Über den Weckruf – Die Auferstehung – und/oder Meditation etc. – Mäßigkeit – können wir in den Zustand der Liebenden kommen. Dieses Bewusstsein ist im Hier&Jetzt, in der materiellen Welt („Das Ziel ist der Marktplatz“ hat mir ein Sufi-Lehrer gesagt). Es – das ist der Plan – genießt die Abenteuer, die das Ego im Sein erlebt.

Und dann ist mir der Stern in die Mitte geraten. Ist einfach so, ich kanns nicht genau erklären. Die Frau auf dem Bild hat keine Flügel, und sie gießt das Wasser aus.

Das, so seh ich das zur Zeit, ist das SEIN. Dieses Sein ist nicht mehr verhaftet an ein Ego und erlebt keine Abenteuer. Es IST das Abenteuer. Das ist der Moment in der Mondmedi, in dem wir loslassen. Ich nenne diese Karte auch Vertrauen.

Zuerst ist ein Berg.
Dann ist kein Berg.
Dann ist.


*Zu diesem Namen Gottes hat Richard Rohr auch eine ganz wundervolle Geschichte zu erzählen – ein Wissenschafter, der auch Rabbi ist, hat ihm erklärt, warum der Name Gottes nicht ausgesprochen werden kann. Wer Englisch versteht: hier. Wer kein Englisch kann und Geduld hat, versteht das Wesentliche auch ohne Englisch, wenn R. Rohr zum Wesentlichen kommt. Und wer Englisch kann: Die ganze Predigt ist voller Wunder und lohnt sich, wie so vieles von Richard Rohr.

schwere See und tiefe Zeit

… Brainstorm vor dem Vollmond…

Die letzte Woche war und ist hier wieder schwere See, innen und außen. Innerlich und privat wird es seit zwei Tagen besser, dafür grad im ‚Außen‘, zusätzlich zum alltäglichen Entsetzen, was frisches Großes zum Beschäftigen, Angst haben und unendlich traurig sein. Darüber ist in den Nachrichten genug, ich kanns mir hier sparen.

Mein Gefährte und ich haben uns am Wochenende so dermaßen gestritten – die Anlässe so dämlich, dass ich sie nicht mal erklären könnte – dass ich entschlossen war, auszuziehen.
Dann Annäherung, Liebe, neue Wege, mein böser kalter Eisberg zum Schmelzen gebracht, viele viele Tränen. Ich laufe zur Zeit oft über. Schwere See.
Ich habe das Gefühl, wir kommen Schicht um Schicht um Schicht weiter und tiefer richtung Mitte. Alte Krusten lockern sich, durch erste Risse fällt Licht und blendet meine Dämonen – das mögen die nicht.

Bei mir geht jetzt langsam der Chiron-Return los, auf den Susanne von Godharma-Blog mich im Rahmen einer Beratung aufmerksam machte.1

Mein Geburts-Chiron steht in den Fischen und auf der Suche nach mehr Information dazu habe ich im Netz einen Text von Mai 2010 gefunden, durch den mir ein paar Dinge klarer geworden sind. Im Hinblick auf mein inneres Erleben und ebenso im Hinblick auf das, was uns alle hier&jetzt auf der Erde betrifft:

Eintritt von Chiron ins Fische-Zeichen –

Die Umwelt ist ein weiteres Thema, das uns mit Chiron im Fische-Zeichen besonders beschäftigen dürfte. Aufgrund der Zweigesichtigkeit Chirons  – einerseits Zerstörung, andererseits Heilung – ist es leider nicht auszuschliessen, dass Naturkatastrophen an Anzahl und Intensität zunehmen werden. Chiron in Fische kann eben auch die Verwundung der Natur bedeuten. Genau dies ereignete sich am Tag des Ingresses von Chiron in das Fische-Zeichen am 20 April 2010. Es war der Tag, an dem die Bohrinsel “Deepwater Horizon“ explodierte und 2 Tage später im Meer versank. Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Meter Meerestiefe ungehindert in den Golf von Mexiko und sorgt dort für eine der grössten Ölkatastrophen in der Geschichte.

Achjaaa – da war was gewesen. Fast ein Jahr vor dem 11. März 2011, als die Fukushima-Katastrophe geschah.
Ölpest, Plastikmassen, Radioaktivität, mei, dann kann man ja bald gar keinen Fisch mehr essen! Schlimm, schlimm.
Aber viel schlimmer sind diese ganzen Ausländer, die hier ins Land strömen, alles islamische Terroristen-

Sorry, ich dreh wieder auf. Wer dem Link oben gefolgt ist, findet dort auch diesen Satz: „Häufig fühlen wir uns in dem Bereich, in dem Chiron in unserem Geburtshoroskop steht, ohnmächtig und dem Geschehen hilflos ausgeliefert. Daraus kann eine unglaubliche, alles ergreifende Wut entstehen.“

Wut? Moi?!?

Aber darum solls diesmal nicht gehen… Nicht schon wieder. Das geb ich morgen ins Transformationsnetz. Jetzt will ich üben und weitergehen.

Ich hab nämlich noch eine andere Seite zum Chiron Return gefunden, die ich sehr faszinierend finde, und gleichzeitig dazu habe ich begonnen ein Buch zu lesen: „Falling Upward“ von Richard Rohr.

Als mein Gefährte und ich, wund und weich, vorgestern am Esstisch saßen und endlich wieder aus unseren Herzen miteinander sprachen, da fielen ihm zwei Bücher ein, die er vor paar Jahren mal bestellt hat. Von einem amerikanischen Franziskaner Mönch und Priester, Richard Rohr. Er hat diese Bücher entdeckt, als er nach „Sufismus“ suchte – seltsame Wege des Internets – und erinnerte sich jetzt wieder daran, weil Rohr in „Falling Upwards“ vom treuen Soldaten erzählt, den wir zu Beginn unserer zweiten Lebenshälfte entlassen müssen.
Er erzählt da (und ich erzähls jetzt in meinen Worten aus dem Gedächtnis nach), dass nach dem zweiten Weltkrieg manche Gemeinschaften in Japan ihre heimgekehrten Soldaten in einer langen Zeremonie geehrt haben, ihnen gedankt und alles, und dann sei einer der Alten aufgestanden und habe gesagt „Der Krieg ist jetzt vorbei. Leg deine Uniform ab und deine Waffen, und sei wieder Mensch, sei wieder Teil unserer Gemeinschaft.“

Und mein Gefährte und ich, wir haben in diesem treuen Soldaten unsere Dämonen erkannt (so weit wir sie schon kennen), diese Verhaltensmuster und Autopiloten, die uns zu bestimmten Zeiten unserer Jugend bewahrt haben vor Auslöschung, Vernichtung – und dass wir sie jetzt nicht mehr brauchen. Ich habe z.B. einen sehr starken Stolz-Soldaten der all die Jahre mein ach so wackliges Ego beschützt hat. Ich hab ihm gestern gesagt, dass ich ihm danke, und dass der Krieg jetzt vorbei ist. Dann musste ich erst mal weinen.

In dem Buch „Falling Upward“ kommt auch ein wunderbarer Begriff vor: deep time – tiefe Zeit.
Rohr meint damit die Zeit, die größer ist als die kleine Realität, in der unser Ego sich befindet. Menschen, die in Deep Time leben, wissen um die Vergangenheit und leben, indem sie die Zukunft auch für ihre Nachkommen im Blick haben. Rohr erwähnt dazu das Handeln im Interesse der nächsten sieben Generationen bei einem Indianderstamm, und dazu hab ich grad das gefunden, was das Konzept der Deep Time wunderbar erklärt:

ANI TSALAGIHI AYELI – Das Volk und die Nation der Cherokee | Arbeitskreis Indianer Nordamerikas

“Die cherokesische Vision der Erde, des Universums, der Vergangenheit und der Zukunft ist ein ewigwährender Kreis. Was heute wahr ist und was noch vor uns liegt ist Teil eines unendlichen verschmolzenen Bandes, an dem die Vergangenheit ebenso lebendig ist wie die Gegenwart. Heute haben wir den gebrochenen Kreis wieder geschlossen, nicht nur für uns und unsere Kinder, sondern für die nächsten sieben Generationen. Dies entspricht unserem Sinn für eine immerwährende Gemeinschaft“.

Tiefe Zeit.

Ich finde, das ist genau das, was ich mit Wirklichkeit meine – im Gegensatz zur Realität. (Im HEXIKON werd ich beide Begriffe diesbezüglich noch erweitern.) Deep Time ist sozusagen das Große Hier&Jetzt. The Long Now.

Faszinierenderweise ist auf der oben kurz erwähnten Seite zum Chiron Return auch die Rede von einem andern Zeitkonzept. Der Autor nennt das dort Chiros, und so wie ich das verstehe, meint er damit dasselbe, wie Rohr mit der Deep Time. Hier ist die Seite (englisch): http://www.zanestein.com/chironreturn.htm

Rohr ist absolut christlich und hat nichts mit Astrologie am Hut, und er sagt, er habe todkranke Kinder kennengelernt, die schon in der zweiten, weisen Lebenshälfte waren, und er kenne leider reichlich Leute in den 60ern und älter, die noch adoleszent seien. Diese „zweite Lebenshälfte“ hat also nicht zwingend mit unserem Alter zu tun. Und doch ist die Zeit des Übergangs in der Regel so zwischen 40 und 50, und Ende 40 haben wir alle unseren Chiron-Return, manche bisschen früher, andere später…

Ganz grob und platt gesagt: Chiron transformiert durch Leid, durch die Wunde, die wir selber nicht heilen können, an der wir nicht kratzen sollen. Chiron-Auslösungen sind oft Zeiten, da wir einfach nur aushalten müssen – einfach nur dasein, auch für andere vielleicht – während innen die Umwälzungen geschehen.

„Falling Upward“ („aufwärts fallen“) hat diesen Titel, weil Rohr darin erklärt, dass wir alle fallen müssen, um zur Reife zu gelangen. Und das greift nahtlos in das, was ich über die Logotherapie gelernt habe, nur eben von der anderen Seite. Frankl zeigt, dass wir auch in großem Leid durch SINN, durch Werte, durch ein FÜR ETWAS heil bleiben (oder werden) und Freude finden können. Und Rohr sagt, dass wir den SINN durch die Krise, durch den Kontrollverlust, durch Leid: durch den Fall erst finden.

Das passt auch zusammen zu meiner Erfahrung in den paar A-Gruppen (12-Schritte-Programm), die ich mal besucht habe. Die Kapitulation, den Ersten Schritt zu vollziehen, das Eingeständnis des völligen Scheiterns, das war wirklich der erste Schritt zu Heilung. Rohr erwähnt das auch – wie nicht! – in dem Vortrag zu „Falling Upward“, den ich unten verlinkt habe.

Das erinnert mich auch an einen Zettel, den ich mal an einer Kneipentür gesehen hab. Das war eben zu der Zeit, als ich die A-Gruppen besuchte, weil es mir wirklich wirklich richtig schlecht ging. Als ich den Zettel sah, musste ich so lachen, dass mir die Tränen kamen. Das war ein sehr schönes Gefühl, weil ich zu der Zeit sowieso so viel geweint habe. Das war endlich mal eine andere Sorte Tränen. Auf den Zettel stand:

 

When you fall
I’ll be there

~ Floor

 


 

Hier Mr. Rohr in Person zu eben dem Buch, das ich grad lese. Hammer: katholisch, Ami, hat ne Männerbewegung ins Leben gerufen, so einer enstsprach zu meinen hardcore feministischen Zeiten meinem absoluten Feindbild. Was er sagt, hätte mir damals schon sehr gefallen, aber ich hätte ihn mir halt nicht angehört.
Hehe, ja, wie Volker Pispers sagt: „Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tach Struktur.“
Und, wie Rohr eingangs erklärt: Solche Strukturen und Abgrenzungen sind gesund und wichtig für die adoleszente Person. Und dann geben wir sie auf, weil wir sie nicht mehr brauchen.

 

 


 

1 Achnee, wie ich das schreibe und nach der Site-Adresse zum Verlinken gucke, finde ich die aktuelle 2-Wochen-Astrovorschau zum Vollmond von ihr. Hm, erst anhören, oder erst den Artikel schreiben? Erst schreiben, sonst hab ich noch mehr Input zu sortieren…
(Inzwischen hab ichs mir angehört und bin sehr froh darüber 🙂 )