Sachen

Sachen, Sachen, Sachen, SACHEN, SAAAACHEN und Sachen

Die Einzugssymphonie von Wohindemit

Ich bin ja letzten September in München aus meiner großen Wohnung ausgezogen.
Meine Möbel habe ich gleich nach Mannheim einlagern lassen, da lagen sie nun fast ein Jahr. Ich hatte eigentlich vorgehabt, mir hier erst Mal ne eigene Wohnung zu nehmen. Und nu kommen der Oger und ich doch erstaunlich gut miteinander aus und wollen zusammen wohnen bleiben.
Drum hab ich also meine Sachen auslagern und herliefern lassen. Dafür bekam ich sogar ein eigenes Verkehrsschild!

In unserer Straße ist das einzige größere Grün an unserem Haus.

Jo, und heute wars soweit. Ich musste um 7h aufstehen – was ich sonst eher vermeide – denn der Laster sollte ab 8h irnzwann ankommen. Was er tat.
Ich hatte grad auf dem Badezimmerbalkon ein weiteres kleines Vögelchen gefunden―
Es ist noch eins aus dem Nest gefallen oder geschubst worden. Es ist schon gestorben. Ich hab versucht, es zu füttern, es war winzig, als ichs fand wars schon ziemlich hinüber. Ich mag nicht weiter davon erzählen, das kleine Zellbündel liegt jetzt im Garten.
Ich weiß nicht, warum die aus dem Nest fallen. Ich wünsche mir sehr, dass ich keins mehr finden muss.
Das hatte ich grad entdeckt, als es klingelte.
Ich habs einem von den netten Umzugsjungs gezeigt, er hat auch nur traurig die Achseln gezuckt.
Jo, das reicht davon. Zurück zu den Sachen.

Die netten Umzugsjungs trugen also meine Sachen hoch. Dazu noch paar Sachen, mit vielen Sachen und dazu Sachen. Und dann natürlich die ganzen Sachen.
Danach kamen einige Sachen, gefolgt von Sachen. Und zum Schluss die restlichen Sachen. Fast alles in Kisten.



Das Sofa passt hierher, als wärs immer schon dagewesen.
Die Katzen hams auch schon angenommen.
Und, äh, das andere sind Sachen.

Ich hab aufgeräumt was ging, drei Kisten ausgepackt und schon ein bisschen Geschirr und Kram in unsere Küche und andernorts integriert. Dann wusste ich nicht mehr wohindemit und war ratlos, überfordert und vor allem MÜDE. Ich hab mich mit Idries Shahs „The Sufis“ hingeflätzt (das Buch erwähne ich, weil davon noch zu sprechen sein wird in der Zukunft) und bin sehr bald drüber eingedöst. Mit schnurrendem Kater an der Seite. Katzen ham was. Hab grad eine Kleine aufm Schoß. Auch ein guter Grund, hier zu wohnen.
Morgen gehts weiter mit den Sachen.

Was schön war:
So ziemlich als erstes fand ich in einer Kiste das Gabelmobile, das ich vor vielen Jahren in Edinbro gekauft habe. Danach hing es in Passau an zwei Wohnungen, dann in München an verschiedenen Wohnungen, und nie wars wirklich da, wo es sein wollte.
Heute hab ichs auf den Küchenbalkon gehängt, und wenn ich es da sehe, fühlt sich das an wie ein erfülltes Versprechen.
Gabelmobile

Und da ich grad auf dem Balkon war ― wir ham so hübsche Blumen. 🙂
BalkonBlümchen
KornblumeDie Kornblume gibts noch größer, die Kamera macht schöne Macro-Aufnahmen.
Zum Angucken das Bild anklicken.

Advertisements

Frühling

Einrichten. Das Gefühl, dass eine Lehmhaut von mir abplatzt. Dass ich an dem Ort bin, dem ich gehöre.
An den Wochenenden Wohnung putzen. Jeden Tag Katzenklo putzen. Manchmal muss auch Katzenkotze weggemacht werden. Das Naheliegende tun.
Ich putz das Katzenklo ganz gern, stelle ich fest. Immerhin. Uargh.

Jo, ich bin jetzt 3 Katzen zugelaufen. Und Ali hat auch ne neue Freundin.
Dieses Foto hat der Oger gemacht.

Auf dem Balkon hängt das Windspiel,
das mir die KollegInnen zum Abschied geschenkt haben. Ich habs bisschen versteckt aufgehängt, so klingt es selten.
Das bedeutet, niemand wird genervt, und wir freuen uns, wenn wir die schönen Töne hören, weils dann was Besonderes ist.
(Ich mag Ös.)

Wir freuen uns auch über die bunten Sonnenflecken, die durch die Kristalle an den Fenstern über Wände, Möbel und Boden wandern.

Die sind noch von der Sonnenfinsterin*.
Das bedeutet nämlich, dass die Sonne scheint, und das kann ich zur Zeit sehr gut gebrauchen.

Mein Team hat mir auch eine wundervolle Gebetsdecke zum Abschied geschenkt, voller Fotos und der Aufschrift „Gib’s BABA :-)“
Die Decke ist sehr praktisch beim Putzen. Wir putzen jede Woche. (Ich glaub, das ist einen eigenen Blog-Eintrag wert, wenn ich mal die Kraft dazu finde.)
Ich leg die Decke aufs Bett und die Sachen drauf, die Staubsaugen und Wischen weichen müssen. Das sieht ordentlich und schön aus. Und wild.
Die Decke wird auch zum Einsatz kommen, wenn ich mich mal in die Sonne auf die Neckarwiesen setze.
Falls. X)

 
Ich bin das ja nicht gewohnt, einmal die Woche die Wohnung zu machen. Hat was. Da übe ich, das Naheliegende zu tun, und das Gefühl, dass es mir lästig sei, nicht zu beachten. Nächste Woche machen wirs wieder. Also mach ichs.
Ich habs auch gerne ordentlich, das finde ich grad raus über mich.

Die Vermieter wohnen unten und sind freundlich. Das Haus ist ein bisschen wie eine große WG. Mit vielen Katzen.
Der Vermieter hat unten den Garten wunderschön gemacht. Er macht Kunst, und zwar wilde, bunte, Treibgut-Kunst. Genau das, was ich MAG.
Z.B. Drahtfiguren verziert mit Sieben, Glassteinen, Girlanden aus Steinen mit Löchern. Die hat er alle selber gefunden.
Ich hab noch nie einen Stein mit Loch gefunden.
Kommt noch.

 
Stückchen für Stückchen richte ich mich ein. Ich hab noch nicht viel Platz, aber zwei wunderhübsche CD-Regale, die haben was ganz Magisches. Ich mach Foto.

Der dicke Arm bei Durga ist von Hanuman.

Hmja, kein tolles Foto, und schöne Regale.

Mit ner seltsamen blauen Beize, die im Blitzlicht an den Wänden hinten zur Geltung kommt. Normal sind sie braun, mit so nem bläulichen Schimmer.

Und es ist noch Platz für weiteres Treibgut.

Auch endlich der perfekte Ort für all die hübschen Taschentuchschachteln, die ich immer wieder kaufe und nicht wegwerfen mag, wenn sie leer sind.
Sie sind jetzt wieder voll mit Sachen. Mit farbigen Klebebändern, Teelichtern, Bastelkram.
Ich mach wieder Traumfänger aus Perlen.

Ich latsch die Stadt ab nach Zwirn. Ich finde keinen Zwirn. Mannheim, zwirnfreie Stadt? Der, den ich gekauft habe, sah aus wie Zwirn und ist aber labbriges Nähgarn. Ich will das steife Zeugs, das meine Omi Solingen hatte!

Dafür riecht die Stadt oft nach Schokolade. Das liegt an der Schokinag.

Es ist hier ein bisschen wie in Köln, nur in gut. Und mit ZWEI Flüssen!


* Die Sonnenfinsterin… plötzlich war sie da. Jedenfalls hab ich das Wort mal im Heiler-Forum in einer Überschrift verwendet. Die nette Bord-Admina hat das dann auf mein Bitten berichtigt. Oh Argh!  
Trotzdem… jetzt ist sie in der Welt, die Sonnenfinsterin.